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Das 1×1 des nachhaltigen Reisens

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Der Sommer kommt mit großen Schritten näher und die Urlaubsplanung steht an. Ein Wochenende lang London besichtigen, im Kurzurlaub auf Mallorca die Sonne genießen oder doch gleich mit der Familie zwei Wochen nach Sydney? Oder gibt es nachhaltigere Alternativen?

Ob nah, ob fern – aktiv oder entspannt – Strand, Berge oder Partymeile, unsere Möglichkeiten heutzutage sind schier grenzenlos. Wir können innerhalb kürzester Zeit ans andere Ende der Welt fliegen und durch Billigfluganbieter wird das auch immer erschwinglicher. Toll, oder?

Leider haben der Tourismus und die grenzenlose Mobilität auch ihre Schattenseiten. Emissionen, Umweltverschmutzung, Armut und Ressourcenkonflikte – allein der Flugverkehr ist mit bis zu 10% am menschengemachten Klimawandel beteiligt, unberührte Alpenlandschaft weicht dem Massentourismus und Kreuzfahrtschiffe hinterlassen große Mengen an Schadstoffen in die Ozeane. Wie können wir es besser machen? Was zeichnet ein bewusstes, umweltfreundliches Reisen aus? In den nächsten Abschnitten findet ihr die wichtigsten Tipps, quasi das 1×1 des nachhaltigen Reisens!

Auf dem Boden bleiben

Die größten Emissionen entstehen bei der An- und Abreise. Sobald man beim Verkehr auf dem Boden bleibt, muss man nur etwa ¼ der Treibhausgasemissionen auf die eigene Kappe nehmen. Klar, je weiter die zu überwindende Distanz, desto schwerer wird es aufs Flugzeug zu verzichten, aber gerade bei näheren Reisezielen in Europa ist es meist kein Problem mit Auto oder noch besser Bus und Bahn anzureisen. Eine Ausnahme gibt es allerdings: Kreuzfahrtschiffe – auch wenn sie nicht fliegen können, sind ihre Auswirkungen auf die Umwelt enorm.

Auch nach der Anreise sind öffentliche Verkehrsmittel und das Fahrrad die Transportmittel der Wahl. Auf der Busfahrt mit den regionalen Linien lernt man das Land und das tägliche Leben der Einheimischen auch gleich viel besser kennen.

 „Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah“
nach Johann Wolfgang von Goethe

Gebirge, Wälder, Seen, Meer, Festungen, Schlösser und wunderschöne Altstädte – Deutschland und Europa haben so viel mehr zu bieten als wir oft denken. Zu oft kennen wir unser eigenes Land und unsere Nachbarländer weniger als weit entfernte Reiseziele. Da läuft doch etwas schief. Wie wäre es mit einem Natururlaub in Thüringen? Wandern und Mountainbiken in wunderschönen Wäldern, Schwimmen in einem von Bergen umgebenen See und ein Besuch in der zauberhaften Tropfsteinhöhle in Saalfeld. Auch eines von Deutschlands schönsten Naturwundern, das Elbsandsteingebirge, bekommt noch viel zu wenig Beachtung. Noch mehr Ideen für unterschätzte Reiseziele in Deutschland gibt es hier.

Wenn es dann doch mal weiter weg geht, sollten Entfernung und Reisedauer zusammenpassen. Der Flug auf einen anderen Kontinent soll sich schließlich auch lohnen. Die Amerikareise darf dann gerne mal einige Wochen bis Monate lang sein und voll ausgekostet werden.

Respektvoll in der Natur

Bei der Wahl der Aktivitäten im Urlaubsland heißt es dann Angebote kritisch zu hinterfragen. Müssen es wirklich Fun- Sportarten in empfindlichen Landschaften sein? Passt das Angebot zu den klimatischen und landschaftlichen Bedingungen? Zur Kultur des jeweiligen Landes? Golf spielen in der Wüste und Jetski fahren durch Mangrovenwälder sind sicher keine gute Idee.

