Veranstaltungen

  1. Lasst uns Klimaschutz gemeinsam wagen!

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    Wir kennen es alle. Da ist eine Idee, wir möchten etwas verändern – mehr Fahrrad fahren, weniger Fleisch essen, Second Hand kaufen – doch im Alltag geht es unter, alleine ist es mühsam und es fehlt an Erfahrungen. Lasst uns deshalb Klimaschutz gemeinsam wagen! Lasst uns gemeinsam experimentieren, uns austauschen, bestärken und klimaschonender leben. Nimm deine Ideen, deine Motivation und deine Kreativität und komm zur Ideenwerkstatt für den Klimaschutz am 12. Mai 14:00 – 17:00 Uhr im Kinder- und Jugendhaus Oststadt (Rintheimer Str. 47).  

    Dass wir mit unserem Lebensstil schon lange zu viel CO2 ausstoßen und damit zur Ungerechtigkeit zwischen heutigen und kommenden Generationen beitragen ist vielen Menschen bewusst. Dennoch ist es nicht leicht, eigene Routinen zu durchbrechen und Handlungsmuster zu verändern. Bei der Ideenwerkstatt für den Klimaschutz wollen wir gemeinsam mit Bürger*innen überlegen, welche Handlungsalternativen wir haben und welche wir selbst erschaffen können, um dem Klimawandel im Alltag etwas entgegen zu setzen. Wir möchten gemeinsam mit euch Ideen für Selbstexperimente entwickeln, die erlebbar machen, wie Klimaschutz im Alltag funktionieren kann. Aber auch, auf welche inneren oder äußeren Hürden man dabei stößt und wie man mit ihnen umgehen kann. Dazu sind alle herzlich eingeladen!

    Wie kann Klimaschutz im Alltag gelingen und was kann ich selbst dafür tun?

    Wie können unsere alltäglichen Handlungen dazu beitragen CO2-Emissionen zu vermeiden?

    Und wie schaffen wir es, solche alternativen Handlungen zu unserer Routine werden zu lassen?

    Mit diesen und weiteren Fragen werden wir uns in den Handlungsfeldern Ernährung, Mobilität und Konsum beschäftigen.

    Eingebettet ist die Ideenwerkstatt in das Projekt „Klimaschutz gemeinsam wagen!“, das einen kreativen Raum für Experimente öffnet, um einen ersten Schritt zur Überwindung der Lücke zwischen dem Wissen, das wir über den Klimaschutz haben, und unseren tatsächlichen Handlungen zu machen. Die Werkstatt ist der Startpunkt für einen längeren Prozess in dem die entworfenen Selbstexperimente umgesetzt werden (ab September 2019). Die Umsetzung der Selbstexperimente startet dann mit der Gründung eines Netzwerkes, in dem sich die Experimentierenden gegenseitig unterstützen und austauschen können. Begleitet werden sie durch spannende Themenabende mit Vorträgen, Filmen und motivierenden Gesprächen.

    Die Ideenwerkstatt ist Teil des neuen Projekts „Klimaschutz gemeinsam wagen!“

    Mit Bürger*innen und Stakeholdern in der Karlsruher Oststadt soll eine Kultur der Nachhaltigkeit vorangetrieben werden, in der Klimaschutz im Alltag ganz selbstverständlich gelebt wird. Wir möchten das Bewusstsein für Klimaschutz vertiefen und den Kreis der Menschen, die sich für das Thema interessieren und sich auskennen, vergrößern. Dafür wollen wir spezifische Akteursnetzwerke ins Leben rufen.

    • Die erste Zielgruppe sind interessierte Bürger*nnen, Haushalte, Hausgemeinschaften und Nachbarschaften (Verbraucherseite).
    • Die zweite Zielgruppe besteht aus der lokalen Gastronomie, Kantinen und Mensen (Anbieterseite).

    Die Teilnehmenden werden neben ihrem Netzwerk von Klimacoachs unterstützt, die während des Projekts (im Herbst 2019) ausgebildet werden, um anschließend Ansprechperson und Multiplikator*in zu sein. Sie begleiten die beiden Netzwerke dann inhaltlich und organisatorisch und können auch eigene Projekte ins Leben rufen.

    Damit sichergestellt ist, dass durch die angepassten Handlungsweisen handfeste Verringerungen klimaschädlicher Treibhausgase erreicht werden, werden die CO2äq Einsparungen erfasst. Es wird eine Analyse des Einsparpotenzials geben, wenn die entwickelten Ziele und Maßnahmen der Netzwerke in einem gemeinsamen Aktionsplan festgehalten wurden. Am Ende der Projektlaufzeit werden dann die tatsächlich eingesparten CO2 – Äquivalente abgeschätzt.

    Lass dich inspirieren! Selbstexperimente Ausstellung im Zukunftsraum noch bis zum 30. Mai

    Während der Frühlingstage der Nachhaltigkeit am KIT haben sich bereits fast 40 Studierende gefunden, die für zwei Wochen selbst gewählte Selbstexperimente durchgeführt haben. Bei der Abschlussveranstaltung haben sie sich die Experimente gegenseitig vorgestellt, ihre – manchmal ähnlichen, manchmal sehr unterschiedlichen – Erfahrungen ausgetauscht und dann abgestimmt, welche Experimente ihnen am besten gefallen haben. Die Auswahl der liebsten 7 Experimente könnt ihr bis Ende Mai als Ausstellung im Zukunftsraum besichtigen und euch vielleicht davon inspirieren lassen.

    Kontakt: sarah.meyer@kit.edu & colette.waitz@kit.edu

     

     

     

     

     

  2. Smartphone-Fasten für mehr Menschenwürde

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    Dieses Jahr habe ich mich entschieden Handy zu fasten. Von Aschermittwoch bis Ostern werde ich komplett auf den Gebrauch meines Smartphones verzichten. Mir ist bewusst geworden, dass es 100% fair hergestellte Handys nicht gibt und auch der große ökologischen Fußabdruck schreckt mich ab. Ich möchte wieder bewusster und achtsamer leben und ausprobieren, ob ich mein Leben auch anders organisieren kann. Schließlich haben das die Menschen bis vor dreißig Jahren auch irgendwie ohne Smartphone geschafft.

    Unsere Praktikantin Marielle Rüppel studiert International Sustainability Management an der Karlshochschule und verzichtet in der Fastenzeit freiwillig auf ihr Smartphone. Ihre Beweggründe und Erfahrungen teilt sie mit euch in diesem Blogartikel.

    Letztes Jahr hat mich ein Seminar sehr zum Nachdenken gebracht. Es ging um „Internationale Aspekte der Digitalisierung – Perspektiven einer guten Zukunft“. Besonders berührt hat mich dabei ein Vortrag von „Brot für die Welt“ zum Thema Menschenrechte. Ich habe erfahren, welche Auswirkungen der Abbau von Lithium, das in jedem Handy-Akku verbaut ist, mit sich bringt. Im sogenannten Lithium-Dreieck (Chile, Argentinien und Bolivien) entstehen durch den Abbau erhebliche ökologische Schäden. Die Herstellung einer Tonne Lithium benötigt zwei Millionen Liter Wasser! Das führt zu einem starken Absinken des Grundwasserspiegels und das dortige Ökosystem wird so irreversibel zerstört. Außerdem verlieren indigene Völker ihren Lebensraum und auch andere Teile der Bevölkerung werden nicht angemessen über die Vorhaben internationaler Konzerne, die den Abbau managen, informiert. Die Regierungen setzen sich leider nicht ausreichend für deren Schutz ein, selbst wenn sie es nach geltendem Gesetz eigentlich tun müssten.

    Warum nicht einfach ein faires Smartphone? Sind faire Handys wirklich fair?

    Von menschenunwürdigen Bedingungen beim Abbau haben sicher die meisten  von euch schon gehört.  Arbeit für weniger als 10 Cent pro Tag, oft auch Kinderarbeit, zudem häufig ohne Schutz der Gesundheit – giftige Stoffe werden eingeatmet und machen langfristig krank. Der Punkt ist, dass selbst Fairphone oder Shiftphone, die als die „Fairsten“ unter den Smartphoneherstellern gelten und an transparenteren Lieferketten arbeiten, auch keine 100%-fairen Arbeitsbedingungen in den Minen, in denen seltene Erden abgebaut werden, garantieren können. Jedoch ist der Versuch, Smartphones herzustellen, die in der Herstellung zu 100% fair sind, natürlich trotzdem wichtig, um der IT-Branche zu zeigen, dass sich etwas ändern muss. Die Hersteller von Fairphone und Shiftphone versuchen, die Herkunft der Rohstoffe, die sie benötigen, zu verfolgen und mit Partnern zusammenzuarbeiten, die z.B. faires Gold bereitstellen. Was beide meiner Meinung nach schon vorbildlich machen: sie gestalten die Smartphones reparierbar und modular, sodass einzelne Elemente ausgetauscht werden können und das Smartphone länger in Verwendung bleiben kann.

    Organisation mit Apps – wie geht das denn anders?

    Da mein Handy langsam den Geist aufzugeben scheint, wollte ich anstatt mich nach einem neuen umzuschauen, lieber ausprobieren, ob es nicht auch ohne geht. Das ist gar nicht so einfach. Zum Beispiel bin ich nicht mehr spontan erreichbar, muss also besser im Voraus planen, vor allem, wenn es um Treffen mit meinen Freunden und Freundinnen geht. Ich hoffe dadurch wieder zuverlässiger zu werden. Mit Schrecken habe ich festgestellt, dass ich häufiger zu spät komme oder kurzfristig Treffen verschiebe. Das gilt aber auch umgekehrt: ich muss mich darauf verlassen, dass andere auch zur verabredeten Zeit am verabredeten Ort sind. Für den Fall, dass etwas Unvorhergesehenes dazwischenkommt (zum Beispiel ein Zugausfall), wäre es vielleicht sogar ratsam, immer einen Plan B auszumachen.

    Ich  versuche schon länger auf Google Maps zu verzichten, und schaue mir lieber vorher am PC bei openstreetmap.org eine Karte an. Im Zweifelsfall frage ich eben vor Ort Menschen nach dem Weg. Und anstatt meine Bahntickets in der App zu kaufen, muss ich sie eben ausdrucken oder am Schalter besorgen. Leider ist das dann mit Papierverbrauch verbunden. Nach meiner Experimentierphase werde ich noch einmal abwägen müssen, was für mich persönlich wichtiger ist: Papierverbrauch oder Abhängigkeit vom Smartphone.

    Ein Leben ohne Smartphone – meine ersten Erfahrungen

    Die ersten beiden Wochen habe ich inzwischen schon hinter mir, und ich lebe noch. Hauptsächlich aufgefallen ist mir, dass ich mir keine Sorgen machen muss, mein Smartphone irgendwo zu vergessen. Und wenn ich in einer Gruppe von Leuten sitze und bei der ersten Gesprächspause manche ihr Handy rausnehmen, versuche ich stattdessen, das Gespräch weiterzuführen oder tagträume ein bisschen. Außerdem genieße ich den Anblick der Frühlingsblumen mehr, da ich nicht einfach schnell ein Foto davon machen kann. Ich habe auch festgestellt, dass es sehr angenehm ist, nicht mehr vor dem Einschlafen oder direkt nach dem Aufwachen auf mein Smartphone zu schauen. Nur muss ich mir jetzt auch noch einen Wecker zulegen (mein alter Wecker war leider nicht reparierbar, da man keine Ersatzteile dafür bekommt…). Unbestreitbar nützlich ist also am Smartphone, dass es viele Werkzeuge vereint – von Kamera über Wecker bis zu GPS.

    Unpraktisch ist vor allem, dass ich auch kein Telefon habe und mir dafür eines von Freunden leihen muss, wenn es doch mal etwas Längeres zu besprechen gibt, was per E-Mail sehr umständlich wäre.

    Letztes Wochenende habe ich mich außerdem mit einer Gruppe von Freunden in einer Art Jugendherberge getroffen, und vorher wohl nicht genau kommuniziert, wie ich anreise – und dann haben sie sich ganz schön Sorgen um mich gemacht und wussten nicht, ob ich überhaupt noch ankomme, da ich den letzten Zug und den letzten Bus genommen habe. Zum Glück hat es dieses Mal ohne Verspätungen geklappt.

    Ich werde also beobachten, was Smartphone-Verzicht für mein persönliches Leben bedeutet. Doch kann diese Entscheidung etwas an globaler Ungerechtigkeit verändern? Vielleicht nicht direkt. Aber wenn sich  KonsumentInnen bei diesem Thema zusammentun und mehr Transparenz fordern, sowohl von Unternehmen als auch von der Politik, die dabei entsprechende Standards festlegt, kann etwas bewegt werden. Denn heutzutage haben viele Entscheidungen, die man trifft, Auswirkungen an ganz anderen Stellen auf der Welt.

    Zum Weiterlesen:

    Utopia: Kinderarbeit in Kobalt Minen

    Utopia Artikel zum Fairphone

  3. Spielen für Veränderung: Szenario-Workshops für Klimaschutz und Nachhaltigkeit in Karlsruhe

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    Der Weg hin zu einer nachhaltigen Entwicklung und einem gelebten Klimaschutz stellt eine komplexe Herausforderung dar, die leicht einschüchtern kann. Hier setzt „Serious Gaming“ an. Die Entwicklung von innovativen Lösungen im Spielformat kann Kreativität freisetzen und macht zudem einfach Spaß. Nachdem wir letztes Jahr mit „Lebe global“ ein Spiel für Jugendliche und HobbyspielerInnen entwickelt haben ist „Gemeinsam Nachhaltig in Karlsruhe“ ein Planspiel für Verwaltungen und Kommunen, das diesen Ansatz verfolgt. In diesem Blogartikel möchten wir es euch vorstellen. Kommt und spielt mit uns am 26. oder 28. März auf den KIT Frühlingstagen der Nachhaltigkeit!

    Was macht Spielen so interessant? Wir wissen nicht, was als Nächstes passiert! Die Aufgabe, eine nachhaltigere und klimafreundlichere Zukunft zu gestalten, beinhaltet viele Unsicherheiten. Ein Gefühl von Unsicherheit kann jedoch unsere Kreativität blockieren. Das Spielformat bietet die Möglichkeit diese Blockaden auflösen und wir können unserer Kreativität und Inspiration freien Lauf lassen.

    „Serious Gaming“ – ernste Herausforderungen spielerisch lösen

    Der „Serious Gaming“-Ansatz nutzt dieses Potential des Spielens, um ernsthafte Themen anzugehen und gemeinsam innovative Lösungen zu entwickeln. Spielen hilft uns zu lernen ohne es zu bemerken. Deshalb ist spielen so wichtig für eine lebendige, nachhaltige Gesellschaft.

    Schon der Kulturhistoriker Johan Huizinga betonte in seinem zukunftsweisenden Buch „Homo Ludens“, dass die menschliche Zivilisation sich aus und als Spiel entwickelt hat und es nie verlassen wird. Spielen ist die zentrale Aktivität in blühenden Gesellschaften.

    Ursprünglich in den USA entwickelt – jetzt auch als Version für Karlsruhe!

    Der „Serious Gaming“-Workshop wurde in Kooperation von mehreren Stadt-Universität-Partnerschaften in Deutschland, den USA und Mexiko entwickelt. Nun haben wir das Planspiel für eine Anwendung in Karlsruhe zugeschnitten und entwickeln es weiter. Erst kürzlich haben wir es im Rahmen des Projektes „Energietransformation im Dialog – EDia“ mit der Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur (KEK) gespielt. Das Team der KEK hatte viel Spaß und findet die im Spiel entwickelte Idee so gut, dass sie plant, diese tatsächlich umzusetzen. Der nächste Workshop wird im Mai gemeinsam mit der Stadt Karlsruhe stattfinden, wenn sich das Umweltamt mit den Beteiligten der „Meine Grüne Stadt“-Initiative trifft.

    Und so läuft das Ganze ab:

    Sechs bis zwölf Teilnehmende sitzen an einem Tisch. Zu Beginn werden die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) in den lokalen Kontext gebracht. Welche der SDGs sind für Karlsruhe besonders relevant? Bei welchen Zielen sehen die Teilnehmenden Handlungsbedarf und bei welchen haben sie eine persönliche Motivation etwas zu ändern? Als nächstes werden von bereits  in anderen deutschen und internationalen Städten umgesetzten Best Practice Projekten diejenigen ausgewählt, die auch in Karlsruhe umgesetzt werden könnten. Gemeinsam wird dann auf der Grundlage der Inspirationen eine Idee für Karlsruhe entwickelt und skizziert. Dabei überlegen sich die Spielenden welche Ressourcen und Aktionen für die Realisierung dieser Idee benötigt werden und welche Ressourcen sie selbst einbringen können. Wenn die Idee Form angenommen hat, wird sie mit Schockkarten darauf getestet, wie widerstandsfähig sie ist gegenüber sich verändernden Bedingungen. Was passiert mit dem Projekt bei einem Jahrhunderthochwasser? Welchen Einfluss haben großflächige Arbeitnehmerstreiks in unterschiedlichen Branchen? Am Ende des Workshops wird die Idee noch einmal reflektiert und ggf. den anderen Tischen vorgestellt. Ein Workshop dauert in etwa drei bis vier Stunden, abhängig von der Anzahl der Teilnehmenden.

    Hast du Lust bekommen das Planspiel selbst auszuprobieren? Dann komm zu den KIT Frühlingstagen der Nachhaltigkeit! Der Szenario-Workshop wird am 26. März auf Englisch und am 28. März auf Deutsch angeboten. Die Veranstaltung richtet sich vor allem an Studierende, aber auch Gasthörende sind willkommen. Du studierst nicht und möchtest nur zu einem Workshop kommen? Dann schicke eine Mail an ines.bott@kit.edu.

    Alle Infos zu den Frühlingstagen findet ihr hier und zur Anmeldung hier.


    Das Planspiel wurde und wird im Rahmen des internationalen Kooperationsprojekts „Building Sustainability Implementation Capacity in City Staff and Leadership (CapaCities) weiterentwickelt. Das Projekt gehört zum „Global Consortium for Sustainability Outcomes“ (GCSO), einem internationalen Netzwerk, das Lösungen für Nachhaltigkeitsprobleme durch Forschung, Entwicklung und Weiterbildung fördert, die entwickelt, getestet, implementiert und schließlich hochskaliert werden. Mehr dazu hier.

     

     

  4. I’m still dreaming of a green christmas! Tipps für’s nachhaltige Feiern neu aufgelegt.

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    Nicht immer muss man etwas Neues kaufen, um einer geliebten Person an Weihnachten ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern. Und nicht immer muss man einen Blogartikel neu schreiben, um tolle Tipps für ein nachhaltiges Fest parat zu haben :). Entstanden vor zwei Jahren hat dieser Blogartikel nichts von seiner Aktualität eingebüßt und passt mit ein paar kleinen Ergänzungen auch noch 2018. Viel Spaß beim Lesen und Ausprobieren!

    Letztes Jahr zu Weihnachten: Opa hat die Weihnachtsgeschichte gelesen, es wurde„Stille Nacht“  gesungen, alle Geschenke wurden ausgepackt und bejubelt, die Kinder sind glücklich, pappsatt und müde. Eigentlich war’s ein schönes Fest. Und trotzdem: Etwas stört und stimmt nicht. Es ist der Müll auf dem Sofa, unter’m Baum, auf dem Boden, der Müll überall. Eine gigantisch große Landschaft aus Geschenkpapier. Schleifchen. Kärtchen. Goldbändern. Styropor. Verpackung. In diesem Moment fällt die Entscheidung: Nächstes Jahr wird alles anders. Wir wollen nicht mehr. I’m dreaming of a green christmas! Jetzt müssen wir nur noch herausfinden, wie das geht: Weihnachten in nachhaltig.

    Winter 2018: Weil dieses Jahr zu Weihnachten ja alles anders, nachhaltiger werden soll, braucht es diesmal einen Plan. Denn eines wissen wir nur zu gut: Den größten Quatsch kauft man im Stress. Mal eben schnell ein Buch von der Spiegel-Bestsellerliste über die Rolle von Insekten bei der Aufklärung von Gewaltdelikten (wird schon gut sein). Eine CD von der Band, über deren Sänger die Freundin irgendwann mal gesagt hat, irgendwie sei der ja ganz süß. Das Glanzpapier mit den glücklichen Elch-Ehepaaren drauf, das praktischerweise im 1-Euro-Shop an Deiner Ziel-Straßenbahnhaltestelle feilgeboten wird.

    Im Netz trifft man auf genug Leute, denen es ähnlich geht: Sie sind nicht nur partiell angenervt von dem Verpackungswust, sondern von der weihnachtlichen Konsumlawine insgesamt. Kein Bock mehr auf immer mehr! Und sie überlegen sich Lösungen. Es gibt Blogs von MinimalistInnen, die Weihnachten gleich ganz absagen. Artikel von Leuten, die einfach gar nichts mehr schenken. Tipps von KonsumverweigererInnen, die an Weihnachten stundenlange Waldwanderungen machen, bloß, um der Geschenkeorgie zu entkommen. Puh. Nee. Weihnachten wollen wir ja schon. Aber halt anders!

    Wichteln statt Geschenke-Wust

    Los geht die Recherche! Auf einem Umweltportal wird die die gute alte „Wichtel“-Idee vorgeschlagen. Das funktioniert so: Im Bekannten- oder Verwandtenkreis wird im Vorfeld abgemacht (oder per Los bestimmt), wer wen beschenkt. Sprich: Ich ziehe Tante Lotte, meine Schwester Opa Werner. So gibt’s zu Weihnachten keine Materialschlacht, sondern Tante Lotte, Opa Werner und alle anderen bekommen jeweils EIN Geschenk. Das dann aber mit Zeit, Muße und Bedacht ausgewählt worden ist. Die Wichtel-Idee gefällt und kommt auf den „Green Christmas“-Zettel!

    Zeit statt Zeug

    Eine weitere interessante Idee ist „Zeit statt Zeug“.  Das ist ein Projekt, dass dazu ermutigen will, statt dem „fünften Schal, dem zehnten Parfum“ lieber Zeit zu verschenken.  „Nackenmassage statt Schal“, „Basteln statt bestellen“, „Stricken beibringen statt Pullover“ – es gibt Gutschein-Vorlagen mit professionellen Fotos, die man sich direkt selbst ausdrucken kann. Und auch die Möglichkeit, ganz eigene Ideen in ein schönes Layout zu fassen (denn JA, Küsse und Nackenmassagen sind nicht das Geschenk der Wahl für ALLE  Verwandten). Fazit: Egal, ob man nun tatsächlich die Gutscheinfunktion von „Zeit statt Zeug“ nutzen möchte oder nicht: Die Idee, einem lieben Menschen etwas von der eigenen Zeit zu schenken, ist vielleicht nicht neu, aber nötiger denn je. Check. Kommt auf die Liste!

    Gebrauchtes zum Fest: Ein No-Go wird salonfähig

    Will man aber doch lieber etwas „Handfestes“ schenken, so zeichnet sich im Netz ein neuer Nachhaltigkeitstrend ab: Gebrauchtes schenken! Lange Zeit ein No-Go und der Albtraum jedes Knigge-Connaisseurs, wird Secondhand, getragen von der Vintage- und Shabby-Chick-Welle, endlich auch an Weihnachten salonfähig. Eine schöne, handgestrickte Couchdecke vom Flohmarkt, Holzstühle mit Patina, aus dem Sperrmüll gerettet und frisch überzogen, eine alte Schreibtischlampe aus den 60ern – da ist so einiges denkbar. Aber auch das Zweithand-iPhone, bestellt bei Portalen wie „Backmarket“ oder bei Ebay ersteigert, landet bei einigen unter’m Baum.

    Für alle, dies ausprobieren möchten mit der Nicht-Neuware zu Weihnachten: Auf der Website des NachhaltigkeitsExperiments Second Future, dem Second-Hand-Label aus der Karlsruher Oststadt, könnt Ihr kostenlos Aufkleber und Aufnäher bestellen, die Eure gebrauchten Geschenke zum echten Statement machen.

    Geschenke einpacken: Natur schlägt Blingbling

    Hat man nun endlich alle Geschenke parat, kann’s ans Einpacken gehen. Und auch hier sind all jene im Vorteil, die einen gewissen Vorlauf in Sachen Nachhaltigkeit haben: Über’s Jahr gesammeltes Geschenkpapier („Nicht einfach aufreißen, Kind!“) lässt Dich mindestens einen Teil der Geschenke – Zack, zack! – aus dem Stand heraus ökologisch verpacken.

    Aber auch „normales“ Altpapier funktioniert an dieser Stelle gut: Zeitungspapier, verziert mit Tannenzapfen, getrockneten Orangenscheiben, einzelnen Zweigen, Zimtstangen, Origamisternen macht Deine vorweihnachtliche Verpackungsorgie gleichermaßen stylisch wie kompostierbar!

    Wer Altpapier aber partout nicht als weihnachtsfein durchgehen lassen will, kann natürlich auch auf Packpapier, die Königin des stilsicheren Understatements, zurückgreifen. Und bei neuem Geschenkpapier bleibt immerhin die Möglichkeit, auf den „blauen Engel“ zu achten, der Recyclingpapier ausweist. Ach, und wusstest Du schon: Faltest Du beim Geschenkeeinpacken sorgfältig, klappt’s auch ganz ohne Klebemittel wie Tesa. Bunte Wollfäden oder Bast machen dann Deine ökologischen Verpackungskünste perfekt! Auch ziemlich edel: Wer’s wie die JapanerInnen machen will, kann Geschenke in Stoff einwickeln. Geht einfach, sieht kunstvoll aus und heißt: Furoshiki. Sehr schick! Kommt auf die Liste!

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    Die japanische Einpackkunst „Furoshiki“. Schick, schick!

    Last but not least gibt es noch die Super-easy-super-fix-Variante für Mehrfacheltern, die es sofort auf meinen Zettel schaffte: Einen großen Sack für jeden. Alle Geschenke rein. Große Schleife drum. Reihum wird ausgepackt. Wir wünschen entspannte Weihnachten ;-)!

    Hohoho! Lass den Wald ins Haus!

    Weniger Blingbling und mehr Wald macht sich natürlich auch in Deinem Haus ziemlich gut: Orangenscheibenketten und Tannengrün am Regal oder ein Adventskranz ohne Plastikdeko sind zeitlos schön. Unterschiedliche, bereits im Haus vorhandene Kerzen machen das Ganze – eins, zwei, drei, vier – zum Unikat.

    Und der Baum? Da kannst Du richtig klotzen! Gleich notieren: Mit der Zickzack-Schere Bänder aus altem Stoff schneiden und zu Schleifen binden, echte Plätzchen, Papier- und Strohsterne dran, Kerzen aus Bienenwachs oder Stearin statt billiger Erdölprodukte auf die Zweige setzen. Die Elektrovariante: LED-Lichterkette statt Billigblinker.

    Hier gibt es auch noch eine coole Idee für alle Gold-und-Glitter-Freundinnen und Freunde: Trefft Euch doch einfach mal zum Plätzchenessen und Christbaumkugel- und Dekotausch! So kann man kreativ bleiben, ohne alle Jahre wieder alles neu zu kaufen. Unter welchen Bedingungen industriell gefertigter Weihnachtschmuck produziert wird, könnt Ihr übrigens hier lesen.

    adventskranz

    DIY-Adventskranz. Mehr Wald statt mehr Blingbling.

    Dein Tannenbaum? Ein Däne mit georgischem Migrationshintergrund!

    Naturmaterialien, Bänder, Plätzchen – den Baumschmuck ist also geklärt für dieses Jahr. Aber was ist eigentlich mit dem Christbaum selbst? In der Regel sind die Tannenbäume in den deutschen Wohnzimmern in Dänemark gewachsen, unter dem Einfluss von Pestiziden und Düngemitteln als Garanten für einwandfreien Wuchs. Zuvor wurden die Samen in Georgien unter lebensgefährlichen Arbeitsbedingungen in vielen Metern Höhe von Arbeitern ohne Kletterausrüstung geerntet – der deutsche Durchschnittsweihnachtbaum ist so gesehen also eher ein Däne mit durchaus problematischem georgischem Migrationshintergrund. Überhaupt: Bäume absägen – kann das mit Nachhaltigkeit vereinbart werden? Mhm.

    Im Netz finden sich Leute, die auf den Baum an Weihnachten ganz verzichten oder einzelne Zweige zu Gabenbäumen drapieren. Und dann gibt es noch verschiedene Anbieter und Initiativen, die das Weihnachtsbaumgeschäft ökologischer und fairer machen wollen. Beim Bio-Weihnachtsbaumversand gibt‘s zum Beispiel gesägte Bio-Nordmanntanne aus deutscher Herkunft. Bei „Fairtrees“ kann man dänische Tannen kaufen, deren Zapfen in Georgien unter fairen, sicheren Bedingungen geerntet wurden. Und auf der Website von Robin Wood werden Biobaum-Verkaufsstellen von Tannen aus der Region gelistet. Fairtrees kannst Du übrigens in Gaggenau, Pforzheim und Bretten kaufen. Biobäume bekommst du bei der Bauhauskette Baumarkt in der Oststadt. Immerhin „von hier“ sind die konventionell gezogenen Bäume, die man gemeinsam mit den FörsterInnen zu bestimmten Terminen in den Wäldern rund um Karlsruhe schlagen kann. Und noch mehr Infos rund um den „grünen“ Baum gibt’s bei Utopia.

    Von einem grünen Weihnachtsfest kann man träumen. Oder es einfach ausprobieren.

    Am Ende des Recherchetags zum Thema „Grüne Weihnachten“ stehen jede Menge Ideen auf unserem Zettel und es summt im Kopf. Da sind noch so viele Fragen! Nachhaltiges Weihnachtsessen, was passt da zu uns? Biofleisch? Fleisch vom Metzger? Lieber gleich vegetarisch? Oder gar vegan? Wie die Verwandten überzeugen, zurückhaltend und mit Bedacht zu schenken – ohne sie zu kränken? Baum ja – oder nein? Und wenn – woher? Wie untrennbar sind Weihnachten und das wohlige Gefühl dabei eigentlich mit Konsum verbunden?

    Es ibt wohl keine Patentlösung für ein nachhaltiges Weihnachten . Nur Möglichkeiten. Ideen. Versuche. Aber zuversichtlich sind wir trotzdem, I’m dreaming of a green christmas. Und außerdem werde ich’s einfach ausprobieren.Merken

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  5. Forschungskolloquium Transformation – Perspektiven auf den Wandel

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    Wissenschaft lebt vom Austausch untereinander. Gerade für ein solch großes Projekt wie das von uns geplante Karlsruher Transformationszentrum für nachhaltige Zukünfte (KAT) ist es wichtig, dass wir einen möglichst guten Einblick in den aktuellen Stand der Transformationsforschung und verwandte Konzepte haben. Deswegen haben wir ein Forschungskolloquium ins Leben gerufen, von dem nun nicht nur wir profitieren sollen.

    Die meisten Menschen sind sich einig: Nachhaltigkeit ist wichtig, wir brauchen die Erde und die Ressourcen, die sie uns zur Verfügung stellt. Alle Menschen sollen gut leben können und das noch lange Zeit. Auch die Ziele für nachhaltige Entwicklung der UN legen klar fest in welche Richtung es gehen soll, doch es bleibt die Frage nach dem WIE?.

    Transformative Forschung will aktiv dabei helfen

    Wenn Forscher sich mit der Transformation beschäftigen, aber ihre Forschung nicht aktiv Teil des Wandels ist, spricht man von Transformationsforschung. Wenn die Forschung auch im Transformationsprozess involviert ist, also aktiv Veränderungen anstößt und in das Geschehen eingreift, ist sie transformativ. Dieses aktive Eingreifen kann zum Beispiel das Veranstalten und Beforschen von Reparaturcafés sein, wie ihr es auch aus dem Quartier Zukunft kennt. Diese Spielart der Nachhaltigkeitsforschung ist vor dem Hintergrund entstanden, dass große Trends wie Digitalisierung, demographischer Wandel und Artensterben die Bedingungen, unter denen wir leben, derzeit stark verändern.

    In dem Forschungskolloquium, das wir gemeinsam mit dem ZAK (Zentrum für angewandte Kulturforschung und Studium Generale) organisieren, geht es nicht nur um Transformationsforschung, sondern auch um verwandte Konzepte wie zum Beispiel die sozial-ökologische Forschung oder transformative Bildung. Jede Disziplin hat eine andere Sichtweise auf die Herausforderungen und neue Ideen. Daher ist es sehr wichtig, ein möglichst umfassendes Bild verschiedener Denkweisen, die zu einer nachhaltigen Transformation beitragen können, zu bekommen.

    Wie kam es zum Kolloquium?

    Das Kolloquium entstand aus dem Gedanken heraus das Quartier Zukunft-Team für den Aufbau des Karlsruher Transformationszentrums (KAT) zu rüsten und zuvor nochmal tief in den aktuellen Wissensstand der Forschung einzutauchen, um ihn in unser Vorhaben einzubringen. Dazu wurden Gäste aus verschiedenen Bereichen und Ländern eingeladen, die uns ihre Expertise näher bringen werden. Da diese Vorträge auch für andere interessant und nützlich sein können steht das Kolloquium WissenschaftlerInnen, die den Einstieg in das Forschungsfeld suchen oder erweitern wollen und Studierenden, die bereits Grundkenntnisse im Bereich nachhaltige Entwicklung haben, offen.

    Wann und wer?

    20.11. 10-12 Uhr
    Katharina Hölscher
    „Ansätze der Transformationsforschung & Sozialinnovation“ WEGEN KRANKHEIT VERSCHOBEN!

    Katharina Hölscher ist Wissenschaftlerin am drift Institut in Rotterdam (Niederlande). Ihre Leidenschaft ist es herauszufinden, wie gesellschaftlicher Wandel in Richtung einer nachhaltigen Gesellschaft von der Regierung unterstützt werden kann. Sie hat Erfahrung mit deutschen und europäischen Forschungsprojekten in der Transformationsforschung.

    STATTDESSEN: Dipl. Ing. Richard Beecroft „Reallabore als Orte transdisziplinärer Forschung und Bildung“

    26.11. 17:30-19 Uhr
    Prof. Dr. Marcel Hunecke
    „Psychologie der Transformation“

    Prof. Dr. Marcel Hunecke ist seit 2009 Professor für Allgemeine Psychologie, Organisations- und Umweltpsychologie am Fachbereich für Angewandte Sozialwissenschaften an der Fachhochschule Dortmund. Zudem lehrt er an der Fakultät für Psychologie der Ruhr-Universität Bochum und dort Mitglied der Arbeitsgruppe für Umwelt- und Kognitionspsychologie. Er hat große Erfahrung mit inter- und transdisziplinären Forschungsprojekten im Bereich der Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung.

    04.12. 10-12 Uhr
    N.N.

    11.12. 10-12 Uhr
    Dr. Bettina Brohmann
    „Governance und Transformation“

    Dr. Bettina Brohmann ist die Forschungskoordinatorin für Transdisziplinäre Nachhaltigkeitswissenschaften, Nukleartechnik & Anlagensicherheit am Öko-Institut e.V. in Darmstadt .

    08.01. 9-13 Uhr
    Blockseminar mit Studierenden

    15.01. 10-12 Uhr
    Dr. Klara Helene Stumpf
    „Transformation und sozialer Wandel“

    Dr. Klara Helene Stumpf ist Leiterin des Forschungsbereichs Klima, Kultur & Nachhaltigkeit (Synchrone Transformationsforschung) am Norbert Elias Center for Transformationsdesign & Research (NEC) der Europa-Universität Flensburg (in Vertretung ).

    22.01. 10-12 Uhr
    Dr. Johanna Kramm & Dr. Oskar Marg
    „Transformation in der sozial-ökologischen Forschung“.

    Dr. Johanna Kramm ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am ISOE im Forschungsschwerpunkt Wasserressourcen und Landnutzung und leitet seit April 2016 zusammen mit Carolin Völker die SÖF-Nachwuchsgruppe PlastX.

    Dr. Oskar Marg ist seit 2016 als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsschwerpunkt Transdisziplinäre Methoden und Konzepte am ISOE tätig.

    29.01. 10-12
    Dr. Mandy Singer-Brodowski
    „Transformative Bildung“

    Dr. Mandy Singer-Brodowski arbeitet an der Freien Universität Berlin am Institut Futur im Arbeitsbereich Erziehungswissenschaftliche Zukunftsforschung als Wissenschaftliche Mitarbeiterin. Ihre Forschungsfelder sind Bildung für nachhaltige Entwicklung, transformative Forschung und transformatives Lernen, an diesem breiten Erfahrungsschatz lässt sie uns in ihrem Vortrag teilhaben

    Wo und wie?

    Das Forschungskolloquium ist offen für interessierte Wissenschaftler und Studenten und findet im Zukunftsraum statt. Für Studierende besteht die Möglichkeit, durch einen Seminarvortrag (inkl. Ausarbeitung) einen Schein zu erwerben und zugleich selbst einen Beitrag zur theoretischen Untermauerung des geplanten „Karlsruher Transformationszentrums“ (KAT) zu leisten. Anmeldungen dann bitte über das Vorlesungsverzeichnis des ZAK.

    Du kannst dich da nicht einordnen, interessierst dich aber sehr für das Thema und bringst schon etwas Hintergrundwissen mit? Dann schreib uns an annika.fricke@kit.edu.

     

  6. Der Planet ruft SOS! Planet calling SOS! Gezegenimizden acil yardım çağrısı!

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    Wie können das Ausmaß von Umweltproblemen und die Notwendigkeit einer nachhaltigen Entwicklung vermittelt werden? Auf eine Art und Weise, die alle verstehen – völlig egal aus welchem Land ein Mensch kommt und welche Sprache er spricht. Aus diesem Gedanken heraus ist die Karikaturausstellung „Der Planet ruft SOS“ entstanden, die im von 30.Oktober bis 11.Dezember bei uns im Zukunftsraum zu sehen ist.

    Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Ob ein Bild im Museum, ein Graffiti an einer Hauswand oder eine Fotografie in einem Magazin, die Botschaft ist oft ohne Worte verständlich. Bilder haben eine starke Wirkung  – und genau um eine solche soll es bei der „Ausstellung der Planet ruft SOS!“ gehen:

    Unsere Erde braucht Hilfe! Wir müssen alle zusammenarbeiten, um die Umwelt, unsere Lebensgrundlage zu schützen!

    Deshalb haben INTEGRA Filder e.V. und das türkisch – englisch – deutsche Humormagazin Don Quichotte e.V. zum 1. internationalen Karikaturenwettbewerb mit dem Thema „Agenda 2030 der UN“ aufgerufen. Die Resonanz war groß: über 1000 Karikaturen wurden aus mehr als 60 Ländern eingereicht! Die 50 aussagekräftigsten wurden von einer internationalen Jury ausgewählt und werden nun an verschiedenen Orten in Baden-Württemberg ausgestellt.

    Die gesamte Gesellschaft – Menschen mit und ohne Migrationshintergrund – sollen durch die ausdrucksstarken Bilder der Künstlerinnen und Künstler sensibilisiert werden und ins Gespräch über nachhaltige Entwicklung kommen. Alle sollen Bescheid wissen: Nachhaltigkeit ist wichtig und zwar jetzt!

    Die etwas andere Migrantenorganisation

    INTEGRA selbst nennt sich „die etwas andere Migrantenorganisation“. Vielfalt und eine gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen sind die Ziele des Vereins. Dafür setzen sie sich durch Bildungsprojekte und mit Jugendarbeit ein. Grundlagen ihrer Arbeit sind interkulturelle und globale Pädagogik, Theorien zu Mehrsprachigkeit und Rassismuskritik. Migrationserfahrung oder der Migrationshintergrund der Bewohnerinnen und Bewohner werden als Ressource und Stärke angesehen. Sie werden dazu ermutigt, sich einzubringen, zum Beispiel als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren.

    Zusammenarbeit verschiedener Nationalitäten – so wird aus ein paar Bildern eine Ausstellung!

    Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund haben die Ausstellung gemeinsam aufbereitet und entwickeln didaktische Materialien für die Wanderausstellung durch Baden-Württemberg. Dabei unterstützen Jugendliche mit guten Deutschkenntnissen geflüchtete Jugendliche und stärken so ihre Teilhabe am Projekt. Erdoğan Karayel, Karikaturist und Herausgeber der Zeitschrift Don Quichotte ist künstlerischer Leiter des Projektes. Er führt nach der Methodik des informellen Lernens Zeichen-Workshops mit den beteiligten Jugendlichen durch.

    Globale Herausforderungen erfordern globale Ziele!

    Und die Ausstellung zeigt auch – das Thema beschäftigt Menschen rund um die Welt. Es wurden Bilder zu den 17 Zielen der Nachhaltigen Entwicklung der Vereinten Nationen ausgewählt, so unter anderem „Maßnahmen zum Klimaschutz“, „Nachhaltiger Konsum und Produktion“ und „Frieden und Gerechtigkeit“. Die Ziele traten 2016 unter dem Namen „Transformation unserer Welt: die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ in Kraft.

    Der Karikaturenwettbewerb und die Wanderausstellung finden im Rahmen des Weltaktionsprogramms „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ statt. Zukunftsfähiges Handeln und Denken sollen hier gefördert werden. Die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg betreut dabei das Förderprogramm „Beispielhafte Projekte für eine Bildung für nachhaltige Entwicklung“.

    27 Karikaturen werden vom 30. Oktober bis 11. Dezember im Zukunftsraum (Rintheimer Straße 46) zu sehen sein. Die Ausstellung ist zu den regulären Öffnungszeiten (Dienstag 14-18 Uhr & Donnerstag 9-18 Uhr) sowie zusätzlich an den Sonntagen 11. und 25. November 15 -18 Uhr kostenfrei zugänglich. Am 30. Oktober um 15 Uhr wir die Ausstellung im Rahmen einer Vernissage eröffnet. Ihr seid herzlich eingeladen!

    Kommt vorbei und macht euch ein Bild von der Situation auf unserer Erde!

    Mehr Informationen zum Jugendprojekt „Der Planet ruft SOS“ findet ihr hier.

  7. Entdeckungstour in der Oststadt – Nachhaltigkeit inklusive!

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    Stadtführungen findest du meistens zäh und trocken? Jahreszahlen kannst du dir nicht gut merken? Musst du bei uns auch nicht! Bei dieser Tour rund um Nachhaltigkeit in Karlsruhe zeigt sich das Format Stadtführung mal von einer erfrischend anderen Seite– klingt gut und gibt’s noch dazu in der Oststadt.

    Das Programm haben einige Studierende des Begleitstudiums Nachhaltige Entwicklung am KIT letztes Jahr entwickelt. Unter dem Titel „Nachhaltigkeitsspaziergang“ erklären sie die Highlights der Oststadt mit Fokus auf Grünanlagen, Transformationsprozesse und das Quartier als Teil der nachhaltigen Großstadt Karlsruhe.

    Was erwartet mich dabei?

    Besondere Orte und verschiedenste Nachhaltigkeitskategorien werden vorgestellt. Einige davon kennst du vielleicht, einige noch nicht. Sehen und lernen kann man beim Spaziergang viel! Warst du schon mal in der Containerlandschaft des Perfekt Futur? Weißt du, wie die Grüne Lunge Karlsruhes funktioniert? Wie viele Bienen leben in einem Baumstamm? Was ist das Karlsruher Modell? Unterschiedlichste und teilweise brandaktuelle Themen wie Mobilität, Entrepreneurship, Naturschutz, Gesundheit und friedliches Zusammenleben in unserer Stadt werden an den Stationen besprochen.

    Welche Orte spielen eine Rolle?

    Tatsächlich haben die Studierenden über 100 Spots in Karlsruhe gefunden, die im positiven oder negativen Sinne mit Nachhaltigkeit in Berührung stehen. Manche sprechen gleich mehrere Nachhaltigkeitsziele an. Der Fokus liegt auf der Oststadt, mittendrin in unserem Reallabor. Denn hier treffen alle möglichen Aspekte für ein nachhaltigeres Leben aufeinander. Die interessantesten dieser Orte wurden zu dieser etwas anderen Stadtführung zusammengefügt. Zwischen Zukunftsraum und Otto-Dullenkopf-Park stoppt man dabei etwa auf dem Schlafhofareal, bei den Verkehrsbetrieben Karlsruhe und am Gerwigplatz. Dabei ergeben sich auch immer mal wieder spontane Stops, an denen jeder seine eigenen Erfahrungen einbringen kann. Übrigens ist eine der Stationen auf dem Rundgang auch unser Zukunftsraum – die perfekte Gelegenheit also, mal bei uns reinzuschauen!

    Die Oststadt mal aus einer anderen Perspektive kennenlernen

    Der Spaziergang hat seit seiner Konzeption schon ein paar Mal stattgefunden und ist längst aus den Kinderschuhen rausgewachsen. Man kann ihn entweder beim Veranstalter stattreisen e.V. im Sonderprogramm (nächster Termin: Frühjahr 2019) als Gruppe oder Einzelperson buchen oder (wenn es schneller gehen soll) direkt bei Quartier Zukunft anfragen. Diese besondere Oststadt-Führung ist auch toll für Schulklassen der Mittel- oder Oberstufe geeignet. Annie und Nicolas waren schon bei der Planung des Spaziergangs dabei und führen ihn noch heute. Die beiden Nachhaltigkeitsexperten wohnen selbst in der Oststadt und können bei jedem Rundgang aktuell berichten, was in Bezug auf Nachhaltigkeit im Viertel so läuft.

     Was hat das Quartier Zukunft damit zu tun?

    Der Rundgang entstand in einem Seminar des Begleitstudium Nachhaltige Entwicklung am Zentrum für angewandte Kulturwissenschaften (ZAK), welches vergangenen Sommer wöchentlich bei uns im Zukunftsraum tagte und hat es kurz darauf in das Programm von stattreisen e.V. geschafft. Hast du Lust, teilzunehmen? Dann melde dich gerne hier an. Wenn du Fragen zum Spaziergang hast, melde dich bei uns – wir leiten diese direkt an unsere Experten weiter.

    Neugierig geworden? Wir freuen uns auf dich!

     

  8. Lasst uns über Energie sprechen!

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    Wir haben Nachwuchs! Im Sommer 2018 startet ein neues Projekt, das uns die nächsten Jahre begleiten wird. In diesem Blogartikel erfahrt ihr worum es geht, was euch erwartet und wie ihr eure Ideen einbringen könnt!

    Speichertechnologien, regenerative Energien und gekoppelte Energienetze – in Zukunft wird die Welt der Energiesysteme sehr viel komplexer werden. Der Strom in der Steckdose kommt nicht mehr zwingend aus einem Kraftwerk. Werden wir in Zukunft alle zu sogenannten Prosumern, die Strom selbst produzieren und in Smart Homes leben?

    Die Energiewende wird kommen, aber die geplanten Veränderungen werfen so einige Fragen auf. Ein so ambitioniertes und großes Projekt kann nicht ohne Verständnis und Einbeziehung der Bevölkerung klappen. Alle müssen Bescheid wissen, damit wir gemeinsam an einem Strang ziehen können. Genau deswegen soll mit Beteiligung des Quartier Zukunft ein Wissensdialog über die Energiewende starten.

    Dank der Erfahrungen, die wir im Laufe der Jahre in den Reallaboren Quartier Zukunft und Reallabor 131 gesammelt haben, konnten wir dieses neue Projekt gewinnen!

    Herzlich Willkommen „Energietransformation im Dialog“.

    Dieses neue Projekt (kurz „Energiedialog“ genannt) wird zunächst zu einem Teil von Quartier Zukunft und später eine Säule des in den nächsten Jahren entstehenden „Karlsruher Transformationszentrums für nachhaltige Zukünfte“ (kurz KAT) werden, über das wir hier bereits berichtet haben. 30 Monate „Energiedialog“ sind uns sicher. Nach 2 Jahren wird der Erfolg des Projekts untersucht und der Zeitraum – hoffentlich – auf 4 Jahre verlängert.

    Die Ziele, die das Projekt verfolgt sind klar: Wir möchten den Umbau des deutschen Energiesystems der Öffentlichkeit auf neue Weise zugänglich machen und gleichzeitig neue Wege des Mitmachens erschließen. Dafür werden wir den Dialog organisieren, Informationen aufbereiten und bereitstellen und unterschiedliche Akteure zusammenbringen.

    Soweit so gut, aber wie sieht das dann konkret aus?

    Es ist zwar noch nicht alles in Stein gemeißelt, aber ihr dürft euch schon mal auf zahlreiche Info- und Erklärvideos, eine Tour zu nachhaltiger Energie, eine Hand voll Szenario-Workshops, einige transdisziplinäre und transformative Projektseminare, Realexperimente und ein BürgerForum zum Thema nachhaltige Energien freuen. Wichtig ist, dass die Kommunikation keine Einbahnstraße wird. Wir wollen Wissen vermitteln, aber genauso Impulse von euch, von der Gesellschaft, zurück in die Forschung holen und dort fruchtbar machen. So könnte ein Workshop für Haushalte mit geringem Einkommen durchgeführt werden, in dem wir eure Erwartungen und Befürchtungen – bezogen auf die Energiewende – erfahren und Anregungen für Verbesserungen mit euch zusammen herausarbeiten.

