Veranstaltungen

  1. Sommer, Sonne, Lesehunger – mit einem guten Buch in die Sommerpause

    Leave a Comment

    Die Hitze hat Karlsruhe fest im Griff, die Sommerferien beginnen und es kommt Urlaubsstimmung auf. Bevor auch wir in die Sommerpause gehen, haben wir noch die Quartier Zukunft Empfehlungen für die Urlaubslektüre 2019 für euch! Dieser Blogartikel ist ein Gemeinschaftswerk, denn jede Buchempfehlung stammt von einem Teammitglied.

    Kurz vorweg: Vom 5. bis zum 30. August macht das Quartier Zukunft Team Sommerpause. In dieser Zeit gönnen wir uns eine Auszeit zum Entschleunigen und Kräfte sammeln. Unsere Kommunikation nach außen ruht und das Team ist nur begrenzt erreichbar. Auch der Zukunftsraum ist in diesem Zeitraum geschlossen. Über unseren Kalender könnt ihr natürlich trotzdem über aktuelle Veranstaltungen auf dem Laufenden bleiben.

    Jetzt geht es los mit unseren Buchempfehlungen. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen und einen tollen Sommer!


     

    Die Reise zum Mittelpunkt der Erde von Jules Verne

    Empfehlung von Marius Albiez

    Ein Klassiker, den es lohnt, mal wieder aus dem Regal zu ziehen: Jules Verne – Die Reise zum Mittelpunkt der Erde. Zunächst fällt die etwas aus der Zeit gefallene Sprache auf, die eine angenehm entschleunigende Wirkung hat, ohne langweilig zu sein. Insbesondere das Wissenschaftsbild, welches Jules Verne zeichnet, ist die Lektüre wert: Da werden Expeditionen tief hinab in die entlegensten Gegenden unseres Planeten unternommen ganz ohne Publikationsdruck oder Dienstreiseanträge. Besonders empfehlenswert ist das Werk für transformativ Forschende, die sich ja bestens mit planarmen Kontexten auskennen und gerne auch einfach „mal Loslegen“ – oder wie der Hauptprotagonist ausrufen würde: „Die Rückreise? Denkst du an Rückreise, ehe wir angekommen sind?“


     

    Zero Waste: Weniger Müll ist das neue Grün von Shia Su

    Empfehlung von Helena Trenks

    Müll, speziell Verpackungsmüll, ist ein großes, aktuelles Problem. Shia Su schafft es mit Freude und einer bei dem Thema unerwarteten Leichtigkeit Alternativen und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie man als Einzelperson etwas gegen den „Konsum“ von Verpackung tun kann. Anekdoten aus ihrem Alltag zeigen das es auch wirklich geht. Nutzt die Auszeit des Urlaubs für neue Vorsätze und lasst euch inspirieren!

     


     

    Und Nietzsche weinte von Irvin D. Yalom

    Empfehlung von Oliver Parodi

    Nicht nur für die Couch, auch für die Gartenliege und den Strandkorb bestens geeignet: Im Wien der Jahrhundertwende drängt die junge Russin Salomé den angesehenen Arzt Josef Breuer, Mitbegründer der Psychoanalyse, dem suizidgefährdeten Friedrich Nietzsche zu helfen und ihn von seiner zerstörerischen Obsession für sie zu kurieren. Eine Therapie, die für alle unerwartet verläuft. Ein brillanter Roman im Spiel mit Fiktion und Ideengeschichte, und eine Liebelei zwischen Philosophie, Wahnsinn, Weiblichkeit und Psychologie.


     

    Vier fürs Klima – Wie unsere Familie versucht, CO2-neutral zu leben von Petra Pinzler und Günther Wessel

    Empfehlung von Sarah Meyer-Soylu

    Das Buch erzählt die Geschichte einer vierköpfigen Familie aus Berlin, die versucht einen klimafreundlichen Lebensstil im Familienalltag umzusetzen. Angestoßen durch eine Schulhausaufgabe der Tochter, die die CO2-Bilanz der Familie aufstellen soll und zu einem sehr ernüchternden Ergebnis kommt, beschließt die Familie ein Jahr den Selbstversuch zu wagen und möglichst viel CO2 einzusparen. Da beide Eltern Journalisten sind, stürzen diese und auch die Kinder sich mit Eifer in die Recherche, Befragen Experten und begeben sich auf die Suche nach vor Ort verfügbaren Alternativen. Das Buch beschreibt ehrlich die Fallstricke, Unsicherheiten aber auch vielen schönen Erlebnisse dieser Reise und ist neben vielen vorhandenen Klimaratgebern eine angenehme Abwechslung und macht Lust auf eigene Nachahmung.


    MOMO von Michael Ende

    Empfehlung von Volker Stelzer

    Wieso immer etwas Neues? Manchmal hilft es auch ein Buch das wohl jeder schon einmal gelesen hat nochmal zur Hand zu nehmen. Ich finde es gibt kaum eine unterhaltsamere Lektüre, durch die einem die negativen Seiten der Hektik, des „Zeit-sparen-wollens“ und des übertriebenen materiellen Konsums so klar vor Augen geführt werden als in Momo.

    P.S. Da das Buch die meisten irgendwo im Schrank stehen haben, braucht es oft nicht mal neu gekauft zu werden 😉


     

    Die Logik des Misslingens von Dietrich Dörner

    Empfehlung von Lea Herfs

    In diesem Klassiker beschreibt Dietrich Dörner auf fesselnde Weise, warum wir Menschen oft (und oft mit den besten Absichten) schlechte bis verheerende Entscheidungen treffen und in welcher Weise unser Gehirn bzw. unsere gewohnten Denkmuster zur Falle werden, wenn es um komplexe Situationen geht. Sehr spannend ist zum Beispiel die Analyse, wie es zu der Katastrophe von Tschernobyl und dem dahinterstehenden „menschlichen Versagen“ kam – die Denkmuster, die hinter diesem Versagen stecken, kennt jeder von uns und man wird sie nach der Lektüre mit anderen Augen betrachten. Das Buch hilft, bessere und nachhaltigere Entscheidungen zu treffen und ist ein Muss für jeden, der „Großes“ anpacken will (denn in unserer Welt ist „Großes“ meistens auch komplex).

     

    Ismael von Daniel Quinn

    Empfehlung von Annika Fricke

    Ein Mensch und ein Gorilla geraten in ein philosophisches Gespräch über den Zustand der Welt und „Mutter Kultur“. Ein Buch mit moralischer Botschaft aber ohne erhobenen Zeigefinger.

    Zitat aus dem Buch: „Ihr seid die Gefangenen einer Zivilisation, die euch mehr oder weniger zwingt, die Welt zu zerstören, um zu leben.“


    Der Baron auf den Bäumen von Italo Calvino

    Empfehlung von Marielle Rüppel

    Das Buch spielt in Italien um 1800 und handelt von einem jungen Baron, der keine Lust mehr auf die seltsamen Manieren seiner adligen Familie hat. Er klettert also auf einen Baum – und kommt bis an sein Lebensende nicht mehr von den Bäumen herunter. Er baut sich sein Leben und seinen Alltag dort oben auf, und schafft es gleichzeitig, den Menschen auf dem Boden mit seiner Weisheit, Philosophie und Solidarität weiterzuhelfen. Wunderbar geschrieben und mit vielen versteckten Lektionen zum Umgang mit der Natur und der Menschen miteinander.

  2. Mein Einkaufstag im April 2029 – Visionen einer Karlsruherin

    1 Comment

    Dies ist ein Gastbeitrag von Sandra Schmidt. Die Karlsruherin hat am 12. Mai an der „Ideenwerkstatt für den Klimaschutz“ teilgenommen, bei der erste Ideen für Selbstexperimente erdacht wurden und möchte die Ausbildung zum Klimacoach machen.

     „Negativnachrichten schlagen mir immer aufs Gemüt und blockieren mich. So geht es wahrscheinlich auch vielen meiner Mitmenschen“, dachte Sandra Schmidt und setzte sich vor den Computer. „Einfach mal meine Vision eines optimalen nachhaltigen Lebens in Karlsruhe aufschreiben. Meine ganze Euphorie, meine Träume und Projekte so beschreiben, als ob alles bereits in Erfüllung gegangen wäre!“ Sofort merkt sie, dass das Schreiben beinahe etwas Therapeutisches hat und richtig guttut. Deshalb: Zur Nachahmung empfohlen!

    Nach meinem leckeren Samstagsfrühstück mit dem neuen Brotaufstrich der Fächergärtner, etwas Rauke und einem herrlichen Quinoabrötchen aus dem Oststadt-Holzbackofen schreibe ich den Einkaufszettel und packe die Leinenbeutel und Gläser für meine Einkaufstour. Ich freue mich schon riesig Herrn Lehnhardt und Magda zu treffen um zu erfahren, ob sie die Genehmigung für das Hühnermobil für die Zweitnutzungshühner bekommen haben und wie die Süßkartoffelernte ausgefallen ist. Im Online-Bauernshop sind schon welche angeboten worden!

    Das Lastenrad ist das Transportmittel der Wahl

    Im Fahrradkeller suche ich mir das Fahrrad mit dem mittelgroßen Stauraum aus, so viel brauche ich dieses Mal nicht einzukaufen. Eine tolle Idee von unserer Hausgemeinschaft sechs gemeinschaftlich genutzte Lastenräder anzuschaffen. Vor dem Haus ist schon einiges los! Seit es so wenige Autos gibt, sind die Parkplätze auch zum Fahrradweg geworden und es herrscht ein buntes Treiben.

    Auch das Quartier Zukunft Team ist mit dem Lastenrad unterwegs

    Bunte Gemüsebeete ersetzen nun graue Parkplätze

    Die Parkplätze gegenüber wurden zu Gemüsebeeten umgewandelt und einige Schüler aus der Tullaschule rupfen Unkraut. Das Mädchen mit dem gepunkteten Rock steckt sich verstohlen eine Karotte in den Mund. Ja, die alte Sorte Rodelika schmeckt mir auch am besten! Hoffentlich bietet die Kulturküche diesen Herbst wieder den leckeren Rodelika-Karottensaft an. Ach, es ist einfach herrlich! Es duftet nach Kräutern, das  Efeu, das sich an den Kastanien neuerdings hochrankt, hat viele frische Triebe entwickelt und die Bäume, die vor 2 Jahren zusätzlich gepflanzt wurden, bieten so viel Schatten, dass ich mich selbst bei den heute angesagten 36 Grad wohl fühlen werde.

    Regionales, biologisches Obst und Gemüse soweit das Auge reicht!

    So, gleich bin ich beim Wochenmarkt am Durlacher Tor angekommen. Das Gemüse hole ich am liebsten direkt beim Stand. Ein Plausch mit den Bauern der 1. Generation ist immer nett. Herr Lehnhardt war einer der ersten, der den Anbau in Stutensee auf Bioland umgestellt hat und jetzt auch Urgetreide und Süßkartoffeln anbietet. Nicht nur die Fläche bis nach Bruchsal, auch im Kraichgau und Pfinztal hat sich einiges getan. Die Monokulturen wie Raps- und Maisfelder sind vielfältigen, biologischen Gemüse- und Obstflächen gewichen.

    Das hat damals der Ernährungsrat ins Leben gerufen. Zusammen mit ein paar Landwirten aus dem Umkreis, den letzten Bäckerbetrieben, die damals noch handwerklich gebacken haben, Bioland und der „Grünen Stadt“ haben wir den Regierungsbezirk Karlsruhe zur Bio-Region ausgerufen. Am schwierigsten war es gegen den Widerstand in der Verwaltung anzukommen. Die Alteingesessenen konnten sich einfach nicht vorstellen, dass wir alle etwas mehr Geld ausgeben würden um schmackhafte und fair erzeugte Lebensmittel zu bekommen.

    Die samenfesten Gemüsesorten schmecken mir besonders gut!

    Nachdem mir Herr Lehnhardt freudestrahlend erzählt hat, dass er sogar mehr Süßkartoffeln geerntet hat, als letztes Jahr, gehe ich zu dem Stand der Schrebergärtner. Zucchini, Kohlrabi und Kirschtomaten sind heute im Angebot. Alles natürlich samenfeste Sorten, ökologisch zertifiziert und ein Geschmack zum Reinlegen! Nie hätte ich mir träumen lassen, dass ich im Alter hier in meiner Heimat so gutes Gemüse bekomme. Heidi und Sabine haben heute Dienst und fragen mich, ob ich übermorgen einspringen kann.

    Seitdem der Markt so erfolgreich ist, findet er täglich statt und die beiden sollten bei der Ernte helfen. Mir gefällt die Arbeit am Marktstand und so hin und wieder springe ich gerne ein. Der Jugend, die mittlerweile auch sehr gerne hilft möchte ich jedoch den Vortritt lassen. Einen Wochenmarkt gibt es jetzt in jedem Stadtteil und dieses Jahr soll die so lange geplante Markthalle auf dem Schlachthof-Gelände nun endlich eingeweiht werden! Das ist dann im Winter viel besser für unsere Marktstände.

    Jugendliche aus 16 Ländern kochen gemeinsam in der Kulturküche

    Im Sommer wird die Halle für Gastronomie und Events genutzt. Slow Food-Kochkurse, auch für Schulklassen und Seminare von Ernährungsberatern finden statt. Außerdem kann die Kulturküche Räumlichkeiten nutzen um die großen Mengen an regionalem Bio-Gemüse und -Kräutern zu herrlichen Brotaufstrichen, Eintöpfen und Säften zu verarbeiten. Die meisten Produkte werden unter der regionalen Marke „Von Karlsruhe“ angeboten und werden, wie immer von Jugendlichen aus derzeit 16 Ländern köstlich zubereitet. Letztens hat mich der Kichererbsen-Eintopf, den ich mit Couscous aus Hartweizengries, der neuerdings auch hier wächst, gekocht habe einfach umgehauen!

    Am liebsten esse ich internationale Küche natürlich in der Kulturküche selbst. Hier läuft meist auch Musik aus dem Land, aus dem das Tagesgericht stammt und  manchmal treten sogar Gruppen auf! Jeden Freitag bin ich sowieso dort und spiele mit der 60+ -Band Klarinette oder manchmal gehe ich zum Canasta-Spielen und übe Boule gegenüber auf dem Unigelände. Das Angebot ist riesig!

    Regionale Lebensmittel vorbestellen und im „Von Karlsruhe“-Container abholen – einfacher geht’s nicht!

    Puh, auf dem Markt ist es etwas voll heute! Zum Glück habe ich Nudeln und die Vollwertprodukte schon vorbestellt und brauche sie nur aus dem Fach im „Von Karlsruhe“-Container abholen.  Nun kämpfe ich mich weiter zum Container durch. Der alte Container, der vom KIT konzipiert wurde hat bereits nach kurzer Zeit nicht mehr gereicht. Der jetzige ist 3-stockig, natürlich schön begrünt und mit 100% Ökostrom gekühlt. Meine Mitgliedsnummer eingeben und schon geht die Ausgabetür auf. Meine Bestellung in einem wieder zusammenklappbaren Tauschkorb steht bereit. Hat mein Mann mir nicht noch etwas hinterhergerufen, was ich mitbringen soll?

    Ja natürlich! Das Leinöl ist ausgegangen. Mareike wollte das letzte frisch gepresste Fläschchen mitnehmen nach Kassel. Dort gibt es überhaupt keine frischen Speiseöle, geschweige denn regionales Bio-Gemüse. Manche Gemeinden haben wirklich geschlafen!  Seit der Karlsruher Ernährungsrat den Ausbau der Speiseöl-Mühle auf dem Schlachthofgelände als Priorität gesehen hat, sind genug Spendengelder eingegangen um eine zusätzliche Presse für Leinsamen und eine für Walnüsse zu kaufen. Bis Ende des Jahres müssten sie installiert sein.

    Regionale Lebensmittel mit Fangemeinde in ganz Deutschland

    Obwohl sich die Gemeinde einig ist, dass regionale Lebensmittel auch hier in der Region bleiben sollen, hat sich eine Fangemeinde für die „Von Karlsruhe“-Produkte in ganz Deutschland entwickelt. Derzeit sind wir vom Ernährungsrat dabei zusammen mit Profis für andere Gemeinden Kurse anzubieten. Alle Kurse sind sofort ausgebucht! Wir brauchen unsere Produkte auch für die örtliche Gastronomie, die immer mehr mit den eigenen „Von Karlsruhe“-Zutaten kochen möchte. Kein Wunder, wenn man einmal gekostet hat, wie gut das schmeckt, möchte man keinen Kartoffelsalat mehr von der Metro oder Tiefkühl-Pommes mit Glutamat-Gewürz! Die Gastronomie kann im Regionalladen bestellen, der alle „Von Karlsruhe“-Lebensmittel in Großpackungen in Pfand-Kanistern und-Eimern lagert. Das spart Unmengen an Verpackung und war einmal ein kleines Projekt von Quartier Zukunft in der Oststadt. Heute nicht mehr wegzudenken!

    Auf das Rad geschwungen, noch beim Regionalladen das Leinöl einpacken und zurück geht’s! Wie immer ein herrlicher Einkaufssamstag!

  3. Mittagstischangebote stärken das Miteinander!

    Leave a Comment

    Ein Gastbeitrag von Karin Hardt, Seniorenbüro Karlsruhe

    Neue Kontakte knüpfen, miteinander ins Gespräch kommen und eine leckere, warme Mahlzeit genießen – das ist bei den Karlsruher Mittagstischangeboten möglich. Gerade für ältere Menschen, die alleine leben sind diese Angebote wichtig, daher freuen wir uns mit diesem Gastbeitrag auf diese tolle Förderung einer sozialen Nachhaltigkeit aufmerksam machen zu können.

    Immer mehr Menschen leben im Alter in Singlehaushalten mit wenig Kontakt zur Nachbarschaft und in das Wohnviertel. Wenn zudem die finanzielle Situation schwierig ist  bzw. Grundsicherung im Alter hinzukommt, wird es schwierig, an sozialen oder kulturellen Erlebnissen teilzuhaben. Dabei kann wohnortnahen Mittagstischen eine wichtige Funktion zukommen. Gemeinsame Mahlzeiten ermöglichen es, beim Essen miteinander ins Gespräch zu kommen und im Umfeld neue Kontakte zu knüpfen.

    Gemeinsame Mahlzeiten für mehr Kontakt im Wohnviertel

    Aber auch aus ernährungs­physiologischer Sicht haben Mittagstische eine wachsende Bedeutung. Besonders bei Senioren in Ein-Personen-Haushalten wird oftmals nicht mehr ausreichend ausgewogen gekocht. Mangelernährung kann die Folge sein.

    Foto: Klaus Lustig (AWO)

    Mittagstischangebote beugen Mangelernährung vor

     Die International Police Association und die BB-Bank haben die wertvollen Karlsruher Mittagstischangebote mit einer Spende in Höhe von insgesamt 5.000 Euro unterstützt. Vier Mittagstischangebote aus Karlsruhe haben bereits eine Spende erhalten.

    Hier gibt es frisch zubereitetes Mittagessen:

    • Mittagstisch AWO Begegnungsstätte Rintheimer Feld: frisch zubereitetes Mittagessen, Kosten 4,50€, täglich, keine Anmeldung erforderlich
    • AWO Bürgerzentrum Innenstadt in der Adlerstrasse 33: jeden Freitag, frisch zubereitetes, biologisches Mittagessen, Kosten 4,50€, 2,50€ mit Karlsruher Pass, Anmeldung erforderlich
    • Begegnungsstätte Oststadt: Montag, Mittwoch, Freitag, frisch zubereitetes Mittagessen, Kosten 4,50€, keine Anmeldung erforderlich
    • DHB-Netzwerk Haushalt: jeden Freitag Suppenbar. Abwechslungsreiches Suppenangebot aus frischen Zutaten und selbstgebackenem Baguette, Kosten 3,50€, keine Anmeldung erforderlich.

    Karlsruher Bürgerinnen und Bürger sind dazu herzlich eingeladen!

    Weiterführende Infos zur Unterstützung im Alltag in Karlsruhe

     

  4. einBLICKE 06/19 | Ausstellung – Erklärfilm – Selbstexperimente

    Leave a Comment

    Inzwischen zeigt es das Thermometer ohne Zweifel: der Sommer ist da! Da kommt der Vortrag zu „Hitze in der Stadt“ am 9. Juli wie gerufen. Außerdem wurde die Ausstellung „Earth Overshoot“ von Renate Schweizer feierlich eröffnet, die bis zum 1. August, dem letztjährigen Welterschöpfungstag, bei uns im Zukunftsraum zu sehen ist. Auch bei unseren Projekten passiert so Einiges: „Klimaschutz gemeinsam wagen“ lädt zu Folgeworkshops der erfolgreichen Ideenwerkstatt ein und „Grüne Lunge im Dialog“ zu Vortrag und Exkursion zu naturnahen Gärten. Außerdem ist ein Teil unseres Teams unter die Filmemacher gegangen. Das und mehr Spannendes aus dem Quartier könnt ihr in dieser Ausgabe von einBLICKE finden.

    Viel Spaß beim Lesen!


     

    Ausstellung „Earth Overshoot“ eröffnet

    Am 4. Juni wurde die Ausstellung „Earth Overshoot“ von Renate Schweizer bei einer Vernissage im Zukunftsraum eröffnet. Ihre beeindruckenden Werke aus genutzten Teebeuteln sollen aufmerksam machen auf den übermäßigen Ressourcenverbrauch unseres aktuellen globalen Lebensstils. Bis zum 1. August, dem letztjährigen Earth Overshoot Day, der Tag an dem wir die nachhaltig zur Verfügung stehenden Ressourcen verbraucht haben, ist die Ausstellung innerhalb der Öffnungszeiten des Zukunftsraums zu sehen. Weiterlesen

     

    Klimaschutz gemeinsam wagen – Workshops

    Mit unserem Projekt „Klimaschutz gemeinsam wagen!“ gehen wir in die nächste Runde! Nach dem Start mit der Ideenwerkstatt für den Klimaschutz (siehe Rückblick) bei der bereits zahlreiche Ideen für alternative Handlungsweisen und Selbstexperimente entstanden sind, wollen wir diese nun weiter ausarbeiten. Hierzu laden wir euch am 28. Juni (Konsum), am 05. Juli (Mobilität) und am 26. Juli (Ernährung) je von 17 bis 19:30 Uhr in den Zukunftsraum ein. Anmeldungen bitte an: sarah.meyer@kit.edu. Weiterlesen

     

    Vortrag „Hitze in der Stadt“

    Die Oststadt-Nachbarschaft und das Projekt „Klimaschutz gemeinsam wagen“ laden am Dienstag, 9. Juli um 19 Uhr zu einem Vortrag zum Thema „Hitze in der Stadt“ in den Zukunftsraum ein. Es wird um Extremwetterereignisse und Hitzewellen und den Umgang damit gehen. Der Eintritt ist frei. Weiterlesen

     

    Was ist ein Reallabor?

    Reallabore erhalten zunehmend Aufmerksamkeit und werden immer zahlreicher. Du hast bestimmt schon gehört, dass auch das Quartier Zukunft ein Reallabor ist. Doch was genau ist und macht ein Reallabor eigentlich? Dies wird in unserem neuen Erklärfilm anschaulich dargestellt. Sieh selbst!

     

    Grüne Lunge im Dialog: Vortrag und Exkursion

    Bei unserem Projekt „Grüne Lunge im Dialog“ stehen gleich zwei spannende Veranstaltungen an: Am 3. Juli wird es von 18-19:30 Uhr im Bürgersaal des Technischen Rathauses in Rheinstetten einen Vortrag zu „Naturnahe Gestaltung von Gärten“ geben und am 16. Juli von 17-19 Uhr laden wir zu einer Exkursion zu naturnah gestalteten Gärten in Karlsruhe ein. Du willst keine Veranstaltung verpassen? Dann melde dich unter gruenelunge-im-dialog@itas.kit.edu für die Mailingliste an. Weiterlesen

     

    Vom 6. bis 29. August machen wir Sommerpause!

    Was heißt das? Der Zukunftsraum bleibt vom 6. bis zum 29. August geschlossen und in den sozialen Netzwerken sowie auf unserer Website werden wir nicht aktiv sein. Über unseren Kalender könnt ihr euch natürlich trotzdem über aktuelle Veranstaltungen auf dem Laufenden halten.

     

    Das ReparaturCafé sucht helfende Hände!

    In der Oststadt findet seit 2019 jeden Monat ein ReparaturCafé statt. Hier werden immer noch helfende Hände gesucht. Hast du Lust mitzumachen und dich so für einen nachhaltigeren Konsum einzusetzen? Dann melde dich unter info@reparaturcafe-karlsruhe.de. Übrigens: das nächste RC ist am 22. Juni im Leihlokal! Weiterlesen

     

    ITAS for Future – Institut öffnet seine Türen

    Am 23. und 24. Mai tauschten sich bei „ITAS for Future“ Schülerinnen, Schüler und Studierende mit Forschenden aus. Die Themen reichten von nachhaltiger Mobilität und Ernährung über Fragen der Mitgestaltung bei der Energiewende bis hin zu Alternativen für die Erdöl-basierte Wirtschaft. Außerdem wurden fleißig Plakate für die nächsten Demos gebastelt. Weiterlesen

     

    Tag der offenen Gärten in Rheinstetten

    Unser Projekt „GrüneLunge im Dialog“ möchte mit verschiedenen Aktionen in Karlsruhe und Rheinstetten zu den Folgen des Klimawandels, über Artenschutz und zu Begrünungsmaßnahmen aufklären. Am 19. Mai präsentierte sich das Projekt erstmals öffentlich beim „Tag der offenen Gärten“ in Neuburgweier. Weiterlesen

     

    Agenda 2030 – Sustainable Development Goals Tag

    Am 1. Juni stellten sich verschiedenste Karlsruher Nachhaltigkeitsinitiativen beim Agenda 2030 – Sustainable Development Goals (SDG) Tag auf dem Schlossplatz vor. Auch wir waren mit unserem Projekt „Klimaschutz gemeinsam wagen“ vor Ort, um das Thema in der Stadtbevölkerung bekannter zu machen und uns mit anderen Akteuren weiter zu vernetzen. Weiterlesen

  5. „Was ist eigentlich ein Reallabor?“ – unser Erklärvideo ist da!

    Leave a Comment

    Der Begriff und das Konzept „Reallabor“ haben in den letzten Jahren eine beachtliche Karriere hingelegt. Erhält das Forschungsformat zunehmend Aufmerksamkeit, so ist es doch oftmals erläuterungsbedürftig. Dies haben wir im Quartier Zukunft, dem Karlsruher Transformationszentrum und Energietransformation im Dialog zum Anlass genommen, Konzeption und wichtige Elemente eines Reallabors in Form eines allgemeinverständlichen Erklärvideos darzustellen.

    Klimawandel, soziale Ungerechtigkeit, Artensterben: Wir müssen etwas tun und dabei mangelt es uns nicht an Wissen. Wie aber kommen wir vom Wissen zum Handeln? Genau hier setzen Reallabore als kooperative Experimentierräume an.

    Mit unserem Reallabor „Quartier Zukunft“ sind wir von Anfang an bei der Reallaborforschung dabei und seit 2015 in der Oststadt aktiv. Vor kurzem haben wir zudem gemeinsam mit dem Wuppertal Institut, der Leuphana Universität Lüneburg und Ecornet das Netzwerk Reallabore der Nachhaltigkeit gegründet. Unser Ziel ist es, Reallaborforschung sichtbarer und verständlicher zu machen.

    Das haben wir auch zum Anlass genommen, unser Reallaborverständnis in einem Erklärvideo kurz und verständlich aufzuarbeiten. Falls der Begriff für dich neu ist, du dich schon immer gefragt hast, was es damit auf sich hat oder du dein Wissen nochmal auffrischen willst, bist du hier genau richtig.

    Viel Spaß beim Anschauen!

  6. Upcycling mal anders – Kunst-Transformationen aus Teebeuteln

    Leave a Comment

    Die meisten von uns schmeißen sie nach der Benutzung in den Müll – nicht so Renate Schweizer. Die Rede ist von Teebeuteln, aus denen sie Installationen, Haute Culture  und vieles mehr, ja sogar ganze Kunstausstellungen erschafft. Damit möchte sie als artist4future in Karlsruhe ein Zeichen setzen gegen den hohen Ressourcenverbrauch heutiger Generationen und aufmerksam machen auf den Tag, an dem wir die in diesem Jahr nachhaltig zur Verfügung stehenden Ressourcen verbraucht haben: den Earth Overshoot Day. Am 4. Juni wird ihre Ausstellung im Zukunftsraum mit einer Vernissage eröffnet.

    Im Jahr 2018 erreichten wir den Earth Overshoot Day, auch Welterschöpfungstag genannt, bereits am 1. August.  Der Earth Overshoot Day markiert den Tag, an dem der Bedarf nach Rohstoffen und Ressourcen die Kapazität der Erde diese im selben Jahr zu reproduzieren, übersteigt. Bereits seit 1971 verbraucht die Menschheit in einem Jahr mehr Ressourcen, als die Natur regenerieren kann. Seitdem ist der Tag, an dem wir die Ressourcen, die uns in einem Jahr zur Verfügung stehen verbrauchen, der „Earth-Overshoot-Day“, jedes Jahr früher. Wir fangen so viele Fische, dass sich die Fischbestände nicht regenerieren können, fällen mehr Bäume, als in einem Jahr nachwachsen können und lassen mehr Treibhausgase in die Atmosphäre, als die natürlichen Senken aufnehmen können. So leben wir über unsere Verhältnisse und auf Kosten zukünftiger Generationen.

    Ab diesem Tag machen wir Schulden bei der Erde

    Die Berechnung des Tages erfolgt wie bei einem Bankkonto. Die Ausgaben werden den Einnahmen gegenüber gestellt. Das Geld bzw. die Währung wird hier ersetzt durch den Flächenverbrauch in ha. Die Einnahmen sind die Regenerationsfähigkeit der natürlichen Ressourcen auf produktivem Land wie zum Beispiel Ackerflächen, Grasland, Fischfanggebiete und bebautes Land. Für die Ausgabenseite wird der ökologische Fussabdruck berechnet. Der Bedarf an pflanzlichen Rohstoffen und Nahrungsmitteln, Tierprodukten, Holz und Platz für städtische Infrastruktur und Waldgebiete, die als CO2 Senken dienen, wird zu einem Flächenbedarf umgerechnet.

    Der deutsche Lebensstil benötigt drei Erden

    Der Earth Overshoot Day ist regional sehr unterschiedlich. Wenn alle so leben würden, wie wir in  Deutschland, bräuchten wir drei Erden um unseren Ressourcenbedarf zu decken. Der deutsche „Overshoot Day“ war dieses Jahr bereits am 3. Mai. Wenn du wissen möchtest, wann dein persönlicher Earth Overshoot Day ist, kannst du das mit dem Footprint Rechner herausfinden.

    Ausstellung anlässlich des „Earth-Overshoot-Day“ im Zukunftsraum

    Ab 05. Juni gibt es bei uns im Zukunftsraum passend zum Thema eine ganz besondere Ausstellung zu sehen. Bei der künstlerischen Reflexion „Earth-Overshoot“ der Karlsruher Künstlerin Renate Schweizer geht es um unseren Umgang mit den endlichen natürlichen Ressourcen. Die Ausstellung endet am letztjährigen Earth Overshoot Day am 1. August. Unser Konsum ist oft geprägt von massivem Ressourcenverbrauch, Ausbeutung und hoher Müllproduktion, deshalb verwendet die Künstlerin für ihre Werke genutzte Teebeutel, einen Rohstoff, der normalerweise im Müll landet. Bei der Ausstellung geht es auch um Sorge und die Sehnsucht nach einer ökologischeren Zukunft.

    Die Vernissage findet am 4. Juni um 18 Uhr im Zuge der Deutschen Aktionstage Nachhaltigkeit im Zukunftsraum (Rintheimer Straße 46) statt. Es wird eine Begrüßung und Einführung zur Ausstellung sowie einen Impulsvortrag zum Thema Lebenszyklusanalyse von Produkten geben. Danach wird die Ausstellung zu den regulären Öffnungszeiten des Zukunftsraums (Di  14- 18 Uhr, Do 9- 18 Uhr) und nach Absprache geöffnet sein.

    Vernissage:  04. Juni, 18 Uhr

    Ausstellung: 04. Juni – 01. August 2019

    Öffnungszeiten: Dienstags 14-18 Uhr, Donnerstags 9-18 Uhr

    Als Eco-Künstlerin sind Renate Schweizer die Grenzen natürlicher Ressourcen schon seit vielen Jahren ein Anliegen. Die Verantwortung, die Größe ihres ökologisches Fußabdrucks kritisch zu beobachten und gering zu halten, ist ein wichtiger Schwerpunkt ihres bildkünstlerischen Schaffens.  Bereits seit jungen Jahren sind ressourcenorientiertes Arbeiten und ökologische Verantwortung für sie ein wichtiges Thema. „Renate Schweizer ist Künstlerin der ersten Generation der ECO-Kunst“ (Dr. Carola Muysers, Kunsthistorikerin, Berlin).

    Mehr Informationen zur Künstlerin Renate Schweizer und ihrer Arbeit findet ihr auf ihrer Facebookseite  und unter  renate-schweizer.net.

    Ein Projekt von Renate Schweizer in Kooperation mit Quartier Zukunft und  freundlicher Unterstützung des Kulturamts Karlsruhe.

  7. Ideen für den Klimaschutz

    Leave a Comment

    Unserer Einladung zur Ideenwerkstatt für den Klimaschutz am 12. Mai im Kinder- und Jugendhaus der Oststadt ist eine bunte Gruppe von Leuten gefolgt. Gemeinsam haben wir einen Sonntagnachmittag lang Ideen zu Handlungsalternativen für mehr Klimaschutz im Alltag erdacht. Aus diesen Vorschlägen sollen nun direkt umsetzbare Selbstexperimente entstehen. Offiziell startet hierfür im Herbst eine gemeinsame Experimentierphase– aber natürlich darf auch jetzt schon losgelegt werden.

    Eine kleine Einführung in das Vorhaben „Klimaschutz gemeinsam wagen!“ gab es von den Projektleiterinnen Colette Waitz und Sarah Meyer-Soylu. Die Ideenwerkstatt war die erste von mehreren Möglichkeiten, sich im Projektverlauf einzubringen, gemeinsam Selbstexperimente zu erdenken und diese umzusetzen. Die erarbeiteten Experimente reichen von weniger Fleischkonsum bis hin zur Idee, nur neue Produkte zu kaufen, wenn ein anderes Produkt kaputt ist und ersetzt werden muss. Die Liste mit allen Ideen ist hier zu finden.

    Aber auch wenn die Ideenwerkstatt nun vorbei ist, ist es noch nicht zu spät, mitzumachen! Wenn eure Idee noch nicht bei den bisher gesammelten dabei ist, dann ändert das und schickt uns eurer Selbstexperiment für mehr Klimaschutz! Damit erreicht ihr, dass mehr Menschen davon erfahren und sich ab Herbst mit euch auf den Weg machen können, die Idee zu verwirklichen und das Experiment anzugehen.

    Selbstexperimente zu Ernährung, Mobilität und Konsum

    Die Selbstexperimente decken drei Bereiche des Alltags ab – nämlich Ernährung, Mobilität und Konsum. Mit diesen Handlungsfeldern haben sich in der Ideenwerkstatt kleine Gruppen von etwa zehn Leuten beschäftigt. Schon in den Vorstellungsrunden kamen erste Ideen auf, was man im Alltag für den Klimaschutz tun kann. Hier konnten sich die Teilnehmer*innen austauschen und gegenseitig inspirieren.

    Wir haben festgestellt, dass an den Thementischen oft schon Expert*innen saßen, die etwa bereits sehr viel mit dem Fahrrad unterwegs sind oder bewusst auf Flugreisen verzichten, und stattdessen Nahurlaub („Hessen statt Türkei“) machen. Manche Menschen können also in dem ein oder anderen Handlungsfeld fast nichts mehr verbessern. Stattdessen könnten sich solche Expert*innen vielleicht einen Bereich vornehmen, in dem sie noch Spielraum haben. Dabei soll jedoch der Spaß nicht zu kurz kommen! Jede*r muss für sich herausfinden, welchen Herausforderungen sie* er sich stellen möchte.

    Wenn man die Ideen umsetzen möchte, stößt man jedoch oft auf Herausforderungen – zum Beispiel, wenn man seinen Fleischkonsum verringern möchte. Mittlerweile gibt es zwar viele Alternativen und eine wachsende vegetarische/vegane Community, aber dennoch kommt man nicht drum herum, sich mit seinen eigenen Gewohnheiten kritisch auseinander zu setzen. Auch der Verzicht auf das eigene Auto erfordert das Durchbrechen von Routinen wie zum Beispiel eine andere Zeitplanung oder den Wechsel der eigenen Perspektive. Denn Rad- und Zugfahren hat weit mehr Aspekte, als die teilweise längere Fahrzeit.

    Gerade hier setzt die Idee des Experimentierens an. Es geht darum auszuprobieren, wie sich Veränderungen anfühlen und was sie mit uns machen. Nicht jede klimafreundlichere Alternativhandlung passt in jedes Leben. Muss sie auch nicht. Aber jede*r kann in einem Bereich seines*ihres Lebens klimafreundlicher handeln. Hierzu eröffnen wir einen Experimentierraum, in dem viele Menschen neue Handlungen ausprobieren und sich dabei austauschen können.

    Wie geht es nun weiter?

    Die auf der Ideenwerkstatt entstandenen Steckbriefe werden in drei Workshops weiter ausgearbeitet. Auch hier laden wir herzlich zum Mitmachen ein. Wir freuen uns über engagierte Mitstreiter*innen, die gemeinsam mit uns überlegen, wie Klimaschutz gelebt werden kann. Die Workshops finden am 28. Juni (Konsum), am 5. Juli (Mobilität) und am 26. Juli (Ernährung) jeweils von 17- 19.30 Uhr im Zukunftsraum statt. Eine kurze Anmeldungs-E-Mail an sarah.meyer@kit.edu erleichtert uns die Planung. Wer in Zukunft per E-Mail über Neuigkeiten zum Projekt informiert werden möchte, schreibt uns ebenfalls einfach eine kurze Nachricht und kommt dann auf unseren Mailverteiler.

    Die fertigen Steckbriefe sind dann hier und ab Herbst auch in Papierform in einem sogenannten Aktionsplan (einer Art Broschüre über den weiteren Projektverlauf) zu finden. Dieser Aktionsplan dient als Grundlage, um weitere Menschen für das Experimentieren mit alternativen Handlungen zu begeistern. Denn ganz nach dem Motto „Klimaschutz gemeinsam wagen!“ ist jede*r eingeladen, sich ein oder mehrere Experimentideen zu eigen zu machen und Freunde und Familie zum Mitmachen zu motivieren.

    Ein Forschungsprojekt – dokumentieren, messen und vergleichen

    Mit dem Forschungsprojekt „Klimaschutz gemeinsam wagen!“ wollen wir also dazu ermuntern, sich aktiv für das Klima zu engagieren, aber auch konkret die CO2-Einsparungen der veränderten Verhaltensweise zu dokumentieren. Wie genau das bei den Selbstexperimenten aussehen kann, arbeiten wir gerade aus.

    Was jede*r schon mal testen kann, sind die CO2-Rechner des Umweltbundesamts oder des WWF, die kostenlos online verfügbar sind. Damit kann man mit wenigen Klicks herausfinden wie hoch denn die eigene CO2-Bilanz ausfällt. Eine CO2-Bilanz, die das eigene Leben und Handeln in den verschiedenen Bereichen Strom, Heizung, Mobilität, Ernährung und Sonstigem Konsum darstellt, ist ein guter Startpunkt um herauszufinden, wo man schon relativ CO2-arm und damit klimaschonend unterwegs ist, und wo noch große Potenziale schlummern.

    Klimacoaching

    Außerdem suchen wir noch Klimacoachs, die die offizielle Selbstexperimentphase ab Herbst 2019 begleiten. Diese Umsetzungsphase steht für viel Informationsaustausch sowie spannende Themenabende mit Filmen, Vorträgen und Gesprächsrunden. Wer Interesse hat, die Experimentierenden unterstützend  zu begleiten, schreibt ebenfalls eine Mail an sarah.meyer@kit.edu.

    Kann ich auch gleich loslegen?

    Ja, na klar! Wer mit seiner*ihrer Idee direkt loslegen möchte, kann das natürlich gerne tun. Wir freuen uns dann über einen Erfahrungsbericht. Die Erfahrungen können in diesem Bogen dokumentiert und an uns rückgemeldet werden. Wir freuen uns, die Ergebnisse in die weitere Arbeit einzubeziehen.

  8. Eine Grüne Lunge für die Stadt

    Leave a Comment

    Wir Menschen brauchen unsere Lungen zum Atmen – und genauso brauchen wir um uns herum Pflanzen und vor allem Bäume, die uns mit Sauerstoff versorgen. Kein Wunder nennt man städtische Grünflächen und Wälder, wie den Hardtwald in Karlsruhe, auch „grüne Lunge“. Und Bäume leisten noch viel mehr: Sie sorgen für sauberere Luft, indem sie Staub und Dreck filtern, sie sind Wasserspeicher und wirken durch kühlende Verdunstung der Hitzebelastung in der Stadt entgegen. Mit Bäumen  und anderem naturnahen Stadtgrün beschäftigt sich unser neues Projekt „GrüneLunge“ in dem das Quartier Zukunft mit dem Unterprojekt „GrüneLunge im Dialog“ vertreten ist.

    Wir sind uns einig, Bäume leisten einen wichtigen Beitrag für das lokale Klima. Gleichzeitig sind sie durch die Folgen des Klimawandels, wie Trockenheit und Hitze, auch stark belastet und können nicht gesund wachsen. Daher wird bei Neupflanzungen versucht, Arten zu finden, die gegenüber sich verändernden klimatischen Bedingungen widerstandsfähiger sind oder die sich an Veränderung gut anpassen können – die Fähigkeit wird allgemein als „Resilienz“ bezeichnet. Die Ergebnisse nützen der Stadtplanung sowie dem Gartenbau- und Forstamt, die entsprechende Baumarten auswählen können, wenn sie neue Grünflächen anlegen. Da außerdem immer mehr Menschen in Städten leben, steht die Stadtplanung vor der Herausforderung, neuen Wohnraum zu schaffen und gleichzeitig Grün- und Freiflächen zu erhalten.

    Ein Gemeinschaftsprojekt mit vielen Partnern

    Diesen verschiedenen Anforderungen möchte sich das Projekt GrüneLunge stellen. Dazu haben sich einige Projektpartner zusammengeschlossen. Neben unserem Heimatinstitut, dem Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS), sind auch die Städte Karlsruhe und Rheinstetten, die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) in Freiburg und der Deutsche Wetterdienst dabei. Jeder Partner hat einen anderen Schwerpunkt in diesem Projekt. Unser Unterprojekt „GrüneLunge im Dialog“ soll dabei helfen, ein Bewusstsein für die Wichtigkeit von naturnahen Grünflächen sowohl im urbanen als auch ländlichen Raum zu schaffen.

    Gesellschaftsdialog – Naturnah Gärtnern- für Mensch, Tier & Klima

    Hierzu möchten wir unter dem Motto „Naturnahe Gärten – für Mensch, Tier & Klima“, Bürgerinnen und Bürger in der Stadt Rheinstetten motivieren, den eigenen Garten naturnah zu gestalten. Naturnahes Gärtnern bedeutet zum Beispiel, keinen chemischen Dünger zu verwenden oder statt „Steingärten“ eine bunte Mischung an Blumen und Beerensträuchern zu pflanzen, in denen sich Bienen, Schmetterlinge und viele andere Tiere wohlfühlen und damit zur Biologischen Vielfalt beizutragen.

    Daneben sollen der Spaß und der Verwertungsgedanke nicht zu kurz kommen! Daher soll der Anbau von essbaren Pflanzen ebenso gefördert werden. Beim Pflanzen, Pflegen und Ernten findet gegenseitige Unterstützung statt – eine Gemeinschaft wird aufgebaut.

    Außerdem wird mit verschiedenen Aktionen in Karlsruhe und Rheinstetten zu den Folgen des Klimawandels, Artenschutz und Begrünungsmaßnahmen informiert und mit den Bürgern und Bürgerinnen diskutiert.

    Fachdialog: Mit den beteiligten Ämtern ins Gespräch kommen

    Es soll auch ein Ausgleichskonzept von Ökosystemdienstleistungen zwischen der Stadt Karlsruhe und Rheinstetten entwickelt werden. In einem Fachdialog wollen wir über dieses Ausgleichskonzept mit den beteiligten kommunalen Ämtern diskutieren.

    Forschung zum Anfassen und Mitmachen

    Wie beim Quartier Zukunft üblich, wird also einerseits geforscht – an resilienteren Baumarten – andererseits experimentiert, gelebt und gegärtnert um gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern zu diskutieren und auszuprobieren, wie man zum Klimaschutz sowie zu Biologischer Vielfalt beitragen und dabei Freude haben kann.

    Weitere Infos:

    https://www.quartierzukunft.de/forschung/gruenelunge/

    https://www.itas.kit.edu/projekte_saha18_grulu.php

    Bei Fragen zu „GrüneLunge im Dialog“ wende dich gerne an: annika.fricke@kit.edu

  9. Lasst uns Klimaschutz gemeinsam wagen!

    Leave a Comment

    Wir kennen es alle. Da ist eine Idee, wir möchten etwas verändern – mehr Fahrrad fahren, weniger Fleisch essen, Second Hand kaufen – doch im Alltag geht es unter, alleine ist es mühsam und es fehlt an Erfahrungen. Lasst uns deshalb Klimaschutz gemeinsam wagen! Lasst uns gemeinsam experimentieren, uns austauschen, bestärken und klimaschonender leben. Nimm deine Ideen, deine Motivation und deine Kreativität und komm zur Ideenwerkstatt für den Klimaschutz am 12. Mai 14:00 – 17:00 Uhr im Kinder- und Jugendhaus Oststadt (Rintheimer Str. 47).  

    Dass wir mit unserem Lebensstil schon lange zu viel CO2 ausstoßen und damit zur Ungerechtigkeit zwischen heutigen und kommenden Generationen beitragen ist vielen Menschen bewusst. Dennoch ist es nicht leicht, eigene Routinen zu durchbrechen und Handlungsmuster zu verändern. Bei der Ideenwerkstatt für den Klimaschutz wollen wir gemeinsam mit Bürger*innen überlegen, welche Handlungsalternativen wir haben und welche wir selbst erschaffen können, um dem Klimawandel im Alltag etwas entgegen zu setzen. Wir möchten gemeinsam mit euch Ideen für Selbstexperimente entwickeln, die erlebbar machen, wie Klimaschutz im Alltag funktionieren kann. Aber auch, auf welche inneren oder äußeren Hürden man dabei stößt und wie man mit ihnen umgehen kann. Dazu sind alle herzlich eingeladen!

    Wie kann Klimaschutz im Alltag gelingen und was kann ich selbst dafür tun?

    Wie können unsere alltäglichen Handlungen dazu beitragen CO2-Emissionen zu vermeiden?

    Und wie schaffen wir es, solche alternativen Handlungen zu unserer Routine werden zu lassen?

    Mit diesen und weiteren Fragen werden wir uns in den Handlungsfeldern Ernährung, Mobilität und Konsum beschäftigen.

    Eingebettet ist die Ideenwerkstatt in das Projekt „Klimaschutz gemeinsam wagen!“, das einen kreativen Raum für Experimente öffnet, um einen ersten Schritt zur Überwindung der Lücke zwischen dem Wissen, das wir über den Klimaschutz haben, und unseren tatsächlichen Handlungen zu machen. Die Werkstatt ist der Startpunkt für einen längeren Prozess in dem die entworfenen Selbstexperimente umgesetzt werden (ab September 2019). Die Umsetzung der Selbstexperimente startet dann mit der Gründung eines Netzwerkes, in dem sich die Experimentierenden gegenseitig unterstützen und austauschen können. Begleitet werden sie durch spannende Themenabende mit Vorträgen, Filmen und motivierenden Gesprächen.

    Die Ideenwerkstatt ist Teil des neuen Projekts „Klimaschutz gemeinsam wagen!“

    Mit Bürger*innen und Stakeholdern in der Karlsruher Oststadt soll eine Kultur der Nachhaltigkeit vorangetrieben werden, in der Klimaschutz im Alltag ganz selbstverständlich gelebt wird. Wir möchten das Bewusstsein für Klimaschutz vertiefen und den Kreis der Menschen, die sich für das Thema interessieren und sich auskennen, vergrößern. Dafür wollen wir spezifische Akteursnetzwerke ins Leben rufen.

