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Selbsthilfewerkstatt für Flüchtlinge entsteht

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Seit einigen Tagen gibt es unmittelbar am Menschenrechtszentrum im Projektgebiet Oststadt das Gerüst der Selbsthilfewerkstatt zur Fahrradreparatur für Flüchtlinge zu entdecken. Der Träger des Quartier Zukunft Ideenpreises Im|Puls Oststadt, Bikes without Borders, hat vor wenigen Tagen mit dem Bau seiner Werkstatt begonnen.

 
Die Selbsthilfewerkstatt entsteht
Die großen Aufgaben sind abgearbeitet. Das Gerüst steht. Das Dach ist im Bau. Nur die Außenplatten müssen noch montiert werden. „Und mit der Inneneinrichtung müssen wir uns noch beschäftigen.“ sagt Tobias Fleiter, aktives Mitglied bei Bikes without Borders.
 
Noch werden im Freien gemeinsam mit Flüchtlingen aus der nahe gelegenen Landeserstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge (LEA) und dessen Außenstelle gespendete Fahrräder zusammen mit Flüchtlingen repariert und die Räder an die Flüchtlinge verliehen. Bald schon soll der Bau der Selbsthilfewerkstatt abgeschlossen sein, so dass unabhängig von Witterungsbedingungen in der Werkstatt gearbeitet werden kann. „Wir haben 4 Monate Winterpause gemacht, weil man hier draußen bei Minusgraden, Wind und Regen nichts machen kann. Im Menschenrechtszentrum im Raum der Rechtsberatung haben wir ein Regal mit Ersatzteilen und Werkzeugen. Aber es platzt aus allen Nähten. Die Werkstatt hilft da natürlich enorm“, so Fleiter.
 
Der Weg zum jetzigen Bau der Selbsthilfewerkstatt war ein längerer Prozess, der Anfang 2014 begann. Damals erarbeitete Tobias Fleiter zusammen mit weiteren Mitstreitern Bikes without Borders als Projekt beim Freundeskreis Asyl e.V. Sie kamen mit Studierenden der Architektur am KIT zusammen, die im Rahmen eines Studienseminars erste Entwürfe einer Selbsthilfewerkstatt machten. Die Auszeichnung mit dem Ideenpreis Im|Puls Oststadt  habe ihnen vertrauen gegeben, die Werkstatt auch finanzieren zu können. Im Frühjahr 2014 war Bikes without Borders mit dem Preis vom Team des Quartier Zukunft ausgezeichnet worden. Es schlossen sich weitere positive Fügungen an, z.B. der günstige Erwerb von Baumaterial. Der Bauantrag konnte schließlich im Sommer 2014 gestellt und genehmigt werden. „Seither waren konkrete Planungen möglich“, so Fleiter. Die Architektur-Studierenden haben daraufhin ihre Entwürfe überarbeitet und die Realisierung der Werkstatt mit viel Engagement vorangetrieben. Durch eine große Spendenaktion konnten Ende 2014 letzte Finanzlücken geschlossen werden.
 
Bikes without Borders werden aber nicht nur finanziell unterstützt. Viel Unterstützung erhalten die ehrenamtlich Engagierten auch vom Menschenrechtszentrum und dem Freundeskreis Asyl e.V. sowie von Einrichtungen des Alten Schlachthofs, z.B. beim Lagern von Baumaterial.
 
Viele engagierte Hände und Köpfe
Inzwischen wirken rund 50 Personen im Netzwerk des Projekts mit. Innerhalb dessen agiert ein Kernteam von rund 10 Personen, darunter Tobias Fleiter. Einige Reparateure kommen aus der Oststadt. Einige Quartiersbewohner kommen auch zur Selbsthilfewerkstatt, um eigene Räder zu reparieren. „Das Projekt bringt Menschen zusammen“, sagt Tobias Fleiter. Er betont: „Die Selbsthilfewerkstatt ist aber klar auf die Unterstützung der Flüchtlinge ausgerichtet.“
 
Über Bikes without Borders
Bikes without Borders ist ein Projekt des Freundeskreis Asyl e.V., das sich zum Ziel gesetzt hat, Flüchtlingen bei der Bewältigung ihres Alltages zu unterstützen, indem ehrenamtlich Engagierte gemeinsam mit Flüchtlingen der LEA reparieren. Die geliehenen Fahrräder ermöglichen es den Flüchtlingen, sich in Karlsruhe fortbewegen zu können. Bei dem begrenzten Budget, das den Flüchtlingen zur Verfügung steht, ist beispielsweise die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel kaum möglich. Positiver Nebeneffekt der Fahrradreparatur: Fahrradfahren verursacht keinen Schadstoff-Ausstoß und durch die Reparatur werden Ressourcen geschont. Aktuelle Informationen über das Projekt erhalten Sie stets auf dem Blog www.bikeswithoutborders.blogspot.de.

Dieser Artikel basiert auf einem Interview mit Tobias Fleiter, Bikes without Borders, vom 21. April 2015. Das Interview führte Alexandra Quint.

Weiterführende Links
Ideenpreis Im|Puls Oststadt
Website Freundeskreis Asyl
  1. Uta Cupok

    Ich könnte 1-2 Fahrräder spenden: ein sehr altes (überholungsbedürftiges) und ein gutes (voll funktionstüchtiges) Kinderrad.
    Sollte Interesse bestehen – wo kann ich sie abgeben oder werden sie auch (innerhalb Karlsruhes) abgeholt?

    Beste Grüße
    Uta Cupok

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