    Verschiedene Formate – verschiedene Zielgruppen!

    Mit diesem Projekt weiten wir unsere Zielgruppe über die Grenzen der Oststadt auf ganz Karlsruhe und auch darüber hinaus aus. Es wird Formate geben, die im gesamten deutschsprachigen Raum genutzt werden können. Dennoch wird es auch weiterhin Aktivitäten und Veranstaltungen in Karlsruhe und in der Oststadt geben.

    So divers wie die Formate sind, so divers ist auch die Zielgruppe. Verschiedene Unterprojekte können sowohl die breite Öffentlichkeit als auch spezifische Akteursgruppen wie zum Beispiel Vertreterinnen und Vertreter der Energiewirtschaft oder Industrie adressieren oder Akteure aus der Zivilgesellschaft, Verbraucherverbänden, aber auch Lehrerinnen und Lehrer, Energieberaterinnen und Berater, Studierende, so genannten Early Adopters und, und, und.

    Bleibt das Quartier Zukunft und der Zukunftsraum?

    Heißt das, wir haben uns umorientiert und sind jetzt nicht mehr im Quartier zu finden? Nein, keine Sorge. Wie oben beschrieben – das Projekt Energiedialog wird seinen Platz im Rahmen des Quartier Zukunft finden und soll ab 2020 eine Säule des neu entstehenden KAT bilden. So wird es uns noch mehr Gelegenheit bieten, mit euch, den Bürgerinnen und Bürgern der Oststadt gemeinsam eine nachhaltige Entwicklung und die Energiewende voranzutreiben. Auch der Zukunftsraum wird bleiben und wie gewohnt für Gruppentreffen, Veranstaltungen und Austausch zur Verfügung stehen.

    Wann geht’s los?

    Die Planungen und Vorbereitungen für die vielen Formate beginnen gerade. Im kommenden Jahr 2019 wird einiges davon durchgeführt werden. Bis dahin braucht ihr noch ein bisschen Geduld, aber wir halten euch auf dem Laufenden!

    Bring dich ein!

    Hast du selbst noch eine Idee für ein Projekt oder ein Format, das nicht fehlen darf? Egal ob Einzelperson oder Gruppe, bring dich ein und gestalte mit uns den Energiedialog! Bei Interesse schreib an volker.stelzer@kit.edu.

    Wir freuen uns schon, wenn der Funke überspringt :).

     

  9. Spielend Nachhaltigkeit verstehen

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    Nachhaltigkeit – kaum ein Begriff unserer Zeit klingt so simpel und ist doch so komplex. Definitionen werden gehört und in Sekundenschnelle wieder vergessen. Zudem können sie oft kaum ein Gefühl für das Thema geben. Wie kann dieses komplexe Zusammenspiel der unterschiedlichen Bereiche und die teilweise nur langfristig spürbaren Auswirkungen der (eigenen) Entscheidungen erfahrbar gemacht werden? Etwas anderes muss her und Nachhaltigkeit mit Spaß aktiv vermitteln – klingt ganz nach einem Spiel, oder? Jeder von uns hat es bereits am eigenen Leib (oder Gedächtnis) erfahren – was spannend ist, Neugierde weckt und selbst erlebt wurde, kann man sich einfach besser merken.

    Wer unsere Aktivitäten schon länger verfolgt, hat bemerkt, dass diese Idee nicht neu ist. Im Frühling 2017 fand der erste Nachhaltigkeitsspieleabend im Zukunftsraum statt. Das Format ist inzwischen etabliert – aktuell findet etwa alle 3 Monate ein Spielabend zu unterschiedlichen Nachhaltigkeitsthemen statt. Zeit sich dem nächsten Schritt zu widmen: ein selbst entwickeltes Spiel!

    Seit einiger Zeit tüfteln wir nun fleißig an einem Brettspiel für Spielfans ab etwa 12 Jahren. Wenn die Entwicklung abgeschlossen ist, wollen wir das Spiel an Schulen anbieten, aber auch Kinder, Jugendliche und Erwachsene in den Zukunftsraum einladen und mit ihnen das Spiel spielen. So wollen wir das Zusammenspiel einzelner Entscheidungen für oder gegen nachhaltiges Handeln spielerisch erfahrbar machen.

    Foto: Nils Gensert

    Worum gehts? Nun aber direkt ins Spiel!

    Stell dir dieses Szenario vor: Die Zeit in der CO2 nur ein Gas war, das half das Klima zu regulieren, liegt lange zurück. Seit der Industrialisierung und mit wachsender Weltbevölkerung wird es zunehmend zum Problem. Jede individuelle Entscheidung hat einen Einfluss auf das Klima – und jeder entscheidet nach seinen ganz eigenen Interessen, Bedürfnissen und Wünschen.

    Die Spielerinnen und Spieler leben in einer globalen Welt in der jeder gleich ist, unabhängig von Geschlecht, Nationalität, Alter, usw. Auch ist kein bestimmtes Klima oder eine bestimmte Umgebung mit entsprechenden Ressourcen vorgegeben. Unterschiede zwischen den Menschen hinsichtlich ihrer Persönlichkeit gibt es aber, wie auch im echten Leben.Die Spielerinnen und Spieler schlüpfen daher in Persönlichkeitsrollen und bekommen eine Mission, die sie im Spielverlauf verfolgen müssen. Die Rollen reichen vom Konservativen über den Geldgierigen und den trendigen Poser bis zum umweltbewussten Hipster. Diese unterschiedlichen Charaktere machen sich dann gemeinsam auf den Weg gegen die steigenden CO2 Emissionen anzukämpfen. Sie erleben dabei verschiedene Herausforderungen, Alltagssituationen und unerwarteten Ereignisse, sowohl auf globaler als auch auf lokaler Ebene.

    Runde um Runde auf dem Weg zum stabilen Klima

    Jede Runde kommen neue Entscheidungen auf die Spielerinnen und Spieler zu, manche haben starke, direkte Folgen, mache Folgen sind erst nach einiger Zeit spürbar. Die Entscheidungen beeinflussen sowohl die Handlungsfähigkeit einzelner als auch das Klima des Planeten, den sich alle Mitspielenden teilen. Mit zunehmender Dringlichkeit und Spürbarkeit des Problems, kann sich auch die Einstellung der Persönlichkeiten im Spielverlauf wandeln.

    Das gemeinsame Ziel der Spielerinnen und Spieler ist es den CO2 Gehalt in der Atmosphäre über eine bestimmte Dauer konstant zu halten. Alle haben zusätzlich noch ein eigenes Ziel – passend zu der Persönlichkeitsrolle – mit dem das Spiel gewonnen werden kann.

    Der erste Testlauf –  mit provisorischen Spielkarten und Fahrradschloss als CO2 Zähler

    Lust das Spiel zu testen?

    In den nächsten Wochen werden wir die ersten Testläufe starten und das Spiel dabei kontinierlich weiter verbessern. Hast du auch Lust den Prototyp unseres Spiels zu testen? Dann melde dich unter jasmina.pislevikj@kit.edu, wir teilen dir dann die nächsten möglichen Spieltermine mit! Zudem findet am 10. Juni von 15-17 Uhr unser Spielenachmittag für Groß und Klein  im Zukunftsraum statt, bei dem erstmals auch unser neu entwickeltes Spiel vertreten sein wird. Natürlich dürfen wie immer gerne noch eigene Spiele mitgebracht werden. Wir freuen uns auf euch!

     

  10. Das Reallabor Symposium in Karlsruhe – Rückblick & Ausblick der Reallabor-Forschung in BaWü

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    Am 27. April 2018 ist es soweit: Die Baden-Württembergischen Reallabore (BaWü-Labs), gefördert vom Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg sind in Karlsruhe zu Gast um ihre Ergebnisse zu präsentieren, Erfahrungen zu diskutieren und das Format Reallabor für die Zukunft weiterzuentwickeln. Organisiert wird das Symposium vom Wissenschaftsministerium, wir unterstützten dabei als Kooperationspartner vor Ort. Alle sind herzlich dazu eingeladen am Symposium im Bürgerzentrum der Karlsruher Südstadt (Südwerk) kostenlos teilzunehmen, sich über das Erreichte der letzten 3 Jahre zu informieren und mit den Forschenden aus Wissenschaft und Praxis ins Gespräch zu kommen.

    Die Reallaborforschung hat die Besonderheit, dass sie die Kooperationen der Wissenschaft mit Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen und der Politik überdurchschnittlich stark in den Mittelpunkt rückt. Diese Akteure treiben dann gemeinsam mit dem Reallabor eine nachhaltige Entwicklung in verschiedenen Themenfeldern voran. Auf dem Symposium könnt ihr euch unter anderem zu den Themen nachhaltige Mobilität, Stadtforschung und Urbanität, Energieeffizienz und Mehrfachnutzung von Gebäuden, Energiewende, Naturschutz, Bildung und Soziales, Migration und demographische Entwicklung informieren.

    Die Bandbreite der Formate reicht von informativen Vorträgen bis hin zu interaktiven und experimentelleren Angeboten. Bevor das Hauptprogramm im Südwerk beginnt, gibt es um halb elf einen Nachhaltigkeitsspaziergang in Karlsruhe (bitte bei der Anmeldung angeben, ob du teilnehmen willst).  In der Keynote des Tages geht Prof. Dr. Lucia Reisch (Zeppelin Universität) der Frage nach, inwiefern Reallabore einen „Motor der Weiterentwicklung einer nachhaltigkeitsbezogenen Transformationsforschung und –Praxis“ darstellen. Später kannst du dich auf der BaWü-Lab Messe mit den Forschenden direkt austauschen und deine Fragen loswerden. Natürlich werden auch wir dort vertreten sein.

    Nach weiteren fachlichen Inputs, kann sich jeder in der Fishbowl-Podiumsdiskussion selbst einbringen, wenn die Frage „Reallaborforschung: Wohin gehst Du?“ zwischen den Vertreterinnen und Vertretern der Reallabore, Praxisakteuren, Ministerin Theresia Bauer, Dr. Eugen Huthmacher (BMBF) und Prof. Armin Grunwald (ITAS) diskutiert wird. Ein festliches Buffet und ein kulturelles  Abendprogramm, unter anderem mit künstlerischem Bühnenprogramm und der Möglichkeit zu Tanzen, runden den Tag ab.

    Hier noch ein kurzer Überblick über den Zeitplan, das detaillierte Programm als PDF gibt’s hier.

     

    Dein Interesse ist geweckt? Melde dich gleich unter www.reallabore-bw.de an und wir sehen uns am 27. April!

     

  11. Weniger ist mehr – der Frühjahrsputz: Möglichkeit der Befreiung von Unnötigem

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    Es ist Frühling. Draußen beginnen die Knospen zu sprießen, die Natur erwacht wieder. Nicht ohne Grund wird dieser Schwung des Wandels von so vielen Menschen genutzt, um auch der Wohnung neuen Charme einzuhauchen. Lasst uns den Frühjahrsputz nutzen, um Ungeliebtes auszusortieren und wieder Raum in den eigenen vier Wänden zu gewinnen. Liegen bei dir auch zu viele Dinge ungenutzt herum und nehmen den sowieso schon knappen Platz weg?

    Aus den ungenutzten Dingen resultiert oft ein Platzproblem, zudem schlummern die Ressourcen und der hineingesteckte Energieaufwand einfach im Regal. Da diese Ressourcen bereits verbraucht wurden um das Produkt zu erzeugen, ist es umso wichtiger darauf zu achten was nach dem Aussortieren mit den Dingen geschieht. Häufig landen sie im Müll, beim Sperrmüll oder werden in den nächstbesten Altkleidercontainer geworfen. Das geht besser! Was jemand doppelt besitzt oder schlicht nicht nutzt, benötigt jemand anderes möglicherweise gerade umso mehr. Der mit neuen Anschaffungen verbundene Energie- und Ressourcenverbrauch kann durch einen Tausch einfach vermieden werden. Allein die Herstellung einer Zeitung verbraucht fast so viel Energie wie eine Person am Tag im Haushalt.

    Aussortiert… und jetzt?

    Aber wie schaffen wir es nun, dass all die ungenutzten Staubfänger wieder neue glückliche Besitzerinnen und Besitzer finden? Einige Alternativen möchten wir euch in den nächsten Abschnitten vorstellen. Mit ihnen könnt ihr mit wenig Aufwand Dinge nachhaltiger loswerden und dabei anderen eine Freude machen.

    Mach dir zunächst Gedanken, ob du die Dinge verkaufen oder verschenken möchtest. Aus unserer Erfahrung können wir sagen, dass man auf den Verkauf selbst bei kleinsten Preisen oft lange wartet, wohingegen die meisten Dinge beim Verschenken sofort Abnehmer finden. Verschenken kann man gut auf Plattformen (z.B ebay Kleinanzeigen, quoka) oder auf Social Media (z.B Facebookgruppen). Diese Möglichkeiten eignen sich besonders, wenn es sich nur um wenige oder sperrige Teile handelt. Bei mehreren Dingen lohnt sich auch der Weg in den nächsten Second Hand Shop. Hier sind Sachspenden immer gern gesehen. In Karlsruhe gibt es zum Beispiel die Second Hand Läden der Diakonie oder den Oxfam Shop.

    Der Kleiderschrank quillt über

    Ein großer Punkt auf der Liste von allen Aussortierenden: der Kleiderschrank. Nicht selten haben wir einen ganzen Schrank voll „Nichts zum Anziehen“. Wir nutzen ja doch meist immer dieselben Lieblingsteile. Wenn du mit den selten getragenen Dingen nicht nur anderen eine Freude machen, sondern auch selbst in entspannter Atmosphäre neue Lieblingsteile entdecken möchtest, komm doch mal zu einer Kleidertauschparty. Bei uns im Zukunftsraum findet die nächste am 09. Juni von 15 bis 18 Uhr statt. Das dauert dir zu lange oder du hast an dem Tag keine Zeit? Organisiere einfach deine eigene Party und lade einige FreundInnen und Bekannte dazu ein. Wenn du die Teile verkaufen möchtest, bietet sich auch die Plattform Kleiderkreisel an.

    Wohin mit dem alten Sessel?

    Möbel sind auch so eine Sache für sich. Sie sind sperrig und nicht jeder hat ein Auto, auf das er spontan zurückgreifen kann. Schon deswegen hat sich die Weitergabe über Facebookgruppen oder ebay Kleinanzeigen bewährt. Meist werden die Möbelstücke innerhalb weniger Tage abgeholt. Und was ist schöner als es den glücklichen neuen Besitzern selbst zu überreichen? Auch das Möbellager der Ar­beits­för­de­rungs­be­triebe kommt im Karlsruher Stadtgebiet nach Absprache kostenlos vorbei und holt Spenden ab. Falls die Teile dann wirklich gar niemand mehr möchte, kann man einmal im Jahr kostenfrei einen Sperrmülltermin vereinbaren. Falls man sich an Möbelstücken einfach nur sattgesehen hat oder sie nicht in das neue Farbkonzept hineinpassen, ist auch der Gedanke an eine Umgestaltung bzw. Upcycling nicht verkehrt. Inspiration dafür findet man zum Beispiel hier.

    Bücher, Bücher, Bücher…

    Bücher schaffen oft eine wohnliche Atmosphäre. Wenn man zu viele hat sieht das Bücherregal aber schnell vollgestopft aus. Zudem werden die meisten Bücher nicht mehr als einmal gelesen. Vielleicht liegen auch noch Bücher im Schrank, die man mal geschenkt bekommen, aber noch nie angeschaut hat. Zum Glück gibt es auch hier Abhilfe. Neben den schon angesprochenen Second Hand Läden kann man gerade bei aktuellen, gut erhaltenen Büchern auch Büchereien ansprechen und fragen, ob Bedarf besteht. Zudem gibt es an vielen öffentlichen Plätzen Bücherschränke in die man die Bücher einfach reinstellen kann. Seit letztem Jahr gibt es auch einen Bücherschrank ganz in der Nähe unseres Zukunftsraums neben dem Gerwigbrunnen in der Humboldtstraße Ecke Gerwigstraße. Eine Standortliste aller öffentlichen Bücherschränke in Karlsruhe befindet ihr hier.

    Im Vorratsschrank ist kein Platz mehr

    Auch der Vorratsschrank ist häufig ein Platz mit „zu viel des Guten“. Gerade das, was sich lange hält, hält sich dann auch oft lange am gleichen Ort und wird vergessen. Hier hat es sich bewährt die Dinge, die schon länger hinten stehen  aktiv zu verwerten und die Gerichte daran anzupassen. Rezepte findet man dafür zum Beispiel hier. Wenn etwas doch nicht ganz euer Fall ist, könnt ihr Freunde oder Kolleginnen oder Kollegen fragen oder die Sachen auf der Plattform foodsharing.de oder in entsprechenden Facebook Gruppen weitergeben.

    Wir hoffen, ihr habt nun ein paar neue Anregungen und Motivation zum Ausmisten bekommen! Und nachdem alles durchsortiert und einiges verschenkt/verkauft/getauscht wurde tut natürlich auch der Wohnung eine Komplettreinigung mal wieder richtig gut.Putz- und Waschmittel sind allerdings meist die größten Chemiekeulen im Haushalt und der Umwelt und der eigenen Gesundheit so gar nicht zuträglich – auch hier geht es nachhaltiger. Tolle Alternativen zum Selbermachen und für wenig Geld findest du online, etwa unter smarticular.net.

     

  12. Brauchen wir noch Vorbilder? – Was bewirkt Kleidertausch, Reparaturcafé & Co eigentlich?

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    Seit ungefähr eineinhalb Jahren finden im Rahmen des KonsumCafés verschiedene Veranstaltungen im Zukunftsraum statt. Das neue Jahr ist ein guter Zeitpunkt um ein erstes Zwischenresümee zu ziehen. Haben die Veranstaltungen eine nachhaltige Wirkung? Wie motivierend wirken die Veranstaltungen? Und werden wir wirklich dazu motiviert uns mit unserem Konsum auseinanderzusetzen?

    Ein Beitrag von Valentin Erlenbach

    Im Rahmen des Konsumcafés veranstaltet das Quartier Zukunft verschiedene Formate, wie beispielsweise die regelmäßig stattfindenden „Kleidertausch-Partys“, die jährliche „Pflanzentauschbörse“, oder auch Vorträge zu verschiedenen Konsumthemen. Im Zuge eines forschungsorientierten Projektes an der PH Karlsruhe habe ich mich mit dem Einfluss der Veranstaltungen auf das Konsumverhalten und das Umweltbewusstsein der TeilnehmerInnen beschäftigt. Besonders reizvoll dabei war, dass die Angebote des Konsumcafés das Handeln in den Vordergrund stellen.

    Warum ist gerade das interessant? Vom Wissen zum Handeln

    Um das am besten erklären zu können, hier eine kleine Aufgabe: Versuche folgende Aussagen für dich selbst mit „JA oder NEIN“ zu beantworten.

    Lebensmittel regional und bio einkaufen ist umweltschonend 

    Ich kaufe Lebensmittel ausschließlich regional und bio ein.

    Rauchen ist gesundheitsgefährdend

    Ich rauche nie bzw. habe nie geraucht.


    Die wenigsten werden alle Aussagen mit „JA“ beantwortet haben. Meist stimmt man der ersten Aussage zu. Es geht um das Wissen. Wenn wir allerdings versuchen die zweite Aussage für uns zu beantworten, stimmt diese oft nicht mit der Antwort der ersten Aussage überein. Man könnte jetzt argumentieren, dass das Handeln, welches in der jeweils zweiten Aussage behandelt wird, durch andere Faktoren wie beispielsweise Kosten (Bio-Lebensmittel) oder die Verfügbarkeit beeinflusst wird und hätte damit natürlich auch recht. Jedoch ist der Hauptfaktor, der das Handeln beeinflusst, meistens die Bequemlichkeit beziehungsweise die Gewohnheit etwas auf eine bestimmte Art und Weise zu tun.

    Das heißt, wir wissen oft, dass etwas gut oder schlecht für uns (oder die Umwelt) ist, handeln aber trotzdem gegensätzlich. Diese Kluft zwischen Wissen und Handeln ist ein großes Thema im Bereich der Nachhaltigkeitsforschung und stellt viele vor die Frage: Wie können Menschen erreicht werden, damit sich nicht nur das Wissen, sondern auch das Handeln ändert? Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und ändert, einmal an ein Handlungsmuster gewohnt, nur sehr ungern dieses Verhalten. Um unser Handeln wirklich ändern zu können, müssen wir es auch wirklich wollen. Und dazu brauchen wir einen Anreiz, der uns motiviert.

    Was hat das mit dem Konsumcafé zu tun?

    Nehmen wir das Beispiel Kleidertausch. Bei den Kleidertausch-Partys haben die BesucherInnen die Möglichkeit, zwischen all der Kleidung auch interessante Informationen über die Herstellung der Textilien zu erfahren, wobei aber die Jagd nach weiteren Schnäppchen und einem Schwatz bei Kaffee und Kuchen bei vielen im Vordergrund steht. Und das ist gut so! Denn gemeinsames Handeln und Spaß haben motiviert und kann dazu beitragen neue Verhaltensmuster auszuprägen.


    Das Quartier Zukunft versucht durch die Angebote des Konsumcafés nicht nur einen bewussteren Umgang mit Konsumgütern zu fördern, sondern auch an Kulturtechniken wie Tausch und Reparatur zu erinnern. Gerade Veranstaltungen wie die Kleidertausch-Partys oder auch das thematisch ähnlich ausgerichtete Reparaturcafé des Reparaturcafé Karlsruhe e.V., leben die Tausch- und Reparaturkultur in einem ansprechenden Rahmen vor und laden nebenbei zu sozialen Austausch ein.

    In meinem Projekt habe ich untersucht, inwieweit die Veranstaltungen wirklich zu einer Verhaltensänderung der BesucherInnen beitragen. Mit Hilfe einer Online-Umfrage – wurde der Einfluss der Konsumcafé Angebote, auf die Motivation umweltschonend und sozial gerecht zu Handeln und das Konsumverhalten zu ändern untersucht.

    Was kam heraus? Erste Ergebnisse:

    Fast alle, die an einer Veranstaltung des Konsumcafés teilgenommen haben, fühlten sich durch die Angebote motiviert nachhaltiger und bewusster zu konsumieren, sowie das Prinzip SecondHand, Tauschen und Reparieren auch in anderen Lebensbereichen anzuwenden. Außerdem stieg mit zunehmender Teilnahme an Kleidertauschpartys, die Bereitschaft, Kleidung selbst SecondHand weiterzugeben.

    Wie beeinflussen die Veranstaltungen (VA) unser Handeln in Bezug auf die Weitergabe von Kleidung. Vergleich von Umfrageteilnehmenden mit I: Keinen VA; II: Wenigen VA; III: Vielen VA

    Die Umfrage zeigte auch, dass sich die meisten über die Folgen ihres Konsums bewusst sind und vor allem ein umweltschonender, aber auch sozial gerechter Konsum angestrebt wird. Allerdings wird das Bewusstsein für den Einfluss des eigenen Konsums auf andere Faktoren (wie etwa Natur und Umwelt) nach Aussage der Teilnehmenden nur gering erweitert. Die Motivation sich intensiver mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen wurde durch die Teilnahme ebenfalls nur gering gestärkt. Wo wir wieder beim Konflikt von Wissen vs. Handeln wären.

    Einschätzung des eigenen Konsumverhaltens der Umfrageteilnehmer mit unterschiedlicher Anzahl an Veranstaltungsbesuchen (VA= Veranstaltungen des Konsumcafés). Einfluss des Konsums auf I: Natur und Umwelt; II: Menschen, die direkt an der Produktherstellung in Entwicklungsländern beteiligt sind; III: Andere Verbraucher in Deutschland. Bewertungsskala von 1=stimme gar nicht zu; 5=stimme voll zu.

    Heißt das, Wissen ist für nachhaltiges Handeln gar nicht notwendig?

    Doch ist es. Zwar können wir ausschließlich bio und regional einkaufen, nur SecondHand Kleidung tragen und auch sonst so wenig Einfluss auf unsere Mitwelt haben wie möglich, ohne diese Einstellungen zu hinterfragen. Wirklich sinnvoll nachhaltig zu handeln bedeutet aber uns selbst zu reflektieren und uns unseren eigenen Einfluss bewusst zu machen, Wissen nicht nur anzuwenden, sondern auch zu übertragen und schließlich weitergeben zu können. Denn was bringt uns ein starres nachhaltiges Handeln, in einer Zeit in der sich alles ständig verändert und bestehende Systeme überdacht und transformiert werden sollen?

    Ein erfahrungsbasiertes Wissen, das nicht darauf aus ist irgendwelche Fakten über Umweltthemen auswendig zu lernen, sondern aus Erfahrungen Erkenntnisse zu gewinnen und diese auf andere Dinge zu übertragen, ist also genauso wichtig wie das Handeln an sich.

    Das Quartier Zukunft bietet mit dem Konsumcafé eine fruchtbare Plattform für Menschen, die sich mehr mit dem Thema „Nachhaltiger Konsum“ auseinandersetzen wollen. Das gemeinsame Handeln bzw. das „Vorgelebt bekommen“ motiviert selbst die Initiative zu ergreifen, Mitstreiter zu finden und sich dem Thema weiter anzunähern. Außerdem kann das Erleben des eigenen Einflusses, sowie der soziale Austausch dazu beitragen neue Verhaltensmuster zu bilden und erfahrungsbasiertes Wissen weiterzuentwickeln.

    Wenn du noch mehr zu den Ergebnissen und zum Thema „Nachhaltiger Konsum“ erfahren möchtest, dann komm doch am Donnerstag, 15. Februar um 18 Uhr in den Zukunftsraum (Rintheimer Straße 46, 76131 Karlsruhe). Dort stellt Valentin Erlenbach seine Ergebnisse vor und beantwortet gerne Fragen zu seinem Projekt. Außerdem wird im Anschluss der Film „The true cost. Der Preis der Mode“ gezeigt. Der Eintritt ist frei.

    Plakat Konsumcafé_15.02

     

    Lesetipps:

    Ich bin so „frei“ – warum Konsumgewohnheiten so schwer zu überwinden sind von Sarah Bloesy und Lukas Nalbach

    Wolfgang Ullrich: Alles nur Konsum. Kritik der Warenästhetischen Erziehung. Wagenbach, Berlin 2013

  13. Tolle Neuigkeiten: Das Reallabor wird ausgebaut!

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    Vom Wissen zum Handeln: Unter diesem Motto ist in den letzten Jahren in der Oststadt mit Unterstützung des Reallabors Quartier Zukunft und R131 viel passiert.

    Auch der Zukunftsraum hat sich inzwischen zu einem Fixpunkt in der Oststadt entwickelt. Leider sah es zunächst so aus, als ob unsere Förderung zum Jahresende hin ausliefe. Wie einige von euch wissen, haben wir daher Folgeanträge geschrieben und Ideen gesammelt bis uns die Köpfe rauchten. Ende 2017 hieß es dann fürs erste: aufatmen! Mit der Anschlussforderung des KIT-Präsidiums war das Fortbestehen des Projekts für 2018 seit September letzten Jahres zumindest in abgespeckter Form gesichert (wir berichteten in unserem Herbstnewsletter). Umso mehr freuen wir uns nun, weitere gute Nachrichten ankündigen zu können: das Ministerium für Wissenschaft und Kunst (MWK) des Landes Baden-Württemberg hat dem Reallabor für die nächsten zwei Jahre ebenfalls eine Anschlussfinanzierung zugesagt.

    Nun geht es darum, die Zukunft des Reallabors zu planen. Unser großer Wunsch ist es, das Projekt zu verstetigen, um auch in Zukunft ein verlässlicher, kontinuierlicher Ansprechpartner für die nachhaltige Entwicklung der Oststadt und auch ganz Karlsruhes zu sein. Daher wollen wir die nächsten zwei Jahre nutzen, um aufbauend auf das aktuelle Projekt das „Karlsruher Transformationszentrum für nachhaltige Zukünfte und Kulturwandel“ (kurz: KAT) entstehen zu lassen. Damit soll langfristig der Kulturwandel zu mehr Nachhaltigkeit und der damit verbundene technische, soziale und institutionelle Umbau unserer Gesellschaft unterstützt werden. Für uns ist das ein großer Meilenstein. Zudem ist es auch ein wichtiges Signal dafür, dass die Arbeit im Reallabor, gemeinsam mit und direkt in der Gesellschaft vor allem eines braucht: Zeit. „Sollen Reallabore ihr wissenschaftliches und transformatorisches Potenzial entfalten, kommt es essenziell darauf an, sie langfristig auszurichten und zu institutionalisieren. Diese Herausforderung möchten wir mit dem KAT nun angehen“, meint dazu auch Projektleiter Oliver Parodi.

    Im kommenden Jahr werden nun also die Arbeiten in der Oststadt weitergeführt während zeitgleich mit dem Aufbau des KAT begonnen wird. Mit der Entstehung des Transformationszentrums wollen wir unser Aufgabenspektrum ausbauen: Bildung, Beratung sowie transdisziplinäre Grundlagenforschung sollen das Portfolio des bestehenden Reallabors ergänzen. Erkenntnisse zum Thema „Reallabor“, die wir in den letzten Jahren gesammelt haben, können wir dabei nutzen und weiterentwickeln, um die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Gesellschaft noch enger zu verschränken. In diesem ergebnisoffenen Prozess entsteht Wissen, das in der Praxis etwas bewirkt. Unsere Vision ist es, mit dem KAT einen lokal, national und international wirksamen und sichtbaren Motor für Nachhaltige Entwicklung zu erarbeiten.

    Ihr als BewohnerInnen des Quartiers bildet dabei nach wie vor den wichtigsten Teil unserer gemeinsamen Arbeit. Wir freuen uns, dass mit dieser Förderung nun eine Zukunft gesichert ist, in der wir weiterhin Hand in Hand einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung leisten können. Natürlich halten wir euch auch weiterhin über die Entwicklungen im Reallabor auf dem Laufenden.

    Pressemittelung des KIT

  14. Auf den Spuren des Reallabor 131 – Teil IV Energie

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    Und schon sind wir bei dem vierten und letzten Beitrag unserer Blogreihe zum Reallabor R131: KIT findet Stadt angekommen. Das Reallabor 131 wurde unter dem Dach des Rahmenprojektes Quartier Zukunft – Labor Stadt ins Leben gerufen. Seit Anfang 2015 sind WissenschaftlerInnen und BürgerInnen darin gemeinsam in der Oststadt aktiv, um  Maßnahmen zu einer nachhaltige(re)n Stadtentwicklung zu erforschen und zu erproben. Mit dieser Blogreihe lassen wir die Aktivitäten und Erfahrungen der vier R131-Projekte  noch einmal Revue passieren.

    Ein Beitrag von Vanessa Kügler & Volker Stelzer

    In den vorigen Beiträgen haben wir euch bereits die Themen Nachhaltiger Konsum, Mobilität und Soziales & Raum vorgestellt. Zum Abschluss geht es nun um das spannende und aktuelle Thema Energie.

    Abends das Licht einschalten und die Einkäufe schnell noch in den Kühlschrank räumen,  im Winter die Heizung andrehen oder jederzeit ein heißes Bad nehmen können – die Verfügbarkeit von Strom, Wärme, Licht und Wasser ist heutzutage aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken und ein grundlegender Baustein für die Funktionsfähigkeit unserer Städte. Energie ist eine der wichtigsten Ressourcen – aber nun mal nicht unendlich verfügbar und die Gewinnung ist mit vielen Folgeerscheinungen für unseren Planeten verbunden. Energienutzung und -verbrauch ist daher ein vieldiskutiertes Thema in Politik und  Wirtschaft, Gesellschaft und Wissenschaft.

    „Städte sind ressourcenhungrig und produzieren zu viel CO2. Wir können das ändern: mittels innovativer Technologie, der Nutzung erneuerbarer Energien und der Erprobung einer Lebensweise, die ohne den übermäßigen Verbrauch von Gütern und Ressourcen funktioniert.“

    (Zielsetzung des Themenschwerpunkts Urbane Energielandschaften)

    Energie lokal produzieren – lokal nutzen

    Unter dem Motto „Energie neu denken“ haben die TeilnehmerInnen des BürgerForums „Nachhaltige Oststadt – Zukunft aus Bürgerhand“ Vorschläge für Energieeinsparmaßnahmen in der Oststadt gesammelt. Ideen, wie optimierte Heizungssysteme mit erneuerbarer Wärme und regenerativem Strom, autark versorgte Wohnblöcke sowie eine Energieberatung, wurden hier eingebracht. Um derartige Maßnahmen koordinieren zu können wurde rasch klar, es braucht ein umfassenden Energiekonzept für die Oststadt. Und zwar ein Konzept, das mehrere Ebenen umfasst, indem es die übergeordneten Gebäude-, Eigentümer- und Nutzungsstrukturen berücksichtigt und gleichzeitig die konkreten energetischen Einspar- und Umrüstungsmöglichkeiten für jedes einzelne Gebäude aufzeigt.

    Zur Weiterentwicklung der Ideen aus dem BürgerForum und zur Erarbeitung und Umsetzung des Energiekonzept-Ansatzes hat sich eine Expertengruppe aus WissenschaftlerInnen verschiedener Institute des KIT (ITAS, IIP, EIFER, fbta) im R131-Projekt „Energiekonzept“ zusammengefunden. Darüber hinaus wurde eng mit der Stadt Karlsruhe, der Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur (KEK), Haus & Grund Karlsruhe zusammengearbeitet und auch Lehrveranstaltungen einbezogen. Mit diesen Voraussetzungen galt es nun, die umfangreichen Ideen aus dem BürgerForum anzugehen.

    Daten über Daten –  aber den Gebäudebestand genau im Blick!

    In Hinblick auf bestehende, über Jahrzehnte gewachsene Stadtquartiere, wie die Karlsruher Oststadt, ist es wichtig einen genauen Blick auf den baulichen und energetischen Zustand des alten Gebäudebestands zu werfen, denn:

    • der Gebäudebestand ist für rund 50 % der geförderten Rohstoffe und des Energieverbrauchs verantwortlich.
    • die Wärmeversorgung in Gebäuden verursacht 30% der direkten Treibhausgasemissionen in Deutschland.
    • die Raumheizung macht 70% des Energieverbrauches in Wohngebäuden aus.

    Im Zentrum des R131-Projektes „Energiekonzept“ standen daher die Fragen:

    • Wieviel Energie verbrauchen die Gebäude in der Oststadt?
    • Welche Möglichkeiten gibt es, um den Verbrauch von nichterneuerbar erzeugter Energie zu reduzieren?
    • Wo gibt es Potenziale für erneuerbare Energien und wie können wir diese Potenziale nutzen?

    Um diese Fragen angehen zu können, brauchte es genaue Kenntnis über die einzelnen Gebäude und ihren jeweiligen Energieverbrauch und -bedarf. Kurzum: Daten. Und zwar eine ganze Menge davon. Denn der energetische Gebäudezustand wird durch eine Reihe an Faktoren beeinflusst: Baualter, Nutzungsart, Geschosse, Form, Fläche und  Rauminhalt sowie verwendete Rohstoffe, die in den Gebäuden gebunden sind (z.B. Beton, Mauersteine, Holz, Lehm oder Dachziegel), spielen dabei eine wichtige Rolle. Zu all diesen Aspekten mussten Informationen gesammelt werden, die in einer Datenbank zusammengetragen und analysiert wurden.

    Wichtige Beiträge zu dieser Vollerhebung leistete das  Seminar „Energieeffizienz im Gebäudebestand in der Karlsruher Oststadt“, welches am Institut für Industriebetriebslehre und Industrielle Produktion (IIP) im  Wintersemester 2015/16 stattfand. Die Studierenden übernahmen die Datenaufnahme vor Ort, vervollständigten die bisherigen Datengrundlagen der Stadt  in Bezug auf den Gebäudebestand Oststadt und berechneten die Energiebilanz für verschiedene Gebäudetypen.

    Aufbauend auf der 3D Datenbank der Stadt Karlsruhe wurde aus den Daten ein detailliertes 3D Gebäudemodell der bestehenden Gebäudestruktur in der Oststadt entwickelt, das räumliche Informationen zu mehr als 2600 Gebäuden bereithält. Mit dem Modell lassen sich z.B. der Energiebedarf eines Gebäudes, die darin gebundenen Rohstoffe und sogar konkrete Kennzahlen, wie der Wasserbedarf, berechnen.

    Klein anfangen – EigentümerInnen und NutzerInnen als Schlüsselfaktoren

    Nicht nur die Gebäude wurden in den Blick genommen, sondern auch die Eigentümerstrukturen – denn ihre Motivation zur Nutzung erneuerbarer Energien ist ein wichtiger Faktor. Allerdings war bisher wenig über die Bereitschaft der EigentümerInnen hinsichtlich energetischer Gebäudemodernisierung – vor allem der privaten EigentümerInnen, die rund 75% in der Oststadt ausmachen – bekannt. Durch Befragungen (online-, telefon- und papierbasiert) konnten Profile erstellt werden. Dabei hat sich gezeigt, dass die Aufklärung über Energiefragen zunächst wichtiger ist, um das Energiebewusstsein zu stärken, als konkrete Berechnungen zum Energieverbrauch. Auch die Tatsache, dass bereits durch kleine Anpassungen im Nutzerverhalten (z.B. Heizbetrieb auf Sommermodus umstellen, Nachtabsenkung ja/nein) eine Ersparnis erreicht werden kann, wurde als motivierend gesehen. Zudem stellte sich heraus, dass „sichtbare“ Energie einfacher einzusparen ist als „unsichtbare“. Demzufolge fällt den BewohnerInnen das Einsparen von Wasser (sichtbarer Verbrauch) einfacher als das von Strom (nicht sichtbar).

    Die Oststadt im Energie-Check

    Die von den BürgerInnen angeregte Energieberatung wurde 2015 im Zukunftsraum eingerichtet: Hier wurde kostenfrei und in Zusammenarbeit mit der Karlsruher Energie- und Klimaagentur (KEK) und der Verbraucherzentrale zu Themen rund um Energie und Klima beraten und ein Überblick über die Energiechecks der KEK gegeben. Das Angebot umfasste neben Beratungsterminen auch die Bereitstellung von Informationen zu energetischen Sanierungsmaßnahmen  sowie deren Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten, öffentliche Fachvorträge und die direkte Vermittlung an Experten. Damit wurde eine lokale Anlaufstelle geschaffen, um den OststädterInnen den Einstieg in eine nachhaltige Lebensweise hinsichtlich Energie und Klima zu erleichtern und sie dabei zu unterstützen, ihren  Strom-,  Heizungs- oder Wasserverbrauch zu optimieren.

    Einer dieser Vorträge fand dieses Jahr im Zukunftsraum beim Themenabend – Zukunft Energie statt. Hier hatten Wissenschaftler und BürgerInnen Gelegenheit zum Austausch über die Ergebnisse der Befragungen und Kartierungen sowie Einzelheiten der Gebäudeanalyse. Die Plakate dazu sind weiter unten im Beitrag auch nochmals verlinkt.

    Über den lokalen Maßstab hinaus, wurde das R131-Energieprojekt auf der EU Sustainable Energy Week 2017 (EUSEW) vorgestellt und mit einem Fachpublikum aus Politik und Wissenschaft rege diskutiert.

    Und wie geht’s weiter?

    Das Thema Energie wird uns weiterhin in der Oststadt begleiten und sich verstärkt mit dem Thema Klimaschutz auseinandersetzen.

    Dabei sind wir offen für eure Ideen und suchen auch 2018 aktive MitstreiterInnen, die uns helfen wollen, die Oststadt in Sachen Klima und Energie noch nachhaltiger zu gestalten.

    Du hast Fragen, Wünsche oder möchtest ein Projekt realisieren? Dann schau doch mal bei uns im Zukunftsraum vorbei oder schreib uns (Ansprechpartner ist Volker Stelzer: volker.stelzer@kit.edu).

     

    Dies war der letzte Blogartikel zu unserem Rückblick auf die Aktivitäten der R131-Projekte. Wir danken unserer Praktikantin Vanessa Kügler für die sorgfältige Aufarbeitung und Recherche!

     

    Zum Weiterlesen:

    Poster 1 „Energieeffizienz als wichtiges Gebäudemerkmal – Ergebnisse einer Befragung von Vermietern in der Karlsruher Oststadt“

    Poster 2 „Energiebedarf und gebundene Ressourcen im Gebäudebestand der Oststadt“

  15. Auf den Spuren des Reallabor 131 – Teil III Soziales & Raum

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    Fast drei Jahre ist es schon her: Anfang 2015 wurde das Reallabor R131: KIT findet Stadt unter dem Dach des Rahmenprojektes Quartier Zukunft – Labor Stadt ins Leben gerufen. Im Rahmen der Förderlinie BaWü-Labs vom Ministerium für Wissenschaft und Kunst unterstützt trat es mit dem Ziel an neue Modelle für die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Gesellschaft zu erproben. Nach der nun fast dreijährigen Laufzeit wagen wir einen Rückblick. 

    Ein Beitrag von Vanessa Kügler & Helena Trenks

    Über die R131-Projekte Nachhaltiger Konsum und Mobilität haben wir bereits  berichtet. Weiter geht es mit dem dritten Teil unserer Blogreihe. Diesmal widmen wir uns den Aktivitäten, die sich unter dem Überbegriff „Soziales & Raum“ in den letzten Jahren in der Oststadt entwickelt haben. Zu Beginn noch als zwei einzelne R131-Projekte gestartet („Raum“ und „Soziales“), wurden schnell die vielen Zusammenhänge zwischen beiden Themen erkennbar und so haben wir sie zu einem gemeinsamen R131-Projekt verschmolzen.

    Denn Freiflächen können die Vernetzung im Quartier entscheidend beeinflussen, indem sie z.B. Netzwerke fördern, Orte und Anlässe für Gemeinschaft und Kommunikation schaffen und die im Stadtteil lebenden Menschen – aller Generationen – miteinander bekannt und vertraut machen. Gerade für Gruppen, die stark auf das Nachbarschaftsumfeld angewiesen sind (z.B. Senioren, Familien), ist so ein Raum von immenser Bedeutung. Als Flächen für Sport, Spiel, Begegnung und Bewegung sind sie essentiell für die Gesundheitsförderung. Und gerade in Zeiten einer beschleunigten Gesellschaft, sind vor allem Ruheflächen ein wichtiger Gegenpol zur ständigen Mobilität in unserem Alltag. Hier können wir lernen aus der Bewegung wieder in die Ruhe zu finden – uns zu erholen. Es zeigt sich also, der Raum beeinflusst das soziale Miteinander ….und umgekehrt.

    In diesem Sinne war das überordnete Ziel von „Soziales & Raum“ die öffentlich zugänglichen Räume in der Oststadt ausfindig zu machen und sie auf ihre Bedeutung und ihr Potenzial für die Begegnung und Bewegung im Stadtteil zu untersuchen.

    Die Oststadt als Sozial- und Freiraum

    Auch bei diesem R131-Projekt dienten die Ergebnisse des BürgerForums als Ausgangspunkt. Vor dem Hintergrund, dass unsere Städte immer größer und dichter werden, unsere Bevölkerung immer älter und bunter wird, haben sich die BürgerInnen gefragt:

    Welche Bedeutung werden soziale Netzwerken in Zukunft haben ? Welchen Beitrag kann Nachbarschaft zur Lebensqualität im Quartier leisten? Welche Rolle spielt dabei der öffentliche Raum? Wie können wir in Zeiten expandierender Stadt die grünen Qualitäten des Stadtteils erhalten? 

    Im BürgerForum wurden vor allem die Aspekte Ruhe, Bewegung, Gesundheit und soziales Miteinander als wichtige (Lebens-)Qualitäten von Freiraum in der Nachbarschaft hervorgehoben. Diese Themen wurden dann von der R131-Projektgruppe aufgegriffen und vertieft. In einem ersten Schritt wurden die bestehenden Freiräume in einer Freiraumanalyse der Oststadt genauer betrachtet:

    • Welche Freiräume gibt es?
    • Wie werden diese von den BürgerInnen wahrgenommen, genutzt und bewertet?
    • Welche Potentiale bieten diese Freiräume für zukünftige Nutzungen (Besonders im Hinblick auf Ruhe, Bewegung und Begegnung)?

    Beobachtungen, Spaziergänge, Kartierungen, Anwohnerbefragungen und Expertengespräche halfen ein (Stimmungs-)Bild der gegenwärtigen Lage zu gewinnen. Dazu wurde auch eine „emotionale Stadtkarte“ erarbeitet. Dabei kristallisierten sich der Gottesauer Platz, das Durlacher Tor/der Bernhardusplatz, der Otto-Dullenkopf Park und die Achse Ludwig-Wilhelm Straße Straße/Gerwigstraße – Georg-Friedrich Straße als „Hotspots“, sowohl im positiven als auch im negativen Sinn, heraus. Aus diesen ersten Ergebnissen ergaben sich drei Schwerpunktthemen.

    (Mehr) Raum für Begegnung – Bewegung – Beruhigung

    Aus 1 mach 3: Die Teilprojekte 

    Aus all diesen Ergebnissen der Freiraumuntersuchung und den Kernpunkten aus dem BürgerProgramm entstand ein „Werkzeugkasten“. Es wurden drei Teilprojekte gebildet, die von Untergruppen an verschiedenen Lehrstühlen des KIT bearbeitet wurden und an denen sich neben dem R131-Team Studierende, Vertreter der Stadtverwaltung, BürgerInnen, Bewegungsanbieter in der Oststadt und Forschende des KIT beteiligt haben.

    Vorhandene Räume neu denken: Das Teilprojekt „Linear Square“

    Das Teilprojekt Linear Square an der Fakultät für Architektur beschäftigte sich mit der Qualität von Bewegungsräumen – Wegen, Straßen, Plätzen. Aus dem bestehenden Wegenetz der Oststadt sollte ein ganz besonderes Konzept entstehen: Ein linearer Platz! Meint: Einen Freiraum  für Bewegung und Begegnung, der die Nachbarschaft verbindet und der von den Oststadt-BewohnerInnen aktiv, generationsübergreifend und nachhaltig genutzt wird. Sozusagen eine „Allmende“ direkt in der Stadt, die Gesundheit und Wohlbefinden, spielerische Aktivität und Aneignung ermöglicht. 

    Um die Vielzahl alltäglicher Bewegungen erfassen und über diese sprechen zu können, wurden der BewegungsPLANOststadt sowie Straßensteckbriefe erstellt. Gespräche mit OststadtbewohnerInnen ermöglichten die Erstellung individueller Bewegungsprofile von Nutzern. Zusätzlich fand an der Fakultät für Architektur das experimentelle Seminar „Wege/Gehen“ statt, innerhalb dessen thematische Spaziergänge durch die Oststadt erarbeitet wurden – z.B. „Gehen bei Nacht“ oder „Bewegung für Jung und Alt“. Genau hinsehen, lautete die Devise.

    Freiräume gestalten: Das Teilprojekt „Mapping Space“

    Um die Gestaltung und Wahrnehmung öffentlicher Plätze und Orte ging es beim Teilprojekt Mapping Space (ebenfalls Architekturfakultät), das 2016 bis 2017 mit ArchitekturstudentInnen durchgeführt wurde. Mit dem Ziel versteckte Potenziale von Straßen, Wegen, Plätzen, Grünflächen oder Höfen aufzudecken und den öffentlichen Raum neu zu inszenieren, entwickelten die Studierenden Geländespiele (Geocaching) für die Oststadt, landschaftsplanerische Gestaltungsideen für den Bernhardusplatz oder die Achse vom Gottesauer Platz bis zur Karl-Wilhelm-Straße und setzten sich auch theoretisch mit der Oststadt auseinander. Die Lehrveranstaltungen fanden abwechselnd im Zukunftsraum und am Fachbereich statt. Einige Zwischenpräsentationen wurden öffentlich abgehalten. Und auch die Studierenden wiederum nahmen an einem Oststadtpicknick teil und diskutieren dort ihre Ideen. Damit hat dieses Unterprojekt zwei Lernräume verknüpft: Die Uni –Lernort für die angehenden ArchitektInnen – und das Reallabor – Lernort für die Stadtgesellschaft. Den Reader mit den Ergebnissen der verschiedenen Übungen könnt ihr euch hier herunterladen. Für eine höhere Auflösung, wendet euch gern an uns. Eine gedruckte Version findet ihr außerdem bei uns im Zukunftsraum.