    • Die erste Zielgruppe sind interessierte Bürger*nnen, Haushalte, Hausgemeinschaften und Nachbarschaften (Verbraucherseite).
    • Die zweite Zielgruppe besteht aus der lokalen Gastronomie, Kantinen und Mensen (Anbieterseite).

    Die Teilnehmenden werden neben ihrem Netzwerk von Klimacoachs unterstützt, die während des Projekts (im Herbst 2019) ausgebildet werden, um anschließend Ansprechperson und Multiplikator*in zu sein. Sie begleiten die beiden Netzwerke dann inhaltlich und organisatorisch und können auch eigene Projekte ins Leben rufen.

    Damit sichergestellt ist, dass durch die angepassten Handlungsweisen handfeste Verringerungen klimaschädlicher Treibhausgase erreicht werden, werden die CO2äq Einsparungen erfasst. Es wird eine Analyse des Einsparpotenzials geben, wenn die entwickelten Ziele und Maßnahmen der Netzwerke in einem gemeinsamen Aktionsplan festgehalten wurden. Am Ende der Projektlaufzeit werden dann die tatsächlich eingesparten CO2 – Äquivalente abgeschätzt.

    Lass dich inspirieren! Selbstexperimente Ausstellung im Zukunftsraum noch bis zum 30. Mai

    Während der Frühlingstage der Nachhaltigkeit am KIT haben sich bereits fast 40 Studierende gefunden, die für zwei Wochen selbst gewählte Selbstexperimente durchgeführt haben. Bei der Abschlussveranstaltung haben sie sich die Experimente gegenseitig vorgestellt, ihre – manchmal ähnlichen, manchmal sehr unterschiedlichen – Erfahrungen ausgetauscht und dann abgestimmt, welche Experimente ihnen am besten gefallen haben. Die Auswahl der liebsten 7 Experimente könnt ihr bis Ende Mai als Ausstellung im Zukunftsraum besichtigen und euch vielleicht davon inspirieren lassen.

    Kontakt: sarah.meyer@kit.edu & colette.waitz@kit.edu

     

     

     

     

     

  10. Herzlich Willkommen „Netzwerk Reallabore der Nachhaltigkeit“

    Leave a Comment

    Durch den steigenden Druck globaler Herausforderungen sind Reallabore in den letzten Jahren immer wichtiger geworden. Und immer mehr! Sie experimentieren und testen Elemente des zukünftigen Lebens schon heute. Sie sind Treiber einer nachhaltigeren Gesellschaft. Um die Sichtbarkeit der Reallabore zu erhöhen, haben wir nun gemeinsam mit dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie, der Leuphana Universität Lüneburg und dem Ecological Research Network (Ecornet) das „Netzwerk Reallabore der Nachhaltigkeit“ gegründet.

    Seit der Gründung am 9. April sind bereits über 20 Reallabore mit dabei und es sollen noch mehr werden! Das Netzwerk versteht sich als Plattform über und für Reallabore, die für eine nachhaltige Entwicklung forschen und handeln. Es soll die Kommunikation und Kooperation zwischen den Reallaboren vereinfachen und stärken und eine Informationsquelle für Interessierte und Aktive sein.

    „Interessierten wie Aktiven möchten wir eine Heimat bieten und darüber hinaus das, was an Reallabor-Aktivitäten in den letzten fünf Jahren entstanden ist, sichtbar machen“

    Dr. Oliver Parodi, Quartier Zukunft – Initiator des Netzwerks


    Foto: MWK, Jan Potente

    Die Reallabore unterscheiden sich durch ihre Themen und Schwerpunkte. Das Spektrum reicht von E-Lastenfahrrädern und Energiespeichern über Grünflächen und Stadtentwicklung bis hin zu Schulküchen und nachhaltiger Gastronomie. Alle Mitglieder haben jedoch gemeinsam, dass sie sich als Pioniere einer nachhaltigeren Gesellschaft verstehen und sich bei ihrer Forschung und ihren Aktivitäten an Nachhaltigkeitskonzepten orientieren. Dieses können zum Beispiel die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen oder das Konzept des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) sein. Außerdem probieren sie die Veränderungen vor Ort aus und sind damit eine wichtige Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Gesellschaft.

    „‘Forschung und Praxis Hand in Hand für eine nachhaltigere Zukunft‘ – das ist unser Ansatz“ 

    Professor Uwe Schneidewind, Wuppertal Institut

    Damit aus den Projekten und Aktivitäten der Reallabore Wissen entsteht, werden sie forscherisch begleitet. Was hat wo gut funktioniert und warum? Wie laufen gesellschaftliche Veränderungen ab? Erfolgreiche Lösungsansätze der Projekte können so auch auf andere Städte oder Regionen übertragen werden.

    „Reallabor-Forschung ist auch eine gute Quelle für neue Politikansätze auf der Ebene der Bundesländer, der Bundesregierung oder der Europäischen Union“

    Dr. Camilla Bausch und Thomas Korbun, Ecornet

    Das frisch gegründete Netzwerk soll nun wachsen und bekannter werden. Interessierte, die sich einbringen möchten, sind herzlich willkommen. Beitreten können Personen, Organisationen und Reallabore, aber auch vergleichbare transdisziplinäre und transformative Initiativen. Insbesondere Kommunen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und zivilgesellschaftliche Akteure sind zur Mitwirkung aufgefordert, des Weiteren Unternehmen und staatliche Einrichtungen.

    „Vom Austausch und der Zusammenarbeit im Netzwerk können alle profitieren“

    Professor Daniel Lang, Leuphana Universität Lüneburg

    Wir möchten mit der Gründung des Netzwerks Reallabore der Nachhaltigkeit zur Verbreitung und Stärkung der Reallabor-Idee und -Praxis beitragen. Das Netzwerk wird in Zukunft gemeinsame Veranstaltungen ausrichten (z.B. Jahrestagung Reallabore) und es soll eine Schriftenreihe („Discussion Papers“) zu Reallabortheorie- und -praxis herausgeben werden. Die erste Tagung soll 2020 stattfinden. Es ist so Einiges geplant – wir freuen uns auf die Zukunft im und mit dem neuen Reallabor-Netzwerk!

    Lies weiter:

    Website des „Netzwerk Reallabore der Nachhaltigkeit“

    Pressemitteilung des KIT

  11. einBLICKE 04/19 | Pflanzentausch – Ideenwerkstatt – Praktikum

    Leave a Comment

    Es wird wärmer, grüner und die Blumen beginnen zu Blühen – der Frühling ist da! Damit wird es höchste Zeit für unseren alljährlichen Pflanzentausch. Außerdem haben wir eine ganz besondere Ankündigung: Bei unserem neuen Projekt „Klimaschutz gemeinsam wagen“ steht die Ideenwerkstatt an, bei der Ideen für Selbstexperimente für mehr Klimaschutz im Alltag gesammelt werden. Ihr seid alle herzlich dazu eingeladen! Das und mehr Spannendes aus dem Quartier könnt ihr in dieser zweiten Ausgabe von einBLICKE finden.

    Viel Spaß beim Lesen!


     

    KIT Frühlingstage der Nachhaltigkeit

    Vom 25. bis 28. März waren die Frühlingstage der Nachhaltigkeit 2019. Vier Tage lang beschäftigen sich Studierende und Gasthörende in unterschiedlichen Workshops mit nachhaltiger Entwicklung und Nachhaltigkeitsforschung. Eröffnet wurden die Frühlingstage im fast voll besetzten Audimax mit einer Keynote von Professor Dr. Uwe Schneidewind zum Thema „Auf dem Weg zur Zukunftskunst. Akzeptanz nachhaltiger Entwicklung in der Gesellschaft“. Weiterlesen

     

    4. Pflanzentauschbörse im Zukunftsraum

    Auch in diesem Jahr findet wieder unsere Pflanzentauschbörse im Zukunftsraum statt. Am 6. April könnt ihr von 14 bis 17 Uhr eure überzähligen Ableger, Setzlinge und Pflanzen tauschen oder verschenken und euch mit Gleichgesinnten austauschen. Zusätzlich wird es einen kleinen Gartenflohmarktbereich geben, in dem alles Rund um den Garten, etwa Fachliteratur Töpfe oder Werkzeug neue Besitzerinnen und Besitzer finden kann. Wir freuen uns über Spenden für das Kuchenbuffet! Weiterlesen

     

    Ideenwerkstatt für den Klimaschutz

    Eine Einladung: Mit Kreativität und Experimentierlust klimaschonender Leben. Am 12. Mai von 14 bis 17 Uhr überlegen wir gemeinsam, welche Handlungsalternativen wir haben und welche wir selbst erschaffen können, um dem Klimawandel im Alltag etwas entgegen zu setzen. In der „Ideenwerkstatt für den Klimaschutz“ erarbeiten wir Ideen für Selbstexperimente, die im Herbst in der Oststadt starten und bei denen alle eingeladen sind mitzumachen.

     

    Spielen für Veränderung – Workshops in Karlsruhe

    Kennst du den Serious Gaming Ansatz? „Gemeinsam Nachhaltig in Karlsruhe“ ist ein Planspiel für Verwaltungen und Kommunen, das diesen Ansatz verfolgt. Es kommt ursprünglich aus den USA, wurde von uns weiterentwickelt, auf Karlsruhe angepasst und bereits erfolgreich mit der Karlsruher Energie. und Klimaschutzagentur (KEK) eingesetzt. Mehr über das Spiel erfahrt ihr in unserem Blogartikel!

     

    Smartphone-Fasten für mehr Menschenwürde

    Unsere Praktikantin Marielle Rüppel verzichtet in der Fastenzeit freiwillig auf ihr Smartphone. Der große ökologische Fußabdruck und die sozialen Probleme bei Ressourcenabbau und Herstellung, sowie der Wunsch nach mehr Achtsamkeit im Alltag haben sie motiviert. Auf unserem Blog berichtet sie von ihren Beweggründen, den Herausforderungen und ersten Erfahrungen.Zum Blogartikel.

     

      PraktikantIn für „Grüne Lunge“ gesucht

    Hast du Lust bei der Konzeption und Umsetzung des Konzepts „Gärten für den Klimaschutz“ mitzuwirken? Du interessierst dich für Nachhaltigkeit und Stadtbegrünungsmaßnahmen? In unserem neuen Projekt GrüneLunge ist ab Juni / Juli 2019 ein Praktikumsplatz zu besetzen. Wir freuen uns auf deine Bewerbung! Weiterlesen

     

    Unverpackt-Foodcoop Treffen im Zukunftsraum

    Die Unverpackt-Foodcoop ist gut angelaufen und hat bereits ihre zweite Bestellung getätigt. Seit 2019 trifft sich die Gruppe regelmäßig am ersten Samstag im Monat von 10 Uhr bis 12 Uhr im Zukunftsraum. Hast du Lust Teil der Initiative zu werden und auch selbst organisatorische Aufgaben zu übernehmen? Dann melde dich bei ihnen unter unverpackt-foodcoop@posteo.de.

     

    Nachhaltigkeitstage Baden-Württemberg

    Vom 01. bis 04. Juni 2019 finden in Baden-Württemberg wieder die landesweiten Nachhaltigkeitstage statt. An verschiedenen Orten finden in diesem Zeitraum zahlreiche Aktionen und Veranstaltungen zum Thema Nachhaltigkeit statt. Außerdem gibt es einen Mitmachwettbewerb zum Thema Insekten und Wildblumen. Merkt euch den Termin schon mal vor und schaut euch um!

     

    Sommer- Kleidertauschparty – Helfer gesucht

    Pünktlich zum Start der T-Shirt Saison ist für den 26. Mai der nächste Kleidertausch geplant! Damit er stattfinden kann, sind wir noch auf der Suche nach HelferInnen zum Beispiel für Auf- und Abbau. Du findest die Veranstaltung toll und möchtest uns unterstützen? Dann melde dich bei helena.trenks@kit.edu.

     

    Vernetzungstreffen der Sport- und Bewegungsakteure

    Am 12. März kamen zahlreiche Sport- und Bewegungsakteure der Oststadt im Zukunftsraum zu einem Vernetzungstreffen zusammen. Dabei wurden auch die Ergebnisse einer Untersuchung des Bewegungsnetzwerks der Karlsruher Oststadt von Dr. Hagen Wäsche (Institut für Sport und Sportwissenschaft) vorgestellt. Den Ergebnisbericht zu den Untersuchungen, die im Rahmen des Projekts Reallabor 131 durchgeführt wurden, könnt ihr euch hier ansehen.

  12. Smartphone-Fasten für mehr Menschenwürde

    Leave a Comment

    Dieses Jahr habe ich mich entschieden Handy zu fasten. Von Aschermittwoch bis Ostern werde ich komplett auf den Gebrauch meines Smartphones verzichten. Mir ist bewusst geworden, dass es 100% fair hergestellte Handys nicht gibt und auch der große ökologischen Fußabdruck schreckt mich ab. Ich möchte wieder bewusster und achtsamer leben und ausprobieren, ob ich mein Leben auch anders organisieren kann. Schließlich haben das die Menschen bis vor dreißig Jahren auch irgendwie ohne Smartphone geschafft.

    Unsere Praktikantin Marielle Rüppel studiert International Sustainability Management an der Karlshochschule und verzichtet in der Fastenzeit freiwillig auf ihr Smartphone. Ihre Beweggründe und Erfahrungen teilt sie mit euch in diesem Blogartikel.

    Letztes Jahr hat mich ein Seminar sehr zum Nachdenken gebracht. Es ging um „Internationale Aspekte der Digitalisierung – Perspektiven einer guten Zukunft“. Besonders berührt hat mich dabei ein Vortrag von „Brot für die Welt“ zum Thema Menschenrechte. Ich habe erfahren, welche Auswirkungen der Abbau von Lithium, das in jedem Handy-Akku verbaut ist, mit sich bringt. Im sogenannten Lithium-Dreieck (Chile, Argentinien und Bolivien) entstehen durch den Abbau erhebliche ökologische Schäden. Die Herstellung einer Tonne Lithium benötigt zwei Millionen Liter Wasser! Das führt zu einem starken Absinken des Grundwasserspiegels und das dortige Ökosystem wird so irreversibel zerstört. Außerdem verlieren indigene Völker ihren Lebensraum und auch andere Teile der Bevölkerung werden nicht angemessen über die Vorhaben internationaler Konzerne, die den Abbau managen, informiert. Die Regierungen setzen sich leider nicht ausreichend für deren Schutz ein, selbst wenn sie es nach geltendem Gesetz eigentlich tun müssten.

    Warum nicht einfach ein faires Smartphone? Sind faire Handys wirklich fair?

    Von menschenunwürdigen Bedingungen beim Abbau haben sicher die meisten  von euch schon gehört.  Arbeit für weniger als 10 Cent pro Tag, oft auch Kinderarbeit, zudem häufig ohne Schutz der Gesundheit – giftige Stoffe werden eingeatmet und machen langfristig krank. Der Punkt ist, dass selbst Fairphone oder Shiftphone, die als die „Fairsten“ unter den Smartphoneherstellern gelten und an transparenteren Lieferketten arbeiten, auch keine 100%-fairen Arbeitsbedingungen in den Minen, in denen seltene Erden abgebaut werden, garantieren können. Jedoch ist der Versuch, Smartphones herzustellen, die in der Herstellung zu 100% fair sind, natürlich trotzdem wichtig, um der IT-Branche zu zeigen, dass sich etwas ändern muss. Die Hersteller von Fairphone und Shiftphone versuchen, die Herkunft der Rohstoffe, die sie benötigen, zu verfolgen und mit Partnern zusammenzuarbeiten, die z.B. faires Gold bereitstellen. Was beide meiner Meinung nach schon vorbildlich machen: sie gestalten die Smartphones reparierbar und modular, sodass einzelne Elemente ausgetauscht werden können und das Smartphone länger in Verwendung bleiben kann.

    Organisation mit Apps – wie geht das denn anders?

    Da mein Handy langsam den Geist aufzugeben scheint, wollte ich anstatt mich nach einem neuen umzuschauen, lieber ausprobieren, ob es nicht auch ohne geht. Das ist gar nicht so einfach. Zum Beispiel bin ich nicht mehr spontan erreichbar, muss also besser im Voraus planen, vor allem, wenn es um Treffen mit meinen Freunden und Freundinnen geht. Ich hoffe dadurch wieder zuverlässiger zu werden. Mit Schrecken habe ich festgestellt, dass ich häufiger zu spät komme oder kurzfristig Treffen verschiebe. Das gilt aber auch umgekehrt: ich muss mich darauf verlassen, dass andere auch zur verabredeten Zeit am verabredeten Ort sind. Für den Fall, dass etwas Unvorhergesehenes dazwischenkommt (zum Beispiel ein Zugausfall), wäre es vielleicht sogar ratsam, immer einen Plan B auszumachen.

    Ich  versuche schon länger auf Google Maps zu verzichten, und schaue mir lieber vorher am PC bei openstreetmap.org eine Karte an. Im Zweifelsfall frage ich eben vor Ort Menschen nach dem Weg. Und anstatt meine Bahntickets in der App zu kaufen, muss ich sie eben ausdrucken oder am Schalter besorgen. Leider ist das dann mit Papierverbrauch verbunden. Nach meiner Experimentierphase werde ich noch einmal abwägen müssen, was für mich persönlich wichtiger ist: Papierverbrauch oder Abhängigkeit vom Smartphone.

    Ein Leben ohne Smartphone – meine ersten Erfahrungen

    Die ersten beiden Wochen habe ich inzwischen schon hinter mir, und ich lebe noch. Hauptsächlich aufgefallen ist mir, dass ich mir keine Sorgen machen muss, mein Smartphone irgendwo zu vergessen. Und wenn ich in einer Gruppe von Leuten sitze und bei der ersten Gesprächspause manche ihr Handy rausnehmen, versuche ich stattdessen, das Gespräch weiterzuführen oder tagträume ein bisschen. Außerdem genieße ich den Anblick der Frühlingsblumen mehr, da ich nicht einfach schnell ein Foto davon machen kann. Ich habe auch festgestellt, dass es sehr angenehm ist, nicht mehr vor dem Einschlafen oder direkt nach dem Aufwachen auf mein Smartphone zu schauen. Nur muss ich mir jetzt auch noch einen Wecker zulegen (mein alter Wecker war leider nicht reparierbar, da man keine Ersatzteile dafür bekommt…). Unbestreitbar nützlich ist also am Smartphone, dass es viele Werkzeuge vereint – von Kamera über Wecker bis zu GPS.

    Unpraktisch ist vor allem, dass ich auch kein Telefon habe und mir dafür eines von Freunden leihen muss, wenn es doch mal etwas Längeres zu besprechen gibt, was per E-Mail sehr umständlich wäre.

    Letztes Wochenende habe ich mich außerdem mit einer Gruppe von Freunden in einer Art Jugendherberge getroffen, und vorher wohl nicht genau kommuniziert, wie ich anreise – und dann haben sie sich ganz schön Sorgen um mich gemacht und wussten nicht, ob ich überhaupt noch ankomme, da ich den letzten Zug und den letzten Bus genommen habe. Zum Glück hat es dieses Mal ohne Verspätungen geklappt.

    Ich werde also beobachten, was Smartphone-Verzicht für mein persönliches Leben bedeutet. Doch kann diese Entscheidung etwas an globaler Ungerechtigkeit verändern? Vielleicht nicht direkt. Aber wenn sich  KonsumentInnen bei diesem Thema zusammentun und mehr Transparenz fordern, sowohl von Unternehmen als auch von der Politik, die dabei entsprechende Standards festlegt, kann etwas bewegt werden. Denn heutzutage haben viele Entscheidungen, die man trifft, Auswirkungen an ganz anderen Stellen auf der Welt.

    Zum Weiterlesen:

    Utopia: Kinderarbeit in Kobalt Minen

    Utopia Artikel zum Fairphone

  13. Spielen für Veränderung: Szenario-Workshops für Klimaschutz und Nachhaltigkeit in Karlsruhe

    Leave a Comment

    Der Weg hin zu einer nachhaltigen Entwicklung und einem gelebten Klimaschutz stellt eine komplexe Herausforderung dar, die leicht einschüchtern kann. Hier setzt „Serious Gaming“ an. Die Entwicklung von innovativen Lösungen im Spielformat kann Kreativität freisetzen und macht zudem einfach Spaß. Nachdem wir letztes Jahr mit „Lebe global“ ein Spiel für Jugendliche und HobbyspielerInnen entwickelt haben ist „Gemeinsam Nachhaltig in Karlsruhe“ ein Planspiel für Verwaltungen und Kommunen, das diesen Ansatz verfolgt. In diesem Blogartikel möchten wir es euch vorstellen. Kommt und spielt mit uns am 26. oder 28. März auf den KIT Frühlingstagen der Nachhaltigkeit!

    Was macht Spielen so interessant? Wir wissen nicht, was als Nächstes passiert! Die Aufgabe, eine nachhaltigere und klimafreundlichere Zukunft zu gestalten, beinhaltet viele Unsicherheiten. Ein Gefühl von Unsicherheit kann jedoch unsere Kreativität blockieren. Das Spielformat bietet die Möglichkeit diese Blockaden auflösen und wir können unserer Kreativität und Inspiration freien Lauf lassen.

    „Serious Gaming“ – ernste Herausforderungen spielerisch lösen

    Der „Serious Gaming“-Ansatz nutzt dieses Potential des Spielens, um ernsthafte Themen anzugehen und gemeinsam innovative Lösungen zu entwickeln. Spielen hilft uns zu lernen ohne es zu bemerken. Deshalb ist spielen so wichtig für eine lebendige, nachhaltige Gesellschaft.

    Schon der Kulturhistoriker Johan Huizinga betonte in seinem zukunftsweisenden Buch „Homo Ludens“, dass die menschliche Zivilisation sich aus und als Spiel entwickelt hat und es nie verlassen wird. Spielen ist die zentrale Aktivität in blühenden Gesellschaften.

    Ursprünglich in den USA entwickelt – jetzt auch als Version für Karlsruhe!

    Der „Serious Gaming“-Workshop wurde in Kooperation von mehreren Stadt-Universität-Partnerschaften in Deutschland, den USA und Mexiko entwickelt. Nun haben wir das Planspiel für eine Anwendung in Karlsruhe zugeschnitten und entwickeln es weiter. Erst kürzlich haben wir es im Rahmen des Projektes „Energietransformation im Dialog – EDia“ mit der Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur (KEK) gespielt. Das Team der KEK hatte viel Spaß und findet die im Spiel entwickelte Idee so gut, dass sie plant, diese tatsächlich umzusetzen. Der nächste Workshop wird im Mai gemeinsam mit der Stadt Karlsruhe stattfinden, wenn sich das Umweltamt mit den Beteiligten der „Meine Grüne Stadt“-Initiative trifft.

    Und so läuft das Ganze ab:

    Sechs bis zwölf Teilnehmende sitzen an einem Tisch. Zu Beginn werden die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) in den lokalen Kontext gebracht. Welche der SDGs sind für Karlsruhe besonders relevant? Bei welchen Zielen sehen die Teilnehmenden Handlungsbedarf und bei welchen haben sie eine persönliche Motivation etwas zu ändern? Als nächstes werden von bereits  in anderen deutschen und internationalen Städten umgesetzten Best Practice Projekten diejenigen ausgewählt, die auch in Karlsruhe umgesetzt werden könnten. Gemeinsam wird dann auf der Grundlage der Inspirationen eine Idee für Karlsruhe entwickelt und skizziert. Dabei überlegen sich die Spielenden welche Ressourcen und Aktionen für die Realisierung dieser Idee benötigt werden und welche Ressourcen sie selbst einbringen können. Wenn die Idee Form angenommen hat, wird sie mit Schockkarten darauf getestet, wie widerstandsfähig sie ist gegenüber sich verändernden Bedingungen. Was passiert mit dem Projekt bei einem Jahrhunderthochwasser? Welchen Einfluss haben großflächige Arbeitnehmerstreiks in unterschiedlichen Branchen? Am Ende des Workshops wird die Idee noch einmal reflektiert und ggf. den anderen Tischen vorgestellt. Ein Workshop dauert in etwa drei bis vier Stunden, abhängig von der Anzahl der Teilnehmenden.

    Hast du Lust bekommen das Planspiel selbst auszuprobieren? Dann komm zu den KIT Frühlingstagen der Nachhaltigkeit! Der Szenario-Workshop wird am 26. März auf Englisch und am 28. März auf Deutsch angeboten. Die Veranstaltung richtet sich vor allem an Studierende, aber auch Gasthörende sind willkommen. Du studierst nicht und möchtest nur zu einem Workshop kommen? Dann schicke eine Mail an ines.bott@kit.edu.

    Alle Infos zu den Frühlingstagen findet ihr hier und zur Anmeldung hier.


    Das Planspiel wurde und wird im Rahmen des internationalen Kooperationsprojekts „Building Sustainability Implementation Capacity in City Staff and Leadership (CapaCities) weiterentwickelt. Das Projekt gehört zum „Global Consortium for Sustainability Outcomes“ (GCSO), einem internationalen Netzwerk, das Lösungen für Nachhaltigkeitsprobleme durch Forschung, Entwicklung und Weiterbildung fördert, die entwickelt, getestet, implementiert und schließlich hochskaliert werden. Mehr dazu hier.

     

     

  14. einBLICKE 01/19 | „Lebe global“ – Frühlingstage – neues Projekt

    Leave a Comment

    Neues Jahr – neues Format!

    Mit einBLICKE wollen wir euch wieder verstärkt zeigen, was bei uns so alles passiert. Hier finden auch kleinere Veranstaltungen und Aktionen Platz, die in keinem eigenen Blogartikel vertreten sind, aber das Leben im Quartier ausmachen.

    Moment mal… warum „wieder“? Diejenigen unter euch, die uns schon von Anfang an verfolgen, erinnern sich vielleicht: 2014 gab es das Format Einblicke bereits – nun haben wir es neu aufgelegt!

    Falls du die kurzen Nachrichten aus dem Quartier lieber bei dir im E-Mail Postfach haben möchtest, melde dich einfach für unseren Newsletter an. Dazu einfach auf dieser Seite ganz nach unten scrollen und eintragen – Fertig!


     

    Wir freuen uns über den Forschungspreis „Transformative Wissenschaft“!

    Es gibt tolle Neuigkeiten: Unsere Arbeit im Reallabor Quartier Zukunft wurde mit dem Forschungspreis „Transformative Wissenschaft“ ausgezeichnet! Dieser renommierte Preis zeichnet Forschungsprojekte aus, die einen gesellschaftlichen Wandel anstoßen und wird vom Wuppertal Institut und der Zeppelin-Stiftung nun zum zweiten Mal vergeben. Die Preisverleihung fand am 16. Januar in Darmstadt statt. Wir freuen uns sehr! Weiterlesen

     

    Buch „Dein Quartier und Du“- Erscheinung im Frühling geplant

    Lange haben wir an der Fertigstellung des Buches über die vier „NachhaltigkeitsExperimente“ gebastelt. Nun naht die Fertigstellung und wir sind zuversichtlich, dass es im Frühling klappen wird. Das Buch soll dann in gedruckter Form zum Kauf und gratis zum Download verfügbar sein. Wir halten euch auf dem Laufenden.

     

    Frühlingstage der Nachhaltigkeit 2019 – Anmeldung offen

    „Nachhaltige Entwicklung“ ist in aller Munde, aber was ist das überhaupt? Und was untersuchen Wissenschaftler bei der „Nachhaltigkeitsforschung“? Studierende, die mehr darüber erfahren wollen, können sich jetzt für die Frühlingstage der Nachhaltigkeit anmelden. Diese finden von 25. bis 28. März am KIT statt. In spannenden Workshops und Exkursionen zu Karlsruher Nachhaltigkeitsakteuren werden sowohl technische als auch soziale und ökologische Aspekte nachhaltiger Entwicklung beleuchtet.

     

    Forschungskolloquium im Zukunftsraum gestartet

    Das Forschungskolloquium „Perspektiven auf den Wandel“ soll einen möglichst guten Einblick in den aktuellen Stand der Transformationsforschung und verwandte Konzepte geben. Die ersten spannenden Vorträge haben wir bereits gehört.Bis 29. Januar dürfen wir uns noch auf Vorträge im Zukunftsraum freuen. Das Kolloquium findet immer von 10-12 Uhr  statt. Weiterlesen

     

    „Klimaschutz gemeinsam wagen!“ – neues Projekt startet im Quartier

    Im November fand das Kick-off-Treffen unseres neuen Projekts „Klimaschutz gemeinsam wagen!“ statt. Das bunt gemischte Projektkonsortium aus WissenschaftlerInnen, lokalen Initiativen, der Stadt Karlsruhe und der Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur (KEK) legte damit den Grundstein für Projekte der nächsten Jahre zum Thema Klimaschutz. Gemeinsam mit euch wollen wir Alternativen für klimafreundliches Handeln in den Themenfeldern Ernährung, Mobilität und Konsum entwickeln. Weiterlesen

     

    Herbstkleidertauschparty im Zukunftsraum – Wir suchen Unterstützung für 2019

    Auch im Herbst wurde im Zukunftsraum wieder fleißig getauscht. Die Kleidertauschpartys erfreuen sich seit nunmehr fast zwei Jahren reger Beleibtheit. Der nächste Kleidertausch ist für den Frühling angedacht. Damit wir diese Veranstaltung auch 2019 weiterführen können, sind wir auf der Suche nach Freiwilligen, die uns bei der Durchführung unterstützen wollen. Wenn du Interesse hast, melde dich bei: Helena.Trenks@kit.edu.

     

    Karikaturenausstellung „Der Planet ruft SOS!“ im Zukunftsraum

    Die Karikatur-Wanderausstellung „Der Planet ruft SOS“ des Vereins integra war vom 30.Oktober bis 11.Dezember bei uns im Zukunftsraum zu sehen. Künstler aus aller Welt ließen uns ihren Blick auf die Welt sehen. Ohne Worte und ohne Sprachbarriere konnten sich so alle ein Bild von der Situation auf unserer Erde machen. Auch wenn die Karikaturen ohne Worte auskamen, haben sie und definitiv zum Diskutieren angeregt. Weiterlesen

     

    Schülerinnen und Schüler spielen „Lebe global“ – und sind begeistert!

    Das von uns entwickelte Brettspiel „Lebe global“ wurde in den letzten Wochen von Schülerinnen und Schülern der 9. Klasse des Lessing-Gymnasiums getestet. Es entstanden angeregte Diskussionen – erst über die Spielweise und später über die Entscheidungen im Spiel, die sich positiv oder negativ auf den Stand des CO2– Zählers auswirken. Am Ende stand vor allem eine Frage im Raum: „Wann können wir wieder spielen?“.

     

    GCSO Spiel hat ersten großen Einsatz

    Das ursprünglich vom amerikanischen Netzwerk Global Consortium for Sustainability Outcomes (GCSO) entwickelte Spiel, das von uns nun für die Stadt Karlsruhe angepasst wurde, wurde im November gemeinsam mit der Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur (KEK) getestet. Das Planspiel wurde besonders für Organisationen und kommunale Verwaltungen entwickelt. Im Spielverlauf entwickelten alle Spielenden gemeinsam eine Maßnahme für den Klimaschutz in Karlsruhe.

     

    Bastelwerkstatt und Geschenketausch im Zukunftsraum

    Am Montag, 17. Dezember, fand unsere Bastelwerkstatt mit Geschenketausch im Zukunftsraum statt. Aus alt wurde neu, aus Kalenderblättern und Zeitungspapier entstanden Geschenkverpackungen, aus losen Notenblättern wurden Sterne gefaltet, Stoff und Papierrest zu originellen Karten verarbeitet. Bei Punsch und Lebkuchen konnte außerdem am Geschenketauschtisch gestöbert werden. So stressfrei kann Weihnachten sein!

  15. I’m still dreaming of a green christmas! Tipps für’s nachhaltige Feiern neu aufgelegt.

    1 Comment

    Nicht immer muss man etwas Neues kaufen, um einer geliebten Person an Weihnachten ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern. Und nicht immer muss man einen Blogartikel neu schreiben, um tolle Tipps für ein nachhaltiges Fest parat zu haben :). Entstanden vor zwei Jahren hat dieser Blogartikel nichts von seiner Aktualität eingebüßt und passt mit ein paar kleinen Ergänzungen auch noch 2018. Viel Spaß beim Lesen und Ausprobieren!

    Letztes Jahr zu Weihnachten: Opa hat die Weihnachtsgeschichte gelesen, es wurde„Stille Nacht“  gesungen, alle Geschenke wurden ausgepackt und bejubelt, die Kinder sind glücklich, pappsatt und müde. Eigentlich war’s ein schönes Fest. Und trotzdem: Etwas stört und stimmt nicht. Es ist der Müll auf dem Sofa, unter’m Baum, auf dem Boden, der Müll überall. Eine gigantisch große Landschaft aus Geschenkpapier. Schleifchen. Kärtchen. Goldbändern. Styropor. Verpackung. In diesem Moment fällt die Entscheidung: Nächstes Jahr wird alles anders. Wir wollen nicht mehr. I’m dreaming of a green christmas! Jetzt müssen wir nur noch herausfinden, wie das geht: Weihnachten in nachhaltig.

    Winter 2018: Weil dieses Jahr zu Weihnachten ja alles anders, nachhaltiger werden soll, braucht es diesmal einen Plan. Denn eines wissen wir nur zu gut: Den größten Quatsch kauft man im Stress. Mal eben schnell ein Buch von der Spiegel-Bestsellerliste über die Rolle von Insekten bei der Aufklärung von Gewaltdelikten (wird schon gut sein). Eine CD von der Band, über deren Sänger die Freundin irgendwann mal gesagt hat, irgendwie sei der ja ganz süß. Das Glanzpapier mit den glücklichen Elch-Ehepaaren drauf, das praktischerweise im 1-Euro-Shop an Deiner Ziel-Straßenbahnhaltestelle feilgeboten wird.

    Im Netz trifft man auf genug Leute, denen es ähnlich geht: Sie sind nicht nur partiell angenervt von dem Verpackungswust, sondern von der weihnachtlichen Konsumlawine insgesamt. Kein Bock mehr auf immer mehr! Und sie überlegen sich Lösungen. Es gibt Blogs von MinimalistInnen, die Weihnachten gleich ganz absagen. Artikel von Leuten, die einfach gar nichts mehr schenken. Tipps von KonsumverweigererInnen, die an Weihnachten stundenlange Waldwanderungen machen, bloß, um der Geschenkeorgie zu entkommen. Puh. Nee. Weihnachten wollen wir ja schon. Aber halt anders!

    Wichteln statt Geschenke-Wust

    Los geht die Recherche! Auf einem Umweltportal wird die die gute alte „Wichtel“-Idee vorgeschlagen. Das funktioniert so: Im Bekannten- oder Verwandtenkreis wird im Vorfeld abgemacht (oder per Los bestimmt), wer wen beschenkt. Sprich: Ich ziehe Tante Lotte, meine Schwester Opa Werner. So gibt’s zu Weihnachten keine Materialschlacht, sondern Tante Lotte, Opa Werner und alle anderen bekommen jeweils EIN Geschenk. Das dann aber mit Zeit, Muße und Bedacht ausgewählt worden ist. Die Wichtel-Idee gefällt und kommt auf den „Green Christmas“-Zettel!

    Zeit statt Zeug

    Eine weitere interessante Idee ist „Zeit statt Zeug“.  Das ist ein Projekt, dass dazu ermutigen will, statt dem „fünften Schal, dem zehnten Parfum“ lieber Zeit zu verschenken.  „Nackenmassage statt Schal“, „Basteln statt bestellen“, „Stricken beibringen statt Pullover“ – es gibt Gutschein-Vorlagen mit professionellen Fotos, die man sich direkt selbst ausdrucken kann. Und auch die Möglichkeit, ganz eigene Ideen in ein schönes Layout zu fassen (denn JA, Küsse und Nackenmassagen sind nicht das Geschenk der Wahl für ALLE  Verwandten). Fazit: Egal, ob man nun tatsächlich die Gutscheinfunktion von „Zeit statt Zeug“ nutzen möchte oder nicht: Die Idee, einem lieben Menschen etwas von der eigenen Zeit zu schenken, ist vielleicht nicht neu, aber nötiger denn je. Check. Kommt auf die Liste!

    Gebrauchtes zum Fest: Ein No-Go wird salonfähig

    Will man aber doch lieber etwas „Handfestes“ schenken, so zeichnet sich im Netz ein neuer Nachhaltigkeitstrend ab: Gebrauchtes schenken! Lange Zeit ein No-Go und der Albtraum jedes Knigge-Connaisseurs, wird Secondhand, getragen von der Vintage- und Shabby-Chick-Welle, endlich auch an Weihnachten salonfähig. Eine schöne, handgestrickte Couchdecke vom Flohmarkt, Holzstühle mit Patina, aus dem Sperrmüll gerettet und frisch überzogen, eine alte Schreibtischlampe aus den 60ern – da ist so einiges denkbar. Aber auch das Zweithand-iPhone, bestellt bei Portalen wie „Backmarket“ oder bei Ebay ersteigert, landet bei einigen unter’m Baum.

    Für alle, dies ausprobieren möchten mit der Nicht-Neuware zu Weihnachten: Auf der Website des NachhaltigkeitsExperiments Second Future, dem Second-Hand-Label aus der Karlsruher Oststadt, könnt Ihr kostenlos Aufkleber und Aufnäher bestellen, die Eure gebrauchten Geschenke zum echten Statement machen.

    Geschenke einpacken: Natur schlägt Blingbling

    Hat man nun endlich alle Geschenke parat, kann’s ans Einpacken gehen. Und auch hier sind all jene im Vorteil, die einen gewissen Vorlauf in Sachen Nachhaltigkeit haben: Über’s Jahr gesammeltes Geschenkpapier („Nicht einfach aufreißen, Kind!“) lässt Dich mindestens einen Teil der Geschenke – Zack, zack! – aus dem Stand heraus ökologisch verpacken.

    Aber auch „normales“ Altpapier funktioniert an dieser Stelle gut: Zeitungspapier, verziert mit Tannenzapfen, getrockneten Orangenscheiben, einzelnen Zweigen, Zimtstangen, Origamisternen macht Deine vorweihnachtliche Verpackungsorgie gleichermaßen stylisch wie kompostierbar!

    Wer Altpapier aber partout nicht als weihnachtsfein durchgehen lassen will, kann natürlich auch auf Packpapier, die Königin des stilsicheren Understatements, zurückgreifen. Und bei neuem Geschenkpapier bleibt immerhin die Möglichkeit, auf den „blauen Engel“ zu achten, der Recyclingpapier ausweist. Ach, und wusstest Du schon: Faltest Du beim Geschenkeeinpacken sorgfältig, klappt’s auch ganz ohne Klebemittel wie Tesa. Bunte Wollfäden oder Bast machen dann Deine ökologischen Verpackungskünste perfekt! Auch ziemlich edel: Wer’s wie die JapanerInnen machen will, kann Geschenke in Stoff einwickeln. Geht einfach, sieht kunstvoll aus und heißt: Furoshiki. Sehr schick! Kommt auf die Liste!

    img_0372

    Die japanische Einpackkunst „Furoshiki“. Schick, schick!

    Last but not least gibt es noch die Super-easy-super-fix-Variante für Mehrfacheltern, die es sofort auf meinen Zettel schaffte: Einen großen Sack für jeden. Alle Geschenke rein. Große Schleife drum. Reihum wird ausgepackt. Wir wünschen entspannte Weihnachten ;-)!

    Hohoho! Lass den Wald ins Haus!

    Weniger Blingbling und mehr Wald macht sich natürlich auch in Deinem Haus ziemlich gut: Orangenscheibenketten und Tannengrün am Regal oder ein Adventskranz ohne Plastikdeko sind zeitlos schön. Unterschiedliche, bereits im Haus vorhandene Kerzen machen das Ganze – eins, zwei, drei, vier – zum Unikat.

    Und der Baum? Da kannst Du richtig klotzen! Gleich notieren: Mit der Zickzack-Schere Bänder aus altem Stoff schneiden und zu Schleifen binden, echte Plätzchen, Papier- und Strohsterne dran, Kerzen aus Bienenwachs oder Stearin statt billiger Erdölprodukte auf die Zweige setzen. Die Elektrovariante: LED-Lichterkette statt Billigblinker.

    Hier gibt es auch noch eine coole Idee für alle Gold-und-Glitter-Freundinnen und Freunde: Trefft Euch doch einfach mal zum Plätzchenessen und Christbaumkugel- und Dekotausch! So kann man kreativ bleiben, ohne alle Jahre wieder alles neu zu kaufen. Unter welchen Bedingungen industriell gefertigter Weihnachtschmuck produziert wird, könnt Ihr übrigens hier lesen.

    adventskranz

    DIY-Adventskranz. Mehr Wald statt mehr Blingbling.

    Dein Tannenbaum? Ein Däne mit georgischem Migrationshintergrund!

    Naturmaterialien, Bänder, Plätzchen – den Baumschmuck ist also geklärt für dieses Jahr. Aber was ist eigentlich mit dem Christbaum selbst? In der Regel sind die Tannenbäume in den deutschen Wohnzimmern in Dänemark gewachsen, unter dem Einfluss von Pestiziden und Düngemitteln als Garanten für einwandfreien Wuchs. Zuvor wurden die Samen in Georgien unter lebensgefährlichen Arbeitsbedingungen in vielen Metern Höhe von Arbeitern ohne Kletterausrüstung geerntet – der deutsche Durchschnittsweihnachtbaum ist so gesehen also eher ein Däne mit durchaus problematischem georgischem Migrationshintergrund. Überhaupt: Bäume absägen – kann das mit Nachhaltigkeit vereinbart werden? Mhm.

    Im Netz finden sich Leute, die auf den Baum an Weihnachten ganz verzichten oder einzelne Zweige zu Gabenbäumen drapieren. Und dann gibt es noch verschiedene Anbieter und Initiativen, die das Weihnachtsbaumgeschäft ökologischer und fairer machen wollen. Beim Bio-Weihnachtsbaumversand gibt‘s zum Beispiel gesägte Bio-Nordmanntanne aus deutscher Herkunft. Bei „Fairtrees“ kann man dänische Tannen kaufen, deren Zapfen in Georgien unter fairen, sicheren Bedingungen geerntet wurden. Und auf der Website von Robin Wood werden Biobaum-Verkaufsstellen von Tannen aus der Region gelistet. Fairtrees kannst Du übrigens in Gaggenau, Pforzheim und Bretten kaufen. Biobäume bekommst du bei der Bauhauskette Baumarkt in der Oststadt. Immerhin „von hier“ sind die konventionell gezogenen Bäume, die man gemeinsam mit den FörsterInnen zu bestimmten Terminen in den Wäldern rund um Karlsruhe schlagen kann. Und noch mehr Infos rund um den „grünen“ Baum gibt’s bei Utopia.

    Von einem grünen Weihnachtsfest kann man träumen. Oder es einfach ausprobieren.

    Am Ende des Recherchetags zum Thema „Grüne Weihnachten“ stehen jede Menge Ideen auf unserem Zettel und es summt im Kopf. Da sind noch so viele Fragen! Nachhaltiges Weihnachtsessen, was passt da zu uns? Biofleisch? Fleisch vom Metzger? Lieber gleich vegetarisch? Oder gar vegan? Wie die Verwandten überzeugen, zurückhaltend und mit Bedacht zu schenken – ohne sie zu kränken? Baum ja – oder nein? Und wenn – woher? Wie untrennbar sind Weihnachten und das wohlige Gefühl dabei eigentlich mit Konsum verbunden?

    Es ibt wohl keine Patentlösung für ein nachhaltiges Weihnachten . Nur Möglichkeiten. Ideen. Versuche. Aber zuversichtlich sind wir trotzdem, I’m dreaming of a green christmas. Und außerdem werde ich’s einfach ausprobieren.Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

  16. Quartier Zukunft gewinnt den Forschungspreis „Transformative Wissenschaft“!

    Leave a Comment

    Es gibt tolle Neuigkeiten: Unsere Arbeit im Reallabor Quartier Zukunft wurde mit dem Forschungspreis „Transformative Wissenschaft“ ausgezeichnet! Dieser renommierte Preis wird vom Wuppertal Institut und der Zempelin-Stiftung nun zum zweiten Mal vergeben. Wir freuen uns sehr!

    Der Preis zeichnet Forschungsprojekte aus, die einen gesellschaftlichen Wandel anstoßen. Die wissenschaftliche Arbeit soll transformativ wirken, also Impulse setzen, die Veränderungen in der Gesellschaft auslösen und gleichzeitig die Bevölkerung selbst miteinbeziehen. Deshalb sind besonders transdisziplinäre Forschungsdesigns, die mit Bewohnerinnen und Bewohnern vor Ort zusammenarbeiten, relevant.

    Insbesondere das innovative Konzept des Quartier Zukunft und die lokale Verankerung in der Karlsruher Oststadt überzeugten die Jury.

    Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertal Instituts, sagte über unsere Arbeit im Quartier:

    „Das Reallabor in der Oststadt ist eines der am weitesten entwickelten Quartier-Reallabore in Deutschland. In Karlsruhe wird mit vielen innovativen Formaten vorgelebt, wie fruchtbar gemeinsame Wissensentwicklung von Wissenschaft und Akteuren vor Ort für eine zukunftsfähige Stadtentwicklung sein kann.“

    Zusätzlich zu der Anerkennung erhalten ausgezeichnete Projekte ein Preisgeld von 25.000€ und eine Skulptur aus den Stahlschienen der im Jahr 1898 erbauten Wuppertaler Schwebebahn. Offiziell verliehen wird der Preis am 16. Januar 2019 in Darmstadt während der „Darmstädter Tage der Transformation“.

    Mit dem Preisgeld wollen wir nachhaltige Entwicklung weiter voran bringen!

    Wir standen also vor der Frage: Wie setzen wir es am besten ein? Wie wir letztes Jahr angekündigt haben, ist unser großes Ziel das Reallabor zu verstetigen und ein dauerhafter Ansprechpartner für nachhaltige Entwicklung vor Ort zu sein. Dafür arbeiten wir mit Hochdruck daran das Karlsruher Transformationszentrum für nachhaltige Zukünfte und Kulturwandel (kurz: KAT) zum Leben zu erwecken. Ein großer Teil des Preisgeldes wird zum Startkapital für einen Förderverein des KAT. Damit können wir dann Nachhaltigkeitsinitiativen aus der Zivilgesellschaft unterstützen.

    Eine große Bereicherung ist es, Besuch von Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftlern aus dem Ausland zu haben, die Inspirationen für die Arbeit hier im Gepäck haben und Ideen aus Karlsruhe wieder mitnehmen können. Genauso möchten wir Geflüchtete unterstützen, die einen Bezug zur Transformationsforschung haben und sich eine Zukunftsperspektive in diesem Bereich aufbauen wollen. Hierfür ist ebenfalls Geld eingeplant.

    Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung. Vielen Dank an die Jury, das Wuppertal Institut, die Zempelinstiftung aber vor allem an alle, die durch ihr Engagement im Quartier zum Erfolg beigetragen haben!

    Übrigens: Im letzten Jahr wurde unser Reallabor Quartier Zukunft bereits vom Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) mit dem Qualitätssiegel „Projekt Nachhaltigkeit 2017“ und als eines von bundesweit vier „Transformationsprojekten“ ausgezeichnet.

    Weitere Informationen

    … zum Transformationspreis des Wuppertal Instituts

    … zur Presseinformation des KIT

    …zur Presseinformation des Wuppertal Instituts

     

  17. Forschungskolloquium Transformation – Perspektiven auf den Wandel

    Leave a Comment

    Wissenschaft lebt vom Austausch untereinander. Gerade für ein solch großes Projekt wie das von uns geplante Karlsruher Transformationszentrum für nachhaltige Zukünfte (KAT) ist es wichtig, dass wir einen möglichst guten Einblick in den aktuellen Stand der Transformationsforschung und verwandte Konzepte haben. Deswegen haben wir ein Forschungskolloquium ins Leben gerufen, von dem nun nicht nur wir profitieren sollen.

    Die meisten Menschen sind sich einig: Nachhaltigkeit ist wichtig, wir brauchen die Erde und die Ressourcen, die sie uns zur Verfügung stellt. Alle Menschen sollen gut leben können und das noch lange Zeit. Auch die Ziele für nachhaltige Entwicklung der UN legen klar fest in welche Richtung es gehen soll, doch es bleibt die Frage nach dem WIE?.