Dass man als Tourist wie in der Heimat keinen Müll in der Natur hinterlassen sollte, versteht sich von selbst. Wenn du noch einen Schritt weiter gehen möchtest, besorg dir einen Campingwasserfilter. In vielen Ländern kann man das Wasser nicht wie in Deutschland aus der Leitung trinken, da ist der Filter die Lösung, um nicht auf Plastikflaschen zurückgreifen zu müssen.

Wasser ist knapp?

Als Tourist kommt man zudem leicht in Ressourcenkonflikte mit Einheimischen. Gerade dort, wo sie sowieso schon rar sind, können Einheimische unter dem Verbrauch von beispielsweise Süßwasser durch den mächtigeren Tourismus leiden. Langes Duschen und jeden Tag Handtücher und Bettwäsche waschen lassen sind dann nicht angebracht. Auch beim Thema Wohnraum stoßen die Interessen von Tourismus und Bevölkerung aneinander. Durch Vermittlung von Ferienapartments über Online-Plattformen können Vermieter potentiell mehr verdienen als durch eine dauerhafte Vermietung, was in manchen Gegenden Mieter verdrängt und bezahlbare Wohnungen zur Mangelware werden lässtAber nicht alles ist negativ, der Tourismus kann dem Gastgeberland einige Vorteile bringen und eine wichtige Einkommenquelle für die lokale Bevölkerung sein wenn wir den Nachteilen entgegensteuern.  Wie schaffen wir es nun, dass die Einheimischen von unserem Besuch profitieren und wir gleichzeitig einen wunderschönen Urlaub mit tollen Erlebnissen verbringen?

Lokale Angebote statt All- inclusive

Alles im Rundum-Sorglos-Paket zu buchen ist einfach, aber langweilig und oft profitieren davon nur große Anbieter statt der lokalen Bevölkerung. Mit Labeln wird versucht, ökologisch und fair handelnde Unterkünfte und Angebote auszuzeichnen und die Entscheidung für bewusst reisende Kunden einfacher zu machen. Statt also im nächstbesten Hotelriesen zu schlafen, halte Ausschau nach privaten Hotels und Herbergen, die entsprechend ausgezeichnet wurden. Oft steckt in den kleineren Unterkünften auch viel mehr Landestypisches und man kann sich von den Besitzern gleich die Insidertipps fürs Abendessen geben lassen. Apropos Essen: Probiere dich durch das landes- bzw. regionstypische Essen, genieße das Essen in kleinen Restaurants vor Ort und ernähre dich regional.

Wie so oft gibt es natürlich auch hier Ausnahmen und schwarze Schafe. Nicht alles Landestypische ist empfehlenswert und nutzt der Bevölkerung und der Natur. So sollte das Urlaubsvergnügen beispielsweise nicht auf dem Rücken von Elefanten stattfinden. Um die gutmütigen Dickhäuter dennoch kennenzulernen, kann man in einem Schutzzentrum Zeit mit ihnen verbringen.

Du willst mehr wissen?

Puh…Das waren jetzt doch so einige Punkte, die man beachten sollte. Glücklicherweise bringt uns in vielen Fällen eine kritische Betrachtung der Angebote schon um einiges weiter. Falls du immer noch nicht genug hast oder dein Wissen an der ein oder anderen Stelle vertiefen möchtest, schau mal bei fairunterwegs.org vorbei. Die Plattform bringt ein bisschen Licht in den Dschungel aus Anbietern und Informationen.

Falls dich vor allem das Thema Mobilität interessiert und du dich sowohl im Alltag als auch im Urlaub nachhaltiger fortbewegen möchtest, schau mal in die Broschüre „Nachhaltig bewegen und reisen“ der Nachhaltigkeitsstrategie Baden-Württemberg. Sie kann hier kostenlos heruntergeladen werden.

Wenn du Lust bekommen hast, erstmal deine Heimatstadt besser kennenzulernen, können wir auch das Angebot von stattreisen empfehlen. Auch in Karlsruhe gibt es eine Gruppe mit einem vielfältigen Angebot.

Wohin auch immer deine nächste Reise gehen wird, wir wünschen dir auf jeden Fall viel Spaß und tolle Erlebnisse!

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