    Gemeinsam in Bewegung: Das Teilprojekt „Netzwerk Bewegung“

    Das Netzwerk Bewegung der Oststadt war Thema am Institut für Sport und Sportwissenschaften: Hier wurden die Bewegungsangebote, Bewegungsräume und Beziehungsstrukturen, der an Bewegung beteiligten Akteure, im Teilprojekt Netzwerk Bewegung genauer unter die Lupe genommen. Freie, alltägliche Formen der Bewegung und des Spielens waren dabei ebenso wichtig, wie organisierte, traditionelle Sportaktivitäten durch Sportvereine.

    • Welche Sport- und Bewegungsmöglichkeiten bietet die Oststadt?
    • Wer nutzt diese Bewegungsfreiräume und wofür?
    • Wie ist diese Nutzung organisiert?
    • Welche Beziehungen bestehen zwischen den Nutzern (z.B. Informationsaustausch, gemeinsame Organisation, Verleih von Sportgeräten oder ähnliches)?

    Zudem wurden die Freiräume unter dem Gesichtspunkt „Alltagsbewegung“ betrachtet und die Fußgänger- und Fahrradfreundlichkeit im Quartier zur Diskussion gestellt (Walkability & Bikeability). In puncto Fußgängerfreundlichkeit können auch die Bürger selbst aktiv werden und mit der Walkability-Checkliste Verbesserungspotentiale in der Oststadt aufzeigen.

    Der Mix macht’s! Mach mit!

    Eines ist klar: Das R131-Projekt Soziales & Raum zeichnet sich vor allem durch den seinen Mix an Methoden und Beteiligten aus. Fächerübergreifend und mit unterschiedlichem Background, arbeiten Stadt, WissenschaftlerInnen, BürgerInnen und Studierende Hand in Hand und profitieren so vom Theorie- und Praxiswissen untereinander. Und genau das ist es doch, was das Reallabor ausmacht!

    Daneben fanden auch kleinere Veranstaltungen im Quartier statt, die das Augenmerk auf den öffentlichen Freiraum lenken sollten. So hat das Quartier Zukunft 2014 und 2016 das „Freiluftwohnzimmer“ initiiert und teilgenommen. Getreu dem Motto „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“, können die StädterInnen bei der Aktion den öffentlichen Freiraum zurückerobern und nebenbei ihre Nachbarn bei Kaffee und Kuchen vor der Haustür besser kennenlernen.

    Wir wollen auch zukünftig zu den Themen Gemeinschaft und (Frei)Raum in der Oststadt aktiv sein. Bei der Frage wie das aussehen könnte, seid Ihr und Eure Ideen gefragt! Die Aktivitäten des R131-Projekts Soziales & Raum sind zum Großteil abgeschlossen, unser Engagement in dieser Hinsicht aber noch lange nicht!

    Du hast auch eine Idee oder einen Wunsch, wie deine Oststadt als sozialer Raum noch besser werden kann? Wir suchen immer kreative Köpfe die aktiv werden wollen! Meldet Euch einfach bei uns (Ansprechpartnerin ist Helena Trenks: helena.trenks@kit.edu) oder kommt zu unseren Öffnungszeiten im Zukunftsraum vorbei.

  16. Auf den Spuren des Reallabor 131 – Teil II Mobilität

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    Und weiter geht’s mit unserer Blogreihe zum Reallabor 131: KIT findet Stadt, in dem seit 2015 WissenschaftlerInnen und BürgerInnen gemeinsam in der Oststadt Maßnahmen zu einer nachhaltige(re)n Stadtentwicklung erproben. Im vorigen Beitrag haben wir uns mit den Aktivitäten des Projektes Nachhaltiger Konsum befasst. Und auch Teil 2 unserer Blogreihe widmet sich einem spannenden und viel diskutierten Thema der Nachhaltigkeitsforschung: Diesmal dreht sich alles um Mobilität!

    Ein Beitrag von Vanessa Kügler & Sarah Meyer-Soylu

    Teil II: Mobil und menschlich durch die Oststadt

    Unser Lebensstil wird immer mobiler. Dank Smartphone und Internetflat sind wir zu jeder Tageszeit und überall erreichbar. Na klar! Schnell ins Auto oder in den Zug gesprungen und schon sind wir am Ziel. Eine Selbstverständlichkeit, oder? Immer in Bewegung und immer mobil – ob wir wollen oder nicht. Unsere kleinen digitalen Helfer sind dabei bereits fester Bestandteil unserer Alltagsroutine. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier – oder wohl eher ein Bequemlichkeitstier?

    Auch auf unseren alltäglichen Wegen durch die Stadt neigen wir weiterhin zur Routine und ärgern uns lieber darüber schon wieder im Stau zu stehen statt über alternative Verkehrsmittel und nachhaltige(re) Reisemöglichkeiten nachzudenken. Warum dieser Widerspruch? Wäre es nicht längst an der Zeit, dass wir uns unser Mobilitätsverhalten bewusst vor Augen führen und die Folgen für unsere Gesundheit und Umwelt vorausschauend – kurzum nachhaltig – darin einbeziehen? Genau hier knüpfen auch die Kernfragen des Projektes „Mobilitätsaspekte“ des R131 an: Wie kann ich mich in meiner Stadt fortbewegen, und meine Umwelt und Mitwelt möglichst wenig belasten? Wie lässt sich unsere Mobilität sozial gerecht und menschlich gestalten?

    Individuell mobil sein
    Unter dem Schlagwort Mobilität lassen sich unzählige Aspekte anführen. Wo also anfangen?

    „Das Unterwegssein in der Stadt belastet zu oft Umwelt und Nerven. Wir denken nach über ein Mobilitätskonzept, das auf Fahrräder, smarte Verkehrsleitsysteme und kollektive Verkehrsmittel setzt.“

    (Zielsetzung des Themenschwerpunkts Mobile Stadt)

    Der Fokus der Aktivitäten im Projekt „Mobilitätsaspekte“ lag auf dem Bereich Alltagsmobilität – und den folgenden drei darunter verorteten Handlungsschwerpunkten:

    • nachhaltige Organisation von Alltagsreisen
    • Integration von Fahrrädern und insbesondere Lastenrädern in unseren mobilen Alltag
    • Untersuchung zentraler Verkehrsknoten und -plätze (Weniger Verkehr, mehr Aufenthaltsqualität!)

    Unsere alltäglichen Reisen und die Verkehrsmittelwahl sind nicht nur Ergebnis von Gewohnheiten, sondern hängen natürlich auch stark von individuellen Faktoren ab: wie unserer körperlichen Fitness, unserem Alter oder dem Bedarf etwas zu transportieren – wie etwa einen Kinderwagen. Hinzu kommt, dass unsere Wahl des Verkehrsmittels zusätzlich beeinflusst wird durch äußere Bedingungen, wie zum Beispiel die Beschaffenheit und Streckenführung bestehender Radwege oder Straßensperrungen, und die bereitgestellte Information über die Möglichkeiten, das jeweilige Ziel zu erreichen.

    Den mobilen Alltag organisieren: Willkommen im Alltagsreisebüro!

    Wie lassen sich all diese unterschiedlichen Mobilitätsbedürfnisse verschiedener Nutzergruppen befriedigen und nachhaltig koordinieren?

    Um eine Anlaufstelle für die BürgerInnen der Oststadt zu schaffen und Raum und Gelegenheit zu geben, das eigene Mobilitätsverhalten genauer zu hinterfragen bzw. zu verbessern, hat das R131 in Zusammenarbeit mit ExpertInnen des Instituts für Verkehrswesen (IfV) das sogenannte Alltagsreisebüro im Zukunftsraum eingerichtet . Hier hatten die BürgerInnen seit Anfang 2016 die Möglichkeit eine regelmäßig stattfindende und kostenlose Mobilitätsberatung zu nutzen und sich über lokale Mobilitätsdienste und -apps aufklären zu lassen, um effiziente und nachhaltige(re) Reiselösungen zu finden, die trotzdem den individuellen Ansprüchen entsprechen. Die Einrichtung der Mobilitätsberatung war eine Reaktion auf einen im BürgerForum geäußerten Bürgervorschlag – der aber erst später als gedacht umgesetzt werden konnte. Für die BürgerInnen und uns bedeutete das einen langen Atem. Als es dann endlich soweit war, mussten wir jedoch feststellen, dass das Angebot nicht so gut angenommen wurde, wie erhofft. Daraus wollen wir lernen, um unsere zukünftigen Projekte noch näher an den BürgerInnen und ihren Bedürfnissen zu entwickeln! Du hast Anregungen, Kritik oder sogar eigene Projektideen für uns? Dann besuche uns gern im Zukunftsraum!

    Um die BürgerInnen weiter an das Thema Mobilität und alternative Verkehrsmittel heranzuführen war zudem Anfang 2016 die Mobilitätsausstellung „Von hier nach da“, der BUND Jugend Baden-Württemberg zu Gast im Zukunftsraum. Die Wanderausstellung zeigte der Oststadt inspirierende Ideen und Visionen zu einer neuen Mobilitätskultur. Bei Filmabenden und Vorträgen wurde sich in entspannter Atmosphäre ausgetauscht.

    Es müssen nicht immer 4 Räder sein: Komm schwing dich auf’s Fahrrad!

    Ausschlaggebend für den Fahrradschwerpunkt waren die BürgerInnen und ihre Feststellung, dass der Autoverkehr – stehend und rollend – im Quartier dominiere. Dazu kam unsere Motivation, die Situation für den Radverkehr in der Oststadt zu verbessern und Menschen dazu zu bewegen öfter auf das Fahrrad umzusteigen.

    Gerade für den Transport größerer Gegenstände muss nicht immer gleich ein Auto her. Davon sind wir bereits seit langem überzeugt, weshalb das Thema Lastenrad schon von Beginn an ein Thema bei uns im Projekt war. Wir haben mehrmals versucht eine Förderung aus der Wissenschaft für das Thema Lastenfahrräder zu erhalten, waren damit jedoch nicht erfolgreich. Umso erfreuter sind wir, dass mittlerweile in ganz Karlsruhe Menschen diese Idee teilen und zusammen ein kostenloses Lastenfahrradverleihsystem aufgebaut haben: Lastenkarle! Nur einen Katzensprung vom Zukunftsraum entfernt steht nun seit einigen Wochen ein Lastenfahrrad für jedeN zum Ausleihen zur Verfügung!

    Und auch das R131 geht mobil voran: Mit unserem hauseigenen Lastenrad sind wir auf verschiedenen Veranstaltungen unterwegs und können so schwere oder sperrige Dinge klimafreundlich von A nach B bringen!

    Auf die kritische Beziehung von Autoverkehr und Stadtbild wollen wir auch immer wieder mit unserer Teilnahme am PARK(ing)Day Karlsruhe aufmerksam machen – vor allem auf die enorme Flächeninanspruchnahmei durch parkende Autos in der Stadt und die Frage: Was wäre, wenn wir diese Flächen anderweitig nutzen könnten?

    Passend zu unserem Fahrrad-Schwerpunkt wurde dieses Jahr eine studentische Abschlussarbeit zum Thema alltägliche Fahrradnutzung – vor allem Fahrradparken – in der Oststadt angefertigt. Mittels Fragebogen – online und face-to-face – wurden über 100 Oststädter zu ihrer Fahrradnutzung befragt. Darin wurde unter anderem untersucht:

    • wie häufig die Bewohner ihr Fahrrad nutzen und was sie eventuell vom Fahrradfahren abhält (insbesondere die Autofahrer)
    • was für Maßnahmen es bräuchte, damit sie in Zukunft öfter auf das Fahrrad umsteigen
    • wo und wie die Oststädter ihr Rad abstellen und welche Probleme sich aus dieser Abstellweise ergeben.

    Wer hierzu nun weiterlesen möchte, kein Problem! Hier und am Ende des Blogbeitrags findest du die Arbeit als PDF angehängt.

    In Verbindung mit der Abschlussarbeit und um weiter für das Thema Fahrradfahren und -parken in der Stadt zu sensibilisieren, wurde Anfang 2017 ein öffentlicher Vortrag in der Oststadt im Rahmen des Quartier Zukunft Stammtisch gehalten und über die Ergebnisse der Befragung und die daraus abgeleiteten Handlungsvorschläge diskutiert.

    Mobilität als Modell

    Wie wirken sich eine Sperrung der Straße XY oder eine Shared Space Nutzung auf das Quartier aus? Um solche Fragen beantworten zu können hat das R131 Team ein existierendes Verkehrsmodell der Oststadt genutzt, um Wechselwirkungen der Verkehrsströme sichtbar und nachvollziehbar zu machen und Szenarien abzuleiten.

    Besondere Aufmerksamkeit wurde dem zentralen Verkehrsknoten am Gottesauer Platz geschenkt, für den Umgestaltungsmaßnahmen entwickelt wurden, um die Aufenthaltsqualität dort zu verbessern und damit den Bürgerwünschen in Sachen Flächengestaltung und Parkplatzsituation gerecht zu werden. In einer weiteren Masterarbeit wurden konkrete Aufwertungsszenarien für den Gottesauer Platz ausgearbeitet. Neugierig? Auch diese Arbeit findest du hier und natürlich unten verlinkt!

    Durch die Verkehrssimulationen konnte zwar ein aktuelles Bild der Verkehrsbelastung geschaffen werden, allerdings wurde eine Herausforderung für die ForscherInnen immer deutlicher: die vielen Baustellen! Momentan sind sie in Karlsruhe schwer zu übersehen… Durch den Bau der neuen U-Bahnlinie und damit zusammenhängenden Streckensperrungen und Umleitungen in der Umgebung, ist es aktuell quasi unmöglich den tatsächlichen Verkehr im Gebiet nach Fertigstellung der Kombilösung zu ermitteln. Damit fehlen verlässliche Daten, was das Abschätzen von Wechselwirkungen folglich erschwert und die Durchsetzung konkreter Maßnahmen verhindert.

     Was kommt nun?

    Wie arbeiten wir mit den bisherigen Ergebnissen weiter? Auf der öffentliche Diskussion und Präsentation am 27.06.2016 im Zukunftsraum, haben wir unsere Ergebnisse vorgestellt und viele Anregungen zur Weiterarbeit mitgenommen. Für 2018 wird das Thema Mobilität auf jeden Fall weiter auf der Agenda bleiben! Abhängig von ausstehenden Förderanträgen wird es sogar stärker in den Blick rücken und gemeinsam mit den Themen Ernährung, Konsum und Klimaschutz angegangen werden.

    Und natürlich seid immer Ihr und Eure Ideen gefragt! Lust auf neue nachhaltigere Gewohnheiten? Wir freuen uns wenn Ihr aktiv werdet und Eure Projektideen umsetzten wollt. Meldet Euch doch einfach bei uns (Ansprechparterin ist Sarah Meyer-Soylu: sarah.meyer@kit.edu) oder schaut zu unseren Öffnungszeiten im Zukunftsraum vorbei.

     

    Neugierig geworden? Hier könnt Ihr weiterlesen:

     

  17. Auf den Spuren des Reallabors 131 – Teil I Konsum

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    Fast drei Jahre ist es schon her: Anfang 2015 wurde das Reallabor R131: KIT findet Stadt unter dem Dach des Rahmenprojektes Quartier Zukunft – Labor Stadt ins Leben gerufen. Im Rahmen der Förderlinie BaWü-Labs vom Ministerium für Wissenschaft und Kunst unterstützt und mit dem Ziel neue Modelle für die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Gesellschaft zu erproben, machte sich das R131 auf den Weg in Richtung nachhaltige(re) Stadtentwicklung. Nach der nun fast dreijährigen Laufzeit wagen wir einen Rückblick.

    Ein Beitrag von Vanessa Kügler

    In den nächsten drei Monaten widmen wir uns daher in unserem Blog schwerpunktmäßig den Erfahrungen aus den R131-Themen:

    Nachhaltiger Konsum – MobilitätSoziales und RaumEnergie

    Die Themen basieren auf den Wünschen der BürgerInnen, die Ende 2014 am BürgerForum „Nachhaltige Oststadt – Zukunft aus Bürgerhand“ des Quartier Zukunft teilgenommen haben und bilden den Kern der Forschung im R131. Damit ist das Reallabor untrennbar verwoben mit genau denjenigen, die es betrifft: den BürgerInnen.

      

    Teil I: Nachhaltig konsumieren – auch in der Stadt. Die Oststadt macht’s vor!

    Den Auftakt unserer Blogreihe bildet das Thema „Nachhaltiger Konsum“. Was hat sich diesbezüglich in der Oststadt getan? Was sind nachhaltige(re) Konsumweisen und wie lassen sie sich ins Stadtquartier und den Alltag der BewohnerInnen integrieren?

    „Kaufen hat eine Wirkung – auf Mitwelt, Umwelt, Nachwelt und uns selbst. Wir wollen dazu beitragen, Konsum bewusst, nachhaltig und lokaler zu gestalten und an Kulturtechniken wie Tausch und Reparatur erinnern.“

    (Zielsetzung des Themenschwerpunkts Nachhaltiger Konsum)

    Das Thema Konsum hat uns im Quartier Zukunft schon lange begleitet – noch bevor das R131 in den Startlöchern stand. Mit der Initiierung des ReparaturCafés gab es bereits 2013 erste Aktivitäten, die die Wegwerf-Kultur infrage stellen und ein Gegenmodell aufzeigen. Aus dem ReparaturCafé Karlsruhe ist inzwischen ein eigenständiger Verein hervorgegangen. Über diese Entwicklung freuen wir uns natürlich sehr – und genauso darüber, hierbei Impulsgeber und Starthelfer gewesen zu sein!

    Zudem wurde an Themenabenden beispielsweise über die Möglichkeiten regionaler Ernährung in der Stadt diskutiert.

    Diese konsumkritischen Veranstaltungen wurden eingebunden in das R131-Projekt „Nachhaltiger Konsum“ und ab 2016 durch weitere Praxisbausteine ergänzt – mit dem Ziel gemeinsam alternative Konsumweisen in der Oststadt zu erproben.

       

    Im KonsumCafé macht Andershandeln Spaß – und auch die NachhaltigkeitsExperimente sind dabei

    Um den auf nachhaltigen Konsum ausgerichteten Aktivitäten des Reallabors einen verbindenden Rahmen zu geben, haben wir dieses Jahr das Format „KonsumCafé“ eingeführt. Regelmäßige Angebote dieses Formats sind die „Kleidertausch-Party“ und die „Pflanzentauschbörse“, die bereits zum festen Bestandteil des Quartierslebens geworden sind. Aber auch punktuelle Aktivitäten wie Vorträge und Workshops (z.B. Ökodorf trifft Quartier Zukunft oder der Quartier Zukunft-Stammtisch zum Thema Konsum an Weihnachten) haben sich etabliert. Wir wollen damit zeigen, das nachhaltig handeln und konsumieren Spaß machen und motivieren kann.

    Nebenbei gibt es bei den Veranstaltungen Hintergrundinfos zu Textilindustrie, zu Produktionsbedingungen im Bekleidungssektor oder zur Saatgutsouveränität. Außerdem werden Ideen ausgetauscht, wie jedeR Einzelne etwas ändern kann.

    Auch zwei der „NachhaltigkeitsExperimente“ setzen sich direkt oder indirekt mit dem Thema Konsum auseinander: Das Secondhand-Label „Second Future“ und das Urban Gardening-Experiment „Beete und Bienen“. Ein schöner Effekt: Veranstaltungen des KonsumCafés haben sich mit den NachhaltigkeitsExperimenten zusammengetan, um Ihre Ziele gemeinsam zu verwirklichen. Das bestes Beispiel hierfür ist die Kooperation der Kleidertausch-Party mit „Second Future“ – eine tolle Ergänzung, wie wir finden!

    Die verschiedenen Veranstaltungs- und Beteiligungsformate sind damit wesentliche Bausteine und Plattformen für Wissensaustausch und neue Arten der Zusammenarbeit.

    Wissen ist Macht – und hilft weiter!

    Die Mitmach-Angebote sind jedoch nur ein Teil der R131-Aktivitäten: Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist die Kommunikation und Information über die Schwerpunktthemen. Dies geschieht durch unseren Blog, auf dem wir regelmäßig über Konsum(alternativ)-Themen berichten. Unsere Website ist ein wichtiges Werkzeug um Wissen über nachhaltige Konsumweisen im Quartier und darüber hinaus zur Verfügung zu stellen. Es sind bereits mehrere Beiträge zu dieser Thematik erschienen.

    Diese drehen sich unter anderem um:

    Leselust geweckt? Hier geht’s zur Übersicht bereits erschienener Beiträge.

    Ein Reallabor – Warum eigentlich?

    Im Rahmen des Reallabors 131 sind vielfältige Ansätze und Ideen für eine nachhaltige(re) Lebensweise in der Stadt entstanden. Einige wurden umgesetzt und laufen nun zum Teil in Eigenregie von BürgerInnen weiter.

    Das Thema nachhaltiger Konsum ist für die Experimente besonders greifbar, da es im Alltag täglich auftaucht. Es eignet sich also besonders gut dafür einmal genauer hinzusehen, Strukturen und Gewohnheiten zu hinterfragen und neues auszuprobieren.

    Beispielsweise liegt der Ansatz „Teilen und Tauschen statt Besitzen und Wegwerfen“ im Trend.  Eine Rückbesinnung auf nachbarschaftliche Selbsthilfe und das Voneinander lernen sind ein attraktives Gegenmodell zu der steigenden Anonymität in der Stadt. Ein gestiegenes Bewusstsein für nachhaltige Konsumweisen zeichnet sich ab. Das zeigt sich zum Beispiel auch an der wachsenden Zahl alternativer Wohn- und Versorgungskonzepte, die auf Sharing-Ansätzen basieren.

    Das Reallabor hat sich als ein Erfahrungs- und Austauschraum etabliert. Besonders der „Zukunftsraum“ dient als Ort, an dem gemeinschaftlich über diese Themen diskutiert wird und entsprechende Handlungsalternativen ausgelotet werden. Ein solcher Austausch hilft, ein stärkeres Bewusstsein für das eigene Konsumverhalten – und vor allem damit zusammenhängende gesellschaftlich „erlernte“ Konsummuster – zu entwickeln. Ein Ansporn, über den Tellerrand hinauszuschauen! Und zwar explorativ, planungsarm und mit dem Blick auf das Quartier und auf die Menschen darin.

    Die Projektlaufzeit des R131 ist fast zu Ende, aber wir wissen nun: Der Zukunftsraum und das Quartier Zukunft bestehen weiter!

    Wir sind also offen für neue Ideen zum Thema Konsum und suchen auch 2018 wieder Menschen, die aktiv werden wollen. Das KonsumCafé wird weiterhin ein Schwerpunkt unserer Arbeit sein und verstärkt mit dem Thema Klimaschutz einhergehen.

    Wenn du Fragen und Ideen für eigene Projekte zum Thema nachhaltiger Konsum hast komm doch mal bei uns im Zukunftsraum vorbei oder schreib uns an: info@quartierzukunft.de.

    Wer jetzt selbst aktiv werden und ein Zeichen gegen das vorschnelle Wegwerfen von Klamotten setzen möchte, komme uns am 26.11. bei unserer nächsten Kleidertausch-Party im Zukunftsraum besuchen! Getauscht wird von 11 – 15 Uhr in der Rintheimer Straße 46. Wir freuen uns auf Dich und deine Kleider!

  18. Schluss mit Plastikflaschen – Zukunftsraum wird Refill-Standort

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    Ab sofort ist der Zukunftsraum Refill-Standort und damit Teil der deutschlandweiten Refill-Bewegung. Unter dem Motto „Plastikmüll vermeiden | Leitungswasser trinken | Wasserflasche auffüllen“ macht die Refill-Initiative auf den immensen Plastikkonsum unserer Gesellschaft und die Verschmutzung unserer Umwelt mit Plastik aufmerksam – und darauf, dass es auch anders geht. Das Prinzip ist ganz einfach und lautet: Müllvermeidung.

    Geschäfte, Apotheken, Cafes, Büros und nun auch der Zukunftsraum in Karlsruhe weisen mit einem Refill-Aufkleber an Türen und Fenstern darauf hin, dass mitgebrachte Flaschen kostenlos mit Wasser aufgefüllt werden. Auffüllen statt Wasser in Plastikflaschen kaufen ist das simple und wirkungsvolle Prinzip von Refill zur Müllvermeidung. Warum eigentlich?

    Die Plastikmüll-Problematik

    Viel zu oft wird Plastik nicht richtig entsorgt und recycelt, landet in der Natur. Erst fällt es auf die Straße, der Wind weht es weiter in Flüsse und über diese gelangt es in Meere und Ozeane. Die Vermüllung unserer Umwelt mit Plastik hat inzwischen extreme Ausmaße angenommen. 2015 lag der Verbrauch von Kunststoff in westeuropäischen Ländern pro Kopf bei 136 kg, 1980 noch bei 40 kg (siehe statista). Die Deutsche Umwelthilfe beziffert die Zahl der Plastikflaschen, die täglich (!) in Deutschland verkauft werden, mit 46 Mio. In vielen z.B. asiatischen Ländern fehlen Recycling-Infrastrukturen gänzlich, so dass Plastik in großem Ausmaß direkt in die Meere gelangt. Die Folgen für die Umwelt sind teilweise verheerend. Wir alle kennen die Bilder von Müllstrudeln im Meer, vermüllten Stränden und verendeten Seevögeln, die Plastikpartikel mit Nahrung verwechselt haben. Mikroorganismen sind nicht in der Lage, Kunststoffe vollständig zu zersetzen. So werden Plastikpartikel immer kleiner, aber nie abgebaut. Es entsteht Mikroplastik. Laut Umweltbundesamt benötigt eine Plastikflasche 450 Jahre bis sie zersetzt ist. Zum Vergleich: Bananenschalen und Papiertüten brauchen für den Zersetzungsprozess etwa sechs Wochen.

    Plastikmüll ist überall – und gesundheitsschädlich für Mensch und Umwelt

    Unmittelbar sichtbare Müllmengen sind damit nur ein sehr geringer Teil des Vermüllungsproblems. Die zerfallenden Plastikteile setzen sich in den Ökosystemen ab, z.B. in Sedimenten – selbst in der Tiefsee, wo der Mensch selber gar nicht hingelangt. Meerestiere wie Muscheln und selbst Plankton nehmen Mikroplastik über die Nahrung auf und reichern es in ihren Organen und Muskeln an. Über die Nahrungskette gelangt es so in den menschlichen Körper. Welche Auswirkungen dies wiederum auf die Gesundheit von Mensch und Tier hat, ist bislang nicht vollständig geklärt.
    Zudem ist Plastik oftmals sehr leicht und wird deshalb durch Strömungen in den Meeren verteilt. Melanie Bergmann, Biologin und Tiefseeforscherin am Alfred-Wegener-Institut – Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung, bezeichnete kürzlich die Tiefsee als Endlager für Plastik. Ihr zufolge gibt es keine Meere oder Ozeane mehr, die nicht betroffen sind. Plastik in großen Mengen findet sich in der Tiefsee, in der Antarktis, Arktis und auf entlegenen Inseln. Dies bestätigte kürzlich ein Forscherteam um den britischen Polarforscher Pen Hadow nach einer Expedition in die Arktis. Bergmann beziffert die Mengen an Plastik, die sich in der Tiefsee befinden, als hundert- bis tausendfach höher als die Mengen an Plastik an der Wasseroberfläche. Der BUND – Bund für Umwelt und Naturschutz e.V. hat ferner darauf hingewiesen, dass zum Teil gesundheitsschädliche Additive von Kunststoffen wie Weichmacher, Stabilisatoren und Flammschutzmittel nicht an die Kunststoffe gebunden sind und mit der Zeit in die Umwelt und an den menschlichen Körper abgegeben werden können.

    Plastikfasten – mit der Wasserflasche beginnen

    Was also tun? Refill Deutschland setzt sich für ein plastikfrei(eres) Leben ein und setzt an einem essentiellen Punkt an: dem Trinkwasser, das unser wichtigstes tägliches Lebensmittel ist. Leitungswasser ist in Deutschland Trinkwasser und kann nahezu überall getrunken werden. Alle Zeichen stehen auf Plastikfasten. Wer auf Wasser in Plastikflaschen verzichtet, leistet bei der immensen Menge, die in Deutschland täglich verbraucht wird, einen wichtigen Beitrag zur Müllvermeidung. Precycling ist Trend. Für alle Durstigen steht die Tür des Zukunftsraums weit offen.

     

    Weiterführende Links

    Refill Deutschland

    BUND – Tipps zu plastikfreiem Alltag

    nachhaltig-sein.de – Plastik vermeiden: 30 Tipps für den Alltag

    BUND – Einkaufsratgeber Mikroplastik

  19. Heute parken nicht nur Autos! PARK(ing) Day 2017

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    Hast Du Dich schon mal gefragt, wie deine Straße autofrei aussehen würde? Vergangenen Freitag haben einige Karlsruher und Karlsruherinnen das gemeinsam ausprobiert. Am 15. September fand nämlich, wie jeden dritten Freitag im September, auch in Karlsruhe wieder der PARK(ing) Day statt. Unter dem Motto „Die Stadt ist für die Menschen, nicht für die Autos“ erobern Menschen auf der ganzen Welt Parkplätze zurück.

    Am jährlichen PARK(ing) Day werden Parkplatzflächen belegt und der so entstandene Raum wird kreativ in der Gemeinschaft genutzt. Auch unser Praktikant Janos Siegle war in Karlsruhe dabei und hat die Antwort auf die Frage „Wie sieht meine Stadt autofrei aus?“ für einen Tag miterlebt.

    Ein Beitrag von Janos Siegle

    Es ist Freitagmorgen. Viele Leute sind unterwegs, wahrscheinlich zur Arbeit oder zum Einkaufen. Auch ich bin unterwegs in die Karlsruher Innenstadt, aber aus einem ganz anderen Grund. Ich quetsche mich durch zwischen den parkenden Autos am Straßenrand und denen, die sich von der nächsten Kreuzung zurückstauen und den halben Fahrradweg blockieren. Fast geschafft. Heute will ich mit anderen Karlsruherinnen und Karlsruhern im Rahmen des PARK(ing) Day darauf aufmerksam machen, wie viel Fläche wir in der Stadt den Autos zum Rumstehen überlassen. Allein in der Karlsruher Innenstadt sind das über 10.000 Quadratmeter und da sind die Parkhäuser nicht mitgerechnet. Das entspricht einer Fläche die fast so groß ist wie der Friedrichsplatz. Der PARK(ing) Day ist ein friedlicher Aufruf für eine Veränderung unserer Mobilitätskultur. Das tolle daran ist: jedeR kann mitmachen und das ganz einfach – Parkschein lösen und es sich gemütlich machen.

    Auf geht’s durch die Innenstadt

    In der Lammstraße, neben dem Naturkundemuseum, treffe ich Mitglieder der Organisation Greenpeace an. Sie sind dabei, eine Reihe von Parkplätzen zu möblieren; ich helfe mit. Liegestühle, Gartentische und Campingsessel – alles haben sie dabei, sogar Topfpflanzen und Blumenvasen finden sich im Parkplatzwohnzimmer in der Lammstraße. Auf einem großen, weißen Banner ist das PARK(ing) Day Logo vorgezeichnet, Farben stehen bereit und laden zum  Mitmalen ein. Außerdem gibt es verschiedene Infos zum Thema „Autofreie Stadt“.

    Es geht für mich weiter. Im Passagehof sind nun, nach einigen Schwierigkeiten, die reservierten Parkplätze autofrei. VCD und BUZO haben es sich hier gemütlich  gemacht. Auf einem grünen Teppich laden Gartentisch und Stühle zum Verweilen ein. Als ich nach einer frühen Mittagspause an den Gartentisch zurückkehre, gibt es Nusszopf und Zwetschgen und eine Diskussion über Zwetschgensorten kommt auf. Ein Essenslieferant, der Mittagspause macht und auf sein eigenes Essen wartet, setzt sich mit in die Gruppe. Er hatte schon im Voraus vom PARK(ing) Day gehört und ist ganz begeistert, wie wir den Parkraum gemeinschaftlich nutzen.

    „Ich kann keine Autos mehr sehen!“

    An der Ecke Karlstraße Waldstraße finde ich einen Infostand vom ADFC und autofrei leben!. Doch nur wenige Menschen bleiben stehen oder schauen sich den Stand genauer an. Dafür ist das Verkehrsaufkommen und die Geschwindigkeit an dieser Kreuzung zu hoch – leider. Ein Mann ruft im Vorbeigehen: „Ich kann keine Autos mehr sehen!“, dann bleibt er doch noch kurz stehen und erzählt von seinen vielen Jahren als LKW-Fahrer. Gerade als ich weiter gehen will, parkt eine Frau halb auf der Kreuzung. Ich spreche sie darauf an, dass sie den Rad- und den Fußverkehr behindert. Sie geht schnell weiter mit den Worten, sie muss das jetzt schnell bei der Galerie abgeben. Ich bleibe noch ein wenig länger da, da es mich interessiert, wie lange sie denn wirklich braucht. Keine fünf Minuten später parkt ein großer Lieferwagen eines Caterers direkt hinter der Frau. Den Radfahrern und Fußgängern bleibt nur noch ein schmaler Spalt zwischen den Autos, der Rest der Kreuzung ist blockiert. Etwa 15 Minuten später kommt die Frau zurück und ich gehe zur nächsten Station.

    In der Südlichen Waldstraße treffe ich auf vier Studentinnen, die in der Grünen Jugend aktiv sind. Sie laden mich direkt ein, mich zu ihnen aufs Sofa zu setzten. Mit Schirmen trotzen sie dem – noch – leichten Regen. Den Standort für ihr Sofa, den Klapptisch und die Papphocker haben sie gut gewählt. Denn die Grünen haben im Gemeinderat zum Thema „Autofreie Südlichen Waldstraße“ bereits einen Antrag gestellt. Dieser wurde allerdings abgelehnt. Nach dem ich vom Sofa aus den Verkehr eine Weile beobachtet habe, kann ich nur sagen, zu unrecht. Die Straße hätte ohne Autos so viel mehr zu bieten.

    Ich mache mich wieder auf den Weg zur letzten Station und komme in einen Starkregen. Da bin ich dann echt froh, dass sich die Anstoß die Parkplätze direkt vor ihrem Projektraum „ßpace“ in der Fritz-Erler-Straße hat reservieren lassen. Dort kann ich mich unterstellen und bekomme etwas zu trinken. Als der Regen nachlässt, rollen sie ihre Teppiche wieder aus und machen es sich erneut im Freien gemütlich. Um halb fünf beginnt die Band STILL IN THE WOODS im „ßpace“ ein Konzert – schön.

    Am Ende wieder zurück zum Alltag? – Oder doch etwas Neues wagen?

    Dann ist es für mich auch schon wieder an der Zeit, Heim zu fahren. Ich hatte einen tollen Tag mit vielen spannenden Gesprächen, trotz Regen. Ich hoffe wir haben vielen Menschen zeigen können, dass im aktuellen Stadtverkehr ein Umdenken Einzug halten sollte und sich noch vieles ändern muss. Partielle Fahrverbote und die Einführung einer Citymaut  für Autos halte ich für einen guten Anfang. Auch wer sein Auto teilt oder Carsharing nutzt trägt dazu bei, dass wieder mehr Fläche von den Menschen genutzt werden kann. JedeR kann zu einer neuen Mobilitätskultur beitragen und ein Zeichen setzen und das nicht nur am PARK(ing) Day. Dennoch motivieren solche Aktionen Menschen dazu, sich Zeit nehmen, den Alltagstrott zu unterbrechen und gemeinsam den Autolawinen zu trotzen. So können wir uns auf die Zukunft in den Städten freuen.

    Auf den PARK(ing) Day 2018 bin ich bereits gespannt und ich freue mich dort wieder viele motivierte Menschen zu treffen.

     

    Du interessierst Dich für das Thema Autofrei und willst mehr dazu wissen?

    Hier findest Du weiteren Lesestoff:

    Verkehrsentwicklungsplan Karlsruhe

    Tipps für eine ökologische Mobilität

    Autofreie Städte – Leise, Sauber, Sicher

    Mobilität in Metropolen – Neue Wege durch die Stadt

    Inteligente Mobilität – „Der autofreien Stadt gehort die Zukunft“

     

     

  20. Wer die Saat hat, hat das Sagen?

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    Saatgut ist ein Thema über das man eher selten nachdenkt, wenn man nicht gerade ambitionierter Hobbygärtner oder Landwirt ist. Trotzdem betrifft es uns alle, denn es ist das erste Glied in der Nahrungsmittelkette und somit die Grundlage unserer Ernährung.

    Ein Beitrag von Melissa Wagner

    Zum Frühstück ein Müsli mit Haferflocken, mittags Spaghetti mit Tomatensoße und abends ein kühles Bier aus Hopfen und Malz – Fast alles, was auf unseren Tellern landet hat seinen Ursprung in den kleinen Samenkörnern. In Zeiten der industriellen Agrarwirtschaft wird es aber immer schwieriger den Überblick darüber zu behalten, wo die Samen herkommen und was eigentlich drin steckt. Begriffe wie grüne Gentechnik, Hybridzüchtungen und Handelsmonopole spielen hier eine große Rolle.

    Damit wir auch in Zukunft bestimmen können, was auf unseren Tellern landet, ist es deshalb wichtig unsere Saatgutsouveränität zu erhalten. Saatgutsouveränität bedeutet selbst über Saatgut verfügen zu können und es als Gemeingut zu wahren. Auch wer nicht gerade einen grünen Daumen hat, kann dazu beitragen. Hilfreiche Tipps, wie das möglich ist, geben wir weiter unten.

    Vom Gemeingut zur Ware

    Lange Zeit war es selbstverständlich, dass Saatgut niemandem gehört, sondern gemeinschaftlich gepflegt und weitergegeben wird. Da es sich selbst vermehrt, war es schlichtweg ungeeignet für die Kommerzialisierung – Wieso sollte ein Bauer Samen kaufen, wenn aus einem Samenkorn eine Pflanze wird, die wiederum unzählige Samen in sich trägt? Seit Mitte des 20. Jahrhunderts sieht das jedoch anders aus. Zwei Dinge haben im Laufe der Zeit dazu geführt, dass Saatgut mittlerweile als profitable Ware gehandelt wird. Hybridzüchtung und Gentechnik.

    Die Hybridzüchtung ist ein Spezialfall der klassischen Züchtung. Durch das Kreuzen zweier Elternlinien, die auf gewünschte Kriterien selektiert wurden (also reinerbig sind), entstehen Nachkommen, die deutlich robuster und ertragreicher sind als ihre Eltern. Diesen Effekt nennt man Heterosiseffekt. Zudem sind die Nachkommen sehr homogen in ihren Eigenschaften, wodurch sie sich leichter verkaufen lassen und besser industriell weiterverarbeitet werden können. Was im ersten Moment toll klingt, birgt aber auch einen gewaltigen Nachteil: Hybridsaatgut ist nicht verlässlich vermehrbar, was dazu führt, dass Bauern und Gärtner jedes Jahr neues Saatgut kaufen müssen.

    Ein weiterer Grund für die zunehmende Abhängigkeit der Bauern von käuflichem Saatgut ist die sogenannte grüne Gentechnik. Die am weitesten verbreiteten Methoden sind hierbei Herbizid- und Insektenresistenzen. Herbizidtoleranzen bewirken, dass Pflanzen aus genetisch verändertem Saatgut den Einsatz von gewissen Unkrautbekämpfungsmitteln überleben, während unerwünschte Pflanzen vernichtet werden. Insektenresistenzen bewirken hingegen zum Beispiel, dass die Pflanzen Gifte gegen bestimmte Schädlinge produzieren, und diese so abtöten. Auch hier steht der Nutzen im Vordergrund: Weniger natürliche Feinde und robuste Pflanzen bedeuten höheren Ertrag. Durch diese Verfahren wurde die Entwicklung von Saatgut auch für Chemiekonzerne interessant, die nun Saatgut, Düngemittel und Pestizide im Paket verkaufen.

    Bäuerliche Kleinbetriebe, die ohne Hybridsaatgut und Gentechnik anbauen, können sich mittlerweile kaum noch am Markt behaupten. Ein hoher Aufwand und geringere Erträge im Vergleich zu industriellen Großbetrieben sind der Grund.

    Das Saatgut liegt in den Händen weniger Konzerne

    „Wer die Saat hat, hat das Sagen“, so lautet ein altes bäuerliches Sprichwort. Mittlerweile beherrscht nur noch eine Handvoll Unternehmen die globale Produktion und bestimmt dadurch über Preise und Biodiversität – Damit wird klar, wer das Sagen hat. Gab es letztes Jahr noch sieben Konzerne am Markt, wird die Zahl durch große Fusionen schon in naher Zukunft auf vier schrumpfen. Vor allem die Fusion der beiden Megaunternehmen Bayer und Monsanto erregt dabei viel Aufsehen. Das Problem: Je größer die Markmacht, desto größer ist die Gefahr, dass die Konzerne sie ausnutzen. Bayer/Monsanto wäre nach der Fusion globaler Marktführer in Sachen Saatgut, Pestizide und Agrotechnik. Neben dem Saatgut-Monopol besteht somit außerdem die Gefahr der Ausübung politischer Macht durch Lobbyarbeit. So könnten Bayer/Monsanto bald mitreden, wenn es um neue Gesetze zum Thema Saatgut-Patentierung und ähnlichem geht. Eine Empfehlung für alle, die zu diesem Thema mehr erfahren wollen, ist die planet e Dokumentation „Schöne neue Landwirtschaft?“ – Kostenlos anzuschauen in der ZDF Mediathek.

    Die Bedeutung der Sortenvielfalt

    Wer im Supermarkt einkauft, findet oft nur wenige unterschiedliche Obst- und Gemüsesorten. Auberginen kennen viele zum Beispiel vorrangig als dunkellilafarbene, nach unten bauchige Frucht. Nur wenige Menschen wissen, dass es Auberginen in unterschiedlichsten Formen und Farben gibt. Weiß, grün, gelb, länglich, rund, eierförmig – Solche Exemplare finden sich meistens nur noch in Omas Gemüsegarten. Das liegt vor allem daran, dass durch die Vereinheitlichung der Landwirtschaft aus komplexen Anbausystemen Monokulturen wurden. Während früher in jeder Region unterschiedliche Sorten – je nach geografischen Anforderungen, Weiterverarbeitungszwecken und geschmacklichen Präferenzen kultiviert wurden, werden heute nur noch wenige Sorten angebaut. Einheitlichkeit ist zu einem der wichtigsten Züchtungsziele geworden. Nur Sorten, die für große Anbaugebiete geeignet und robust sind, sind kommerziell interessant. Auch die Eignung für die industrielle Weiterverarbeitung spielt eine große Rolle. So wird etwa die Hälfte der Kartoffeln in Deutschland nicht frisch, sondern in Form von Chips, Pommes oder Knödeln gegessen. Die Mehrheit der Konsumenten stört es dabei nicht, dass man im Supermarkt nur die gewohnten Sorten findet, aber was bedeutet das für unser Ökosystem?

    Biologische Vielfalt ist unter anderem wichtig, weil sie unser Ökosystem stabilisiert. Entstehen beispielsweise neue Krankheiten, gibt es dank der genetischen Vielfalt immer einige Sorten, welche auf natürliche Art resistenter sind als andere und dadurch überleben können. Eine Begrenzung auf wenige Sorten macht sie durch ihre enge genetische Basis hingegen deutlich anfälliger für Krankheiten oder ökologische Veränderungen. Umso wichtiger ist es unsere Saatgutsouveränität zu erhalten und nicht abhängig von einigen wenigen Großkonzernen zu sein, die vorgeben, welche Sorten angebaut werden.

    Ob grüner Daumen oder nicht – Jede und Jeder kann etwas tun!

    Wer selbst am Gärtnern interessiert ist und Spaß dabei hat, kann ohne großen Aufwand selbst etwas zur Erhaltung der Sortenvielfalt beitragen. Nicht immer braucht es dazu einen eigenen Garten. In der Regel genügen auch schon der Balkon oder die Fensterbank. Aber woher bekomme ich Saatgut, bei dem ich sicher sein kann, dass es nicht aus Hybridzüchtungen stammt? Eine einfache Möglichkeit, bei der man sich auch gleich noch mit anderen HobbygärtnerInnen austauschen kann, sind Pflanzentauschbörsen. Auch wir haben schon zwei erfolgreiche Pflanzentauschbörsen im Zukunftsraum veranstaltet. Um zu erfahren, wann die nächste stattfindet, halte dich einfach über unseren Kalender auf dem Laufenden. Oder noch besser: Veranstalte doch deine eigene kleine Tauschbörse. Ein Blick über den Gartenzaun, ein Gespräch mit den Nachbarn – So lassen sich schnell weitere Interessierte finden.

    Reiche Ausbeute beim Pflanzentausch.

    Auch für Leute, die lieber bestimmtes Saatgut kaufen wollen, gibt es zahlreiche Alternativen zum Baumarktsaatgut. Verlässliches Zeichen für ökologische Qualität ist dabei zum Beispiel das demeter Logo. Mehr Anlaufstellen für Biosaatgut findet ihr am Ende des Artikels in unserer Linkliste. Auch eine schöne Idee: Auf der Website des Start-ups Stadtlandblüht  kann man „Grüne Boxen“, mit je fünf Sorten Bio-Saatgut, passend zur jeweiligen Jahreszeit, bestellen. Eine weitere Möglichkeit seltene Sorten zu erhalten, ist die sogenannte Sortenpatenschaft, wie sie zum Beispiel der Verein zur Erhaltung von Nutzpflanzenvielfalt anbietet. Mehr Infos dazu findet ihr hier.

    Wer keinen Garten oder Balkon zur Verfügung hat und dennoch gärtnern will, kann sich hier in Karlsruhe an die Fächergärtner oder die AG Beete (Treffen sich immer Mittwochs 18:30 Uhr am Gerwigbrunnen in der Oststadt) wenden, die beide das Ziel haben mit urbanen Gärten die Stadt grüner zu machen.

    Gärtnern liegt dir nicht so sehr oder du hast keine Zeit dich um dein eigenes Beet zu kümmern? Auch kein Problem. Neben dem Erhalt alter Sorten, ist es außerdem wichtig die lokale Landwirtschaft und bäuerliche Kleinbetriebe zu unterstützen. Auch in und um Karlsruhe gibt es Betriebe, die ökologischen Landbau betreiben. Wer nicht die Zeit hat selbst im Hofladen vorbeizuschauen kann sich zum Beispiel ganz bequem online eine Biokiste der Biogärtnerei Schmälze bestellen. In die Kiste kommt ausschließlich regionales Bioobst und –gemüse. So könnt ihr sicher gehen, dass der Ursprung der Lebensmittel in gentechnik- und hybridzüchtungsfreiem Saatgut liegt.

    Eine weitere Möglichkeit bietet die foodcoop Karlsruhe. Sie ist ein Zusammenschluss von Haushalten, die gemeinsam Lebensmittel direkt aus regionalem Ökoanbau beziehen. Der Vorteil: Durch den Direktbezug vom Bauern wird die Landwirtschaft ohne Umwege über Supermärkte unterstützt. Man selbst weiß genau wo die Lebensmittel herkommen und unter welchen Bedingungen sie angebaut werden und der Landwirt kann sich unabhängig von Marktzwängen einer guten landwirtschaftlichen Praxis widmen. Ganz ähnlich funktioniert übrigens auch die solidarische Landwirtschaft. Die SoLaWi KArotte ist eine Gemeinschaftsgärtnerei aus Karlsruhe, bei der die Mitglieder den Anbau und ihre Versorgung mit biologischem Gemüse selbst in die Hand nehmen. Tipp: Am 30. September findet auf dem Markushof in Nußloch eine Hofführung statt. Hier bekommt ihr Informationen über biologischen Anbau und die Solidarische Landwirtschaft Rhein-Neckar aus erster Hand.

    Die hier aufgelisteten Möglichkeiten unsere Saatgutsouveränität und die lokale Landwirtschaft zu unterstützen, haben natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie sollen euch nur einen kleinen Einblick geben und Mut machen, denn JedeR kann etwas tun!

    PS: Für alle, die mehr über das Thema Saatgut erfahren wollen, haben wir übrigens auch einen tollen Lesetipp: „Saatgut – Wer die Saat hat, hat das Sagen“ von Anja Banzhaf.

     

     

    Und hier findet ihr verlässliches Ökosaatgut:

    bingenheimer Saatgut

    Dreschflegel Saatgutversand

    ReinSaat

    Sativa Rheinau

     

  21. Wir gehen in die Sommerpause!

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    Vom 01. bis 31. August gönnen wir uns eine Pause zum Entschleunigen und Kräfte sammeln. In dieser Zeit ruht unsere Kommunikation nach außen und das Team ist nur begrenzt erreichbar.

    Das heißt, dass der Zukunftsraum in dieser Zeit geschlossen bleibt und wir in den sozialen Netzwerken nicht aktiv sein werden. Über unseren Kalender könnt ihr euch natürlich trotzdem über aktuelle Veranstaltungen auf dem Laufenden halten.

    Ab September starten wir dann wieder richtig durch und freuen uns auf viele tolle Veranstaltungen mit euch.