    Transformative Forschung will aktiv dabei helfen

    Wenn Forscher sich mit der Transformation beschäftigen, aber ihre Forschung nicht aktiv Teil des Wandels ist, spricht man von Transformationsforschung. Wenn die Forschung auch im Transformationsprozess involviert ist, also aktiv Veränderungen anstößt und in das Geschehen eingreift, ist sie transformativ. Dieses aktive Eingreifen kann zum Beispiel das Veranstalten und Beforschen von Reparaturcafés sein, wie ihr es auch aus dem Quartier Zukunft kennt. Diese Spielart der Nachhaltigkeitsforschung ist vor dem Hintergrund entstanden, dass große Trends wie Digitalisierung, demographischer Wandel und Artensterben die Bedingungen, unter denen wir leben, derzeit stark verändern.

    In dem Forschungskolloquium, das wir gemeinsam mit dem ZAK (Zentrum für angewandte Kulturforschung und Studium Generale) organisieren, geht es nicht nur um Transformationsforschung, sondern auch um verwandte Konzepte wie zum Beispiel die sozial-ökologische Forschung oder transformative Bildung. Jede Disziplin hat eine andere Sichtweise auf die Herausforderungen und neue Ideen. Daher ist es sehr wichtig, ein möglichst umfassendes Bild verschiedener Denkweisen, die zu einer nachhaltigen Transformation beitragen können, zu bekommen.

    Wie kam es zum Kolloquium?

    Das Kolloquium entstand aus dem Gedanken heraus das Quartier Zukunft-Team für den Aufbau des Karlsruher Transformationszentrums (KAT) zu rüsten und zuvor nochmal tief in den aktuellen Wissensstand der Forschung einzutauchen, um ihn in unser Vorhaben einzubringen. Dazu wurden Gäste aus verschiedenen Bereichen und Ländern eingeladen, die uns ihre Expertise näher bringen werden. Da diese Vorträge auch für andere interessant und nützlich sein können steht das Kolloquium WissenschaftlerInnen, die den Einstieg in das Forschungsfeld suchen oder erweitern wollen und Studierenden, die bereits Grundkenntnisse im Bereich nachhaltige Entwicklung haben, offen.

    Wann und wer?

    20.11. 10-12 Uhr
    Katharina Hölscher
    „Ansätze der Transformationsforschung & Sozialinnovation“ WEGEN KRANKHEIT VERSCHOBEN!

    Katharina Hölscher ist Wissenschaftlerin am drift Institut in Rotterdam (Niederlande). Ihre Leidenschaft ist es herauszufinden, wie gesellschaftlicher Wandel in Richtung einer nachhaltigen Gesellschaft von der Regierung unterstützt werden kann. Sie hat Erfahrung mit deutschen und europäischen Forschungsprojekten in der Transformationsforschung.

    STATTDESSEN: Dipl. Ing. Richard Beecroft „Reallabore als Orte transdisziplinärer Forschung und Bildung“

    26.11. 17:30-19 Uhr
    Prof. Dr. Marcel Hunecke
    „Psychologie der Transformation“

    Prof. Dr. Marcel Hunecke ist seit 2009 Professor für Allgemeine Psychologie, Organisations- und Umweltpsychologie am Fachbereich für Angewandte Sozialwissenschaften an der Fachhochschule Dortmund. Zudem lehrt er an der Fakultät für Psychologie der Ruhr-Universität Bochum und dort Mitglied der Arbeitsgruppe für Umwelt- und Kognitionspsychologie. Er hat große Erfahrung mit inter- und transdisziplinären Forschungsprojekten im Bereich der Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung.

    04.12. 10-12 Uhr
    N.N.

    11.12. 10-12 Uhr
    Dr. Bettina Brohmann
    „Governance und Transformation“

    Dr. Bettina Brohmann ist die Forschungskoordinatorin für Transdisziplinäre Nachhaltigkeitswissenschaften, Nukleartechnik & Anlagensicherheit am Öko-Institut e.V. in Darmstadt .

    08.01. 9-13 Uhr
    Blockseminar mit Studierenden

    15.01. 10-12 Uhr
    Dr. Klara Helene Stumpf
    „Transformation und sozialer Wandel“

    Dr. Klara Helene Stumpf ist Leiterin des Forschungsbereichs Klima, Kultur & Nachhaltigkeit (Synchrone Transformationsforschung) am Norbert Elias Center for Transformationsdesign & Research (NEC) der Europa-Universität Flensburg (in Vertretung ).

    22.01. 10-12 Uhr
    Dr. Johanna Kramm & Dr. Oskar Marg
    „Transformation in der sozial-ökologischen Forschung“.

    Dr. Johanna Kramm ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am ISOE im Forschungsschwerpunkt Wasserressourcen und Landnutzung und leitet seit April 2016 zusammen mit Carolin Völker die SÖF-Nachwuchsgruppe PlastX.

    Dr. Oskar Marg ist seit 2016 als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsschwerpunkt Transdisziplinäre Methoden und Konzepte am ISOE tätig.

    29.01. 10-12
    Dr. Mandy Singer-Brodowski
    „Transformative Bildung“

    Dr. Mandy Singer-Brodowski arbeitet an der Freien Universität Berlin am Institut Futur im Arbeitsbereich Erziehungswissenschaftliche Zukunftsforschung als Wissenschaftliche Mitarbeiterin. Ihre Forschungsfelder sind Bildung für nachhaltige Entwicklung, transformative Forschung und transformatives Lernen, an diesem breiten Erfahrungsschatz lässt sie uns in ihrem Vortrag teilhaben

    Wo und wie?

    Das Forschungskolloquium ist offen für interessierte Wissenschaftler und Studenten und findet im Zukunftsraum statt. Für Studierende besteht die Möglichkeit, durch einen Seminarvortrag (inkl. Ausarbeitung) einen Schein zu erwerben und zugleich selbst einen Beitrag zur theoretischen Untermauerung des geplanten „Karlsruher Transformationszentrums“ (KAT) zu leisten. Anmeldungen dann bitte über das Vorlesungsverzeichnis des ZAK.

    Du kannst dich da nicht einordnen, interessierst dich aber sehr für das Thema und bringst schon etwas Hintergrundwissen mit? Dann schreib uns an annika.fricke@kit.edu.

     

  18. Der Planet ruft SOS! Planet calling SOS! Gezegenimizden acil yardım çağrısı!

    Leave a Comment

    Wie können das Ausmaß von Umweltproblemen und die Notwendigkeit einer nachhaltigen Entwicklung vermittelt werden? Auf eine Art und Weise, die alle verstehen – völlig egal aus welchem Land ein Mensch kommt und welche Sprache er spricht. Aus diesem Gedanken heraus ist die Karikaturausstellung „Der Planet ruft SOS“ entstanden, die im von 30.Oktober bis 11.Dezember bei uns im Zukunftsraum zu sehen ist.

    Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Ob ein Bild im Museum, ein Graffiti an einer Hauswand oder eine Fotografie in einem Magazin, die Botschaft ist oft ohne Worte verständlich. Bilder haben eine starke Wirkung  – und genau um eine solche soll es bei der „Ausstellung der Planet ruft SOS!“ gehen:

    Unsere Erde braucht Hilfe! Wir müssen alle zusammenarbeiten, um die Umwelt, unsere Lebensgrundlage zu schützen!

    Deshalb haben INTEGRA Filder e.V. und das türkisch – englisch – deutsche Humormagazin Don Quichotte e.V. zum 1. internationalen Karikaturenwettbewerb mit dem Thema „Agenda 2030 der UN“ aufgerufen. Die Resonanz war groß: über 1000 Karikaturen wurden aus mehr als 60 Ländern eingereicht! Die 50 aussagekräftigsten wurden von einer internationalen Jury ausgewählt und werden nun an verschiedenen Orten in Baden-Württemberg ausgestellt.

    Die gesamte Gesellschaft – Menschen mit und ohne Migrationshintergrund – sollen durch die ausdrucksstarken Bilder der Künstlerinnen und Künstler sensibilisiert werden und ins Gespräch über nachhaltige Entwicklung kommen. Alle sollen Bescheid wissen: Nachhaltigkeit ist wichtig und zwar jetzt!

    Die etwas andere Migrantenorganisation

    INTEGRA selbst nennt sich „die etwas andere Migrantenorganisation“. Vielfalt und eine gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen sind die Ziele des Vereins. Dafür setzen sie sich durch Bildungsprojekte und mit Jugendarbeit ein. Grundlagen ihrer Arbeit sind interkulturelle und globale Pädagogik, Theorien zu Mehrsprachigkeit und Rassismuskritik. Migrationserfahrung oder der Migrationshintergrund der Bewohnerinnen und Bewohner werden als Ressource und Stärke angesehen. Sie werden dazu ermutigt, sich einzubringen, zum Beispiel als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren.

    Zusammenarbeit verschiedener Nationalitäten – so wird aus ein paar Bildern eine Ausstellung!

    Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund haben die Ausstellung gemeinsam aufbereitet und entwickeln didaktische Materialien für die Wanderausstellung durch Baden-Württemberg. Dabei unterstützen Jugendliche mit guten Deutschkenntnissen geflüchtete Jugendliche und stärken so ihre Teilhabe am Projekt. Erdoğan Karayel, Karikaturist und Herausgeber der Zeitschrift Don Quichotte ist künstlerischer Leiter des Projektes. Er führt nach der Methodik des informellen Lernens Zeichen-Workshops mit den beteiligten Jugendlichen durch.

    Globale Herausforderungen erfordern globale Ziele!

    Und die Ausstellung zeigt auch – das Thema beschäftigt Menschen rund um die Welt. Es wurden Bilder zu den 17 Zielen der Nachhaltigen Entwicklung der Vereinten Nationen ausgewählt, so unter anderem „Maßnahmen zum Klimaschutz“, „Nachhaltiger Konsum und Produktion“ und „Frieden und Gerechtigkeit“. Die Ziele traten 2016 unter dem Namen „Transformation unserer Welt: die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ in Kraft.

    Der Karikaturenwettbewerb und die Wanderausstellung finden im Rahmen des Weltaktionsprogramms „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ statt. Zukunftsfähiges Handeln und Denken sollen hier gefördert werden. Die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg betreut dabei das Förderprogramm „Beispielhafte Projekte für eine Bildung für nachhaltige Entwicklung“.

    27 Karikaturen werden vom 30. Oktober bis 11. Dezember im Zukunftsraum (Rintheimer Straße 46) zu sehen sein. Die Ausstellung ist zu den regulären Öffnungszeiten (Dienstag 14-18 Uhr & Donnerstag 9-18 Uhr) sowie zusätzlich an den Sonntagen 11. und 25. November 15 -18 Uhr kostenfrei zugänglich. Am 30. Oktober um 15 Uhr wir die Ausstellung im Rahmen einer Vernissage eröffnet. Ihr seid herzlich eingeladen!

    Kommt vorbei und macht euch ein Bild von der Situation auf unserer Erde!

    Mehr Informationen zum Jugendprojekt „Der Planet ruft SOS“ findet ihr hier.

  19. Entdeckungstour in der Oststadt – Nachhaltigkeit inklusive!

    Leave a Comment

    Stadtführungen findest du meistens zäh und trocken? Jahreszahlen kannst du dir nicht gut merken? Musst du bei uns auch nicht! Bei dieser Tour rund um Nachhaltigkeit in Karlsruhe zeigt sich das Format Stadtführung mal von einer erfrischend anderen Seite– klingt gut und gibt’s noch dazu in der Oststadt.

    Das Programm haben einige Studierende des Begleitstudiums Nachhaltige Entwicklung am KIT letztes Jahr entwickelt. Unter dem Titel „Nachhaltigkeitsspaziergang“ erklären sie die Highlights der Oststadt mit Fokus auf Grünanlagen, Transformationsprozesse und das Quartier als Teil der nachhaltigen Großstadt Karlsruhe.

    Was erwartet mich dabei?

    Besondere Orte und verschiedenste Nachhaltigkeitskategorien werden vorgestellt. Einige davon kennst du vielleicht, einige noch nicht. Sehen und lernen kann man beim Spaziergang viel! Warst du schon mal in der Containerlandschaft des Perfekt Futur? Weißt du, wie die Grüne Lunge Karlsruhes funktioniert? Wie viele Bienen leben in einem Baumstamm? Was ist das Karlsruher Modell? Unterschiedlichste und teilweise brandaktuelle Themen wie Mobilität, Entrepreneurship, Naturschutz, Gesundheit und friedliches Zusammenleben in unserer Stadt werden an den Stationen besprochen.

    Welche Orte spielen eine Rolle?

    Tatsächlich haben die Studierenden über 100 Spots in Karlsruhe gefunden, die im positiven oder negativen Sinne mit Nachhaltigkeit in Berührung stehen. Manche sprechen gleich mehrere Nachhaltigkeitsziele an. Der Fokus liegt auf der Oststadt, mittendrin in unserem Reallabor. Denn hier treffen alle möglichen Aspekte für ein nachhaltigeres Leben aufeinander. Die interessantesten dieser Orte wurden zu dieser etwas anderen Stadtführung zusammengefügt. Zwischen Zukunftsraum und Otto-Dullenkopf-Park stoppt man dabei etwa auf dem Schlafhofareal, bei den Verkehrsbetrieben Karlsruhe und am Gerwigplatz. Dabei ergeben sich auch immer mal wieder spontane Stops, an denen jeder seine eigenen Erfahrungen einbringen kann. Übrigens ist eine der Stationen auf dem Rundgang auch unser Zukunftsraum – die perfekte Gelegenheit also, mal bei uns reinzuschauen!

    Die Oststadt mal aus einer anderen Perspektive kennenlernen

    Der Spaziergang hat seit seiner Konzeption schon ein paar Mal stattgefunden und ist längst aus den Kinderschuhen rausgewachsen. Man kann ihn entweder beim Veranstalter stattreisen e.V. im Sonderprogramm (nächster Termin: Frühjahr 2019) als Gruppe oder Einzelperson buchen oder (wenn es schneller gehen soll) direkt bei Quartier Zukunft anfragen. Diese besondere Oststadt-Führung ist auch toll für Schulklassen der Mittel- oder Oberstufe geeignet. Annie und Nicolas waren schon bei der Planung des Spaziergangs dabei und führen ihn noch heute. Die beiden Nachhaltigkeitsexperten wohnen selbst in der Oststadt und können bei jedem Rundgang aktuell berichten, was in Bezug auf Nachhaltigkeit im Viertel so läuft.

     Was hat das Quartier Zukunft damit zu tun?

    Der Rundgang entstand in einem Seminar des Begleitstudium Nachhaltige Entwicklung am Zentrum für angewandte Kulturwissenschaften (ZAK), welches vergangenen Sommer wöchentlich bei uns im Zukunftsraum tagte und hat es kurz darauf in das Programm von stattreisen e.V. geschafft. Hast du Lust, teilzunehmen? Dann melde dich gerne hier an. Wenn du Fragen zum Spaziergang hast, melde dich bei uns – wir leiten diese direkt an unsere Experten weiter.

    Neugierig geworden? Wir freuen uns auf dich!

     

  20. Lasst uns über Energie sprechen!

    Leave a Comment

    Wir haben Nachwuchs! Im Sommer 2018 startet ein neues Projekt, das uns die nächsten Jahre begleiten wird. In diesem Blogartikel erfahrt ihr worum es geht, was euch erwartet und wie ihr eure Ideen einbringen könnt!

    Speichertechnologien, regenerative Energien und gekoppelte Energienetze – in Zukunft wird die Welt der Energiesysteme sehr viel komplexer werden. Der Strom in der Steckdose kommt nicht mehr zwingend aus einem Kraftwerk. Werden wir in Zukunft alle zu sogenannten Prosumern, die Strom selbst produzieren und in Smart Homes leben?

    Die Energiewende wird kommen, aber die geplanten Veränderungen werfen so einige Fragen auf. Ein so ambitioniertes und großes Projekt kann nicht ohne Verständnis und Einbeziehung der Bevölkerung klappen. Alle müssen Bescheid wissen, damit wir gemeinsam an einem Strang ziehen können. Genau deswegen soll mit Beteiligung des Quartier Zukunft ein Wissensdialog über die Energiewende starten.

    Dank der Erfahrungen, die wir im Laufe der Jahre in den Reallaboren Quartier Zukunft und Reallabor 131 gesammelt haben, konnten wir dieses neue Projekt gewinnen!

    Herzlich Willkommen „Energietransformation im Dialog“.

    Dieses neue Projekt (kurz „Energiedialog“ genannt) wird zunächst zu einem Teil von Quartier Zukunft und später eine Säule des in den nächsten Jahren entstehenden „Karlsruher Transformationszentrums für nachhaltige Zukünfte“ (kurz KAT) werden, über das wir hier bereits berichtet haben. 30 Monate „Energiedialog“ sind uns sicher. Nach 2 Jahren wird der Erfolg des Projekts untersucht und der Zeitraum – hoffentlich – auf 4 Jahre verlängert.

    Die Ziele, die das Projekt verfolgt sind klar: Wir möchten den Umbau des deutschen Energiesystems der Öffentlichkeit auf neue Weise zugänglich machen und gleichzeitig neue Wege des Mitmachens erschließen. Dafür werden wir den Dialog organisieren, Informationen aufbereiten und bereitstellen und unterschiedliche Akteure zusammenbringen.

    Soweit so gut, aber wie sieht das dann konkret aus?

    Es ist zwar noch nicht alles in Stein gemeißelt, aber ihr dürft euch schon mal auf zahlreiche Info- und Erklärvideos, eine Tour zu nachhaltiger Energie, eine Hand voll Szenario-Workshops, einige transdisziplinäre und transformative Projektseminare, Realexperimente und ein BürgerForum zum Thema nachhaltige Energien freuen. Wichtig ist, dass die Kommunikation keine Einbahnstraße wird. Wir wollen Wissen vermitteln, aber genauso Impulse von euch, von der Gesellschaft, zurück in die Forschung holen und dort fruchtbar machen. So könnte ein Workshop für Haushalte mit geringem Einkommen durchgeführt werden, in dem wir eure Erwartungen und Befürchtungen – bezogen auf die Energiewende – erfahren und Anregungen für Verbesserungen mit euch zusammen herausarbeiten.

    Verschiedene Formate – verschiedene Zielgruppen!

    Mit diesem Projekt weiten wir unsere Zielgruppe über die Grenzen der Oststadt auf ganz Karlsruhe und auch darüber hinaus aus. Es wird Formate geben, die im gesamten deutschsprachigen Raum genutzt werden können. Dennoch wird es auch weiterhin Aktivitäten und Veranstaltungen in Karlsruhe und in der Oststadt geben.

    So divers wie die Formate sind, so divers ist auch die Zielgruppe. Verschiedene Unterprojekte können sowohl die breite Öffentlichkeit als auch spezifische Akteursgruppen wie zum Beispiel Vertreterinnen und Vertreter der Energiewirtschaft oder Industrie adressieren oder Akteure aus der Zivilgesellschaft, Verbraucherverbänden, aber auch Lehrerinnen und Lehrer, Energieberaterinnen und Berater, Studierende, so genannten Early Adopters und, und, und.

    Bleibt das Quartier Zukunft und der Zukunftsraum?

    Heißt das, wir haben uns umorientiert und sind jetzt nicht mehr im Quartier zu finden? Nein, keine Sorge. Wie oben beschrieben – das Projekt Energiedialog wird seinen Platz im Rahmen des Quartier Zukunft finden und soll ab 2020 eine Säule des neu entstehenden KAT bilden. So wird es uns noch mehr Gelegenheit bieten, mit euch, den Bürgerinnen und Bürgern der Oststadt gemeinsam eine nachhaltige Entwicklung und die Energiewende voranzutreiben. Auch der Zukunftsraum wird bleiben und wie gewohnt für Gruppentreffen, Veranstaltungen und Austausch zur Verfügung stehen.

    Wann geht’s los?

    Die Planungen und Vorbereitungen für die vielen Formate beginnen gerade. Im kommenden Jahr 2019 wird einiges davon durchgeführt werden. Bis dahin braucht ihr noch ein bisschen Geduld, aber wir halten euch auf dem Laufenden!

    Bring dich ein!

    Hast du selbst noch eine Idee für ein Projekt oder ein Format, das nicht fehlen darf? Egal ob Einzelperson oder Gruppe, bring dich ein und gestalte mit uns den Energiedialog! Bei Interesse schreib an volker.stelzer@kit.edu.

    Wir freuen uns schon, wenn der Funke überspringt :).

     

  21. Das 1×1 des nachhaltigen Reisens

    Leave a Comment

    Der Sommer kommt mit großen Schritten näher und die Urlaubsplanung steht an. Ein Wochenende lang London besichtigen, im Kurzurlaub auf Mallorca die Sonne genießen oder doch gleich mit der Familie zwei Wochen nach Sydney? Oder gibt es nachhaltigere Alternativen?

    Ob nah, ob fern – aktiv oder entspannt – Strand, Berge oder Partymeile, unsere Möglichkeiten heutzutage sind schier grenzenlos. Wir können innerhalb kürzester Zeit ans andere Ende der Welt fliegen und durch Billigfluganbieter wird das auch immer erschwinglicher. Toll, oder?

    Leider haben der Tourismus und die grenzenlose Mobilität auch ihre Schattenseiten. Emissionen, Umweltverschmutzung, Armut und Ressourcenkonflikte – allein der Flugverkehr ist mit bis zu 10% am menschengemachten Klimawandel beteiligt, unberührte Alpenlandschaft weicht dem Massentourismus und Kreuzfahrtschiffe hinterlassen große Mengen an Schadstoffen in die Ozeane. Wie können wir es besser machen? Was zeichnet ein bewusstes, umweltfreundliches Reisen aus? In den nächsten Abschnitten findet ihr die wichtigsten Tipps, quasi das 1×1 des nachhaltigen Reisens!

    Auf dem Boden bleiben

    Die größten Emissionen entstehen bei der An- und Abreise. Sobald man beim Verkehr auf dem Boden bleibt, muss man nur etwa ¼ der Treibhausgasemissionen auf die eigene Kappe nehmen. Klar, je weiter die zu überwindende Distanz, desto schwerer wird es aufs Flugzeug zu verzichten, aber gerade bei näheren Reisezielen in Europa ist es meist kein Problem mit Auto oder noch besser Bus und Bahn anzureisen. Eine Ausnahme gibt es allerdings: Kreuzfahrtschiffe – auch wenn sie nicht fliegen können, sind ihre Auswirkungen auf die Umwelt enorm.

    Auch nach der Anreise sind öffentliche Verkehrsmittel und das Fahrrad die Transportmittel der Wahl. Auf der Busfahrt mit den regionalen Linien lernt man das Land und das tägliche Leben der Einheimischen auch gleich viel besser kennen.

     „Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah“
    nach Johann Wolfgang von Goethe

    Gebirge, Wälder, Seen, Meer, Festungen, Schlösser und wunderschöne Altstädte – Deutschland und Europa haben so viel mehr zu bieten als wir oft denken. Zu oft kennen wir unser eigenes Land und unsere Nachbarländer weniger als weit entfernte Reiseziele. Da läuft doch etwas schief. Wie wäre es mit einem Natururlaub in Thüringen? Wandern und Mountainbiken in wunderschönen Wäldern, Schwimmen in einem von Bergen umgebenen See und ein Besuch in der zauberhaften Tropfsteinhöhle in Saalfeld. Auch eines von Deutschlands schönsten Naturwundern, das Elbsandsteingebirge, bekommt noch viel zu wenig Beachtung. Noch mehr Ideen für unterschätzte Reiseziele in Deutschland gibt es hier.

    Wenn es dann doch mal weiter weg geht, sollten Entfernung und Reisedauer zusammenpassen. Der Flug auf einen anderen Kontinent soll sich schließlich auch lohnen. Die Amerikareise darf dann gerne mal einige Wochen bis Monate lang sein und voll ausgekostet werden.

    Respektvoll in der Natur

    Bei der Wahl der Aktivitäten im Urlaubsland heißt es dann Angebote kritisch zu hinterfragen. Müssen es wirklich Fun- Sportarten in empfindlichen Landschaften sein? Passt das Angebot zu den klimatischen und landschaftlichen Bedingungen? Zur Kultur des jeweiligen Landes? Golf spielen in der Wüste und Jetski fahren durch Mangrovenwälder sind sicher keine gute Idee.

    Dass man als Tourist wie in der Heimat keinen Müll in der Natur hinterlassen sollte, versteht sich von selbst. Wenn du noch einen Schritt weiter gehen möchtest, besorg dir einen Campingwasserfilter. In vielen Ländern kann man das Wasser nicht wie in Deutschland aus der Leitung trinken, da ist der Filter die Lösung, um nicht auf Plastikflaschen zurückgreifen zu müssen.

    Wasser ist knapp?

    Als Tourist kommt man zudem leicht in Ressourcenkonflikte mit Einheimischen. Gerade dort, wo sie sowieso schon rar sind, können Einheimische unter dem Verbrauch von beispielsweise Süßwasser durch den mächtigeren Tourismus leiden. Langes Duschen und jeden Tag Handtücher und Bettwäsche waschen lassen sind dann nicht angebracht. Auch beim Thema Wohnraum stoßen die Interessen von Tourismus und Bevölkerung aneinander. Durch Vermittlung von Ferienapartments über Online-Plattformen können Vermieter potentiell mehr verdienen als durch eine dauerhafte Vermietung, was in manchen Gegenden Mieter verdrängt und bezahlbare Wohnungen zur Mangelware werden lässtAber nicht alles ist negativ, der Tourismus kann dem Gastgeberland einige Vorteile bringen und eine wichtige Einkommenquelle für die lokale Bevölkerung sein wenn wir den Nachteilen entgegensteuern.  Wie schaffen wir es nun, dass die Einheimischen von unserem Besuch profitieren und wir gleichzeitig einen wunderschönen Urlaub mit tollen Erlebnissen verbringen?

    Lokale Angebote statt All- inclusive

    Alles im Rundum-Sorglos-Paket zu buchen ist einfach, aber langweilig und oft profitieren davon nur große Anbieter statt der lokalen Bevölkerung. Mit Labeln wird versucht, ökologisch und fair handelnde Unterkünfte und Angebote auszuzeichnen und die Entscheidung für bewusst reisende Kunden einfacher zu machen. Statt also im nächstbesten Hotelriesen zu schlafen, halte Ausschau nach privaten Hotels und Herbergen, die entsprechend ausgezeichnet wurden. Oft steckt in den kleineren Unterkünften auch viel mehr Landestypisches und man kann sich von den Besitzern gleich die Insidertipps fürs Abendessen geben lassen. Apropos Essen: Probiere dich durch das landes- bzw. regionstypische Essen, genieße das Essen in kleinen Restaurants vor Ort und ernähre dich regional.

    Wie so oft gibt es natürlich auch hier Ausnahmen und schwarze Schafe. Nicht alles Landestypische ist empfehlenswert und nutzt der Bevölkerung und der Natur. So sollte das Urlaubsvergnügen beispielsweise nicht auf dem Rücken von Elefanten stattfinden. Um die gutmütigen Dickhäuter dennoch kennenzulernen, kann man in einem Schutzzentrum Zeit mit ihnen verbringen.

    Du willst mehr wissen?

    Puh…Das waren jetzt doch so einige Punkte, die man beachten sollte. Glücklicherweise bringt uns in vielen Fällen eine kritische Betrachtung der Angebote schon um einiges weiter. Falls du immer noch nicht genug hast oder dein Wissen an der ein oder anderen Stelle vertiefen möchtest, schau mal bei fairunterwegs.org vorbei. Die Plattform bringt ein bisschen Licht in den Dschungel aus Anbietern und Informationen.

    Falls dich vor allem das Thema Mobilität interessiert und du dich sowohl im Alltag als auch im Urlaub nachhaltiger fortbewegen möchtest, schau mal in die Broschüre „Nachhaltig bewegen und reisen“ der Nachhaltigkeitsstrategie Baden-Württemberg. Sie kann hier kostenlos heruntergeladen werden.

    Wenn du Lust bekommen hast, erstmal deine Heimatstadt besser kennenzulernen, können wir auch das Angebot von stattreisen empfehlen. Auch in Karlsruhe gibt es eine Gruppe mit einem vielfältigen Angebot.

    Wohin auch immer deine nächste Reise gehen wird, wir wünschen dir auf jeden Fall viel Spaß und tolle Erlebnisse!

  22. Einladung zu unserem Sommerfest – Sommer, Sonne & Karlsruher Hitze!

    Leave a Comment

    Der Sommer ist in Karlsruhe angekommen und wir wollen diese schöne warme Zeit gemeinsam mit euch hochleben lassen. Im Juni wollen wir auf die vielen tollen Momente im Quartier zurückblicken, uns auf alles, was in diesem Jahr noch passieren wird freuen und den Sommer begrüßen. Was passt da besser als ein entspanntes Sommerfest mit Grill und allem, was dazu gehört? Kommt dazu und wir haben allen Grund zum Feiern! 

    Deswegen laden wir euch alle am 21. Juni ab 18:30 Uhr zum Sommerfest vor den Zukunftsraum ein. Es wird geschlemmt, beisammen gesessen,geplaudert und gespielt. Es bietet eine schöne Gelengenheit wieder einmal zusammen zu kommen, die Gemeinschaft zu stärken und gemeinsam dem Alltagstress ein Schnippchen zu schlagen.

    Ganz im Sinne eines entspannten Grillfestes, soll es auch hier ganz einfach & unkompliziert zugehen: Jede/r bringt was er/sie essen und trinken möchte und noch etwas für alle. Denn wir teilen so gerne! Salate, Brot, Nachtisch, oder was auch immer dir Tolles einfällt.

    Bei Schlechtwetter wird im Zukunftsraum gefeiert.

    Grill, Teller und Besteck, Sitzgelegenheiten, Musik und die Tischtennisplatte stehen für euch bereit! Auch für Wasser und selbstgemachte Limonade ist gesorgt.

    Feiert mit uns, wir freuen uns auf euch und eure Lieben!

     

    Poster Sommerfest als pdf

     

     

     

  23. Spielend Nachhaltigkeit verstehen

    Leave a Comment

    Nachhaltigkeit – kaum ein Begriff unserer Zeit klingt so simpel und ist doch so komplex. Definitionen werden gehört und in Sekundenschnelle wieder vergessen. Zudem können sie oft kaum ein Gefühl für das Thema geben. Wie kann dieses komplexe Zusammenspiel der unterschiedlichen Bereiche und die teilweise nur langfristig spürbaren Auswirkungen der (eigenen) Entscheidungen erfahrbar gemacht werden? Etwas anderes muss her und Nachhaltigkeit mit Spaß aktiv vermitteln – klingt ganz nach einem Spiel, oder? Jeder von uns hat es bereits am eigenen Leib (oder Gedächtnis) erfahren – was spannend ist, Neugierde weckt und selbst erlebt wurde, kann man sich einfach besser merken.

    Wer unsere Aktivitäten schon länger verfolgt, hat bemerkt, dass diese Idee nicht neu ist. Im Frühling 2017 fand der erste Nachhaltigkeitsspieleabend im Zukunftsraum statt. Das Format ist inzwischen etabliert – aktuell findet etwa alle 3 Monate ein Spielabend zu unterschiedlichen Nachhaltigkeitsthemen statt. Zeit sich dem nächsten Schritt zu widmen: ein selbst entwickeltes Spiel!

    Seit einiger Zeit tüfteln wir nun fleißig an einem Brettspiel für Spielfans ab etwa 12 Jahren. Wenn die Entwicklung abgeschlossen ist, wollen wir das Spiel an Schulen anbieten, aber auch Kinder, Jugendliche und Erwachsene in den Zukunftsraum einladen und mit ihnen das Spiel spielen. So wollen wir das Zusammenspiel einzelner Entscheidungen für oder gegen nachhaltiges Handeln spielerisch erfahrbar machen.

    Foto: Nils Gensert

    Worum gehts? Nun aber direkt ins Spiel!

    Stell dir dieses Szenario vor: Die Zeit in der CO2 nur ein Gas war, das half das Klima zu regulieren, liegt lange zurück. Seit der Industrialisierung und mit wachsender Weltbevölkerung wird es zunehmend zum Problem. Jede individuelle Entscheidung hat einen Einfluss auf das Klima – und jeder entscheidet nach seinen ganz eigenen Interessen, Bedürfnissen und Wünschen.

    Die Spielerinnen und Spieler leben in einer globalen Welt in der jeder gleich ist, unabhängig von Geschlecht, Nationalität, Alter, usw. Auch ist kein bestimmtes Klima oder eine bestimmte Umgebung mit entsprechenden Ressourcen vorgegeben. Unterschiede zwischen den Menschen hinsichtlich ihrer Persönlichkeit gibt es aber, wie auch im echten Leben.Die Spielerinnen und Spieler schlüpfen daher in Persönlichkeitsrollen und bekommen eine Mission, die sie im Spielverlauf verfolgen müssen. Die Rollen reichen vom Konservativen über den Geldgierigen und den trendigen Poser bis zum umweltbewussten Hipster. Diese unterschiedlichen Charaktere machen sich dann gemeinsam auf den Weg gegen die steigenden CO2 Emissionen anzukämpfen. Sie erleben dabei verschiedene Herausforderungen, Alltagssituationen und unerwarteten Ereignisse, sowohl auf globaler als auch auf lokaler Ebene.

    Runde um Runde auf dem Weg zum stabilen Klima

    Jede Runde kommen neue Entscheidungen auf die Spielerinnen und Spieler zu, manche haben starke, direkte Folgen, mache Folgen sind erst nach einiger Zeit spürbar. Die Entscheidungen beeinflussen sowohl die Handlungsfähigkeit einzelner als auch das Klima des Planeten, den sich alle Mitspielenden teilen. Mit zunehmender Dringlichkeit und Spürbarkeit des Problems, kann sich auch die Einstellung der Persönlichkeiten im Spielverlauf wandeln.

    Das gemeinsame Ziel der Spielerinnen und Spieler ist es den CO2 Gehalt in der Atmosphäre über eine bestimmte Dauer konstant zu halten. Alle haben zusätzlich noch ein eigenes Ziel – passend zu der Persönlichkeitsrolle – mit dem das Spiel gewonnen werden kann.

    Der erste Testlauf –  mit provisorischen Spielkarten und Fahrradschloss als CO2 Zähler

    Lust das Spiel zu testen?

    In den nächsten Wochen werden wir die ersten Testläufe starten und das Spiel dabei kontinierlich weiter verbessern. Hast du auch Lust den Prototyp unseres Spiels zu testen? Dann melde dich unter jasmina.pislevikj@kit.edu, wir teilen dir dann die nächsten möglichen Spieltermine mit! Zudem findet am 10. Juni von 15-17 Uhr unser Spielenachmittag für Groß und Klein  im Zukunftsraum statt, bei dem erstmals auch unser neu entwickeltes Spiel vertreten sein wird. Natürlich dürfen wie immer gerne noch eigene Spiele mitgebracht werden. Wir freuen uns auf euch!

     

  24. Das Reallabor Symposium in Karlsruhe – Rückblick & Ausblick der Reallabor-Forschung in BaWü

    Leave a Comment

    Am 27. April 2018 ist es soweit: Die Baden-Württembergischen Reallabore (BaWü-Labs), gefördert vom Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg sind in Karlsruhe zu Gast um ihre Ergebnisse zu präsentieren, Erfahrungen zu diskutieren und das Format Reallabor für die Zukunft weiterzuentwickeln. Organisiert wird das Symposium vom Wissenschaftsministerium, wir unterstützten dabei als Kooperationspartner vor Ort. Alle sind herzlich dazu eingeladen am Symposium im Bürgerzentrum der Karlsruher Südstadt (Südwerk) kostenlos teilzunehmen, sich über das Erreichte der letzten 3 Jahre zu informieren und mit den Forschenden aus Wissenschaft und Praxis ins Gespräch zu kommen.

    Die Reallaborforschung hat die Besonderheit, dass sie die Kooperationen der Wissenschaft mit Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen und der Politik überdurchschnittlich stark in den Mittelpunkt rückt. Diese Akteure treiben dann gemeinsam mit dem Reallabor eine nachhaltige Entwicklung in verschiedenen Themenfeldern voran. Auf dem Symposium könnt ihr euch unter anderem zu den Themen nachhaltige Mobilität, Stadtforschung und Urbanität, Energieeffizienz und Mehrfachnutzung von Gebäuden, Energiewende, Naturschutz, Bildung und Soziales, Migration und demographische Entwicklung informieren.

    Die Bandbreite der Formate reicht von informativen Vorträgen bis hin zu interaktiven und experimentelleren Angeboten. Bevor das Hauptprogramm im Südwerk beginnt, gibt es um halb elf einen Nachhaltigkeitsspaziergang in Karlsruhe (bitte bei der Anmeldung angeben, ob du teilnehmen willst).  In der Keynote des Tages geht Prof. Dr. Lucia Reisch (Zeppelin Universität) der Frage nach, inwiefern Reallabore einen „Motor der Weiterentwicklung einer nachhaltigkeitsbezogenen Transformationsforschung und –Praxis“ darstellen. Später kannst du dich auf der BaWü-Lab Messe mit den Forschenden direkt austauschen und deine Fragen loswerden. Natürlich werden auch wir dort vertreten sein.

    Nach weiteren fachlichen Inputs, kann sich jeder in der Fishbowl-Podiumsdiskussion selbst einbringen, wenn die Frage „Reallaborforschung: Wohin gehst Du?“ zwischen den Vertreterinnen und Vertretern der Reallabore, Praxisakteuren, Ministerin Theresia Bauer, Dr. Eugen Huthmacher (BMBF) und Prof. Armin Grunwald (ITAS) diskutiert wird. Ein festliches Buffet und ein kulturelles  Abendprogramm, unter anderem mit künstlerischem Bühnenprogramm und der Möglichkeit zu Tanzen, runden den Tag ab.

    Hier noch ein kurzer Überblick über den Zeitplan, das detaillierte Programm als PDF gibt’s hier.

     

    Dein Interesse ist geweckt? Melde dich gleich unter www.reallabore-bw.de an und wir sehen uns am 27. April!

     

  25. Weniger ist mehr – der Frühjahrsputz: Möglichkeit der Befreiung von Unnötigem

    1 Comment

    Es ist Frühling. Draußen beginnen die Knospen zu sprießen, die Natur erwacht wieder. Nicht ohne Grund wird dieser Schwung des Wandels von so vielen Menschen genutzt, um auch der Wohnung neuen Charme einzuhauchen. Lasst uns den Frühjahrsputz nutzen, um Ungeliebtes auszusortieren und wieder Raum in den eigenen vier Wänden zu gewinnen. Liegen bei dir auch zu viele Dinge ungenutzt herum und nehmen den sowieso schon knappen Platz weg?

    Aus den ungenutzten Dingen resultiert oft ein Platzproblem, zudem schlummern die Ressourcen und der hineingesteckte Energieaufwand einfach im Regal. Da diese Ressourcen bereits verbraucht wurden um das Produkt zu erzeugen, ist es umso wichtiger darauf zu achten was nach dem Aussortieren mit den Dingen geschieht. Häufig landen sie im Müll, beim Sperrmüll oder werden in den nächstbesten Altkleidercontainer geworfen. Das geht besser! Was jemand doppelt besitzt oder schlicht nicht nutzt, benötigt jemand anderes möglicherweise gerade umso mehr. Der mit neuen Anschaffungen verbundene Energie- und Ressourcenverbrauch kann durch einen Tausch einfach vermieden werden. Allein die Herstellung einer Zeitung verbraucht fast so viel Energie wie eine Person am Tag im Haushalt.

    Aussortiert… und jetzt?

    Aber wie schaffen wir es nun, dass all die ungenutzten Staubfänger wieder neue glückliche Besitzerinnen und Besitzer finden? Einige Alternativen möchten wir euch in den nächsten Abschnitten vorstellen. Mit ihnen könnt ihr mit wenig Aufwand Dinge nachhaltiger loswerden und dabei anderen eine Freude machen.

    Mach dir zunächst Gedanken, ob du die Dinge verkaufen oder verschenken möchtest. Aus unserer Erfahrung können wir sagen, dass man auf den Verkauf selbst bei kleinsten Preisen oft lange wartet, wohingegen die meisten Dinge beim Verschenken sofort Abnehmer finden. Verschenken kann man gut auf Plattformen (z.B ebay Kleinanzeigen, quoka) oder auf Social Media (z.B Facebookgruppen). Diese Möglichkeiten eignen sich besonders, wenn es sich nur um wenige oder sperrige Teile handelt. Bei mehreren Dingen lohnt sich auch der Weg in den nächsten Second Hand Shop. Hier sind Sachspenden immer gern gesehen. In Karlsruhe gibt es zum Beispiel die Second Hand Läden der Diakonie oder den Oxfam Shop.

    Der Kleiderschrank quillt über

    Ein großer Punkt auf der Liste von allen Aussortierenden: der Kleiderschrank. Nicht selten haben wir einen ganzen Schrank voll „Nichts zum Anziehen“. Wir nutzen ja doch meist immer dieselben Lieblingsteile. Wenn du mit den selten getragenen Dingen nicht nur anderen eine Freude machen, sondern auch selbst in entspannter Atmosphäre neue Lieblingsteile entdecken möchtest, komm doch mal zu einer Kleidertauschparty. Bei uns im Zukunftsraum findet die nächste am 09. Juni von 15 bis 18 Uhr statt. Das dauert dir zu lange oder du hast an dem Tag keine Zeit? Organisiere einfach deine eigene Party und lade einige FreundInnen und Bekannte dazu ein. Wenn du die Teile verkaufen möchtest, bietet sich auch die Plattform Kleiderkreisel an.

    Wohin mit dem alten Sessel?

    Möbel sind auch so eine Sache für sich. Sie sind sperrig und nicht jeder hat ein Auto, auf das er spontan zurückgreifen kann. Schon deswegen hat sich die Weitergabe über Facebookgruppen oder ebay Kleinanzeigen bewährt. Meist werden die Möbelstücke innerhalb weniger Tage abgeholt. Und was ist schöner als es den glücklichen neuen Besitzern selbst zu überreichen? Auch das Möbellager der Ar­beits­för­de­rungs­be­triebe kommt im Karlsruher Stadtgebiet nach Absprache kostenlos vorbei und holt Spenden ab. Falls die Teile dann wirklich gar niemand mehr möchte, kann man einmal im Jahr kostenfrei einen Sperrmülltermin vereinbaren. Falls man sich an Möbelstücken einfach nur sattgesehen hat oder sie nicht in das neue Farbkonzept hineinpassen, ist auch der Gedanke an eine Umgestaltung bzw. Upcycling nicht verkehrt. Inspiration dafür findet man zum Beispiel hier.

    Bücher, Bücher, Bücher…

    Bücher schaffen oft eine wohnliche Atmosphäre. Wenn man zu viele hat sieht das Bücherregal aber schnell vollgestopft aus. Zudem werden die meisten Bücher nicht mehr als einmal gelesen. Vielleicht liegen auch noch Bücher im Schrank, die man mal geschenkt bekommen, aber noch nie angeschaut hat. Zum Glück gibt es auch hier Abhilfe. Neben den schon angesprochenen Second Hand Läden kann man gerade bei aktuellen, gut erhaltenen Büchern auch Büchereien ansprechen und fragen, ob Bedarf besteht. Zudem gibt es an vielen öffentlichen Plätzen Bücherschränke in die man die Bücher einfach reinstellen kann. Seit letztem Jahr gibt es auch einen Bücherschrank ganz in der Nähe unseres Zukunftsraums neben dem Gerwigbrunnen in der Humboldtstraße Ecke Gerwigstraße. Eine Standortliste aller öffentlichen Bücherschränke in Karlsruhe befindet ihr hier.

    Im Vorratsschrank ist kein Platz mehr

    Auch der Vorratsschrank ist häufig ein Platz mit „zu viel des Guten“. Gerade das, was sich lange hält, hält sich dann auch oft lange am gleichen Ort und wird vergessen. Hier hat es sich bewährt die Dinge, die schon länger hinten stehen  aktiv zu verwerten und die Gerichte daran anzupassen. Rezepte findet man dafür zum Beispiel hier. Wenn etwas doch nicht ganz euer Fall ist, könnt ihr Freunde oder Kolleginnen oder Kollegen fragen oder die Sachen auf der Plattform foodsharing.de oder in entsprechenden Facebook Gruppen weitergeben.

    Wir hoffen, ihr habt nun ein paar neue Anregungen und Motivation zum Ausmisten bekommen! Und nachdem alles durchsortiert und einiges verschenkt/verkauft/getauscht wurde tut natürlich auch der Wohnung eine Komplettreinigung mal wieder richtig gut.Putz- und Waschmittel sind allerdings meist die größten Chemiekeulen im Haushalt und der Umwelt und der eigenen Gesundheit so gar nicht zuträglich – auch hier geht es nachhaltiger. Tolle Alternativen zum Selbermachen und für wenig Geld findest du online, etwa unter smarticular.net.

     

  26. Brauchen wir noch Vorbilder? – Was bewirkt Kleidertausch, Reparaturcafé & Co eigentlich?

    Leave a Comment

    Seit ungefähr eineinhalb Jahren finden im Rahmen des KonsumCafés verschiedene Veranstaltungen im Zukunftsraum statt. Das neue Jahr ist ein guter Zeitpunkt um ein erstes Zwischenresümee zu ziehen. Haben die Veranstaltungen eine nachhaltige Wirkung? Wie motivierend wirken die Veranstaltungen? Und werden wir wirklich dazu motiviert uns mit unserem Konsum auseinanderzusetzen?

    Ein Beitrag von Valentin Erlenbach

    Im Rahmen des Konsumcafés veranstaltet das Quartier Zukunft verschiedene Formate, wie beispielsweise die regelmäßig stattfindenden „Kleidertausch-Partys“, die jährliche „Pflanzentauschbörse“, oder auch Vorträge zu verschiedenen Konsumthemen. Im Zuge eines forschungsorientierten Projektes an der PH Karlsruhe habe ich mich mit dem Einfluss der Veranstaltungen auf das Konsumverhalten und das Umweltbewusstsein der TeilnehmerInnen beschäftigt. Besonders reizvoll dabei war, dass die Angebote des Konsumcafés das Handeln in den Vordergrund stellen.

    Warum ist gerade das interessant? Vom Wissen zum Handeln

    Um das am besten erklären zu können, hier eine kleine Aufgabe: Versuche folgende Aussagen für dich selbst mit „JA oder NEIN“ zu beantworten.

    Lebensmittel regional und bio einkaufen ist umweltschonend 

    Ich kaufe Lebensmittel ausschließlich regional und bio ein.

    Rauchen ist gesundheitsgefährdend

    Ich rauche nie bzw. habe nie geraucht.


    Die wenigsten werden alle Aussagen mit „JA“ beantwortet haben. Meist stimmt man der ersten Aussage zu. Es geht um das Wissen. Wenn wir allerdings versuchen die zweite Aussage für uns zu beantworten, stimmt diese oft nicht mit der Antwort der ersten Aussage überein. Man könnte jetzt argumentieren, dass das Handeln, welches in der jeweils zweiten Aussage behandelt wird, durch andere Faktoren wie beispielsweise Kosten (Bio-Lebensmittel) oder die Verfügbarkeit beeinflusst wird und hätte damit natürlich auch recht. Jedoch ist der Hauptfaktor, der das Handeln beeinflusst, meistens die Bequemlichkeit beziehungsweise die Gewohnheit etwas auf eine bestimmte Art und Weise zu tun.

    Das heißt, wir wissen oft, dass etwas gut oder schlecht für uns (oder die Umwelt) ist, handeln aber trotzdem gegensätzlich. Diese Kluft zwischen Wissen und Handeln ist ein großes Thema im Bereich der Nachhaltigkeitsforschung und stellt viele vor die Frage: Wie können Menschen erreicht werden, damit sich nicht nur das Wissen, sondern auch das Handeln ändert? Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und ändert, einmal an ein Handlungsmuster gewohnt, nur sehr ungern dieses Verhalten. Um unser Handeln wirklich ändern zu können, müssen wir es auch wirklich wollen. Und dazu brauchen wir einen Anreiz, der uns motiviert.

    Was hat das mit dem Konsumcafé zu tun?

    Nehmen wir das Beispiel Kleidertausch. Bei den Kleidertausch-Partys haben die BesucherInnen die Möglichkeit, zwischen all der Kleidung auch interessante Informationen über die Herstellung der Textilien zu erfahren, wobei aber die Jagd nach weiteren Schnäppchen und einem Schwatz bei Kaffee und Kuchen bei vielen im Vordergrund steht. Und das ist gut so! Denn gemeinsames Handeln und Spaß haben motiviert und kann dazu beitragen neue Verhaltensmuster auszuprägen.


    Das Quartier Zukunft versucht durch die Angebote des Konsumcafés nicht nur einen bewussteren Umgang mit Konsumgütern zu fördern, sondern auch an Kulturtechniken wie Tausch und Reparatur zu erinnern. Gerade Veranstaltungen wie die Kleidertausch-Partys oder auch das thematisch ähnlich ausgerichtete Reparaturcafé des Reparaturcafé Karlsruhe e.V., leben die Tausch- und Reparaturkultur in einem ansprechenden Rahmen vor und laden nebenbei zu sozialen Austausch ein.

    In meinem Projekt habe ich untersucht, inwieweit die Veranstaltungen wirklich zu einer Verhaltensänderung der BesucherInnen beitragen. Mit Hilfe einer Online-Umfrage – wurde der Einfluss der Konsumcafé Angebote, auf die Motivation umweltschonend und sozial gerecht zu Handeln und das Konsumverhalten zu ändern untersucht.

    Was kam heraus? Erste Ergebnisse:

    Fast alle, die an einer Veranstaltung des Konsumcafés teilgenommen haben, fühlten sich durch die Angebote motiviert nachhaltiger und bewusster zu konsumieren, sowie das Prinzip SecondHand, Tauschen und Reparieren auch in anderen Lebensbereichen anzuwenden. Außerdem stieg mit zunehmender Teilnahme an Kleidertauschpartys, die Bereitschaft, Kleidung selbst SecondHand weiterzugeben.

    Wie beeinflussen die Veranstaltungen (VA) unser Handeln in Bezug auf die Weitergabe von Kleidung. Vergleich von Umfrageteilnehmenden mit I: Keinen VA; II: Wenigen VA; III: Vielen VA

    Die Umfrage zeigte auch, dass sich die meisten über die Folgen ihres Konsums bewusst sind und vor allem ein umweltschonender, aber auch sozial gerechter Konsum angestrebt wird. Allerdings wird das Bewusstsein für den Einfluss des eigenen Konsums auf andere Faktoren (wie etwa Natur und Umwelt) nach Aussage der Teilnehmenden nur gering erweitert. Die Motivation sich intensiver mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen wurde durch die Teilnahme ebenfalls nur gering gestärkt. Wo wir wieder beim Konflikt von Wissen vs. Handeln wären.

    Einschätzung des eigenen Konsumverhaltens der Umfrageteilnehmer mit unterschiedlicher Anzahl an Veranstaltungsbesuchen (VA= Veranstaltungen des Konsumcafés). Einfluss des Konsums auf I: Natur und Umwelt; II: Menschen, die direkt an der Produktherstellung in Entwicklungsländern beteiligt sind; III: Andere Verbraucher in Deutschland. Bewertungsskala von 1=stimme gar nicht zu; 5=stimme voll zu.

    Heißt das, Wissen ist für nachhaltiges Handeln gar nicht notwendig?

    Doch ist es. Zwar können wir ausschließlich bio und regional einkaufen, nur SecondHand Kleidung tragen und auch sonst so wenig Einfluss auf unsere Mitwelt haben wie möglich, ohne diese Einstellungen zu hinterfragen. Wirklich sinnvoll nachhaltig zu handeln bedeutet aber uns selbst zu reflektieren und uns unseren eigenen Einfluss bewusst zu machen, Wissen nicht nur anzuwenden, sondern auch zu übertragen und schließlich weitergeben zu können. Denn was bringt uns ein starres nachhaltiges Handeln, in einer Zeit in der sich alles ständig verändert und bestehende Systeme überdacht und transformiert werden sollen?

    Ein erfahrungsbasiertes Wissen, das nicht darauf aus ist irgendwelche Fakten über Umweltthemen auswendig zu lernen, sondern aus Erfahrungen Erkenntnisse zu gewinnen und diese auf andere Dinge zu übertragen, ist also genauso wichtig wie das Handeln an sich.

    Das Quartier Zukunft bietet mit dem Konsumcafé eine fruchtbare Plattform für Menschen, die sich mehr mit dem Thema „Nachhaltiger Konsum“ auseinandersetzen wollen. Das gemeinsame Handeln bzw. das „Vorgelebt bekommen“ motiviert selbst die Initiative zu ergreifen, Mitstreiter zu finden und sich dem Thema weiter anzunähern. Außerdem kann das Erleben des eigenen Einflusses, sowie der soziale Austausch dazu beitragen neue Verhaltensmuster zu bilden und erfahrungsbasiertes Wissen weiterzuentwickeln.

    Wenn du noch mehr zu den Ergebnissen und zum Thema „Nachhaltiger Konsum“ erfahren möchtest, dann komm doch am Donnerstag, 15. Februar um 18 Uhr in den Zukunftsraum (Rintheimer Straße 46, 76131 Karlsruhe). Dort stellt Valentin Erlenbach seine Ergebnisse vor und beantwortet gerne Fragen zu seinem Projekt. Außerdem wird im Anschluss der Film „The true cost. Der Preis der Mode“ gezeigt. Der Eintritt ist frei.

    Plakat Konsumcafé_15.02

     

    Lesetipps:

    Ich bin so „frei“ – warum Konsumgewohnheiten so schwer zu überwinden sind von Sarah Bloesy und Lukas Nalbach

    Wolfgang Ullrich: Alles nur Konsum. Kritik der Warenästhetischen Erziehung. Wagenbach, Berlin 2013

  27. Tolle Neuigkeiten: Das Reallabor wird ausgebaut!

    Leave a Comment

    Vom Wissen zum Handeln: Unter diesem Motto ist in den letzten Jahren in der Oststadt mit Unterstützung des Reallabors Quartier Zukunft und R131 viel passiert.

    Auch der Zukunftsraum hat sich inzwischen zu einem Fixpunkt in der Oststadt entwickelt. Leider sah es zunächst so aus, als ob unsere Förderung zum Jahresende hin ausliefe. Wie einige von euch wissen, haben wir daher Folgeanträge geschrieben und Ideen gesammelt bis uns die Köpfe rauchten. Ende 2017 hieß es dann fürs erste: aufatmen! Mit der Anschlussforderung des KIT-Präsidiums war das Fortbestehen des Projekts für 2018 seit September letzten Jahres zumindest in abgespeckter Form gesichert (wir berichteten in unserem Herbstnewsletter). Umso mehr freuen wir uns nun, weitere gute Nachrichten ankündigen zu können: das Ministerium für Wissenschaft und Kunst (MWK) des Landes Baden-Württemberg hat dem Reallabor für die nächsten zwei Jahre ebenfalls eine Anschlussfinanzierung zugesagt.

    Nun geht es darum, die Zukunft des Reallabors zu planen. Unser großer Wunsch ist es, das Projekt zu verstetigen, um auch in Zukunft ein verlässlicher, kontinuierlicher Ansprechpartner für die nachhaltige Entwicklung der Oststadt und auch ganz Karlsruhes zu sein. Daher wollen wir die nächsten zwei Jahre nutzen, um aufbauend auf das aktuelle Projekt das „Karlsruher Transformationszentrum für nachhaltige Zukünfte und Kulturwandel“ (kurz: KAT) entstehen zu lassen. Damit soll langfristig der Kulturwandel zu mehr Nachhaltigkeit und der damit verbundene technische, soziale und institutionelle Umbau unserer Gesellschaft unterstützt werden. Für uns ist das ein großer Meilenstein. Zudem ist es auch ein wichtiges Signal dafür, dass die Arbeit im Reallabor, gemeinsam mit und direkt in der Gesellschaft vor allem eines braucht: Zeit. „Sollen Reallabore ihr wissenschaftliches und transformatorisches Potenzial entfalten, kommt es essenziell darauf an, sie langfristig auszurichten und zu institutionalisieren. Diese Herausforderung möchten wir mit dem KAT nun angehen“, meint dazu auch Projektleiter Oliver Parodi.

    Im kommenden Jahr werden nun also die Arbeiten in der Oststadt weitergeführt während zeitgleich mit dem Aufbau des KAT begonnen wird. Mit der Entstehung des Transformationszentrums wollen wir unser Aufgabenspektrum ausbauen: Bildung, Beratung sowie transdisziplinäre Grundlagenforschung sollen das Portfolio des bestehenden Reallabors ergänzen. Erkenntnisse zum Thema „Reallabor“, die wir in den letzten Jahren gesammelt haben, können wir dabei nutzen und weiterentwickeln, um die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Gesellschaft noch enger zu verschränken. In diesem ergebnisoffenen Prozess entsteht Wissen, das in der Praxis etwas bewirkt. Unsere Vision ist es, mit dem KAT einen lokal, national und international wirksamen und sichtbaren Motor für Nachhaltige Entwicklung zu erarbeiten.

    Ihr als BewohnerInnen des Quartiers bildet dabei nach wie vor den wichtigsten Teil unserer gemeinsamen Arbeit. Wir freuen uns, dass mit dieser Förderung nun eine Zukunft gesichert ist, in der wir weiterhin Hand in Hand einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung leisten können. Natürlich halten wir euch auch weiterhin über die Entwicklungen im Reallabor auf dem Laufenden.

    Pressemittelung des KIT

  28. Kleine Schritte, große Wirkung: Mit grünen Vorsätzen ins neue Jahr

    Leave a Comment

    Mehr Sport machen, auf eine gesündere Ernährung achten, mit dem Rauchen aufhören – Wer kennt sie nicht, die Neujahrsvorsätze? Als Metapher für das neue Jahr sehen wir oft ein neues Kapitel, leere Seiten, die darauf warten beschrieben zu werden. Typische Vorsätze fürs neue Jahr sind dann meist Dinge, die wir sowieso schon lange vor uns herschieben und jetzt endlich beginnen wollen. Trotzdem schaffen wir es oft nicht sie einzuhalten – Zu schnell verschwindet die Motivation, zu stark ist die Umstellung. Wie wäre es in diesem Jahr deshalb mal mit einfachen und zugleich nachhaltigen Neujahrvorsätzen, die Ihr mit unseren Tipps problemlos in den Alltag integrieren könnt?

    Um nachhaltig und bewusst zu Leben musst du kein Ökofreak oder leidenschaftlicher Weltverbesserer sein. Du brauchst auch keine Unmengen an Geld ausgeben. Oft reichen schon ein paar kleine Umstellungen routinierter Angewohnheiten um nicht nur dir selbst sondern auch der Umwelt etwas Gutes zu tun.

    1) Weniger Plastikmüll produzieren

    Obwohl Plastik noch ein recht junges Phänomen ist wird es zu einem zunehmenden Problem für den Planeten. Zahlreiche Verarbeitungsmöglichkeiten und vor allem die Langlebigkeit von Kunststoffen führten zu einem regelrechten Plastikhype, den wir heute kaum noch bewältigen können. Im Juli letzten Jahres wurde eine Studie veröffentlicht, die zeigt wie verheerend die Situation mittlerweile ist. Ca. 8,3 Milliarden Tonnen Plastik wurden nach einer Hochrechnung bisher weltweit produziert. Das meiste davon landet auf Deponien oder schwimmt mittlerweile in unseren Weltmeeren. Genau deshalb ist es wichtig über den eigenen Verbrauch von Plastik nachzudenken! Dabei fällt auf: Schon durch kleine Veränderungen kann ich weniger Plastikmüll produzieren und so selbst einen Teil zur Bewältigung des Müllproblems beitragen.

    Stoffbeutel statt Plastiktüte: Spart nicht nur Plastik sondern auch Geld. Das gilt auch für den Obst- und Gemüsekauf im Supermarkt. Obst- und Gemüse Zuhause einfach gut abwaschen oder direkt eigene Tüten zum Verstauen mitnehmen. Unser Tipp: Der kleine Wäschesack von Zuhause eignet sich super als Plastiktütenersatz

    Leitungswasser statt Wasser aus der Plastikflasche: Nirgendwo sonst ist das Trinkwasser aus der Leitung so strengen Vorschriften unterzogen wie hier in Deutschland. Es ist also nicht nur zum Abspülen geeignet, sondern auch zum Durstlöschen! Wer nicht auf Kohlensäure verzichten will, kann sich einen Wassersprudler zulegen.

    Eigener Thermobecher statt ToGo Becher: Den könnt Ihr beim Bäcker befüllen lassen. So bleibt der Kaffee außerdem länger warm.

    Stückseife statt Flüssigseife: So spart ihr euch den Plastikbehälter. Zum Aufbewahren Seifenschalen aus Kermaik oder Porzellan benutzen.

    Direkt vor der Tür: In Karlsruhe und Ettlingen gibt es unverpackt Läden in denen Ihr direkt ganz ohne Verpackungen einkaufen könnt.

    Lesetipps: Das Buch Besser leben ohne Plastik und der dazugehörige Blog. Ebenfalls lesenswert: Zero waste – Weniger Müll ist das neue Grün und der dazugehöroge Blog.

    2) Weniger Lebensmittel wegwerfen 

    Schon bei der Ernte werden Unmengen an Lebensmitteln aussortiert, weil Sie nicht der Norm entsprechen. Viele Waren sind langen Transportwegen ausgesetzt, was dazu führt, dass auch hier viel im Müll landet. Hat etwas braune Stellen oder ein welkes Blatt findet es keine Käufer mehr und sind Mindesthaltbarkeitsdaten einmal überschritten landet vieles, was noch gut ist in den Abfallcontainern. Auch bei uns Endverbrauchern landet vieles im Müll. Mit unseren Tipps könnt ihr das einschränken und der extremen Lebensmittelverschwendung entgegentreten.

    Essenplan machen und Einkaufsliste schreiben: Alles fängt damit an, dass Ihr wirklich nur das kauft, was Ihr auch (ver)braucht. Damit am Ende nichts im Müll landet könnt Ihr euch zum Beispiel einen Essensplan für die Woche gestalten und mit dem dazugehörigen Einkaufszettel losziehen.

    Saisonal und regional einkaufen: Es müssen nicht unbedingt Erdbeeren im Winter oder exotische Früchte mit langen Lieferwegen sein. Auch unsere Region hat viel zu bieten! Hier findet Ihr z.B. einen praktischen Saisonkalender zum runterladen.  Noch besser: Möglichst direkt beim Erzeuger einkaufen und so die heimische Landwirtschaft unterstützen. Auf dem Markt könnt Ihr euch mit den Verkäufern direkt über saisonales Obst und Gemüse austauschen. Wer es lieber gemütlich hat kann es sich direkt vom Erzeuger nachhause liefern lassen, zum Beispiel mit einer Biokiste. Alternativ gibt es in Karlsruhe auch eine Foodcoop, die Ihre Produkte regional auf biologischem Anbau bezieht.

    Nicht nur makelloses Obst und Gemüse kaufen: Mut zur Hässlichkeit ist das Motto, denn auch die krumme Karotte schmeckt! Die meisten Menschen greifen dennoch zum formschönen Gemüse – was übrig bleibt landet im Müll.

    Reste aufbewahren und wiederverwerten: Was beim Essen übrig bleibt kann kühl gelagert auch einige Tage später noch gegessen werden. Vieles kann auch eingefroren werden und dient später wenn die Zeit mal knapp ist als selbstgemachtes „Fertiggericht“.

    Praktisch: Die App „ Toogoodtoogo“. Hier bieten Bäckereien oder Restaurants übrig gebliebenes zu einem günstigen Preis an. Eine Win-win-Situation für alle Beteiligten.

    Direkt vor der Tür: Lebensmittel tauschen und vor der Tonne retten könnt ihr außerdem bei Foodsharing. Tipp: Im Foodsharing Fair-Teiler in der Viktoriastraße 12 in Karlsruhe können Lebensmittel abgeben und abgeholt werden.

    3) Bewusster Konsumieren

    Wir leben in einer schnelllebigen Zeit. Was nicht funktioniert wird weggeworfen und durch Neues ersetzt, Trends kommen und gehen schneller als man schauen kann und Gedanken darüber was man da jetzt eigentlich kauft macht man sich nur noch selten. Dieses Verhalten ist mitunter ein Grund für das weiter oben genannte Müllproblem, aber auch dafür, dass wir Dinge oft nicht mehr genug schätzen. Vor allem diese Wertschätzung unseres Besitzes, Kreativität und Gemeinschaft sind die Vorteile eines bewussteren Konsums. Wie Ihr den ersten Schritt in diese Richtung machen könnt erfahrt ihr hier.

    Sich Zeit nehmen beim Kauf: Brauche Ich das wirklich? Oft reicht es schon, Dinge nicht direkt aus einem Impuls raus zu kaufen, sondern eine Nacht drüber zu schlafen um festzustellen, ob der Kauf wirklich nötig ist.

    Reparieren statt Wegwerfen: Der Toaster funktioniert nicht mehr? Kein Grund Ihn direkt zu entsorgen. Tauscht euch mit euren Mitmenschen aus. Vielleicht ist die Nachbarin ja eine begnadete Bastlerin und bringt den Toaster im handumdrehen wieder zum Glühen? Auch Reparaturcafés sind eine super Gelegenheit kaputte Dinge unter Anleitung und in Gemeinschaft zu reparieren.

    Tauschen und Teilen statt Kaufen: Ihr braucht eine Leiter zum Renovieren aber habt keine? Statt eine zu kaufen lohnt es sich oft einfach mal im Freundeskreis rumzufragen. Meist findet sich jemand der euch gerne etwas ausleiht. Oder frage doch in deiner Nachbarschaft, zum Beispiel über die Plattform Nebenan.de. Kleidertauschpartys sind  eine super Gelegenheit ressourcensparend ungetragene Klamotten loszuwerden und neue zu finden. Auch wir werden im Frühjahr diesen Jahres wieder eine unserer erfolgreichen Kleidertauschpartys veranstalten. Wann genau erfährst du über unseren Kalender. Komm doch vorbei!

    Direkt vor der Tür: Im Leihladen der bald in der Karlsruhe Oststadt eröffnet könnt ihr allerlei nützliche Dinge gegen eine geringe Gebühr ausleihen!

    4) Das eigene Mobilitätsverhalten überdenken

    Fast täglich lesen wir in den Nachrichten neues zum Klimawandel und wir können Ihn auch spüren. Einen erheblichen Teil zu diesen Veränderungen tragen die Abgase bei, die wir täglich mit unseren Autos produzieren. Dabei haben wir gerade in der Stadt viele Möglichkeiten mobil zu sein, und dabei auf unser Klima zu achten.

    Das Auto öfter stehen lassen: Was gibt es schöneres als sich die lauwarme Frühlingsluft auf dem Rad um die Nase wehen zu lassen? Wenn das Wetter mal nicht mitspielt kann man auch einfach auf Bus und Bahn umsteigen. Gerade hier in Karlsruhe haben wir eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr.

    Carsharing Möglichkeiten nutzen: Wenn man das Auto nur ab und zu benötigt lohnt sich ein eigenes meist nicht. Stattdessen gibt es mittlerweile fast überall carsharing Angebote (in Karlsruhe z.B. das Stadtmobil), bei denen man Autos mit anderen teilt.

    Lastenräder nutzen: Zugegeben, größere oder schwere Transporte sind mit einem normalen Fahrrad nur schwierig zu meistern. Die Lösung dafür sind Lastenräder, mit denen auch größere Transporte problemlos möglich sind. Ausleihen könnt ihr sie zum Beispiel bei Lastenkarle Karlsruhe.

     

    Wie Ihr seht: Nachhaltigkeit muss nicht kompliziert und umständlich sein. Mit unseren grünen Neujahrsvorsätzen könnt Ihr sie ganz einfach in Euren Alltag einbauen.

    In diesem Sinne wünschen wir Euch einen guten Start ins neue Jahr!

     

  29. Auf den Spuren des Reallabor 131 – Teil IV Energie

    Leave a Comment

    Und schon sind wir bei dem vierten und letzten Beitrag unserer Blogreihe zum Reallabor R131: KIT findet Stadt angekommen. Das Reallabor 131 wurde unter dem Dach des Rahmenprojektes Quartier Zukunft – Labor Stadt ins Leben gerufen. Seit Anfang 2015 sind WissenschaftlerInnen und BürgerInnen darin gemeinsam in der Oststadt aktiv, um  Maßnahmen zu einer nachhaltige(re)n Stadtentwicklung zu erforschen und zu erproben. Mit dieser Blogreihe lassen wir die Aktivitäten und Erfahrungen der vier R131-Projekte  noch einmal Revue passieren.

    Ein Beitrag von Vanessa Kügler & Volker Stelzer

    In den vorigen Beiträgen haben wir euch bereits die Themen Nachhaltiger Konsum, Mobilität und Soziales & Raum vorgestellt. Zum Abschluss geht es nun um das spannende und aktuelle Thema Energie.

    Abends das Licht einschalten und die Einkäufe schnell noch in den Kühlschrank räumen,  im Winter die Heizung andrehen oder jederzeit ein heißes Bad nehmen können – die Verfügbarkeit von Strom, Wärme, Licht und Wasser ist heutzutage aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken und ein grundlegender Baustein für die Funktionsfähigkeit unserer Städte. Energie ist eine der wichtigsten Ressourcen – aber nun mal nicht unendlich verfügbar und die Gewinnung ist mit vielen Folgeerscheinungen für unseren Planeten verbunden. Energienutzung und -verbrauch ist daher ein vieldiskutiertes Thema in Politik und  Wirtschaft, Gesellschaft und Wissenschaft.

    „Städte sind ressourcenhungrig und produzieren zu viel CO2. Wir können das ändern: mittels innovativer Technologie, der Nutzung erneuerbarer Energien und der Erprobung einer Lebensweise, die ohne den übermäßigen Verbrauch von Gütern und Ressourcen funktioniert.“

    (Zielsetzung des Themenschwerpunkts Urbane Energielandschaften)

    Energie lokal produzieren – lokal nutzen

    Unter dem Motto „Energie neu denken“ haben die TeilnehmerInnen des BürgerForums „Nachhaltige Oststadt – Zukunft aus Bürgerhand“ Vorschläge für Energieeinsparmaßnahmen in der Oststadt gesammelt. Ideen, wie optimierte Heizungssysteme mit erneuerbarer Wärme und regenerativem Strom, autark versorgte Wohnblöcke sowie eine Energieberatung, wurden hier eingebracht. Um derartige Maßnahmen koordinieren zu können wurde rasch klar, es braucht ein umfassenden Energiekonzept für die Oststadt. Und zwar ein Konzept, das mehrere Ebenen umfasst, indem es die übergeordneten Gebäude-, Eigentümer- und Nutzungsstrukturen berücksichtigt und gleichzeitig die konkreten energetischen Einspar- und Umrüstungsmöglichkeiten für jedes einzelne Gebäude aufzeigt.

    Zur Weiterentwicklung der Ideen aus dem BürgerForum und zur Erarbeitung und Umsetzung des Energiekonzept-Ansatzes hat sich eine Expertengruppe aus WissenschaftlerInnen verschiedener Institute des KIT (ITAS, IIP, EIFER, fbta) im R131-Projekt „Energiekonzept“ zusammengefunden. Darüber hinaus wurde eng mit der Stadt Karlsruhe, der Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur (KEK), Haus & Grund Karlsruhe zusammengearbeitet und auch Lehrveranstaltungen einbezogen. Mit diesen Voraussetzungen galt es nun, die umfangreichen Ideen aus dem BürgerForum anzugehen.

    Daten über Daten –  aber den Gebäudebestand genau im Blick!

    In Hinblick auf bestehende, über Jahrzehnte gewachsene Stadtquartiere, wie die Karlsruher Oststadt, ist es wichtig einen genauen Blick auf den baulichen und energetischen Zustand des alten Gebäudebestands zu werfen, denn:

    • der Gebäudebestand ist für rund 50 % der geförderten Rohstoffe und des Energieverbrauchs verantwortlich.
    • die Wärmeversorgung in Gebäuden verursacht 30% der direkten Treibhausgasemissionen in Deutschland.
    • die Raumheizung macht 70% des Energieverbrauches in Wohngebäuden aus.

    Im Zentrum des R131-Projektes „Energiekonzept“ standen daher die Fragen:

    • Wieviel Energie verbrauchen die Gebäude in der Oststadt?
    • Welche Möglichkeiten gibt es, um den Verbrauch von nichterneuerbar erzeugter Energie zu reduzieren?
    • Wo gibt es Potenziale für erneuerbare Energien und wie können wir diese Potenziale nutzen?

    Um diese Fragen angehen zu können, brauchte es genaue Kenntnis über die einzelnen Gebäude und ihren jeweiligen Energieverbrauch und -bedarf. Kurzum: Daten. Und zwar eine ganze Menge davon. Denn der energetische Gebäudezustand wird durch eine Reihe an Faktoren beeinflusst: Baualter, Nutzungsart, Geschosse, Form, Fläche und  Rauminhalt sowie verwendete Rohstoffe, die in den Gebäuden gebunden sind (z.B. Beton, Mauersteine, Holz, Lehm oder Dachziegel), spielen dabei eine wichtige Rolle. Zu all diesen Aspekten mussten Informationen gesammelt werden, die in einer Datenbank zusammengetragen und analysiert wurden.

    Wichtige Beiträge zu dieser Vollerhebung leistete das  Seminar „Energieeffizienz im Gebäudebestand in der Karlsruher Oststadt“, welches am Institut für Industriebetriebslehre und Industrielle Produktion (IIP) im  Wintersemester 2015/16 stattfand. Die Studierenden übernahmen die Datenaufnahme vor Ort, vervollständigten die bisherigen Datengrundlagen der Stadt  in Bezug auf den Gebäudebestand Oststadt und berechneten die Energiebilanz für verschiedene Gebäudetypen.

    Aufbauend auf der 3D Datenbank der Stadt Karlsruhe wurde aus den Daten ein detailliertes 3D Gebäudemodell der bestehenden Gebäudestruktur in der Oststadt entwickelt, das räumliche Informationen zu mehr als 2600 Gebäuden bereithält. Mit dem Modell lassen sich z.B. der Energiebedarf eines Gebäudes, die darin gebundenen Rohstoffe und sogar konkrete Kennzahlen, wie der Wasserbedarf, berechnen.

    Klein anfangen – EigentümerInnen und NutzerInnen als Schlüsselfaktoren

    Nicht nur die Gebäude wurden in den Blick genommen, sondern auch die Eigentümerstrukturen – denn ihre Motivation zur Nutzung erneuerbarer Energien ist ein wichtiger Faktor. Allerdings war bisher wenig über die Bereitschaft der EigentümerInnen hinsichtlich energetischer Gebäudemodernisierung – vor allem der privaten EigentümerInnen, die rund 75% in der Oststadt ausmachen – bekannt. Durch Befragungen (online-, telefon- und papierbasiert) konnten Profile erstellt werden. Dabei hat sich gezeigt, dass die Aufklärung über Energiefragen zunächst wichtiger ist, um das Energiebewusstsein zu stärken, als konkrete Berechnungen zum Energieverbrauch. Auch die Tatsache, dass bereits durch kleine Anpassungen im Nutzerverhalten (z.B. Heizbetrieb auf Sommermodus umstellen, Nachtabsenkung ja/nein) eine Ersparnis erreicht werden kann, wurde als motivierend gesehen. Zudem stellte sich heraus, dass „sichtbare“ Energie einfacher einzusparen ist als „unsichtbare“. Demzufolge fällt den BewohnerInnen das Einsparen von Wasser (sichtbarer Verbrauch) einfacher als das von Strom (nicht sichtbar).

    Die Oststadt im Energie-Check

    Die von den BürgerInnen angeregte Energieberatung wurde 2015 im Zukunftsraum eingerichtet: Hier wurde kostenfrei und in Zusammenarbeit mit der Karlsruher Energie- und Klimaagentur (KEK) und der Verbraucherzentrale zu Themen rund um Energie und Klima beraten und ein Überblick über die Energiechecks der KEK gegeben. Das Angebot umfasste neben Beratungsterminen auch die Bereitstellung von Informationen zu energetischen Sanierungsmaßnahmen  sowie deren Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten, öffentliche Fachvorträge und die direkte Vermittlung an Experten. Damit wurde eine lokale Anlaufstelle geschaffen, um den OststädterInnen den Einstieg in eine nachhaltige Lebensweise hinsichtlich Energie und Klima zu erleichtern und sie dabei zu unterstützen, ihren  Strom-,  Heizungs- oder Wasserverbrauch zu optimieren.

    Einer dieser Vorträge fand dieses Jahr im Zukunftsraum beim Themenabend – Zukunft Energie statt. Hier hatten Wissenschaftler und BürgerInnen Gelegenheit zum Austausch über die Ergebnisse der Befragungen und Kartierungen sowie Einzelheiten der Gebäudeanalyse. Die Plakate dazu sind weiter unten im Beitrag auch nochmals verlinkt.

    Über den lokalen Maßstab hinaus, wurde das R131-Energieprojekt auf der EU Sustainable Energy Week 2017 (EUSEW) vorgestellt und mit einem Fachpublikum aus Politik und Wissenschaft rege diskutiert.

    Und wie geht’s weiter?

    Das Thema Energie wird uns weiterhin in der Oststadt begleiten und sich verstärkt mit dem Thema Klimaschutz auseinandersetzen.

    Dabei sind wir offen für eure Ideen und suchen auch 2018 aktive MitstreiterInnen, die uns helfen wollen, die Oststadt in Sachen Klima und Energie noch nachhaltiger zu gestalten.

    Du hast Fragen, Wünsche oder möchtest ein Projekt realisieren? Dann schau doch mal bei uns im Zukunftsraum vorbei oder schreib uns (Ansprechpartner ist Volker Stelzer: volker.stelzer@kit.edu).

     

    Dies war der letzte Blogartikel zu unserem Rückblick auf die Aktivitäten der R131-Projekte. Wir danken unserer Praktikantin Vanessa Kügler für die sorgfältige Aufarbeitung und Recherche!

     

    Zum Weiterlesen:

    Poster 1 „Energieeffizienz als wichtiges Gebäudemerkmal – Ergebnisse einer Befragung von Vermietern in der Karlsruher Oststadt“

    Poster 2 „Energiebedarf und gebundene Ressourcen im Gebäudebestand der Oststadt“

  30. Auf den Spuren des Reallabor 131 – Teil III Soziales & Raum

    Leave a Comment

    Fast drei Jahre ist es schon her: Anfang 2015 wurde das Reallabor R131: KIT findet Stadt unter dem Dach des Rahmenprojektes Quartier Zukunft – Labor Stadt ins Leben gerufen. Im Rahmen der Förderlinie BaWü-Labs vom Ministerium für Wissenschaft und Kunst unterstützt trat es mit dem Ziel an neue Modelle für die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Gesellschaft zu erproben. Nach der nun fast dreijährigen Laufzeit wagen wir einen Rückblick. 

    Ein Beitrag von Vanessa Kügler & Helena Trenks

    Über die R131-Projekte Nachhaltiger Konsum und Mobilität haben wir bereits  berichtet. Weiter geht es mit dem dritten Teil unserer Blogreihe. Diesmal widmen wir uns den Aktivitäten, die sich unter dem Überbegriff „Soziales & Raum“ in den letzten Jahren in der Oststadt entwickelt haben. Zu Beginn noch als zwei einzelne R131-Projekte gestartet („Raum“ und „Soziales“), wurden schnell die vielen Zusammenhänge zwischen beiden Themen erkennbar und so haben wir sie zu einem gemeinsamen R131-Projekt verschmolzen.

    Denn Freiflächen können die Vernetzung im Quartier entscheidend beeinflussen, indem sie z.B. Netzwerke fördern, Orte und Anlässe für Gemeinschaft und Kommunikation schaffen und die im Stadtteil lebenden Menschen – aller Generationen – miteinander bekannt und vertraut machen. Gerade für Gruppen, die stark auf das Nachbarschaftsumfeld angewiesen sind (z.B. Senioren, Familien), ist so ein Raum von immenser Bedeutung. Als Flächen für Sport, Spiel, Begegnung und Bewegung sind sie essentiell für die Gesundheitsförderung. Und gerade in Zeiten einer beschleunigten Gesellschaft, sind vor allem Ruheflächen ein wichtiger Gegenpol zur ständigen Mobilität in unserem Alltag. Hier können wir lernen aus der Bewegung wieder in die Ruhe zu finden – uns zu erholen. Es zeigt sich also, der Raum beeinflusst das soziale Miteinander ….und umgekehrt.

    In diesem Sinne war das überordnete Ziel von „Soziales & Raum“ die öffentlich zugänglichen Räume in der Oststadt ausfindig zu machen und sie auf ihre Bedeutung und ihr Potenzial für die Begegnung und Bewegung im Stadtteil zu untersuchen.

    Die Oststadt als Sozial- und Freiraum

    Auch bei diesem R131-Projekt dienten die Ergebnisse des BürgerForums als Ausgangspunkt. Vor dem Hintergrund, dass unsere Städte immer größer und dichter werden, unsere Bevölkerung immer älter und bunter wird, haben sich die BürgerInnen gefragt:

    Welche Bedeutung werden soziale Netzwerken in Zukunft haben ? Welchen Beitrag kann Nachbarschaft zur Lebensqualität im Quartier leisten? Welche Rolle spielt dabei der öffentliche Raum? Wie können wir in Zeiten expandierender Stadt die grünen Qualitäten des Stadtteils erhalten? 

    Im BürgerForum wurden vor allem die Aspekte Ruhe, Bewegung, Gesundheit und soziales Miteinander als wichtige (Lebens-)Qualitäten von Freiraum in der Nachbarschaft hervorgehoben. Diese Themen wurden dann von der R131-Projektgruppe aufgegriffen und vertieft. In einem ersten Schritt wurden die bestehenden Freiräume in einer Freiraumanalyse der Oststadt genauer betrachtet:

    • Welche Freiräume gibt es?
    • Wie werden diese von den BürgerInnen wahrgenommen, genutzt und bewertet?
    • Welche Potentiale bieten diese Freiräume für zukünftige Nutzungen (Besonders im Hinblick auf Ruhe, Bewegung und Begegnung)?

    Beobachtungen, Spaziergänge, Kartierungen, Anwohnerbefragungen und Expertengespräche halfen ein (Stimmungs-)Bild der gegenwärtigen Lage zu gewinnen. Dazu wurde auch eine „emotionale Stadtkarte“ erarbeitet. Dabei kristallisierten sich der Gottesauer Platz, das Durlacher Tor/der Bernhardusplatz, der Otto-Dullenkopf Park und die Achse Ludwig-Wilhelm Straße Straße/Gerwigstraße – Georg-Friedrich Straße als „Hotspots“, sowohl im positiven als auch im negativen Sinn, heraus. Aus diesen ersten Ergebnissen ergaben sich drei Schwerpunktthemen.

    (Mehr) Raum für Begegnung – Bewegung – Beruhigung

    Aus 1 mach 3: Die Teilprojekte 

    Aus all diesen Ergebnissen der Freiraumuntersuchung und den Kernpunkten aus dem BürgerProgramm entstand ein „Werkzeugkasten“. Es wurden drei Teilprojekte gebildet, die von Untergruppen an verschiedenen Lehrstühlen des KIT bearbeitet wurden und an denen sich neben dem R131-Team Studierende, Vertreter der Stadtverwaltung, BürgerInnen, Bewegungsanbieter in der Oststadt und Forschende des KIT beteiligt haben.

    Vorhandene Räume neu denken: Das Teilprojekt „Linear Square“

    Das Teilprojekt Linear Square an der Fakultät für Architektur beschäftigte sich mit der Qualität von Bewegungsräumen – Wegen, Straßen, Plätzen. Aus dem bestehenden Wegenetz der Oststadt sollte ein ganz besonderes Konzept entstehen: Ein linearer Platz! Meint: Einen Freiraum  für Bewegung und Begegnung, der die Nachbarschaft verbindet und der von den Oststadt-BewohnerInnen aktiv, generationsübergreifend und nachhaltig genutzt wird. Sozusagen eine „Allmende“ direkt in der Stadt, die Gesundheit und Wohlbefinden, spielerische Aktivität und Aneignung ermöglicht. 

    Um die Vielzahl alltäglicher Bewegungen erfassen und über diese sprechen zu können, wurden der BewegungsPLANOststadt sowie Straßensteckbriefe erstellt. Gespräche mit OststadtbewohnerInnen ermöglichten die Erstellung individueller Bewegungsprofile von Nutzern. Zusätzlich fand an der Fakultät für Architektur das experimentelle Seminar „Wege/Gehen“ statt, innerhalb dessen thematische Spaziergänge durch die Oststadt erarbeitet wurden – z.B. „Gehen bei Nacht“ oder „Bewegung für Jung und Alt“. Genau hinsehen, lautete die Devise.

    Freiräume gestalten: Das Teilprojekt „Mapping Space“

    Um die Gestaltung und Wahrnehmung öffentlicher Plätze und Orte ging es beim Teilprojekt Mapping Space (ebenfalls Architekturfakultät), das 2016 bis 2017 mit ArchitekturstudentInnen durchgeführt wurde. Mit dem Ziel versteckte Potenziale von Straßen, Wegen, Plätzen, Grünflächen oder Höfen aufzudecken und den öffentlichen Raum neu zu inszenieren, entwickelten die Studierenden Geländespiele (Geocaching) für die Oststadt, landschaftsplanerische Gestaltungsideen für den Bernhardusplatz oder die Achse vom Gottesauer Platz bis zur Karl-Wilhelm-Straße und setzten sich auch theoretisch mit der Oststadt auseinander. Die Lehrveranstaltungen fanden abwechselnd im Zukunftsraum und am Fachbereich statt. Einige Zwischenpräsentationen wurden öffentlich abgehalten. Und auch die Studierenden wiederum nahmen an einem Oststadtpicknick teil und diskutieren dort ihre Ideen. Damit hat dieses Unterprojekt zwei Lernräume verknüpft: Die Uni –Lernort für die angehenden ArchitektInnen – und das Reallabor – Lernort für die Stadtgesellschaft. Den Reader mit den Ergebnissen der verschiedenen Übungen könnt ihr euch hier herunterladen. Für eine höhere Auflösung, wendet euch gern an uns. Eine gedruckte Version findet ihr außerdem bei uns im Zukunftsraum.

    Gemeinsam in Bewegung: Das Teilprojekt „Netzwerk Bewegung“

    Das Netzwerk Bewegung der Oststadt war Thema am Institut für Sport und Sportwissenschaften: Hier wurden die Bewegungsangebote, Bewegungsräume und Beziehungsstrukturen, der an Bewegung beteiligten Akteure, im Teilprojekt Netzwerk Bewegung genauer unter die Lupe genommen. Freie, alltägliche Formen der Bewegung und des Spielens waren dabei ebenso wichtig, wie organisierte, traditionelle Sportaktivitäten durch Sportvereine.

    • Welche Sport- und Bewegungsmöglichkeiten bietet die Oststadt?
    • Wer nutzt diese Bewegungsfreiräume und wofür?
    • Wie ist diese Nutzung organisiert?
    • Welche Beziehungen bestehen zwischen den Nutzern (z.B. Informationsaustausch, gemeinsame Organisation, Verleih von Sportgeräten oder ähnliches)?

    Zudem wurden die Freiräume unter dem Gesichtspunkt „Alltagsbewegung“ betrachtet und die Fußgänger- und Fahrradfreundlichkeit im Quartier zur Diskussion gestellt (Walkability & Bikeability). In puncto Fußgängerfreundlichkeit können auch die Bürger selbst aktiv werden und mit der Walkability-Checkliste Verbesserungspotentiale in der Oststadt aufzeigen.

    Der Mix macht’s! Mach mit!

    Eines ist klar: Das R131-Projekt Soziales & Raum zeichnet sich vor allem durch den seinen Mix an Methoden und Beteiligten aus. Fächerübergreifend und mit unterschiedlichem Background, arbeiten Stadt, WissenschaftlerInnen, BürgerInnen und Studierende Hand in Hand und profitieren so vom Theorie- und Praxiswissen untereinander. Und genau das ist es doch, was das Reallabor ausmacht!

    Daneben fanden auch kleinere Veranstaltungen im Quartier statt, die das Augenmerk auf den öffentlichen Freiraum lenken sollten. So hat das Quartier Zukunft 2014 und 2016 das „Freiluftwohnzimmer“ initiiert und teilgenommen. Getreu dem Motto „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“, können die StädterInnen bei der Aktion den öffentlichen Freiraum zurückerobern und nebenbei ihre Nachbarn bei Kaffee und Kuchen vor der Haustür besser kennenlernen.

    Wir wollen auch zukünftig zu den Themen Gemeinschaft und (Frei)Raum in der Oststadt aktiv sein. Bei der Frage wie das aussehen könnte, seid Ihr und Eure Ideen gefragt! Die Aktivitäten des R131-Projekts Soziales & Raum sind zum Großteil abgeschlossen, unser Engagement in dieser Hinsicht aber noch lange nicht!

    Du hast auch eine Idee oder einen Wunsch, wie deine Oststadt als sozialer Raum noch besser werden kann? Wir suchen immer kreative Köpfe die aktiv werden wollen! Meldet Euch einfach bei uns (Ansprechpartnerin ist Helena Trenks: helena.trenks@kit.edu) oder kommt zu unseren Öffnungszeiten im Zukunftsraum vorbei.

  31. Auf den Spuren des Reallabor 131 – Teil II Mobilität

    Leave a Comment

    Und weiter geht’s mit unserer Blogreihe zum Reallabor 131: KIT findet Stadt, in dem seit 2015 WissenschaftlerInnen und BürgerInnen gemeinsam in der Oststadt Maßnahmen zu einer nachhaltige(re)n Stadtentwicklung erproben. Im vorigen Beitrag haben wir uns mit den Aktivitäten des Projektes Nachhaltiger Konsum befasst. Und auch Teil 2 unserer Blogreihe widmet sich einem spannenden und viel diskutierten Thema der Nachhaltigkeitsforschung: Diesmal dreht sich alles um Mobilität!

    Ein Beitrag von Vanessa Kügler & Sarah Meyer-Soylu

    Teil II: Mobil und menschlich durch die Oststadt

    Unser Lebensstil wird immer mobiler. Dank Smartphone und Internetflat sind wir zu jeder Tageszeit und überall erreichbar. Na klar! Schnell ins Auto oder in den Zug gesprungen und schon sind wir am Ziel. Eine Selbstverständlichkeit, oder? Immer in Bewegung und immer mobil – ob wir wollen oder nicht. Unsere kleinen digitalen Helfer sind dabei bereits fester Bestandteil unserer Alltagsroutine. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier – oder wohl eher ein Bequemlichkeitstier?

    Auch auf unseren alltäglichen Wegen durch die Stadt neigen wir weiterhin zur Routine und ärgern uns lieber darüber schon wieder im Stau zu stehen statt über alternative Verkehrsmittel und nachhaltige(re) Reisemöglichkeiten nachzudenken. Warum dieser Widerspruch? Wäre es nicht längst an der Zeit, dass wir uns unser Mobilitätsverhalten bewusst vor Augen führen und die Folgen für unsere Gesundheit und Umwelt vorausschauend – kurzum nachhaltig – darin einbeziehen? Genau hier knüpfen auch die Kernfragen des Projektes „Mobilitätsaspekte“ des R131 an: Wie kann ich mich in meiner Stadt fortbewegen, und meine Umwelt und Mitwelt möglichst wenig belasten? Wie lässt sich unsere Mobilität sozial gerecht und menschlich gestalten?

    Individuell mobil sein
    Unter dem Schlagwort Mobilität lassen sich unzählige Aspekte anführen. Wo also anfangen?

    „Das Unterwegssein in der Stadt belastet zu oft Umwelt und Nerven. Wir denken nach über ein Mobilitätskonzept, das auf Fahrräder, smarte Verkehrsleitsysteme und kollektive Verkehrsmittel setzt.“

    (Zielsetzung des Themenschwerpunkts Mobile Stadt)

    Der Fokus der Aktivitäten im Projekt „Mobilitätsaspekte“ lag auf dem Bereich Alltagsmobilität – und den folgenden drei darunter verorteten Handlungsschwerpunkten:

    • nachhaltige Organisation von Alltagsreisen
    • Integration von Fahrrädern und insbesondere Lastenrädern in unseren mobilen Alltag
    • Untersuchung zentraler Verkehrsknoten und -plätze (Weniger Verkehr, mehr Aufenthaltsqualität!)

    Unsere alltäglichen Reisen und die Verkehrsmittelwahl sind nicht nur Ergebnis von Gewohnheiten, sondern hängen natürlich auch stark von individuellen Faktoren ab: wie unserer körperlichen Fitness, unserem Alter oder dem Bedarf etwas zu transportieren – wie etwa einen Kinderwagen. Hinzu kommt, dass unsere Wahl des Verkehrsmittels zusätzlich beeinflusst wird durch äußere Bedingungen, wie zum Beispiel die Beschaffenheit und Streckenführung bestehender Radwege oder Straßensperrungen, und die bereitgestellte Information über die Möglichkeiten, das jeweilige Ziel zu erreichen.

    Den mobilen Alltag organisieren: Willkommen im Alltagsreisebüro!

    Wie lassen sich all diese unterschiedlichen Mobilitätsbedürfnisse verschiedener Nutzergruppen befriedigen und nachhaltig koordinieren?

    Um eine Anlaufstelle für die BürgerInnen der Oststadt zu schaffen und Raum und Gelegenheit zu geben, das eigene Mobilitätsverhalten genauer zu hinterfragen bzw. zu verbessern, hat das R131 in Zusammenarbeit mit ExpertInnen des Instituts für Verkehrswesen (IfV) das sogenannte Alltagsreisebüro im Zukunftsraum eingerichtet . Hier hatten die BürgerInnen seit Anfang 2016 die Möglichkeit eine regelmäßig stattfindende und kostenlose Mobilitätsberatung zu nutzen und sich über lokale Mobilitätsdienste und -apps aufklären zu lassen, um effiziente und nachhaltige(re) Reiselösungen zu finden, die trotzdem den individuellen Ansprüchen entsprechen. Die Einrichtung der Mobilitätsberatung war eine Reaktion auf einen im BürgerForum geäußerten Bürgervorschlag – der aber erst später als gedacht umgesetzt werden konnte. Für die BürgerInnen und uns bedeutete das einen langen Atem. Als es dann endlich soweit war, mussten wir jedoch feststellen, dass das Angebot nicht so gut angenommen wurde, wie erhofft. Daraus wollen wir lernen, um unsere zukünftigen Projekte noch näher an den BürgerInnen und ihren Bedürfnissen zu entwickeln! Du hast Anregungen, Kritik oder sogar eigene Projektideen für uns? Dann besuche uns gern im Zukunftsraum!

    Um die BürgerInnen weiter an das Thema Mobilität und alternative Verkehrsmittel heranzuführen war zudem Anfang 2016 die Mobilitätsausstellung „Von hier nach da“, der BUND Jugend Baden-Württemberg zu Gast im Zukunftsraum. Die Wanderausstellung zeigte der Oststadt inspirierende Ideen und Visionen zu einer neuen Mobilitätskultur. Bei Filmabenden und Vorträgen wurde sich in entspannter Atmosphäre ausgetauscht.

    Es müssen nicht immer 4 Räder sein: Komm schwing dich auf’s Fahrrad!

    Ausschlaggebend für den Fahrradschwerpunkt waren die BürgerInnen und ihre Feststellung, dass der Autoverkehr – stehend und rollend – im Quartier dominiere. Dazu kam unsere Motivation, die Situation für den Radverkehr in der Oststadt zu verbessern und Menschen dazu zu bewegen öfter auf das Fahrrad umzusteigen.

    Gerade für den Transport größerer Gegenstände muss nicht immer gleich ein Auto her. Davon sind wir bereits seit langem überzeugt, weshalb das Thema Lastenrad schon von Beginn an ein Thema bei uns im Projekt war. Wir haben mehrmals versucht eine Förderung aus der Wissenschaft für das Thema Lastenfahrräder zu erhalten, waren damit jedoch nicht erfolgreich. Umso erfreuter sind wir, dass mittlerweile in ganz Karlsruhe Menschen diese Idee teilen und zusammen ein kostenloses Lastenfahrradverleihsystem aufgebaut haben: Lastenkarle! Nur einen Katzensprung vom Zukunftsraum entfernt steht nun seit einigen Wochen ein Lastenfahrrad für jedeN zum Ausleihen zur Verfügung!

    Und auch das R131 geht mobil voran: Mit unserem hauseigenen Lastenrad sind wir auf verschiedenen Veranstaltungen unterwegs und können so schwere oder sperrige Dinge klimafreundlich von A nach B bringen!

    Auf die kritische Beziehung von Autoverkehr und Stadtbild wollen wir auch immer wieder mit unserer Teilnahme am PARK(ing)Day Karlsruhe aufmerksam machen – vor allem auf die enorme Flächeninanspruchnahmei durch parkende Autos in der Stadt und die Frage: Was wäre, wenn wir diese Flächen anderweitig nutzen könnten?

    Passend zu unserem Fahrrad-Schwerpunkt wurde dieses Jahr eine studentische Abschlussarbeit zum Thema alltägliche Fahrradnutzung – vor allem Fahrradparken – in der Oststadt angefertigt. Mittels Fragebogen – online und face-to-face – wurden über 100 Oststädter zu ihrer Fahrradnutzung befragt. Darin wurde unter anderem untersucht:

    • wie häufig die Bewohner ihr Fahrrad nutzen und was sie eventuell vom Fahrradfahren abhält (insbesondere die Autofahrer)
    • was für Maßnahmen es bräuchte, damit sie in Zukunft öfter auf das Fahrrad umsteigen
    • wo und wie die Oststädter ihr Rad abstellen und welche Probleme sich aus dieser Abstellweise ergeben.