    Wir wünschen euch ebenfalls einen erholsamen Sommer!

    Bis bald,

    Euer Quartier Zukunft.

     

  22. Lass dir in die Karten schauen – eine Nachhaltigkeitskarte für die Oststadt

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    Du lebst in deinem Quartier und kennst dich aus. Du möchtest zur nachhaltigen Entwicklung in deiner unmittelbaren Umgebung beitragen und findest, es gibt Flecken im Quartier, die niemand kennt, aber jeder kennen sollte? Dann bist du auf unserer Karte genau richtig

    Die Karte, (k)ein überholtes Medium.

    Um Entwicklungen in einem Stadtquartier nachzuverfolgen gibt es kein besseres Medium als die gute, alte Karte. Schon in der Grundschule sind wir damit in Berührung gekommen. Sie hing in den meisten Klassenräumen und wurde meisten für den Erdkundeunterricht herausgekramt. Inzwischen scheint die Zeit dieser gedruckten Karten vorbei, das Zeitalter des Internets hat diese analoge Technologie überholt. Aber keine Sorge. Viele der Karten haben ein zweites Leben bekommen, sie werden zum Beispiel von Claudia Rist in ihrer Nähwerkstatt seltenschräg in der Oststadt weiterverarbeitet. Doch wie findet man sowas raus? Ganz einfach: Mit unserer Nachhaltigkeitskarte.

    Du bist das Quartier.

    Mit unserer digitalen Nachhaltigkeitskarte möchten wir es den Bürgerinnen und Bürgern der Oststadt ermöglichen, sich über Institutionen, Initiativen, Orte und Ereignisse der Nachhaltigen Entwicklung in ihrem Quartier zu informieren sowie selber partizipativ mitzumachen und Orte einzutragen.
    Denn, diese Karte funktioniert nur mit euch! Daher unsere Einladung: Macht mit! Daher ist die Karte auf unserer Website  auch unter der Rubrik „Mach mit!“ zu finden.

    Habt ihr Anregungen oder Feedback? Dann schreibt uns und helft mit die Karte noch zu verbessern.

    Lass uns loslegen!

    Schauen wir uns also gemeinsam die Karte an. Die Karte ist so konzipiert, dass man ohne viel Aufwand selbst einen Ort hinzufügen kann. Zudem haben wir die Steuerelemente so intuitiv wie möglich gemacht.
    Durch + und – kannst du zwischen verschiedenen Zoomstufen wählen, sind an einem Ort mehrere Punkte eingetragen werden diese automatisch in Gruppen angezeigt, damit du immer den Überblick behältst. Die Zahl in der Mitte der Gruppe stellt die Anzahl der zusammengefassten Punkte dar, ein Klick darauf bringt dich in die Zoomstufe, in der du alle Orte „ausgepackt“ siehst.

    Über die sechs farbigen Filter in der rechten Spalte kannst du zwischen den Kategorien „Nachhaltige Mobilität“, „Nachhaltiges Wirtschaften“, „Bildung und Wissenschaft“, „Gemeinschaft und Soziales“, „Umwelt und Raumentwicklung“ und „Energie und Versorgung“ wählen. Klickst du auf einen Filter, so werden nur Orte die dieser Kategorie entsprechen, angezeigt. Du kannst die Filter wild kombinieren, probier’s aus! Klickst du auf einen Ort in der Karte, so öffnet sich die dazugehörige Beschreibung in der Spalte rechts.

    Darüber befinden sich drei Auswahlmöglichkeiten für weitere Filter. Im ersten Textfeld kannst du die Titel durchsuchen, das Zweite ist für die Nachhaltgkeitsregeln und das Letzte für den Status des Projekts.

    Mach mit! Jetzt bist du dran.

    Das war alles noch nicht genug? Du willst so richtig mitmachen?! Dann wird es jetzt für dich spannend.
    Angenommen, du hast einen Flyer von einem Event in der Hand, und denkst: „Mann, das muss in die Karte!“. So wird’s gemacht: Such auf deinem Flyer nach Adresse und Datum. Auf unserer Karte gibt es links oben das Lupen-Symbol. Dahinter verbirgt sich eine Adressensuchmaschine! Gib hier die gewünschte Adresse ein, und die Karte sollte zu diesem Ort springen.

    Soweit so gut, jetzt geht es ans Eingemachte. Klicke rechts unten auf den Button „Neuen Ort hinzufügen“. Er verändert seine Farbe und signalisiert: „Bereit zur Arbeit!“ Wenn du jetzt mit dem Mauszeiger auf die Karte klickst, erscheint rechts das Eingabefenster, indem du alle nötigen Informationen deines neuen Ortes eintragen kannst. Ein letzter Klick auf Speichern macht deinen Ort für alle Nutzer der Karte sofort sichtbar! Wenn du nur einen Punkt hinzufügen möchtest, beende nach dem Speichern den Bearbeitungsmodus, indem du erneut auf den Button „Punkt hinzufügen“ klickst.

    Falls dir ein Beitrag komisch vorkommt, gibt es rechts unten eine Flagge auf roten Grund, mit der erreichst du uns! Wir lösen das Problem dann schnellstmöglich.

    Die Idee gefällt dir? Dann mach fleißig mit und füge Orte in der Oststadt hinzu. Auch darüber hinaus ist möglich. Außerdem freuen wir uns, wenn du die Karte weiterverbreitest!

    Für Feedback oder Fragen wende dich bitte an: geza.winzig9@kit.edu

  23. (K)ein Korb für die Nachhaltigkeit – ein Selbstversuch im Quartier

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    Kann mein Smartphone mir helfen, nachhaltiger zu konsumieren? Das fragte sich unsere wissenschaftliche Hilfskraft Amanda Bruchmann und machte den Selbsttest.

    Jeder Tag ist Wahltag

    Immer, wenn ich einen Supermarkt betrete, fällt mir dieses eine Zitat ein. „Dein Kassenzettel ist ein Wahlzettel. Jedes einzelne Mal.“ Welche Kaufentscheidung nun die richtige „Wahl“ bedeutet, ist leider nicht immer offensichtlich. Sich dabei nur auf das Bauchgefühl zu verlassen, ist komplizierter geworden. Denn seitdem mehr Verbraucher auf Bio und Nachhaltigkeit setzen, wollen viele Labels durch gezielte Wortwahl für gutes Gewissen beim Käufer sorgen. Aber sind „glückliche Hühner aus Bodenhaltung“ (gesehen bei Nahkauf) genauso zufrieden wie ihre Artgenossen mit Freigang? Oder ist dieses Wort nur ein schlauer Trick aus der Marketing-Kiste?

    Mehr Nachhaltigkeit im Einkaufskorb

    Eine Hilfestellung zu bewussteren Kaufentscheidungen möchte der Rat für Nachhaltige Entwicklung bieten. Mit der Website „Nachhaltiger Warenkorb“ und der dazugehörigen App hat er einen Ratgeber zu umweltverträglichem Konsum entwickelt. Dieser deckt alle Felder ab, mit denen wir im Alltag umgeben sind. Von Kleider- bis Kühlschrank, über Mobilität, Haushalt und vieles mehr. Das möchte ich gleich ausprobieren.

    Egal ob Nachhaltigkeits-Newbie oder routinierter Weltretter, hier kann jeder etwas dazulernen. Sei es bei Faustregeln und Tipps zum nachhaltigen Konsum oder bei gezielten Informationen zu Produktkennzeichnungen und Siegeln. Je nach Monat gibt es zudem passende Themen-Specials, im kalten Februar zum Beispiel einen Artikel übers Strom sparen.

    Mit der App hat man diese Informationen immer greifbar in der Tasche. Besonders interessante Themen kann man im Bereich „mein Warenkorb“ abspeichern . Beim nächsten Mal warten auf die Bahn kann man so schnell zum Smartphone greifen und sich Wissen über nachhaltige Geldanlagen, umweltverträgliches Waschmittel oder klimafreundliches Bauen anlesen. Wer statt gezielter Suche lieber beiläufig schmökert, wird auf der Facebook-Seite oder durch den Newsletter des Projekts regelmäßig mit interessanten Artikeln versorgt.

    Superheld mit Smartphone?

    Nachdem ich mich soweit orientiert habe, wage ich mich an den Selbsttest. Als ich am Wochenende wieder mal unsicher vor dem Supermarkt-Regal stehe, muss ich leider feststellen: die App des Nachhaltigen Warenkorbs hilft mir nur bedingt weiter. Dazu sind die gelieferten Informationen zu umfangreich. Ergänzende Hilfe bieten mir aber andere Anwendungen, wie etwa die App „NABU Siegel-Check“. Diese kann beispielsweise abfotografierte Siegel erkennen und bewerten. Mit der App „Codecheck“ reicht ein Scannen des Barcodes, um mehr über die Umweltverträglichkeit einzelner Inhaltsstoffe, wie Palmöl, zu erfahren. Um die Empfehlungen umzusetzen, braucht es allerdings Disziplin und Routine. Ich merke, die Welt zu retten, ist auch mit Smartphone nicht einfacher.

    Mein Fazit

    Wer sich vorgenommen hat, 2017 zu einem grüneren Jahr zu machen, wird durch den Nachhaltigen Warenkorb gut darauf vorbereitet. Die Kompatibilität mit dem Alltag ist allerdings noch ausbaufähig. Da die App noch nicht fehlerfrei läuft, empfiehlt sich beim Handy eher die mobile Ansicht im Browser. Alles im allem hat mir der „Nachhaltige Warenkorb“ geholfen, mein Wissen über umweltfreundlichen Konsum so auszubauen, dass ich mich beim Einkaufen wieder mehr auf mein Bauchgefühl verlassen kann. Falls dieses einmal ausfällt, muss das Produkt nicht nur meinem prüfenden Blick, sondern auch dem von „Codecheck“ standhalten.
    Abseits vom Supermarkt brauche ich diese Unterstützung zum Glück nicht so oft. Für Möbel, Haushaltsgegenstände und Klamotten wühle ich mich lieber durch das Secondhand-Sortiment der Karlsruher Diakonie-Läden. Dabei fühle ich mich auch noch regelmäßig wie eine Schatzsucherin. Das Geld, das ich dabei spare, kann ich zudem für Lebensmittel in Bio-Qualität ausgeben. Die richtige Wahl zu treffen, muss also nicht immer die Welt kosten.

     

    Mehr Infos findet Ihr unter der Website des Nachhaltigen Warenkorbs, Facebook oder Twitter.

    Du hast was zum Thema zu twittern? Dein Schlagwort ist #nachhaltigjetzt

    FAQs zum Nachhaltigen Warenkorb.

     

    Hier könnt ihr euch zum Newsletter des Rat für Nachhaltige Entwicklung anmelden.

     

    Die NABU-Siegel APP

    Weitere Nachhaltigkeits-Apps

  24. Die Nadel im Heuhaufen suchen oder: Wie geht nachhaltiges Bauen mit Stroh?

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    Wie wollen wir leben? Dieser Frage wohnt nicht nur die Suche nach einem erfüllten, nachhaltigen Leben inne, sondern auch nach dem physischen wie und worin. Auf der Suche nach geeigneten Baustoffen stellt man schnell fest, dass die meisten aus wenig nachhaltigen Materialien wie Kunststoff bestehen und zudem gesundheitlich bedenklich sind: sie können Allergien und Unverträglichkeiten auslösen oder sind wie das jahrzehntelang verbaute Dämmmaterial Asbest krebserregend.

    Die Zukunft aus der Vergangenheit?

    Will man für Mensch und Umwelt unbedenklich bauen, lohnt sich ein Blick in die Vergangenheit. Vor dem Boom der Chemieindustrie, die in der modernen Baustoffproduktion eine entscheidende Rolle spielt, wurde jahrhundertelang mit Naturmaterialien gebaut.

    Ein solcher traditionell genutzter natürlicher Baustoff ist Stroh, das viele positive Eigenschaften in sich vereint. Es ist eine regionale und schnell nachwachsende Ressource, kompakt gebündelt schwer entflammbar, zudem kompostierbar und mit einem geeigneten Verputz (zum Beispiel Lehm) sehr langlebig. Sowohl in alten Fachwerkhäusern als auch den Wänden der zwischen 1890 und 1920 in Berlin entstandenen Altbauten wurde Stroh als Dämm- und Füllmaterial verwendet.

    Froh mit Stroh

    Dass diese traditionelle Bauweise gar nicht angestaubt aussehen muss, konnten wir von Quartier Zukunft bei einem Besuch des Ökodorfs „Sieben Linden“ in Sachsen-Anhalt feststellen. Der Architekt Dirk Scharmer und das Ökodorf machen vor, wie ein Haus aus Stroh aussehen kann. Holz, Stroh und Lehm bilden die Hauptbaustoffe, außerdem eine dreifach verglaste Fensterfront, die nach Süden zeigt, und ein tragendes Mauerwerk im Zentrum des Hauses. Mit Energie versorgt wird das Gebäude durch eine Solarthermieanlage auf dem Dach und einen Holzvergaserkaminofen im Gemeinschaftsraum. Die Wärme kann in einem Wassertank und dem Erdreich unter dem Haus gespeichert werden. Allerdings benötigt das Haus nur sehr wenig Wärmeenergie, da Stroh ein sehr gutes Dämmmaterial ist.

    Auf der Suche nach dem guten Leben: Quartier Zukunft beim Ökodorf Sieben Linden

    Doch wie steht es mit der offiziellen Anerkennung von Stroh als Baustoff? Trotz der aufgeführten positiven Eigenschaften ist es noch immer notwendig, eine Einzelfallgenehmigung einzuholen. Denn es gibt zwar die Pflicht, als Baustoff vorgesehene Strohballen durch die Baustroh GmbH prüfen zu lassen, was die Genehmigung erleichtert. Doch eine gesetzliche Regelung zur Verwendung von Stroh für den Hausbau existiert noch nicht.

    Und was hat das mit mir zu tun? Stroh in der Stadt!

    Dem Quartier Zukunft stellt sich im Zusammenhang mit der nachhaltigen Transformation eines Stadtquartiers die Frage, inwiefern Stroh auch für den Bau von mehrstöckigen Gebäuden im urbanen Raum geeignet ist. In Verden in Niedersachsen wurde 2015 das fünfstöckige „Norddeutsche Zentrum für Nachhaltiges Bauen“ (NZNB) fertiggestellt, das zeigt, dass die Bauweise auch in größeren Dimensionen sicher umgesetzt werden kann. Obwohl für Gewerbebauten wie dieses Bauwerk höhere Auflagen beim Brand- und Wasserschutz existieren, ist das Haus beinahe CO2-neutral.

    Das NZNB präsentiert nachhaltiges Bauen zum Anfassen. Bild: Norddeutsches Zentrum für Nachhaltiges Bauen

    Bereits durchgeführte kleinere Bauvorhaben wie in Sieben Linden haben jedoch gezeigt, dass die Strohballenbauweise auch in Hinsicht auf die personelle Nachhaltigkeit interessant ist. Denn unter Anleitung eines Experten können viele der Schritte des Baus auch von Laien umgesetzt werden. Der gemeinschaftsstiftende Effekt eines solchen Projektes kann genauso wie die Erfahrung, selbst etwas geschaffen zu haben, daher auch zur individuellen Zufriedenheit beitragen.

    Auch in Karlsruhe gibt es Überlegungen, mit Strohbau zu nachhaltiger Stadtentwicklung beizutragen. Die Initiative „unabhängiges urbanes Projekt Strohbau“ (uuPS) setzt sich für eine Wohnanlage mit den Baustoffen Stroh, Holz und Lehm ein. (Das nächste Treffen von uuPS findet am 9.3.2017 im „Raum Vielfalt“ in der Durmersheimer Str. 36 statt).

    Nach der Lektüre nur noch Stroh im Kopf? Mehr Informationen findet Ihr unter

    www.greenhome.de/das-strohballen-haus

     Das Ökodorf Sieben Linden

    www.siebenlinden.de

     Über den Architekten

    www.architekt-scharmer.de

     Ein Trailer zum Stroh-Hausbau

    https://www.youtube.com/watch?v=oMLu3PaK3qo&feature=youtu.be

    Mehr zum Norddeutschen Zentrum für Nachhaltiges Bauen

    www.nznb.de/Ueber_uns

    Das uuPS in Karlsruhe

    http://www.uups-unabhängigesurbanesprojektstrohbau.org

  25. R131: KIT findet Stadt erhält Doppelauszeichnung

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    Der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) hat das „Reallabor 131 : KIT findet Stadt“ mit dem Qualitätssiegel „Projekt Nachhaltigkeit 2017“ ausgezeichnet. Zudem wurde es vom RNE als „Transformationsprojekt“ geehrt. Es ist keine Überraschung, dass die Freude über diese Doppelauszeichnungen im Team des R131 und Quartier Zukunft besonders groß ist!

    Marlehn Thieme, Vorsitzende des RNE und Mitglied der Jury sagt über die Preisträger: „Es ist die Aufgabe der gesamten Gesellschaft, die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen zu erreichen. Die ausgezeichneten Projekte sind großartige Beispiele dafür, wie jede und jeder einen Beitrag leisten kann.“

    Mit dem Siegel „Projekt Nachhaltigkeit“ macht der RNE Initiativen aus der Gesellschaft sichtbar, die einen besonderen Beitrag für die nachhaltige Entwicklung Deutschlands und der Welt leisten. Rund 240 Projekte hatten sich für die Auszeichnung 2017 beworben, 67 Initativen wurden mit dem Siegel ausgezeichnet.

    Zusätzliche Ehrung als Transformationsprojekt

    Dass das Reallabor 131: KIT findet Stadt nicht nur als Projekt Nachhaltigkeit 2017, sondern zusätzlich als eines von vier Transformationsprojekten ausgewählt wurde, ehrt ganz besonders. Die Transformationsprojekte haben laut Jury ein besonders großes Potential, die Welt nachhaltiger zu gestalten.

    Die Auszeichungen stärken die Arbeit am Reallabor für mehr Nachhaltigkeit im städtischen Leben und die Anliegen der transdisziplinären Forschung. Die Auszeichnungen ermutigen und geben Rückenwind für zukünftige Arbeiten.

    Am 29. Mai 2017 werden die Preise im Rahmen der Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung in Berlin verliehen.

    Das Projektteams sagt Danke

    Ein besonderer Dank gilt allen am Reallabor mitwirkenden Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen KIT-Instituten und Fachbereichen sowie den vielen engagierten Bürgerinnen und Bürgern und Aktiven der Initiativen der Karlsruher Nachhaltigkeitsszene. Sie tragen den Erfolg des Reallabors 131: KIT findet Stadt im Wesentlichen mit.

    Weiterführende Links

    Pressemitteilung des RNE

    #tatenfuermorgen

  26. Quartier Zukunft bei der Tagung „Wer entscheidet in der Stadt?“

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    Wer entscheidet eigentlich in der Stadt? Ein Thema, dass auch dem Quartier Zukunft unter den Nägeln brennt. Kein Wunder, dass wir bei der Tagung im ZKM mit dabei waren. Unsere Praktikantin Sophia Schambelon berichtet.

    So breit ausgelegt die Fragestellung, so bunt der Blumenstrauß an Vorträgen und Themen, die bei „Wer entscheidet in der Stadt“ vorgestellt und diskutiert wurden. Schon mal was von der Kunst gehört, sich unliebsame Räume anzueignen? Und wie beeinflussen Überwachungskameras eigentlich den öffentlichen Raum? Die Tagung war ein Kurztrip durch die weite Welt der Demokratie und Partizipation mit allerlei Blitzlichtern aus den Blickwinkeln verschiedener Akteure. Einige dieser Blitzlichter haben wir Euch mitgebracht.

    Technisierung von oben und digitale Mitsprache von unten

    Mit geringem zeitlichen und finanziellen Aufwand direkt und individuell mit den BürgerInnen kommunizieren, das ist der Traum einer jeden Stadtverwaltung. In Tel-Aviv ist das möglich. Stolz präsentiert „Chief Knowledge Officer“ Zohar Sharon „DigiTel“, ein System, bei dem sich die Tel-Aviver registrieren können. Sie werden dann per App über die aktuellen Vorkommnisse und über interessante Events in der Umgebung informiert. Anstehende Behördengänge, Gratis-Yoga, die Baustelle um die Ecke – die Nachrichten sind ganz persönlich zugeschnitten. Wie wäre es denn mit einer „DigiKarl“ in Karlsruhe, fragt Sharon zum Abschluss. Eine längst überfällige Möglichkeit zur Teilhabe an der Stadt, der gutmütige Big Brother oder doch eher die subtile Datenkrake?

    Von der Kunst des Mitmachens

    Statistik mal anders: 100 BewohnerInnen derselben Stadt stehen auf der Bühne und repräsentieren jeweils ein Prozent der Stadtbevölkerung. Sie beantworten brisante Fragen, indem sie sich auf die „Ja“- oder die „Nein“-, die „Gerecht“- oder die „Ungerecht“-Seite der Bühne stellen und erschaffen so ein Meinungsabbild ihrer Stadt.

    Für interaktive und provokative Theaterprojekte ist das Künstlerkollektiv „Rimini Protokoll“ bekannt. Die vorgestellten Theaterprojekte „100% Stadt“ und „Call Cutta“ ermöglichen den ZuschauerInnen und Mitwirkenden einen neuen Blick auf ihre altbekannt Stadt. Übrigens: 2011 war „100% Stadt“ in Karlsruhe. Wer wissen will, wie das Ganze aussah kann auf der Homepage von Rimini Protokoll stöbern.

    Schöne neue Demokratie?

    Was bedeutet Demokratie in der Stadt? Hier geht es um die  Ausgestaltung des Zusammenlebens, was gar nicht so einfach ist, wenn eine Vielzahl verschiedener Meinungen im Spiel ist. Genau deshalb spielt Partizipation eine immer größere Rolle in der Stadtplanung, ist Claudia Landwehr von der Uni Mainz überzeugt. Die Formen der Bürgerbeteiligung können dabei vielfältig sein: etwa ein Referendum oder die Beratung des Stadtrates durch das Einbringen von Ideen im Bürgerhaushalt. Aber wenn sich StadtbewohnerInnen direkt einbringen, was passiert dann mit unserer repräsentativen Demokratie? Wie stellen wir uns eine gerechte Bürgerbeteiligung vor?

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    Und was hat das mit dem Quartier Zukunft zu tun?

    Was hat das alles mit dem Quartier Zukunft zu tun? Ganz klar: Auch wir setzen uns mit Tatendrang und Energie für mehr Partizipation ein. Gemeinsam mit den BürgerInnen der Oststadt und anderen Interessierten arbeiten wir für eine nachhaltige Zukunft, probieren alternative Wege aus und beforschen diese. Bei „Wer entscheidet in der Stadt“ waren wir deshalb mit einem Plakat und Flyern vor Ort, um die Idee, Partizipation auch in der Wissenschaft zu verwirklichen, weiterzutragen.

    Fazit

    Für uns hat die Tagung eindrücklich gezeigt, wie weitreichend und wichtig Bürgerbeteiligung für die Stadtentwicklung ist. Durch die internationalen Gäste aus Israel und Indien wurde zudem klar, dass das Thema nicht nur in Deutschland, sondern auch in Städten der ganzen Welt immer relevanter wird. Als einziges transdisziplinäres Forschungsprojekt setzte das Quartiert Zukunft einen Akzent mit der Idee, die Partizipation auch in der Wissenschaft voranzubringen.

    Für alle, die noch nicht genug haben: Einen Mitschnitt aller Vorträge findet ihr bald auf der Homepage des Karlsruher Forums für Kultur, Recht und Technik

  27. I’m dreaming of a green christmas! Tipps für’s nachhaltige Feiern zum Ausprobieren.

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    Weihnachten 2015: Opa hat die Weihnachtsgeschichte gelesen, „Stille Nacht“ haben wir gesungen, alle Geschenke wurden ausgepackt und bejubelt, die Kinder sind glücklich, pappsatt und müde. Eigentlich war’s ein schönes Fest. Und trotzdem: Da stört mich was, da stimmt was nicht. Es ist der Müll auf dem Sofa, unter’m Baum, auf dem Boden, der Müll überall. Eine gigantisch große Landschaft aus Geschenkpapier. Schleifchen. Kärtchen. Goldbändern. Styropor. Verpackung. In diesem Moment nehme ich mir vor: Nächstes Jahr wird alles anders. Ich will nicht mehr. I’m dreaming of a green christmas! Jetzt muss ich nur noch herausfinden, wie das geht: Weihnachten in nachhaltig.

    Winter 2016: Weil dieses Jahr zu Weihnachten ja alles anders, nachhaltiger werden soll, brauche ich diesmal einen Plan. Denn eines habe ich ja schon längst begriffen: Den größten Quatsch kauft man im Stress. Mal eben schnell ein Buch von der Spiegel-Bestsellerliste über die Rolle von Insekten bei der Aufklärung von Gewaltdelikten (wird schon gut sein). Eine CD von der Band, über deren Sänger die Freundin irgendwann mal gesagt hat, irgendwie sei der ja ganz süß. Das Glanzpapier mit den glücklichen Elch-Ehepaaren drauf, das praktischerweise im 1-Euro-Shop an Deiner Ziel-Straßenbahnhaltestelle feilgeboten wird.

    Im Netz finde ich Leute, denen es ähnlich geht wie mir: Sie sind nicht nur partiell angenervt von dem Verpackungswust, sondern von der weihnachtlichen Konsumlawine insgesamt. Kein Bock mehr auf immer mehr! Und sie überlegen sich Lösungen. Ich lese Blogs von MinimalistInnen, die Weihnachten gleich ganz absagen. Artikel von Leuten, die einfach gar nichts mehr schenken. Tipps von KonsumverweigererInnen, die an Weihnachten stundenlange Waldwanderungen machen, bloß, um der Geschenkeorgie zu entkommen. Puh. Nee. Weihnachten will ich ja schon. Aber halt anders!

    Wichteln statt Geschenke-Wust

    Dann stoße ich auf einem Umweltportal auf die gute alte „Wichtel“-Idee. Das funktioniert so: Im Bekannten- oder Verwandtenkreis wird im Vorfeld abgemacht (oder per Los bestimmt), wer wen beschenkt. Sprich: Ich ziehe Tante Lotte, meine Schwester Opa Werner. So gibt’s zu Weihnachten keine Materialschlacht, sondern Tante Lotte, Opa Werner und alle anderen bekommen jeweils EIN Geschenk. Das dann aber mit Zeit, Muse und Bedacht ausgewählt worden ist. Die Wichtel-Idee gefällt mir! Ich schreib sie auf meinen „Green Christmas“-Zettel.

    Zeit statt Zeug

    Dann lande ich auf der Seite von „Zeit statt Zeug“.  Das ist ein Projekt, dass dazu ermutigen will, statt dem „fünften Schal, dem zehnten Parfum“ lieber Zeit zu verschenken.  „Nackenmassage statt Schal“, „Basteln statt bestellen“, „Stricken beibringen statt Pullover“ – es gibt Gutschein-Vorlagen mit professionellen Fotos, die man sich direkt selbst ausdrucken kann. Und auch die Möglichkeit, ganz eigene Ideen in ein schönes Layout zu fassen (denn JA, Küsse und Nackenmassagen sind nicht das Geschenk der Wahl für ALLE  Verwandten). Mein Fazit: Egal, ob man nun tatsächlich die Gutscheinfunktion von „Zeit statt Zeug“ nutzen möchte oder nicht: Die Idee, einem lieben Menschen etwas von der eigenen Zeit zu schenken, ist vielleicht nicht neu, aber nötiger denn je. Check. Kommt auf die Liste!

    Gebrauchtes zum Fest: Ein No-Go wird salonfähig

    Will man aber doch lieber etwas „Handfestes“ schenken, so zeichnet sich im Netz ein neuer Nachhaltigkeitstrend ab: Gebrauchtes schenken! Lange Zeit ein No-Go und der Albtraum jedes Knigge-Connaisseurs, wird Secondhand, getragen von der Vintage- und Shabby-Chick-Welle, endlich auch an Weihnachten salonfähig. Eine schöne, handgestrickte Couchdecke vom Flohmarkt, Holzstühle mit Patina, aus dem Sperrmüll gerettet und frisch überzogen, eine alte Schreibtischlampe aus den 60ern – da ist so einiges denkbar. Aber auch das Zweithand-iPhone, bestellt bei Portalen wie „Backmarket“ oder bei Ebay ersteigert, landet bei einigen unter’m Baum.

    Für jeden, der’s ausprobieren möchte mit der Nicht-Neuware zu Weihnachten: Auf der Website des NachhaltigkeitsExperiments Second Future, dem Second-Hand-Label aus der Karlsruher Oststadt, könnt Ihr kostenlos Aufkleber und Aufnäher bestellen, die Eure gebrauchten Geschenke zum echten Statement machen.

    Geschenke einpacken: Natur schlägt Blingbling

    Hat man nun endlich alle Geschenke parat, kann’s ans Einpacken gehen. Und auch hier sind all jene im Vorteil, die einen gewissen Vorlauf in Sachen Nachhaltigkeit haben: Über’s Jahr gesammeltes Geschenkpapier („Nicht einfach aufreißen, Kind!“) lässt Dich mindestens einen Teil der Geschenke – Zack, zack! – aus dem Stand heraus ökologisch verpacken.

    Aber auch „normales“ Altpapier funktioniert an dieser Stelle gut: Zeitungspapier, verziert mit Tannenzapfen, getrockneten Orangenscheiben, einzelnen Zweigen, Zimtstangen, Origamisternen macht Deine vorweihnachtliche Verpackungsorgie gleichermaßen stylisch wie kompostierbar!

    Wer Altpapier aber partout nicht als weihnachtsfein durchgehen lassen will, kann natürlich auch auf Packpapier, die Königin des stilsicheren Understatements, zurückgreifen. Und bei neuem Geschenkpapier bleibt immerhin die Möglichkeit, auf den „blauen Engel“ zu achten, der Recyclingpapier ausweist. Ach, und wusstest Du schon: Faltest Du beim Geschenkeeinpacken sorgfältig, klappt’s auch ganz ohne Klebemittel wie Tesa. Bunte Wollfäden oder Bast machen dann Deine ökologischen Verpackungskünste perfekt! Auch ziemlich edel: Wer’s wie die JapanerInnen machen will, kann Geschenke in Stoff einwickeln. Geht einfach, sieht kunstvoll aus und heißt: Furoshiki. Ich find’s schick! Kommt auf die Liste!

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    Die japanische Einpackkunst „Furoshiki“. Schick, schick!

    Last but not least gibt es noch die Super-easy-super-fix-Variante für Mehrfacheltern, die es sofort auf meinen Zettel schaffte: Einen großen Sack für jeden. Alle Geschenke rein. Große Schleife drum. Reihum wird ausgepackt. Wir wünschen entspannte Weihnachten ;-)!

    Hohoho! Lass den Wald ins Haus!

    Weniger Blingbling und mehr Wald macht sich natürlich auch in Deinem Haus ziemlich gut: Orangenscheibenketten und Tannengrün am Regal oder ein Adventskranz ohne Plastikdeko sind zeitlos schön. Unterschiedliche, bereits im Haus vorhandene Kerzen machen das Ganze – eins, zwei, drei, vier – zum Unikat.

    Und der Baum? Da kannst Du richtig klotzen! Ich notiere: Mit der Zickzack-Schere Bänder aus altem Stoff schneiden und zu Schleifen binden, echte Plätzchen, Papier- und Strohsterne dran, Kerzen aus Bienenwachs oder Stearin statt billiger Erdölprodukte auf die Zweige setzen. Die Elektrovariante: LED-Lichterkette statt Billigblinker.

    Und dann bin ich bei meiner Recherche noch über eine coole Idee für alle Gold-und-Glitter-FreundInnen gestolpert: Trefft Euch doch einfach mal zum Plätzchenessen und Christbaumkugel- und Dekotausch! So kann man kreativ bleiben, ohne alle Jahre wieder alles neu zu kaufen. Unter welchen Bedingungen industriell gefertigter Weihnachtschmuck produziert wird, könnt Ihr übrigens hier lesen.

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    DIY-Adventskranz. Mehr Wald statt mehr Blingbling.

    Dein Tannenbaum? Ein Däne mit georgischem Migrationshintergrund!

    Naturmaterialien, Bänder, Plätzchen – den Baumschmuck habe ich also geklärt für dieses Jahr. Aber was ist eigentlich mit dem Christbaum selbst? In der Regel, so erfahre ich, sind die Tannenbäume in den deutschen Wohnzimmern in Dänemark gewachsen, unter dem Einfluss von Pestiziden und Düngemitteln als Garanten für einwandfreien Wuchs. Zuvor wurden die Samen in Georgien unter lebensgefährlichen Arbeitsbedingungen in vielen Metern Höhe von Arbeitern ohne Kletterausrüstung geerntet – der deutsche Durchschnittsweihnachtbaum ist so gesehen also eher ein Däne mit durchaus problematischem georgischem Migrationshintergrund. Überhaupt: Bäume absägen – kann das mit Nachhaltigkeit vereinbart werden? Mhm.

    Im Netz lese ich von Leuten, die auf den Baum an Weihnachten denn auch ganz verzichten oder einzelne Zweige zu Gabenbäumen drapieren. Und dann gibt es noch verschiedene Anbieteter und Initiativen, die das Weihnachtsbaumgeschäft ökologischer und fairer machen wollen. Beim Bio-Weihnachtsbaumversand gibt‘s zum Beispiel gesägte Bio-Nordmanntanne aus deutscher Herkunft. Bei „Fairtrees“ kann man dänische Tannen kaufen, deren Zapfen in Georgien unter fairen, sicheren Bedingungen geerntet wurden. Und auf der Website von Robin Wood werden Biobaum-Verkaufsstellen von Tannen aus der Region gelistet. Fairtrees kannst Du übrigens im Hagebaumarkt Ettlingen, Hertzstr. 3 kaufen. Biobäume aus heimischen Wäldern werden in der Region leider nur in Landau angeboten. Immerhin „von hier“ sind die konventionell gezogenen Bäume, die man gemeinsam mit den FörsterInnen zu bestimmten Terminen in den Wäldern rund um Karlsruhe schlagen kann. Zum Beispiel im Waldklassenzimmer am  17. Dezember.

    Von einem grünen Weihnachtsfest kann man träumen. Oder es einfach ausprobieren.

    Am Ende meines Recherchetags zum Thema „Grüne Weihnachten“ habe ich jede Menge Ideen auf meinem Zettel und es summt in meinem Kopf. Da sind noch so viele Fragen! Nachhaltiges Weihnachtsessen, was passt da zu uns? Biofleisch? Fleisch vom Metzger? Lieber gleich vegetarisch? Oder gar vegan? Wie die Verwandten überzeugen, zurückhaltend und mit Bedacht zu schenken – ohne sie zu kränken? Baum ja – oder nein? Und wenn – woher? Wie untrennbar sind Weihnachten und das wohlige Gefühl dabei eigentlich mit Konsum verbunden?

    Ich bin ein bisschen erschöpft und sicher, dass es keine Patentlösung für mein grünes Weihnachten 2016 gibt. Nur Möglichkeiten. Ideen. Versuche. Aber zuversichtlich bin ich auch. I’m dreaming of a green christmas. Und außerdem werde ich’s einfach ausprobieren.

    Wenn Ihr Lust habt, mit uns über Weihnachten, Nachhaltigkeit und Konsum zu sprechen, Eure Ideen und Erlebnisse zu dem Thema zu teilen, kommt doch einfach am 10. Dezember 2016 ab 15:30 Uhr im Zukunftsraum vorbei! Wie hat sich Weihnachten über die Generationen verändert, die Atmosphäre, die Wünsche, die Gerüche, die Geschenke? Was ist uns wichtig? Wir essen Plätzchen, trinken Punsch, basteln Weihnachtskarten. Und haben’s gemütlich.

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  28. Ausschreibung! Öko‐Dorf‐Innovationen für den urbanen Raum

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    Das Team von Quartier Zukunft sucht WissenschaftlerInnen mit Interesse an Öko-Dorf-Innovationen für den urbanen Raum, die sich um ein Stipendium / eine Promotion am Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse in Karlsruhe bewerben möchten!

     

    oekodorf

    Die Gemeinschaft Schloss Tempelhof bei Dinkelsbühl. Was können Städte von Öko-Dörfern wie diesem lernen?

    Themenfeld:

    Ökodörfer sind Pioniere nachhaltiger Entwicklung und ein Hort nicht‐technischer und technischer
    Innovationen. Sie bestechen durch einen im Vergleich zu Städten enorm geringen Energie‐ und Ressourcenverbrauch.

    Da Städte und ihre Bewohner aber für 70‐80 % des globalen Ressourcenverbrauchs
    verantwortlich sind, stehen diese im Fokus, wenn es um die Frage geht, wirksame Strategien
    zur Energie‐ und Ressourcenschonung zu entwickeln und umzusetzen.
    Ziel der Promotionsarbeit ist es, die Übertragbarkeit nicht‐technischer wie technischer Innovationen
    aus Ökodörfern auf städtische Kontexte zu untersuchen. Inwieweit und wie lassen sich die Errungenschaften
    von intentionalen Gemeinschaften auf eine heterogene Stadtgesellschaft und verschiedenartige
    urbane Kontexte übertragen, sich in einem städtischen Quartier implementieren? Welche Rolle
    spielen die nicht‐technischen (sozialen, kulturellen, ökonomischen und mikro‐politischen) Gegebenheiten
    einer intentionalen Gemeinschaft auf deren technische Innovativität und Energie‐ wie
    Ressourceneffizienz?

    Ausgehend von den Betrachtungen zur Übertragbarkeit sollen Handlungsempfehlungen für Entscheidungsträger
    abgeleitet oder, wenn möglich, in Form eines transdisziplinären Experiments Schritte
    zur Übertragung in Karlsruhe gegangen werden.

    Rahmen:

    Die Promotion ist eingebunden in die Arbeiten und Projektgruppe des Quartier Zukunft – Labor Stadt
    und erfolgt am Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) des KIT – im Rahmen
    des Kooperativen Promotionskollegs Energiesysteme und Ressourceneffizienz (Enres).
    Die Promotion erfolgt im geistes‐, sozial‐ oder kulturwissenschaftlichen Bereich und vorzugsweise an
    Fakultäten des KIT. Es gelten die Bestimmungen der jeweiligen Promotionsordnungen sowie die Satzung
    des KIT zur Landesgraduiertenförderung. Das Promotionsstipendium wird nach Landesgraduiertenförderungsgesetz
    auf drei Jahre gewährt (1.468.‐ €/Mon.). Ggf. ist ein Zuverdienst als wissenschaftliche
    Hilfskraft möglich. Angestrebter Beginn der Promotion: baldmöglichst, spätestens Februar
    2017.
    Bewerberinnen und Bewerber müssen neben einem guten bis sehr guten Masterabschluss (oder
    vergleichbaren Abschluss) der entsprechenden Fachrichtung, geeignete Vorkenntnissen und hohe
    Motivation vorweisen. Das kooperative Promotionskolleg steht insbesondere (aber nicht nur) Absolventinnen
    und Absolventen von Hochschulen für Angewandte Wissenschaften offen. Ihre Bewerbung
    sollte mindestens ein aussagekräftiges Bewerbungsschreiben mit einer Beschreibung Ihrer Vorkenntnisse,
    Interessen und Motivation, einen Lebenslauf, sowie Kopien von Zeugnissen und Abschlüssen
    etc. enthalten. Den akademischen Abschlüssen sind Notenspiegel beizulegen. Wenn Sie zu den o.g.
    Arbeitsgebieten bereits eigene Ideen haben, so können Sie diese schriftlich auf bis zu vier Seiten skizzieren.
    Bewerbungsunterlagen können bis zum 15.12.2016 per Email oder postalisch eingereicht werden an:

    Oliver.Parodi@KIT.edu

    Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)
    Oliver Parodi
    Karlstr. 11
    76133 Karlsruhe

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  29. Wir und unsere Dinge. Von VerbraucherInnen zu GebraucherInnen unserer Produkte?

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    Jeder in Europa lebende Mensch besitzt durchschnittlich 10 000 Gegenstände – Tendenz steigend. Antje Di Foglio aus dem Quartier Zukunft-Team ist Produktdesignerin und beschäftigt sich seit Jahren mit dem Altern von Dingen. Sie hat eine nachhaltige Vision: Lasst uns wieder zu GebraucherInnen unserer Produkte werden.

    Der kleine Jonas nimmt in der ersten Woche ohne Mama sein Kuscheltier mit in den Kindergarten. Opa Karl weigert sich mit Händen und Füßen dagegen, den alten, zerschlissenen Läufer im Flur wegzuwerfen. Die Dinge und wir – da ist doch etwas zwischen uns, eine Beziehung, eine Verbindung, ein Knistern.

    kuscheltier

    Wenn wir und unsere Dinge eine gemeinsame Geschichten haben: Die Besitzerin dieses Eisbären ist 25 Jahre alt. Foto: Antje Di Foglio.

    Tatsächlich sind die Sachen, mit denen wir uns umgeben, mehr als bloße Gebrauchsgegenstände. Der Schrank im Schlafzimmer, meine Jeans, die Wände meines Elternhauses, die kleine Mauer im Garten: Unsere Dinge sind Identitäts- und Ankerpunkte in der Welt und helfen uns dabei, uns selbst zu verorten. Wer bin ich und wo befinde ich mich gerade? Wir können uns durch sie ausdrücken, finden an ihnen Halt. Aber was, wenn die Dinge in unserem Leben immer mehr werden? Und wir sie immer schneller ersetzen, austauschen, wegwerfen, neu kaufen? Was tut das mit uns und unserer Welt?

    Dinge werden hergestellt, um verbraucht zu werden

    „Heutzutage werden Dinge hergestellt, um verbraucht zu werden“, stellt Antje, die an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe studiert hat, fest. Während klassische Materialien wie Holz, Metall, Porzellan, Leder, Leinen in Würde altern und Generationen überleben können, würden heute hauptsächlich Stoffe verwendet, die mit der Zeit unansehnlich und schadhaft werden. Shirts aus Polyacryl, Sideboards aus Pressspan, das Sofa aus Kunstleder: „Diese Materialien altern nicht. Sie gehen kaputt.“

    Dahinter stehe einerseits ein Wirtschaftssystem, das auf „geplante Obsoleszenz“, also den eingebauten Defekt in Produkten, setze, so Antje. Und andererseits ein längst verinnerlichtes, westliches Konzept von Ästhetik. „Das ist das hellenistische Weltbild, in dessen Tradition wir stehen und uns bewegen“, erzählt sie. „Es geht immer um Perfektion und um Jugend! Produkte heute sollen schön, glänzend, makellos sein. Es geht um die persönliche Optimierung durch‘s Mehr-machen und Mehr-kaufen.“ Schön, das bedeutet neu. Und was nicht mehr neu ist, das kann weg.

    Wabisabi statt alles neu

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    Vergänglichkeit in Gold: Die japanische Technik Kintsugi. Foto: Wikipedia.

    Eine alternative Sehgewohnheit, Ästhetiklehre, Philosophie hat Antje in Japan entdeckt: „Wabisabi“ heißt sie und integriert das Altern, das Unperfekte, Unvollständige und Vergängliche, findet Schönheit darin. Ein Holzboden mit tiefen Kerben von der jahrzehntelangen Benutzung durch eine Familie. Eine kunstvoll, aber sichtbar ausgebesserte Jacke. Ein kaputter Porzellanteller, den man unter Zuhilfenahme von flüssigem Gold wieder zusammengefügt hat. „ Bei Wabisabi geht es um Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit“, sagt Antje. Den Dingen ist es erlaubt, eine Geschichte zu erzählen. Man darf ihnen ansehen, dass sie in Gebrauch sind, gebraucht werden und mit ihren Menschen zusammenleben.

    „Die armen Wichtel von Yiwu“

    Tatsache ist: In den letzten hundert Jahren ist unsere Bindung an die Dinge verloren gegangen durch die Trennung zwischen Herstellung und dem Konsum von Produkten, zwischen den HandwerkerInnen, ArbeiterInnen und Kaufenden. Ein weltweites Phänomen, das Billiglohnländer zur Textilfabrik und Werkbank des Westens gemacht hat: Bizarre Berühmtheit erlangt haben etwa die Weinachtsdörfer in der chinesischen Provinz Yiwu. Zwei Drittel allen Weihnachtsschmucks stammt von dort. Ohne zu wissen, was sie da eigentlich herstellen, arbeiten Wanderarbeiter dort im Akkord für Hungerlöhne; „ die armen Wichtel von Yiwu“, nannte die FAZ die hier beschäftigten Menschen. Und veröffentlichte Fotos des chinesischen Fotografen Chen Ronghui, der einen Vater und seinen Sohn während der Arbeit abgelichetet hat – in roter Farbe und Chemikalien stehend, die Köpfe notdürftig geschützt durch Weihnachtsmannmützen.

    yiwu

    Weihnachtsmützen wie diese kommen fast immer aus der chinesischen Provinz Yiwu.

    Ist Yiwu überall? Vielleicht kann man es als Sinnbild sehen für die Beziehungslosigkeit, in die wir zu unseren Dingen geraten sind. Und die vergiftete, fernöstliche Weihnachtsidylle führt uns die Auswirkungen dieser Abkoppelung deutlich vor Augen: Mensch und Umwelt werden ausgebeutet für Produkte, die nicht gekommen sind, um zu bleiben. Alle Jahre wieder enden sie auf der Müllkippe. Alle Jahre wieder kaufen wir sie neu.

    Von VerbraucherInnen zu GebraucherInnen?

    Aber: Was kann man als VerbraucherIn tun? Und welches Potenzial für Veränderung liegt im Selbstverständnis der Produzierenden? Antje jedenfalls sieht hier beide Seite in der Verantwortung – und glaubt daran, dass ein Wandel möglich ist. „Wir als GestalterInnen agieren in einem komplexen und weitverzweigten Spannungsfeld und besitzen eine große soziale und moralische Verantwortung, der wir uns nicht entziehen sollten, nicht entziehen dürfen. Wir GestalterInnen arbeiten ja eigentlich  für Menschen und an Beziehungen, geben Halt in einer chaotischen Welt durch unsere ästhetische Ordnung der Dinge. Produkte müssen nachhaltiger, ökologischer, menschenfreundlicher werden. Es darf keine Gestaltung um der Gestaltung Willen geben.“ Was würde passieren, wenn wir Dinge wieder mit Respekt betrachten, die Arbeit und Sorgfalt der HerstellerInnen anerkennen und achten? Wenn wir uns mit Dingen umgeben, die mit uns altern und leben dürfen – würden wir dann nicht erkennen, dass man gar nicht so viel Neues braucht?

    „Mit welchen Dingen lebe ich gerne zusammen? Mit welchen Dingen verbindet mich etwas? Das könnte man sich selbst einmal fragen“, sagt Antje. „Wer so einkaufen geht, wird auch Dinge zu sich nehmen, die er mehr wertschätzt und liebt und mit denen er langfristig zusammenleben will.“ KonsumentInnen, so glaubt sie, suchten zunehmend nach dem Echten, Wahrhaftigen, nach Authentizität und Sinn. „Die Ressourcen gehen zur Neige, in wenigen Jahrzehnten werden die Erdölvorkommen erschöpft sein. Es wird sich ein neues Verständnis des Konsumenten herausbilden. Vielleicht könnte man es so sagen: Wir müssen von VerbraucherInnen zu GebraucherInnen unserer Dinge werden.“

     

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    Antje Di Foglio hat an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe Produktdesign studiert. In ihrer Diplomarbeit „Spuren der Zeit“ hat sie sich mit den Beziehungen und Emotionen beschäftigt, die Menschen mit Produkten eingehen – und ihrer Bedeutung für Kultur und Gesellschaft. Die Arbeit liegt in gebundener Form im Zukunftsraum aus – Ihr dürft gerne reinlesen!

    Bei Quartier Zukunft möchte Antje den Menschen und BürgerInnen Wege zeigen, wie man schon im Kleinen aktiv eine Veränderung für sich und andere bewirken und Konsum anders gestalten kann. Wir finden nämlich: Kaufen hat eine Wirkung – auf Mitwelt, Umwelt, Nachwelt und uns selbst. Im neuen Jahr wollen wir dazu beitragen, Konsum bewusst, nachhaltig und lokaler zu gestalten und an Kulturtechniken wie Reparatur und Tausch erinnern. Gemeinsam mit Euch wollen wir uns Gedanken darüber machen, wie nachhaltiger Konsum in der Karlsruher Oststadt aussehen könnte. Hier auf unserer Website, Facebook & Twitter halten wir Euch auf dem Laufenden!

     

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  30. Du kannst schreiben und interessierst Dich für nachhaltige Entwicklung? Wir suchen Dich!

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    Das „Quartier Zukunft – Labor Stadt“ sucht eine studentische/ wissenschaftliche Hilfskraft im Bereich Kommunikation und Forschung
    am KIT, Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS).

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    Das Quartier Zukunft-Team sucht TextarbeiterInnen mit eigenem Style und Lust darauf, die nachhaltige Entwicklung in der Karlsruher Oststadt voranzubringen.

    DU KANNST SCHREIBEN UND HAST LUST AUF EINEN KREATIVEN JOB, DER DIE NACHHALTIGE ENTWICKLUNG VORANBRINGT?
    Quartier Zukunft, ein Projekt für nachhaltige Stadtentwicklung in der Karlsruher Oststadt (www.quartierzukunft.de), sucht Unterstützung bei Textarbeiten und der Kommunikation! Du bist nachhaltigkeitsbewegt und kannst schreiben? Hast Lust darauf, Brücken zu bauen zwischen Nachhaltigkeitsforschung und Stadtbevölkerung? Kannst Dir vorstellen, lebendig, nahbar und kreativ via Social-Media und auf der Quartier-Zukunft-Website über Projektideen, die wissenschaftliche Arbeit des Forschungsteams und Themen der nachhaltigen Entwicklung zu berichten? Dann melde Dich bei uns!
    Wir suchen mit frühestmöglichem Eintritt, spätestens jedoch ab Januar 2017, eine studentische oder wissenschaftliche Hilfskraft für bis zu 60 Stunden/Monat.

    Aufgabenschwerpunkte
    sind Arbeiten im Bereich Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit sowie Forschung im Projekt „Quartier Zukunft“, insbesondere:
    – Content Management der Website (WordPress):
    – Pflege des Veranstaltungskalenders der Website
    – Webtexte (insbes. Blogartikel) verfassen, vor- und aufbereiten, redaktionell überarbeiten
    – Betreuung der Social Media Kanäle (Facebook & Twitter)
    – Redaktion und Management des Newsletters (Versand per MailChimp)
    – Mitwirkung bei der Erstellung von Medien (Broschüren, Flyer, Präsentationen, Poster, etc.)
    – Unterstützung bei der Veranstaltungsorganisation sowie bei deren Umsetzung
    – Pflege des Pressespiegels und der Pressekontakte

    Allgemeine Anforderungen
    – Erfahrungen im Bereich Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit (online/offline)
    – stilsicheres Verfassen von Texten
    – einschlägiger Bachelor-Abschluss oder Vordiplom
    – Erfahrungen im Umgang mit WordPress und/oder RedDot; evtl. MailChimp
    – sicherer Umgang mit den Social Media Kanälen Facebook und Twitter
    – sehr gute, gezielte Recherchefähigkeiten
    – zuverlässige, strukturierte und eigenständige Arbeitsweise
    – organisatorisches Geschick und Teamfähigkeit

    Wünschenswert sind
    – Kenntnisse im weboptimierten Schreiben
    – html-Kenntnisse für einfache Programmierarbeiten
    – Interesse an Nachhaltigkeitsthemen, besonders an nachhaltiger Stadt- und Quartiersentwicklung
    – Erfahrung mit Citavi

    Wir bieten eine frische Arbeitsatmosphäre, einen kreativen Gestaltungsraum und die Mitarbeit in der inter- und transdisziplinären Projektarbeit.
    Arbeitsorte sind das ITAS in der Karlstraße 11, 76133 Karlsruhe sowie der Zukunftsraum für Nachhaltigkeit und Wissenschaft in der Rintheimer Str. 46, 76131 Karlsruhe.

    Die Tätigkeit wird nach dem am KIT üblichen Stundensatz für studentische bzw. wissenschaftliche Hilfskräfte vergütet. Eine längerfristige Tätigkeit ist erwünscht (optimalerweise bis Ende 2017).

    Sollten wir Dein Interesse geweckt haben, freuen wir uns auf Deine aussagekräftige Kurzbewerbung! (Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse, ggf. Arbeitsproben). Bitte sende diese elektronisch bis zum 30.11. an helena.trenks@kit.edu.

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  31. Buchveröffentlichung: Designing Sustainable Urban Futures

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    Städte haben großes Potenzial, nachhaltige Lebensräume zu sein. Herausforderungen, Konzepte und Ansätze auf dem Weg dorthin beschreibt das von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im Umfeld des Quartier Zukunft und des Florida Institute of Technology herausgegebene Buch Designing Sustainable Urban Futures.

    Wir kennen Städte als enorme Energiekonsumenten, Treibhausgas- und Abfallproduzenten, als anonyme und von Segregation gezeichnete Orte des Nebeneinanders, durch die sich massenhaft Autos und Menschen bewegen.

    Das Buch „Designing Sustainable Urban Futures – Concepts and Practices from Different Countries“ will urbane Räume aus einer gänzlich anderen Perspektive zeigen. Es vertritt die These, dass viele Städte des 21. Jahrhunderts trotz sozialer und ökologischer Probleme über großes Potenzial verfügen, ihren Bewohnerinnen und Bewohnern einen gemeinschaftlich genutzten und ressourcenschonenden Lebensraum zu bieten.

    Die Autorinnen und Autoren des Sammelbands setzen sich dafür aus der Sicht ganz unterschiedlicher Disziplinen mit Konzepten und alternativen Ansätzen für auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Städten auseinander. Sie demonstrieren mit Beiträgen aus Europa, Asien und den USA die Vielfalt von Kontexten und Herausforderungen für die Gestaltung nachhaltiger Lebensräume. Dabei zeigt sich, dass Städte dann besonders lebenswert sind, wenn sie multifunktionale Strukturen, eine gut integrierte Verkehrsinfrastruktur und demokratische Stadtentwicklungsprozesse vereinen.

    Nachhaltige Stadtzukünfte, so ein zentrales Ergebnis der Publikation, erfordern einen starken Fokus auf menschliche Bedürfnisse, Umweltfreundlichkeit und Gesundheit sowie die gemeinsame Gestaltung kreativer Freiräume für nachhaltige Praktiken. Wie ein derartiger Freiraum aussehen kann, zeigt ein Beitrag über das Karlsruher Reallabor „Quartier Zukunft – Labor Stadt“. Weitere Beiträge analysieren unter anderem das Potential von CoHousing für eine gemeinschaftsorientierte und ökologische Quartiersentwicklung sowie die Transformation von Bestandsstrukturen hin zu kompakten und gemeinschaftsorientierten Wohnformen für ältere Menschen.

    Das jetzt veröffentlichte Buch basiert auf Beiträgen zum internationalen Symposium „Sustainable Urban Development at Different Scales“, das im Jahr 2014 vom Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse am KIT in Kooperation mit dem Florida Institute of Technology und der Budapest University of Technology and Economics durchgeführt wurde.

    Albiez, Marius; Banse, Gerhard; Lindeman, Kenyon C.; Quint, Alexandra (Hrsg.)
    Designing Sustainable Urban Futures. Concepts and Practices from Different Countries. Karlsruhe: KIT Publishing 2016

    Verlagsinformationen und PDF-Download

     

     

     

     

  32. Sommer, Sonne, Pause!

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    Wir machen Pause, entschleunigen, sammeln Kräfte. Vom 09. August bis zum 12. September 2016 ruht deshalb unsere Kommunikation nach außen und das Team ist nur begrenzt erreichbar.

    Übrigens: Auch wenn wir in den sozialen Netzwerken während unserer Sommerpause nicht aktiv sind, könnt Ihr Euch über unsere Veranstaltungen mithilfe des Kalenders auf dem Laufenden halten.

    In den Spätsommer starten wir dann nach der Pause mit jeder Menge Mitmach-Veranstaltungen der vier NachhaltigkeitsExperimente!

    Wir wünschen Euch ebenfalls Sommer, Sonne, Pause.

    Bis bald!

    Euer Quartier Zukunft-Team

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  33. Das NachhaltigkeitsExperiment BEETE & BIENEN macht die Oststadt essbar – und bringt sie zum Summen!

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    Mit tollen Ideen, wie Gemeinschaft und Entschleunigung in der Karlsruher Oststadt vorangebracht werden können, überzeugten die Teams von BEETE & BIENEN, KREATIV-SALON, OSTSTADT TREFF und SECOND FUTURE die Jury von „Dein NachhaltigkeitsExperiment“: Ab sofort werden die vier Gewinnergruppen ihre Konzepte mitten drin im realen Leben der Oststadt erproben. Vorab gibt‘s für Euch aber jetzt schon mal mehr Infos zu den einzelnen Projekten. Diesmal stellen wir vor: Das „summende“ NachhaltigkeitsExperiment „Beete & Bienen“! 

    Beete& Bienen 6

    Beete & Bienen präsentieren ihr NachhaltigkeitsExperiment auf dem Straßenfest in der Oststadt.

    Sowieso klar: Ohne Bienen gibt’s keinen Honig. Dass wir aber in existenzielle Not gerieten, gäbe es die fleißigen Tierchen nicht, ist vielen gar nicht bewusst. Denn Tatsache ist: Gut 80 Prozent unserer Nutz- und Wildpflanzen werden von Bienen bestäubt. Alles hängt zusammen: Pflanzen, Bienen, Menschen.

    Das NachhaltigeitsExperiment BEETE & BIENEN stellt sich in Zeiten des weltweiten Bienensterbens auf die Seite der gestreiften HonigspezialistInnen und will im öffentlichen Raum der Karlsruher Oststadt Naschbeete anlegen, die Menschen und Bienen gleichermaßen Nahrung anbieten. Außerdem sollen in einem weiteren Schritt Bienenbehausungen, auch Beuten genannt, aufgestellt und Honigbienen im Stadtraum angesiedelt werden. Die HobbyimkerInnen und StadtgärtnerInnen von BEETE & BIENEN wollen auf diese Weise zeigen, dass Menschen, Pflanzen und Bienen miteinander zu tun haben, zusammengehören und diese Symbiose für die BewohnerInnen erlebbar machen. Beeren, Kräuter, Obst und Gemüse sollen mitten in der Oststadt wachsen und gedeihen, zum Probieren einladen, den Oststadt-Bienen einen Lebensraum bieten und sie mit Nektar und Pollen versorgen.

    Verantwortung übernehmen

    Starten wird das Beete & Bienen-Team zunächst mit zwei bis drei Standorten für Naschbeete und Bienenbeuten. Dabei soll sich in den Beeten alles finden, was das Herz begehrt: „Da lässt sich schon eine ganze Reihe von naschbaren Früchtchen erdenken, so beispielsweise Johannisbeeren, Stachelbeeren, Erdbeeren, Jochelbeeren, Himbeeren aber auch kleine Obstgehölze wie Pfirsiche, Aprikosen, kleine Äpfel und Birnensorten, Pflaumen. Einfach alles, was in unserem Klima sowieso gedeiht, aber leider bislang viel zu wenig Berücksichtigung bei der Gestaltung von Grünflächen in Karlsruhe fand“, erzählt Urban Gardening-Spezialistin Nadine Neblung aus dem Projektteam. Hinweistafeln auf den bespielten Flächen sollen den PassantInnen Infos über die Naschbeete, deren Pflege, Bienen an sich und Stadtimkerei im Besonderen geben. Dabei ist es auch eines der Ziele des Experiments, genau jene verlässlichen, gemeinschaftliche Strukturen zu schaffen, die es braucht, um sich gut um die Pflanzen und Tiere zu kümmern.

    Sich gegenseitig klug machen

    Bei Beete & Bienen geht es auch um Wissensvermittlung und darum, sich gegenseitig klug zu machen: Jeder kann Wissen einbringen oder sich im Zusammenhang mit dem Experiment Wissen aneignen und dieses dann weitergeben. Auf diese Weise soll konkretes Know-How zu Stadtimkerei und Gartenarbeit zusammengetragen und vervielfältigt werden. Zum Imkern, beim Bienenbeuten- und Beetebauen kommen die Menschen aus der Oststadt mit den GärtnerInnen und ImkerInnen von Beete & Bienen zusammen, tauschen sich aus, besuchen Workshops und  lernen einander kennen.

    Beobachten, entschleunigen, in Kontakt kommen

    Wenn sich die OststädterInnen dann demnächst gemeinsam um Beete kümmern und entspannt das Treiben der Bienen am Flugloch beobachten, sind sie dann auf einmal ganz nah dran an den natürlichen Zusammenhängen. „Die Bienen als Volk agieren nicht wie einzelne Insekten, sondern wie ein Superorganismus. Das läßt sich ständig neu beobachten. Die Bienen agieren als einzelne ‚Gehirn‘-Zellen eines großen Ganzen“, erklärt Rainer Romer aus dem Beete & Bienen-Team. Um den direkten Ertrag von Obst, Kräutern, Honig geht es Beete & Bienen übrigens nicht vorrangig. Sicher: Die Naschbeete sollen alle dazu einladen, ein paar Beeren zu stibitzen oder ein Zweiglein Rosmarin mitzunehmen. Beim Naschen miteinander ins Gespräch zu kommen, ist dem Projektteam jedoch viel wichtiger; Kinder und Menschen allen Alters sollen erleben können, wie Früchte wachsen und an ihrem Gedeihen mitwirken dürfen. „Wir möchten dazu beitragen, den öffentlichen Raum für Menschen und Insekten zu einem angenehmen Lebensraum zu machen, an dem man sich treffen, austauschen und entspannen kann“, sagt Beete & Bienen-Imkerin Katrin Sonnleitner. „Uns geht es auch um das Bewusstsein, dass die Stadt allen Bewohnern gehört und sie zusammen noch lebenswerter gestaltet werden kann.“

     

    Das NachhaltigkeitsExperiment BEETE & BIENEN interessiert Dich? Hier kommen Deine Infos:

    • Die AG Beete trifft sich JEDEN ERSTEN MITTWOCH, 18.00 Uhr, im Zukunftsraum in der Rintheimer Straße 46.
    • Die Gesamtgruppe Beete & Bienen trifft sich JEDEN DRITTEN MITTWOCH im Monat um 18.00 Uhr ebenda. Ihr seid herzlich willkommen!

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  34. Verabredet mit Deinem Viertel: Wir stellen Euch das NachhaltigkeitsExperiment OSTSTADT-TREFF FÜR JUNG UND ALT vor!

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    Mit tollen Ideen, wie Gemeinschaft und Entschleunigung in der Karlsruher Oststadt vorangebracht werden können, überzeugten die Teams von BEETE & BIENEN, KREATIV-SALON, OSTSTADT TREFF und SECOND FUTURE die Jury von „Dein NachhaltigkeitsExperiment“: Ab August werden die vier Gewinnergruppen ihre Konzepte mitten drin im realen Leben der Oststadt erproben. Vorab gibt‘s für Euch aber jetzt schon mal mehr Infos zu den einzelnen Projekten. Diesmal stellen wir Euch das NachhaltigkeitsExperiment „Oststadt-Treff für Jung und Alt“ vor.

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    Die „Oststadt-Nachbarschaft“ veranstaltet jeden Monat Picknicks an wechselnden Orten in der Oststadt.

    Mein Viertel: Ich kenne die Straßen, Häuser, Plätze wie meine Westentasche und weiß mit absoluter Sicherheit, wo es das beste Schoko-Eis zu kaufen gibt. Aber wer wohnt eigentlich neben, über, unter mir? Und wer gegenüber? Der „Oststadt-Treff für Jung und Alt“ will sich hier kümmern, Begegnung möglich machen und seinen Beitrag dazu leisten, aus dem Stadtteil ein Zuhause für alle zu machen. Mit Riko Burgard, einem der Initiatoren, haben wir über das Experiment gesprochen.

    Die Nachbarn kennenlernen? Viele wissen einfach nicht, wie sie’s anstellen sollen

    „Uns ist aufgefallen, dass in der Stadt viele Leute ihre Nachbarn nicht kennen, aber gerne kennen würden. Sie wissen nur einfach nicht, wie sie’s anstellen sollen“, erzählt er. 2014 hatte sich deshalb eine buntgemischte Truppe von Leuten bei der Bürgerversammlung zusammengefunden und die Arbeitsgemeinschaft „Oststadt-Nachbarschaft“ ins Leben gerufen, die seither jeden Monat Picknicks an wechselnden Orten in der Oststadt veranstaltet. „Bei den
    Picknicks habe ich festgestellt, dass viele sie inzwischen kennen, dass es viele Leute toll finden und immer wieder neue dazu kommen.“ Grund genug für die Oststadt-Nachbarschaft, ein weiteres Experiment zu wagen: Den „Oststadt-Treff für Jung und Alt“ ins Leben rufen und als einen Ort etablieren, der über die Quartiers-Picknicks hinaus eine regelmäßige Gelegenheit bietet, Menschen aus dem eigenen Viertel kennenzulernen.

    Begegnung als Herzstück des Experiments

    Begegnung möglich machen – auch solche zwischen Menschen, die Unterstützung benötigen und solchen, die Unterstützung gewähren können – ist das Herzstück dieses NachhaltigkeitsExperiments. Zugezogene finden schneller Anschluss, Alleinerziehende oder Eltern mit Kindern können auf ältere Menschen treffen, die Zeit haben, geflüchtete Menschen lernen OststädterInnen kennen, die sich auskennen und bei der Integration behilflich sein können. Das Programm des Treffs soll unter anderem Spiel- und Handarbeitsangebote, Hobby-Präsentationen, gemeinsames Lesen, Tauschmärkte für Pflanzen und Kleidung umfassen. Angedacht sind außerdem das Teilen von Obst- und Gemüsekisten, die Diskussion stadtpolitischer Themen und kleine Konzerte in Zusammenarbeit mit der Musikhochschule.

    Ein Gefühl von Zugehörigkeit und Zuhause

    Der Oststadt-Treff als Verabredung des Viertels mit sich selbst bedeutet auch: sich Zeit nehmen, zu sich kommen, entschleunigen, sich als Gemeinschaft finden und ausprobieren. „Da geht es auch um ein Gefühl von Zugehörigkeit“, meint Riko Burgard. „Ich gehöre hierhin. Wenn ich irgendetwas brauche, kann ich jemanden fragen und wenn ich ein Anliegen habe, gibt es irgendjemanden, der sich dafür interessiert.“ Die Initiatoren können sich sogar vorstellen, dass eine gelebte Nachbarschaft im urbanen Raum dem eher städtischen Phänomen des Vandalismus vorbeugen könnte: „Dort, wo man sich Zuhause fühlt, macht man in der Regel nichts kaputt.”

    Die Straße ist jetzt nicht mehr anonym

    Welchen Unterschied eine aktiv gestaltete Nachbarschaft im eigenen Leben machen kann, hat Riko Burgard im Zusammenhang mit den Oststadt-Picknicks schon selbst erfahren: „Für mich ist es so, dass ich jetzt viele neue Leute in der Oststadt kenne. Ich kannte vorher zwar auch schon viele, aber nicht in der direkten Nachbarschaft. Wenn ich über die Straße laufe, treffe ich Menschen, mit denen ich mich kurz unterhalte, und ich habe das Gefühl, für mich hat sich etwas verändert. Es ist persönlicher geworden, die Straße ist nicht mehr anonym, ich kenne da jemanden, ich kenne dort jemanden. Und es fühlt sich ein bisschen mehr nach Zuhause an.“

     

    Aufgepasst: Die Eröffnung des Oststadt-Treffs findet am 12. September um 18 Uhr im Zukunftsraum in der Rintheimer Straße 46 statt. Ab dem 19. September startet dann der reguläre Oststadt Treff für Jung und Alt: Immer montags, 15-18 Uhr im Zukunftsraum!

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  35. Ein Secondhand-Label „made in“ der Karlsruher Oststadt: Das NachhaltigkeitsExperiment SECOND FUTURE will Wandel sichtbar machen

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    Mit tollen Ideen, wie Gemeinschaft und Entschleunigung in der Karlsruher Oststadt vorangebracht werden können, überzeugten die Teams von BEETE & BIENEN, KREATIV-SALON, OSTSTADT TREFF und SECOND FUTURE die Jury von „Dein NachhaltigkeitsExperiment“: Ab August werden die vier Gewinnergruppen ihre Konzepte mitten drin im realen Leben der Oststadt erproben. Vorab gibt‘s für Euch aber jetzt schon mal mehr Infos zu den einzelnen Projekten. Diesmal präsentieren wir stolz: Das NachhaltigkeitsExperiment „Second Future“! 

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    Veronica Falius, Laura Jungmann und Jonas Baumhauer sind das Team von „Second Future“.

    Es gibt eine einfache Möglichkeit, nachhaltiger zu leben und Ressourcen zu schonen: Secondhand kaufen! Egal ob Kleidung, Bücher, Möbel oder Elektrogeräte, für alles gibt es heute ein riesiges Angebot aus zweiter Hand. Allerdings kann ich dem Shirt der Studentin, die mir in der Straßenbahn gegenüber sitzt, nicht ansehen, ob es neu beim schwedischen Textilriesen oder aber gebraucht auf dem Flohmarkt gekauft wurde. Die Idee hinter dem NachhaltigkeitsExperiment Second Future: Die Kaufentscheidung für gebrauchte Produkte visualisieren!

    „Ich habe  mich während meines Produktdesignstudiums an der HfG in Karlsruhe schon länger mit dem Gedanken auseinandergesetzt, wie man mit Gestaltung andere Effekte erzielen kann als vorrangig den Konsum anzukurbeln“, erinnert sich Jonas Baumhauer, der zusammen mit Veronica Falius und Laura Jungmann das Secondhand-Label aus der Oststadt ins Leben rufen will. „Als ich dann während der Proteste gegen Stuttgart 21 auf Zugfahrten immer wieder beobachten konnte, wie wildfremde Menschen ins Gespräch kamen, weil sie Aufnäher, Buttons oder Schlüsselbänder mit dem Logo der Projektbefürworter oder -gegner trugen, kam mir der Gedanke, über ein Symbol für Secondhandwaren die Leute zu Gesprächen und Diskussionen anzuregen.“

    Secondhand zu kaufen ist nicht nur günstig, sondern auch verantwortungsvoll

    Dabei geht es dem Second Future-Team darum, einer verantwortungsvollen und nachhaltigen Lebensweise eine Plattform zu geben, den Kauf von Gebrauchtem zu bewerben und voranzutreiben. Mit Aufnähern, Aufbüglern und Siebdruckvorlagen soll jede und jeder die Möglichkeit bekommen, seine Secondhandschätze selbst mit einem „Label“ zu versehen, wie das die großen Konzerne und Firmen mit ihren Logos tun. Veronica Falius: „Secondhand zu kaufen ist nicht nur günstig, sondern auch verantwortungsvoll, da es Ressourcen schont und man die Produkte so lange benutzt, wie es noch geht. Secondhand-Objekte müssen sich neben ihren „Firsthand-Kollegen“ nicht verstecken!“

    Verschiedene Aktivitäten rund um das Label werden in Zukunft Gemeinschaft im Quartier anzetteln: Geplant sind gemeinsame Siebdruckaktionen auf Flohmärkten und bei Reparaturcafés, Gesprächs- und Diskussionsrunden über die Herstellung unserer Kleidung und der damit verbundenen Ressourcenverschwendung und eine Modenschau. Umgesetzt werden soll das NachhaltigkeitsExperiment in Kooperation mit lokalen Geschäften und kleinen Betrieben vor Ort: „Wir wollen die Oststadt unterstützen“, so Jonas Baumhauer, „die realen Menschen, die sich nur einen Steinwurf von unserer Wohnung entfernt befinden.“

    Secondhand entschleunigt und macht Spaß

    Die MacherInnen von Second Future wollen mit ihrem Projekt auch zur Entschleunigung des Lebens im Stadtteil beitragen. Sie sehen das Gebrauchtkaufen als Alternative zur atemlosen Jagd nach dem neusten Trend und als einen Weg, Einfluss zu nehmen auf die beschleunigten Strukturen von Handel und Wirtschaft.

    Und dann macht Secondhandkaufen natürlich auch einfach Spaß! Auf ihren Schatzsuchen und Beutezügen werden GebrauchtkäuferInnen immer immer wieder mit Dingen belohnt, die auch deshalb ganz besonders sind, weil sie eine Geschichte haben: „Mein Mischpult habe ich mir auch gebraucht gekauft und wieder in Schuss gebracht“, erzählt Jonas Baumhauer. „Neu hätte ich mir das nicht geleistet und die paar Kratzer und Macken stören mich überhaupt nicht. Im Gegenteil, ich finde es schön, dass vor mir schon andere Spaß damit hatten.“

    Ihr findet, die geplanten Aktionen von Second Future klingen spannend? MitmacherInnen können sich ab jetzt bei uns melden oder sich via Facebook, Twitter und Blog auf dem Laufenden halten!


     

  36. Vorhang auf für Euch! Das NachhaltigkeitsExperiment „KREATIV-SALON“ lädt zum Musizieren, Tanzen & Theaterspielen in den Zukunftsraum ein

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    Mit tollen Ideen, wie Gemeinschaft und Entschleunigung in der Karlsruher Oststadt vorangebracht werden können, überzeugten die Teams von BEETE & BIENEN, KREATIV-SALON, OSTSTADT TREFF und SECOND FUTURE die Jury von „Dein NachhaltigkeitsExperiment“: Ab August werden die vier Gewinnergruppen ihre Konzepte mitten drin im realen Leben der Oststadt erproben. Vorab gibt‘s für Euch aber jetzt schon mal mehr Infos zu den einzelnen Projekten. Los geht’s mit dem NachhaltigkeitsExperiment „Kreativ-Salon“! 

    Theaterspielen, Tanzen, Musizieren, Singen, in Gemeinschaft etwas Neues schaffen – darum dreht sich das NachhaltigkeitsExperiment „Kreativ-Salon“ von Daniela Kastner, Kristjan Tamm und Roman Hernitschek. Der Plan: Alle zwei bis vier Wochen werden die drei Kreativ-ExpertInnen eine Einladung aussprechen und den Zukunftsraum in der Rintheimer Straße 46 in eine musische Werkstatt verwandeln.

    Jeder kann mitmachen

    Jeder kann mitmachen – das ist der angehenden Theaterpädagogin und den beiden Musikern dabei besonders wichtig, erzählen sie uns. „Keiner muss Angst haben, Kasperletheater vormachen zu müssen oder bloßgestellt  zu werden“, versichert Daniela Kastner. „Wir werden mit viel Spaß an die Sache herangehen. Was wir wollen, ist eine Bereicherung für die Menschen in der Oststadt sein.“

    Der Kreativ-Salon im Quartier wird sowohl offene Treffen als auch konkrete Workshops anbieten. Eventuell sollen die Schwerpunkte Theater, Tanz und Musik noch erweitert werden: Um eine Schreibwerkstatt oder die Bereiche bildende Kunst und Fotografie. Im Fokus steht bei allen Angeboten auch immer die Entwicklung von Wissen und Fähigkeiten. „Da kann man viele positive Effekte in den eigenen Alltag mitnehmen“, erklärt Daniela Kastner, die hauptberuflich an der Lidellschule in der Oststadt als Lehrerin arbeitet. „Zum Beispiel können Theaterübungen ganz viele Prozesse anstoßen und handfeste Fertigkeiten entstehen lassen.“ Was im Kreativ-Salon passiert, soll außerdem in Form von Sammlungen, Ausstellungen, Videos und Fotocollagen für die TeilnehmerInnen festgehalten werden.

    Nachhaltigkeit funktioniert nicht ohne Kreativität

    Und was hat der Kreativ-Salon in der Oststadt mit Nachhaltigkeit zu tun, mit Gemeinschaft und Entschleunigung? „Kreativität setzt eine Offenheit für Neues voraus“, ist sich Gitarrist, Dirigent und Musikpädagoge Kristjan Tamm sicher. „Und wenn man Nachhaltigkeit schaffen will, braucht man genau diesen offenen Raum.“ Auch auf dem Weg in Richtung Nachhaltigkeit gehe es schließlich darum, innovativ zu sein und neue Wege zu finden. Sänger und Musikpädagoge Roman Hernitschek findet außerdem: „Wenn man sich in einer Gruppe kreativ beschäftigt, dann stärkt das die Gemeinschaft. Und letztlich entschleunigt die Konzentration auf etwas ganz anderes dann auch den Alltag.“

    Und was bedeutet Kreativität für das „gute Leben“ des Einzelnen? „Obwohl am Anfang des kreativen Prozesses Nichtwissen und Unsicherheit stehen, weil man ja noch gar nicht weiß, was am Ende dabei herauskommen wird, setzt beim Arbeiten ab einem bestimmten Punkt eine gewisse Ruhe und Freude ein“, sagt Kristjan Tamm. „Und das sind beides Qualitäten, die für mich eigentlich das gute Leben ausmachen.“

    Habt ihr auch Lust auf mehr kreative Momente in Eurem Leben und Eurem Quartier? MitmacherInnen können sich ab jetzt bei uns melden oder sich via Facebook, Twitter und Blog auf dem Laufenden halten!

  37. Da will was aus dem Ei: Die Gewinner-Ideen von „Dein NachhaltigkeitsExperiment“ stehen fest!

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    Trommelwirbel – es ist soweit! Bis zum 12. Juni 2016 haben wir von Quartier Zukunft in Kooperation mit der Bürgerstiftung Karlsruhe Menschen gesucht, die Gemeinschaft und Entschleunigung in der Karlsruher Oststadt anstiften wollen. Wir haben uns über jede Menge Post von Euch gefreut  – und sind nach unseren Jury-Tagen stolz und glücklich, heute die NachhaltigkeitsExperimente bekannt zu geben, die in der Oststadt in den nächsten neun Monaten Zukunft anzetteln werden…

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    NachhaltigkeitsExperiment „Beete & Bienen“

    Yummy: Die Oststadt wird essbar! Bei Beete & Bienen geht’s um Naschbeete im öffentlichen Raum – und zwar für Menschen und Bienen! Beeren, Kräuter, Obst und Gemüse sollen mitten in der Oststadt wachsen und gedeihen, zum Probieren einladen, unseren Oststadt-Bienen einen Lebensraum bieten und die summenden Bestäubungsexpertinnen mit Nektar und Pollen versorgen.

    Der Gemeinschaftsaspekt: Zum Imkern, beim Bienenbeuten- und Beetebauen kommen die Menschen aus der Oststadt mit den GärtnerInnen und ImkerInnen von Beete & Bienen zusammen, tauschen Wissen und Erfahrung aus, lernen sich kennen und erleben die Oststadt als unseren gemeinsamen Lebensraum. Alles hängt zusammen: Pflanzen, Bienen, Menschen…

    Das Entschleunigungsplus: Das Arbeiten mit Pflanzen und Bienen geschieht im Einklang mit dem Rhythmus der Natur: Alles braucht seine Zeit, alles hat seine Zeit. Beschleunigung funktioniert hier nicht! Erwachsene und Kinder machen eine Pause auf ihren alltäglichen Wegen durch die Oststadt, um Obst zu pflücken oder Bienen zu beobachten…

     

    NachhaltigkeitsExperiment  „Kreativ-Salon“

    Raum und Zeit für Kreativität – darum dreht sich das Experiment „Kreativsalon“, das zu Musik, Gesang und Theaterspiel im Zukunftsraum und darüber hinaus einladen wird.

    Der Gemeinschaftsaspekt: Zusammen Musik machen, Theaterspielen, musische Projekte verwirklichen: Der Kreativ-Salon möchte den Menschen in der Oststadt das Angebot machen, gemeinsam schöpferisch zu sein, sich selbst und die anderen neu zu entdecken und die gemeinsame Verbundenheit als Quelle für Energie und Innovation kennenzulernen.

    Das Entschleunigungsplus: Kreativität braucht Zeit. Der Kreativ-Salon will ein Raum sein, der Entschleunigung, Konzentration, Zu- und Hinhören möglich macht.

     

    Nachhaltigkeitsexperiment „Oststadt-Treff“

    Ein fester Treffpunkt in der Oststadt für Jung und Alt, Zugezogene und Alteingesessene, MigrantInnen und Ur-KarlsruherInnen: Das Experiment „Oststadt-Treff“ will die Menschen der Oststadt jeden Montag im Zukunftsraum einander näher bringen. Daneben sind auch Diskussionsabende und weitere Veranstaltungen geplant.

    Der Gemeinschaftsaspekt: Der „Oststadt-Treff“ möchte als feste Institution Begegnungen möglich machen – auch solche zwischen Menschen, die Unterstützung benötigen und solchen, die Unterstützung gewähren können. Zugezogene finden schneller Anschluss, Alleinerziehende oder Eltern mit Kindern können auf ältere Menschen treffen, die Zeit haben, geflüchtete Menschen lernen OststädterInnen kennen, die sich auskennen und bei der Integration behilflich sein können. Das Programm des Treffs soll Spiel- und Handarbeitsangebote, Hobby-Präsentationen, gemeinsames Lesen, Tauschmärkte für Pflanzen und Kleidung und vieles mehr umfassen.

    Das Entschleunigungsplus: Der Oststadt-Treff will ein Ruhepunkt sein und eine Gelegenheit, sich füreinander Zeit zu nehmen.

     

    Nachhaltigkeitsexperiment „Second Future“

    Einem Pullover oder Laptop sieht man nicht an, ob er neu oder gebraucht gekauft wurde. Das Experiment „Second Future“ will die nachhaltige Kaufentscheidung für gebrauchte Produkte visualisieren und helfen, Gleichgesinnte zu finden: Via Secondhand-Label, das Wandel sichtbar macht!

    Der Gemeinschaftsaspekt: Siebdruckaktionen, das Aufnähen und Aufbügeln von Logos, Gespräche und Diskussionsrunden, die die Herstellungsbedingungen unserer Kleiderberge zum Thema haben: Mit verschiedenen Aktionen rund um das Thema Mode soll Gemeinschaft angezettelt werden und auch ein Bewusstsein für die Belange jener Menschen geschaffen werden, die in Billiglohnländern unsere Kleidung nähen.

    Das Entschleunigungsplus: Second Future versus Fast Fashion: Wenn wir nicht ständig dem neusten Trend hinterhecheln und dauernd auf der Suche nach neuen Produkten sind, entschleunigt das unser Leben. So können auch die Menschen in der Oststadt ganz praktisch Einfluss auf die Beschleunigungsmechanismen in Wirtschaft und Handel nehmen.

     

    Liebe Bewerberinnen und Bewerber, wir bedanken uns aufs Herzlichste für alle Einsendungen! Und sind gespannt auf die nächsten neun Monate mit Euch und Euren NachhaltigkeitsExperimenten. Wir freuen uns auf Eure Flausen!

    Für alle, die gerne mehr erfahren wollen: Die eingereichten NachhaltigkeitsExperimente werden am Montag, den 4. Juli, um 18.30 Uhr im Zukunftsraum bei unserer öffentlichen KICK OFF-Veranstaltung zu sehen sein! Mehr Details dazu finden sich in unserem Kalender.

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  38. „Dein NachhaltigkeitsExperiment“: Gemeinschaft und Entschleunigung in der Karlsruher Oststadt

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    Los geht‘s: Quartier Zukunft sucht in Kooperation mit der Bürgerstiftung Karlsruhe ab sofort Menschen, die Gemeinschaft und Entschleunigung in der Karlsruher Oststadt anstiften wollen. Dabei soll es um nichts weniger gehen als das gute Leben der Zukunft. Und: um Dich. Was geschieht, wenn Du Dein Leben änderst? Mach die Zukunft zu Deiner Sache und starte Dein eigenes NachhaltigkeitsExperiment! Nimm Dir Zeit für Deine Flausen. Nimm Dich und Deine Ideen ernst. Zettel Zukunft an! Wir unterstützen Euch und Eure Experimente mit insgesamt 12 000 Euro. Bewerben könnt Ihr Euch bis zum 12. Juni 2016.

    Wir sind uns sicher: Nachhaltigkeit zielt auf Gemeinschaft, Nachhaltigkeit braucht Gemeinschaft. Denn nur in Verbundenheit, miteinander und füreinander lässt sich ein tiefgreifender Wandel gestalten. Wir müssen wieder mehr miteinander in Beziehung treten, uns ganz, offen und ehrlich begegnen. Dazu braucht es mehr als ‚social media‘. Wenn es wirklich um eine nachhaltige Entwicklung gehen soll, müssen wir vieles grundlegend hinterfragen. Neues wagen, uns ändern: Das geht nicht allein, nur gemeinsam. Wir brauchen einander, um die Welt und uns selbst neu und anders kennenzulernen – und um uns zu unterstützen.

    Außerdem hat die Art, wie wir gegenwärtig miteinander und der Erde umgehen, viel mit Beschleunigung zu tun. Wir machen Myriaden von Sachen – und sind längst zu schnell geworden, um über unser Tun und die Folgen nachdenken oder gar ein feines Gespür für unsere Umwelt und Mitwelt entwickeln zu können! Eine Kultur der Nachhaltigkeit fordert das Gegenteil: Entschleunigung. Weil es Zeit braucht, sich des eigenen Handelns bewusst zu werden und es gegebenenfalls zu ändern. Und weil ich mir Zeit lassen muss, um mit meiner Welt und meinem Gegenüber achtsam umzugehen.

    Ein NachhaltigkeitsExperiment – was ist das?

    Weil Nachhaltigkeit also weder im Alleingang gestemmt werden kann noch ad hoc funktioniert, wollen wir Euch dabei unterstützen, Gemeinschaft und Entschleunigung in der Karlsruher Oststadt voranzubringen. Aber was ist das überhaupt – ein NachhaltigkeitsExperiment?

    Im Prinzip ist es schlicht ein Versuch, etwas Neues, Nachhaltiges in die Welt zu bringen: ein Experiment eben, das wissenschaftlich begleitet und unterstützt wird. Dabei findet das Ganze nicht im Labor statt, sondern läuft mitten drin im realen Leben der Oststadt. Damit setzen wir ausdrücklich auf eine Wissenschaft, die mit den BürgerInnen rechnet und Forschung in genau den Raum verlegt, um den es ja eigentlich geht: die Lebenswelt der Menschen.

    Neue, zukunftsträchtige Lebensweisen kann man (Gott sei Dank!) nicht vorab berechnen. Aber ausprobieren, das geht! Gemeinsam versuchen wir uns im Entdecken und Üben von etwas, was wir alle noch nicht genau kennen. Trotzdem bleibt es dabei: „Dein NachhaltigkeitsExperiment“, das sind Eure Ideen. Ihr seid die MacherInnen. Das Quartier Zukunft-Team begleitet Euch auf dieser spannenden Reise wissenschaftlich.

    Es geht um: Dich

    Eines noch: Dein Experiment sollte mit Dir zu tun haben. Es geht darum, Gemeinschaft(sbildung) und Entschleunigung aufrichtig in Dein eigenes Leben miteinzubeziehen. Was wir unterstützen wollen, ist nicht etwa ein nachhaltiges ‚Produkt‘, sondern das Sich-Einlassen: auf Nachhaltigkeit, Gemeinschaft, Entschleunigung, die Karlsruher Oststadt und Deine ureigenen Flausen.

    Beispiele für NachhaltigkeitsExperimente findet Ihr hier nicht. Wir wollen ja Eure Ideen, nicht unsere. Wir geben nur den Rahmen vor:

    Das Experiment hat eine Laufzeit von neun Monaten, dauert von Anfang Juli 2016 bis Ende März 2017. Dabei sein sollen zu Wettbewerbsbeginn mindestens drei Personen – es können und sollen aber im Verlauf gerne mehr Menschen werden! Die Umsetzung Eurer Idee darf noch nicht begonnen haben, kann aber in ein bestehendes Projekt eingebettet sein. Gefördert werden voraussichtlich drei bis vier Experimente. Die ausführlichen Teilnahmebedingungen und das Formular für die Kurzbeschreibung Eures Experiments findet Ihr hier:

    Bewerbungsformular_deinExperiment

    Teilnahmebedingungen_deinExperiment

    Einsendeschluss ist der 12. Juni.

    Und jetzt: überlegt, schreibt, malt, filmt…

    Schickt uns Eure Idee zu Eurem NachhaltigkeitsExperiment! Wir freuen uns auf Euch und Eure Post!

    Das Quartier Zukunft-Team

     

     

    Du willst mehr wissen zu den Themen Gemeinschaft, Entschleunigung und Nachhaltigkeit?

    Folgend findest du nochmals unsere Kurzfilme und hier einige weiterführende Links. Im Zukunftsraum gibt es zudem ab Mitte Mai eine kleine Präsenzbibliothek, in der Du gerne zu unseren Öffnungszeiten vorbeischauen kannst.


     

  39. „Da ist Kreativität gefragt.“ Der Physiker und Philosoph Armin Grunwald über Entschleunigung, Gemeinschaft und die Rolle der Wissenschaft auf dem Weg dorthin

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    Armin Grunwald beschäftigt sich am Karlsruher Institut für Technologie unter anderem mit Technikethik, Technikphilosophie und den Bedingungen für eine nachhaltige Entwicklung. Im Rahmen von DeinNachhaltigkeitsexperiment haben wir mit ihm über die Links zwischen Gemeinschaft, Entschleunigung und Nachhaltigkeit gesprochen. Und wollten wissen, ob und auf welche Weise die Wissenschaft zur Förderung von Entschleunigung und Gemeinschaftsbildung beitragen kann…

     Armin Grunwald Bild

     

    Quartier Zukunft: Herr Grunwald, was bedeuten denn die Begriffe Gemeinschaft und Entschleunigung für Sie?

    Grunwald: Also vom Wort her gedacht – das Wort Entschleunigung ist ja ein Kunstwort. Dass wir das überhaupt benutzen, dass es jemand erfunden hat und dass es auch noch so viel Anklang findet, liegt ja daran, dass es den Gegenbegriff  Beschleunigung gibt.

    Der Ausgangspunkt von Entschleunigung ist das Unwohlsein mit der Beschleunigung

    Und dahinter steckt dann auch irgendwo die Wahrnehmung vieler Menschen, dass die Beschleunigung, die wir ja in vielen Lebensbereichen beobachten, spüren, unter deren Einfluss wir stehen, als problematisch wahrgenommen wird. Also ein Unwohlsein mit einer dauernden Beschleunigung, deswegen reden wir über Entschleunigung! Und damit kann ja dann vom Wort her nur gemeint sein, dass man aus der Beschleunigung rausgeht. Das ist für mich noch nicht die Entdeckung der Langsamkeit mit Watzlawick oder wem auch immer, es ist einfach ein Abbremsen, ein Anhalten eines gefühlten, dauernden Beschleunigungsvorganges, so dass am Ende vielleicht, wenn man in physikalischen Termini spricht, eine konstante Geschwindigkeit steht.

    Quartier Zukunft: Um dann einen eigenen Rhythmus zu finden?

    Grunwald: Ein Gleichgewicht, so kann man das vielleicht metaphorisch beschreiben.

    Quartier Zukunft: Und Gemeinschaft? Was heißt das für Sie?

    Grunwald: Gemeinschaft ist für mich ein Begriff aus dem Bereich, wo Menschen miteinander leben und ich sehe ihn ein bisschen als Gegenbegriff zu Gesellschaft.

    Im Gegensatz zum Gesellschaftsbegriff ist Gemeinschaft konkret: Dass man seine Bezüge hat zu anderen Menschen

    Gesellschaft ist eben ein Abstraktum, ein Konstrukt. Und Gemeinschaften, das sind Konstellationen von Menschen, die bestimmte Lebensbereiche teilen, die sich in einer Gemeinschaft mit anderen beheimaten, sozial beheimaten, die persönliche Bezüge ausprägen, die vielleicht in einer Gemeinschaft auch ein gemeinsames Ziel verfolgen oder eine ganze Gruppe von gemeinsamen Zielen, die also etwas gemeinsam haben. Und im Gegensatz zum Gesellschaftsbegriff ist es das Konkrete. Dass man eben seine Bezüge hat mit anderen Menschen.

    Quartier Zukunft: Und was haben Entschleunigung und Gemeinschaft für Sie mit Nachhaltigkeit oder nachhaltiger Entwicklung zu tun?

    Grunwald: Das ist nicht ganz so leicht. Was die Entschleunigung betrifft: Wir haben im integrativen Konzept*  immerhin bei den institutionellen Regeln eine dabei, zu der man einen Bezug herstellen kann. Das ist die Regel zur Reflexivität, die besagt, man braucht, um nachhaltig sein zu können, Zeit, um sich über die Folgen Gedanken machen zu können.

    Für nachhaltiges Handeln braucht man die Zeit, sich über die Folgen des Handelns Gedanken machen zu können

    Und man braucht auch die Möglichkeit, die Ergebnisse des Nachdenkens wiederum in die Handlungen zurückführen zu können. Und wenn die Beschleunigung, die ja in vielen Lebensbereichen stattfindet, dazu führt, dass diese Zeit nicht mehr da ist, dann ist eine ganz zentrale Voraussetzung für Nachhaltigkeit weg. Es gibt ja Leute, die vermuten, dass die große Banken- und Weltwirtschaftskrise vor ein paar Jahren mit einem solchen Effekt zu tun hatte. Dass über Milliarden Entscheidungen in Sekundenschnelle getroffen werden mussten und dann sind eben solche Dinge passiert. Das ist vielleicht ein Beispiel für ein nicht-nachhaltiges Geschehen durch zu viel Beschleunigung.

    Quartier Zukunft: Und wenn wir jetzt den Gemeinschaftsbegriff im Kontext von nachhaltiger Entwicklung sehen?

    Also da könnte ich mir nur zwei Relationen vorstellen. Zum einen ist Gemeinschaft, das In-Gemeinschaft sein mit anderen, erst einmal eine Ressource für Nachhaltigkeit. Also das Beheimatet-sein, das Diskutieren mit anderen, mit denen man in Gemeinschaft, in Gemeinschaften lebt, ist eine Ressource, aus der nachhaltiges Denken und Handeln entstehen kann und auch oft entsteht. Viele Gemeinschaften im Bereich Zivilgesellschaft haben ja dann auch die Nachhaltigkeit entsprechend hier und da weitergebracht.

    Gemeinschaft ist eine Ressource für Nachhaltigkeit

    Umgekehrt kann ich mir auch vorstellen, dass Nachhaltigkeit als Postulat  in den verschiedenen Themenbereichen, die es überdeckt, dazu führt, dass Gemeinschaft, dass Gemeinschaften entstehen. Dass Menschen sich unter einem Thema, einem Ziel, das mit Nachhaltigkeit zu tun hat, versammeln und etwas gemeinsam in die Hand nehmen. Und ich kann mir da vorstellen, dass gerade in Stadtteilen dann auch eine solche gemeinschaftsförderliche Wirkung gemeinsamer Zielsetzung im Bereich Nachhaltigkeit durchaus nicht nur wünschenswert ist, sondern auch passiert.

    Quartier Zukunft: Wir befinden uns hier ja an einem wissenschaftlichen Institut. Welche Beiträge kann denn die Wissenschaft Ihrer Meinung nach zur Förderung von Entschleunigung oder Gemeinschaftsbildung beitragen?

    Grunwald: Da bin ich ein bisschen skeptisch, weil Aufgabe der Wissenschaft ja zunächst die Erforschung ist und nicht unbedingt die Intervention in gesellschaftliche Bereiche. Mit der Erforschung kann jedenfalls bereits eine Menge erbracht werden, was zu einer Förderung beitragen kann, man kann nämlich Modelle entwickeln. Ich stelle mir nur mal als Beispiel vor, wenn die Wirtschaftswissenschaftler es schaffen würden, Wettbewerbsmodelle zu entwickeln, die nicht eine dauernde Beschleunigung verursachen. Es ist ja mittlerweile im globalisierten Wettbewerb so, dass sich Konkurrenten weltweit beobachten und jeder der Erste sein will. Und das ist eine der Hauptquellen der ganzen Beschleunigungsgeschichte. Und da wäre es an der Wissenschaft, Modelle zu entwickeln, wie Wettbewerb eben auch auf eine andere Weise funktionieren kann. Da ist dann Kreativität gefragt!

    Die Wissenschaft kann Modelle liefern – und da ist Kreativität gefragt

    Und analog dürfte es bei Gemeinschaft Hinweise aus dem Bereich der Sozialwissenschaft geben, worauf man achten muss, welche Fehler man nicht machen sollte und so weiter. So kann Wissenschaft auch faktisch helfen. Ändert aber nichts daran, dass das Praktische, die Umsetzung von Entschleunigung oder Gemeinschaft, von den Menschen selbst in die Hand genommen werden muss – zu denen die Wissenschaftler dann natürlich auch hin und wieder gehören. Und da gibt’s sicher Brückenbauer, die in der Lage sind, das, was in der Wissenschaft aus der Forschung zu lernen ist, in die Praxis umzusetzen. Dabei kommt es dann allerdings auch auf Glaubwürdigkeit an. Und wenn Wissenschaftler über Entschleunigung forschen, sollten sie zum Beispiel nicht dauernd ihre eigene Publikationstätigkeit beschleunigen! (lacht) Also wir stehen ja selbst in diesem System und unter dem Druck, dauernd mehr und schneller zu arbeiten.

    Quartier Zukunft: Kann man Entschleunigung oder Gemeinschaft eigentlich einüben? Gibt es in Ihren Augen etwas, das jeder selbst tun kann?