    Wer hierzu nun weiterlesen möchte, kein Problem! Hier und am Ende des Blogbeitrags findest du die Arbeit als PDF angehängt.

    In Verbindung mit der Abschlussarbeit und um weiter für das Thema Fahrradfahren und -parken in der Stadt zu sensibilisieren, wurde Anfang 2017 ein öffentlicher Vortrag in der Oststadt im Rahmen des Quartier Zukunft Stammtisch gehalten und über die Ergebnisse der Befragung und die daraus abgeleiteten Handlungsvorschläge diskutiert.

    Mobilität als Modell

    Wie wirken sich eine Sperrung der Straße XY oder eine Shared Space Nutzung auf das Quartier aus? Um solche Fragen beantworten zu können hat das R131 Team ein existierendes Verkehrsmodell der Oststadt genutzt, um Wechselwirkungen der Verkehrsströme sichtbar und nachvollziehbar zu machen und Szenarien abzuleiten.

    Besondere Aufmerksamkeit wurde dem zentralen Verkehrsknoten am Gottesauer Platz geschenkt, für den Umgestaltungsmaßnahmen entwickelt wurden, um die Aufenthaltsqualität dort zu verbessern und damit den Bürgerwünschen in Sachen Flächengestaltung und Parkplatzsituation gerecht zu werden. In einer weiteren Masterarbeit wurden konkrete Aufwertungsszenarien für den Gottesauer Platz ausgearbeitet. Neugierig? Auch diese Arbeit findest du hier und natürlich unten verlinkt!

    Durch die Verkehrssimulationen konnte zwar ein aktuelles Bild der Verkehrsbelastung geschaffen werden, allerdings wurde eine Herausforderung für die ForscherInnen immer deutlicher: die vielen Baustellen! Momentan sind sie in Karlsruhe schwer zu übersehen… Durch den Bau der neuen U-Bahnlinie und damit zusammenhängenden Streckensperrungen und Umleitungen in der Umgebung, ist es aktuell quasi unmöglich den tatsächlichen Verkehr im Gebiet nach Fertigstellung der Kombilösung zu ermitteln. Damit fehlen verlässliche Daten, was das Abschätzen von Wechselwirkungen folglich erschwert und die Durchsetzung konkreter Maßnahmen verhindert.

     Was kommt nun?

    Wie arbeiten wir mit den bisherigen Ergebnissen weiter? Auf der öffentliche Diskussion und Präsentation am 27.06.2016 im Zukunftsraum, haben wir unsere Ergebnisse vorgestellt und viele Anregungen zur Weiterarbeit mitgenommen. Für 2018 wird das Thema Mobilität auf jeden Fall weiter auf der Agenda bleiben! Abhängig von ausstehenden Förderanträgen wird es sogar stärker in den Blick rücken und gemeinsam mit den Themen Ernährung, Konsum und Klimaschutz angegangen werden.

    Und natürlich seid immer Ihr und Eure Ideen gefragt! Lust auf neue nachhaltigere Gewohnheiten? Wir freuen uns wenn Ihr aktiv werdet und Eure Projektideen umsetzten wollt. Meldet Euch doch einfach bei uns (Ansprechparterin ist Sarah Meyer-Soylu: sarah.meyer@kit.edu) oder schaut zu unseren Öffnungszeiten im Zukunftsraum vorbei.

     

    Neugierig geworden? Hier könnt Ihr weiterlesen:

     

  32. Auf den Spuren des Reallabors 131 – Teil I Konsum

    Leave a Comment

    Fast drei Jahre ist es schon her: Anfang 2015 wurde das Reallabor R131: KIT findet Stadt unter dem Dach des Rahmenprojektes Quartier Zukunft – Labor Stadt ins Leben gerufen. Im Rahmen der Förderlinie BaWü-Labs vom Ministerium für Wissenschaft und Kunst unterstützt und mit dem Ziel neue Modelle für die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Gesellschaft zu erproben, machte sich das R131 auf den Weg in Richtung nachhaltige(re) Stadtentwicklung. Nach der nun fast dreijährigen Laufzeit wagen wir einen Rückblick.

    Ein Beitrag von Vanessa Kügler

    In den nächsten drei Monaten widmen wir uns daher in unserem Blog schwerpunktmäßig den Erfahrungen aus den R131-Themen:

    Nachhaltiger Konsum – MobilitätSoziales und RaumEnergie

    Die Themen basieren auf den Wünschen der BürgerInnen, die Ende 2014 am BürgerForum „Nachhaltige Oststadt – Zukunft aus Bürgerhand“ des Quartier Zukunft teilgenommen haben und bilden den Kern der Forschung im R131. Damit ist das Reallabor untrennbar verwoben mit genau denjenigen, die es betrifft: den BürgerInnen.

      

    Teil I: Nachhaltig konsumieren – auch in der Stadt. Die Oststadt macht’s vor!

    Den Auftakt unserer Blogreihe bildet das Thema „Nachhaltiger Konsum“. Was hat sich diesbezüglich in der Oststadt getan? Was sind nachhaltige(re) Konsumweisen und wie lassen sie sich ins Stadtquartier und den Alltag der BewohnerInnen integrieren?

    „Kaufen hat eine Wirkung – auf Mitwelt, Umwelt, Nachwelt und uns selbst. Wir wollen dazu beitragen, Konsum bewusst, nachhaltig und lokaler zu gestalten und an Kulturtechniken wie Tausch und Reparatur erinnern.“

    (Zielsetzung des Themenschwerpunkts Nachhaltiger Konsum)

    Das Thema Konsum hat uns im Quartier Zukunft schon lange begleitet – noch bevor das R131 in den Startlöchern stand. Mit der Initiierung des ReparaturCafés gab es bereits 2013 erste Aktivitäten, die die Wegwerf-Kultur infrage stellen und ein Gegenmodell aufzeigen. Aus dem ReparaturCafé Karlsruhe ist inzwischen ein eigenständiger Verein hervorgegangen. Über diese Entwicklung freuen wir uns natürlich sehr – und genauso darüber, hierbei Impulsgeber und Starthelfer gewesen zu sein!

    Zudem wurde an Themenabenden beispielsweise über die Möglichkeiten regionaler Ernährung in der Stadt diskutiert.

    Diese konsumkritischen Veranstaltungen wurden eingebunden in das R131-Projekt „Nachhaltiger Konsum“ und ab 2016 durch weitere Praxisbausteine ergänzt – mit dem Ziel gemeinsam alternative Konsumweisen in der Oststadt zu erproben.

       

    Im KonsumCafé macht Andershandeln Spaß – und auch die NachhaltigkeitsExperimente sind dabei

    Um den auf nachhaltigen Konsum ausgerichteten Aktivitäten des Reallabors einen verbindenden Rahmen zu geben, haben wir dieses Jahr das Format „KonsumCafé“ eingeführt. Regelmäßige Angebote dieses Formats sind die „Kleidertausch-Party“ und die „Pflanzentauschbörse“, die bereits zum festen Bestandteil des Quartierslebens geworden sind. Aber auch punktuelle Aktivitäten wie Vorträge und Workshops (z.B. Ökodorf trifft Quartier Zukunft oder der Quartier Zukunft-Stammtisch zum Thema Konsum an Weihnachten) haben sich etabliert. Wir wollen damit zeigen, das nachhaltig handeln und konsumieren Spaß machen und motivieren kann.

    Nebenbei gibt es bei den Veranstaltungen Hintergrundinfos zu Textilindustrie, zu Produktionsbedingungen im Bekleidungssektor oder zur Saatgutsouveränität. Außerdem werden Ideen ausgetauscht, wie jedeR Einzelne etwas ändern kann.

    Auch zwei der „NachhaltigkeitsExperimente“ setzen sich direkt oder indirekt mit dem Thema Konsum auseinander: Das Secondhand-Label „Second Future“ und das Urban Gardening-Experiment „Beete und Bienen“. Ein schöner Effekt: Veranstaltungen des KonsumCafés haben sich mit den NachhaltigkeitsExperimenten zusammengetan, um Ihre Ziele gemeinsam zu verwirklichen. Das bestes Beispiel hierfür ist die Kooperation der Kleidertausch-Party mit „Second Future“ – eine tolle Ergänzung, wie wir finden!

    Die verschiedenen Veranstaltungs- und Beteiligungsformate sind damit wesentliche Bausteine und Plattformen für Wissensaustausch und neue Arten der Zusammenarbeit.

    Wissen ist Macht – und hilft weiter!

    Die Mitmach-Angebote sind jedoch nur ein Teil der R131-Aktivitäten: Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist die Kommunikation und Information über die Schwerpunktthemen. Dies geschieht durch unseren Blog, auf dem wir regelmäßig über Konsum(alternativ)-Themen berichten. Unsere Website ist ein wichtiges Werkzeug um Wissen über nachhaltige Konsumweisen im Quartier und darüber hinaus zur Verfügung zu stellen. Es sind bereits mehrere Beiträge zu dieser Thematik erschienen.

    Diese drehen sich unter anderem um:

    Leselust geweckt? Hier geht’s zur Übersicht bereits erschienener Beiträge.

    Ein Reallabor – Warum eigentlich?

    Im Rahmen des Reallabors 131 sind vielfältige Ansätze und Ideen für eine nachhaltige(re) Lebensweise in der Stadt entstanden. Einige wurden umgesetzt und laufen nun zum Teil in Eigenregie von BürgerInnen weiter.

    Das Thema nachhaltiger Konsum ist für die Experimente besonders greifbar, da es im Alltag täglich auftaucht. Es eignet sich also besonders gut dafür einmal genauer hinzusehen, Strukturen und Gewohnheiten zu hinterfragen und neues auszuprobieren.

    Beispielsweise liegt der Ansatz „Teilen und Tauschen statt Besitzen und Wegwerfen“ im Trend.  Eine Rückbesinnung auf nachbarschaftliche Selbsthilfe und das Voneinander lernen sind ein attraktives Gegenmodell zu der steigenden Anonymität in der Stadt. Ein gestiegenes Bewusstsein für nachhaltige Konsumweisen zeichnet sich ab. Das zeigt sich zum Beispiel auch an der wachsenden Zahl alternativer Wohn- und Versorgungskonzepte, die auf Sharing-Ansätzen basieren.

    Das Reallabor hat sich als ein Erfahrungs- und Austauschraum etabliert. Besonders der „Zukunftsraum“ dient als Ort, an dem gemeinschaftlich über diese Themen diskutiert wird und entsprechende Handlungsalternativen ausgelotet werden. Ein solcher Austausch hilft, ein stärkeres Bewusstsein für das eigene Konsumverhalten – und vor allem damit zusammenhängende gesellschaftlich „erlernte“ Konsummuster – zu entwickeln. Ein Ansporn, über den Tellerrand hinauszuschauen! Und zwar explorativ, planungsarm und mit dem Blick auf das Quartier und auf die Menschen darin.

    Die Projektlaufzeit des R131 ist fast zu Ende, aber wir wissen nun: Der Zukunftsraum und das Quartier Zukunft bestehen weiter!

    Wir sind also offen für neue Ideen zum Thema Konsum und suchen auch 2018 wieder Menschen, die aktiv werden wollen. Das KonsumCafé wird weiterhin ein Schwerpunkt unserer Arbeit sein und verstärkt mit dem Thema Klimaschutz einhergehen.

    Wenn du Fragen und Ideen für eigene Projekte zum Thema nachhaltiger Konsum hast komm doch mal bei uns im Zukunftsraum vorbei oder schreib uns an: info@quartierzukunft.de.

    Wer jetzt selbst aktiv werden und ein Zeichen gegen das vorschnelle Wegwerfen von Klamotten setzen möchte, komme uns am 26.11. bei unserer nächsten Kleidertausch-Party im Zukunftsraum besuchen! Getauscht wird von 11 – 15 Uhr in der Rintheimer Straße 46. Wir freuen uns auf Dich und deine Kleider!

  33. Schluss mit Plastikflaschen – Zukunftsraum wird Refill-Standort

    Leave a Comment

    Ab sofort ist der Zukunftsraum Refill-Standort und damit Teil der deutschlandweiten Refill-Bewegung. Unter dem Motto „Plastikmüll vermeiden | Leitungswasser trinken | Wasserflasche auffüllen“ macht die Refill-Initiative auf den immensen Plastikkonsum unserer Gesellschaft und die Verschmutzung unserer Umwelt mit Plastik aufmerksam – und darauf, dass es auch anders geht. Das Prinzip ist ganz einfach und lautet: Müllvermeidung.

    Geschäfte, Apotheken, Cafes, Büros und nun auch der Zukunftsraum in Karlsruhe weisen mit einem Refill-Aufkleber an Türen und Fenstern darauf hin, dass mitgebrachte Flaschen kostenlos mit Wasser aufgefüllt werden. Auffüllen statt Wasser in Plastikflaschen kaufen ist das simple und wirkungsvolle Prinzip von Refill zur Müllvermeidung. Warum eigentlich?

    Die Plastikmüll-Problematik

    Viel zu oft wird Plastik nicht richtig entsorgt und recycelt, landet in der Natur. Erst fällt es auf die Straße, der Wind weht es weiter in Flüsse und über diese gelangt es in Meere und Ozeane. Die Vermüllung unserer Umwelt mit Plastik hat inzwischen extreme Ausmaße angenommen. 2015 lag der Verbrauch von Kunststoff in westeuropäischen Ländern pro Kopf bei 136 kg, 1980 noch bei 40 kg (siehe statista). Die Deutsche Umwelthilfe beziffert die Zahl der Plastikflaschen, die täglich (!) in Deutschland verkauft werden, mit 46 Mio. In vielen z.B. asiatischen Ländern fehlen Recycling-Infrastrukturen gänzlich, so dass Plastik in großem Ausmaß direkt in die Meere gelangt. Die Folgen für die Umwelt sind teilweise verheerend. Wir alle kennen die Bilder von Müllstrudeln im Meer, vermüllten Stränden und verendeten Seevögeln, die Plastikpartikel mit Nahrung verwechselt haben. Mikroorganismen sind nicht in der Lage, Kunststoffe vollständig zu zersetzen. So werden Plastikpartikel immer kleiner, aber nie abgebaut. Es entsteht Mikroplastik. Laut Umweltbundesamt benötigt eine Plastikflasche 450 Jahre bis sie zersetzt ist. Zum Vergleich: Bananenschalen und Papiertüten brauchen für den Zersetzungsprozess etwa sechs Wochen.

    Plastikmüll ist überall – und gesundheitsschädlich für Mensch und Umwelt

    Unmittelbar sichtbare Müllmengen sind damit nur ein sehr geringer Teil des Vermüllungsproblems. Die zerfallenden Plastikteile setzen sich in den Ökosystemen ab, z.B. in Sedimenten – selbst in der Tiefsee, wo der Mensch selber gar nicht hingelangt. Meerestiere wie Muscheln und selbst Plankton nehmen Mikroplastik über die Nahrung auf und reichern es in ihren Organen und Muskeln an. Über die Nahrungskette gelangt es so in den menschlichen Körper. Welche Auswirkungen dies wiederum auf die Gesundheit von Mensch und Tier hat, ist bislang nicht vollständig geklärt.
    Zudem ist Plastik oftmals sehr leicht und wird deshalb durch Strömungen in den Meeren verteilt. Melanie Bergmann, Biologin und Tiefseeforscherin am Alfred-Wegener-Institut – Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung, bezeichnete kürzlich die Tiefsee als Endlager für Plastik. Ihr zufolge gibt es keine Meere oder Ozeane mehr, die nicht betroffen sind. Plastik in großen Mengen findet sich in der Tiefsee, in der Antarktis, Arktis und auf entlegenen Inseln. Dies bestätigte kürzlich ein Forscherteam um den britischen Polarforscher Pen Hadow nach einer Expedition in die Arktis. Bergmann beziffert die Mengen an Plastik, die sich in der Tiefsee befinden, als hundert- bis tausendfach höher als die Mengen an Plastik an der Wasseroberfläche. Der BUND – Bund für Umwelt und Naturschutz e.V. hat ferner darauf hingewiesen, dass zum Teil gesundheitsschädliche Additive von Kunststoffen wie Weichmacher, Stabilisatoren und Flammschutzmittel nicht an die Kunststoffe gebunden sind und mit der Zeit in die Umwelt und an den menschlichen Körper abgegeben werden können.

    Plastikfasten – mit der Wasserflasche beginnen

    Was also tun? Refill Deutschland setzt sich für ein plastikfrei(eres) Leben ein und setzt an einem essentiellen Punkt an: dem Trinkwasser, das unser wichtigstes tägliches Lebensmittel ist. Leitungswasser ist in Deutschland Trinkwasser und kann nahezu überall getrunken werden. Alle Zeichen stehen auf Plastikfasten. Wer auf Wasser in Plastikflaschen verzichtet, leistet bei der immensen Menge, die in Deutschland täglich verbraucht wird, einen wichtigen Beitrag zur Müllvermeidung. Precycling ist Trend. Für alle Durstigen steht die Tür des Zukunftsraums weit offen.

    Refill im Radio!

    Im Juli 2019 hat der Radiosender „die neue welle“ das Thema aufgegriffen und ein Telefoninterview mit Sarah Meyer-Soylu geführt, die das Projekt ehrenamtlich betreut.

     

    Weiterführende Links

    Refill Deutschland

    BUND – Tipps zu plastikfreiem Alltag

    nachhaltig-sein.de – Plastik vermeiden: 30 Tipps für den Alltag

    BUND – Einkaufsratgeber Mikroplastik

  34. Die Mischung machts! – Wie wir unseren Wald auch in Zukunft genießen können

    Leave a Comment

    Wer verbringt nicht gerne seine Sommernachmittage mit Freunden im Hardtwald, joggt jetzt im Herbst durch bunt gesprenkelte Alleen, besucht die Trampeltiere im Oberwald oder geht übers Wochenende in den Schwarzwald zum Wandern? Alle Karls­ru­he­rIn­nen haben den Wald quasi direkt vor ihrer Haustür und damit einen oftmals unterschätzen Schatz.

    Ein Beitrag von Janos Siegle

    Die Wälder in und um Karlsruhe sind vielfältig. Fast alle einhei­mi­schen Baumarten und einige „neu zugezogenen“ gedeihen hier im günstigen Klima. In natürlicher Form kommen diese Arten meist als Mischwald vor. Doch was ist denn eigentlich ein Mischwald? Ein Wald, in dem Nadelbäume und Laubbäume durcheinander wachsen, so wie es immer auf den Landkarten mit spitzen und runden Bäumen dargestellt wird? Oder doch einfach nur ein Wald, in dem mehr als nur eine Baumart wächst? Und vor allem, was haben wir vom Mischwald?

    Exkurs – Mischwald ist Vielfalt!

    In der Forstwirtschaft wird von einem Mischwald gesprochen, wenn wenigstens zwei Baumarten nebeneinander wachsen, die sich Licht, Wasser, Boden und Nährstoffe teilen. Es müssen also nicht zwangsläufig Nadel- und Laubbäume in einem Wald vorkommen, damit von einem Mischwald gesprochen werden kann. So ist beispielsweise auch ein Buchen-Eichenwald ein Mischwald.

    Wenn auf einer Fläche nur Pflanzen einer Art wachsen, wird in der Forstwirtschaft und in der Landwirtschaft von Monokulturen gesprochen. Der Fachbegriff für die Vielfalt der Artenzusammensetzung in einem Ökosystem heißt Biodiversität. Ein Mischwald weist also eine höhere Biodiversität auf als eine Monokultur.

    Wem nützt die Biodiversität?

    Jeder Baum nimmt Einfluss auf seinen Lebensraum und formt diesen ein Stück weit mit. In einem Mischwald übt jede Baumart einen anderen Einfluss aus. Somit gestaltet sich hier auch der Lebensraum vielfältiger als in einer Monokultur. Demnach können sich dort auch mehr andere Pflanzen-, Tier- und Pilzarten ansiedeln. So steigt die Biodiversität auf allen Ebenen im Mischwald. Auch finden viele bedrohte Tierarten hier noch am ehesten einen Lebensraum.

    Mischwälder sind auch gegen Schädlinge besser gewappnet. Denn die meisten Schädlinge und Krankheiten sind artspezifisch. Das heißt, sie sind auf eine bestimmte Art spezialisiert. So können sie sich in einer Monokultur in kurzer Zeit flächenhaft ausbreiten und sich schnell vermehren, da sie jeden Baum im Bestand befallen können. Zwar sind die Bäume in der Lage einzelne Schädlinge zu bekämpfen, doch bei einem massenhaften Befall stehen die Überlebenschancen schlechter. Im Mischwald ist eine solch rasche Ausbreitung unwahrscheinlicher. Je mehr Baumarten zu gleichen Teilen in einem Bestand wachsen, desto schwieriger haben es die Schädlinge, einen geeigneten Baum zu finden. Außerdem steigt mit der Biodiversität auch die Wahrscheinlichkeit, dass sich Fressfeinde der Schädlinge im Ökosystem angesiedelt haben.

    Und was kann der Mischwald sonst noch so?

    Mischwald als Rohstofflieferant. Wie aus dem Wort Forstwirtschaft schon heraus zu lesen ist, soll mit einem Wald auch ein Gewinn erwirtschaftet werden. Holz wird geerntet und zu Möbeln, Werkzeug, Papier oder Brennholz weiterverarbeitet oder als Baumaterial genutzt. Durch den Verkauf des Holzes verdient der Waldbesitzer Geld. Abgesehen von dem geringeren Risiko für Ertragsausfälle, kann ein Mischwald auch höhere Wachstumsraten aufweisen. Die verschiedenen Baumarten beanspruchen die verfügbaren Ressourcen unterschiedlich stark. Zwei Bäume verschiedener Arten teilen sich die verfügbaren Ressourcen besser auf, als zwei Bäume derselben Art, die dieselben Ansprüche haben. Zudem können Bäume mit verschiedenen Wuchsformen dichter zusammenstehen und dennoch das Licht optimal auf verschiedenen Ebenen nutzen. Jedoch ist das Bewirtschaften eines Mischwalds schwieriger, da Eingriffe individuell an die einzelnen Baumarten angepasst werden müssen.

    Wald ist gut für das Stadtklima. Die Energie zum Wachsen und zum Leben gewinnen die Bäume über die Photosynthese aus dem Sonnenlicht. Dabei werden in den Blättern energiereiche Verbindungen aufgebaut, welche dann an anderer Stelle wieder verbraucht werden. Das Abführen dieser Energie ist unter anderem dafür verantwortlich, dass sich ein Wald durch die Sonne weniger stark erwärmt wird als eine Stadt. Über freie Flächen zwischen Wald und Stadt, sogenannte Frischluftschneisen, können sich Winde aufbauen und vergleichsweise kühle Luft aus dem Wald in die Stadt transportieren. Dies führt dann vor allem in den Sommermonaten zu einem angenehmeren Stadtklima.

    Mischwald ist anpassungsfähiger. Durch den Klimawandel verändern sich die Standortbedingungen im Wald. Viele der Bäume, die aktuell an zu ihren Ansprüchen passenden Standorten wachsen, werden mit den Änderungen nur schwer zurechtkommen. Sowohl Trockenheit und Hitze, aber auch Kälte und extreme Niederschlagsereignisse, können den Baumarten zu schaffen machen, welche nicht daran angepasst sind. In einem Mischwald ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass alle Baumarten gleichzeitig den veränderten Umweltbedingungen weichen. Es bleibt also Zeit, diese Bäume durch besser angepasste Bäume ersetzen zu lassen.

    Wald in der Stadt? Ja, bitte!

    Der Wald ist aus dem Stadtbild Karlsruhes und der Region kaum wegzudenken. Er ist die „Grüne Lunge“ unserer Stadt und wesent­li­cher und unver­zicht­ba­rer Teil des öffent­li­chen Stadtgrüns als Naherholungsgebiet für die BewohnerInnen. Auch Karlsruhes Geschichte hat seinen Ursprung im Wald. Vom Markgraf Karl-Wilhelm im Jahr 1715 auf einer Lichtung mitten im Hardtwald gegründet, hat die Stadtentwicklung mit der Zeit viel davon verdrängt. Trotzdem besteht noch mehr als ein Viertel (genauer gesagt 4.618 Hektar oder 26 Prozent) der Gesamtfläche in Karlsruhe aus Wald. Damit gehört unsere Gegend zu den waldrei­chen Großstadt­re­gio­nen und das soll auch für zukünftige Generationen so bleiben. JedeR kann mithelfen die Artenvielfalt zu erhalten, auch in der Stadt. Ob im Garten auf dem Balkon oder auf Grünstreifen und Baumscheiben.

    Vielleicht wird es Zeit den Wald wieder neu für uns zu entdecken? Am besten bei einem herbstlichen Spaziergang mit Freunden oder Familie um gemeinsam die Farben, die gute Luft und die Natur zu genießen. Vielleicht sieht man sich ja?

  35. Heute parken nicht nur Autos! PARK(ing) Day 2017

    Leave a Comment

    Hast Du Dich schon mal gefragt, wie deine Straße autofrei aussehen würde? Vergangenen Freitag haben einige Karlsruher und Karlsruherinnen das gemeinsam ausprobiert. Am 15. September fand nämlich, wie jeden dritten Freitag im September, auch in Karlsruhe wieder der PARK(ing) Day statt. Unter dem Motto „Die Stadt ist für die Menschen, nicht für die Autos“ erobern Menschen auf der ganzen Welt Parkplätze zurück.

    Am jährlichen PARK(ing) Day werden Parkplatzflächen belegt und der so entstandene Raum wird kreativ in der Gemeinschaft genutzt. Auch unser Praktikant Janos Siegle war in Karlsruhe dabei und hat die Antwort auf die Frage „Wie sieht meine Stadt autofrei aus?“ für einen Tag miterlebt.

    Ein Beitrag von Janos Siegle

    Es ist Freitagmorgen. Viele Leute sind unterwegs, wahrscheinlich zur Arbeit oder zum Einkaufen. Auch ich bin unterwegs in die Karlsruher Innenstadt, aber aus einem ganz anderen Grund. Ich quetsche mich durch zwischen den parkenden Autos am Straßenrand und denen, die sich von der nächsten Kreuzung zurückstauen und den halben Fahrradweg blockieren. Fast geschafft. Heute will ich mit anderen Karlsruherinnen und Karlsruhern im Rahmen des PARK(ing) Day darauf aufmerksam machen, wie viel Fläche wir in der Stadt den Autos zum Rumstehen überlassen. Allein in der Karlsruher Innenstadt sind das über 10.000 Quadratmeter und da sind die Parkhäuser nicht mitgerechnet. Das entspricht einer Fläche die fast so groß ist wie der Friedrichsplatz. Der PARK(ing) Day ist ein friedlicher Aufruf für eine Veränderung unserer Mobilitätskultur. Das tolle daran ist: jedeR kann mitmachen und das ganz einfach – Parkschein lösen und es sich gemütlich machen.

    Auf geht’s durch die Innenstadt

    In der Lammstraße, neben dem Naturkundemuseum, treffe ich Mitglieder der Organisation Greenpeace an. Sie sind dabei, eine Reihe von Parkplätzen zu möblieren; ich helfe mit. Liegestühle, Gartentische und Campingsessel – alles haben sie dabei, sogar Topfpflanzen und Blumenvasen finden sich im Parkplatzwohnzimmer in der Lammstraße. Auf einem großen, weißen Banner ist das PARK(ing) Day Logo vorgezeichnet, Farben stehen bereit und laden zum  Mitmalen ein. Außerdem gibt es verschiedene Infos zum Thema „Autofreie Stadt“.

    Es geht für mich weiter. Im Passagehof sind nun, nach einigen Schwierigkeiten, die reservierten Parkplätze autofrei. VCD und BUZO haben es sich hier gemütlich  gemacht. Auf einem grünen Teppich laden Gartentisch und Stühle zum Verweilen ein. Als ich nach einer frühen Mittagspause an den Gartentisch zurückkehre, gibt es Nusszopf und Zwetschgen und eine Diskussion über Zwetschgensorten kommt auf. Ein Essenslieferant, der Mittagspause macht und auf sein eigenes Essen wartet, setzt sich mit in die Gruppe. Er hatte schon im Voraus vom PARK(ing) Day gehört und ist ganz begeistert, wie wir den Parkraum gemeinschaftlich nutzen.

    „Ich kann keine Autos mehr sehen!“

    An der Ecke Karlstraße Waldstraße finde ich einen Infostand vom ADFC und autofrei leben!. Doch nur wenige Menschen bleiben stehen oder schauen sich den Stand genauer an. Dafür ist das Verkehrsaufkommen und die Geschwindigkeit an dieser Kreuzung zu hoch – leider. Ein Mann ruft im Vorbeigehen: „Ich kann keine Autos mehr sehen!“, dann bleibt er doch noch kurz stehen und erzählt von seinen vielen Jahren als LKW-Fahrer. Gerade als ich weiter gehen will, parkt eine Frau halb auf der Kreuzung. Ich spreche sie darauf an, dass sie den Rad- und den Fußverkehr behindert. Sie geht schnell weiter mit den Worten, sie muss das jetzt schnell bei der Galerie abgeben. Ich bleibe noch ein wenig länger da, da es mich interessiert, wie lange sie denn wirklich braucht. Keine fünf Minuten später parkt ein großer Lieferwagen eines Caterers direkt hinter der Frau. Den Radfahrern und Fußgängern bleibt nur noch ein schmaler Spalt zwischen den Autos, der Rest der Kreuzung ist blockiert. Etwa 15 Minuten später kommt die Frau zurück und ich gehe zur nächsten Station.

    In der Südlichen Waldstraße treffe ich auf vier Studentinnen, die in der Grünen Jugend aktiv sind. Sie laden mich direkt ein, mich zu ihnen aufs Sofa zu setzten. Mit Schirmen trotzen sie dem – noch – leichten Regen. Den Standort für ihr Sofa, den Klapptisch und die Papphocker haben sie gut gewählt. Denn die Grünen haben im Gemeinderat zum Thema „Autofreie Südlichen Waldstraße“ bereits einen Antrag gestellt. Dieser wurde allerdings abgelehnt. Nach dem ich vom Sofa aus den Verkehr eine Weile beobachtet habe, kann ich nur sagen, zu unrecht. Die Straße hätte ohne Autos so viel mehr zu bieten.

    Ich mache mich wieder auf den Weg zur letzten Station und komme in einen Starkregen. Da bin ich dann echt froh, dass sich die Anstoß die Parkplätze direkt vor ihrem Projektraum „ßpace“ in der Fritz-Erler-Straße hat reservieren lassen. Dort kann ich mich unterstellen und bekomme etwas zu trinken. Als der Regen nachlässt, rollen sie ihre Teppiche wieder aus und machen es sich erneut im Freien gemütlich. Um halb fünf beginnt die Band STILL IN THE WOODS im „ßpace“ ein Konzert – schön.

    Am Ende wieder zurück zum Alltag? – Oder doch etwas Neues wagen?

    Dann ist es für mich auch schon wieder an der Zeit, Heim zu fahren. Ich hatte einen tollen Tag mit vielen spannenden Gesprächen, trotz Regen. Ich hoffe wir haben vielen Menschen zeigen können, dass im aktuellen Stadtverkehr ein Umdenken Einzug halten sollte und sich noch vieles ändern muss. Partielle Fahrverbote und die Einführung einer Citymaut  für Autos halte ich für einen guten Anfang. Auch wer sein Auto teilt oder Carsharing nutzt trägt dazu bei, dass wieder mehr Fläche von den Menschen genutzt werden kann. JedeR kann zu einer neuen Mobilitätskultur beitragen und ein Zeichen setzen und das nicht nur am PARK(ing) Day. Dennoch motivieren solche Aktionen Menschen dazu, sich Zeit nehmen, den Alltagstrott zu unterbrechen und gemeinsam den Autolawinen zu trotzen. So können wir uns auf die Zukunft in den Städten freuen.

    Auf den PARK(ing) Day 2018 bin ich bereits gespannt und ich freue mich dort wieder viele motivierte Menschen zu treffen.

     

    Du interessierst Dich für das Thema Autofrei und willst mehr dazu wissen?

    Hier findest Du weiteren Lesestoff:

    Verkehrsentwicklungsplan Karlsruhe

    Tipps für eine ökologische Mobilität

    Autofreie Städte – Leise, Sauber, Sicher

    Mobilität in Metropolen – Neue Wege durch die Stadt

    Inteligente Mobilität – „Der autofreien Stadt gehort die Zukunft“

     

     

  36. Wer die Saat hat, hat das Sagen?

    Leave a Comment

    Saatgut ist ein Thema über das man eher selten nachdenkt, wenn man nicht gerade ambitionierter Hobbygärtner oder Landwirt ist. Trotzdem betrifft es uns alle, denn es ist das erste Glied in der Nahrungsmittelkette und somit die Grundlage unserer Ernährung.

    Ein Beitrag von Melissa Wagner

    Zum Frühstück ein Müsli mit Haferflocken, mittags Spaghetti mit Tomatensoße und abends ein kühles Bier aus Hopfen und Malz – Fast alles, was auf unseren Tellern landet hat seinen Ursprung in den kleinen Samenkörnern. In Zeiten der industriellen Agrarwirtschaft wird es aber immer schwieriger den Überblick darüber zu behalten, wo die Samen herkommen und was eigentlich drin steckt. Begriffe wie grüne Gentechnik, Hybridzüchtungen und Handelsmonopole spielen hier eine große Rolle.

    Damit wir auch in Zukunft bestimmen können, was auf unseren Tellern landet, ist es deshalb wichtig unsere Saatgutsouveränität zu erhalten. Saatgutsouveränität bedeutet selbst über Saatgut verfügen zu können und es als Gemeingut zu wahren. Auch wer nicht gerade einen grünen Daumen hat, kann dazu beitragen. Hilfreiche Tipps, wie das möglich ist, geben wir weiter unten.

    Vom Gemeingut zur Ware

    Lange Zeit war es selbstverständlich, dass Saatgut niemandem gehört, sondern gemeinschaftlich gepflegt und weitergegeben wird. Da es sich selbst vermehrt, war es schlichtweg ungeeignet für die Kommerzialisierung – Wieso sollte ein Bauer Samen kaufen, wenn aus einem Samenkorn eine Pflanze wird, die wiederum unzählige Samen in sich trägt? Seit Mitte des 20. Jahrhunderts sieht das jedoch anders aus. Zwei Dinge haben im Laufe der Zeit dazu geführt, dass Saatgut mittlerweile als profitable Ware gehandelt wird. Hybridzüchtung und Gentechnik.

    Die Hybridzüchtung ist ein Spezialfall der klassischen Züchtung. Durch das Kreuzen zweier Elternlinien, die auf gewünschte Kriterien selektiert wurden (also reinerbig sind), entstehen Nachkommen, die deutlich robuster und ertragreicher sind als ihre Eltern. Diesen Effekt nennt man Heterosiseffekt. Zudem sind die Nachkommen sehr homogen in ihren Eigenschaften, wodurch sie sich leichter verkaufen lassen und besser industriell weiterverarbeitet werden können. Was im ersten Moment toll klingt, birgt aber auch einen gewaltigen Nachteil: Hybridsaatgut ist nicht verlässlich vermehrbar, was dazu führt, dass Bauern und Gärtner jedes Jahr neues Saatgut kaufen müssen.

    Ein weiterer Grund für die zunehmende Abhängigkeit der Bauern von käuflichem Saatgut ist die sogenannte grüne Gentechnik. Die am weitesten verbreiteten Methoden sind hierbei Herbizid- und Insektenresistenzen. Herbizidtoleranzen bewirken, dass Pflanzen aus genetisch verändertem Saatgut den Einsatz von gewissen Unkrautbekämpfungsmitteln überleben, während unerwünschte Pflanzen vernichtet werden. Insektenresistenzen bewirken hingegen zum Beispiel, dass die Pflanzen Gifte gegen bestimmte Schädlinge produzieren, und diese so abtöten. Auch hier steht der Nutzen im Vordergrund: Weniger natürliche Feinde und robuste Pflanzen bedeuten höheren Ertrag. Durch diese Verfahren wurde die Entwicklung von Saatgut auch für Chemiekonzerne interessant, die nun Saatgut, Düngemittel und Pestizide im Paket verkaufen.

    Bäuerliche Kleinbetriebe, die ohne Hybridsaatgut und Gentechnik anbauen, können sich mittlerweile kaum noch am Markt behaupten. Ein hoher Aufwand und geringere Erträge im Vergleich zu industriellen Großbetrieben sind der Grund.

    Das Saatgut liegt in den Händen weniger Konzerne

    „Wer die Saat hat, hat das Sagen“, so lautet ein altes bäuerliches Sprichwort. Mittlerweile beherrscht nur noch eine Handvoll Unternehmen die globale Produktion und bestimmt dadurch über Preise und Biodiversität – Damit wird klar, wer das Sagen hat. Gab es letztes Jahr noch sieben Konzerne am Markt, wird die Zahl durch große Fusionen schon in naher Zukunft auf vier schrumpfen. Vor allem die Fusion der beiden Megaunternehmen Bayer und Monsanto erregt dabei viel Aufsehen. Das Problem: Je größer die Markmacht, desto größer ist die Gefahr, dass die Konzerne sie ausnutzen. Bayer/Monsanto wäre nach der Fusion globaler Marktführer in Sachen Saatgut, Pestizide und Agrotechnik. Neben dem Saatgut-Monopol besteht somit außerdem die Gefahr der Ausübung politischer Macht durch Lobbyarbeit. So könnten Bayer/Monsanto bald mitreden, wenn es um neue Gesetze zum Thema Saatgut-Patentierung und ähnlichem geht. Eine Empfehlung für alle, die zu diesem Thema mehr erfahren wollen, ist die planet e Dokumentation „Schöne neue Landwirtschaft?“ – Kostenlos anzuschauen in der ZDF Mediathek.

    Die Bedeutung der Sortenvielfalt

    Wer im Supermarkt einkauft, findet oft nur wenige unterschiedliche Obst- und Gemüsesorten. Auberginen kennen viele zum Beispiel vorrangig als dunkellilafarbene, nach unten bauchige Frucht. Nur wenige Menschen wissen, dass es Auberginen in unterschiedlichsten Formen und Farben gibt. Weiß, grün, gelb, länglich, rund, eierförmig – Solche Exemplare finden sich meistens nur noch in Omas Gemüsegarten. Das liegt vor allem daran, dass durch die Vereinheitlichung der Landwirtschaft aus komplexen Anbausystemen Monokulturen wurden. Während früher in jeder Region unterschiedliche Sorten – je nach geografischen Anforderungen, Weiterverarbeitungszwecken und geschmacklichen Präferenzen kultiviert wurden, werden heute nur noch wenige Sorten angebaut. Einheitlichkeit ist zu einem der wichtigsten Züchtungsziele geworden. Nur Sorten, die für große Anbaugebiete geeignet und robust sind, sind kommerziell interessant. Auch die Eignung für die industrielle Weiterverarbeitung spielt eine große Rolle. So wird etwa die Hälfte der Kartoffeln in Deutschland nicht frisch, sondern in Form von Chips, Pommes oder Knödeln gegessen. Die Mehrheit der Konsumenten stört es dabei nicht, dass man im Supermarkt nur die gewohnten Sorten findet, aber was bedeutet das für unser Ökosystem?

    Biologische Vielfalt ist unter anderem wichtig, weil sie unser Ökosystem stabilisiert. Entstehen beispielsweise neue Krankheiten, gibt es dank der genetischen Vielfalt immer einige Sorten, welche auf natürliche Art resistenter sind als andere und dadurch überleben können. Eine Begrenzung auf wenige Sorten macht sie durch ihre enge genetische Basis hingegen deutlich anfälliger für Krankheiten oder ökologische Veränderungen. Umso wichtiger ist es unsere Saatgutsouveränität zu erhalten und nicht abhängig von einigen wenigen Großkonzernen zu sein, die vorgeben, welche Sorten angebaut werden.

    Ob grüner Daumen oder nicht – Jede und Jeder kann etwas tun!

    Wer selbst am Gärtnern interessiert ist und Spaß dabei hat, kann ohne großen Aufwand selbst etwas zur Erhaltung der Sortenvielfalt beitragen. Nicht immer braucht es dazu einen eigenen Garten. In der Regel genügen auch schon der Balkon oder die Fensterbank. Aber woher bekomme ich Saatgut, bei dem ich sicher sein kann, dass es nicht aus Hybridzüchtungen stammt? Eine einfache Möglichkeit, bei der man sich auch gleich noch mit anderen HobbygärtnerInnen austauschen kann, sind Pflanzentauschbörsen. Auch wir haben schon zwei erfolgreiche Pflanzentauschbörsen im Zukunftsraum veranstaltet. Um zu erfahren, wann die nächste stattfindet, halte dich einfach über unseren Kalender auf dem Laufenden. Oder noch besser: Veranstalte doch deine eigene kleine Tauschbörse. Ein Blick über den Gartenzaun, ein Gespräch mit den Nachbarn – So lassen sich schnell weitere Interessierte finden.

    Reiche Ausbeute beim Pflanzentausch.

    Auch für Leute, die lieber bestimmtes Saatgut kaufen wollen, gibt es zahlreiche Alternativen zum Baumarktsaatgut. Verlässliches Zeichen für ökologische Qualität ist dabei zum Beispiel das demeter Logo. Mehr Anlaufstellen für Biosaatgut findet ihr am Ende des Artikels in unserer Linkliste. Auch eine schöne Idee: Auf der Website des Start-ups Stadtlandblüht  kann man „Grüne Boxen“, mit je fünf Sorten Bio-Saatgut, passend zur jeweiligen Jahreszeit, bestellen. Eine weitere Möglichkeit seltene Sorten zu erhalten, ist die sogenannte Sortenpatenschaft, wie sie zum Beispiel der Verein zur Erhaltung von Nutzpflanzenvielfalt anbietet. Mehr Infos dazu findet ihr hier.

    Wer keinen Garten oder Balkon zur Verfügung hat und dennoch gärtnern will, kann sich hier in Karlsruhe an die Fächergärtner oder die AG Beete (Treffen sich immer Mittwochs 18:30 Uhr am Gerwigbrunnen in der Oststadt) wenden, die beide das Ziel haben mit urbanen Gärten die Stadt grüner zu machen.

    Gärtnern liegt dir nicht so sehr oder du hast keine Zeit dich um dein eigenes Beet zu kümmern? Auch kein Problem. Neben dem Erhalt alter Sorten, ist es außerdem wichtig die lokale Landwirtschaft und bäuerliche Kleinbetriebe zu unterstützen. Auch in und um Karlsruhe gibt es Betriebe, die ökologischen Landbau betreiben. Wer nicht die Zeit hat selbst im Hofladen vorbeizuschauen kann sich zum Beispiel ganz bequem online eine Biokiste der Biogärtnerei Schmälze bestellen. In die Kiste kommt ausschließlich regionales Bioobst und –gemüse. So könnt ihr sicher gehen, dass der Ursprung der Lebensmittel in gentechnik- und hybridzüchtungsfreiem Saatgut liegt.

    Eine weitere Möglichkeit bietet die foodcoop Karlsruhe. Sie ist ein Zusammenschluss von Haushalten, die gemeinsam Lebensmittel direkt aus regionalem Ökoanbau beziehen. Der Vorteil: Durch den Direktbezug vom Bauern wird die Landwirtschaft ohne Umwege über Supermärkte unterstützt. Man selbst weiß genau wo die Lebensmittel herkommen und unter welchen Bedingungen sie angebaut werden und der Landwirt kann sich unabhängig von Marktzwängen einer guten landwirtschaftlichen Praxis widmen. Ganz ähnlich funktioniert übrigens auch die solidarische Landwirtschaft. Die SoLaWi KArotte ist eine Gemeinschaftsgärtnerei aus Karlsruhe, bei der die Mitglieder den Anbau und ihre Versorgung mit biologischem Gemüse selbst in die Hand nehmen. Tipp: Am 30. September findet auf dem Markushof in Nußloch eine Hofführung statt. Hier bekommt ihr Informationen über biologischen Anbau und die Solidarische Landwirtschaft Rhein-Neckar aus erster Hand.

    Die hier aufgelisteten Möglichkeiten unsere Saatgutsouveränität und die lokale Landwirtschaft zu unterstützen, haben natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie sollen euch nur einen kleinen Einblick geben und Mut machen, denn JedeR kann etwas tun!

    PS: Für alle, die mehr über das Thema Saatgut erfahren wollen, haben wir übrigens auch einen tollen Lesetipp: „Saatgut – Wer die Saat hat, hat das Sagen“ von Anja Banzhaf.

     

     

    Und hier findet ihr verlässliches Ökosaatgut:

    bingenheimer Saatgut

    Dreschflegel Saatgutversand

    ReinSaat

    Sativa Rheinau

     

  37. Es grünt so grün… Wie Stadtgrün nachhaltig gestärkt werden kann

    Leave a Comment

    Ein Beitrag von Dagmar Lezuo

    Grün in der Stadt ist wichtig. Es leistet unverzichtbare ökologische, soziale, kulturelle und infrastrukturelle Dienste für uns und trägt wesentlich zu gutem Leben in der Stadt bei. Wie es gestärkt und nachhaltig in unserer Gesellschaft verankert werden kann, hat Dagmar Lezuo in ihrer Doktorarbeit untersucht. Ein erstes Fazit: Voraussetzung sind gut vorbereitete und auf lange Dauer angelegte Kommunikationsprozesse. Am Beispiel eines Grünbausteins in München wird aufgezeigt, was sie ausmacht und wie sie funktionieren.

    Kürzlich hat die Bundesregierung das Weißbuch Stadtgrün herausgegeben, in dem sie „Wege zu einer grünen Stadt“ aufzeigt. Sie signalisiert damit einen grundlegenden Strategiewechsel, denn sie stellt das Stadtgrün als bedeutsamen Faktor einer nachhaltigen Stadt- und Raumplanung heraus. Das Weißbuch soll Kommunen bei der Entwicklung und Stärkung des Stadtgrüns unterstützen.

    Auch das Quartier Zukunft hat sich u.a. mit der Thematik befasst, als es um die Freiraumentwicklung in der Oststadt ging. Dass der Umgang mit Grün in einem von vielfältigen Vorgängen und Vorhaben geprägten gewachsenen Stadtteil kompliziert sein kann, hat sich dabei gezeigt. Hier setzt meine Forschungsarbeit an. Anhand eines Münchner Fallbeispiels beschäftige ich mich mit der Frage, wie sich die nachhaltige und multifunktionale Gestaltung eines Grünbausteins im Kontext komplizierter städtischer Prozesse realisieren lässt.

    Das Fallbeispiel Riemer Park

    Der Riemer Park ist eine öffentliche Grünanlage in München. Gebaut wurde er auf dem ehemaligen Areal des Flughafens München Riem – zusammen mit der Messestadt, einem Stadtteil für 16 000 Einwohner und ebenso viele Arbeitsplätze. Leitbild bei der Planung und Realisierung des Stadtteils war die 1992 in Rio de Janeiro beschlossene Agenda 21. Mit der Anlage des Riemer Parks wurde eines der damit verbundenen Nachhaltigkeitsziele erfüllt: Der Park bietet zu allen Jahreszeiten attraktive und vielfältige Erholungsmöglichkeiten und trägt damit zu ausgewogenen Lebensverhältnissen vor Ort bei. 2006 wurde er der Bevölkerung übergeben und steht seither unentgeltlich für Erholungs- und Freizeitzwecke einschließlich spielerischer und sportlicher Aktivitäten zur Verfügung.

    Bäume vermitteln zwischen Siedlung und Park.
    Ein Badesee lädt zur Erholung im Sommer und im Winter ein. Spazierengehenen, Radfahren und sportliche Aktivitäten auf der weitläufigen Terrasse.

     

    Der Gestalt des Riemer Parks liegen der landschaftsarchitektonische Entwurf eines französischen Planungsbüros und umfangreiche politische und planerische Verfahren zugrunde. Über mehrere Jahrzehnte hinweg war der Entwurf direkt oder indirekt Gegenstand gesellschaftlicher Aushandlungen, und das in einem Umfeld, das von der Vielfalt der daran beteiligten Akteure – Institutionen, Gremien, Baufirmen, Fachleute, Bürger – geprägt war. Und die Entwicklung des Parks ist noch lange nicht abgeschlossen. Denn für Grünanlagen gilt, anders als bei Gebäuden, dass sie in der Regel nicht mit dem Bau fertig sind, sondern sich erst mit der Zeit durch natürliches Wachstum und gezielte Pflege entwickeln und ihre volle Funktionsfähigkeit erlangen. Die Stadt München hat deshalb für den Park Pflegeziele formuliert, die bis ins Jahr 2035 reichen. Mehrere Generationen und verschiedene Akteurgruppen waren und sind mit dem Park befasst.