    Grunwald: Man kann ja nicht an allen Ecken und Kanten dieser Welt etwas ändern. Also wir können uns jetzt nicht einfach hinsetzen und sagen: Wir ändern das Wirtschaftssystem. Sondern da gibt es Zwänge, die werden auch noch eine Weile laufen und in denen muss man die Regeln einhalten, sonst fliegt man raus.

    Wir brauchen Inseln, die Platz lassen, anders zu leben

    Und da ist es dann romantisch, wenn man über Entschleunigung redet. Aber dann ist es umso wichtiger, wenn man in einem solchen System drin ist, dass man Inseln schafft, wo man eben auch anders leben kann.

     

    Armin Grunwald ist Physiker, Philosoph und Leiter des Instituts für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), an dem er außerdem einen Lehrstuhl für Technikphilosophie und Technikethik inne hat.  Außerdem leitet er das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) in Berlin.

     

    (*Das Integrative Konzept nachhaltiger Entwicklung ist ein wissenschaftliches und ethisches Konzept, das die Helmholtz-Gemeinschaft am Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) in Karlsruhe entwickelt hat. Es formuliert Regeln, die dabei helfen sollen, Nachhaltigkeit möglich zu machen. Armin Grunwald bezieht sich im Interview auf die Reflexivitätsregel, die besagt: „Institutionen müssen dazu beitragen, eine über die Grenzen partikularer gesellschaftliche Bereiche hinausgehende Reflexion gesellschaftlichen Handelns insgesamt zu ermöglichen.“ )

     

     

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  40. Schwing mit der Welt! Der Soziologe Hartmut Rosa über Gemeinschaft, Nachhaltigkeit und Auswege aus der Beschleunigungskrise

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    Schneller, höher, weiter, verdammt zum ewigen Dynamischsein: Hat die kapitalistische Steigerungslogik uns zunächst Wohlstand, Frieden und Demokratie gebracht, strampelt die Wachstumsgesellschaft heute maximalbeschleunigt und seelisch ausgebrannt der großen Krise entgegen. Für den Soziologen Hartmut Rosa ist die Ursache unseres Scheiterns Entfremdung, die er denkt als eine zunehmende Beziehungslosigkeit zur Welt. Aber vielleicht ist der Hoffnungsfunke ja die menschliche Begabung zu knisternder Resonanz… Wir haben mit dem Zeittheoretiker für Dein NachhaltigkeitsExperiment über Gemeinschaft, Nachhaltigkeit und Auswege aus der Beschleunigungskrise gesprochen.


    © juergen-bauer.com

    © juergen-bauer.com

    Warum ist die Wachstumsgesellschaft so eine grandiose Versagerin, wenn es um Gemeinschaft geht? Und warum klappt’s bei ihr partout nicht mit der Nachhaltigkeit? Für Hartmut Rosa sind das Symptombilder ein und derselben Krankheit, nämlich der jeden Lebensbereich erfassenden, sozialen Beschleunigung.

    Und die ist ihrerseits eng verwoben mit unserem wachstumsbasierten Wirtschaftssystem: Während wir durch unser Leben rasen mit dem Ziel, den Wachstumsmotor auf Teufel-komm-raus am Laufen zu halten, sind uns Welt und Mitmenschen zur reinen Ressource geworden. Wir rennen, rennen, rennen – und „Entschleunigungsoasen“ wie Yogastunde, Urlaub oder Weihnachten dienen lediglich dazu, uns fit zu kriegen für die nächste Beschleunigungsrunde.

    Auf der Strecke bleibt für Rosa dabei die Resonanz, das heißt das empathische „Mitschwingen“, der lebendige Austausch, die Verbindung zwischen dem Einzelnen und seiner Welt. Wir können uns die Dinge, Menschen und  Handlungen, die uns umgeben, nicht mehr „anverwandeln“  – und bleiben leer und entfremdet zurück. Sind wir zu schnell geworden, um uns von etwas berühren zu lassen, mitzuschwingen, empathisch gestimmt und glücklich zu sein? Antwortet uns die Welt nicht mehr? Hartmut Rosa denkt: ja.

    Trotzdem gibt es die Hoffnung, durch resonanzsensibles Fühlen und Handeln etwas zu ändern, die Welt zum Sprechen zu bringen und ihr auch wieder antworten zu können. Schwing mit der Welt! Sollte uns Resonanz gelingen, sind für Hartmut Rosa Gemeinschaft und nachhaltiges Handeln nicht nur denkbar – sondern die logische Konsequenz.

     

    Quartier Zukunft: Herr Rosa, Quartier Zukunft möchte mit „Dein NachhaltigkeitsExperiment“ Gemeinschaft und Entschleunigung in der Karlsruher Oststadt voranbringen. Was bedeuten denn in Ihren Augen Gemeinschaft und Entschleunigung für das Individuum, die Gesellschaft, für so etwas wie das „gute Leben“?

    Rosa: Da gibt es tatsächlich einen engen Zusammenhang zwischen Entschleunigung und Gemeinschaft, wobei mir da wirklich wichtig ist, deutlich zu machen, dass ich kein Entschleunigungspapst oder Entschleunigungsguru oder so etwas bin. Und ich glaube sogar, wenn Sie so einen Wettbewerb ausschreiben oder wenn immer mehr Menschen von Entschleunigung träumen, dann geht’s ihnen ja nicht wirklich nur um Langsamkeit. Langsamkeit ist ja kein Selbstzweck. Ein langsamer Notarzt oder Feuerwehrwagen bringt nichts und eine langsame Achterbahn ist ehrlicherweise katastrophal, weil dann stürzt das Ding ab! Und eine langsame Internetverbindung ist auch nicht toll! Also: Wenn Menschen von Entschleunigung reden, dann meinen sie was anderes! Und ich glaube, was sie da eigentlich meinen, ist eine andere Art, oder die Möglichkeit auf andere Weise mit der Welt in Kontakt zu kommen.

    Anverwandlung heißt: mit der Welt schwingen, statt sie zu benutzen

    Die Entschleunigungsbewegung wird eigentlich getrieben von der Sehnsucht, auf andere Weise in der Welt zu sein. Das heißt anders – und die Hoffnung ist  meistens: intensiver – in Kontakt zu treten mit anderen Menschen, da haben Sie sozusagen den Gemeinschaftsaspekt, aber auch mit den Dingen, mit denen wir umgehen und mit dem Ort, an dem wir leben. Und dafür verwende ich den Begriff der „Anverwandlung“. Ich glaube, die Hoffnung und der Wunsch, der dahintersteht, wenn man „Entschleunigung“ sagt, liegt darin, sich Dinge so zu eigen machen zu können, dass sie einen berühren oder erreichen und dass man auch merkt, man verändert sich in der Auseinandersetzung damit. Man macht sie sich zu eigen nicht im Sinne von „Aneignung“(„Das habe ich jetzt auch noch bei mir im Schrank liegen, das habe ich abgehakt!“), sondern im Sinne einer Anverwandlung als etwas, das mich prägt, was mir was bedeutet, was mir etwas sagt.

    Die Heimat und das Stadtquartier als Weltausschnitt, der mir etwas sagt und der mich angeht

    Wenn man Gemeinschaft sagt, liegt ja, gerade wenn‘s um Stadt geht, der Heimatbegriff nahe. Und ich glaube, Heimat ist nicht einfach und schon gar nicht notwendig der Ort, von dem man herkommt – der kann oft ganz öde sein. Heimat, das ist ein anverwandelter Weltausschnitt, den man sich so zu eigen gemacht hat, dass er geradezu zu sprechen beginnt. Wir sagen dann ja auch: Das sagt mir was! Das spricht mich an! Und ich glaube, darum geht es. Und so bin ich auch dahin gekommen, zu sagen, das Problem mit der Beschleunigung ist nicht einfach die Geschwindigkeit – die ist in vielerlei Hinsicht sehr schön, die Erfahrung auch lustvoll – aber wenn wir so schnell handeln müssen und Räume so schnell durchqueren und sich die Nachbarn so schnell ändern, dass wir keine Chance mehr haben, sie uns in diesem Sinne anzuverwandeln, dann haben wir ein Problem damit. Und den Gegenbegriff zur Anverwandlung, oder zur Resonanz, den nenne ich Entfremdung, und diese kann natürlich auch dadurch entstehen, dass ich das Gefühl habe, ich habe überhaupt nichts mitzureden, mitzugestalten. Die Welt verändert sich um mich herum – vielleicht im Stadtteil oder in der Stadt – ohne dass die Veränderung irgendeinen Bezug zu mir hat, da tritt dann Entfremdung ins Spiel. Also ich glaube, getrieben wird die Entschleunigungsbewegung von dem, was ich Resonanzhoffnung nenne, oder das Verlangen nach Resonanz, dass wir uns die Dinge anverwandeln können. Und das umfasst eben auch eine spezifische Form der Sozialbeziehung. Gemeinschaft bedeutet nämlich, dass es uns gelingt, im Umgang miteinander so etwas wie Resonanzbeziehungen aufzubauen, dass wir das Gefühl haben, wir gehen einander etwas an, wir erreichen uns gegenseitig.

    Quartier Zukunft: Kann man Gemeinschaft und Entschleunigung eigentlich einüben? Also zum Beispiel im Zusammenhang mit unserer Quartiersarbeit – aber auch im Leben jedes Einzelnen? Glauben Sie, dass das möglich ist?

    Rosa: Nicht so einfach. Denn unser Zeitumgang und auch unsere Beziehungsformen hängen eben nicht nur am Einzelnen; wir sind immer eingebettet in zeitliche Strukturen oder auch in soziale Strukturen, die wir nicht alleine bestimmen können. Deshalb sind mir Ideologien suspekt, die sagen, ja, wenn Du nur die richtige Achtsamkeitstechnik hast oder von mir aus das richtige Zeitmanagement, dann klappt das schon. Und genau das klappt eben nicht. Was die meisten Menschen ja meinen mit Entschleunigung, ist, dass sie nicht so gehetzt sein wollen. Man hat heute bei den allermeisten Verrichtungen ja das Gefühl, dass man schon zu spät dran ist und dass man sich bitteschön beeilen soll. Zeitknappheit ist ein generelles Problem! Und das hat überhaupt nichts mit dem Tempo des Lebens zu tun. Das ist mir wirklich wichtig zu sagen! Dieses Gefühl, dass uns die Zeit knapp ist, hängt nicht von der Geschwindigkeit, mit der wir Dinge tun, ab, sondern: Zeitknappheit ist eine Empfindung, die entsteht, wenn es ein Missverhältnis gibt zwischen der Zeit, die wir brauchen, um die Dinge auf unserer To-do-Liste zu erledigen und der Zeit, die wir zur Verfügung haben.

    Wir sind nicht zu langsam, wir haben explodierende To-do-Listen

    Und daraus kann man lernen, dass diese Sache mit der Entschleunigung eigentlich nicht am Tempo, mit dem wir Dinge erledigen, liegt, obwohl wir immer denken, ich muss halt ein bisschen schneller werden, dann klappt’s schon. Genau das ist eine Illusion, weil die To-do-Liste schneller explodiert als unsere Zeitspartechniken wieder einsparen können. Aber diese To-do-Liste, die haben wir nicht alleine in der Hand. Die wird im Kollektiven, in Lebensformen und Institutionen geprägt, so dass man sehen kann: Es ist nicht unbedingt gar nichts, was man tun kann als Einzelner, aber es ist auch nicht so, dass man die Probleme einfach individuell lösen kann. Trotzdem glaube ich, wir können die Bereitschaft in uns fördern oder Bedingungen schaffen, die es uns möglich machen, in Resonanz zu treten. Von dieser Seite können wir auch anfangen, ein bisschen an uns zu arbeiten und ein bisschen wegsteuern sozusagen von der Effizienz und Steigerungsorientierung und hin zu einer Orientierung, die versucht, resonanzsensibel durch die Welt zu gehen.

    Quartier Zukunft: Und das wäre für Sie dann eine Form von „Einübung“? So können Sie sich vorstellen, dass das möglich wäre?

    Rosa: Ja. Genau genommen lautet ja meine neue, etwas veränderte Position: Wenn wir fragen, wie wir unsere Zeit verbringen, dann zielen wir eigentlich auf die Frage, wie wir unser Leben leben wollen oder umgekehrt. Und in allen diesen Hinsichten sind es eben zweiseitige Geschehnisse: Es gibt eine Weltseite, und die können wir nicht alleine verändern. Es gibt aber auch eine Subjektseite – und an der können wir beginnen zu arbeiten, indem wir versuchen, die Beziehung so zu gestalten, dass wir uns Dinge zur Heimat machen können, wenn Sie so wollen, dass Gemeinschaft entsteht, sodass wir diese Haltung einnehmen, die wir mit dem Begriff Entschleunigung verbinden.

    Quartier Zukunft: Sie haben ja jetzt von der Welt- und der Subjektseite gesprochen. Und das ist ja auch ein Thema, das gerade im Diskurs um Nachhaltigkeit immer wieder auftaucht. Also einmal, was kann ICH tun und was muss sozusagen GLOBAL getan werden. Was hat für Sie Entschleunigung mit Nachhaltigkeit zu tun? Hat das für Sie überhaupt etwas miteinander zu tun?

    Rosa: Ja, das hat schon etwas miteinander zu tun! Aufgrund solcher Fragen bin ich zu meinem Begriff der Weltbeziehung gekommen. Bei Nachhaltigkeit geht es ja wirklich um die Frage: Wie beziehen wir uns auf Welt, was machen wir damit? Und wir stellen fest, dass wir Natur vor allem als Ressource betrachten oder vor allem auch behandeln. Etwas, das wir nützen wollen. Und ich glaube, seit 200 Jahren, seit es die Moderne gibt, ist das unser kulturelles Programm: mehr Welt in Reichweite bringen. Sie sehen das ganz praktisch, wenn Sie sich beispielsweise das Transportwesen vor Augen führen. Also eigentlich geht das schon mit dem Fahrrad los, das auch eine moderne Erfindung ist: Wenn ich ein Fahrrad habe, habe ich noch das Nachbardorf in Reichweite und kann abends mal hinfahren. Und wenn ich ein Moped habe, kann ich schon in die nächste Stadt fahren, und wenn ich ein Flugzeug habe, kann ich nach London usw. Dieses In-Reichweite-bringen gilt für alle Hinsichten: Mit einem Smartphone zum Beispiel habe ich eben kommunikativ alle meine Freunde immer in Reichweite und das gesamte Weltwissen und alle Bücher. Also: Welt in Reichweite bringen ist der große Traum der Moderne, und die Natur wird uns dabei zu einer Ressource, die wir eben nützen. Und ich glaube, dieses In-Reichweite-bringen hängt ganz stark mit Aneignen statt Anverwandeln zusammen. Also: Dinge verfügbar machen.

    Ein schwer erklärbares Missverhältnis zwischen Umweltbewusstsein und Umwelthandeln

    Das Problem ist jetzt, dass wir seit langem ja ein unfassbares oder schwer erklärbares Missverhältnis finden zwischen dem Umweltbewusstsein und dem Umwelthandeln beobachten. Wir reden ja eigentlich seit dem Club of Rome-Bericht ununterbrochen von Nachhaltigkeit und verabschieden die tollsten Programme. Ich würde fast zynisch sagen: Bis jetzt, zur Pariser Klimakonferenz, wird immer wieder versprochen, dass wir jetzt mit der Nachhaltigkeit ernst machen. Aber wenn Sie sich die De-facto-Emissionen angucken oder das, was man ökologischen Fußabdruck nennt, dann stellen Sie fest: Es ist eigentlich egal, was wir sagen, das uns angeblich wichtig ist, und wie viele schöne Protokolle wir verabschieden, wir verschwenden immer mehr Ressourcen. Und das müssen wir irgendwie erklären: Woher kommt dieses Missverhältnis? Ich glaube, es kommt daher, dass wir da, wo wir ehrlich sagen, uns ist Natur wichtig, Nachhaltigkeit ist ein Wert für uns, letztlich diese Natur, unsere Umwelt als eine Resonanzsphäre konzeptualisieren oder auch wahrnehmen. Dass Natur etwas ist, das bewahrenswert ist, das zu uns in Beziehung tritt, das zu uns sogar sprechen kann oder sprechen sollte in gewisser Weise. Aber diese Haltung setzen wir nicht in unsere Praktiken um, weil wir in unserer Praxis Natur nur als Ressource betrachten und dabei dann sagen, wir müssen „Ressourcen schonen“.

    Es geht darum, die Welt zu uns in sprechende Beziehung zu setzen

    Und ich glaube, dieses Ressourcenschonen gelingt uns so nicht, wenn wir nicht dahin kommen, eine andere Beziehung zur Welt, zu den Tieren, zu den Pflanzen, zu unseren Wohnquartieren, zu den Stoffen aufzubauen. Diese Form von Beziehung müsste das sein, was ich mit dem Begriff einer Resonanzbeziehung zu beschreiben versuche. Dinge zum Sprechen bringen, sie nicht uns einfach aneignen im Sinne von verfügbar machen, sondern anverwandeln im Sinne von zu uns in eine sprechende Beziehung setzen. Wenn es uns gelingen würde, diese Art von Beziehung, die man mit dem Begriff der Gemeinschaft auf der sozialen Ebene durchaus fassen kann, wieder zu realisieren und zu beleben, dann glaube ich, dass es fast automatisch zu einem nachhaltigen Umgang mit Natur kommen würde.

    Quartier Zukunft: Herr Rosa – vielen Dank für das Gespräch. Und Ihre Zeit.

     

    Der Soziologe und  Politikwissenschaftler Hartmut Rosa lehrt Soziologie an der Universität Jena und ist Direktor des Max-Weber-Kollegs in Erfurt. Er beschäftigt sich mit sozialer Beschleunigung und ihren Folgen, ist Vordenker einer Soziologie der Weltbeziehung und denkt vor dem Hintergrund der vielfältigen Krisen unserer Wachstumsgesellschaft nach über die Möglichkeiten eines „Change by Design“ statt des drohenden „Change by Desaster“. Zuletzt ist bei Suhrkamp sein Buch „Resonanz: Eine Soziologie der Weltbeziehung“ erschienen.

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  41. Sonne für Dein Sofa! Einladung zum Freiluftwohnzimmer in der Karlsruher Oststadt

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    Am 3. und 4. Juni finden die Nachhaltigkeitstage Baden-Württemberg statt. Und die Oststadt ist dabei! Am Samstag, den 04.06., heißt es ab 14 Uhr einmal mehr: Stühle, Tische, Sofas vor die Haustür – und fertig ist Dein ‪‎Freiluftwohnzimmer! Zusammen erobern wir den öffentlichen Raum zurück. Mit Kuchen, Kaffee & ein bisschen Zeit für einander.

    Wie können in unserem durchgetakteten Alltag Räume geschaffen werden für Gemeinschaft und Entschleunigung? Probier’s mal mit Gemütlichkeit – und einem „Freiluftwohnzimmer“! Wir laden Euch herzlich dazu ein, vor den Häusern in den Straßen der Oststadt kleine Sitzgruppen einzurichten. Stühle, vielleicht ein Sofa, vielleicht ein kleiner Tisch, gerne bestückt mit Keksdose, Blumenvase oder Malsachen für Kinder – ihr habt bestimmt gute Ideen!

    Die Aktion Freiluftwohnzimmer will, genau wie Dein Nachhaltigkeitsexperiment, Zukunft anzetteln: Indem wir neue Modelle städtischen Zusammenhalts ausprobieren und Entschleunigung im urbanen Raum einüben. Sich Zeit nehmen, innehalten, in Beziehung treten mit anderen – genau das ist nämlich dringend nötig, nimmt man es ernst mit der nachhaltigen Entwicklung.

    Zusammen statt zu wenig Zeit

    Das Freiluftwohnzimmer füllt den öffentlichen Raum mit buntem Leben: Menschen kommen zufällig zusammen, unbekannte und bekannte Nachbarn begegnen sich. So werden Straßen und Plätze vorübergehend zum Lebens- und Ruheraum. Wo sonst bloß aneinander vorbei gehastet, eingekauft, geparkt, Wegstrecke überwunden wird, entschleunigen wir für alle sichtbar und machen Pause. Sonne für Dein Sofa! Zusammen statt zu wenig Zeit…

    Wann? Wo?

    Die Aktion „Freiluftwohnzimmer“ findet am Samstag, den 04.06.2016 ab 14.00 Uhr vor Euren Haustüren in den Straßen und auf den Plätzen der Karlsruher Oststadt statt. Wir vom Quartier Zukunft-Team bauen unser eigenes Freiluftwohnzimmer vor dem Zukunftsraum in der Rintheimer Straße 46 auf und freuen uns natürlich über Besuch! Die Karlsruher Schule der Nachhaltigkeit ist übrigens auch dabei und bringt ihre Fotobox mit; werdet kreativ und fotografiert Euch und Eure Sicht auf das Thema Nachhaltigkeit! Außerdem werden wir mit dem Lastenmobil in der Oststadt unterwegs sein, Euch in Euren Freiluftwohnzimmern besuchen und zur Kennzeichnung der Sitzgruppen – wie schon beim letzten Freiluftwohnzimmer – kostenfrei farbige Schleifen verteilen.

    Minigolf & Grillfest

    Plus des Oststadt-Freiluftwohnzimmers 2016: Die Minigolf-Anlage im Alten Schlachthof (zwischen Tollhaus und Futur Zwei);  sie kann zwischen 14.00 – 18.00 Uhr von Euch bespielt werden! Und ab 18 Uhr lädt das Quartier Zukunft-Team zum gemeinschaftlichen Grillen vor dem Zukunftsraum ein. Wir sorgen für Grill, Besteck, Geschirr – Essen und Trinken bitte selbst mitbringen. Bei schlechtem Wetter findet ein Picknick im Zukunftsraum statt.

    Kleiner Hinweis zum Schluss

    In Absprache mit dem Ordnungsamt gilt: Bitte achtet darauf, VerkehrsteilnehmerInnen (z.B. FußgängerInnen, RollstuhlfahrerInnen, Kinderwagen, AutofahrerInnen) nicht zu beeinträchtigen. Auch die eigene Sicherheit solltet ihr im Auge behalten. Wir bitten Euch außerdem darum, den Ort Eures Freiluftwohnzimmers am Ende des Tages wieder so zu verlassen, wie Ihr ihn vorgefunden habt – oder schöner ;-).

    Wir freuen uns!

  42. „Da fehlt ein Modell für die Stadt!“ Menschen aus der Oststadt über Gemeinschaft und Entschleunigung

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    Die Bewerbungsphase zu „Dein NachhaltigkeitsExperiment“, das Gemeinschaft und Entschleunigung in der Karlsruher Oststadt anstiften soll, läuft! Und während wir gespannt auf Eure Post warten, wollen wir die Gelegenheit nutzen, Euch, die Bürgerinnen und Bürger, zu Wort kommen zu lassen. Was bedeutet Gemeinschaft und Entschleunigung für Euer Leben? Und was hat das Ganze mit Nachhaltigkeit zu tun? Beim letzten Quartier Zukunft-Stammtisch hatten wir Gelegenheit, ein wenig ins Quartier hineinzuhorchen.

    Um die Tischtennisplatte, die im Zukunftsraum an diesem Tag als ‚Stammtisch‘ fungiert, sitzen ein Dutzend Leute. Es gibt Kekse und Tee – und eine Bitte von uns, dem Quartier Zukunft-Team: „Wir fänden es toll, wenn ihr als OststadtbürgerInnen und –bürger ein bisschen darüber erzählt, was das für euch überhaupt ist: Gemeinschaft und Entschleunigung!“

    Mhm. Alle wirken noch etwas befangen, aber schließlich traut sich ein junger Mann und macht den Anfang. „Gemeinschaft – für mich hat das mit Spaß zu tun, mit Gesellschaft und damit, bei Leuten zu sein.“ Eine junge Frau wirft ein: „ Für mich geht’s da auch einfach um ein beruhigendes Gefühl, das mir sagt, dass auch noch andere da sind.“ Relativ schnell ist man sich einig: Obwohl es alle begrüßen, dass man in der Stadt nicht ‚reinpassen‘ muss wie in so manchem Dorf und sich zurückziehen kann, wann immer einem danach ist – Gemeinschaft und Zusammenhalt, das vermissen viele StädterInnen. Aber wie man es anstellt, mehr davon ins eigene Leben zu holen, das weiß man oft nicht. „Die große Frage ist das Wie!“

    In Kontakt kommen mit Fremden – in Baden gar nicht so leicht…

    Und im Badischen scheint dieses „Wie?“ den Einzelnen hin und wieder vor ganz besondere Herausforderungen zu stellen. „Ich komme aus Norddeutschland“, sagt  einer der Herren, „und da ist das leichter! Hier in Karlsruhe will man sich nicht gegenseitig auf die Nerven gehen und es ist schwerer, an die Leute heranzukommen.“ Die Runde ist sich in puncto badisches Sozialverhalten nicht völlig eins. Dann wird das ständige Kommen und Gehen in einem Universitätsviertel wie der Karlsruher Oststadt in den Blick genommen: Kontakte zu halten, so etwas wie eine urbane Gemeinschaft zu entwickeln, werde durch die Unstetigkeit im Bekannten- und Freundeskreis nicht gerade einfacher.

    „Da fehlt ein Modell für die Stadt!“

    Außerdem seien in unseren Städten die Mechanismen des beschleunigten Wirtschaftssystems besonders deutlich zu spüren, meint einer der älteren Herren. Den städtischen Raum versetze dieses „Höher, schneller, weiter!“ in permanente Hektik. Sind wir zu schnell und zu effizient geworden für Gemeinschaft? „Hektik verhindert Gemeinschaft“, sind sich jedenfalls auch die Jüngeren am Tischtennisplatten-Stammtisch einig. „Denn Gemeinschaft hat mit Initiative zu tun – und dafür braucht man Zeit!“ Aber wie kann diesen Erschwernissen zum Trotz urbane Gemeinschaft gelingen? „Da fehlt ein Modell für die Stadt!“, findet der junge Mann vom Anfang. „Zum Beispiel Anlässe, die dazu geeignet sind, sich kennenzulernen und aufeinander zuzugehen.“ Manchmal aber, so überlegen die OststädterInnen, reiche auch schon ein kleiner Schritt und ein wenig Mut, um sich näher zu kommen: Etwa nach dem Einzug von Tür zu Tür zu gehen und sich den neuen NachbarInnen vorzustellen.

    Entschleunigung hat nicht nur mit Yoga, sondern auch mit „sich einlassen“ zu tun

    Wenn Stress und Hektik der Bildung und dem Erhalt von Gemeinschaft entgegenstehen, ist Entschleunigung vielleicht ein Weg, städtischen Zusammenhalt möglich zu machen? Das macht für die BürgerInnen Sinn. „Entschleunigung hat für mich zum Beispiel auch mit Zuhören zu tun.“, erklärt einer der Männer. „Und nur, wenn man sich Zeit nimmt, können Kontakte intensiv werden.“ In der Stadt ginge die Tendenz hingegen eher dahin, 1000 Dinge gleichzeitig tun zu wollen – und dabei nicht selten aus dem Takt zu geraten. „Für mich geht es bei Entschleunigung auch darum, meinen eigenen Rhythmus zu finden“, erklärt eine junge Frau. „Und um Entscheidungen: Was ist mir eigentlich wichtig?“

    Im Laufe des Gesprächs wird in diesem Sinne immer klarer: Entschleunigung hat für die Runde nicht nur mit naheliegenden Schlagworten wie Entspannung und Yoga zu tun, sondern bedeutet auch: sich auf Ausgewähltes ganz einzulassen, statt ein riesige Menge an Dingen ein bisschen zu tun. „Sonst kommt man nämlich nach einem vollen Tag nach Hause und ist trotzdem total unzufrieden!“ Leicht umzusetzen ist Entschleunigung in einem komplett beschleunigten Umfeld hingegen nicht. „Mir hilft es da, zu gärtnern, raus zu kommen, mit Pflanzen umzugehen“, berichtet die junge Frau, die für das Sich-entscheiden plädiert hat. „Da kann man nämlich nix beschleunigen. Die haben ihren eigenen Rhythmus, richten sich nach den Jahreszeiten und dem Takt, den die Natur für sie vorgesehen hat.“ Auch beim Essen könne man sich vornehmen, sich Zeit zu lassen und ganz bewusst wahrzunehmen: Was esse ich da eigentlich? Wie genau schmeckt das?

    Und die Nachhaltigkeit?

    Was aber haben Gemeinschaft und Entschleunigung mit nachhaltiger Entwicklung zu tun? Zuerst denken wir alle an Nachbarschaftshilfen und Sharing-Modelle, die in Gemeinschaften besser funktionieren und einem uferlosen Konsum entgegenwirken können. Denn: Braucht wirklich jede Mietpartei eine eigene Bohrmaschine, einen eigenen Akkuschrauber, die ganz persönliche Heißklebepistole? Aber auch Entschleunigung hat für alle am Tisch sehr direkt mit Nachhaltigkeit zu tun. „Viel arbeiten und viel schnell und teuer einkaufen – das gehört doch zu unserem Lebensmodell!“, ruft einer der Herren aus. „Nachhaltige Entscheidungen, sich nachhaltig verhalten, das braucht dagegen Zeit!“ Die Runde denkt dabei an die Stunden, die es ‚kostet‘, Kleidung selbst herzustellen statt Sweatshopware zu kaufen. Oder auch an den langen Atem, den es manchmal braucht, ein passendes, gebrauchtes Möbelstück aufzustöbern. Und einer sagt: „Klar, da geht es oft schneller und einfacher, in den nächstbesten Laden zu gehen und neu zu kaufen.“

    Trotzdem steht am Ende das optimistische Gefühl, Sachen anders machen zu können. Dem eigenen Rythmus folgen, sich bewusst für oder gegen Dinge entscheiden, sich Zeit für andere nehmen, „von dem Gespräch heute abend nehme ich einige Gedanken mit nach Hause“, sagt einer der Männer beim Gehen . Und eine junge Dame aus dem Quartier Zukunft-Team, die gerade ihren Umzug nach Karlsruhe vorbereitet, hat sich etwas ganz Konkretes vorgenommen. „Ich werde einen Zettel ans schwarze Brett im Hausflur hängen, der mich ein bisschen vorstellt.“ Es gibt viele Möglichkeiten, anzufangen…

    Hast Du Ideen, wie man Gemeinschaft und Entschleunigung in der Karlsruher Oststadt anstiften und leben könnte? Und Lust, diese gleich umzusetzen? Hier findest Du alle Infos zu „Dein Nachhaltigkeitsexperiment”! Einsendeschluss für alle Bewerbungen ist der 12. Juni 2016.          

    Alle Infos und den Termin zu unserem nächsten Quartier Zukunft-Stammtisch findest Du hier.

  43. Warum Nachhaltigkeit Entschleunigung braucht – Gedankenskizze Part II

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    Mit effizienter Technik und Arbeit wollen wir der Zeit beikommen, indem wir sie einsparen. Seltsam nur, dass es sich dabei so anfühlt, als hätten wir immer weniger davon. Aber um über diese Merkwürdigkeit nachzudenken, fehlt uns, so scheint es, die Zeit. Genau wie für einen achtsamen und bewussten Umgang mit der uns umgebenden Welt. Warum nachhaltige Entwicklung und Entschleunigung zusammengehören.

    Die Zeit scheint wirklich tückisch zu sein. Ständig muss man auf sie aufpassen und zusehen, dass sie nicht zwischen den Fingern zerrinnt, sinnlos vertan wird oder auf die eine oder andere Art abläuft. Achtung: Termin, Frist, Limit, Deadline! Wir müssen uns beeilen, denn am Ende soll schließlich alles gelingen und endlich gut werden. Das nächste Projekt, das nächste Jahr, das Leben und natürlich – die Zukunft.

     „Die Zeit läuft “ – eine kulturelle Sehgewohnheit?

    Aber wo befindet sich eigentlich diese Zielgerade mit dem Preis, auf den wir alle zuhecheln? Muss man sich sputen, um das gute Leben zu erwischen? Rennt uns die Zeit davon? Auch wenn es sich für den westlichen Menschen nach Gehirnverrenkung anfühlt: Die Vorstellung, dass Zeit linear abläuft – das heißt wie ein Pfeil von der Vergangenheit über die Gegenwart in eine große Zukunft weist – ist genau das: eine Vorstellung. Eine Art kulturelle Sehgewohnheit des Abendlandes, die unter anderem zu tun hat mit dem Christentum und seiner Jenseits-Ausrichtung, aber auch mit der Industrialisierung und der damit verbundenen Neu-Taktung von Arbeit.

    Zyklisches Zeitempfinden

    Vor der Industrialisierung waren die Menschen im Rahmen des Rhythmus tätig, den die Natur vorgab – und der war vor allem geprägt von Wiederholung und Zyklus. Klar war: Man kann noch so oft an einer Olive zupfen, reifer wird sie davon doch nicht! Man orientierte sich an den Jahreszeiten, dem Tag-Nacht-Rhythmus, der „rechten Zeit“ dafür, Dinge zu tun. Säen, ernten, Heu einholen, die Tiere füttern; die Widerkehr des Gleichen stand im Mittelpunkt des Zeitempfindens, nicht die Unwiederbringlichkeit einmaliger Chancen.

    Spannung und Entspannung – das ist Lebendigsein

    Dann die Wende. Neue Techniken und Maschinen ermöglichten die Emanzipation vom Rhythmus der Natur – die Erhöhung der Taktzahl in der Produktion von Gütern und damit auch im Leben der Menschen war die Folge. Aber bei all den Erleichterungen, die die scheinbare Loslösung von den Bedingungen der Natur mit sich gebracht hat, bleiben Rhythmus und Takt doch immer Phänomene, die aus Spannung und Entspannung erwachsen. Das bedeutet: Wo nur noch Spannung ist, gibt es irgendwann gar keinen Takt mehr. Was bleibt ist Verdichtung bis hin zum Kammerflimmern; ein Zustand, der kaum noch „lebendig“ genannt werden kann.

    Nachhaltigkeit braucht Zeit

    Die Art, wie wir gegenwärtig mit unserer Umwelt und Mitwelt umgehen, hat viel mit Beschleunigung zu tun. Während wir Myriaden von „Sachen machen“, unserer Umgebung fortwährend Dinge antun, sind wir zu schnell geworden, um überhaupt gründlich darüber nachdenken zu können! Eine Kultur der Nachhaltigkeit fordert das Gegenteil: Sich Zeit nehmen. Weil Verstehen und Verständigung Zeit benötigen. Weil Nachhaltigkeit als Handlungsorientierung und Praxis etwas Neues ist und geübt werden muss. Weil es Zeit braucht, sich des eigenen Tuns bewusst zu werden und es gegebenenfalls zu ändern. Und weil ich Zeit aufwenden muss, um mit meiner Welt und meinem Gegenüber achtsam umzugehen.

    Entschleunigung kann man üben

    Entschleunigung braucht gesellschaftliche Relevanz abseits von Symptombehandlungen wie Burn-Out-Präventionskursen. Tatsache ist, dass unsere Ökonomie eine Ökonomie der Beschleunigung ist. Unsere Gesellschaft ist eine Gesellschaft der Beschleunigung. Und diese Strukturen wirken bis tief  in unser Zusammenleben, Denken und die Wahrnehmung von Zeit hinein. Aber auch wenn der Versuch, aus der eigenen Kultur und Sozialisation „hinauszuschauen“, ein Kraftakt ist: Alternative Zeitvorstellungen und -empfindungen kann man ausprobieren und kultivieren. Das Gegenwärtigsein kann man üben. Einen Rhythmus kann man finden. Und man kann lernen, in all dem Betrieb Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Ganz langsam.

    Du willst in diesem Sinne etwas verändern und #ZukunftAnzetteln? Im Sommer 2016 findet das Projekt  Dein Nachhaltigkeitsexperiment” statt, das Gemeinschaft und Entschleunigung in der Karlsruher Oststadt anstiften will. Genaueres erfahrt ihr ab dem 02. Mai hier bei uns auf der Homepage sowie über Facebook und Twitter. Wir freuen uns auf MitmacherInnen und eure Ideen!

     

  44. Gemeinschaft und Nachhaltigkeit – eine Gedankenskizze

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    2016 beschäftigt sich Quartier Zukunft mit den Themenschwerpunkten „Gemeinschaft“ und „Entschleunigung“ – und ihr seid herzlich dazu eingeladen, mitzudenken und selbst aktiv zu werden. Los geht’s mit ersten Quartier-Zukunft-Gedanken zum weiten Feld „Gemeinschaft“. Unsere Notizen wollen ein Anstoß zum Drübernachdenken sein, eine Inspiration oder der Anfang einer Idee…

    Nicht alles geht alleine besser: Menschen, die Lebens- und Wirtschaftsgemeinschaften ihr Zuhause nennen, haben eine bis zu sechs Mal umweltfreundlichere Ökobilanz als Leute, die in Einzelhaushalten leben. Ökologisch betrachtet wirkt Gemeinschaft also Wunder, das ist keine Neuigkeit für die Nachhaltigkeitsszene. Besonders augenfällig wurde und wird das bei der Untersuchung von Ökodörfern und ähnlichen alternativen Gemeinschaften, die das mit der Umsetzung von Nachhaltigkeit besser „anzupacken“ scheinen als die Stadtgesellschaft. Aber warum ist das so? Was hat Gemeinschaft mit Nachhaltigkeit zu tun – und umgekehrt?

    Zusammen braucht man weniger Zeug

    Sicher, da gibt es die gemeinschaftliche Nutzung von Fahrzeugen, Wohnraum, Küchen, Gärten, Gegenständen des täglichen Lebens, die den ökologischen Fußabdruck der Ökodorf-BewohnerInnen schmal hält. Zusammen braucht man schlicht weniger Zeug. Auch darum hat die Wissenschaft Gemeinschaft als eine Art „Motor“ für nachhaltige Entwicklung ausgemacht. Allein, die Konzentration darauf, welche nachhaltigen „Leistungen“ Gemeinschaften vollbringen können – hauptsächlich: wieviel Kohlenstoffdioxid sie einsparen  – ist zu kurz gegriffen.

    Nachhaltigkeit läuft auf Gemeinschaft hinaus

    Unterwegs sein in Richtung eines guten Lebens, das heute und morgen genug für alle bereithält – wenn wir davon ausgehen, dass genau das der Kern nachhaltiger Entwicklung ist, ist Gemeinschaft mehr als bloßer „Treibstoff“ für den nachhaltigen Wandel. Vielleicht eher so: Wo Gemeinschaft nicht denkbar ist, bleibt auch Nachhaltigkeit Illusion. Man könnte auch sagen, Nachhaltigkeit ist kein „Produkt“ von Gemeinschaft. Nachhaltigkeit läuft auf Gemeinschaft hinaus.

    Besonders deutlich wird das, wenn wir die ethische Perspektive von Nachhaltigkeit, ihren globalen Anspruch in den Blick nehmen. Hier geht es um alle Menschen, um Wertschätzung, um die „globale Gemeinschaft“. Trotzdem wird menschliche Gemeinschaft von weiten Teilen der Wissenschaft nicht ernstgenommen. Beforscht wird in der Regel die „Gesellschaft“ mit ihren klaren Spielregeln, Konventionen, Mechanismen, deren Mitglieder von nicht viel mehr als einer ökonomischen Klammer zusammengehalten werden. Gemeinschaft passiert aber nicht auf Grundlage eines ökonomischen Drucks, sondern auf Basis von etwas viel umfassender Menschlichem, ist weicher und komplexer als die funktional bewert- und beforschbare „Gesellschaft“. Gemeinschaft mit mehr (wissenschaftlichem) Wert zu versehen, ist deshalb in unseren Augen eine notwendige Bedingung für Nachhaltigkeit.

    Gemeinschaft bedeutet, mit der dich umgebenden Welt in Beziehung zu treten

    Weil in der Gemeinschaft von Menschen Beziehungen passieren und eingeübt werden, kann sie auch als eine Art  „Training“, als Übungsfeld für nachhaltige Entwicklung gesehen werden. Eigentlich ist das logisch und ganz offenbar: Nur im Austausch mit anderen können wir ein Gespür für Umwelt, Mitwelt, „die anderen“ entwickeln. Und ein Gefühl für Zusammenhänge, die über uns selbst und den heutigen Tag hinausreichen. In diesem Sinne bedeutet Gemeinschaft auch einfach das hier: In Beziehung treten mit der dich umgebenden Welt. Im Umkehrschluss könnte das heißen, dass eine nicht-nachhaltige Gesellschaft ein Symptom des Mangels an Beziehung ist. Ist unsere Art, zu leben – auf Kosten der Umwelt, fixiert auf Konsum, Selbstoptimierung und Immer-mehr –  eine Kette von Ersatzhandlungen? Eine „Psychologie der Nachhaltigkeit“ fänden wir spannend!

    Mit der Kraft von Kooperation und menschlicher Empathie

    Auch wenn Gemeinschaft notwendig ist für eine nachhaltige Entwicklung, darf sie nicht mit Ansprüchen beladen und funktionalisiert werden. Sie birgt immer auch die Gefahr des Kippmoments in Richtung Totalitarismus und Exklusivität und hat deshalb in jedem Fall Offenheit und kritischen Geist nötig – gerade im Hinblick auf ein gutes Leben in Zukunft für alle. Dann aber hat Gemeinschaft das Potenzial, die Kreativität, Freude und Visionen der Einzelnen weiterzutragen und wirksam werden zu lassen – mit der einzigartigen Kraft von Kooperation und menschlicher Empathie.

    Du willst Dich einbringen und #ZukunftAnzetteln? Im Sommer 2016 findet das Projekt  „Dein Nachhaltigkeitsexperiment“ statt, das Gemeinschaft und Entschleunigung in der Karlsruher Oststadt anstiften will. Genaueres erfahrt ihr ab dem 02. Mai hier bei uns auf der Homepage sowie über Facebook und Twitter. Wir freuen uns auf MitmacherInnen und eure Ideen!

     

  45. Reismilch vs. Kuhmilch, Wassersprudler statt Plastikflaschen?

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    Wieviel konsumiere ich täglich? Was brauche ich überhaupt? Die Idee des „Ressourcenfastens“ wird speziell vor Ostern von immer mehr  Menschen aufgegriffen und nimmt als neue Interpretation einer alten Tradition die persönliche Nachhaltigkeit in den Blick. Anfang des Jahres krempelten auch Studierende des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) beim „Experiment Nachhaltigkeit“ vier Wochen lang ihr Leben um.

    Die 40-tägige Fastenzeit vor Ostern verbinden viele mit Verzicht und Verboten, sie wird oft als altmodisch und bieder abgetan. Die Idee hinter dem Fasten ist aber eigentlich, inne zu halten und sich durch Verzicht  auf das Wesentliche zu besinnen. In diese Kerbe schlägt auch die Idee des „Klimafastens“,  des „Plastikfastens“ oder ähnlicher Initiativen, die den Begriff neu interpretieren und die Fastenzeit zum Anlass nehmen, das eigene (Konsum-) Verhalten zu hinterfragen.

    Ihre eigenen Lebensgewohnheiten prüften auch die Studierenden des Seminars „Experiment Nachhaltigkeit“, welches das ZAK (Zentrum für angewandte Kulturwissenschaft am Karlsruher Institut für Technologie) unter der Federführung von Dr. Volkmar Baumgärtner dieses Semester zum zweiten Mal  anbot.

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    Nachhaltige Entwicklung erlebbar machen

    „Nachhaltige Entwicklung“ – alle sprechen darüber. Und trotzdem: Der Begriff bleibt häufig unscharf und im Ungefähren, die Rolle des Einzelnen bei der Umsetzung ungeklärt. „Was kann ich selbst tun?“, fragten sich deshalb die TeilnehmerInnen des Seminars. Und überprüften das eigene, alltägliche Wirken und Handeln kurzerhand im Selbstexperiment.

    Konkret versuchten die Studierenden vier Wochen lang in einem von ihnen gewählten Bereich nachhaltig(er) zu leben. Die Idee dahinter: individuelle, aber auch gesellschaftliche Chancen und Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung persönlich erfahrbar machen. Abschließend sollten die Ergebnisse in der Gruppe und mit ExpertInnen reflektiert und diskutiert werden und in eine studentische „8-Punkte-Agenda“ münden.

    Acht Handlungsfelder nachhaltiger Entwicklung

    Doch wo anfangen bei einem Thema, das uns in wirklich allen Lebensbereichen facettenreich begegnet? Zu Beginn des Seminars wurden deshalb in einem ersten Schritt mögliche Handlungsfelder und Kriterien nachhaltiger Entwicklung identifiziert. Dabei stand die Frage, was einen „nachhaltigen Lebensstil“ überhaupt ausmacht, fördert oder verhindert, im Vordergrund. Folgende acht Handlungsfelder nachhaltiger Entwicklung wurden im Selbstexperiment bearbeitet:

    • Mobilität
    • Abfall und Entsorgen
    • Suffizienz
    • Konsum „Software“ (Lebensmittel)
    • Konsum „Hardware“ (alle „nicht-Lebensmittel“)
    • „Wellness“
    • Wohnen – Versorgung
    • Engagement für Nachhaltigkeit

    Präsentation der Ergebnisse im Zukunftsraum

    Am 5. Februar präsentierten die TeilnehmerInnen dann ihre Ergebnisse im Zukunftsraum für Nachhaltigkeit und Wissenschaft in der Karlsruher Oststadt. Auch wir von Quartier Zukunft durften als eingeladene ExpertInnen mit dabei sein und mitdiskutieren. Die Studierenden, beheimatet in ganz unterschiedlichen Fachdisziplinen, schilderten ihre Herangehensweise an den Versuch und sprachen mit den anderen über Erkenntnisse und Erfahrungen der letzten vier Wochen. Und natürlich über die Herausforderungen: Was bekomme ich geschenkt, was kann ich schenken? Was esse ich an Heiligabend? Da das Experiment über die Weihnachtstage und Silvester stattfand, wurden auch gesellschaftliche Kontexte miteinbezogen, was die TeilnehmerInnen zusätzlich forderte. Trotz der Schwierigkeiten und Problemstellungen, vor die sie ihr Experiment stellte, präsentierten die Studierenden ihre Erfahrungen mit Witz und Elan und hochengagiert. Erfahrungen, Hürden und Herausforderungen wurden anschließend in der Runde diskutiert und gaben spannende Einblicke in die verschiedenen Themenbereiche, Ansätze und Ideenwelten der einzelnen Experimente.

    Reismilch versus Kuhmilch, Wassersprudler statt PET-Flaschen kaufen

    So versuchte ein Student im Rahmen seines Projekts keine Fahrt mit dem Auto mehr alleine zurück zu legen, ein Anderer beschloss, einfach mehr zu Fuß zu gehen. Eine Teilnehmerin brachte ihre gesamte WG dazu, von Mineralwasser in PET-Flaschen auf den umweltfreundlicheren Gebrauch eines Wassersprudlers umzusteigen. Ein Teilnehmer erörterte Ökobilanzen von Kuhmilch und möglichen veganen Alternativen und lud zum Geschmackstest ein. Andere Studierende nahmen das Experiment zum Anlass, ihren Kleiderschrank oder gar ihre Wohnung auszumisten, weniger Fleisch zu essen oder vegane Lebensmittel zu probieren. Es zeigte sich, dass die unterschiedlichen Bereiche nachhaltiger Entwicklung alle miteinander verknüpft sind und miteinander zu tun haben.

    „Dranbleiben“ am Thema Nachhaltigkeit

    Am Ende eines sehr intensiven Tages stand dann die 8-Punkte Agenda mit den Handlungsempfehlungen der Studierenden fest:

    • Langsam Mobil sein /“Slow mobility“
    • Plastik und Konserven reduzieren
    • Reduzieren und wertschätzen als Motto
    • Weniger Fleisch essen
    • Reparieren!
    • Bewusst genießen
    • Leitungswasser statt Mineralwasser
    • Engagier dich!

    Die Ernsthaftigkeit, mit der die Studierenden an „ihr“ Nachhaltigkeitsexperiment herangingen und von diesem erzählten, war sehr inspirierend. Die TeilnehmerInnen haben den Mut gezeigt, Neues auszuprobieren und über den eigenen Schatten zu springen.  Besonders  beeindruckend: die Fähigkeit zur Selbstreflexion des eigenen Verhaltens bei den „AusprobiererInnen“. Und jene Momente, in denen klar wurde, dass die Studierenden auch nach Abschluss des Seminars „dranbleiben“ werden am Thema Nachhaltigkeit. Etwas wird bleiben, vielleicht sogar bis Ostern…

  46. Studentische/ wissenschaftliche Hilfskraft im Bereich Kommunikation und Forschung gesucht

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    Stellenausschreibung

    Das „Quartier Zukunft Labor Stadt“ sucht

    Studentische/wissenschaftliche  Hilfskräfte (m/w) für Projektmitarbeit

    am Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS), KIT

    In unserem Team sind mit frühestmöglichem Eintritt, spätestens jedoch ab Mai 2016, zwei Stellen als studentische oder wissenschaftliche Hilfskräfte mit 30 bis 50 Stunden/Monat zu besetzen.