    Der Entwurf als Gestaltungsinstrument und Kommunikationstool ?

    Als Landschaftsarchitektin interessiert mich insbesondere, welche Funktion dabei dem Entwurf zukam. Ein Entwurf ist zunächst einmal eine abstrakte Angelegenheit. Er besteht aus den räumlichen und gestalterischen Vorstellungen, die der zukünftigen Grünfläche zugedacht sind. Erst durch die Übertragung in eine zeichnerische Darstellung (Plan) werden diese sichtbar und, weiter gedacht, verhandelbar. Mit meiner Arbeit konnte ich belegen, dass der Entwurf – über seine Funktion als Gestaltungsinstrument hinaus – als Instrument zur Kommunikation der vielfältigen und komplexen Inhalte dient.

    Entwurf für den Riemer Park: Plandarstellung (Autor: Latitude Nord 1997)

    Wie funktioniert das? Die Aushandlung eines Entwurfs von dessen Erzeugung bis zur Umsetzung beruht auf kommunikativen Handlungen der beteiligten Akteure, die sich im Laufe der Zeit über den Entwurf für den Park verständigen, und zwar vom übergeordneten Zusammenhang bis ins bauliche Detail. Es liegt auf der Hand, dass dies mit einer einzigen zeichnerischen Darstellung nicht getan ist. Im Fall des Riemer Parks kamen viele unterschiedlich beschaffene Materialien zum Einsatz. Der Entwurf wurde visualisiert, die Entwurfsinhalte fanden jedoch auch Niederschlag in Erläuterungstexten, Berichten und Protokollen, Stücklisten, Vertrags- und Regelwerken oder Beschlusstexten. Verbale Ausdrucksmittel sind enorm wichtig, wenn viele öffentliche Belange betroffen sind. Nicht zuletzt wurde der Entwurf in die Form der realen Grünanlage übertragen, mehr als 30 000 Bäume und Sträucher wie auch die Wiesen, Wege, Spiel- und Sportplätze, etc. machen den Park heute erlebbar. Der Entwurf wurde sozusagen in verschiedene Sprachen übersetzt (Wort-, Bild-, Artefaktsprache).

    Die Idee als Skizze (Latitude Nord 1995)… …und als Ausstellungsmodell (Stadt München 2001)

     

    Wie lässt sich Grün in Stadtraum und Gesellschaft verankern?

    Mehrere hundert zeichnerische und textliche Materialien habe ich gesichtet wie auch den Park selbst, um herauszufinden, wie diese verschiedenen Ausdrucksmittel zusammenhängen und was dazu beigetragen hat, dass es den Riemer Park heute gibt, dass er funktioniert und sich zudem der ursprüngliche Entwurf darin zeigt. Demnach findet die gesellschaftliche Aushandlung unserer städtischen Lebenswelt nicht allein zwischen den verschiedenen Akteuren statt, sondern auch Bilder, Pläne, Modelle oder Schriftstücke sind daran beteiligt. Die Materialien vermitteln das Wissen über Entwurf und Park und ihnen sind die vielfältigen Verbindungen eingeschrieben, die zwischen den beteiligten Akteuren und der Grünanlage bestehen. Ohne seine zeichnerischen und schriftlichen Begleiter würde der Park jetzt und auch in Zukunft nicht existieren.

    Dass der Riemer Park für mehrere Generationen bereitgestellt werden soll, bedeutet, dass auch die Vermittlung des Wissens darüber eine langfristige Angelegenheit ist. Nicht nur der Park bedarf einer regelmäßigen und dauerhaften Pflege und Entwicklung, sondern auch der Materialienkorpus, indem das Wissen darüber gespeichert ist.

    Bilder, Pläne, Texte: Aktenlage
    Riemer Park

     

    Was können wir daraus lernen? – Wissen für die Zukunft

    Aus den Bildern, Plänen und Texten konnte ich außerdem einige generelle Vorgehensweisen herausfiltern, die sich auch auf andere Vorhaben des öffentlichen Grüns übertragen lassen.

    • Aushandlung auf Augenhöhe

    Grundlegend für die Stärkung des Grüns in der Stadt ist der politische Wille, das Grün tatsächlich auf Augenhöhe mit Verkehrsflächen und Bauwerken zu behandeln. In München Riem war dies der Fall, dem öffentlichen Grün wurde von vorne herein eine eigenständige starke Position zugewiesen. Bezogen auf den Flächenanteil: Dem Grün wurde ein Drittel des ehemaligen Flughafenareals zugeordnet, neben 1/3 Wohnen und 1/3 Gewerbe. Bezogen auf die Qualität: Der Riemer Park wurde hochwertig gestaltet und ausgestattet und er wird gut gepflegt. Damit wurde die Möglichkeit, im Münchner Osten „gut zu leben“, erhöht und auf Augenhöhe mit anderen Stadtteilen gebracht.

    • Einbettung in übergeordnete Strategien

    Zur Stabilisierung einer Grünentwicklung vor Ort trägt die Einbettung in übergeordnete Strategien auf mehreren Ebenen bei. Auf planerischer Ebene zum einen: Die Stadt München positionierte den Park als wichtige Freiraumsetzung, die nicht allein vor der Haustür seiner Anlieger, sondern im Kontext der großen städtebaulich-landschaftlichen Entwicklungen im Nordosten der wachsenden Großstadt Wirkung entfaltet. Auf betrieblicher Ebene zum anderen: Die Pflege und Entwicklung des Riemer Parks ist in den gesamtstädtischen Grünflächenunterhalt eingebettet, das heißt, sie erfolgt im Rahmen stadtweit geltender Standards.

    • Koproduktion

    Um ein dauerhaftes Zusammenwirken von Stadtgrün und Stadtbewohnern zu erreichen, werden unterschiedliche Kompetenzen benötigt. Das Spektrum der zu beteiligenden Akteure muss entsprechend „konfiguriert“ sein. Im Fall des Riemer Parks stellen Politik und Verwaltung die Grünanlage bereit. Wissenschaftler, Ingenieure und Entwerfer liefern Wissen zu. Baumschulen und Baufirmen stellen Baumaterialien her und errichten damit den Park. Anwohner und Parkbesucher von weiter her nutzen ihn zur Erholung. Das heißt, der Münchner Grünbaustein ist ein Koprodukt unterschiedlicher Akteurgruppen.

    Mehr dazu hier.

    Wie also kommt das Grün zur Stadt? Und wie sieht es dazu in Karlsruhe aus?

    Konstellationen zur Schaffung und Qualifizierung urbanen Grüns können ganz unterschiedlich aussehen, je nachdem, ob es sich um privates oder öffentliches, um „Alltags“- oder repräsentatives Grün handelt. Eine zunehmend wichtige Rolle spielen die Ideen und Initiativen der Bürgerinnen und Bürger, die diese ebenfalls in den öffentlichen Raum einbringen.

    Als Karlsruher Beispiele seien der ‚Garten der Religionen‘ genannt, einem Grünbaustein im Südosten der Stadt, der in einem langen Aushandlungsprozess von Vertreterinnen und Vertretern der großen Weltreligionen und der Stadt Karlsruhe zusammen mit einem Karlsruher Landschaftsarchitekten entstanden ist, der den gesellschaftlichen und räumlichen Belangen eine Form gegeben hat. Und das „NachhaltigkeitsExperiment“ Beete und Bienen, das im Rahmen des Quartier Zukunft entstanden ist: Im Bereich einer öffentlichen Grünfläche haben sich Bürgerinnen und Bürger Hochbeete gebaut, die sie zu Selbstversorgungszwecken gemeinsam bewirtschaften und die zugleich Lebensraum für Bienen sein sollen. Zuletzt sei die 2016 vom Gartenbauamt ausgerufene Initiative „Meine grüne Stadt Karlsruhe“ erwähnt, die mit einer Bürgerwerkstatt für mehr Grün in der Stadt verbunden wurde. Eines der daraus hervorgegangenen sogenannten Anpacker-Projekte mit dem Titel „Neue, kleinere und größere Wälder/ Oasen für die Stadt“ beschäftigt sich genau damit: Die Projektgruppe sucht die Stadt nach Flächen ab, die sich für eine Begrünung eignen, macht entsprechende Vorschläge und kümmert sich in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung um die Finanzierung und Umsetzung.

    Das Spektrum der Möglichkeiten, das Stadtgrün zu entwickeln und stärken, ist breit. Voraussetzung und zugleich Herausforderung sind gut und sinnvoll eingefädelte auf längere Dauer angelegte Kommunikationsprozesse, die nicht zuletzt auch die natürlichen Entwicklungspotentiale und -zeiten des Grüns selbst berücksichtigen.

     

    Interessantes zum Weiterlesen:

    Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (2017): Weißbuch Stadtgrün

    Bundesamt für Naturschutz (2017): Doppelte Innenentwicklung – Perspektiven für das urbane Grün

    Bundesamt für Naturschutz (2017): Urbane Grüne Infrastruktur für attraktive und zukunftsfähige Städte


     

    Dagmar Lezuo (dagmar@lezuo.de) arbeitet als Landschaftsarchitektin in Karlsruhe und forscht über Entwurfsprozesse an der Schnittstelle von Verwaltung, Praxis und Wissenschaft.

    Ihre Doktorarbeit ist 2017 erschienen unter dem Titel „Wie kommt der Entwurf zur Landschaft? Übersetzungsstrategien zur Qualifizierung großer öffentlicher Landschaften, Beispiel Riemer Park“

     

    Soweit nicht anders angegeben stammen alle Fotos von der Autorin.

  38. Da geht was in Karlsruhe! Und zwar Nachhaltige Mode

    Leave a Comment

    Wir wollen’s nachhaltig! Und zwar nicht nur in Kühlschrank und Speisekammer, sondern auch im Kleiderschrank. Doch Alternativen zu finden, die nicht nur nachhaltig sind, sondern auch dem eigenen Geschmack entsprechen, ist gar nicht so einfach. Da es manchen von euch bestimmt genauso geht, möchten wir in diesem Beitrag unsere Erfahrungen mit euch teilen und ein paar Tipps für nachhaltigen Modekonsum in Karlsruhe geben.

     

    Kleidertauschparties

    Kleidertauschparties haben sich inzwischen in vielen Städten als alternative Plattformen für Second Hand Kleidung etabliert. Neben uns vom Quartier Zukunft, das am vergangenen Sonntag (9. Juli 2017) im Zukunftsraum gerade wieder ein Tauschevent veranstaltet hat, laden auch das Mikado, der Jugendtreff CAVE der AWO und viele andere regelmäßig zu sich ein.

    Das Prinzip variiert etwas, doch immer geht es um die kostenlose Weitergabe von Kleidung, Schuhen, Taschen und ähnlichem. Mal gibt es einen Eins-zu-Eins-Tausch, mal bringt jedeR mit, was er oder sie nicht mehr trägt, und nimmt sich, was gefällt (wie bei uns im Zukunftsraum). Die übrig gebliebenen Teile werden entweder gespendet (Obdachlosenhilfe, Frauenhaus, Flüchtlingsunterkunft – so machen wir‘s) oder von den BesitzerInnen wieder mitgenommen.
    Uns gefällt an Kleidertauschparties nicht nur, dass man bei ihnen neue Kleidung fair und umweltverträglich bekommt, sondern auch, dass am Mitbring-Buffet schöne Begegnungen und spannende Gespräche stattfinden.

    Lokales Handwerk und Modelabel

    Eine tolle Entwicklung ist die Entstehung von jungen Modelabeln, die es sich zum Ziel gemacht haben, Mode so nachhaltig wie möglich zu produzieren. In Karlsruhe gibt es beispielsweise AIKYOU: Zwei junge Designerinnen entwerfen schöne und zugleich bequeme BHs für Frauen mit kleinen Brüsten. Dabei versuchen sie, alle Produktionsschritte so fair und umweltverträglich wie möglich zu gestalten. Das beginnt bei der Wahl der Rohstoffe (langfasrige Biobaumwolle aus Indien), geht über die Suche nach einer regionalen Produktionsstätte und endet bei der Entscheidung, die Verpackung für den Onlineversand in einer Karlsruher Behindertenwerkstatt herstellen zu lassen.

    Ein weiteres Label ist Get Lazy, das sich auf nachhaltige Hoodies und Jogginghosen spezialisiert hat. Der Gründer der Firma bemüht sich um eine umfassend faire und umweltverträgliche Produktion und die Stärkung des lokalen Handwerks. Gefertigt wird vor allem in einer bayerischen Näherei, die sich für die soziale und berufliche Integration von Flüchtlingen engagiert und selbst ausbildet.

    Hexenstich ist ein Modeatelier, in dem sowohl neu geschneidert, als auch umgestaltete Second Hand Kleidung angeboten wird. Neben der Bewahrung des Schneiderhandwerks ist die Inhaberin vor allem um einen bewussten, nachhaltigen Umgang mit Ressourcen bemüht.

    Goldaffairs bietet Schmuck an, der aus Gold, Silber und Diamanten aus möglichst fairen und umweltverträglichen Quellen und recycelten Edelmetallen gefertigt wird. Außerdem stellen sie die Kollektionen von KollegInnen mit aus, die nach ähnlichen Standards arbeiten.

    In Karlsruhe gibt es zwei traditionelle Schuhmacher, von denen einer Maßarbeit von Hand anbietet (Originelle Schuhe), der andere solide und auf Langlebigkeit ausgelegte Reparaturen (Arnolds Schuhe). Beiden gemein ist ihr Engagement für die Bewahrung des alten Handwerks und die ausschließliche Verwendung hochwertiger und möglichst langlebiger Materialien.

    Seltenschräg bietet zwar nicht eigentlich Mode an, sollte hier in der Liste aber dennoch nicht fehlen. Denn die Inhaberin verwendet für alle ihre Produkte ausschließlich recycelte Materialien. Ihre Portemonaies und Handyhüllen bestehen zum Beispiel aus LKW-Planen oder Werbetransparenten. Außerdem repariert sie für einen liebgewonnene alte Gegenstände aus Leder wie Taschen oder Jacken.

     

    Aus erster und zweiter Hand

    In Karlsruhe sind in den letzten Jahren einige Geschäfte entstanden, die sich auf nachhaltige Produkte spezialisiert haben, die nicht dem klassischen Ökodesign entsprechen. Zwei Beispiele sind FaireWare und Unser Onkel, die Mode, Deko, z.T. Küchenutensilien und so dies und das im Sortiment haben. Die Inhaberinnen geben auf Nachfrage gerne und kompetent darüber Auskunft, welche Sozial- und Ökostandards die Hersteller der angebotenen Waren erfüllen (weitere Bsp. siehe unten).

    Eine andere Möglichkeit, in Karlsruhe nachhaltig zu shoppen, sind die vielen Second Hand Läden, die es gibt. Auch wenn sie mit Second Hand Metropolen wie Frankfurt, Köln oder Berlin stilistisch noch nicht ganz mithalten können, findet man immer wieder kleine Kostbarkeiten. Und einen Vorteil haben sie doch gegenüber ihren hippen Geschwistern in den Großstädten: die Artikel sind insbesondere in den Diakonieläden unschlagbar günstig. Vor einiger Zeit wurde ein kleiner Secondhandführer für Karlsruhe herausgegeben, der einen guten Überblick über die Ladenlandschaft Karlsruhes und nachhaltigen Modekonsum gibt.

    Wem das ‚klassische‘ Öko-Design gefällt, findet in Karlsruhe eine gute Auswahl an Geschäften vor. Dazu zählen alte Hasen wie Waschbär, der in Karlsruhe ein gut sortiertes Outlet hat, Spinnrad, das Naturmode für Kinder und Erwachsene anbietet, und Die Ahle, die nachhaltige Schuhe verschiedener Hersteller und ein kleines eigenes Sortiment anbietet.

     

    Klar, nachhaltige Mode ist gut, irgendwie. Aber warum noch mal?

    Die meisten Kleidungsstücke, die wir tragen, werden am anderen Ende der Welt – dem sogenannten Globalen Süden – produziert. Beim Anbau und der Verarbeitung der benötigten Rohstoffe, wie Baumwolle oder Tierhäute, werden zum Teil hoch toxische Chemiekalien und Schwermetalle eingesetzt und enorme Wassermengen verbraucht bzw. verschmutzt. Die gefährden nicht nur die Gesundheit der Arbeiter, sondern häufig kommt auch die restliche Bevölkerung  in Kontakt mit den giftigen Stoffen, etwa durch die Kontamination von Flüssen und Grundwasser.
    Die Arbeitsbedingungen in der konventionellen Textilindustrie sind zudem meist weit davon entfernt, fair zu sein: es gibt keine angemessene Bezahlung, kein Recht auf Urlaub, keine Krankenversicherung und keinen ausreichenden Arbeitsschutz. Die Hoffnung, dass teurere Modehersteller sich in dieser Hinsicht von Billigketten unterscheiden, trifft leider meist nicht zu.

    Doch die unnachhaltige Produktion von Kleidung geht nicht ‚nur‘ auf Kosten der Menschen im Globalen Süden, sondern auch uns schadet die exzessive Verwendung toxischer Stoffe in der Textil- und Lederindustrie. Denn noch lange nach Verlassen der Fabriken und oft auch noch nach mehrmaligem Waschen sind Spuren von ihnen in der Kleidung nachweisbar und können über die Atmung oder Haut in den menschlichen Körper gelangen. Manche von ihnen stehen im Verdacht Allergien auszulösen, andere schwächen das Herz-Kreislauf-System oder begünstigen bzw. verursachen Krebserkrankungen.

    Auch ein Blick auf die Materialien, aus denen unsere Kleidung besteht, ist wichtig. Denn seit den sechziger Jahren wird ein zunehmender Teil der Textilien nicht mehr aus natürlichen Rohstoffen wie Baumwolle, Leinen oder Wolle gefertigt. Stattdessen werden verschiedenste Kunststoffe wie beispielsweise Polyester oder Acryl eingesetzt, die während der Produktion und Verarbeitung, aber auch während wir sie tragen und nach ihrer ‚Entsorgung‘, gesundheitsgefährdende und umweltschädigende Wirkungen haben können.

    Es gibt also viele gewichtige Gründe, sich von der konventionellen Textilindustrie ab- und nachhaltiger Mode zuzuwenden. Insbesondere die Kleidung von Babys und Kleinkindern sollte entweder nach Biostandards hergestellt oder – noch nachhaltiger und gut für den Geldbeutel – Second Hand sein.

     

     

    Nicht die gute Laune verlieren!

    Wenn man anfängt, sich mit den Produktionsbedingungen konventioneller Kleidung zu beschäftigen, kann einem das erst mal ziemlich die Laune vermiesen. Doch schaut man sich in der nachhaltigen Modeszene etwas um, merkt man schnell, wie groß das Angebot inzwischen ist und wie einfach die Umstellung fallen kann. Zwar sind die Preise umweltverträglich und fair produzierter Kleidung deutlich höher als bei H&M und Co., doch Second Hand Läden und Tauschevents  gleichen die höheren Kosten von Neuanschaffungen leicht aus. Die höheren Preise führen außerdem dazu, dass wir stärker reflektieren, ob wir etwas wirklich brauchen.

    Dass sich inzwischen in Karlsruhe kleine nachhaltige Modelabel gründen, finden wir nicht nur wegen ihres Beitrags zu einer nachhaltigeren Stadt toll, sondern auch, weil man so die Person hinter dem Produkt kennenlernen und sich von ihr dessen Geschichte erzählen lassen kann. Ähnlich ist es in den Geschäften, die eine kleine, aber feine Produktauswahl haben und einem zu jedem Einzelteil Auskunft geben können. So findet man oft nicht nur das Gesuchte, sondern erfährt noch von anderen Geschäften, neuen nachhaltigen Materialien, dem nächsten Tauschevent oder einem neuen kleinen Label.

    Findet man vor Ort nicht das Richtige, gibt es natürlich auch noch die Möglichkeit, sich online umzusehen. Orientierungshilfe bei der Auswahl bieten Zertifikate wie GOTS , aber auch einige Websites, die aufführen, welche Firmen wie fair oder umweltverträglich produzieren. Außerdem gibt es inzwischen Plattformen wie avocadostore oder glore, die für jedes Produkt einzeln aufführen, welche Nachhaltigkeitskriterien es erfüllt. Wer lieber Second Hand kauft und vor Ort nicht das Richtige gefunden hat, kann sich in Foren wie Kleiderkreisel oder Quoka umsehen und auch auf der Vernetzungsplatform nebenan.de gibt es einen sogenannten Marktplatz, auf dem Gebrauchtes verschenkt, getauscht und verkauft wird.

    Wir hoffe, euch damit ein paar nützliche Tipps gegeben zu haben und wünschen euch viel Spaß beim nachhaltigen Shoppen in Karlsruhe!

    Falls ihr noch Karlsruher Label und tolle Läden mit nachhaltigem Sortiment kennen oder sonst Anmerkungen haben solltet, schreibt uns gerne über die Kommentarfunktion eine Nachricht!

     

    Hier findet ihr eine Auswahl an…

    …Läden, die selbst nachhaltige Produkte herstellen:

    Goldaffairs

    Get Lazy

    AIKYOU

    Seltenschräg

    Originelle Schuhe

    Atelier Hexenstich

     

    …Läden, die nachhaltige Produkte anbieten:

    FaireWare

    Unser Onkel

    Spinnrad Naturtextilien

    Kult Karlsruhe

    Weltladen

    Waschbär

    Die Ahle Naturschuhe


    …Second-Hand Läden:

    Ein Komplettüberblick: Karlsruher Second Hand Guide

    Diakonie-Läden (Déjà-vu, Jacke wie Hose, Kashka)

     

    … Seiten, die nachhaltige Modelabel listen:

    Utopia

    LifeVerde

    rank a brand

    eco fashino world

     

    Weiterlesen zum Thema…


    Greenpeace-Studie 2013 – „a little story about monsters in your closet“

    Ökotest Babystrampler

    Kampagne gegen Gifte in Kleidung

  39. Walkability – Das bewegungsfreundliche Quartier

    Leave a Comment

    Beitrag von Hagen Wäsche und Lena Panter

    Durch Sport und Bewegung fühlen wir uns besser, außerdem bleiben wir gesünder und obendrein trägt Sport zu einem belebten und lebenswerten Quartier bei. Doch häufig ist es um die Fußgängerfreundlichkeit – die Walkability – im Viertel nicht gut bestellt. Die Walkability-Checkliste ist ein einfaches Instrument, das dabei helfen kann die Fußgängerfreundlichkeit zu verbessern.

    Bewegung ist ein wichtiger Faktor für einen gesunden Lebensstil. Allerdings benötigen wir dafür ein Wohnumfeld, in dem wir uns gerne bewegen. Nicht nur typische Sport- und Spielstätten, sondern v. a. Wege und Straßen, sogenannte lineare Bewegungsräume, spielen dabei eine wichtige Rolle sowohl um gezielt Sport zu treiben, als auch um unsere Alltagswege zurückzulegen. Dabei ist die Gestaltung und Sicherheit von Straßen und Wegen entscheidend, ob wir gerne eine Strecke zu Fuß oder mit dem Rad zurücklegen oder eben auch nicht.

    Bewegungsfreundliche Plätze sind Orte des Miteinanders     (Foto: Michael Bemmerl)  e Breite Wege und eine angenehme Atmosphäre fördern Bewegung (Foto: Lena Panter)

     

    Zu Fuß in meinem Quartier?

    Der dominierende Autoverkehr und wenig attraktiv gestaltete Wege in innerstädtischen Quartieren führt jedoch häufig dazu, dass die Bewegungsmöglichkeiten für Fußgänger und Fahrradfahrer nur wenig Beachtung finden. Die Folge davon sind Bewegungsmangel der Bewohner und eine zunehmende Verinselung der Lebenswelten, wenn z. B. Kinder den Weg zur Schule, zum Sportverein oder zu Freunden nicht mehr selbständig unternehmen können, sondern mit dem Auto gebracht und abgeholt werden.

    Deshalb gilt es, eine bewegungsfreundliche und -fördernde Umwelt für Jung und Alt zu schaffen, in der wir uns alle gerne mit eigener Kraft fortbewegen. Im Übrigen unterstützt ein bewegungsfreundliches Quartier nicht nur die Gesundheit des Einzelnen, sondern trägt maßgeblich zu einer Belebung des Quartiers bei, denn bewegungsfreundliche Wege und Plätze sind auch Orte des Austauschs und des Miteinanders.

     

    Zugeparkte und schmale Gehwege und Barrieren verhindern Fußgängerfreundlichkeit        (Foto: Lena Panter)

    Walkability-Check in der Oststadt

    Im englischsprachigen Raum wird in diesem Zusammenhang der Begriff „Walkability“ genutzt. Er lässt sich am einfachsten mit „Fußgängerfreundlichkeit“ übersetzen. In einem weiteren Sinne beschreibt Walkability die bewegungsfreundliche und -fördernde Gestaltung des Wohnumfelds bzw. des Quartiers. Dabei umfasst er sowohl die aktive Mobilität im Alltag als auch Bewegungsaktivitäten in der Freizeit.Damit dieses Instrument für die Bewohner der Oststadt genutzt werden kann, hat das Institut für Sport und Sportwissenschaft am KIT, basierend auf bereits bestehenden Checklisten aus den USA und Australien, eine Checkliste für Fußgängerfreundlichkeit für unser Quartier entwickelt.

    Die Liste können Bewohner aller Altersklassen nutzen und sie ist natürlich auch in anderen Städten und Gemeinden einsetzbar. Sie ist ein partizipatives und leicht verständliches Instrument, mit dem alle die Möglichkeit haben, ihren alltäglichen Fußweg in den vier Kategorien Fußgängerfreundlichkeit, Komfort, Sicherheit und Zweckmäßigkeit / Vernetzung zu bewerten. Dadurch kann die Qualität der Fußwege eingeschätzt und gleichzeitig mögliche Problemstellen aufgedeckt werden. Am Ende werden dem Nutzer/der Nutzerin Möglichkeiten aufgezeigt, sich aktiv für eine Verbesserung einzusetzen. Die Checkliste unterstützt somit die Bürgerinteressen und kann einerseits verwendet werden um für Fußgängerfreundlichkeit als wichtiges Thema zu sensibilisieren und um andererseits zur Verbesserung der Lebensqualität in einem Quartier beizutragen.

    Du bist neugierig geworden und willst deine Alltagswege checken?

    Hier geht es zum Download der Checkliste für Walkability

    Zudem liegt die Checkliste im Zukunftsraum aus und kann dort kostenlos mitgenommen werden!

  40. „Ausgezeichnet!“, findet uns der Rat für Nachhaltige Entwicklung

    Leave a Comment

    Ein Beitrag von Alexandra Quint und Sarah Bloesy

    Der Rat für Nachhaltige Entwicklung hat unser Reallabor 131: KIT findet Stadt ausgezeichnet! Ein schöner Grund für das Quartier Zukunft-Team nach Berlin zu fahren, um bei der Jahreskonferenz des Rates am 29. Mai 2017 den Preis entgegenzunehmen. Wir möchten euch hier von dem wichtigen Ereignis berichten, bei dem sogar unsere Kanzlerin einige Worte sprach.

    Was ist der Rat für Nachhaltige Entwicklung?

    In regelmäßigen Abständen zeichnet der Rat für Nachhaltige Entwicklung – kurz RNE – Projekte aus, die aus seiner Sicht in besonderem Maße einen Beitrag zur Nachhaltigen Entwicklung leisten. Hauptamtlich berät er die Bundesregierung in allen Fragen, die im Kontext von Nachhaltigkeit entstehen. Außerdem entwickelt er die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung weiter und setzt Projekte um, die eine Nachhaltige Entwicklung befördern oder deren Bedeutung in der Bevölkerung verankern.

    Die Auszeichnung

    Das Reallabor 131: KIT findet Stadt widmet sich genauso wie das Quartier Zukunft (quasi seine große Schwester) gemeinsam mit den BewohnerInnen und anderen Akteuren der Oststadt der Frage, wie ein Nachhaltiges Leben in der Stadt aussehen könnte. Für diese Bemühungen und ersten kleinen Etappenziele wurde das R131 nun als Projekt Nachhaltigkeit und als Transformationsprojekt ausgezeichnet. Mit diesen Qualitätssiegeln ehrt der RNE jährlich Projekte, Ideen und Initiativen, die aus seiner Sicht das Potential haben unsere Gesellschaft nachhaltiger zu machen oder dies bereits tun.

    Die Jahreskonferenz des RNE

    Einmal im Jahr lädt der Rat für Nachhaltige Entwicklung zu seiner Jahreskonferenz nach Berlin ein. Auf der Tagesordnung stehen Podiumsdiskussionen mit vielfältigen Akteuren aus der Nachhaltigkeitsszene, außerdem Kurzvorträge und Diskussionsforen.

    In diesem Jahre waren sowohl die Umweltministerin, Barbara Hendricks, als auch die Bundeskanzlerin, Angela Merkel, als Rednerinnen anwesend. Beide schauten auf die bisher zurückgelegte Wegstrecke hin zu einer Nachhaltigen Entwicklung in Deutschland und gaben einen Ausblick auf die Herausforderungen, die uns noch bevorstehen.

    Dabei fiel die Bilanz der Bundeskanzlerin recht positiv aus – immerhin handelt es sich um ihre eigene Politik. Die Verfehlung des Klimaziels 2020 (Reduktion der CO2-Emission um 40 Prozent gegenüber dem Jahr 1990) etwa fand keine Erwähnung. Doch auch sie sprach von Fehlschlägen der Vergangenheit und großen Aufgaben, die uns noch bevorstehen.

    Bemerkenswert war die Forderung der Vorsitzenden des RNE, Marlehn Thieme, Nachhaltigkeit im Grundgesetz zu verankern. Wir finden diese Idee großartig und unterstützen sie leidenschaftlich!

    Die Preisverleihung

    Die Projektleiter des R131, Oliver Parodi und Andreas Seebacher, nahmen stellvertretend für das Quartier Zukunft-Team den Preis (physisch manifestiert in einem Stück umgewidmeter Bodendiele) entgegen. Überreicht wurde er von Günther Bachmann, dem Generalsekretär des RNE, der jedes Gewinnerprojekt kurz vorstellte. Neben dem Reallabor 131 wurden noch drei weitere Projekte als Transformationsprojekte ausgezeichnet:

    • Der Sukuma-Award wird an Menschen vergeben, die zu einem kritischen Thema eine Kurzfilmidee entwickeln. Das Sukuma-Team kümmert sich dann um die konkrete Umsetzung und macht aus der Gewinneridee einen 40-sekündigen Film.
    • Im Projekt Umwelt macht Schule sind SchülerInnen aus Osteuropa, Zentralasien und Deutschland dazu aufgerufen, Ideen zu entwickeln, wie sie einen Beitrag zum Umweltschutz leisten können. Die besten (realisierten) Projeke dürfen dann im Sommer 2017 nach Berlin reisen und ihre Ideen vorstellen.
    • Außerdem zeichnete der Rat ein BioMentoren-Projekt aus, in dem sich Personen aus der Gastronomie organisieren, um ihren KollegInnen in Schulen, Kantinen, Catering-Unternehmen usw. dabei zu helfen, auf biologische Produkte und vegetarische oder vegane Küche umzusteigen.

    Die Bilanz des Tages

    Natürlich freuen wir uns darüber, dass die Bemühungen der Bürgerschaft und KIT-ForscherInnen um eine Nachhaltige Entwicklung in der Oststadt honoriert wurden. Die Konferenz hat wirklich spannende Akteure zusammen- und interessante Themen zur Sprache gebracht hat. Trotzdem wissen wir, dass der Weg hin zu einer Nachhaltigen Entwicklung in Deutschland noch lang und steinig ist und wir wünschen uns von der Politik dazu mehr energische und ernst gemeinte Anstrengungen im Ringen um Nachhaltigkeit. Doch es war motivierend und bestärkend zu sehen, wie viele andere Engagierte es in diesem Feld gibt.

    Bisherige Auszeichnung

    Die Doppelauszeichnung des RNE ist nicht die erste Auszeichnung für das Reallabor. In den vergangenen Jahren wurde das Quartier Zukunft – Labor Stadt bereits mehrfach ausgezeichnet, u.a. Im Jahre 2013 mit dem ZeitzeicheN-Preis sowie als Projekt der UN-Dekade Bildung für Nachhaltige Entwicklung von der UNSECO-Kommission, sowie bereits 2016 als Projekt Nachhaltigkeit.

     

    Weiterführende Links:

    Ausführliche Presseinformation des KIT

    Digitale Pressemappe des Nachhaltigkeitsrates

    Rede der Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel:

    #tatenfuermorgen Auszeichnungsfeier

  41. Lass dir in die Karten schauen – eine Nachhaltigkeitskarte für die Oststadt

    Leave a Comment

    Du lebst in deinem Quartier und kennst dich aus. Du möchtest zur nachhaltigen Entwicklung in deiner unmittelbaren Umgebung beitragen und findest, es gibt Flecken im Quartier, die niemand kennt, aber jeder kennen sollte? Dann bist du auf unserer Karte genau richtig

    Die Karte, (k)ein überholtes Medium.

    Um Entwicklungen in einem Stadtquartier nachzuverfolgen gibt es kein besseres Medium als die gute, alte Karte. Schon in der Grundschule sind wir damit in Berührung gekommen. Sie hing in den meisten Klassenräumen und wurde meisten für den Erdkundeunterricht herausgekramt. Inzwischen scheint die Zeit dieser gedruckten Karten vorbei, das Zeitalter des Internets hat diese analoge Technologie überholt. Aber keine Sorge. Viele der Karten haben ein zweites Leben bekommen, sie werden zum Beispiel von Claudia Rist in ihrer Nähwerkstatt seltenschräg in der Oststadt weiterverarbeitet. Doch wie findet man sowas raus? Ganz einfach: Mit unserer Nachhaltigkeitskarte.

    Du bist das Quartier.

    Mit unserer digitalen Nachhaltigkeitskarte möchten wir es den Bürgerinnen und Bürgern der Oststadt ermöglichen, sich über Institutionen, Initiativen, Orte und Ereignisse der Nachhaltigen Entwicklung in ihrem Quartier zu informieren sowie selber partizipativ mitzumachen und Orte einzutragen.
    Denn, diese Karte funktioniert nur mit euch! Daher unsere Einladung: Macht mit! Daher ist die Karte auf unserer Website  auch unter der Rubrik „Mach mit!“ zu finden.

    Habt ihr Anregungen oder Feedback? Dann schreibt uns und helft mit die Karte noch zu verbessern.

    Lass uns loslegen!

    Schauen wir uns also gemeinsam die Karte an. Die Karte ist so konzipiert, dass man ohne viel Aufwand selbst einen Ort hinzufügen kann. Zudem haben wir die Steuerelemente so intuitiv wie möglich gemacht.
    Durch + und – kannst du zwischen verschiedenen Zoomstufen wählen, sind an einem Ort mehrere Punkte eingetragen werden diese automatisch in Gruppen angezeigt, damit du immer den Überblick behältst. Die Zahl in der Mitte der Gruppe stellt die Anzahl der zusammengefassten Punkte dar, ein Klick darauf bringt dich in die Zoomstufe, in der du alle Orte „ausgepackt“ siehst.

    Über die sechs farbigen Filter in der rechten Spalte kannst du zwischen den Kategorien „Nachhaltige Mobilität“, „Nachhaltiges Wirtschaften“, „Bildung und Wissenschaft“, „Gemeinschaft und Soziales“, „Umwelt und Raumentwicklung“ und „Energie und Versorgung“ wählen. Klickst du auf einen Filter, so werden nur Orte die dieser Kategorie entsprechen, angezeigt. Du kannst die Filter wild kombinieren, probier’s aus! Klickst du auf einen Ort in der Karte, so öffnet sich die dazugehörige Beschreibung in der Spalte rechts.

    Darüber befinden sich drei Auswahlmöglichkeiten für weitere Filter. Im ersten Textfeld kannst du die Titel durchsuchen, das Zweite ist für die Nachhaltgkeitsregeln und das Letzte für den Status des Projekts.

    Mach mit! Jetzt bist du dran.

    Das war alles noch nicht genug? Du willst so richtig mitmachen?! Dann wird es jetzt für dich spannend.
    Angenommen, du hast einen Flyer von einem Event in der Hand, und denkst: „Mann, das muss in die Karte!“. So wird’s gemacht: Such auf deinem Flyer nach Adresse und Datum. Auf unserer Karte gibt es links oben das Lupen-Symbol. Dahinter verbirgt sich eine Adressensuchmaschine! Gib hier die gewünschte Adresse ein, und die Karte sollte zu diesem Ort springen.

    Soweit so gut, jetzt geht es ans Eingemachte. Klicke rechts unten auf den Button „Neuen Ort hinzufügen“. Er verändert seine Farbe und signalisiert: „Bereit zur Arbeit!“ Wenn du jetzt mit dem Mauszeiger auf die Karte klickst, erscheint rechts das Eingabefenster, indem du alle nötigen Informationen deines neuen Ortes eintragen kannst. Ein letzter Klick auf Speichern macht deinen Ort für alle Nutzer der Karte sofort sichtbar! Wenn du nur einen Punkt hinzufügen möchtest, beende nach dem Speichern den Bearbeitungsmodus, indem du erneut auf den Button „Punkt hinzufügen“ klickst.

    Falls dir ein Beitrag komisch vorkommt, gibt es rechts unten eine Flagge auf roten Grund, mit der erreichst du uns! Wir lösen das Problem dann schnellstmöglich.

    Die Idee gefällt dir? Dann mach fleißig mit und füge Orte in der Oststadt hinzu. Auch darüber hinaus ist möglich. Außerdem freuen wir uns, wenn du die Karte weiterverbreitest!

    Für Feedback oder Fragen wende dich bitte an: geza.winzig9@kit.edu

  42. Da braut sich was zusammen – 100% Oststadt-Bier

    Leave a Comment

    Der Frühling ist da und vor dem Zukunftsraum sprießt der Hopfen. Doch wie kam er überhaupt da hin? Zugegeben, da haben wir uns ein bisschen inspirieren lassen. Und zwar von der Projektgruppe „grüne Fassaden“. Deren Mitglieder wollten im Jahr 2015 durch Fassadenbegrünung mit Hopfen zu einer lebenswerteren Oststadt beitragen. Auch wenn die Gruppe nicht mehr aktiv ist, wird das Projekt im Privaten weitergeführt.
    Etwa von Professor Hans-Peter Bähr. Der ehemalige Leiter des Instituts für Photogrammetrie und Fernerkundung am KIT zieht seit Jahren Hopfenpflanzen, um seinen Hinterhof in der Oststadt zu begrünen. Doch nicht nur als Dekoration, auch als Nutzpflanze begeistert ihn der Hopfen. Quartier Zukunft interviewt ihn zu seinem ersten Brauversuch eines lokalen Oststadt-Biers, dem „Bärbräu“.

    QZ: Woher kam die Idee, ein Bier in der Oststadt brauen zu wollen?

    Der Pfiff dabei ist, dass ich vom Hopfen-Anbau zum Bierbrauen gekommen bin und nicht umgekehrt. Ich bin im Rahmen des Projekts Quartier Zukunft aktiv in der Oststadt, als Geodät auch etwas vom Fach. Sie kennen das, man fängt irgendwas an und eines kommt zum anderen. Unter anderem war das, die Oststadt zu verschönern. Meine Idee war es, Hinterhöfe zu begrünen, weil sie viel zur Lebensqualität beitragen können. Wir hatten in unserem Hinterhof ein Parkdeck, das sehr hässlich war, umgeben von grauen Mauern. Dann fand dort eine Aktivität mit Hopfenpflanzen zur Fassadenbegrünung statt.

    Da hängt allerdings eine Menge dran. Sie können nicht einfach auf so ein Parkdeck einen Kübel hinstellen und dann Hopfen anbauen. Sie müssen die ganze Umgebung miteinbeziehen. Die Anwohnerschaft vor allem, es gibt immer welche, die dagegen sein könnten. Die Kübel stehen ja zum Teil auf den Parkplätzen des Parkdecks. Es ist immer ganz gut, wenn man schon ganz früh mit den Leuten redet, sozusagen mit den „Opinion Leaders“ in der Gegend. Die waren zum Glück alle dafür Wir haben insgesamt vier Kübel, in jedem eine Hopfenpflanze. Da hatte ich die Idee, ebenso meine Dachterrasse mit Hopfen zu begrünen. Die grünen Kunststoffkübel fassen 220 Liter und sind preisgünstig im Baumarkt als Wassertonnen erhältlich.

    Letztes Jahr hat es Dolden gegeben, viel zu viele. Man weiß ja, dass das irgendwas mit Bier zu tun hat. Da dachte ich: „Jetzt musst du mal ran an das Brauen!“ Ich habe mich ein bisschen im Internet umgetan und mir ein Brau-Kit zusenden lassen. So bin also zum Bierbrauen gekommen – als Quereinsteiger über Hopfenkulturen.

    QZ: Von der Pflanze bis in die Flasche- welche Schritte gibt es?

    Hopfen sind zweihäusige Pflanzen, es gibt also männliche und weibliche. Wenn die blühen und es gibt Dolden, sind es weibliche, bei unscheinbaren Fruchtständen sind es männliche. Wenn die weiblichen von den männlichen Pflanzen befruchtet werden, kann man die Dolden nicht mehr zum Bierbrauen verwenden. Wenn Sie einen jungen Hopfen im Gartencenter kaufen, kann Ihnen anfangs kein Mensch sagen, ob der männlich oder weiblich ist. Was macht man also? Man bestellt weibliche Hopfenpflanzen im Internet, zum Beispiel ganz tolle aus der bayrischen Holledau. Sie können aus zwanzig verschiedenen Sorten wählen, in erster Linie Industriehopfen für die Brauerei. Meine Sorte heißt „Tradition“.
    Wenn man die Dolden einfriert, kann man ganzjährig Bier brauen. Wenn ich nur mit frischen Dolden arbeiten würde, könnte ich das nur im September und Oktober.
    Bevor Sie mit dem Brauen anfangen, brauchen Sie natürlich die passende Flasche. Eine Bügelflasche aus dem Supermarkt kostet nur 25 Cent Pfand. Wenn das Endprodukt ansprechend aussehen soll, können Sie zusätzlich ein Etikett entwerfen. Ich habe extra ein Etikett für mein Bier entworfen und bestellt, „Bärbräu“ habe ich es genannt.

    Der Brauvorgang umfasst verschiedene Schritte (s. Infokasten unten): Maischen, Läutern, Hopfenkochen, die Gärung und zuletzt die Flaschenreifung. Ich habe alles minutiös und pingelig nach Anleitung gemacht. Überaus wichtig ist es, Protokoll zu führen. Da geht es wirklich um 5 Minuten mehr oder weniger, um 67 oder 70 Grad. Auch habe ich das Bier ganze vier Wochen gelagert und nicht vorher aufgemacht, wegen der Reifung.

    Für eine Privatperson ohne fachmännisches Brau-Equipment werden es nur ganz kleine, wenn nicht winzige Mengen Bier. Bei mir viereinhalb Liter. Als Gärbottich habe ich einfach einen großen Kochtopf genommen. Wenn man das richtig professionell machen wollte, müsste man einen großen Gärbottich kaufen.

    QZ: Wie haben Sie sich das Knowhow angeeignet?

    Ich habe mich als erstes im Internet schlau gemacht. Zudem gibt es schmale Bücher, die den Vorgang recht gut beschreiben. Mit meinem Brau-Set kam auch ein kleines Booklet. Dort stand als Erstes drin: „Bier brauen ist ganz einfach!“ Das stimmt so nicht. Nicht, weil ich chemisch unbewandert wäre, sondern weil man die Randbedingungen sehr genau einhalten muss.

    QZ: Auf welche Herausforderungen sind Sie bei der Umsetzung gestoßen?

    Nachdem meine weiblichen Pflanzen schöne Dolden geliefert hatten, musste ich passende Gerätschaften zum Brauen zu finden, die nicht so teuer waren. Ich wollte ja nicht der Hoepfner-Brauerei, die ich übrigens von meiner Wohnung aus in Sichtweite habe, Konkurrenz machen…man muss sich überlegen: was nehme ich für ganz kleine Mengen? Hat jemand aus der Nachbarschaft noch irgendwo einen Einkochtopf auf dem Dachboden stehen?
    Heute verwendet man zum Bierbrauen meist Hopfen in gepressten Pellets. Die wollte ich durch meine Dolden substituieren. Aber wie viele Dolden nimmt man stattdessen? Da war ich ein bisschen unsicher.
    Die letzten Hürden sind beim Brauprozess zu nehmen. Das Einhalten aller Randbedingungen, wie Temperatur und der richtigen Mengen. Natürlich auch die Hygiene, es darf sich zum Beispiel kein Pilz einschmuggeln. Ich habe ganz minutiös immer die Flaschen vorher gesäubert. Alles andere war weniger problematisch.

    QZ: Könnten Sie sich für die Zukunft ein „Oststadt-Bier“-Netzwerk in der Oststadt vorstellen?

    Natürlich! Meine 4 Hopfenpflanzen produzieren wohl hundert Mal mehr, als ich brauche. Aber wenn hier noch zehn weitere Leute aktiv wären, die mit Oststadt-Hopfen Bier brauen möchten, könnte das der Beginn eines Netzwerks sein. Ich könnte mir vorstellen, der lokale „Dealer“ für Hopfendolden zu werden. Zusätzlich sollte man die Verbindung zu Brauereien, in der Oststadt vor allem Hoepfner, suchen. Das soll ja keine Konkurrenz sein, sondern, im Gegenteil, eine Promotion fürs Biertrinken.

    QZ: Welches Potenzial hätte dieses Ihrer Meinung nach in Bezug auf Gemeinschaftsbildung und Entschleunigung, eines unserer Schwerpunktthemen bei Quartier Zukunft?

    Man braucht einen ganz langen Atem. Ich mache das bisher drei Jahre, bis ich voriges Jahr die erste Ernte hatte. Wenn Sie so wollen, ist das auch Art „Entschleunigung“. Man muss eben dranbleiben. „Entschleunigung“ ist so ein Modewort: Tatsächlich geht es um ein Lebensgefühl hier in der Oststadt.

    QZ: Wo sehen Sie Verknüpfungen zwischen Ihrem Quartiersbier und Nachhaltigkeit?

    So direkt „öko“ ist das nicht, bis auf die Tatsache, dass man mit dem Hopfen die Innenhöfe begrünt. Berufsbezogen beschäftige ich mich mit Nachhaltigkeit seit 30 Jahren und bin sehr vorsichtig mit diesem Begriff. Er ist ungenau und daher häufig ungeeignet, wenn man den Blick etwas schärfen möchte, und das wollen wir Wissenschaftler ja meist. Versuchen Sie doch mal, einen anderen Begriff oder eine andere Formulierung zu nehmen um auszudrücken, was Sie eigentlichmit „Nachhaltigkeit“ sagen wollen.

    QZ: Und zuletzt: Wie hat das Bier geschmeckt?

    Die Verkostung haben wir im November gemacht. Schlussendlich, man wundert sich als Amateur, hat es wirklich gut geschmeckt. Das liegt in diesem Fall nicht nur am Hopfen, sondern auch den anderen Ingredienzien und der Sorgfalt, die man bei der Herstellung walten lässt. Es war auch genug Kohlensäure drin, beim Einschenken gab es eine richtige Schaumkrone. Ich habe gestern mal wieder eine Flasche gekauftes Bier getrunken und muss sagen, mein eigenes Bier kommt da schon ran. Das bayrische Hacker-Bier schmeckt in etwa wie mein „Bärbräu“.
    Etwas zu wenig herb war es vielleicht. Ich als Norddeutscher trinke auch gerne mal ein Jever. „Bärbräu“ war vom Typ her klar ein bayrisches Bier, für meinen Geschmack waren also nicht ausreichend Hopfendolden drin. Ich habe vierzig Dolden genommen, das war viel zu wenig, ich werde beim nächsten Mal achtzig nehmen. Dann wird es ein bisschen intensiver.

    QZ: Vielen Dank, Professor Bähr! Wir sind gespannt auf Ihren nächsten Versuch.

    Ihr habt Lust, selbst zum Braumeister/zur Braumesiterin zu werden? Tipps und Tricks dazu findest du im Infokasten.

    Infokasten: Wie geht Bierbrauen?