     

    1.)  Kommunikation und Forschung

    Aufgabenschwerpunkte

    –     Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit (innerwissenschaftlich und Außenkommunikation)

    –     Textarbeit und Recherche

    –     Mitbetreuung unserer Social-Media Kanäle Facebook und Twitter

    –     Websitepflege im CMS

    –     Erstellung und Pflege eines Pressespiegels

    –     Recherche und Datenerhebung (qualitativ und quantitativ)

    –     Mitwirkung bei der Erstellung von Medien (Broschüren, Flyer, Präsentationen, Poster, etc.)

    –     Unterstützung bei der Veranstaltungsorganisation sowie bei deren Umsetzung

    –     Allgemeine organisatorische Unterstützung des Projekts

     

    Ihre Qualitäten

    –     (Erste) Erfahrungen im Bereich Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit (digital/ analog)

    –     Stilsicheres Verfassen von Texten in deutscher Sprache

    –     Erfahrungen im Umgang mit WordPress und/oder RedDot; evtl. MailChimp

    –     Sicherer Umgang mit den Social Media Kanälen Facebook und Twitter

    –     Erfahrung mit Citavi

     

    2.)  IT-Projektmanagement und Forschung

    Aufgabenschwerpunkte

    –     Mithilfe bei der Erstellung einer digitalen Nachhaltigkeitskarte sowie Pflege dieser Karte

    –     Websitepflege im CMS

    –     Unterstützung bei Umstrukturierung und Umbau der Website

    –     Recherche und Datenerhebung (qualitativ und quantitativ)

    –     Unterstützung bei der Veranstaltungsorganisation sowie bei deren Umsetzung

    –     Allgemeine organisatorische Unterstützung des Projekts

     

    Ihre Qualitäten

    –     Gute IT-Kenntnisse, insbesondere im Bereich Geoinformationssysteme (Kenntnis in GIS von Vorteil) sowie des webbasierten Kartenmanagements

    –     Grundlegende Programmierkenntnisse

    –     Erfahrungen im Umgang mit WordPress und/oder RedDot; evtl. MailChimp

    Allgemeine Anforderungen

    –     Einschlägiger Bachelor-Abschluss oder Vordiplom

    –     Sicherer Umgang mit gängigen Office Anwendungen (Word, Excel, Power Point, Outlook)

    –     Gutes Deutsch in Wort und Schrift

    –     Organisationsfähigkeit und -talent

    –     Interesse an Nachhaltigkeitsthemen, besonders nachhaltiger Stadt- und Quartiersentwicklung

    –     Gute Recherchefähigkeiten

    –     Zuverlässige, strukturierte und eigenständige Arbeitsweise

     

     

    Wir bieten eine frische Arbeitsatmosphäre, einen kreativen Gestaltungsraum und die Mitarbeit in der inter- und transdisziplinären Projektarbeit im Team.

    Arbeitsorte sind hauptsächlich das ITAS in der Karlstraße 11, 76133 Karlsruhe sowie der Zukunftsraum für Nachhaltigkeit und Wissenschaft in der Rintheimer Str. 46, 76131 Karlsruhe.

    Die Tätigkeit wird nach dem üblichen Stundensatz für studentische bzw. wissenschaftliche Hilfskräfte vergütet. Eine längerfristige Tätigkeit ist erwünscht (optimalerweise bis Ende 2017).

     

    Sollten wir Ihr Interesse geweckt haben, freuen wir uns auf Ihre aussagekräftige Kurzbewerbung (Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse).

    Bitte senden Sie diese per Mail bis 04. April 2016 an andreas.seebacher@kit.edu und helena.trenks@kit.edu

  47. Gretchenfragen: Was hat das KIT mit Nachhaltigkeit zu tun?

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    „Nachhaltigkeit“ ist lange schon in aller Munde, als Begriff in die Jahre gekommen und etwas abgegriffen, immer öfter auch als gewinnträchtiges Feigenblatt missbraucht. Schon wird die x-te Generation neuer Begriffe durch die Gassen getrieben. „Zukunftsfähig“, „generationengerecht“, „enkeltauglich“ u. ä. soll einem nun das Thema ‚Nachhaltigkeit‘ schmackhaft machen. Als sei Nachhaltigkeit eine Modeerscheinung, eine Welle, die vorübergeht, ein Lebensstil, eine Gesinnung, die man sich zueigen machen kann oder nicht.

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    Weit gefehlt, in dreierlei Richtung: Erstens sind die Ziele, Herausforderungen und Aufgaben dahinter aktueller denn je, werden künftig drängender. Klimawandel, Flüchtlingswellen, riesige Plastikmüllinseln im Ozean zeugen davon. Zweitens wäre die Tragweite einer wirklich verwirklichten Nachhaltigen Entwicklung, so wie sie seit dem Brundtland-Report über die Vereinten Nationen propagiert wurde und wird, gewaltig, ein kultureller Wandel und menschheitsgeschichtlicher Schritt, der in seiner Dimension eher mit der Einführung der Demokratie, der Säkularisierung oder gar dem neolithischen Umschwung zum Ackerbau vergleichbar wäre. Und drittens geht das Thema Nachhaltigkeit nicht vorüber, wird uns nicht mehr loslassen, im Gegenteil: langfristig ist eine Nachhaltige Entwicklung unausweichlich. Wir könnten uns gar zurücklehnen. Kommen wird sie so oder so, die „Große Transformation“. Die Frage ist nur wie, mit wieviel gesellschaftlichen und ökologischen Verwerfungen sie einhergehen wird – und mit wieviel Würde und Wohlstand wir durch sie hindurchkommen werden. Das liegt auch in unseren Händen, unserer Einsicht, Voraussicht, Vernunft, unserem Wissen und Willen zur Gestaltung.

    Was aber hat das KIT damit zu tun? Viel.

    Das KIT betreibt Forschung, schafft Wissen. Gerade auch als Forschungszentrum der Helmholtz-Gemeinschaft, die sich um ‚große und drängende Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft‘ kümmert, sollte möglichst viel davon unmittelbar und mittelbar einer Nachhaltigen Entwicklung dienen. „Innovation“ lautet ein weiteres Standbein des KIT. Eine gelebte Nachhaltigkeit wäre total innovativ, bzw. bedarf dringend vielfältiger Innovationen – technischer, aber auch gesellschaftlicher (wie wir sie z.B. mit dem „Quartier Zukunft“ anstreben). Nachhaltigkeit ist des Weiteren essenziell eine Frage von Bewusstheit und Bildung – und das KIT eine renommierte Bildungs- und Ausbildungsinstitution mit weltweit gutem Ruf. Hier werden Führungskräfte der Zukunft ausgebildet. Dass dies ohne eine explizite Bildung für Nachhaltige Entwicklung geschieht, ist eigentlich undenkbar, zumindest aber unverantwortlich.

    Forschung, Bildung und Innovation, all das fußt auf dem Innenleben des KIT als Betrieb, Institution und kulturellem Organismus. Was innerhalb der Unternehmung KIT im Bereich des Sozialen, der Ressourcenschonung oder des Umweltschutz geschieht, wirkt auch nach außen, wird nach außen getragen und wird auch von außen gesehen. Man schaut auf das KIT. Das KIT ist vielfältig Vorreiter und Vorbild. Für Glaubwürdigkeit und Integrität ist es von nicht zu unterschätzender Bedeutung, wie das KIT seinen Betrieb im Innern organisiert, wie es mit MitarbeiterInnen, mit Papierressourcen, Biodiversität und seiner Energieversorgung umgeht. Auch wenn die Hürden noch so hoch, die Aufgaben für eine Nachhaltige Entwicklung – auch innerhalb des KIT – noch so vielfältig erscheinen: jeder Beitrag lohnt sich, trägt Schritt für Schritt zur großen Transformation bei.  Diese Schritte müssen gesehen und mehr werden! Auf dass sich das KIT – seiner Verantwortung bewusst – verstärkt den Anliegen einer nachhaltigen Entwicklung im Innen und Außen widmen möge.

     

    Der Originalartikel ist erschienen im „Campus-Kurier“, dem Newsletter des  KIT- ZUKUNFTSCAMPUS.

     

  48. Vor Ort für die Oststadt auf dem 2. German Future Earth Summit in Berlin

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    Am 28. und 29. Januar fand in Berlin der 2. German Future Earth Summit statt – und wir von Quartier Zukunft waren dabei. Via Twitter haben wir „live“ unsere ersten Eindrücke geteilt; jetzt wollen wir ein wenig detaillierter über die Nachhaltigkeits-Konferenz berichten und OststäderInnen und ProjektfreundInnen in Sachen „Future Earth“ auf dem Laufenden halten.

     

    Nachhaltigkeit ist kein isolierter, wissenschaftlicher Fachbereich, sondern geht alle etwas an. Darum setzt auch die internationale Forschungsgemeinde – genau wie Quartier Zukunft in der Oststadt – mehr und mehr auf Zusammenarbeit: Zwischen den einzelnen wissenschaftlichen Disziplinen, zwischen Politik und Wissenschaft, zwischen WissenschaftlerInnen und BürgerInnen. Es werden Wege der Verständigung gesucht, um eine komplexe Aufgabenstellung, die uns in allen lebensweltlichen Bereichen facettenreich begegnet, gemeinsam zu lösen.

    Das Forschungsprogramm „Future Earth“

    Genau hier setzt das internationale Forschungsprogramm „Future Earth“ an: Es will WissenschaftlerInnen aus den unterschiedlichsten Fachbereichen zusammenbringen, neue Konzepte und Methoden finden, internationale Plattform für Nachhaltigkeitswissen sein und dabei helfen, die Lücke zwischen Wissenschaft, Politik und Praxis zu schließen. Auf dem 2. German Future Earth Summit hatte die internationale Forschungs-Community die Gelegenheit, sich auszutauschen.

    Wissenschaft als Designerin und Produzentin von Nachhaltigkeit

    Schwerpunkt war neben der Entwicklung fächerübergreifender Forschungsmethoden auch die neue Rolle der Wissenschaft als Produzentin von Nachhaltigkeit. Future Earth-WissenschaftlerInnen forschen demnach nicht nur von „außen“, sondern sind direkt beteiligt am „Design“ und der „Produktion“ von Nachhaltigkeit, die sie miterfinden und mitdenken, ohne dabei den wissenschaftlichen Blick aufzugeben.

    Nachhaltigkeit ist immer politisch

    Diese Herangehensweise führt die Wissenschaft natürlich auch in ein gesellschaftliches Spannungsfeld. Der Wissenschafts- und Umweltforscher Andy Stirling von der Universität Sussex betonte in der Eröffnungsveranstaltung: „Nachhaltigkeit ist und war immer politisch.“ Das merke man deutlich am starken Widerstand vieler politischer Akteure und Interessensverbände, wenn es um nachhaltige Entwicklung gehe – beim Thema Nachhaltigkeit würden eben nicht zuletzt grundlegende gesellschaftspolitische Fragen aufgeworfen. Von technokratischen Verkürzungen hält er nichts: Nachhaltigkeit meine nicht bloß „smarte“, technische Fortschritte, die die politische Dimension außer Acht lassen, sondern kreise um grundsätzliche Fragen, die die Gesellschaft  gemeinsam und demokratisch angehen und lösen müsse.

    Kein Königsweg in Richtung Nachhaltigkeit

    Andy Stirling fand, man müsse sich von der Vorstellung verabschieden, es gebe einen einzigen Weg hin zu nachhaltiger Entwicklung, wie es aktuelle Machtstrukturen gerne glauben machten. Seine Ausführungen waren ein „Lob der Vielfalt von Alternativen“ und eine Ermutigung: Die Wissenschaft solle sich auch für nicht-wissenschaftliche, soziale Pionier-Ideen öffnen. So könne man mit Blick auf die Vergangenheit deutlich erkennen, dass viele etablierte Nachhaltigkeitsinnovationen – etwa der ökologische Landbau, die Windenergie oder energieeffizientes Bauen – einst heftig bekämpfte Randerscheinungen waren.

    Wissenschaft und BürgerInnen: Wie den anderen verstehen?

    Die Future-Earth-Forschungscommunity weiß: Das Gelingen von Verständigung zwischen Wissenschaft und BürgerInnen ist entscheidend, will man sich als Gesellschaft gemeinsam in Richtung Nachhaltigkeit bewegen. Ein Umstand, der die Wissenschaft vor ganz neue Herausforderungen stellt, die ebenfalls Thema waren auf der Berliner Konferenz: Wie gestalten wir den Austausch mit den BürgerInnen, wie machen wir uns verständlich? Wie dekodieren wir wissenschaftliche Sprache und machen unsere Forschungsergebnisse brauchbar für NichtwissenschaftlerInnen? Wie werben wir für unsere Ideen, wie erzählen wir nachhaltige Entwicklung? Es gab viele Praxisbeispiele und noch mehr Fragen – auch an Katja Saar, unsere Grafikdesignerin und Expertin für visuelle Kommunikation im Quartier-Zukunft-Team.

    Oststadt-Ideen in Berlin

    Vor großen Postern erzählten unsere Teammitglieder Colette Waitz und Andreas Seebacher über Quartier Zukunft, unser Verständnis von Nachhaltigkeit und die Oststadt. Es wurde diskutiert, man fragte nach und tauschte sich wissenschaftlich aus. Kaidi Tamm vom Team der Karlsruher Schule der Nachhaltigkeit lenkte den Blick der ForscherInnen auf das Thema Bildung im Grenzbereich von Wissenschaft und Gesellschaft. Und in der „Fotobox der Nachhaltigkeit“ luden wir die BesucherInnen dazu ein, über die eigene Rolle als WissenschaftlerInnen in Nachhaltigkeitsprozessen nachzudenken und die persönliche Sicht auf Nachhaltigkeit zu skizzieren, zu fotografieren und online zu teilen.

    Eine gute Erfahrung

    Die Konferenz war für uns Gelegenheit, sich mit dem Future-Earth-Netzwerk vertraut zu machen und die eigene Arbeit gemeinsam mit anderen NachhaltigkeitsforscherInnen weiterzudenken und zu reflektieren. Wir haben Sicht- und Herangehensweisen anderer ExpertInnen für nachhaltige Stadtentwicklung kennengerlernt und als Oststadt-BotschafterInnen Quartier-Zukunft-Ideen nach Berlin gebracht. Eine gute Erfahrung.

     

    Mehr Infos zum 2. German Future Earth Summit

     

    Mehr Infos zum Forschungsprogramm „Future Earth

     

  49. „Werkstatt N“. Deutscher Nachhaltigkeitsrat zeichnet Quartier Zukunft aus

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    Quartier Zukunft ist vom Nachhaltigkeitsrat der Bundesregierung im Januar mit dem Qualitätssiegel „Werkstatt N“ ausgezeichnet worden. Prämiert wurden Initiativen und Projektideen, die aus Sicht der Jury Vorbild für die zukünftige Entwicklung Deutschlands sein können. Wir freuen uns!

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    Werkstatt N

    Jedes Jahr wählt der Nachhaltigkeitsrat der Bundesregierung 100 Ideen und Initiativen aus, denen er das Potenzial zutraut, in Sachen Nachhaltigkeit Bewegung in unsere Gesellschaft zu bringen. Dabei handelt für die ExpertInnen nachhaltig, wer Umweltgesichtspunkte gleichberechtigt mit sozialen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten berücksichtigt. „Zukunftsfähig wirtschaften bedeutet also: Wir müssen unseren Kindern und Enkelkindern ein intaktes ökologisches, soziales und ökonomisches Gefüge hinterlassen. Das eine ist ohne das andere nicht zu haben.“ Die Nachhaltigkeitsbeauftragten denken an, dass wir im Umgang mit neuartigen Problemen eben auch neue Denkweisen brauchen. Und erklären: „Der Ansatz des nachhaltigen Handelns ist eine wertvolle Orientierung für die Suche nach einer neuen Art des Umgangs mit der Umwelt, der Gestaltung des sozialen Zusammenlebens und des Wirtschaftens.“

    Rat für nachhaltige Entwicklung

    Der Rat für nachhaltige Entwicklung wurde zum ersten Mal im April 2001 von der Bundesregierung berufen. Ihm gehören 15 Personen des öffentlichen Lebens an. Zu den Aufgaben der Fachleute zählen Beiträge für die Umsetzung der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie „Perspektiven für Deutschland“, die am 17. April 2002 von der Bundesregierung beschlossen wurde und nachhaltige Entwicklung erstmalig zum zentralen Ziel des Regierungshandelns machte. Außerdem soll die Arbeit des Gremiums dazu beitragen, Nachhaltigkeit zu einem wichtigen öffentlichen Anliegen zu machen.

    Was bedeutet die Auszeichnung Werkstatt N für Quartier Zukunft?

    Das Qualitätssiegel Werkstatt N macht uns und unsere Ideen sichtbarer. Zum Beispiel auch im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung. Und: Im Werkstatt N-Netzwerk können wir unsere Innovationen aus dem Quartier „weitersagen“ und unsererseits neue Impulse aufnehmen. Wir sind gespannt!

     

    Mehr Infos gibt’s hier:

    www.nachhaltigkeitsrat.de

    www.werkstatt-n.de

     

  50. Was kommt nach dem Wachstum?

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    Derzeit beschäftigen sich in Europa immer mehr Menschen mit der Frage, wie und ob gesellschaftlicher Wohlstand innerhalb einer Wirtschaft ohne Wachstum dauerhaft verwirklicht werden kann. Welche Rolle spielen hierbei Zivilgesellschaft, Politik, Wirtschaft und die Wissenschaft? Auch an den Hochschulen in Karlsruhe wird dazu geforscht.

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    Wirtschaft ohne Wachstum?

    In der politischen Debatte ist Wirtschaftswachstum ein zentrales Element. Es ist sogar im deutschen Grundgesetz verankert: Das „Gesetz zur Förderung der Stabilität und des Wachstums der Wirtschaft“  von 1967 sieht unter anderem ein „angemessenes und stetiges Wirtschaftswachstum“ vor – also ein stetiges Ansteigen der Produktion und des Konsums.

    Diese wachstumsbasierte Wirtschaft verursacht jedoch Umweltverschmutzung und Emissionen, die zur Zerstörung von Lebensräumen führen, die von Mensch, Tier, und Pflanze gebraucht werden. Doch nicht nur diese sind darauf angewiesen, sondern die Verfügbarkeit von Ressourcen aus diesen natürlichen Lebensräumen ist auch für die Wirtschaft notwendig. Vor allem sind die zur Energiegewinnung notwendigen Ressourcen endlich und werden immer knapper.

    Der Club of Rome prognostizierte 1972 in seinem Bericht „Die Grenzen des Wachstums“, dass das Wachstum der Weltwirtschaft aus diesen Gründen zusammenbrechen wird. Und tatsächlich, inzwischen fallen die globalen Wachstumsraten, die sozialen Ungleichheiten nehmen regional und global zu und der Klimawandel beginnt sich zunehmend bemerkbar zu machen. Es ist also an der Zeit, Alternativen zur Wachstumswirtschaft zu entwickeln.

    Wachstumskritik in Wissenschaft und Politik

    Auch in Politik und Wissenschaft kehrt die Kritik am Wachstumsdogma langsam ein. Von 2010 bis 2013 tagte die Enquete-Kommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“ des deutschen Bundestags zu Fragen wie „Was ist eigentlich Wohlstand?“, „Wie hängt Wohlstand mit Wirtschaftswachstum zusammen?“, oder dazu, wie und ob sich Ökologie, soziale Gerechtigkeit, und Wirtschaft(swachstum) vereinen lassen. Vor allem die Postwachstumsbewegung (engl. Degrowth), eine sowohl aktivistische als auch wissenschaftliche Bewegung mit Wurzeln im südeuropäischen Raum, spricht sich gegen Wirtschaftswachtum aus. Darauf basierend wird der Frage nachgegangen, wie ein gutes Leben in einer Postwachstumsgesellschaft beschaffen und möglich ist. Jedoch gibt es – trotz vieler engagierter Gruppen und Einzelpersonen – aus wissenschaftlicher Perspektive noch vergleichsweise wenige Forschungsarbeiten und –ergebnisse rund um den Postwachstumsdiskurs.

    Ein Workshop des ITAS und der Karlshochschule

    Aus diesen Gründen veranstaltete das Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) am KIT gemeinsam mit der Karlshochschule International University am 5. und 6. November den Workshop „Forschungsperspektiven für eine Postwachstumsgesellschaft“. TeilnehmerInnen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen diskutierten zum einen über Konzepte und Theorien einer Postwachstumsgesellschaft im Hinblick auf die thematischen Schwerpunkte Stadt, Technik und Unternehmen. Zum anderen erörterten sie, welche Forschungsperspektiven rund um das Thema Postwachstum es gibt oder geben könnte.

    Wichtige Fragestellungen

    Grundsätzlich muss geklärt werden, was allgemein unter dem Begriff „Wachstum“ und „Wachstumskritik“ zu verstehen ist. So existieren unterschiedliche Arten des Wachstums wie der Anstieg der Produktion, Gewinnsteigerung, die wachsende Anzahl an KonsumentInnen oder die Steigerung des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Des Weiteren ist offen, ob und welche Wachstumsprozesse auch in einer Postwachstumsgesellschaft sinnvoll sind.

    Es gilt ferner abzuschätzen, welche Vorteile ein Wachstumsverzicht für Akteure der Wirtschaft mit sich bringen kann. Was etwa sind Anreize für kleine Unternehmen, klein zu bleiben? Inwiefern sind sie dann überlebensfähig? Und kann man das Wachstum und die Größe von großen Unternehmen verringern, ohne dabei gesamtgesellschaftlich Stellenabbau zu betreiben?

    Auch muss weiter erforscht werden, wie entschieden werden kann, welche Entwicklungsländer noch wieviel wachsen dürfen und welche Industrienationen sich bremsen oder gar schrumpfen müssen. Dass es hierfür eines sorgfältigen ethischen Diskurses bedarf und dies auf politischer Ebene äußerst schwierig ist, zeigen die Klimagipfel der letzten Jahrzehnte.

    Auch die Rolle technischer Innovationen in der Postwachstumsgesellschaft muss noch geklärt werden. So führt etwa das Internet zwar zu großem Wirtschaftswachstum, andererseits bietet es zugleich Chancen zum Wandel: Als Beispiele seien die Begriffe „Open Source“ oder „Open Knowledge“ genannt sowie der digitale Austausch im Internet zwischen Reparatur-Cafés oder FabLabs. Wie viel Technologie man also in welchen Bereichen sinnvoll einsetzt, muss im insgesamt und im Einzelfall erörtert werden.

    Letztlich lohnt sich auch der Blick ins eigene Umfeld: Wo und wie kann ich dazu beitragen, meine Umgebung lebenswerter zu machen und einen Beitrag für ein gutes Leben zu leisten? In dieser Verantwortung sieht sich auch das Quartier Zukunft. Es gilt zu erproben, wie und ob in der Karlsruher Oststadt Elemente einer Postwachstumsgesellschaft hergestellt werden können, wie wir diese lebenswert gestalten können, und ob der Ansatz der Nachhaltigen Entwicklung einen hierfür geeigneten Rahmen bietet.

  51. Energieberatung: Im Zukunftsraum gibt’s einen ersten Überblick

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    Kühlschrank. Herd. Heizung. Wasserverbrauch. Die Sache mit dem Licht. Geht das alles auch irgendwie schlauer? Anstatt auf die großen Entscheidungen anderer zu warten, kann man sich kurzerhand selbst fit machen für die Zukunft. Die Fachleute für Energieberatung der Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur (KEK) helfen dabei.

    Im Zukunftsraum in der Karlsruher Oststadt bekommt man ab jetzt kostenfrei einen ersten Überblick über alle Beratungsangebote, die von der KEK in Zusammenarbeit mit der Verbraucherzentrale angeboten werden. Wir von Quartier Zukunft nehmen uns gerne Zeit und stellen auf Wunsch die richtigen Kontakte zu den ExpertInnen der KEK her. Ein individueller Beratungstermin, zu dem die EnergieberaterInnen persönlich nach Hause kommen, kann direkt vor Ort vereinbart werden.

     

    Energiechecks für private Haushalte

    Für Mieter und private Haus- und Wohnungseigentümer gibt es verschiedene Angebote, die Energiesparen leicht machen.

    Basis-Check:  Er befasst sich mit dem Strom- und Wärmeverbrauch, bietet eine Durchsicht der Elektrogeräteausstattung und klärt auf über einfache Energiesparmöglichkeiten. Zum Schon-mal-merken: Den Basis-Check für Privathaushalte gibt’s für 10 Euro!

    Gebäude-Check: Eigentümer und private Vermieter erhalten einen Überblick über den Strom- und Wärmeverbrauch. Auch hier gehört die Durchsicht der Elektrogeräteausstattung zum Angebot. Zusätzlich werden die Gebäudehülle und die Heizungsanlage in den Blick genommen.

    Heiz-Check: Hier werden die BesitzerInnen von Gas- und Ölheizkesseln, Fernwärmestationen und Wärmepumpen beraten. Effizienz und eine optimale Einstellung der Heizanlage stehen dabei im Fokus.

    Detail-Check: Einzelne, individuelle Fragestellungen zum Thema Energiesparen bekommen Raum und Antwort.

     

    Beratungsangebote für Unternehmen, öffentliche und gemeinnützige Einrichtungen, Vereine und Verbände

    Auch für öffentliche und gemeinnützige Einrichtungen sowie private Unternehmen gibt es Angebote, die Einsparpotenziale aufzeigen und dabei helfen, die Energiebilanz zu verbessern.

    Individuelle Vor-Ort Beratung: Hier kommen die EnergieexperInnen zur einer Initialberatung kostenfrei vorbei.

    Detail-Energieberatung: Für alle, die ihr Einsparpotenzial noch besser kennenlernen wollen. Es wird ein Maßnahmenprogramm erarbeitet, bei dessen Umsetzung die EnergiespezialistInnen der KEK begleitend zur Seite stehen.

    Bildung: Die KEK sensibilisiert zum Thema Klimaschutz und Energieeffizienz in verschiedenen Bildungsformaten. Seminare, Workshops, Mitarbeiterschulungen sowie altersgerechte Schulprojekte sind möglich. In Unternehmen kann die Verankerung einer klimafairen, energieeffizienten Unternehmenskultur begleitet werden.

     

    Tolle Sache

    Für Haushalte, die Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder Wohngeld beziehen, ist die Energieberatung kostenfrei. Damit auch einkommensschwache Familien Energie einsparen können und nicht an den Anfangsinvestitionen scheitern, bringen die BeraterInnen der KEK Energiesparlampen, Steckerleisten und Zeitschaltuhren gleich gratis mit.

     

    Wo und wann gibt’s den Überblick?

    Im Zukunftsraum für Nachhaltigkeit und Wissenschaft, Rintheimer Straße 46, 76131 Karlsruhe

    Dienstag 14.00 bis 18.00 Uhr

    Donnerstag  9.00 bis 18.00 Uhr

    Wer möchte, kann auch direkt von Zuhause aus einen Termin zur Energieberatung mit den ExpertInnen der KEK und der Verbraucherzentrale vereinbaren: 0721 – 480 88 0

    Die Energieberatungsvermittlung im Zukunftsraum erfolgt in Zusammenarbeit mit der KEK. Den Rahmen für das Angebot bildet das Reallabor 131 – KIT findet Stadt, das durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg gefördert wird.

     

    Lokale Infoangebote zum Thema Energie und Klimaschutz

    www.kek-karlsruhe.de

    www.sonne-trifft-dach.de

    Ist mein Dach für Photovoltaik geeignet? Gebäudescharfe Suche möglich!

    www.fachpartner-bauen-energie.de

    Hier findet man qualifizierte Handwerker, die im Zusammenhang mit energetischer Sanierung Beratung, Planung und die Durchführung solcher Projekte anbieten.

    www.klimafair-karlsruhe.org

    Der Karlsruher Klimaschutzfonds macht es möglich, mit Hilfe des CO2-Rechners die eigenen Emissionen zu berechnen und auszugleichen. Ein entsprechender Geldbetrag kann an Klimaschutzprojekte weitergegeben werden, die dann eine entsprechende Menge an CO2-Emissionen einsparen können. Für Unternehmen macht es Sinn, sich hier über das Klimafair-Siegel zu informieren!

  52. Teilen und Tauschen – ein Ansatz für mehr Nachhaltigkeit

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    Das Teilen und Tauschen von Gegenständen als alternative Form des Besitzes ist heute in vielen wohlhabenden Gesellschaften längst nicht mehr nur in der „Ökoszene“ zu beobachten. Als Ergebnis eines gewachsenen Bewusstseins für Nachhaltigkeit und den Wert von Ressourcen, wird diesem Phänomen von der Bevölkerung, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft zunehmend Aufmerksamkeit zuteil. Das Quartier Zukunft unterstützt und fördert diese Entwicklung und integriert Teilen und Tauschen, das ‚Sharing‘, im Quartier durch verschiedene Angebote.

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    Teilen und Tauschen nach der Industrialisierung

    Das Teilen und Tauschen ist eine jahrtausendealte Kulturpraxis. Durch den steigenden Wohlstand in westlichen Industrienationen und die ständige Verfügbarkeit von Konsumgütern wurde sie jedoch im Verlauf des 20. Jahrhunderts verdrängt. Immer mehr Menschen wurde es durch industrielle Produktion möglich, die meisten Gegenstände selbst zu besitzen statt sie zu leihen, zu teilen oder zu tauschen. Damit ging einher, dass das Benutzen von gebrauchten Gegenständen zunehmend mit Bedürftigkeit assoziiert wurde, und Teilen und Tauschen verlor für den wohlhabenden Menschen an Bedeutung.

    Teilen und Tauschen als Ansatz für mehr Nachhaltigkeit

    Heute jedoch ist für viele Menschen, die sich auch Neuware leisten könnten, das Nutzen gebrauchter Gegenstände oder das Auftragen von Kleidung keineswegs mehr Zeichen von Bedürftigkeit. Vielmehr kann hierin ein gestiegenes Bewusstsein für Nachhaltigkeit erkannt werden, das zur Entwicklung neuer Praktiken des Sharings führt. Prominente Beispiele sind das Car Sharing oder die gemeinschaftlich nutzbaren Fächerräder der Stadt Karlsruhe, sowie Onlineplattformen, auf denen von Privatleuten gebrauchte Gegenstände verkauft werden.

    Begünstigt wird diese Entwicklung durch den finanziellen Nutzen, den man vom Tauschen, Teilen, Leihen, Mieten oder Weiterverwenden hat. Warum sollte man selbst eine teure Bohrmaschine anschaffen, die während ihrer Lebenszeit durchschnittlich nur 12 Minuten verwendet wird, wenn man diese stattdessen leihen kann? In einem Mehrparteienhaus kann auf diese Weise sogar ein erster Kontakt zu den Nachbarn entstehen, der am Ende nicht nur zu Sharing und Ressourcenschonung, sondern auch zu mehr Gemeinschaftlichkeit führt.

    Wie bei vielen Ansätzen zur Förderung von Nachhaltigkeit, muss man aber auch bei jeder Form des Sharing genau hinschauen, ob dieses wirklich nachhaltig ist. Denn mancherorts hat die ständige Verfügbarkeit von Autos verschiedener Anbieter des Car Sharing dazu geführt, dass bisher zu Fuß oder per Rad zurückgelegte Kilometer stattdessen mit dem Auto gefahren werden. Ein genauer Blick auf die Auswirkungen ist also auch bei Sharingkonzepten notwendig.

    Teilen und Tauschen im Quartier

    Das Quartier Zukunft ist im Sinne der Verwirklichung von Nachhaltigkeit darum bemüht, diese Entwicklung zu fördern. Es bietet deshalb verschiedenen Gruppen und Veranstaltungsformaten einen Raum. Seit Kurzem trifft sich die foodsharing-Ortsgruppe monatlich im Zukunftsraum, um vor dem Wegwerfen gerettete Lebensmittel zu verteilen. Außerdem war die erste Kleidertauschparty in Kooperation mit dem Quartier Zukunft ein voller Erfolg!

    Doch Praktiken des Sharing schonen nicht nur die Umwelt und sparen Geld. Sie eignen sich auch dazu, Wissen und Fähigkeiten zu teilen und tauschen, und dabei die Entstehung von Gemeinschaft zu fördern. Denn wer im FabLab, einer offenen Werkstatt, oder beim ReparaturCafé des Quartier Zukunft tüftelt, lernt dabei auch neue Leute aus dem Quartier kennen. Auch Wissenstransfer und Gemeinschaftsbildung sind wichtige Aspekte von Nachhaltigkeit. Denn diese strebt nicht nur ein umweltverträgliches, sondern auch ein gutes Leben für alle heute und zukünftig lebenden Menschen an.

  53. Ökodorf trifft Quartier Zukunft – Zweiter Workshop

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    Im Rahmen des Kooperationsprojekts „Urbane Resilienz und neue Gemeinschaftlichkeit“ des Quartier Zukunft – Labor Stadt und des Global Ecovillage Network (GEN) findet am 26. November der zweite von drei Workshops statt. Beim gemeinsamen Essen am Mitbring-Buffet wird anhand von Beispielen aus Ökodörfern erörtert, wie die Lebensqualität für alle Oststädterinnen und Oststädter gesteigert werden kann: gemeinschaftliches Miteinander & gegenseitige Unterstützung, Selbstversorgung (Ernährungssicherheit auch in Zukunft), gemeinsames Kochen und Essen in der „Quartiersmensa“, lokale Wirtschaft stärken – dies und mehr: Bausteine für mehr Lebensqualität in der Oststadt? Sie sind herzlich eingeladen, am Workshop teilzunehmen.

    Siebenlinden
    Was ist ein Ökodorf?
    In den letzten rund 30 Jahren hat sich in Deutschland eine immer größer werdende Bewegung von intentionalen Gemeinschaften entwickelt. Das 1995 gegründete Global Ecovillage Network verbindet heute bereits über 10.000 Gemeinschaften und Gemeinden in über 100 Ländern und ist mittlerweile der weltweit größte Dachverband von Gemeinschaften mit kontinentalen Netzwerken in Europa, Afrika, Lateinamerika, Nordamerika  und Asien/Ozeanien. Ökodörfer verstehen sich als intentionale oder „gewachsene Dorf-, Stadtteil- oder Lebensgemeinschaften, die bewusst durch partizipative Prozesse gestaltet und durch lokale Besitzstrukturen geprägt sind. Die  vier Dimensionen der Nachhaltigkeit (Ökologie, Ökonomie, das Soziale und das Kulturelle) sind in einem ganzheitlichen Ansatz integriert, der es ermöglicht, den ökologischen Fußabdruck drastisch zu senken. Die verschiedenen Gemeinschaften zeichnen sich durch eine große kulturelle, individuelle und soziale Vielfalt aus. Ihr Reichtum an Verschiedenheit ist eine der größten Schätze dieses Netzwerks.
    GEN Nachhaltigkeitsverständnis
    Bild: GEN Nachhaltigkeitsverständnis
     
    Was ist geplant?
    Im Rahmen des vom Umweltbundesamt geförderten Projektes „Urbane Resilienz und neue Gemeinschaftlichkeit“ haben das Quartier Zukunft – Labor Stadt und GEN Europe beschlossen ihr Wissen und ihren Erfahrungsschatz miteinander zu verbinden und eine dreiteilige Veranstaltungsreihe vom Herbst 2015 bis zum Frühjahr 2016 geplant. In dieser Reihe soll gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern aus Karlsruhe einen Erfahrungs- und Austauschraum geschaffen werden und das Wissen und die Erfahrungen für eine enkeltaugliche Zukunft zusammentragen werden.  Alle Interessierten sind zur Teilnahme an den Workshops herzlich eingeladen.

    Entlang der im GEN-Nachhaltigkeitskonzept entwickelten vier Dimensionen der Nachhaltigkeit wird gemeinsam erforscht, welche bereits existierenden nachhaltigen und innovativen Lösungen aus Ökodörfern geeignet sind, um diese in den eigenen Alltag und das eigene Quartier zu übertragen. Den Startpunkt markierte ein Ganztagsworkshop unter der Überschrift „Leben in der Stadt – nachhaltig, sinnerfüllt, vernetzt: Was die Oststadt vom Ökodorf lernen kann“. Dort wurden die vier Säulen vorgestellt, auf denen das Konzept eines Ökodorfes steht, und zahlreiche Praxisbeispiele vorgestellt. Auf dieser Basis wurden dann erste Ideen entwickelt, wie die Oststadt bzw. der eigene Stadtteil aussehen könnte, wenn diese Chancen auch für das eigene Umfeld ergriffen würden: für mich, für meine Familie und Freunde und für mein ganzes Quartier. Im zweiten Workshop am 26. November wird beim gemeinsamen Essen am Mitbring-Buffet – anschließend an die Ideen aus dem ersten Workshop – anhand von Beispielen aus Ökodörfern erörtert, wie die Lebensqualität für alle Oststädterinnen und Oststädter gesteigert werden kann.

    Wann findet der zweite Workshop statt?
    Donnerstag, 26. November 2015,
    ab 17 Uhr: gemeinsames Essen am Mitbringbuffet,
    18 – 21 Uhr: Workshop
     
    Wo findet der Workshop statt?
    Zukunftsraum, Rintheimer Straße 46
     
    Anmeldung
    Zur Teilnahme am Workshop ist eine möglichst frühzeitige vorherige Anmeldung per E-Mail an Karin Ottmar erforderlich. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Für die Teilnahme ist kein Vorwissen erforderlich, ein aktives Einbringen aber ausdrücklich erwünscht. Über Beiträge zum Mitbringbuffet freuen wir uns sehr.
     
    Wie geht es weiter?
    Der dritte Workshop findet im März 2016 statt, der Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.
     
    Weiterführende Links
    www.gen-europe.org
    www.gen-deutschland.org
     
    Diese Projekt wird gefördert von:
     
    Logo BUNBLogo_UBA
  54. Forschungskolloquium Reallabore: Experimentierraum Stadt

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    „Was ist ein Reallabor und vor welchem wissenschaftlichen Hintergrund steht dieses Konzept? Zu dieser spannenden Fragestellung beginnt am Mittwoch, den 28.10.2015 das mehrteilige “Forschungskolloquium Reallabore: Experimentierraum Stadt”. Veranstaltet von der „Karlsruher Schule der Nachhaltigkeit“  und verankert  im Begleitstudium Nachhaltige Entwicklung am ZAK, richtet sich das “Forschungskolloquium im Wintersemester 2015/2016 sowohl an Studierende sowie an WissenschaftlerInnen und interessierte Gäste.“

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    „Reallabore“ sind ein relativ junges Format für praxisnahe Forschung, die sich der Nachhaltigen Entwicklung verschrieben hat. Besonderheit dieser Art der Forschungsorganisation weitab des ‚Elfenbeinturms‘ der Wissenschaft ist Partizipation, also die systematische und offene Beteiligung von BürgerInnen und anderen Akteuren als Betroffene, Wissensträger und Adressaten, in einem längeren Prozess des Co-Design. Ein Reallabor wird vom KIT in der Karlsruher Oststadt betrieben – wir nehmen dies zum Anlass, mit den Organisator/innen, den beteiligten Wissenschaftler/innen und Stakeholdern von Reallaboren, Studierenden  und Interessierten gemeinsam das „Forschungskolloquium Reallabore:  Experimentierraum Stadt“ über diese Forschungsform durchzuführen.

    Dabei wird es schwerpunktmäßig um einen Austausch zu den offenen Fragen der Reallaborforschung gehen, zu dem auch Gäste anderer Reallabore eingeladen werden. An einem Exkursionstag (vor. 25.11.) werden wir die Reallabore in Stuttgart besuchen, um andere Interpretationen des Konzeptes „Reallabor“ kennenzulernen.

    Als Studierende haben Sie Gelegenheit, Einblick in die Mechanismen der Forschungsförderung, Planung und Durchführung transdisziplinärer Forschung zu erhalten. Studienleistungen können durch Protokollieren (2 CP), Lern-Portfolios (3 CP), Hausarbeiten (4 CP) oder kleine Projekte (4 CP) erbracht werden. Das Kolloquium ist verankert  im Begleitstudium Nachhaltige Entwicklung am ZAK.

    Interessierte WissenschaftlerInnen sind ebenfalls herzlich eingeladen teilzunehmen und erhalten eine entsprechende Teilnahmebestätigung.

    Zeit:    Wintersemester 2015/16, Mittwochs, 11.3o Uhr-13.oo Uhr,
    Ort:    „Zukunftsraum“, Rintheimer Str. 46, Karlsruhe 

    Alle Termine des Forschungskolloquium Reallabore: Experimentierraum Stadt im Überblick finden Sie im Word-Dokument unter folgendem Link:

    Forschungskolloquium Reallabore

  55. 7. ReparaturCafé mit Nähworkshop in der Oststadt

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    Es ist wieder soweit! Das siebte ReparaturCafé steht an. Gemeinsam kaputte Gegenstände reparieren, Neues dazu lernen, nette Menschen treffen, Kaffee und Kuchen genießen. All das zeichnet das ReparaturCafé in Karlsruhe aus, am 7. November von 12.00 – 18.00 Uhr bereits zum siebten Mal. Dieses Mal zusätzlich mit einem Workshop: HosenTaschen – aus der alten (Jeans-)Hose wird die neue Einkaufstasche.

    Was, wann und wo?

    Das nächste ReparaturCafé findet am 7. November 2015 in der Zeit von 12:00 bis 18:00 Uhr im Kinder- und Jugendhaus der Oststadt (Rintheimer Str. 47, 76131 Karlsruhe) statt. Das ReparaturCafé in Karlsruhe ist kostenfrei. Geld- und Kuchenspenden sind willkommen! Für eine bessere Planung bitten wir um eine Mail an kuchen@reparaturcafe-karlsruhe.de.

    Dieses Mal wird in der Nähwerkstatt ein Workshop angeboten werden, bei dem gemeinsam aus alten (Jeans-) Hosen schöne und praktische Einkaufstaschen hergestellt werden. Eine Teilnahme ist nur mit vorheriger Anmeldung möglich: hosentaschenworkshop@reparaturcafe-karlsruhe.de

     

    Hinweise

    • Bitte bringen Sie aus Rücksicht auf die Reparateure nur saubere Gegenstände (geputzt/gewaschen) zur Reparatur mit.
    • Bitte bleiben Sie während der Reparatur Ihres Gegenstandes vor Ort und helfen Sie mit, wo Sie können. Das ReparaturCafé möchte Wissen weiter UND reparierte Gegenstände zurückgeben.
    • Bitte bringen Sie entsprechende Ersatzteile mit, wenn Sie bereits wissen, wo der Fehler liegt. Im ReparaturCafé sind diese nur sehr begrenzt vorhanden.
    • Es kann nicht immer alles repariert werden, manche Dinge würden den Zeitrahmen sprengen, anderes ist schlicht nicht möglich. Die Einzelentscheidung liegt bei den Reparateuren.

     

    Neu!

    Das ReparaturCafé Karlsruhe ist ab sofort mit einer eigenen Website vertreten: http://reparaturcafe-karlsruhe.de

    Und auch die Mail Adresse ist neu: info@reparaturcafe-karlsruhe.de

     

    Der Hintergrund

    Wer kennt das nicht – die Lieblingstasse fällt auf den Küchenboden, das Fahrrad hat kein Licht mehr und die Nähmaschine produziert nur noch Fadensalat. In diesem Moment steht man vor der Frage, ob man zum nächstbesten Geschäft fährt, um schnell ein neues Produkt zu kaufen, oder ob man sich die Mühe machen sollte, das alte Produkt zu reparieren – Nur wie?

    In unserem siebten ReparaturCafé in Karlsruhe möchten wir mit Ihnen deshalb nicht nur ein Zeichen gegen das Wegwerfen und den vorschnellen Neukauf von defekten Gegenständen setzen. Es ist auch Hilfe zur Selbsthilfe: Reparateure und die Besitzer der kaputten Gegenstände reparieren gemeinsam. So kann in geselliger Runde bei Kaffee und Kuchen Wissen weitergegeben und beim nächsten Mal ein Radio oder Pullover vielleicht ohne Hilfe repariert werden.

    Beim siebten ReparaturCafé wird es wie gewohnt vier verschiedene Werkstätten geben:

    • Näh-Reparaturwerkstatt
    • Fahrrad-Reparaturwerkstatt
    • Elektronik-Reparaturwerkstatt
    • Holz-, Keramik- und Metall-Reparaturwerkstatt

    Kaffee, Tee, Limonade, Kuchen und Brezeln sorgen für die nötige Energie, Kreativität und Geselligkeit.

     

    Das Quartier Zukunft und das ReparaturCafé Team freuen sich auf Sie!

  56. Quartier Zukunft zeigt „Karlsruhe trifft die Welt“ im Zukunftsraum – verlängert bis 12.11.

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    Wie können wir in unseren Städten heute und morgen gut leben – in Karlsruhe und in den Städten weltweit? Danach fragt „Karlsruhe trifft die Welt | Eine Mitmacht-Ausstellung zu Nachhaltigem Stadtleben“. Nach der Eröffnung am 15. September im Zukunftsraum für Nachhaltigkeit und Wissenschaft in der Karlsruher Oststadt ist die Ausstellung dort bis einschließlich Donnerstag, den 15. Oktober 12. November 2015 immer dienstags und donnerstags  zu sehen.

    Weitere Impressionen zur Ausstellung finden Sie in der Galerie.

    Ausstellungseröffnung im Zukunftsraum
    Nach zwei sommerlichen Ausstellungstagen im Bürgerpavillon im Karlsruher Schlosspark Anfang Juli 2015 anlässlich des 300. Stadtgeburtstages ist die Ausstellung Karlsruhe trifft die Welt aktuell und über vier Wochen hinweg im Zukunftsraum für Nachhaltigkeit und Wissenschaft zu sehen. Zur Eröffnung am 15. September nahmen erste interessierte Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit wahr, die Ausstellung zum Thema nachhaltige Stadtentwicklung in gemütlicher Atmosphäre bei Wein und Brot zu besuchen. Nach einer kurzen Eröffnungsrede machten sich die Besucher auf einen Rundgang durch die thematischen Ausstellungsräume „Nachhaltige Stadt entwickeln“, „Mobil werden“, „Gemeinschaft gestalten“ und „Ressourcen und Klima schützen“. 
     
    Über die Ausstellung
    Die Ausstellung geht der übergeordneten Frage nach, wie ein gutes Leben in Städten vor dem Hintergrund begrenzter Ressourcen, des Klimawandels, sozialer Ungleichheit, dem Verlust an Biodiversität und wirtschaftlicher Unsicherheit heute und morgen möglich ist – in Karlsruhe und in den Städten weltweit. Sie ist in insgesamt vier Themenbereiche gegliedert: Mobil werden, Gemeinschaft gestalten, Ressourcen und Klima schützen sowie Nachhaltige Stadt entwickeln. Die Exponate in den Themenbereich zeigt gute Beispiele für nachhaltiges Stadtleben aus dem In- und Ausland, darunter eine ganzheitliche soziale Vision für Karlsruhe, ein Bienenhotel zum Thema Stadtimkern,  eine über Crowdfunding finanzierte Holzbrücke aus Rotterdam.
    die Karlsruher Initiative Bikes without Borders oder das Reparaturcafé in Karlsruhe. Die Ausstellung lädt die Besucherinnen und Besucher zum Erkunden, Weiterdenken und Verstetigen ein. So können können nicht nur  Einblicke in aktuelle Entwicklungen und Projektideen zur nachhaltigen Stadtgestaltung gewonnen, sondern auch Anregungen gefunden werden, um selber aktiv zu werden. 
     
    Wie die Ausstellung entstanden ist
    Anlässlich des 300. Karlsruher Stadtgeburtstages hatte das Team des Quartier Zukunft – Labor Stadt im Frühjahr 2015 die bereite Öffentlichkeit dazu aufgerufen, gute Beispiele für nachhaltige Stadtentwicklung in den vier genannten Themenfeldern in Form von Ausstellungsbeiträgen vorzuschlagen und einzureichen. Gefragt wurde insbesondere nach Projektbeispielen aus dem Ausland, aber auch aus Karlsruhe. Eine Auswahl dieser Einreichungen ist ebenso in die Ausstellung eingeflossen wie gute Beispiele nachhaltigen Stadtlebens aus der Arbeit des Quartier Zukunft. Karlsruhe trifft die Welt …
     
    Die Ausstellung besuchen – Verlängerung bis zum 12. November 2015!
    Aufgrund des großen Interesses zeigt das Quartier Zukunft Karlsruhe trifft die Welt statt bis zum 15. Oktober 2015 nun bis zum 12. November 2015. Die Ausstellung kann nach wie vor immer dienstags zwischen 14 – 18 Uhr und donnerstags zwischen 9 – 18 Uhr im Zukunftsraum in der Rintheimer Straße 46, 76131 Karlsruhe besucht werden. Der Besuch der Ausstellung ist kostenlos.
     
    Weiterführende Links
    Rückblick auf den Ausstellungsauftakt im Bürgerpavillon
  57. Stadtleuchten 2015: Leuchtender Leerstand in der Rintheimer Straße

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    Mit „Stadtleuchten“ gaben die Initiatoren des nachbarschaftlichen Projekts am Abend des 19. September 2015 kleinen räumlichen Einheiten städtischer Gemeinschaft in Karlsruhe eine Bühne. Mit dem Thema „Leuchtender Leerstand“ griff das Quartier Zukunft als Projektpartner von Stadtleuchten das Verschwinden von Ladengeschäften in der Oststadt von Karlsruhe auf. An den Fassaden leerstehender Geschäfte in der Rintheimer Strasse und der Gerwigstraße war am Veranstaltungsabend zu sehen, was denn in diesen Möglichkeitsräumen geschehen könnte.

    „Leuchtender Leerstand“ behandelt das Verschwinden von Ladengeschäften in der Oststadt, die zunehmend leer stehen, privatisiert oder zu Wohnungen und Büros umgenutzt werden. In einer Vor-Ort-Aktion zeichnete die Grafikdesignerin und gelernte Theatermalerin Katja Saar eigene und von Bürgerinnen und Bürgern der Karlsruher Oststadt durch Zuruf eingebrachte Ideen für die Gestaltung leerstehender Räume. Ihre Zeichnungen beschienen im  nächtlichen Dunkel Hausfassaden der Rintheimer Straße und Gerwigstraße.

    Um 21 Uhr gingen die Lichter an. Ein Beamer projiziert Zeichnungen von leer stehenden Ladengeschäften und Visionen wiederbelebter Schaufenster. Ein anderer zeig Fotos von engagierten Bürgern, die kreative Initiativen (wie zum Beispiel das ReparaturCafé) wahr werden lassen. An einem ausgeleuchteten Tisch, auf dem ein Karte der Oststadt, Stifte und viel Zeichenpapier lagen, saß die Künstlerin. Eine Kamera war auf das Zeichenpapier und ihre Hand gerichtet. Schreibend und zeichnend wurde nun die sich versammelnde Bürgerschaft begrüßt. Was gefällt dir an der Oststadt? Wo hältst du dich gerne auf? Wo guselt es dich? Was wünscht du dir in deiner näheren Nachbarschaft? Komm her und zeig es mir! – kann man über Hecken und Gartenzäune hinweg bis weit in die Rintheimer Straße lesen.

    Die mit Stühlen, Tischen und Picknick ausgestattete AG Oststadt Nachbarschaft riefen der Grafikerin alsbald ihre Ideen und Wünsche einer gelebten Nachbarschaft zu. Von 21 Uhr bis Mitternacht wurden Ideen, wie die eines Streichelzoos auf dem Gottesauerplatz, eines Programmkinos, eines Abendmarktes, einem Projektraums für wenig Geld, eines öffentlichen Fernsehzimmers und eines gemütlichen Café gezeichnet. Nach anregenden Gesprächen und Diskussionen wurden Ideen für neue Möglichkeitsräume geboren und Samen gesät, die hoffentlich in den Köpfen der Bürger mit nach Hause genommen werden und bald in der Oststadt Früchte tragen werden.

    Über Stadtleuchten
    Stadtleuchten ist ein nachbarschaftliches Projekt innerhalb der Festivitäten des 300 jährigen Stadtjubiläums von Karlsruhe. Menschen haben sich zusammen geschlosen, gründeten Leuchtzellen an verschiedenen Orten der Stadt und ließen diese am 19.09.2015 erstrahlen.
     
    Weiterführende Links
    Website Stadtleuchten
  58. Vortragsabend: “Neue Wohnformen und nachbarschaftliche Netzwerke im Quartier”

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    Der gesellschaftliche und demographische Wandel wird zunehmend von dem Wunsch nach gemeinschaftlichem Wohnen und Leben in funktionierenden Quartiersnachbarschaften begleitet. Alexander Grünenwald, Leiter der BauWohnberatung Karlsruhe, berichtet am 01. Oktober 2015 von den Erfahrungen, die er bei der Begleitung von solchen Wohn- und Quartiersprojekten bei der Entwicklung und Umsetzung gemacht hat. Der Vortrag findet im Zukunftsraum für Nachhaltigkeit und Wissenschaft statt.

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    Herausforderungen für bestehende Wohn- und Lebensformen
    Gesellschaftlicher und demographischer Wandel führen für bestehende Lebens- und Wohnformen für viele Bevölkerungsgruppen zu Herausforderungen. Etwa ziehen durch Migrationsdruck auf dem Arbeitsmarkt viele junge Menschen in Städte, die weit entfernt von ihrem Elternhaus sind. Dadurch werden konventionelle familiäre Fürsorgesysteme erschwert und der Kontakt zwischen den Generationen wird verringert. Gleichzeitig etablieren sich neue Kommunikationsmethoden und mediale Systeme durch rasanten technologischen Fortschritt und jüngere Generationen bewegen sich in anderen soziotechnischen Umgebungen als ältere, die erschwerten Zugang zu diesen haben. Weiterhin besteht ein erhöhter Bedarf, Menschen mit Migrationshintergrund besser zu integrieren und zwischenmenschliche Barrieren und Vorurteile abzubauen. Diese und andere Herausforderungen erfordern die Erprobung neuer Formen des Zusammenlebens und neuer Wohnformen.
     
    Neue Wohnformen und nachbarschaftliche Netzwerke – ein Vortrag
    Nachbarschaftlich orientierte und bürgerschaftlich organisierte Wohn- und Lebensformen sind dabei, sich als Wege aus der sozialen Isolation hin zu mehr Sinnorientierung in neuen Solidargemeinschaften mit zudem handfesten ökonomischen Vorteilen zu etablieren. Auch Kommunen profitieren von diesen Initiativen. Alexander Grünenwald ist Leiter der BauWohnberatung Karlsruhe und hat bereits mehrere solcher Wohn- und Quartiersprojekte bei der Entwicklung und Umsetzung begleitet. Er berichtet anhand von Beispielen über seine Erfahrungen.
     
    Wann und wo
    Der Vortrag findet am 1. Oktober 2015 um 19:00 Uhr im Zukunftsraum in der Rintheimer Straße 46 statt. Die Veranstaltung ist kostenlos. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.

    Begleitend zum Vortrag wird von der Wohnbus-Initiative am 23. Oktober 2015 eine Wohnbus-Tour angeboten, bei der mehrere Wohnprojekte in Ludwigshafen, Speyer und Karlsruhe angefahren und besichtigt werden. Tourdaten und Anmeldeinformationen entnehmen Sie den untenstehenden Links.

    Weiterführende Links
    BauWohnberatung Karlsruhe
    Wohnbus-Initiative
    Infoflyer zur Wohnbustour
    Anmeldung zur Wohnbus-Tour
  59. Ökodorf trifft Quartier Zukunft

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    Das Quartier Zukunft – Labor Stadt und das Global Ecovillage Network (GEN) – ein internationales Netzwerk der Ökodörfer – starten eine Kooperation im Rahmen des Projekts „Urbane Resilienz und neue Gemeinschaftlichkeit“.  Gemeinsam wird erörtert, was in Ökodörfern in den letzten Jahrzehnten in gelebter Praxis bereits an innovativen nachhaltigen Lösungen entwickelt wurde, und was die Oststadt als Quartier Zukunft Projektgebiet aus diesem Wissen und diesen Erfahrungen lernen kann. Drei gemeinsame Workshops finden im Zeitraum September 2015 bis Mai 2016 statt. Sie sind herzlich eingeladen, daran mitzuwirken. Die Workshops können auch einzeln besucht werden.

    Impression aus dem Ökodorf Sieben Linden (c)DW

    Impression aus dem Ökodorf Sieben Linden (c)DW

    Was ist ein Ökodorf?
    In den letzten rund 30 Jahren hat sich in Deutschland eine immer größer werdende Bewegung von intentionalen Gemeinschaften entwickelt. Das 1995 gegründete Global Ecovillage Network verbindet heute bereits über 10.000 Gemeinschaften und Gemeinden in über 100 Ländern und ist mittlerweile der weltweit größte Dachverband von Gemeinschaften mit kontinentalen Netzwerken in Europa, Afrika, Lateinamerika, Nordamerika  und Asien/Ozeanien. Ökodörfer verstehen sich als intentionale oder „gewachsene Dorf-, Stadtteil- oder Lebensgemeinschaften, die bewusst durch partizipative Prozesse gestaltet und durch lokale Besitzstrukturen geprägt sind. Die  vier Dimensionen der Nachhaltigkeit (Ökologie, Ökonomie, das Soziale und das Kulturelle) sind in einem ganzheitlichen Ansatz integriert, der es ermöglicht, den ökologischen Fußabdruck drastisch zu senken. Die verschiedenen Gemeinschaften zeichnen sich durch eine große kulturelle, individuelle und soziale Vielfalt aus. Ihr Reichtum an Verschiedenheit ist eine der größten Schätze dieses Netzwerks.
    GEN Nachhaltigkeitsverständnis

    Bild: GEN Nachhaltigkeitsverständnis

     
    Was ist geplant?
    Im Rahmen des vom Umweltbundesamt geförderten Projektes „Urbane Resilienz und neue Gemeinschaftlichkeit“ haben das Quartier Zukunft – Labor Stadt und GEN Europe beschlossen ihr Wissen und ihren Erfahrungsschatz miteinander zu verbinden und eine dreiteilige Veranstaltungsreihe vom Herbst 2015 bis zum Frühjahr 2016 geplant. In dieser Reihe soll gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern aus Karlsruhe einen Erfahrungs- und Austauschraum schaffen und das Wissen und die Erfahrungen für eine enkeltaugliche Zukunft zusammentragen werden. Alle Interessierten sind zur Teilnahme herzlich eingeladen.

    Entlang der im GEN-Nachhaltigkeitskonzept entwickelten vier Dimensionen der Nachhaltigkeit wird gemeinsam erforscht, welche bereits existierenden nachhaltigen und innovativen Lösungen aus Ökodörfern geeignet sind, um diese in den eigenen Alltag und das eigene Quartier zu übertragen. Den Startpunkt markiert ein Ganztagsworkshop unter der Überschrift „Leben in der Stadt – nachhaltig, sinnerfüllt, vernetzt: Was die Oststadt vom Ökodorf lernen kann“, der ausreichend Gelegenheit geben wird, von dem Wissen und dem gelebtem Erfahrungsschatz der Ökodörfer inspiriert zu werden. Auf dieser Basis werden erste Ideen entwickelt, wie die Oststadt bzw. der eigene Stadtteil aussehen könnte, wenn diese Chance auch für das eigene Umfeld ergriffen würde: für mich, für meine Familie und Freunde und für mein ganzes Quartier.

    Wann findet der erste Workshop statt?
    Samstag, 26. September 2015, 11 – 18 Uhr
     
    Wo findet der Workshop statt?
    Zukunftsraum, Rintheimer Straße 46
     
    Anmeldung
    Zur Teilnahme am Workshop ist eine vorherige Anmeldung bis zum 25. September 2015 per E-Mail an Karin Ottmar erforderlich. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Für die Teilnahme ist kein Vorwissen erforderlich, ein aktives Einbringen aber ausdrücklich erwünscht.
     
    Wie geht es weiter?
    Die folgenden Workshops finden voraussichtlich im November 2015 und März 2016 statt. Die Termine werden rechtzeitig bekannt gegeben.
     
    Weiterführende Links
    www.gen-europe.org
    www.gen-deutschland.org
     
    Diese Projekt wird gefördert von:
     
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  60. Karlsruhe trifft die Welt: von Crowdfunding Brücken bis Lebensmittelrettung

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    Eine Crowdsourcing Brücke aus Rotterdam, das Kopenhagener Vorzeige-Radwegesystem und Bewegungsparcours für Ältere im türkischen Ankara treffen auf eine integrative Fahrrad-Reparaturwerkstatt für Flüchtlinge in Karlsruhe und eine ganzheitliche soziale Vision für die Fächerstadt. In der Mitmach- und Doppelausstellung Karlsruhe trifft die Welt brachten Bürgerinnen und Bürger sowie das Quartier Zukunft – Labor Stadt am 1. und 2. Juli 2015 viele unterschiedliche Ideen, wie sich Städte und Stadtleben nachhaltig gestalten lassen, im Bürgerpavillon im Karlsruher Schlosspark aufeinander. Im Herbst 2015 ist die Ausstellung erneut im Zukunftsraum für Nachhaltigkeit und Wissenschaft zu sehen.

    Weitere Impressionen zur Ausstellung finden Sie in der Galerie.

    Wie können wir in unseren Städten vor dem Hintergrund begrenzter Ressourcen, des Klimawandels, sozialer Ungleichheit, dem Verlust an Biodiversität und wirtschaftlicher Unsicherheit heute und morgen gut leben – in Karlsruhe und in den Städten weltweit? Dies ist die zentrale Fragestellung, der die Mitmach-Ausstellung Karlsruhe trifft die Welt am 1. und 2. Juli 2015 als Beitrag zum 300. Stadtgeburtstag von Karlsruhe nachging. Das Team des Quartier Zukunft hatte diese Frage im Frühjahr 2015 an die breite Öffentlichkeit gerichtet und dazu aufgerufen, innovative, ungewöhnliche und vielfältige Ideen, wie Nachhaltigkeit in Städten gelebt werden kann, in die Ausstelllung zu bringen. Gesucht wurden nachhaltige Stadtprojekte, die man auf einer Reise entdeckt hatte, darüber gelesen hatte oder diese sogar selbst initiiert hatte. Eine Vielzahl an Privatpersonen, Initiativen, Künstlern und Wissenschaftlern war dem Aufruf gefolgt. So konnte das Quartier Zukunft als Initiator der Ausstellung ein großes Spektrum an nachhaltigen Stadtprojekten in den vier Ausstellungsräumen

    • Mobil werden
    • Gemeinschaft gestalten
    • Klima und Ressourcen schützen
    • Nachhaltige Stadt entwickeln

    zusammen mit Projektaktivitäten rund um das Quartier Zukunft zeigen. Durch diese vier Ausstellungsräume wurden die Besucherinnen und Besucher der Ausstellung geleitet. Es präsentierte regionale, nationale wie auch internationale Projekte zum nachhaltigen Stadtleben und bot Raum für gute Ideen und Inspiration für Neues. Teil der Ausstellung war zum Beispiel eine ganzheitlich soziale Vision für Karlsruhe, die Stockholmer Piano Stairs, Luchtsingel – eine über Crowdfunding finanzierte Fußgängerbrücke in Rotterdam, die Kork-Kampage des NABU sowie das Projekt Urban Bees, das Imkern in der Stadt aus architektonischer Perspektive beleuchtete. Im Mitmach-Bereich konnten auch spontan noch Ausstellungsbeiträge angefertigt und in die Ausstellung eingefügt werden.

    Karlsruhe trifft die Welt im Herbst 2015 im Zukunftsraum

    Vom 17. September bis 15. Oktober 2015 wird die Ausstellung ein zweites Mal in der Karlsruher Oststadt im Zukunftsraum gezeigt. Am Dienstag, den 15. September 2015 ab 18 Uhr findet die Ausstellungseröffnung statt. Interessierte haben hier die Möglichkeit, die Ausstellung über einen Zeitraum von 4 Wochen zu besuchen. Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten des Zukunftsraum (dienstags von 14 bis 18 und donnerstags von 9 bis 18 Uhr) geöffnet. Der Ausstellungsbesuch ist kostenlos. Sie sind herzlich eingeladen!

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    Weiterführende Links
    Aufruf zu Beiträgen Karlsruhe trifft die Welt
  61. Es ist vollbracht! Zukunftsraum eröffnet

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    Der Zukunftsraum öffnete am 13.6. zum ersten Mal seine Türen für alle Interessierten. Nachdem in den vergangenen Wochen emsig gestrichen und eingerichtet wurde, startete der Tag früh vor Ort für das Quartier Zukunft-Team mit den letzten Vorbereitungen für die Zukunftsraum Eröffnung.

    Viele weitere Impressionen finden Sie in der Galerie.
     
    Die Eröffnung

    Ab 10.00 Uhr ging es dann auch schon los mit den ersten BesucherInnen, die gleich selbst Hand anlegten beim angekündigten Möbelbau Workshop. Rasch entstanden mehrere Holzhocker, die gleich den ganzen Tag über vielseitige Verwendung fanden. SamenBomben wurden in einem weiteren Workshop geknetet.

    Ab 13.00 Uhr füllte sich der Zukunftsraum immer mehr, das Coffee-Bike gab den ersten Kaffee aus und die Brote mit buntem vegetarischem Aufstrich fanden regen Anklang. Die Besucher hatten Gelegenheit sich die neuen Räumlichkeiten anzuschauen, entlang der Fotoausstellung im Schaufenster die Entwicklung des Quartier Zukunft über die vergangenen Jahre nach zu verfolgen und sich mit Infomaterial aus dem Zukunftsraum zu versorgen.

    Dann startete der offizielle Teil der Zukunftsraum Eröffnung mit den Grußworten der baden-württembergischen Wissenschaftsministerin Theresia Bauer, Oberbürgermeister Frank Mentrup und KIT-Bereichsleiter Karl-Friedrich Ziegahn. Nach einer kurzen musikalischen Auflockerung ging es weiter mit einer Präsentation von Projektleiter Oliver Parodi. Er thematisierte Nachhaltigkeit als das übergeordnete Thema des Zukunftsraumes, die Entstehungsgeschichte des Projektes „Reallabor 131: KIT findet Stadt“ und die vielfältigen Herausforderungen einer engen Zusammenarbeit von verschiedenen Akteuren aus Wissenschaft, Praxis und Bürgerschaft.

    Da das Wetter immer schöner und die Temperaturen im Zukunftsraum immer höher wurden, strömten danach alle nach draußen, um nach einem Glas Sekt der „Mach-mit-Diskussion: Nachhaltige Stadtentwicklung: Vom Wissen zum Handeln“ zu folgen. Zahlreiche Besucher setzten sich auf die freien Stühle in der Diskussionsrunde, die von Prof. Dr. André Reichel von der Karlshochschule moderiert wurde. Einig war man sich, dass es den Menschen leichter gemacht werden müsse nachhaltig zu handeln damit eine nachhaltigere Lebensweise auch im Alltag vieler Menschen umsetzbar wird.
    Nach einer regen Diskussion und vielen Gespräche auch im Nachgang des offiziellen Teils wurden dann noch viele getrocknete SamenBomben und hoffentlich Lust zum Mitmachen für die Zukunft, mit nach Hause genommen.

    Gut zu Wissen
    Die Öffnungszeiten für den Zukunftsraum sind ab sofort bis Ende Juli immer dienstags von 14.00 bis 18.00 Uhr und donnerstags von 9.00 bis 18.00 Uhr. Einfach vorbeikommen und hereinspazieren. Nach der Sommerpause im August werden die Öffnungszeiten für den Zukunftsraum ausgeweitete und rechtzeitig bekannt gegeben.

     Der nächste Quartier Zukunft Stammtisch für alle Interessierten findet am Dienstag den 14. Juli ab 19.00 Uhr im Zukunftsraum in der Rintheimer Straße 46 statt.

    Weiterführende Links
    Audio Mitschnitt: Interview des KIT-Radios mit Theresa Bauer:
    Blogbeitrag: Zukunftsraum wird eröffnet
    Blogbeitrag: Eröffnung! Zukunftsraum!
  62. Karlsruhe trifft die Welt – Inspiration für nachhaltiges Stadtleben

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    Wie kann ein nachhaltiges und gutes Leben in unseren Städten gelingen? Dieser Frage geht die Mitmach-Ausstellung Karlsruhe trifft die Welt am 1. und 2. Juli 2015 als Beitrag zum 300. Stadtgeburtstag von Karlsruhe nach und präsentiert regionale wie auch internationale Projekte zum nachhaltigen Stadtleben. Im Bürgerpavillon im Karlsruher Schlosspark bietet die Ausstellung Raum für gute Ideen und Inspiration für Neues.

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    Knapper werdende Ressourcen, der Klimawandel, soziale Ungleichheit, Wohnungsknappheit und der demographische Wandel – diese sind nur einige Herausforderungen, mit denen Städte im 21. Jahrhundert konfrontiert sind. Viele Pioniere, Kommunen, Bildungseinrichtungen, Unternehmen, Wissenschaftler und andere haben sich bereits auf den Weg gemacht, um städtische Lebensräume fit für die Zukunft zu machen. Oftmals mit kleinen Schritten gelingt es ihnen, Städte ein gutes Stück nachhaltiger zu gestalten. Sie sehen dabei den Weg zu einer Nachhaltigen Entwicklung weniger als „Verzicht und Krise“, denn als Chance für mehr Lebensqualität der Menschen, die heute und morgen – nicht nur in unseren Städten – leben. Lassen wir uns von den Vorreitern für nachhaltige Stadtentwicklung inspirieren!

    Die Mitmach-Ausstellung zu nachhaltigem Stadtleben Karlsruhe trifft die Welt stellt gute Beispiele für nachhaltiges Leben aus Karlsruhe und Städten weltweit in 4 thematischen Ausstellungsräumen vor:

    • Mobil werden
    • Gemeinschaften gestalten
    • Ressourcen und Klima schützen
    • Nachhaltige Stadt entwickeln

    Plakate, Fotografien, plastischen Exponate, Videobeiträgen uvm. greifen Themen wie Lebensmittelrettung, ganzheitliche Radwegekonzepte, urbanes Imkern, unterkulturelles Zusammenleben in der Stadt, Energieoptimierung von Gebäuden, Elektromobilität, eine über Crowdfunding finanzierte Fußgängerbrücke und weitere auf und inspirieren zum eigenen Handeln.

    Ihr Beitrag in Karlsruhe trifft die Welt

    Das Team des Quartier Zukunft hat im Frühjahr 2015 die Öffentlichkeit gefragt „Welche nachhaltigen Stadtprojekte begeistern dich? und dazu aufgerufen, Beiträge für Karlsruhe trifft die Welt einzureichen. Diese werden nun anlässlich des 300. Stadtgeburtstages von Karlsruhe in der Ausstellung gezeigt.

    Die Ausstellung wird erstmals im Bürgerpavillon des Karlsruher Stadtgeburtstages gezeigt.

    Die Ausstellung wird erstmals im Bürgerpavillon des Karlsruher Stadtgeburtstages gezeigt.

    Die Zeit für Einreichungen ist aber noch nicht abgelaufen. Wenn Sie weitere gute Beispiele in die Ausstellung bringen möchten, sind Sie herzlich dazu einladen. Die 3 thematischen Ausstellungsräume – Mobil machen, Gemeinschaft gestalten und Ressourcen und Klima schützen – sowie ein thematisch offener Ausstellungsraum bietet viel Platz für kurzfristige und spontane Ergänzungen. Setzen Sie sich mit uns über info@quartierzukunft.de in Verbindung oder bringen Sie Ihren Beitrag an einem der Veranstaltungstage direkt in die Ausstellung. Wichtig: füllen Sie je nach Thema ihres Ausstellungsbeitrages eines der Formulare aus, die Sie am Ende des Textes unter „Downloads“ finden, drucken Sie es aus und bringen Sie es am Veranstaltungstag mit. Das Formular fragt die Basis-Inhalte Ihres guten Beispiels für nachhaltiges Stadtleben ab. An beiden Veranstaltungstagen werden die Formulare auch zum Ausfüllen vor Ort zur Verfügung stehen. Sehr gerne können Sie das ausgedruckte Formular durch Fotos, Fotoserien, Texte (z.B. Gedichte, Essays etc.), Gegenstände, die Sie mit dem Projekt verbinden, Videos, uvm. ergänzen. Karlsruhe trifft die Welt ist eine Ausstellung zum Mitmachen – Ihr Beitrag ist herzlich willkommen.

    Die Ausstellung findet am 1. und 2. Juli 2015 im Bürgerpavillon im Karlsruher Schlosspark von jeweils 15 bis 18 Uhr statt. Wir freuen uns über Ihren Besuch, Ihre Ideen und die nachhaltigen Stadtprojekte, die Sie begeistern!

    Vom Bürgerpavillon in den Zukunftsraum – Save the Date!
    Vom 16. September bis 15. Oktober 2015 wird die Ausstellung ein zweites Mal in der Karlsruher Oststadt im Zukunftsraum gezeigt. Am Dienstag, den 15. September 2015 ab 17 Uhr findet die Ausstellungseröffnung statt.
     
    Bürgerpavillon und Nachhaltigkeit
    Karlsruhe feiert seinen 300. Stadtgeburtstag klimaneutral. Als Kooperationspartner der Stadt Karlsruhe hat sich das Quartier Zukunft sehr gerne dazu verpflichtet, das Ziel eines klimaneutralen Festivals zu unterstützen. Der Bürgerpavillon wurde auf dem Recycling-Prinzip aufbauend konzipiert und gebaut. Alle Bauteile sind wiederverwendbar.
     
    Downloads
    Formular Mobil_werden [PDF | 500 KB]
    Formular_Gemeinschaft gestalten [PDF | 500 KB]
    Formular Klima und Ressourcen schützen [PDF | 500 KB]
    Formular Nachhaltige Stadt entwickeln [PDF | 500 KB]
     
    Weiterführende Links
    Aufruf zu Beiträgen Karlsruhe trifft die Welt
    Informationen zum Bürgerpavillon
  63. Selbsthilfewerkstatt für Flüchtlinge entsteht

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    Seit einigen Tagen gibt es unmittelbar am Menschenrechtszentrum im Projektgebiet Oststadt das Gerüst der Selbsthilfewerkstatt zur Fahrradreparatur für Flüchtlinge zu entdecken. Der Träger des Quartier Zukunft Ideenpreises Im|Puls Oststadt, Bikes without Borders, hat vor wenigen Tagen mit dem Bau seiner Werkstatt begonnen.

     
    Die Selbsthilfewerkstatt entsteht
    Die großen Aufgaben sind abgearbeitet. Das Gerüst steht. Das Dach ist im Bau. Nur die Außenplatten müssen noch montiert werden. „Und mit der Inneneinrichtung müssen wir uns noch beschäftigen.“ sagt Tobias Fleiter, aktives Mitglied bei Bikes without Borders.
     
    Noch werden im Freien gemeinsam mit Flüchtlingen aus der nahe gelegenen Landeserstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge (LEA) und dessen Außenstelle gespendete Fahrräder zusammen mit Flüchtlingen repariert und die Räder an die Flüchtlinge verliehen. Bald schon soll der Bau der Selbsthilfewerkstatt abgeschlossen sein, so dass unabhängig von Witterungsbedingungen in der Werkstatt gearbeitet werden kann. „Wir haben 4 Monate Winterpause gemacht, weil man hier draußen bei Minusgraden, Wind und Regen nichts machen kann. Im Menschenrechtszentrum im Raum der Rechtsberatung haben wir ein Regal mit Ersatzteilen und Werkzeugen. Aber es platzt aus allen Nähten. Die Werkstatt hilft da natürlich enorm“, so Fleiter.
     
    Der Weg zum jetzigen Bau der Selbsthilfewerkstatt war ein längerer Prozess, der Anfang 2014 begann. Damals erarbeitete Tobias Fleiter zusammen mit weiteren Mitstreitern Bikes without Borders als Projekt beim Freundeskreis Asyl e.V. Sie kamen mit Studierenden der Architektur am KIT zusammen, die im Rahmen eines Studienseminars erste Entwürfe einer Selbsthilfewerkstatt machten. Die Auszeichnung mit dem Ideenpreis Im|Puls Oststadt  habe ihnen vertrauen gegeben, die Werkstatt auch finanzieren zu können. Im Frühjahr 2014 war Bikes without Borders mit dem Preis vom Team des Quartier Zukunft ausgezeichnet worden. Es schlossen sich weitere positive Fügungen an, z.B. der günstige Erwerb von Baumaterial. Der Bauantrag konnte schließlich im Sommer 2014 gestellt und genehmigt werden. „Seither waren konkrete Planungen möglich“, so Fleiter. Die Architektur-Studierenden haben daraufhin ihre Entwürfe überarbeitet und die Realisierung der Werkstatt mit viel Engagement vorangetrieben. Durch eine große Spendenaktion konnten Ende 2014 letzte Finanzlücken geschlossen werden.
     
    Bikes without Borders werden aber nicht nur finanziell unterstützt. Viel Unterstützung erhalten die ehrenamtlich Engagierten auch vom Menschenrechtszentrum und dem Freundeskreis Asyl e.V. sowie von Einrichtungen des Alten Schlachthofs, z.B. beim Lagern von Baumaterial.
     
    Viele engagierte Hände und Köpfe
    Inzwischen wirken rund 50 Personen im Netzwerk des Projekts mit. Innerhalb dessen agiert ein Kernteam von rund 10 Personen, darunter Tobias Fleiter. Einige Reparateure kommen aus der Oststadt. Einige Quartiersbewohner kommen auch zur Selbsthilfewerkstatt, um eigene Räder zu reparieren. „Das Projekt bringt Menschen zusammen“, sagt Tobias Fleiter. Er betont: „Die Selbsthilfewerkstatt ist aber klar auf die Unterstützung der Flüchtlinge ausgerichtet.“
     
    Über Bikes without Borders
    Bikes without Borders ist ein Projekt des Freundeskreis Asyl e.V., das sich zum Ziel gesetzt hat, Flüchtlingen bei der Bewältigung ihres Alltages zu unterstützen, indem ehrenamtlich Engagierte gemeinsam mit Flüchtlingen der LEA reparieren. Die geliehenen Fahrräder ermöglichen es den Flüchtlingen, sich in Karlsruhe fortbewegen zu können. Bei dem begrenzten Budget, das den Flüchtlingen zur Verfügung steht, ist beispielsweise die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel kaum möglich. Positiver Nebeneffekt der Fahrradreparatur: Fahrradfahren verursacht keinen Schadstoff-Ausstoß und durch die Reparatur werden Ressourcen geschont. Aktuelle Informationen über das Projekt erhalten Sie stets auf dem Blog www.bikeswithoutborders.blogspot.de.

    Dieser Artikel basiert auf einem Interview mit Tobias Fleiter, Bikes without Borders, vom 21. April 2015. Das Interview führte Alexandra Quint.

    Weiterführende Links
    Ideenpreis Im|Puls Oststadt
    Website Freundeskreis Asyl
  64. Karlsruhe trifft die Welt

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    Am 01. und 02. Juli 2015 füllt sich der Bürgerpavillon des Karlsruher Stadtgeburtstages mit innovativen, ungewöhnlichen und vielfältigen Ideen, wie Nachhaltigkeit in Städten mit gelebt werden kann. In Karlsruhe trifft die Welt | Eine interagierende Ausstellung zu nachhaltigem Stadtleben zeigt das Quartier Zukunft gute Beispiele aus seinem Projektgebiet Karlsruhe-Oststadt und lädt Sie dazu ein, diese um weitere gute Beispielen aus Städten weltweit zu ergänzen. Bis zum 15. Mai 2015 können Sie Vorschläge für Ausstellungsbeiträge einreichen. Wer auch nach dieser Einreichfrist Karlruhe trifft die Welt mitgestalten möchte, erhält hier alle Informationen für Last minute-Beiträge und viele weitere aktuelle Hinweise zur Ausstellung.

    Wie können wir in unseren Städten vor dem Hintergrund begrenzter Ressourcen, des Klimawandels, sozialer Ungleichheit, dem Verlust an Biodiversität und wirtschaftlicher Unsicherheit heute und morgen gut leben – in Karlsruhe und in den Städten weltweit? Mit dieser zentralen Frage beschäftigt sich „Karlsruhe trifft die Welt | Eine interagierende Ausstellung zu nachhaltigem Stadtleben“. Die Ausstellung zeigt Good Practice für mehr Nachhaltigkeit in Karlsruhe und lädt Sie dazu ein, inspirierende Beispiele aus anderen Städten weltweit in die Ausstellung einzubringen.

    Ihr Beitrag zur Ausstellung
    Sie wissen von einem nationalen oder internationalen Projekt, das nachhaltiges Stadtleben zu einem der nachfolgenden Themen fördert.
    • Ausstellungsraum „mobil werden“
    • Ausstellungsraum „Gemeinschaften gestalten“
    • Ausstellungsraum „Ressourcen und Klima schützen“

    Sie haben das Projekt auf einer Reise kennengelernt oder haben darüber gelesen, eine Dokumentation gesehen? Sie arbeiten an dem Projekt mit, haben es vielleicht sogar selbst initiiert? Wir laden Sie herzlich dazu ein, das Projekt als Beispiel dafür, wie Nachhaltigkeit in Städten gelebt werden kann, in der Ausstellung „Karlsruhe trifft die Welt“ zu präsentieren. Für Projekte, die thematisch in keines der oben genannten Ausstellungsräume passen, steht der offene Ausstellungsraum zur Verfügung.

    Wie funktioniert das Mitgestalten der Ausstellung?
    Schlagen Sie uns bis Freitag, den 15. Mai 2015 das inspirierende Beispiel vor, das Sie gerne in der Ausstellung „Karlsruhe trifft die Welt“ präsentieren möchten. Bitte senden Sie den Titel des Projektes, eine Kurzbeschreibung (max. 500 Zeichen inkl. Leerzeichen), eine Begründung, weshalb Sie es als besonders präsentationswürdig erachten (max. 500 Zeichen inkl. Leerzeichen), sowie Angaben dazu, wie Sie sich die Präsentation Ihres Vorschlags vorstellen, an info@quartierzukunft.de. Die Initiatoren der Ausstellung behalten sich vor, unter den eingereichten Vorschlägen eine Auswahl zu treffen.
     
    Ende Mai melden wir uns bei Ihnen auf Ihren Vorschlag. Ist die Wahl auf Ihren Vorschlag gefallen, bitten wir Sie, Ihre innovative, kreative und/ oder außergewöhnliche Idee für nachhaltiges Stadtleben für die Ausstellung bis Freitag, den 19. Juni aufzubreiten und uns Ihren Beitrag zur Ausstellung zur Verfügung zu stellen. Sie können Fotos, Fotokollektionen und -serien, Videos, Zeichnungen, Poster, Skulpturen, Texte (auch Gedichte, Kurzgeschichten etc.), Gegenstände uvm. in die Ausstellung bringen. Wir stellen Ihnen zudem ein Blankoposter zur Verfügung, das Sie mit Informationen zu Ihrem Projektvorschlag füllen können. Das Blankposter können Sie ab Montag, den 01. Juni 2015 im Zukunftsraum abholen.
     
    Vom Bürgerpavillon in den Zukunftsraum – Save the Date!
    Vom 16. September bis 15. Oktober 2015 wird die Ausstellung ein zweites Mal in der Karlsruher Oststadt im Zukunftsraum gezeigt. Am Dienstag, den 15. September 2015 ab 18 Uhr findet die Ausstellungseröffnung statt.
     
    Wir sind sehr gespannt auf Ihre Einreichungen und freuen uns auf eine sinnstiftende und gute Zusammenarbeit mit Ihnen. „Karlsruhe trifft die Welt | Eine interagierende Ausstellung zu nachhaltigem Stadtleben“ findet in Kooperation mit KA300 – Stadtgeburtstag Karlsruhe 2015 statt.
     
    Download
    Aufruf Karlsruhe trifft die Welt_Poster [3 MB]
     
    Weiterführende Links
    Einladung Karlsruhe trifft die Welt
    KA300 – Stadtgeburtstag Karlsruhe 2015
  65. Zukunftsraum wird eröffnet

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    Noch stehen die Räume in der Rintheimer Straße 46 leer. Bald aber werden sie sich mit Leben füllen, wenn sie vom Quartier Zukunft und Reallabor 131 Team als Büro-, Forschungs-, Beratungs- und Veranstaltungsort, als Quartierstreffpunkt für die Oststadt geöffnet werden. Der Zukunftsraum soll gemeinschaftlich gestaltet werden. Die feierliche Eröffnung findet am 13. Juni 2015 statt.

    Für die Arbeit des Quartier Zukunft und des Reallabor 131 ist die Eröffnung des Zukunftsraumes für Nachhaltigkeit und Wissenschaft ein bedeutender Schritt, der die Arbeit des wissenschaftlichen Teams mit den Akteuren vor Ort für eine nachhaltige Quartiersentwicklung und transdisziplinäre Forschung deutlich und positiv verändern wird. Der Treffpunkt im Projektgebiet Karlsruhe Oststadt erlaubt dem wissenschaftlichen Team mit den Akteuren vor Ort noch enger zusammenzuarbeiten. In vielen Gesprächen und bei Veranstaltungen wurde seitens der Bürgerschaft zudem immer wieder der Wunsch geäußert, einen Quartierstreffpunkt für Themen der nachhaltigen Entwicklung in der Oststadt zu schaffen. Der Zukunftsraum wird als ein solcher Treffpunkt in die Oststadt hinein geöffnet und wird ab dem Sommer 2015 zur intensiven und kreativen Nutzung aller Aktiven und Interessierten rund um das Quartier Zukunft und Reallabor 131 zur Verfügung stehen. Angestrebt wird, mit dem Zukunftsraum einen Quartierstreffpunkt und einen Ort für Forschung, Veranstaltungen, Begegnungen, Besprechungen und als kreative Ideenschmiede für nachhaltige Quartiersentwicklung zu etablieren.

    Räume gestalten. Mach mit! 
    In den kommenden Wochen werden die Räume in der Rintheimer Straße 46 gemeinsam vom Projektteam und Aktiven und Interessierten in den Zukunftsraum verwandelt, hergerichtet und ausgestattet.

    Sie haben kreative Ideen, handwerkliches Geschick oder sind einfach neugierig, wie der Zukunftsraum aussehen wird? Sie möchten an der Gestaltung des Ortes mitwirken? Alle, die sich bei der Gestaltung des Zukunftsraums engagieren möchten, sind herzlich dazu eingeladen. Für weitere Informationen steht die Koordinatorin Alexandra Quint zur Verfügung (alexandra.quint@kit.edu). Am 27. und 28. April 2015 findet eine Streich-Aktion statt. Am 12. Juni 2015 lädt das Projektteam zu einem Holzmöbelbauworkshop ein, bei dem Sitzmöbel für den Zukunftsraum gemeinsam gebaut werden.

    Save the Date
    Am Samstag, den 13. Juni 2015 wird der Zukunftsraum mit einem vielfältigen Programm im Rahmen der Nachhaltigkeitstage Baden-Württemberg und unter Beteiligung der baden-württembergischen Wissenschaftsministerin Theresia Bauer feierlich eröffnet werden. Bitte merken Sie sich diesen Termin schon einmal vor. Nähere Informationen dazu werden auf dieser Website zeitnah veröffentlicht.
     
    Weiterführende Links
    Hintergrund zum Reallabor 131
    Website Nachhaltigkeitstage Baden-Württemberg
  66. Mach mit! Plakate in Karlsruhe

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    Zurzeit und bis zum 01. April 2015 sind an vielen Stellen in Karlsruhe farbenfrohe Quartier Zukunft Plakate zu sehen. Sie sollen dazu beitragen, das Quartier Zukunft den Menschen nicht nur im Projektgebiet Karlsruhe-Oststadt, sondern in ganz Karlsruhe und darüber hinaus näher zu bringen. Bis zum 10. April 2015 sind Sie herzlich dazu eingeladen, ihr persönliches Foto von den Mach mit!-Plakaten zur Veröffentlichung auf dieser Website einzuschicken.

    „Mach mit! Gestalte deine, unsere Oststadt.“ heißt es auf den Plakaten. Denn es bedarf vieler kluger Köpfe und fleißiger Hände, damit ein nachhaltiges Stadtleben erwachsen kann.

    Fotografinnen und Fotografen gesucht
    Sie haben eines der Mach mit! Plakate in Karlsruhe entdeckt und fotografiert? Schicken Sie uns bis zum 10. April 2015 Ihr Foto per E-Mail an redaktion@quartierzukunft.de unter Angabe  Ihres Namens, dem Ort und dem Datum der Aufnahme. Ihr Foto wird dann auf dieser Website veröffentlicht.

     

    Die Plakataktion „Mach mit! Gestalte deine, unsere Oststadt.“ wird vom Kulturamt der Stadt Karlsruhe unterstützt.

  67. Quartier Zukunft begleitet Projekt der Stadt Freiburg

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    Vielfältige Akteure suchen in den Freiburger „Future Labs“ gemeinsam Lösungen für die nachhaltige Entwicklung von Stadtteilen. Das Quartier Zukunft Team berät und begleitet sie wissenschaftlich.

     

    NH Kompass

     

    Basierend auf dem „Freiburger Nachhaltigkeitskompass“ hat sich die Stadt Freiburg das Ziel gesteckt, in den kommenden Jahren Ideen für einen neuen oder bereits bestehenden Stadtteil als „Quartier der Zukunft“ zu entwickeln. Fünf Themenfelder stehen dabei im Mittelpunkt:

    • Soziale Gerechtigkeit
    • Stadtplanung und Stadtentwicklung
    • Verbesserte Mobilität, weniger Verkehr
    • Bildung
    • Klima und Energie

    Akteure aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft des Freiburger Nachhaltigkeitsrates werden von Beginn an am Prozess beteiligt und arbeiten in Future Labs gemeinsam an zukunftsweisenden Herausforderungen für ein Freiburger „Quartier der Zukunft“. Zielkonflikte sollen identifiziert und unterschiedliche Lösungsansätze für ein auf vielen Ebenen nachhaltiges Freiburger Quartier erarbeitet werden. Der Freiburger Nachhaltigkeitskompass – inhaltliche Grundlage und Steuerungsinstrument für das Freiburger Quartier der Zukunft – stützt sich auf die 60 Freiburger Nachhaltigkeitsziele, die der Gemeinderat bereits im Jahr 2009 als bindende Grundlage für eine nachhaltige Stadtentwicklungspolitik beschlossen hat.

    Wissenschaftliche Beratung aus Karlsruhe

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    Um das Projekt zu unterstützen, kooperiert das Quartier Zukunft mit dem Freiburger Projekt „Quartier der Zukunft – der Freiburger Nachhaltigkeitskompass im Labor Stadt“. Das Quartier Zukunft Team begleitet die Stadt Freiburg als wissenschaftlicher Partner und unterstützt dabei die Arbeiten der für das Projekt verantwortlichen Freiburger Stabstelle Nachhaltigkeitsmanagement. Das Quartier Zukunft bringt unter anderem seine theoretischen und praktischen Erfahrungen in den Bereichen Partizipation und Nachhaltigkeitsforschung ein. Konkret werden die „Future Labs“ bei der Konzeption und Umsetzung unterstützt und im Umgang mit auftretenden Zielkonflikten beraten. Weiterhin wird der Freiburger Nachhaltigkeitskompass nach dem am ITAS entwickelten „Integrativen Konzept Nachhaltiger Entwicklung“ evaluiert.

    Download
    Integratives Konzept Nachhaltiger Entwicklung als Leporello [pdf | 3 MB]
     
    Weiterführende Informationen
    Projektbeschreibung auf der Website des ITAS
    Nachhaltigkeitsmanagement der Stadt Freiburg
  68. Rückblick auf das BürgerForum – Und wie es weiter geht

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    Was bedeutet Nachhaltigkeit in meiner unmittelbaren Umgebung? Wie kann ich zusammen mit anderen Bürgerinnen und Bürgern das Leben in der Oststadt so gestalten, dass ein Lebensraum entsteht, der nicht nur den Bedürfnissen der jetzigen Generation gerecht wird, sondern auch die Bedürfnisse zukünftiger Generationen berücksichtigt?

    Diesen Kernfragen haben sich Bürgerinnen und Bürger bei dem BürgerForum 2014 „Nachhaltige Oststadt | Zukunft aus Bürgerhand“ gestellt. Initiiert wurde das BürgerForum vom Quartier Zukunft – Labor Stadt in Kooperation mit der Stadt Karlsruhe und der Bertelsmann Stiftung.

    In insgesamt drei Projektphasen wurden Projektideen entwickelt, die den Wünschen und Anregungen der Bewohnerinnen und Bewohnern der Oststadt entsprechen.

    Bei der Auftaktwerkstatt am  11. Oktober entstanden in vier Ausschüssen zuerst grobe Ideen, danach wurden Inhalte gesammelt. Nach mehrstündiger Diskussion und Mitwirkung aller Engagierter standen am Ende des Tages 12 Bürgervorschläge aus insgesamt vier Ausschüssen fest.

    Bis zum 07. November konnten dann alle Interessierten die gesammelten Vorschläge in einer Onlinewerkstatt weiterentwickeln, darüber beraten und abstimmen. Bürgerredakteure haben die Diskussionen für das Bürgerprogramm letztlich aufgearbeitet und zusammengefasst.

    Die in der Onlinephase des BürgerForums erarbeiteten Vorschläge dienten als Diskussionsgrundlage für die Ergebniswerkstatt am 21. November. Im Raum stand die Frage: Wie können aus den erarbeiteten Ideen und Visionen konkrete Projekte und Maßnahmen entstehen? Was kann ich als Einzelne(r) morgen schon tun, um das Projekt weiterzubringen oder sogar zu realisieren und mein Leben damit nachhaltiger zu gestalten? Diese sehr praktische Annäherung fand in der letzten Veranstaltung des BürgerForums statt. Die Bürgerinnen und Bürger hatten die Möglichkeit sich untereinander, mit dem Quartier Zukunft Team und mit Experten der Stadt, von Instituten, Unternehmen und Initiativen auszutauschen und realisierbare nächste Schritte zu vereinbaren.

    Um die Bürgervorschläge nun auch mit der Wissenschaft zu kombinieren, arbeitet das Quartier Zukunft aktuell daran, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Rahmen des Forschungsprojektes  “Reallabor 131: KIT findet Stadt” mit den Inhalten der Bürgervorschläge zu verknüpfen. Entstehen sollen transdisziplinäre Forschungsprojekte, in denen Bürgerinnen und Bürger oder andere Akteure der Oststadt mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des KIT auf Augenhöhe zusammenarbeiten, um die Bürgervorschläge in der Weiterentwicklung und Umsetzung voranzutreiben.

    Weitere Treffen hierzu wird es Anfang des Jahres in kleineren Gruppen geben. Interessierte für diese Treffen, die Ihre E-Mail Adressen noch nicht bei der Ergebniswerkstatt hinterlassen haben, können sich gerne bei per E-Mail bei Sarah Meyer-Soylu melden.

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    Bürgerprogramm [pdf, 2 MB]
  69. Quartier Zukunft auf der MS Wissenschaft 2015

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    Von April bis September 2015 sticht die MS Wissenschaft in See. Ein Exponat zum Quartier Zukunft – Labor Stadt ist Teil der schwimmenden Ausstellung zum Thema „Zukunftsstadt“ im Inneren des Schiffes. Im Juli 2015 legt das Ausstellungsschiff auch in Karlsruhe an.

    Das vom Bundesministeriums für Bildung und Forschung initiierte Themenjahr „Zukunftsstadt“ wird auf dem Ausstellungsschiff inhaltlich aufgegriffen: Was ist eine Stadt und wie entwickeln sich Städte? Welche Perspektiven gibt es für die Stadt der Zukunft? Wie gestaltet man eine Stadt? Wie kann man Lösungen für einzelne Funktionen einer Stadt zu einem Ganzen zusammenführen?

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    Das Ausstellungsstück des Quartier Zukunft bietet einen Einblick in die laufenden Aktivitäten im Projektgebiet Karlsruhe-Oststadt und damit verbundene Forschungen. Thematisch reicht die Spannbreite der Projektaktivitäten von einer integrativ wirkenden Fahrradreparaturwerkstatt für Flüchtlinge und Anwohner (Bikes without borders), über Fassadenbegrünung zur Klimaanpassung und aktiver Bürgerbeteiligung in Forschung und Entwicklung bis hin zu vernetzten Nachbarschaften. Die dargestellten Projektaktivitäten vermitteln mögliche Pfade für eine umfassende, nachhaltige Quartiersentwicklung im Bestand.

    Viele weitere deutsche Forschungseinrichtungen werden bei der Ausstellung präsent sein und Forschungsinhalte ausstellen. Die MS Wissenschaft hält in verschiedenen Städten und bietet Impulse und Anregungen für Besucherinnen und Besucher über die eigenen Vorstellungen in Bezug auf die Stadt der Zukunft nachzudenken. Durch die partizipative und interaktive ausgerichtete Ausstellung, können Besucherinnen und Besucher selbst kreativ tätig werden und ihre Ideen, Entwürfe, Konzepte hinterlassen, um diese in die Diskussion über die urbane Zukunft einzubringen.

    Die MS Wissenschaft startet am 15. April 2015 in Dresden und wird voraussichtlich vom 15.-18.7. auch in Karlsruhe am Rheinhafen Halt machen.

    Weiterführende Links
    Website der MS Wissenschaft
    Facebook und Twitter Präsenz der MS Wissenschaft