    Der erste Schritt ist das sogenannte „Maischen“. Hierbei wird Zucker aus dem Malz gewonnen, der später in Alkohol umgewandelt wird. In einem Kochtopfwerden Malzschrot und heißes Wasser vermischt und zwischen 65 und 69° C für eine Stunde erhitzt. Danach wird das Gemisch kurz auf 78 °C erhitzt („abmaischen“), bevor es vom Herd genommen wird. Man kann bei der Zusammensetzung der Maische manipulieren, ob man eher ein bayrisches oder fränkisches Bier haben will, oder etwa ein Kölsch oder Alt. Ich habe mich dann für bayrisches Bier entschieden.
    Beim „Läutern“ wird das Feste vom Flüssigen getrennt. Dazu braucht man einen zweiten Topf und ein passendes Sieb. Das Malzschrot schwimmt oben auf der Flüssigkeit. Man muss es abschöpfen und in das Sieb geben, das über dem zweiten Topf hängt. Das ausgekochte Malz, auch „Treber“ genannt“, dient als weiterer Filter für die Flüssigkeit aus Topf eins, die nun hinterhergeschüttet wird. Ist diese Flüssigkeit in Topf zwei, wird noch eine bestimmte Menge 78 Grad heißes Wasser hinterhergeschüttet, um allen verbleibenden Zucker aus dem Treber zu waschen. Den Treber muss man übrigens nicht wegwerfen, sondern kann ihn auch als Zutat zum Brotbacken verwenden.
    Das, was nun in Topf zwei schwimmt, heißt „Würze“ und ist der Grundstoff für das zukünftige Bier. Beim „Hopfenkochen“ wird die Würze mit dem Hopfen vereint, ohne Hopfen bliebe das Bier ziemlich fad. Man bringt die Flüssigkeit für eine Stunde zum Sieden, teilt die Hopfenmenge in 5 Teile und gibt sie zu verschiedenen Zeitpunkten in den Topf.
    Das Spülbecken füllt man kurz vor Ende der Kochzeit mit kaltem Wasser, um den Topf nach Ende der Kochzeit schnell herunterkühlen zu können. Den letzten Teil des Hopfens gibt man erst in die Flüssigkeit, wenn sie auf 80 Grad heruntergekühlt ist. Danach lässt man alles auf 25 Grad abkühlen, bevor man zum nächsten Schritt übergeht. Das ist die Gärung. Alle Utensilien müssen dafür komplett steril sein. Durch einen Trichter füllt man die Würze in die Gärflasche. Dann gibt man eine bestimmte Menge Hefe hinzu. Um sie optimal zu verteilen, muss die Flasche geschüttelt werden. Dann verschließt man sie mit einem sogenannten Gärspund und lässt die Hefe für eine Woche lang ihre Arbeit verrichten. Am besten bei Zimmertemperatur und im Dunkeln. Der letzte Schritt ist die Flaschenreifung. Man füllt die Flüssigkeit mit einer speziellen Pumpe von der großen Gärflasche in sterilisierte Bierflaschen. In aufrechter Position müssen sie mindestens drei Wochen lagern, wieder bei Zimmertemperatur und ohne Licht. Nachdem der Gärungsprozess durch zwei Tage Lagerung im Kühlschrank gestoppt wurde, darf man endlich probieren.
    Auf Youtube findet ihr den Vorgang auch gut als Video erklärt.

     

  43. Ich bin so „frei“ – warum Konsumgewohnheiten so schwer zu überwinden sind

    Leave a Comment

    Immer mehr Menschen machen sich Gedanken über die Folgen ihrers Konsumverhaltens. Eine Veränderung der Gewohnheiten fällt aber oft schwer. Warum das so ist, wollen wir mit dem Soziologiestudenten Lukas Nalbach genauer unter die Lupe nehmen. Er ist zurzeit Praktikant bei uns im Quartier Zukunft und hat sich mit den uralten Bedürfnissen beschäftigt, die heute Einfluss auf unser Konsumverhalten nehmen.

    Was ist Konsum überhaupt?

    Konsum zu definieren, ist schwierig. Eine Möglichkeit ist, ihn als das „Erlangen und Nutzen von Gütern“ zu bezeichnen. Angetrieben wird er durch unser Streben nach Bedürfnisbefriedigung, wobei das Bedürfnis nach Existenzsicherung, also der Sicherung unseres reinen Überlebens, am drängendsten ist. Es bezieht sich hauptsächlich auf Essen, Trinken und Schutz vor Wetter und spielt bei uns inzwischen eine eher untergeordnete Rolle. Wir müssen nicht mehr dafür sorgen, dass wir überhaupt ein Dach über dem Kopf oder Nahrung haben, sondern wie wir wohnen oder was wir essen wollen.

    Für uns rücken daher zwei andere Bedürfnisse als Treiber unseres Konsums in den Vordergrund: Gruppenzugehörigkeit und Individualität. Bei dem Versuch der Befriedigung dieser beiden Bedürfnisse entwickeln wir Vorlieben für bestimmte Produkte, die unsere Konsumgewohnheiten bilden. Hierauf wollen wir einen genaueren Blick werfen.


    Das Individuum als Teil einer Gruppe

    Für Menschen der Steinzeit war die Zugehörigkeit zu einer Gruppe überlebenswichtig, da sie Schutz gegenüber Gefahren der Umwelt bot. In unserer Gesellschaft hat Gruppenzugehörigkeit die Funktion der Lebenssicherung zwar verloren, doch das Bedürfnis nach ihr wirkt bis heute nach. Sie führt einerseits weiterhin zur Bildung von Lebensgemeinschaften, beeinflusst aber außerdem unser Konsumverhalten.

    Als Teil einer Gruppe nehmen wir unbewusst ihre Weltanschauung, die Einstellungen, Verhaltensweisen und auch ihren Geschmack an. Zusammengefasst sind dies die „psychischen Merkmale“ einer Gruppe, die man vereinfacht als Lebensstil bezeichnen könnte. Diese psychischen Merkmale spielen bei unseren Konsumentscheidungen eine wichtige Rolle, indem sie uns vorgeben, welche Produkte wir als gut oder passend wahrnehmen. Indem wir uns mit diesen passenden Produkten umgeben, signalisieren wir unseren Mitmenschen unsere Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe und können unseren Platz in der Gesellschaft sichtbar machen.


    Wir sind alle einzigartig!

    Paradoxerweise wollen wir Menschen jedoch nicht nur Teil einer Gruppe sein, sondern innerhalb dieser auch noch irgendwie einzigartig. Und auch für die Darstellung unserer Einzigartigkeit nutzen wir den einfachen Weg der nach außen hin sichtbaren Produkte. Genauso wie bei der Signalisierung unserer Zugehörigkeit, richten wir uns bei der Sichtbarmachung unserer Einzigartigkeit nach den Vorstellungen, die unsere Gruppe uns vorgibt. Wir wählen aus dem großen Spektrum der passenden Produkte unserer Gruppe diejenigen aus, von denen wir uns selbst am besten widergespiegelt sehen.

    Produkte sind daher nicht nur Konsumgüter, sondern Träger unserer Identität. Sie zeigen uns und unserer Umwelt, welcher Gruppe wir angehören und wie wir uns selbst definieren. Diese Signalwirkung haben sie jedoch nicht nur für unsere Mitmenschen, sondern sie sind auch für uns selbst eine Orientierungshilfe im Leben. Sie sind Referenzpunkte, die uns immer wieder Antwort auf die Frage geben, wer wir sind oder sein wollen, und bieten uns dadurch Sicherheit im Alltag.

    Werbung

    Die urmenschlichen Bedürfnisse nach Gruppenzugehörigkeit und Individualität bilden also die Grundlage für unsere Konsumentscheidungen. Da diese Bedürfnisse so wirksam sind, werden sie in der Werbung gezielt angesprochen. Unternehmen bringen ihre Produkte mit bestimmten Merkmalen oder stereotypen Vertretern einer Gruppe in Verbindung, damit wir sie als Angehörige dieser Gruppe als zu uns passend erkennen – und kaufen. Sich dem zu entziehen, ist schwierig. Immerhin arbeitet eine riesige Industrie mit enormer Finanzkraft seit mehr als einem halben Jahrhundert daran herauszufinden, wie diese Bedürfnisse am effektivsten angesprochen werden können.

    Und die Moral von der Geschicht‘…

    Unsere Konsummuster zu durchbrechen, bedeutet nicht nur eine Veränderung von Gewohnheiten, sondern stellt einen Eingriff in unser Selbstverständnis dar. Es genügt daher nicht das Wissen, dass bestimmte Produkte nachhaltiger sind als andere, auch wenn es uns immer wieder gelingt, sie deshalb zu kaufen. Ein intuitiver nachhaltiger Konsum wird uns erst gelingen, wenn wir auch das Gefühl haben, dass die nachhaltigeren Produkte zu uns passen.

    Was nun?

    Wenn wir unsere Konsummuster verändern wollen, ist es hilfreich, sich Mitstreiter zu suchen und sozusagen eine neue Gruppe mit ihnen zu bilden. Gleichgesinnte könnt ihr in eurem Freundeskreis oder der Familie finden. Da es inzwischen aber viele Menschen gibt, die ihr Konsumverhalten verändern wollen, gibt es natürlich auch schon Gruppen, die genau das gemeinsam versuchen. Weiter unten findet ihr ein paar Links, die euch erste Anregungen geben.

    Außerdem gibt es im Quartier Zukunft ein neues Veranstaltungsformat: In unserem konsumcafé wollen wir mit euch gemeinsam verschiedene nachhaltige Konsumweisen ausprobieren.

    Am 29. April 2017 ab 14 Uhr wird es beispielsweise die Veranstaltung „Zwischen Baumarkt und Männerausstatter: Teilen, tauschen, reparieren!“ geben. Dort könnt ihr Werkzeug und Männerkleidung tauschen und lernen, wie man sein Fahrrad selbst repariert. Zwei Fahrradprofis zeigen, wie ihr einen Reifen flicken oder ein Fahrrad nach dem Winter wieder fit machen könnt.
    Bei Getränk und Knabberei könnt ihr außerdem neue Leute kennenlernen und euch über Wege zum nachhaltigen Konsum austauschen. Kommt vorbei!

    Die nächsten Veranstaltungen des konsumcafés:

    Zwischen Baumarkt und Männerausstatter | 29.4.2017

    Yoga Café mit Volker Linder | 5.5.2017

    Pflanzentausch | 7.5.2017

     

    Online Inspirationen:

    FUTURZWEI: Geschichten von Menschen, die etwas in ihrem Leben verändert haben

    Utopia: eine bunt gemischte Themensammlung

    Lesetipps:

    Wolfgang Ullrich: Alles nur Konsum. Kritik der Warenästhetischen Erziehung. Wagenbach, Berlin 2013.

    Harald Welzer: Selbst denken. Eine Anleitung zum Widerstand. Frankfurt am Main 2013.

    Und weil alles, was wir kaufen, verpackt ist:

    Anneliese Bunk und Nadine Schubert: Besser leben ohne Plastik. Oekom Verlag München 2016.

  44. (K)ein Korb für die Nachhaltigkeit – ein Selbstversuch im Quartier

    Leave a Comment

    Kann mein Smartphone mir helfen, nachhaltiger zu konsumieren? Das fragte sich unsere wissenschaftliche Hilfskraft Amanda Bruchmann und machte den Selbsttest.

    Jeder Tag ist Wahltag

    Immer, wenn ich einen Supermarkt betrete, fällt mir dieses eine Zitat ein. „Dein Kassenzettel ist ein Wahlzettel. Jedes einzelne Mal.“ Welche Kaufentscheidung nun die richtige „Wahl“ bedeutet, ist leider nicht immer offensichtlich. Sich dabei nur auf das Bauchgefühl zu verlassen, ist komplizierter geworden. Denn seitdem mehr Verbraucher auf Bio und Nachhaltigkeit setzen, wollen viele Labels durch gezielte Wortwahl für gutes Gewissen beim Käufer sorgen. Aber sind „glückliche Hühner aus Bodenhaltung“ (gesehen bei Nahkauf) genauso zufrieden wie ihre Artgenossen mit Freigang? Oder ist dieses Wort nur ein schlauer Trick aus der Marketing-Kiste?

    Mehr Nachhaltigkeit im Einkaufskorb

    Eine Hilfestellung zu bewussteren Kaufentscheidungen möchte der Rat für Nachhaltige Entwicklung bieten. Mit der Website „Nachhaltiger Warenkorb“ und der dazugehörigen App hat er einen Ratgeber zu umweltverträglichem Konsum entwickelt. Dieser deckt alle Felder ab, mit denen wir im Alltag umgeben sind. Von Kleider- bis Kühlschrank, über Mobilität, Haushalt und vieles mehr. Das möchte ich gleich ausprobieren.

    Egal ob Nachhaltigkeits-Newbie oder routinierter Weltretter, hier kann jeder etwas dazulernen. Sei es bei Faustregeln und Tipps zum nachhaltigen Konsum oder bei gezielten Informationen zu Produktkennzeichnungen und Siegeln. Je nach Monat gibt es zudem passende Themen-Specials, im kalten Februar zum Beispiel einen Artikel übers Strom sparen.

    Mit der App hat man diese Informationen immer greifbar in der Tasche. Besonders interessante Themen kann man im Bereich „mein Warenkorb“ abspeichern . Beim nächsten Mal warten auf die Bahn kann man so schnell zum Smartphone greifen und sich Wissen über nachhaltige Geldanlagen, umweltverträgliches Waschmittel oder klimafreundliches Bauen anlesen. Wer statt gezielter Suche lieber beiläufig schmökert, wird auf der Facebook-Seite oder durch den Newsletter des Projekts regelmäßig mit interessanten Artikeln versorgt.

    Superheld mit Smartphone?

    Nachdem ich mich soweit orientiert habe, wage ich mich an den Selbsttest. Als ich am Wochenende wieder mal unsicher vor dem Supermarkt-Regal stehe, muss ich leider feststellen: die App des Nachhaltigen Warenkorbs hilft mir nur bedingt weiter. Dazu sind die gelieferten Informationen zu umfangreich. Ergänzende Hilfe bieten mir aber andere Anwendungen, wie etwa die App „NABU Siegel-Check“. Diese kann beispielsweise abfotografierte Siegel erkennen und bewerten. Mit der App „Codecheck“ reicht ein Scannen des Barcodes, um mehr über die Umweltverträglichkeit einzelner Inhaltsstoffe, wie Palmöl, zu erfahren. Um die Empfehlungen umzusetzen, braucht es allerdings Disziplin und Routine. Ich merke, die Welt zu retten, ist auch mit Smartphone nicht einfacher.

    Mein Fazit

    Wer sich vorgenommen hat, 2017 zu einem grüneren Jahr zu machen, wird durch den Nachhaltigen Warenkorb gut darauf vorbereitet. Die Kompatibilität mit dem Alltag ist allerdings noch ausbaufähig. Da die App noch nicht fehlerfrei läuft, empfiehlt sich beim Handy eher die mobile Ansicht im Browser. Alles im allem hat mir der „Nachhaltige Warenkorb“ geholfen, mein Wissen über umweltfreundlichen Konsum so auszubauen, dass ich mich beim Einkaufen wieder mehr auf mein Bauchgefühl verlassen kann. Falls dieses einmal ausfällt, muss das Produkt nicht nur meinem prüfenden Blick, sondern auch dem von „Codecheck“ standhalten.
    Abseits vom Supermarkt brauche ich diese Unterstützung zum Glück nicht so oft. Für Möbel, Haushaltsgegenstände und Klamotten wühle ich mich lieber durch das Secondhand-Sortiment der Karlsruher Diakonie-Läden. Dabei fühle ich mich auch noch regelmäßig wie eine Schatzsucherin. Das Geld, das ich dabei spare, kann ich zudem für Lebensmittel in Bio-Qualität ausgeben. Die richtige Wahl zu treffen, muss also nicht immer die Welt kosten.

     

    Mehr Infos findet Ihr unter der Website des Nachhaltigen Warenkorbs, Facebook oder Twitter.

    Du hast was zum Thema zu twittern? Dein Schlagwort ist #nachhaltigjetzt

    FAQs zum Nachhaltigen Warenkorb.

     

    Hier könnt ihr euch zum Newsletter des Rat für Nachhaltige Entwicklung anmelden.

     

    Die NABU-Siegel APP

    Weitere Nachhaltigkeits-Apps

  45. Die Nadel im Heuhaufen suchen oder: Wie geht nachhaltiges Bauen mit Stroh?

    Leave a Comment

    Wie wollen wir leben? Dieser Frage wohnt nicht nur die Suche nach einem erfüllten, nachhaltigen Leben inne, sondern auch nach dem physischen wie und worin. Auf der Suche nach geeigneten Baustoffen stellt man schnell fest, dass die meisten aus wenig nachhaltigen Materialien wie Kunststoff bestehen und zudem gesundheitlich bedenklich sind: sie können Allergien und Unverträglichkeiten auslösen oder sind wie das jahrzehntelang verbaute Dämmmaterial Asbest krebserregend.

    Die Zukunft aus der Vergangenheit?

    Will man für Mensch und Umwelt unbedenklich bauen, lohnt sich ein Blick in die Vergangenheit. Vor dem Boom der Chemieindustrie, die in der modernen Baustoffproduktion eine entscheidende Rolle spielt, wurde jahrhundertelang mit Naturmaterialien gebaut.

    Ein solcher traditionell genutzter natürlicher Baustoff ist Stroh, das viele positive Eigenschaften in sich vereint. Es ist eine regionale und schnell nachwachsende Ressource, kompakt gebündelt schwer entflammbar, zudem kompostierbar und mit einem geeigneten Verputz (zum Beispiel Lehm) sehr langlebig. Sowohl in alten Fachwerkhäusern als auch den Wänden der zwischen 1890 und 1920 in Berlin entstandenen Altbauten wurde Stroh als Dämm- und Füllmaterial verwendet.

    Froh mit Stroh

    Dass diese traditionelle Bauweise gar nicht angestaubt aussehen muss, konnten wir von Quartier Zukunft bei einem Besuch des Ökodorfs „Sieben Linden“ in Sachsen-Anhalt feststellen. Der Architekt Dirk Scharmer und das Ökodorf machen vor, wie ein Haus aus Stroh aussehen kann. Holz, Stroh und Lehm bilden die Hauptbaustoffe, außerdem eine dreifach verglaste Fensterfront, die nach Süden zeigt, und ein tragendes Mauerwerk im Zentrum des Hauses. Mit Energie versorgt wird das Gebäude durch eine Solarthermieanlage auf dem Dach und einen Holzvergaserkaminofen im Gemeinschaftsraum. Die Wärme kann in einem Wassertank und dem Erdreich unter dem Haus gespeichert werden. Allerdings benötigt das Haus nur sehr wenig Wärmeenergie, da Stroh ein sehr gutes Dämmmaterial ist.

    Auf der Suche nach dem guten Leben: Quartier Zukunft beim Ökodorf Sieben Linden

    Doch wie steht es mit der offiziellen Anerkennung von Stroh als Baustoff? Trotz der aufgeführten positiven Eigenschaften ist es noch immer notwendig, eine Einzelfallgenehmigung einzuholen. Denn es gibt zwar die Pflicht, als Baustoff vorgesehene Strohballen durch die Baustroh GmbH prüfen zu lassen, was die Genehmigung erleichtert. Doch eine gesetzliche Regelung zur Verwendung von Stroh für den Hausbau existiert noch nicht.

    Und was hat das mit mir zu tun? Stroh in der Stadt!

    Dem Quartier Zukunft stellt sich im Zusammenhang mit der nachhaltigen Transformation eines Stadtquartiers die Frage, inwiefern Stroh auch für den Bau von mehrstöckigen Gebäuden im urbanen Raum geeignet ist. In Verden in Niedersachsen wurde 2015 das fünfstöckige „Norddeutsche Zentrum für Nachhaltiges Bauen“ (NZNB) fertiggestellt, das zeigt, dass die Bauweise auch in größeren Dimensionen sicher umgesetzt werden kann. Obwohl für Gewerbebauten wie dieses Bauwerk höhere Auflagen beim Brand- und Wasserschutz existieren, ist das Haus beinahe CO2-neutral.

    Das NZNB präsentiert nachhaltiges Bauen zum Anfassen. Bild: Norddeutsches Zentrum für Nachhaltiges Bauen

    Bereits durchgeführte kleinere Bauvorhaben wie in Sieben Linden haben jedoch gezeigt, dass die Strohballenbauweise auch in Hinsicht auf die personelle Nachhaltigkeit interessant ist. Denn unter Anleitung eines Experten können viele der Schritte des Baus auch von Laien umgesetzt werden. Der gemeinschaftsstiftende Effekt eines solchen Projektes kann genauso wie die Erfahrung, selbst etwas geschaffen zu haben, daher auch zur individuellen Zufriedenheit beitragen.

    Auch in Karlsruhe gibt es Überlegungen, mit Strohbau zu nachhaltiger Stadtentwicklung beizutragen. Die Initiative „unabhängiges urbanes Projekt Strohbau“ (uuPS) setzt sich für eine Wohnanlage mit den Baustoffen Stroh, Holz und Lehm ein. (Das nächste Treffen von uuPS findet am 9.3.2017 im „Raum Vielfalt“ in der Durmersheimer Str. 36 statt).

    Nach der Lektüre nur noch Stroh im Kopf? Mehr Informationen findet Ihr unter

    www.greenhome.de/das-strohballen-haus

     Das Ökodorf Sieben Linden

    www.siebenlinden.de

     Über den Architekten

    www.architekt-scharmer.de

     Ein Trailer zum Stroh-Hausbau

    https://www.youtube.com/watch?v=oMLu3PaK3qo&feature=youtu.be

    Mehr zum Norddeutschen Zentrum für Nachhaltiges Bauen

    www.nznb.de/Ueber_uns

    Das uuPS in Karlsruhe

    http://www.uups-unabhängigesurbanesprojektstrohbau.org

  46. R131: KIT findet Stadt erhält Doppelauszeichnung

    Leave a Comment

    Der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) hat das „Reallabor 131 : KIT findet Stadt“ mit dem Qualitätssiegel „Projekt Nachhaltigkeit 2017“ ausgezeichnet. Zudem wurde es vom RNE als „Transformationsprojekt“ geehrt. Es ist keine Überraschung, dass die Freude über diese Doppelauszeichnungen im Team des R131 und Quartier Zukunft besonders groß ist!

    Marlehn Thieme, Vorsitzende des RNE und Mitglied der Jury sagt über die Preisträger: „Es ist die Aufgabe der gesamten Gesellschaft, die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen zu erreichen. Die ausgezeichneten Projekte sind großartige Beispiele dafür, wie jede und jeder einen Beitrag leisten kann.“

    Mit dem Siegel „Projekt Nachhaltigkeit“ macht der RNE Initiativen aus der Gesellschaft sichtbar, die einen besonderen Beitrag für die nachhaltige Entwicklung Deutschlands und der Welt leisten. Rund 240 Projekte hatten sich für die Auszeichnung 2017 beworben, 67 Initativen wurden mit dem Siegel ausgezeichnet.

    Zusätzliche Ehrung als Transformationsprojekt

    Dass das Reallabor 131: KIT findet Stadt nicht nur als Projekt Nachhaltigkeit 2017, sondern zusätzlich als eines von vier Transformationsprojekten ausgewählt wurde, ehrt ganz besonders. Die Transformationsprojekte haben laut Jury ein besonders großes Potential, die Welt nachhaltiger zu gestalten.

    Die Auszeichungen stärken die Arbeit am Reallabor für mehr Nachhaltigkeit im städtischen Leben und die Anliegen der transdisziplinären Forschung. Die Auszeichnungen ermutigen und geben Rückenwind für zukünftige Arbeiten.

    Am 29. Mai 2017 werden die Preise im Rahmen der Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung in Berlin verliehen.

    Das Projektteams sagt Danke

    Ein besonderer Dank gilt allen am Reallabor mitwirkenden Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen KIT-Instituten und Fachbereichen sowie den vielen engagierten Bürgerinnen und Bürgern und Aktiven der Initiativen der Karlsruher Nachhaltigkeitsszene. Sie tragen den Erfolg des Reallabors 131: KIT findet Stadt im Wesentlichen mit.

    Weiterführende Links

    Pressemitteilung des RNE

    #tatenfuermorgen

  47. TATuP Schwerpunkt Reallabore beleuchtet neues Forschungsformat

    Leave a Comment

    Ein Beitrag von Richard Beecroft & Alexandra Quint

    Das Quartier Zukunft ist – wissenschaftlich gesprochen – ein Reallabor. Doch was bedeutet das eigentlich? Eine Antwort auf diese Frage gibt die aktuelle Ausgabe der TATuP – Zeitschrift des ITAS zur Technikfolgenabschätzung mit Schwerpunkt Reallabore. Sie ist ab sofort online und gibt Orientierung zur aktuellen Reallaborforschung in Deutschland. Auch über das Quartier Zukunft wird berichtet. Klick’! Und loslesen!

    Was ist ein Reallabor? Wie funktionieren Reallabore? Wer kann mitmachen und wie sieht gutes Mitgestalten aus? Gibt es noch andere Reallabore wie das Quartier Zukunft? Diesen und weiteren Fragen widmet sich der kürzlich erschienene TATuP Schwerpunkt Reallabore. Die TATuP ist eine wissenschaftliche Zeitschrift zur Technikfolgenabschätzung des ITAS. Die aktuelle Ausgabe ist ab sofort online und frei verfügbar.

    Reallabore sind ein junges Forschungsformat. Mit ihnen soll die Zusammenarbeit der Wissenschaft mit der Zivilgesellschaft für eine nachhaltige Entwicklung durch gemeinsames Analysieren, Experimentieren und Erkennen intensiviert werden. Keine leichte Aufgabe, auf beiden Seiten. Dementsprechend lohnt es sich, die unterschiedlichen Erfahrungen der ersten Reallabore in Baden- Württemberg und anderswo genau anzusehen. Einige werden im Schwerpunkt „Reallabore als Orte der Nachhaltigkeitsforschung und Transformation“ dargestellt.

    Worum geht’s?

    Zum Einstieg in dieses sperrige Thema skizzieren die Herausgeber, aus welchen Erfahrungen heraus Reallabore entwickelt wurden und was sie ausmacht. Es gab zuvor schon Forschung, die sich realen, „lebensweltlichen“ Problemen angenommen hat und Bürger in verschiedenen Formen an der Forschung beteiligt hat. Es gab auch schon länger Forschung, die sich dabei an großen ethischen Konzepten wie der Nachhaltigen Entwicklung orientiert hat. Allerdings waren viele dieser Ansätze thematisch eng und von kurzer Dauer: einzelne Fallstudien, die nicht den Übergang zu größeren Transformationen leisten. Hier sollen Reallabore Abhilfe schaffen. Ob und wie das gelingt, sollen die ersten Reallabore ausloten.
    Da das Konzept der Reallabore so neu ist, müssen auch viele der Grundbegriffe geklärt werden. Die Reallaborforschung schließt an viele unterschiedliche Wissenschaften an, entsprechend groß kann das Begriffsdurcheinander sein. Um hier zu einer Verbesserung beizutragen, erklärt der zweite Beitrag zentrale Begriffe in einem Glossar Von Aktionsforschung bis Zielkonflikte.

    Die ersten Reallabore in Baden-Württemberg

    Weiterhin werden im Schwerpunkt Reallabore beispielhaft besprochen. Die folgenden Beispiele sind nicht zufällig alle aus Baden- Württemberg – sie wurden alle im Rahmen einer Förderinitiative des Landes ins Leben gerufen. Während die sieben Reallabore dieser ersten Runde methodisch ähnlich arbeiten, sind die Themenstellungen sehr unterschiedlich.

    Das Freiburger Reallabor Wissensdialog Nordschwarzwald begleitet die Einrichtung des Nationalparks Nordschwarzwald. Dessen Einrichtung war in der Region von Konflikten begleitet, die teils noch immer andauern. Das Reallabor sucht dementsprechend nach Potenzialen für die nachhaltige Entwicklung der Region. Parallel untersucht es auch ökologische Prozesse im neuen Nationalpark. Im Artikel erfährt man, welche Anforderungen der ländliche Raum an Reallaborforschung stellt, die ansonsten eher in Städten stattfindet.

    Das Urban Office Heidelberg hat einen theoretischen Ausgangspunkt: das Konzept Wissensgesellschaft. Es wird an mehreren Fallbeispielen in Heidelberg untersucht, welche Bedeutung dieses für die Stadtentwicklung haben kann. Interessant ist, das das Reallabor Urban Office sich selbst mit untersuchen muss als „Wissensort“ im untersuchten Gebiet – es ist sein eigenes Experiment.

    Das Energielabor Tübingen ist auf die Energiewende in Tübingen bezogen. Beispielhaft werden im Text seine Erfahrungen mit Bildungsangeboten im Reallabor vorgestellt, über die ansonsten in der Reallaborforschung wenig diskutiert wird. Am Beispiel der Kinder-Uni Aktivitäten in Tübingen werden nicht nur die verschiedenen Aspekte von Bildung für nachhaltige Entwicklung vorgestellt. Darüber hinaus wird methodisch an die Reallaborarbeit angeschlossen. So wird deutlich, dass Reallabore selbst Bildungsorte sind. Die AutorInnen werfen zudem die Frage, wie auch Kinder in die Reallaborforschung einbezogen werden können und sollen.

    Das Karlsruher Reallabor besteht aus zwei eng verbundenen Projekten: dem Quartier Zukunft und dem Reallabor 131. Im Beitrag Das Reallabor als Partizipationskontinuum wird beschrieben, wie langfristige, thematisch breite Beteiligung aussehen kann. Dabei geht es nicht nur um Entscheidungen im Forschungsprozess, sondern besonders um das konkrete Mitgestalten des Quartiers, der Karlsruher Oststadt. Da das Quartier Zukunft bereits vor der Reallabor-Förderrunde begonnen hat, kann hier von langsameren Veränderungsprozessen berichtet werden. Partizipation muss nach diesen Erfahrungen immer wieder in verschiedenen Intensitäten, durch verschiedene Kanäle und mit unterschiedlichen Gruppen erfolgen.

    Herausforderungen für Reallabore

    Bei aller Unterschiedlichkeit der Reallabore, wie sie heute existieren, lassen sich auch wesentliche Gemeinsamkeiten ausmachen: ein hoher Aufwand beim Aufbau der Reallabor-Infrastruktur, hohe Flexibilitätsanforderungen an das Labor bei sich verändernder „Realität“, aber auch um die Ergebnisse durchlaufener Lernprozesse aufgreifen zu können. Darüber hinaus treten nicht selten Problem im Hinblick auf den Zeittakt von Forschung, Lehre, der Stadt- und Raumplanung und der Dynamik zivilgesellschaftlicher Initiativen auf. Schließlich kann die disziplinäre Wissenschaft irritiert auf das neue und transdiziplinär ausgerichtete Forschungformat Reallabor reagieren. Es ist jedoch wichtig, disziplinär arbeitende WissenschaftlerInnen zu erreichen und für Reallaborprozesse zu gewinnen. Nur so kann das Bekanntmachen und Verbreiten des Forschungsformats gelingen. Demgegenüber gibt es auch inspirierende und ermutigende Erfahrungen, wie die Einsichten, dass in dem Aspekt Bildung in Reallaboren noch ein erhebliches Potenzial liegt, dass sich tatsächlich Transformationsprozesse anstoßen lassen, und dass sich auch im kleinen Rahmen eines Reallabors Ergebnisse erarbeiten lassen, die gesellschaftlich große Bedeutung haben können.

    Wohin geht’s mit der Reallabor-Forschung?

    Die ersten Reallabore sind ein Experiment, das selbst intensiv erforscht wird. Einige der Begleitforscher formulieren zum Abschluss vorläufige Thesen, wie die Reallaborforschung zukünftig gestaltet werden soll. Sie sehen ein großes Potenzial für dieses neue Format, um Wissenschaft, Zivilgesellschaft und anderen Partnern die Zusammenarbeit zu ermöglichen. Um den Elfenbeinturm der Wissenschaft zu öffnen, braucht es Anstrengungen auf beiden Seiten: Wissenschaftler müssen lernen, ihre Arbeit wieder aus praktischer Perspektive zu durchdenken. Und Bürger müssen sich einlassen auf die Eigenarten der Wissenschaft, die nach wie vor viel zur Bearbeitung gesellschaftlicher Probleme beitragen kann. Warum also nicht einen Anfang machen bei dieser Zeitschrift? Alle Artikel im Heft im TATuP Schwerpunkt Reallabore sind alle frei einsehbar.

  48. Spielend nachhaltig ins neue Jahr!

    Leave a Comment

    Spiel, Spaß und – Nachhaltigkeit! Der Nachhaltigkeitsspieleabend im Zukunftsraum in der Karlsruher Oststadt geht ab 19. Januar 2017 in die nächste Runde.

    Du hast Lust mal wieder einen Abend in netter Gesellschaft, mit Freunden oder Bekannten bei einem Spieleabend zu verbringen? Die kalte Jahreszeit lädt zu gemütlichen Gemeinschaftsaktivitäten geradezu ein. Und wenn man dabei auch noch neue Leute kennen lernen und obendrein ganz nebenbei etwas lernen kann, warum nicht?  Das geht ab jetzt jeden ersten Donnerstag im Monat ab 18 Uhr im Zukunftsraum für Nachhaltigkeit und Wissenschaft in der Rintheimer Straße 46!

    Nachhaltigkeitsspieleabend reloaded

    Vielleicht erinnern sich einige von Euch noch an das Format aus dem letzten Frühling? Jetzt startet Quartier Zukunft am 19. Januar 2017 mit einer Neuauflage des nachhaltigen Brettspiel-Events. Und ab Februar findet die Veranstaltung dann regelmäßig immer am ersten Donnerstag im Monat statt. Der nächste Termin ist also schon der 2. Februar 2017.

    Wie schon bei den letzten Malen könnt Ihr bei uns jede Menge Spiele ausprobieren, die an den verschiedenen Abenden jeweils ganz unterschiedliche Bereiche nachhaltiger Entwicklung  und Wissenschaft in den Blick nehmen – etwa Energie und Klimaschutz, Umwelt, Technik oder Wissenschaft.

    Kennst Du zum Beispiel das Spiel Genwelt? „Ein Spiel um den risikoreichen Forschungswettlauf in der Gentechnologie“, verspricht die Spielanleitung. Bei dem Spiel geht es um die Manipulation des Erbgutes von Viren, Bakterien, Pflanzen und Tieren und ihre Auswikrungen auf die Umwelt. Oder Siebenpunkt, ein Spiel in dem du in die Rolle eines Bauern schlüpfst und als moderner Landwirt nicht nur um die Erträge deiner Felder, sondern auch umweltverträgliches Wirtschaften und ökologischen Landbau unter einen Hut bringen musst.

    Natürlich könnt Ihr jederzeit auch eigene Spiele mitbringen! Ob alleine oder als Gruppe, Brettspiel-Freak oder einfach nur interessiert – jeder und jede ist herzlich willkommen!

    Tee und alkoholfreie Getränke gibt’s gegen eine Spende im Zukunftsraum. Außerdem freuen wir uns über Knabbersachen und Snacks für alle. Spielend wollen wir die Nachhaltigkeit im Quartier voranbringen, einander kennenlernen, zusammen sein, loslegen.

    Termine im Überblick

    19.Januar 2017:      18:00-21:00 Uhr

    02.Februar 2017:    19:00-21:00 Uhr

    02.März 2017:         19:00-21:00 Uhr

    06.April 2017:         19:00-21:00 Uhr

    04.Mai 2017:           19:00-21:00 Uhr

    01.Juni 2017:          19:00-21:00 Uhr

    16.März 2018:         19:00-21:00 Uhr „Science Games“

    10.Juni 2018:          15:00-17:00 Uhr Familienspieltag im Rahmen der Nachhaltigkeitstage BW

     

    Damit wir besser planen können bitten wir um eine verbindliche Anmeldung bis zum Vortag 12 Uhr an Helena.Trenks@kit.edu. Die Veranstaltung findet statt, wenn sich mindestens 5 TeilnehmerInnen vorher per E-Mail angemeldet haben (Infos ob es stattfindet rechtzeitig im Kalender auf unserer Website). Spontane MitspielerInnen sind auch willkommen.

     

    Der Nachhaltigkeitsspieleabend ist ein Projekt des Quartier Zukunft in Kooperation mit der Lokalen Agenda 21 Karlsruhe, dem Institut für Germanistik, Abteilung Wissenschaftskommunikation am KIT und dem spielecht Spieleverlag.

  49. Quartier Zukunft bei der Tagung „Wer entscheidet in der Stadt?“

    Leave a Comment

    Wer entscheidet eigentlich in der Stadt? Ein Thema, dass auch dem Quartier Zukunft unter den Nägeln brennt. Kein Wunder, dass wir bei der Tagung im ZKM mit dabei waren. Unsere Praktikantin Sophia Schambelon berichtet.

    So breit ausgelegt die Fragestellung, so bunt der Blumenstrauß an Vorträgen und Themen, die bei „Wer entscheidet in der Stadt“ vorgestellt und diskutiert wurden. Schon mal was von der Kunst gehört, sich unliebsame Räume anzueignen? Und wie beeinflussen Überwachungskameras eigentlich den öffentlichen Raum? Die Tagung war ein Kurztrip durch die weite Welt der Demokratie und Partizipation mit allerlei Blitzlichtern aus den Blickwinkeln verschiedener Akteure. Einige dieser Blitzlichter haben wir Euch mitgebracht.

    Technisierung von oben und digitale Mitsprache von unten

    Mit geringem zeitlichen und finanziellen Aufwand direkt und individuell mit den BürgerInnen kommunizieren, das ist der Traum einer jeden Stadtverwaltung. In Tel-Aviv ist das möglich. Stolz präsentiert „Chief Knowledge Officer“ Zohar Sharon „DigiTel“, ein System, bei dem sich die Tel-Aviver registrieren können. Sie werden dann per App über die aktuellen Vorkommnisse und über interessante Events in der Umgebung informiert. Anstehende Behördengänge, Gratis-Yoga, die Baustelle um die Ecke – die Nachrichten sind ganz persönlich zugeschnitten. Wie wäre es denn mit einer „DigiKarl“ in Karlsruhe, fragt Sharon zum Abschluss. Eine längst überfällige Möglichkeit zur Teilhabe an der Stadt, der gutmütige Big Brother oder doch eher die subtile Datenkrake?

    Von der Kunst des Mitmachens

    Statistik mal anders: 100 BewohnerInnen derselben Stadt stehen auf der Bühne und repräsentieren jeweils ein Prozent der Stadtbevölkerung. Sie beantworten brisante Fragen, indem sie sich auf die „Ja“- oder die „Nein“-, die „Gerecht“- oder die „Ungerecht“-Seite der Bühne stellen und erschaffen so ein Meinungsabbild ihrer Stadt.

    Für interaktive und provokative Theaterprojekte ist das Künstlerkollektiv „Rimini Protokoll“ bekannt. Die vorgestellten Theaterprojekte „100% Stadt“ und „Call Cutta“ ermöglichen den ZuschauerInnen und Mitwirkenden einen neuen Blick auf ihre altbekannt Stadt. Übrigens: 2011 war „100% Stadt“ in Karlsruhe. Wer wissen will, wie das Ganze aussah kann auf der Homepage von Rimini Protokoll stöbern.

    Schöne neue Demokratie?

    Was bedeutet Demokratie in der Stadt? Hier geht es um die  Ausgestaltung des Zusammenlebens, was gar nicht so einfach ist, wenn eine Vielzahl verschiedener Meinungen im Spiel ist. Genau deshalb spielt Partizipation eine immer größere Rolle in der Stadtplanung, ist Claudia Landwehr von der Uni Mainz überzeugt. Die Formen der Bürgerbeteiligung können dabei vielfältig sein: etwa ein Referendum oder die Beratung des Stadtrates durch das Einbringen von Ideen im Bürgerhaushalt. Aber wenn sich StadtbewohnerInnen direkt einbringen, was passiert dann mit unserer repräsentativen Demokratie? Wie stellen wir uns eine gerechte Bürgerbeteiligung vor?

    dsc04186 dsc04185

    Und was hat das mit dem Quartier Zukunft zu tun?

    Was hat das alles mit dem Quartier Zukunft zu tun? Ganz klar: Auch wir setzen uns mit Tatendrang und Energie für mehr Partizipation ein. Gemeinsam mit den BürgerInnen der Oststadt und anderen Interessierten arbeiten wir für eine nachhaltige Zukunft, probieren alternative Wege aus und beforschen diese. Bei „Wer entscheidet in der Stadt“ waren wir deshalb mit einem Plakat und Flyern vor Ort, um die Idee, Partizipation auch in der Wissenschaft zu verwirklichen, weiterzutragen.

    Fazit

    Für uns hat die Tagung eindrücklich gezeigt, wie weitreichend und wichtig Bürgerbeteiligung für die Stadtentwicklung ist. Durch die internationalen Gäste aus Israel und Indien wurde zudem klar, dass das Thema nicht nur in Deutschland, sondern auch in Städten der ganzen Welt immer relevanter wird. Als einziges transdisziplinäres Forschungsprojekt setzte das Quartiert Zukunft einen Akzent mit der Idee, die Partizipation auch in der Wissenschaft voranzubringen.

    Für alle, die noch nicht genug haben: Einen Mitschnitt aller Vorträge findet ihr bald auf der Homepage des Karlsruher Forums für Kultur, Recht und Technik

  50. I’m dreaming of a green christmas! Tipps für’s nachhaltige Feiern zum Ausprobieren.

    2 Comments

    Weihnachten 2015: Opa hat die Weihnachtsgeschichte gelesen, „Stille Nacht“ haben wir gesungen, alle Geschenke wurden ausgepackt und bejubelt, die Kinder sind glücklich, pappsatt und müde. Eigentlich war’s ein schönes Fest. Und trotzdem: Da stört mich was, da stimmt was nicht. Es ist der Müll auf dem Sofa, unter’m Baum, auf dem Boden, der Müll überall. Eine gigantisch große Landschaft aus Geschenkpapier. Schleifchen. Kärtchen. Goldbändern. Styropor. Verpackung. In diesem Moment nehme ich mir vor: Nächstes Jahr wird alles anders. Ich will nicht mehr. I’m dreaming of a green christmas! Jetzt muss ich nur noch herausfinden, wie das geht: Weihnachten in nachhaltig.

    Winter 2016: Weil dieses Jahr zu Weihnachten ja alles anders, nachhaltiger werden soll, brauche ich diesmal einen Plan. Denn eines habe ich ja schon längst begriffen: Den größten Quatsch kauft man im Stress. Mal eben schnell ein Buch von der Spiegel-Bestsellerliste über die Rolle von Insekten bei der Aufklärung von Gewaltdelikten (wird schon gut sein). Eine CD von der Band, über deren Sänger die Freundin irgendwann mal gesagt hat, irgendwie sei der ja ganz süß. Das Glanzpapier mit den glücklichen Elch-Ehepaaren drauf, das praktischerweise im 1-Euro-Shop an Deiner Ziel-Straßenbahnhaltestelle feilgeboten wird.

    Im Netz finde ich Leute, denen es ähnlich geht wie mir: Sie sind nicht nur partiell angenervt von dem Verpackungswust, sondern von der weihnachtlichen Konsumlawine insgesamt. Kein Bock mehr auf immer mehr! Und sie überlegen sich Lösungen. Ich lese Blogs von MinimalistInnen, die Weihnachten gleich ganz absagen. Artikel von Leuten, die einfach gar nichts mehr schenken. Tipps von KonsumverweigererInnen, die an Weihnachten stundenlange Waldwanderungen machen, bloß, um der Geschenkeorgie zu entkommen. Puh. Nee. Weihnachten will ich ja schon. Aber halt anders!

    Wichteln statt Geschenke-Wust

    Dann stoße ich auf einem Umweltportal auf die gute alte „Wichtel“-Idee. Das funktioniert so: Im Bekannten- oder Verwandtenkreis wird im Vorfeld abgemacht (oder per Los bestimmt), wer wen beschenkt. Sprich: Ich ziehe Tante Lotte, meine Schwester Opa Werner. So gibt’s zu Weihnachten keine Materialschlacht, sondern Tante Lotte, Opa Werner und alle anderen bekommen jeweils EIN Geschenk. Das dann aber mit Zeit, Muse und Bedacht ausgewählt worden ist. Die Wichtel-Idee gefällt mir! Ich schreib sie auf meinen „Green Christmas“-Zettel.

    Zeit statt Zeug

    Dann lande ich auf der Seite von „Zeit statt Zeug“.  Das ist ein Projekt, dass dazu ermutigen will, statt dem „fünften Schal, dem zehnten Parfum“ lieber Zeit zu verschenken.  „Nackenmassage statt Schal“, „Basteln statt bestellen“, „Stricken beibringen statt Pullover“ – es gibt Gutschein-Vorlagen mit professionellen Fotos, die man sich direkt selbst ausdrucken kann. Und auch die Möglichkeit, ganz eigene Ideen in ein schönes Layout zu fassen (denn JA, Küsse und Nackenmassagen sind nicht das Geschenk der Wahl für ALLE  Verwandten). Mein Fazit: Egal, ob man nun tatsächlich die Gutscheinfunktion von „Zeit statt Zeug“ nutzen möchte oder nicht: Die Idee, einem lieben Menschen etwas von der eigenen Zeit zu schenken, ist vielleicht nicht neu, aber nötiger denn je. Check. Kommt auf die Liste!

    Gebrauchtes zum Fest: Ein No-Go wird salonfähig

    Will man aber doch lieber etwas „Handfestes“ schenken, so zeichnet sich im Netz ein neuer Nachhaltigkeitstrend ab: Gebrauchtes schenken! Lange Zeit ein No-Go und der Albtraum jedes Knigge-Connaisseurs, wird Secondhand, getragen von der Vintage- und Shabby-Chick-Welle, endlich auch an Weihnachten salonfähig. Eine schöne, handgestrickte Couchdecke vom Flohmarkt, Holzstühle mit Patina, aus dem Sperrmüll gerettet und frisch überzogen, eine alte Schreibtischlampe aus den 60ern – da ist so einiges denkbar. Aber auch das Zweithand-iPhone, bestellt bei Portalen wie „Backmarket“ oder bei Ebay ersteigert, landet bei einigen unter’m Baum.

    Für jeden, der’s ausprobieren möchte mit der Nicht-Neuware zu Weihnachten: Auf der Website des NachhaltigkeitsExperiments Second Future, dem Second-Hand-Label aus der Karlsruher Oststadt, könnt Ihr kostenlos Aufkleber und Aufnäher bestellen, die Eure gebrauchten Geschenke zum echten Statement machen.

    Geschenke einpacken: Natur schlägt Blingbling

    Hat man nun endlich alle Geschenke parat, kann’s ans Einpacken gehen. Und auch hier sind all jene im Vorteil, die einen gewissen Vorlauf in Sachen Nachhaltigkeit haben: Über’s Jahr gesammeltes Geschenkpapier („Nicht einfach aufreißen, Kind!“) lässt Dich mindestens einen Teil der Geschenke – Zack, zack! – aus dem Stand heraus ökologisch verpacken.

    Aber auch „normales“ Altpapier funktioniert an dieser Stelle gut: Zeitungspapier, verziert mit Tannenzapfen, getrockneten Orangenscheiben, einzelnen Zweigen, Zimtstangen, Origamisternen macht Deine vorweihnachtliche Verpackungsorgie gleichermaßen stylisch wie kompostierbar!

    Wer Altpapier aber partout nicht als weihnachtsfein durchgehen lassen will, kann natürlich auch auf Packpapier, die Königin des stilsicheren Understatements, zurückgreifen. Und bei neuem Geschenkpapier bleibt immerhin die Möglichkeit, auf den „blauen Engel“ zu achten, der Recyclingpapier ausweist. Ach, und wusstest Du schon: Faltest Du beim Geschenkeeinpacken sorgfältig, klappt’s auch ganz ohne Klebemittel wie Tesa. Bunte Wollfäden oder Bast machen dann Deine ökologischen Verpackungskünste perfekt! Auch ziemlich edel: Wer’s wie die JapanerInnen machen will, kann Geschenke in Stoff einwickeln. Geht einfach, sieht kunstvoll aus und heißt: Furoshiki. Ich find’s schick! Kommt auf die Liste!

    img_0372

    Die japanische Einpackkunst „Furoshiki“. Schick, schick!

    Last but not least gibt es noch die Super-easy-super-fix-Variante für Mehrfacheltern, die es sofort auf meinen Zettel schaffte: Einen großen Sack für jeden. Alle Geschenke rein. Große Schleife drum. Reihum wird ausgepackt. Wir wünschen entspannte Weihnachten ;-)!

    Hohoho! Lass den Wald ins Haus!

    Weniger Blingbling und mehr Wald macht sich natürlich auch in Deinem Haus ziemlich gut: Orangenscheibenketten und Tannengrün am Regal oder ein Adventskranz ohne Plastikdeko sind zeitlos schön. Unterschiedliche, bereits im Haus vorhandene Kerzen machen das Ganze – eins, zwei, drei, vier – zum Unikat.

    Und der Baum? Da kannst Du richtig klotzen! Ich notiere: Mit der Zickzack-Schere Bänder aus altem Stoff schneiden und zu Schleifen binden, echte Plätzchen, Papier- und Strohsterne dran, Kerzen aus Bienenwachs oder Stearin statt billiger Erdölprodukte auf die Zweige setzen. Die Elektrovariante: LED-Lichterkette statt Billigblinker.

    Und dann bin ich bei meiner Recherche noch über eine coole Idee für alle Gold-und-Glitter-FreundInnen gestolpert: Trefft Euch doch einfach mal zum Plätzchenessen und Christbaumkugel- und Dekotausch! So kann man kreativ bleiben, ohne alle Jahre wieder alles neu zu kaufen. Unter welchen Bedingungen industriell gefertigter Weihnachtschmuck produziert wird, könnt Ihr übrigens hier lesen.

    adventskranz

    DIY-Adventskranz. Mehr Wald statt mehr Blingbling.

    Dein Tannenbaum? Ein Däne mit georgischem Migrationshintergrund!

    Naturmaterialien, Bänder, Plätzchen – den Baumschmuck habe ich also geklärt für dieses Jahr. Aber was ist eigentlich mit dem Christbaum selbst? In der Regel, so erfahre ich, sind die Tannenbäume in den deutschen Wohnzimmern in Dänemark gewachsen, unter dem Einfluss von Pestiziden und Düngemitteln als Garanten für einwandfreien Wuchs. Zuvor wurden die Samen in Georgien unter lebensgefährlichen Arbeitsbedingungen in vielen Metern Höhe von Arbeitern ohne Kletterausrüstung geerntet – der deutsche Durchschnittsweihnachtbaum ist so gesehen also eher ein Däne mit durchaus problematischem georgischem Migrationshintergrund. Überhaupt: Bäume absägen – kann das mit Nachhaltigkeit vereinbart werden? Mhm.

    Im Netz lese ich von Leuten, die auf den Baum an Weihnachten denn auch ganz verzichten oder einzelne Zweige zu Gabenbäumen drapieren. Und dann gibt es noch verschiedene Anbieteter und Initiativen, die das Weihnachtsbaumgeschäft ökologischer und fairer machen wollen. Beim Bio-Weihnachtsbaumversand gibt‘s zum Beispiel gesägte Bio-Nordmanntanne aus deutscher Herkunft. Bei „Fairtrees“ kann man dänische Tannen kaufen, deren Zapfen in Georgien unter fairen, sicheren Bedingungen geerntet wurden. Und auf der Website von Robin Wood werden Biobaum-Verkaufsstellen von Tannen aus der Region gelistet. Fairtrees kannst Du übrigens im Hagebaumarkt Ettlingen, Hertzstr. 3 kaufen. Biobäume aus heimischen Wäldern werden in der Region leider nur in Landau angeboten. Immerhin „von hier“ sind die konventionell gezogenen Bäume, die man gemeinsam mit den FörsterInnen zu bestimmten Terminen in den Wäldern rund um Karlsruhe schlagen kann. Zum Beispiel im Waldklassenzimmer am  17. Dezember.

    Von einem grünen Weihnachtsfest kann man träumen. Oder es einfach ausprobieren.

    Am Ende meines Recherchetags zum Thema „Grüne Weihnachten“ habe ich jede Menge Ideen auf meinem Zettel und es summt in meinem Kopf. Da sind noch so viele Fragen! Nachhaltiges Weihnachtsessen, was passt da zu uns? Biofleisch? Fleisch vom Metzger? Lieber gleich vegetarisch? Oder gar vegan? Wie die Verwandten überzeugen, zurückhaltend und mit Bedacht zu schenken – ohne sie zu kränken? Baum ja – oder nein? Und wenn – woher? Wie untrennbar sind Weihnachten und das wohlige Gefühl dabei eigentlich mit Konsum verbunden?

    Ich bin ein bisschen erschöpft und sicher, dass es keine Patentlösung für mein grünes Weihnachten 2016 gibt. Nur Möglichkeiten. Ideen. Versuche. Aber zuversichtlich bin ich auch. I’m dreaming of a green christmas. Und außerdem werde ich’s einfach ausprobieren.

    Wenn Ihr Lust habt, mit uns über Weihnachten, Nachhaltigkeit und Konsum zu sprechen, Eure Ideen und Erlebnisse zu dem Thema zu teilen, kommt doch einfach am 10. Dezember 2016 ab 15:30 Uhr im Zukunftsraum vorbei! Wie hat sich Weihnachten über die Generationen verändert, die Atmosphäre, die Wünsche, die Gerüche, die Geschenke? Was ist uns wichtig? Wir essen Plätzchen, trinken Punsch, basteln Weihnachtskarten. Und haben’s gemütlich.

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

  51. Ausschreibung! Öko‐Dorf‐Innovationen für den urbanen Raum

    Leave a Comment

    Das Team von Quartier Zukunft sucht WissenschaftlerInnen mit Interesse an Öko-Dorf-Innovationen für den urbanen Raum, die sich um ein Stipendium / eine Promotion am Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse in Karlsruhe bewerben möchten!

     

    oekodorf

    Die Gemeinschaft Schloss Tempelhof bei Dinkelsbühl. Was können Städte von Öko-Dörfern wie diesem lernen?

    Themenfeld:

    Ökodörfer sind Pioniere nachhaltiger Entwicklung und ein Hort nicht‐technischer und technischer
    Innovationen. Sie bestechen durch einen im Vergleich zu Städten enorm geringen Energie‐ und Ressourcenverbrauch.

    Da Städte und ihre Bewohner aber für 70‐80 % des globalen Ressourcenverbrauchs
    verantwortlich sind, stehen diese im Fokus, wenn es um die Frage geht, wirksame Strategien
    zur Energie‐ und Ressourcenschonung zu entwickeln und umzusetzen.
    Ziel der Promotionsarbeit ist es, die Übertragbarkeit nicht‐technischer wie technischer Innovationen
    aus Ökodörfern auf städtische Kontexte zu untersuchen. Inwieweit und wie lassen sich die Errungenschaften
    von intentionalen Gemeinschaften auf eine heterogene Stadtgesellschaft und verschiedenartige
    urbane Kontexte übertragen, sich in einem städtischen Quartier implementieren? Welche Rolle
    spielen die nicht‐technischen (sozialen, kulturellen, ökonomischen und mikro‐politischen) Gegebenheiten
    einer intentionalen Gemeinschaft auf deren technische Innovativität und Energie‐ wie
    Ressourceneffizienz?

    Ausgehend von den Betrachtungen zur Übertragbarkeit sollen Handlungsempfehlungen für Entscheidungsträger
    abgeleitet oder, wenn möglich, in Form eines transdisziplinären Experiments Schritte
    zur Übertragung in Karlsruhe gegangen werden.

    Rahmen:

    Die Promotion ist eingebunden in die Arbeiten und Projektgruppe des Quartier Zukunft – Labor Stadt
    und erfolgt am Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) des KIT – im Rahmen
    des Kooperativen Promotionskollegs Energiesysteme und Ressourceneffizienz (Enres).
    Die Promotion erfolgt im geistes‐, sozial‐ oder kulturwissenschaftlichen Bereich und vorzugsweise an
    Fakultäten des KIT. Es gelten die Bestimmungen der jeweiligen Promotionsordnungen sowie die Satzung
    des KIT zur Landesgraduiertenförderung. Das Promotionsstipendium wird nach Landesgraduiertenförderungsgesetz
    auf drei Jahre gewährt (1.468.‐ €/Mon.). Ggf. ist ein Zuverdienst als wissenschaftliche
    Hilfskraft möglich. Angestrebter Beginn der Promotion: baldmöglichst, spätestens Februar
    2017.
    Bewerberinnen und Bewerber müssen neben einem guten bis sehr guten Masterabschluss (oder
    vergleichbaren Abschluss) der entsprechenden Fachrichtung, geeignete Vorkenntnissen und hohe
    Motivation vorweisen. Das kooperative Promotionskolleg steht insbesondere (aber nicht nur) Absolventinnen
    und Absolventen von Hochschulen für Angewandte Wissenschaften offen. Ihre Bewerbung
    sollte mindestens ein aussagekräftiges Bewerbungsschreiben mit einer Beschreibung Ihrer Vorkenntnisse,
    Interessen und Motivation, einen Lebenslauf, sowie Kopien von Zeugnissen und Abschlüssen
    etc. enthalten. Den akademischen Abschlüssen sind Notenspiegel beizulegen. Wenn Sie zu den o.g.
    Arbeitsgebieten bereits eigene Ideen haben, so können Sie diese schriftlich auf bis zu vier Seiten skizzieren.
    Bewerbungsunterlagen können bis zum 15.12.2016 per Email oder postalisch eingereicht werden an:

    Oliver.Parodi@KIT.edu

    Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)
    Oliver Parodi
    Karlstr. 11
    76133 Karlsruhe

    Merken

    Merken

    Merken

  52. Wir und unsere Dinge. Von VerbraucherInnen zu GebraucherInnen unserer Produkte?

    Leave a Comment

    Jeder in Europa lebende Mensch besitzt durchschnittlich 10 000 Gegenstände – Tendenz steigend. Antje Di Foglio aus dem Quartier Zukunft-Team ist Produktdesignerin und beschäftigt sich seit Jahren mit dem Altern von Dingen. Sie hat eine nachhaltige Vision: Lasst uns wieder zu GebraucherInnen unserer Produkte werden.

    Der kleine Jonas nimmt in der ersten Woche ohne Mama sein Kuscheltier mit in den Kindergarten. Opa Karl weigert sich mit Händen und Füßen dagegen, den alten, zerschlissenen Läufer im Flur wegzuwerfen. Die Dinge und wir – da ist doch etwas zwischen uns, eine Beziehung, eine Verbindung, ein Knistern.

    kuscheltier

    Wenn wir und unsere Dinge eine gemeinsame Geschichten haben: Die Besitzerin dieses Eisbären ist 25 Jahre alt. Foto: Antje Di Foglio.

    Tatsächlich sind die Sachen, mit denen wir uns umgeben, mehr als bloße Gebrauchsgegenstände. Der Schrank im Schlafzimmer, meine Jeans, die Wände meines Elternhauses, die kleine Mauer im Garten: Unsere Dinge sind Identitäts- und Ankerpunkte in der Welt und helfen uns dabei, uns selbst zu verorten. Wer bin ich und wo befinde ich mich gerade? Wir können uns durch sie ausdrücken, finden an ihnen Halt. Aber was, wenn die Dinge in unserem Leben immer mehr werden? Und wir sie immer schneller ersetzen, austauschen, wegwerfen, neu kaufen? Was tut das mit uns und unserer Welt?

    Dinge werden hergestellt, um verbraucht zu werden

    „Heutzutage werden Dinge hergestellt, um verbraucht zu werden“, stellt Antje, die an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe studiert hat, fest. Während klassische Materialien wie Holz, Metall, Porzellan, Leder, Leinen in Würde altern und Generationen überleben können, würden heute hauptsächlich Stoffe verwendet, die mit der Zeit unansehnlich und schadhaft werden. Shirts aus Polyacryl, Sideboards aus Pressspan, das Sofa aus Kunstleder: „Diese Materialien altern nicht. Sie gehen kaputt.“

    Dahinter stehe einerseits ein Wirtschaftssystem, das auf „geplante Obsoleszenz“, also den eingebauten Defekt in Produkten, setze, so Antje. Und andererseits ein längst verinnerlichtes, westliches Konzept von Ästhetik. „Das ist das hellenistische Weltbild, in dessen Tradition wir stehen und uns bewegen“, erzählt sie. „Es geht immer um Perfektion und um Jugend! Produkte heute sollen schön, glänzend, makellos sein. Es geht um die persönliche Optimierung durch‘s Mehr-machen und Mehr-kaufen.“ Schön, das bedeutet neu. Und was nicht mehr neu ist, das kann weg.

    Wabisabi statt alles neu

    kitsugi2

    Vergänglichkeit in Gold: Die japanische Technik Kintsugi. Foto: Wikipedia.

    Eine alternative Sehgewohnheit, Ästhetiklehre, Philosophie hat Antje in Japan entdeckt: „Wabisabi“ heißt sie und integriert das Altern, das Unperfekte, Unvollständige und Vergängliche, findet Schönheit darin. Ein Holzboden mit tiefen Kerben von der jahrzehntelangen Benutzung durch eine Familie. Eine kunstvoll, aber sichtbar ausgebesserte Jacke. Ein kaputter Porzellanteller, den man unter Zuhilfenahme von flüssigem Gold wieder zusammengefügt hat. „ Bei Wabisabi geht es um Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit“, sagt Antje. Den Dingen ist es erlaubt, eine Geschichte zu erzählen. Man darf ihnen ansehen, dass sie in Gebrauch sind, gebraucht werden und mit ihren Menschen zusammenleben.

    „Die armen Wichtel von Yiwu“

    Tatsache ist: In den letzten hundert Jahren ist unsere Bindung an die Dinge verloren gegangen durch die Trennung zwischen Herstellung und dem Konsum von Produkten, zwischen den HandwerkerInnen, ArbeiterInnen und Kaufenden. Ein weltweites Phänomen, das Billiglohnländer zur Textilfabrik und Werkbank des Westens gemacht hat: Bizarre Berühmtheit erlangt haben etwa die Weinachtsdörfer in der chinesischen Provinz Yiwu. Zwei Drittel allen Weihnachtsschmucks stammt von dort. Ohne zu wissen, was sie da eigentlich herstellen, arbeiten Wanderarbeiter dort im Akkord für Hungerlöhne; „ die armen Wichtel von Yiwu“, nannte die FAZ die hier beschäftigten Menschen. Und veröffentlichte Fotos des chinesischen Fotografen Chen Ronghui, der einen Vater und seinen Sohn während der Arbeit abgelichetet hat – in roter Farbe und Chemikalien stehend, die Köpfe notdürftig geschützt durch Weihnachtsmannmützen.

    yiwu

    Weihnachtsmützen wie diese kommen fast immer aus der chinesischen Provinz Yiwu.

    Ist Yiwu überall? Vielleicht kann man es als Sinnbild sehen für die Beziehungslosigkeit, in die wir zu unseren Dingen geraten sind. Und die vergiftete, fernöstliche Weihnachtsidylle führt uns die Auswirkungen dieser Abkoppelung deutlich vor Augen: Mensch und Umwelt werden ausgebeutet für Produkte, die nicht gekommen sind, um zu bleiben. Alle Jahre wieder enden sie auf der Müllkippe. Alle Jahre wieder kaufen wir sie neu.

    Von VerbraucherInnen zu GebraucherInnen?

    Aber: Was kann man als VerbraucherIn tun? Und welches Potenzial für Veränderung liegt im Selbstverständnis der Produzierenden? Antje jedenfalls sieht hier beide Seite in der Verantwortung – und glaubt daran, dass ein Wandel möglich ist. „Wir als GestalterInnen agieren in einem komplexen und weitverzweigten Spannungsfeld und besitzen eine große soziale und moralische Verantwortung, der wir uns nicht entziehen sollten, nicht entziehen dürfen. Wir GestalterInnen arbeiten ja eigentlich  für Menschen und an Beziehungen, geben Halt in einer chaotischen Welt durch unsere ästhetische Ordnung der Dinge. Produkte müssen nachhaltiger, ökologischer, menschenfreundlicher werden. Es darf keine Gestaltung um der Gestaltung Willen geben.“ Was würde passieren, wenn wir Dinge wieder mit Respekt betrachten, die Arbeit und Sorgfalt der HerstellerInnen anerkennen und achten? Wenn wir uns mit Dingen umgeben, die mit uns altern und leben dürfen – würden wir dann nicht erkennen, dass man gar nicht so viel Neues braucht?

    „Mit welchen Dingen lebe ich gerne zusammen? Mit welchen Dingen verbindet mich etwas? Das könnte man sich selbst einmal fragen“, sagt Antje. „Wer so einkaufen geht, wird auch Dinge zu sich nehmen, die er mehr wertschätzt und liebt und mit denen er langfristig zusammenleben will.“ KonsumentInnen, so glaubt sie, suchten zunehmend nach dem Echten, Wahrhaftigen, nach Authentizität und Sinn. „Die Ressourcen gehen zur Neige, in wenigen Jahrzehnten werden die Erdölvorkommen erschöpft sein. Es wird sich ein neues Verständnis des Konsumenten herausbilden. Vielleicht könnte man es so sagen: Wir müssen von VerbraucherInnen zu GebraucherInnen unserer Dinge werden.“

     

    antje_laechelndbw

     

    Antje Di Foglio hat an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe Produktdesign studiert. In ihrer Diplomarbeit „Spuren der Zeit“ hat sie sich mit den Beziehungen und Emotionen beschäftigt, die Menschen mit Produkten eingehen – und ihrer Bedeutung für Kultur und Gesellschaft. Die Arbeit liegt in gebundener Form im Zukunftsraum aus – Ihr dürft gerne reinlesen!

    Bei Quartier Zukunft möchte Antje den Menschen und BürgerInnen Wege zeigen, wie man schon im Kleinen aktiv eine Veränderung für sich und andere bewirken und Konsum anders gestalten kann. Wir finden nämlich: Kaufen hat eine Wirkung – auf Mitwelt, Umwelt, Nachwelt und uns selbst. Im neuen Jahr wollen wir dazu beitragen, Konsum bewusst, nachhaltig und lokaler zu gestalten und an Kulturtechniken wie Reparatur und Tausch erinnern. Gemeinsam mit Euch wollen wir uns Gedanken darüber machen, wie nachhaltiger Konsum in der Karlsruher Oststadt aussehen könnte. Hier auf unserer Website, Facebook & Twitter halten wir Euch auf dem Laufenden!

     

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

  53. Das NachhaltigkeitsExperiment BEETE & BIENEN macht die Oststadt essbar – und bringt sie zum Summen!

    Leave a Comment

    Mit tollen Ideen, wie Gemeinschaft und Entschleunigung in der Karlsruher Oststadt vorangebracht werden können, überzeugten die Teams von BEETE & BIENEN, KREATIV-SALON, OSTSTADT TREFF und SECOND FUTURE die Jury von „Dein NachhaltigkeitsExperiment“: Ab sofort werden die vier Gewinnergruppen ihre Konzepte mitten drin im realen Leben der Oststadt erproben. Vorab gibt‘s für Euch aber jetzt schon mal mehr Infos zu den einzelnen Projekten. Diesmal stellen wir vor: Das „summende“ NachhaltigkeitsExperiment „Beete & Bienen“! 

    Beete& Bienen 6

    Beete & Bienen präsentieren ihr NachhaltigkeitsExperiment auf dem Straßenfest in der Oststadt.

    Sowieso klar: Ohne Bienen gibt’s keinen Honig. Dass wir aber in existenzielle Not gerieten, gäbe es die fleißigen Tierchen nicht, ist vielen gar nicht bewusst. Denn Tatsache ist: Gut 80 Prozent unserer Nutz- und Wildpflanzen werden von Bienen bestäubt. Alles hängt zusammen: Pflanzen, Bienen, Menschen.

    Das NachhaltigeitsExperiment BEETE & BIENEN stellt sich in Zeiten des weltweiten Bienensterbens auf die Seite der gestreiften HonigspezialistInnen und will im öffentlichen Raum der Karlsruher Oststadt Naschbeete anlegen, die Menschen und Bienen gleichermaßen Nahrung anbieten. Außerdem sollen in einem weiteren Schritt Bienenbehausungen, auch Beuten genannt, aufgestellt und Honigbienen im Stadtraum angesiedelt werden. Die HobbyimkerInnen und StadtgärtnerInnen von BEETE & BIENEN wollen auf diese Weise zeigen, dass Menschen, Pflanzen und Bienen miteinander zu tun haben, zusammengehören und diese Symbiose für die BewohnerInnen erlebbar machen. Beeren, Kräuter, Obst und Gemüse sollen mitten in der Oststadt wachsen und gedeihen, zum Probieren einladen, den Oststadt-Bienen einen Lebensraum bieten und sie mit Nektar und Pollen versorgen.

    Verantwortung übernehmen

    Starten wird das Beete & Bienen-Team zunächst mit zwei bis drei Standorten für Naschbeete und Bienenbeuten. Dabei soll sich in den Beeten alles finden, was das Herz begehrt: „Da lässt sich schon eine ganze Reihe von naschbaren Früchtchen erdenken, so beispielsweise Johannisbeeren, Stachelbeeren, Erdbeeren, Jochelbeeren, Himbeeren aber auch kleine Obstgehölze wie Pfirsiche, Aprikosen, kleine Äpfel und Birnensorten, Pflaumen. Einfach alles, was in unserem Klima sowieso gedeiht, aber leider bislang viel zu wenig Berücksichtigung bei der Gestaltung von Grünflächen in Karlsruhe fand“, erzählt Urban Gardening-Spezialistin Nadine Neblung aus dem Projektteam. Hinweistafeln auf den bespielten Flächen sollen den PassantInnen Infos über die Naschbeete, deren Pflege, Bienen an sich und Stadtimkerei im Besonderen geben. Dabei ist es auch eines der Ziele des Experiments, genau jene verlässlichen, gemeinschaftliche Strukturen zu schaffen, die es braucht, um sich gut um die Pflanzen und Tiere zu kümmern.

    Sich gegenseitig klug machen

    Bei Beete & Bienen geht es auch um Wissensvermittlung und darum, sich gegenseitig klug zu machen: Jeder kann Wissen einbringen oder sich im Zusammenhang mit dem Experiment Wissen aneignen und dieses dann weitergeben. Auf diese Weise soll konkretes Know-How zu Stadtimkerei und Gartenarbeit zusammengetragen und vervielfältigt werden. Zum Imkern, beim Bienenbeuten- und Beetebauen kommen die Menschen aus der Oststadt mit den GärtnerInnen und ImkerInnen von Beete & Bienen zusammen, tauschen sich aus, besuchen Workshops und  lernen einander kennen.

    Beobachten, entschleunigen, in Kontakt kommen

    Wenn sich die OststädterInnen dann demnächst gemeinsam um Beete kümmern und entspannt das Treiben der Bienen am Flugloch beobachten, sind sie dann auf einmal ganz nah dran an den natürlichen Zusammenhängen. „Die Bienen als Volk agieren nicht wie einzelne Insekten, sondern wie ein Superorganismus. Das läßt sich ständig neu beobachten. Die Bienen agieren als einzelne ‚Gehirn‘-Zellen eines großen Ganzen“, erklärt Rainer Romer aus dem Beete & Bienen-Team. Um den direkten Ertrag von Obst, Kräutern, Honig geht es Beete & Bienen übrigens nicht vorrangig. Sicher: Die Naschbeete sollen alle dazu einladen, ein paar Beeren zu stibitzen oder ein Zweiglein Rosmarin mitzunehmen. Beim Naschen miteinander ins Gespräch zu kommen, ist dem Projektteam jedoch viel wichtiger; Kinder und Menschen allen Alters sollen erleben können, wie Früchte wachsen und an ihrem Gedeihen mitwirken dürfen. „Wir möchten dazu beitragen, den öffentlichen Raum für Menschen und Insekten zu einem angenehmen Lebensraum zu machen, an dem man sich treffen, austauschen und entspannen kann“, sagt Beete & Bienen-Imkerin Katrin Sonnleitner. „Uns geht es auch um das Bewusstsein, dass die Stadt allen Bewohnern gehört und sie zusammen noch lebenswerter gestaltet werden kann.“

     

    Das NachhaltigkeitsExperiment BEETE & BIENEN interessiert Dich? Hier kommen Deine Infos:

    • Die AG Beete trifft sich JEDEN ERSTEN MITTWOCH, 18.00 Uhr, im Zukunftsraum in der Rintheimer Straße 46.
    • Die Gesamtgruppe Beete & Bienen trifft sich JEDEN DRITTEN MITTWOCH im Monat um 18.00 Uhr ebenda. Ihr seid herzlich willkommen!

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

  54. Verabredet mit Deinem Viertel: Wir stellen Euch das NachhaltigkeitsExperiment OSTSTADT-TREFF FÜR JUNG UND ALT vor!

    2 Comments

    Mit tollen Ideen, wie Gemeinschaft und Entschleunigung in der Karlsruher Oststadt vorangebracht werden können, überzeugten die Teams von BEETE & BIENEN, KREATIV-SALON, OSTSTADT TREFF und SECOND FUTURE die Jury von „Dein NachhaltigkeitsExperiment“: Ab August werden die vier Gewinnergruppen ihre Konzepte mitten drin im realen Leben der Oststadt erproben. Vorab gibt‘s für Euch aber jetzt schon mal mehr Infos zu den einzelnen Projekten. Diesmal stellen wir Euch das NachhaltigkeitsExperiment „Oststadt-Treff für Jung und Alt“ vor.

    Oststadt-Treff3

    Die „Oststadt-Nachbarschaft“ veranstaltet jeden Monat Picknicks an wechselnden Orten in der Oststadt.

    Mein Viertel: Ich kenne die Straßen, Häuser, Plätze wie meine Westentasche und weiß mit absoluter Sicherheit, wo es das beste Schoko-Eis zu kaufen gibt. Aber wer wohnt eigentlich neben, über, unter mir? Und wer gegenüber? Der „Oststadt-Treff für Jung und Alt“ will sich hier kümmern, Begegnung möglich machen und seinen Beitrag dazu leisten, aus dem Stadtteil ein Zuhause für alle zu machen. Mit Riko Burgard, einem der Initiatoren, haben wir über das Experiment gesprochen.

    Die Nachbarn kennenlernen? Viele wissen einfach nicht, wie sie’s anstellen sollen

    „Uns ist aufgefallen, dass in der Stadt viele Leute ihre Nachbarn nicht kennen, aber gerne kennen würden. Sie wissen nur einfach nicht, wie sie’s anstellen sollen“, erzählt er. 2014 hatte sich deshalb eine buntgemischte Truppe von Leuten bei der Bürgerversammlung zusammengefunden und die Arbeitsgemeinschaft „Oststadt-Nachbarschaft“ ins Leben gerufen, die seither jeden Monat Picknicks an wechselnden Orten in der Oststadt veranstaltet. „Bei den
    Picknicks habe ich festgestellt, dass viele sie inzwischen kennen, dass es viele Leute toll finden und immer wieder neue dazu kommen.“ Grund genug für die Oststadt-Nachbarschaft, ein weiteres Experiment zu wagen: Den „Oststadt-Treff für Jung und Alt“ ins Leben rufen und als einen Ort etablieren, der über die Quartiers-Picknicks hinaus eine regelmäßige Gelegenheit bietet, Menschen aus dem eigenen Viertel kennenzulernen.

    Begegnung als Herzstück des Experiments

    Begegnung möglich machen – auch solche zwischen Menschen, die Unterstützung benötigen und solchen, die Unterstützung gewähren können – ist das Herzstück dieses NachhaltigkeitsExperiments. Zugezogene finden schneller Anschluss, Alleinerziehende oder Eltern mit Kindern können auf ältere Menschen treffen, die Zeit haben, geflüchtete Menschen lernen OststädterInnen kennen, die sich auskennen und bei der Integration behilflich sein können. Das Programm des Treffs soll unter anderem Spiel- und Handarbeitsangebote, Hobby-Präsentationen, gemeinsames Lesen, Tauschmärkte für Pflanzen und Kleidung umfassen. Angedacht sind außerdem das Teilen von Obst- und Gemüsekisten, die Diskussion stadtpolitischer Themen und kleine Konzerte in Zusammenarbeit mit der Musikhochschule.

    Ein Gefühl von Zugehörigkeit und Zuhause

    Der Oststadt-Treff als Verabredung des Viertels mit sich selbst bedeutet auch: sich Zeit nehmen, zu sich kommen, entschleunigen, sich als Gemeinschaft finden und ausprobieren. „Da geht es auch um ein Gefühl von Zugehörigkeit“, meint Riko Burgard. „Ich gehöre hierhin. Wenn ich irgendetwas brauche, kann ich jemanden fragen und wenn ich ein Anliegen habe, gibt es irgendjemanden, der sich dafür interessiert.“ Die Initiatoren können sich sogar vorstellen, dass eine gelebte Nachbarschaft im urbanen Raum dem eher städtischen Phänomen des Vandalismus vorbeugen könnte: „Dort, wo man sich Zuhause fühlt, macht man in der Regel nichts kaputt.”

    Die Straße ist jetzt nicht mehr anonym

    Welchen Unterschied eine aktiv gestaltete Nachbarschaft im eigenen Leben machen kann, hat Riko Burgard im Zusammenhang mit den Oststadt-Picknicks schon selbst erfahren: „Für mich ist es so, dass ich jetzt viele neue Leute in der Oststadt kenne. Ich kannte vorher zwar auch schon viele, aber nicht in der direkten Nachbarschaft. Wenn ich über die Straße laufe, treffe ich Menschen, mit denen ich mich kurz unterhalte, und ich habe das Gefühl, für mich hat sich etwas verändert. Es ist persönlicher geworden, die Straße ist nicht mehr anonym, ich kenne da jemanden, ich kenne dort jemanden. Und es fühlt sich ein bisschen mehr nach Zuhause an.“

     

    Aufgepasst: Die Eröffnung des Oststadt-Treffs findet am 12. September um 18 Uhr im Zukunftsraum in der Rintheimer Straße 46 statt. Ab dem 19. September startet dann der reguläre Oststadt Treff für Jung und Alt: Immer montags, 15-18 Uhr im Zukunftsraum!

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

    Merken

  55. Ein Secondhand-Label „made in“ der Karlsruher Oststadt: Das NachhaltigkeitsExperiment SECOND FUTURE will Wandel sichtbar machen

    2 Comments

    Mit tollen Ideen, wie Gemeinschaft und Entschleunigung in der Karlsruher Oststadt vorangebracht werden können, überzeugten die Teams von BEETE & BIENEN, KREATIV-SALON, OSTSTADT TREFF und SECOND FUTURE die Jury von „Dein NachhaltigkeitsExperiment“: Ab August werden die vier Gewinnergruppen ihre Konzepte mitten drin im realen Leben der Oststadt erproben. Vorab gibt‘s für Euch aber jetzt schon mal mehr Infos zu den einzelnen Projekten. Diesmal präsentieren wir stolz: Das NachhaltigkeitsExperiment „Second Future“! 

    SecondfutureYes

    Veronica Falius, Laura Jungmann und Jonas Baumhauer sind das Team von „Second Future“.

    Es gibt eine einfache Möglichkeit, nachhaltiger zu leben und Ressourcen zu schonen: Secondhand kaufen! Egal ob Kleidung, Bücher, Möbel oder Elektrogeräte, für alles gibt es heute ein riesiges Angebot aus zweiter Hand. Allerdings kann ich dem Shirt der Studentin, die mir in der Straßenbahn gegenüber sitzt, nicht ansehen, ob es neu beim schwedischen Textilriesen oder aber gebraucht auf dem Flohmarkt gekauft wurde. Die Idee hinter dem NachhaltigkeitsExperiment Second Future: Die Kaufentscheidung für gebrauchte Produkte visualisieren!

    „Ich habe  mich während meines Produktdesignstudiums an der HfG in Karlsruhe schon länger mit dem Gedanken auseinandergesetzt, wie man mit Gestaltung andere Effekte erzielen kann als vorrangig den Konsum anzukurbeln“, erinnert sich Jonas Baumhauer, der zusammen mit Veronica Falius und Laura Jungmann das Secondhand-Label aus der Oststadt ins Leben rufen will. „Als ich dann während der Proteste gegen Stuttgart 21 auf Zugfahrten immer wieder beobachten konnte, wie wildfremde Menschen ins Gespräch kamen, weil sie Aufnäher, Buttons oder Schlüsselbänder mit dem Logo der Projektbefürworter oder -gegner trugen, kam mir der Gedanke, über ein Symbol für Secondhandwaren die Leute zu Gesprächen und Diskussionen anzuregen.“

    Secondhand zu kaufen ist nicht nur günstig, sondern auch verantwortungsvoll

    Dabei geht es dem Second Future-Team darum, einer verantwortungsvollen und nachhaltigen Lebensweise eine Plattform zu geben, den Kauf von Gebrauchtem zu bewerben und voranzutreiben. Mit Aufnähern, Aufbüglern und Siebdruckvorlagen soll jede und jeder die Möglichkeit bekommen, seine Secondhandschätze selbst mit einem „Label“ zu versehen, wie das die großen Konzerne und Firmen mit ihren Logos tun. Veronica Falius: „Secondhand zu kaufen ist nicht nur günstig, sondern auch verantwortungsvoll, da es Ressourcen schont und man die Produkte so lange benutzt, wie es noch geht. Secondhand-Objekte müssen sich neben ihren „Firsthand-Kollegen“ nicht verstecken!“

    Verschiedene Aktivitäten rund um das Label werden in Zukunft Gemeinschaft im Quartier anzetteln: Geplant sind gemeinsame Siebdruckaktionen auf Flohmärkten und bei Reparaturcafés, Gesprächs- und Diskussionsrunden über die Herstellung unserer Kleidung und der damit verbundenen Ressourcenverschwendung und eine Modenschau. Umgesetzt werden soll das NachhaltigkeitsExperiment in Kooperation mit lokalen Geschäften und kleinen Betrieben vor Ort: „Wir wollen die Oststadt unterstützen“, so Jonas Baumhauer, „die realen Menschen, die sich nur einen Steinwurf von unserer Wohnung entfernt befinden.“

    Secondhand entschleunigt und macht Spaß

    Die MacherInnen von Second Future wollen mit ihrem Projekt auch zur Entschleunigung des Lebens im Stadtteil beitragen. Sie sehen das Gebrauchtkaufen als Alternative zur atemlosen Jagd nach dem neusten Trend und als einen Weg, Einfluss zu nehmen auf die beschleunigten Strukturen von Handel und Wirtschaft.

    Und dann macht Secondhandkaufen natürlich auch einfach Spaß! Auf ihren Schatzsuchen und Beutezügen werden GebrauchtkäuferInnen immer immer wieder mit Dingen belohnt, die auch deshalb ganz besonders sind, weil sie eine Geschichte haben: „Mein Mischpult habe ich mir auch gebraucht gekauft und wieder in Schuss gebracht“, erzählt Jonas Baumhauer. „Neu hätte ich mir das nicht geleistet und die paar Kratzer und Macken stören mich überhaupt nicht. Im Gegenteil, ich finde es schön, dass vor mir schon andere Spaß damit hatten.“

    Ihr findet, die geplanten Aktionen von Second Future klingen spannend? MitmacherInnen können sich ab jetzt bei uns melden oder sich via Facebook, Twitter und Blog auf dem Laufenden halten!


     

  56. Vorhang auf für Euch! Das NachhaltigkeitsExperiment „KREATIV-SALON“ lädt zum Musizieren, Tanzen & Theaterspielen in den Zukunftsraum ein

    Leave a Comment

    Mit tollen Ideen, wie Gemeinschaft und Entschleunigung in der Karlsruher Oststadt vorangebracht werden können, überzeugten die Teams von BEETE & BIENEN, KREATIV-SALON, OSTSTADT TREFF und SECOND FUTURE die Jury von „Dein NachhaltigkeitsExperiment“: Ab August werden die vier Gewinnergruppen ihre Konzepte mitten drin im realen Leben der Oststadt erproben. Vorab gibt‘s für Euch aber jetzt schon mal mehr Infos zu den einzelnen Projekten. Los geht’s mit dem NachhaltigkeitsExperiment „Kreativ-Salon“! 

    Theaterspielen, Tanzen, Musizieren, Singen, in Gemeinschaft etwas Neues schaffen – darum dreht sich das NachhaltigkeitsExperiment „Kreativ-Salon“ von Daniela Kastner, Kristjan Tamm und Roman Hernitschek. Der Plan: Alle zwei bis vier Wochen werden die drei Kreativ-ExpertInnen eine Einladung aussprechen und den Zukunftsraum in der Rintheimer Straße 46 in eine musische Werkstatt verwandeln.

    Jeder kann mitmachen

    Jeder kann mitmachen – das ist der angehenden Theaterpädagogin und den beiden Musikern dabei besonders wichtig, erzählen sie uns. „Keiner muss Angst haben, Kasperletheater vormachen zu müssen oder bloßgestellt  zu werden“, versichert Daniela Kastner. „Wir werden mit viel Spaß an die Sache herangehen. Was wir wollen, ist eine Bereicherung für die Menschen in der Oststadt sein.“

    Der Kreativ-Salon im Quartier wird sowohl offene Treffen als auch konkrete Workshops anbieten. Eventuell sollen die Schwerpunkte Theater, Tanz und Musik noch erweitert werden: Um eine Schreibwerkstatt oder die Bereiche bildende Kunst und Fotografie. Im Fokus steht bei allen Angeboten auch immer die Entwicklung von Wissen und Fähigkeiten. „Da kann man viele positive Effekte in den eigenen Alltag mitnehmen“, erklärt Daniela Kastner, die hauptberuflich an der Lidellschule in der Oststadt als Lehrerin arbeitet. „Zum Beispiel können Theaterübungen ganz viele Prozesse anstoßen und handfeste Fertigkeiten entstehen lassen.“ Was im Kreativ-Salon passiert, soll außerdem in Form von Sammlungen, Ausstellungen, Videos und Fotocollagen für die TeilnehmerInnen festgehalten werden.

    Nachhaltigkeit funktioniert nicht ohne Kreativität

    Und was hat der Kreativ-Salon in der Oststadt mit Nachhaltigkeit zu tun, mit Gemeinschaft und Entschleunigung? „Kreativität setzt eine Offenheit für Neues voraus“, ist sich Gitarrist, Dirigent und Musikpädagoge Kristjan Tamm sicher. „Und wenn man Nachhaltigkeit schaffen will, braucht man genau diesen offenen Raum.“ Auch auf dem Weg in Richtung Nachhaltigkeit gehe es schließlich darum, innovativ zu sein und neue Wege zu finden. Sänger und Musikpädagoge Roman Hernitschek findet außerdem: „Wenn man sich in einer Gruppe kreativ beschäftigt, dann stärkt das die Gemeinschaft. Und letztlich entschleunigt die Konzentration auf etwas ganz anderes dann auch den Alltag.“

    Und was bedeutet Kreativität für das „gute Leben“ des Einzelnen? „Obwohl am Anfang des kreativen Prozesses Nichtwissen und Unsicherheit stehen, weil man ja noch gar nicht weiß, was am Ende dabei herauskommen wird, setzt beim Arbeiten ab einem bestimmten Punkt eine gewisse Ruhe und Freude ein“, sagt Kristjan Tamm. „Und das sind beides Qualitäten, die für mich eigentlich das gute Leben ausmachen.“

    Habt ihr auch Lust auf mehr kreative Momente in Eurem Leben und Eurem Quartier? MitmacherInnen können sich ab jetzt bei uns melden oder sich via Facebook, Twitter und Blog auf dem Laufenden halten!

  57. „Die Stadt neu sehen“. Zehn Fragen an Karlsruhe – und noch ein paar mehr.

    Kommentare deaktiviert für „Die Stadt neu sehen“. Zehn Fragen an Karlsruhe – und noch ein paar mehr.

    Ausstellung und Veranstaltungsreihe “Die Stadt neu sehen – Zehn Fragen an Karlsruhe” fordern die Karlsruher Bürgerschaft auf, die Entwicklung ihrer Stadt und ihres Stadtlebens zu thematisieren. Als Vorstudie zum räumlichen Leitbild der Stadt arbeitet sie auf ein planerisches Geschenk zum 300-jährigen Stadtgeburtstag 2015 hin. Die Ausstellung bietet Anregungen, lädt zum spielerischen Umgang mit trockener Materie ein. Und sie provoziert.

    Bild: ScreenShot aus Ausstellungsbegleitheft

    Bild: ScreenShot aus Ausstellungsbegleitheft

    Ein weißes Zelt im hochsommerlichen Garten des Prinz-Max-Palais war am 18. Juli Schauplatz der überaus gelungenen Eröffnungsveranstaltung zur gemeinsam von KIT, Stadtplanungsamt und Stadtarchiv auf die Beine gestellten Ausstellung und Vortrags- und Veranstaltungsreihe “Die Stadt neu sehen – Zehn Fragen an Karlsruhe”. Zehn strategische Fragen spannen einen Rahmen auf, in den hinein Bürger, Planer und Verwaltung aufgefordert sind, ihr Bild des zukünftigen Karlsruhes zu malen.

    Dr. Pretsch, Leiter des Stadtarchivs begrüßte die ca. 80 Gäste, und der Leiter des Stadtplanungsamtes, Herr Dr. Ringler, führte in den Abend ein. Der Intendant des Badischen Staatstheaters, Peter Spuhler, stellte danach in einigen Thesen u. a. fest, dass Karlsruhe zwar schön sei, seine Schönheit aber dem Fremden nicht ohne weiteres offenbare und fragte, wo ausgefallene Bauten und Raum für Ausgefallenes zu finden wären.

    Professor Thomas Sieverts aus Bonn suchte in der Stadtgeschichte nach Besonderheiten der Planung – angefangen mit dem Fächergrundriss über Weinbrenner, Eiermann, Dammerstock und Waldstadt hin zu denen unsrer Tage -, wies auf den Zusammenhang von Stadtentwicklung und Energieversorgung hin und darauf, dass die Stadt von heute im Wesentlichen schon gebaut sei und nur mehr transformiert würde. Insofern, und weil die riesige Menge an Gebäuden und Infrastruktur und die hier steingewordenen Investitionen ohnehin unsere Mittel überfordern war sein Ruf “Karlsruhe an den Rhein” wohl eher rhetorischer Natur. Der Abschied vom Funktionalismus, der Städte wie Gebäude in streng getrennt voneinander bestehende ‘Zuständigkeitsbereiche’ einteilt, und die Hinwendung zu mehr Wandelbarkeit machten die sich aus sich selbst heraus stets erneuernde Stadt robust und elastisch. Über allem aber müsse die Anstrengung stehen, Schönheit zu schaffen; denn nur das Schöne erhielte sich über die Zeit.

    Professor Markus Neppl, der die Ausstellung maßgeblich mitgeprägt hat, dankte Politik und Verwaltung für ihre Unterstützung bei der Konzipierung dieser “Voruntersuchung zu einem städtebaulichen Leitbild”. Die Stadtverwaltung denke und bereite die Fragen unserer Zeit stets vor, er frage sich jedoch, wo die Spartenvorstellungen zusammengeführt würden. Er forderte anspruchsvoll zu sein, wenn es um die Gestaltung der Stadt ginge.

    Oberbürgermeister Mentrup verlieh später in seiner Rede zur offiziellen Ausstellungseröffnung anhand der “Zehn Fragen an Karlsruhe” seiner Hoffnung Ausdruck, dass die Auswahl strategischer Ansätze bei gleichzeitiger Zusammenschau des Ganzen bald Früchte tragen möge. Auf der Internetseite der Stadt wird unter Verweis auf die “Tradi­ti­­onsli­­nien der Stadt” die “Wichtig­keit des gemein­sa­­men Entwick­­lungs­­pro­­zes­­ses” betont; nur so könne “ein Plan das Fundament einer lebendigen und zukunfts­fä­hi­gen Stadt bilden”.

    Die Ausstellung „Die Stadt neu sehen“ nähert sich dem doch recht abstrakten und bisweilen sperrigen Thema, wie das Räumliche Leitbild 2015 für Karlsruhe aussehen könnte, mit Ernsthaftigkeit und gleichzeitig mit spielerischer Leichtigkeit. Es ist eine ungewöhnliche Ausstellung geworden, die sich sowohl an das Fachpublikum wendet als auch die Laien animieren möchte: ohne Exponate, aber zum Anfassen. Sie wird die BürgerInnen anregen, sich mit ihrer Stadt und deren Werdegang auseinanderzusetzen und ihre Wünsche zu äußern. Zu überlegen bliebe, ob das zwar geringe, aber eben erhobene Eintrittsgeld dem Ziel einer weiten Bürgerbeteiligung schadet. Historische Pläne und Aufnahmen, Dioramen und ein magnetisches Fotomosaik laden zum Schauen und zum Spielen und fordern das Publikum heraus, Antworten zu geben oder wenigstens den Gedanken freien Lauf lassen.

    Auch wir stellen (ein paar mehr) Fragen an Karlsruhe:

    • Wie schafft es Karlsruhe, die aus dem Wald geschnittene Stadt, angesichts großen Nach­frage­druckes, ihre grünen Alleen und kurzen Fahrten durch den Wald inmitten von Stadt zu erhalten?
    • Wie wird sich Karlsruhe sozio-demographisch und städtebaulich entwickeln, wenn mittelfristig in Deutschland ein starker Rückgang der Bevölkerung einsetzt, der für Karlsruhe derzeit von niemandem thematisiert wird?
    • Was genau und wer kann helfen, bei der Entwicklung der Stadt und des Stadtlebens dem Leitbild ‘Nachhaltigkeit’ zu folgen und eine Kultur der Nachhaltigkeit zu etablieren?
    • Wie wird es den Planern gelingen, die Anregungen der Karlsruher Strategie “Anpassung an den Klimawandel” in Maßnahmen umzusetzen?
    • Welche Chancen und Herausforderungen werden Neuerungen auf dem Mobilitätssektor sowie Änderungen bei der Energieversorgung der Stadtentwicklung bescheren?

     Die Ausstellung im Prinz-Max-Palais dauert bis 27. Oktober an und wird begleitet von Vortragsabenden, einem Fotowettbewerb für Schüler sowie einem Kinder- und Jugendprogramm.

    Weiterführende Informationen:

    Begleitprogramm zur Ausstellung Prinz-Max-Palais

Kontakt

OK

Vielen Dank für Ihre Idee

Sagen Sie uns Ihre Meinung

Was geschieht mit meinen Wünschen zum Quartier Zukunft?

Nennen Sie uns Ihre Wünsche und Vorstellungen zur Entwicklung des Quartier Zukunft. Sagen Sie uns Ihre Meinung. Was ist Ihnen besonders wichtig? Was nicht?
Wir sammeln Ihre Äußerungen und werden sie zeitnah auf dieser Website präsentieren, um sie weiter zu diskutieren und in den Entwicklungsprozess des Quartier Zukunft einfließen zu lassen.

Impressum und Datenschutz

Impressum und Datenschutz

Das Projekt "Quartier Zukunft" ist ein Projekt des Karlsruher Instituts für Technologie. Dienstanbieterkennzeichnung im Sinne von §5 Telemediengesetz (TMG)

Karlsruher Institut für Technologie Kaiserstraße 12 76131 Karlsruhe Deutschland Tel.: +49 721 608-0 Fax: +49 721 608-44290 E-Mail: info@kit.edu Rechtsform: Körperschaft des öffentlichen Rechts Vertretungsberechtigt: Prof. Dr. Holger Hanselka (Präsident des KIT) USt-IdNr: DE266749428 Redaktionelle Gesamtverantwortlichkeit im Sinne des § 55 des Rundfunkstaatsvertrages (RStV): Dr. Oliver Parodi Karlsruher Institut für Technologie Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse Karlstraße 11 76133 Karlsruhe E-Mail: oliver.parodi@kit.edu Konzeption, Gestaltung und technische Umsetzung der Website The seed eG www.theseed.de Redaktionelle Betreuung Colette Waitz und Helena Trenks Karlsruher Institut für Technologie Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse Karlstraße 11 76133 Karlsruhe E-Mail: colette.waitz@kit.edu oder helena.trenks@kit.edu Copyright Für die Internet-Seiten des Karlsruher Instituts für Technologie liegen Copyright und alle weiteren Rechte beim Karlsruher Institut für Technologie, Kaiserstraße 12, 76131 Karlsruhe, Deutschland. Dies gilt auch für die Internet-Seite des Projektes Quartier Zukunft. Weiterverbreitung, auch in Auszügen, für pädagogische, wissenschaftliche oder private Zwecke ist unter Angabe der Quelle gestattet (sofern nicht anders an der entsprechenden Stelle ausdrücklich angegeben). Eine Verwendung im gewerblichen Bereich bedarf der Genehmigung durch das Karlsruher Institut für Technologie. Ansprechpartner ist die Dienstleistungseinheit Presse, Kommunikation und Marketing. Haftung für Inhalte Diese Internetseiten dienen lediglich der Information. Ihr Inhalt wurde mit gebührender Sorgfalt zusammengestellt. Das Karlsruher Institut für Technologie übernimmt aber keine Garantie, weder ausdrücklich noch implizit, für die Art, Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität des dargebotenen Materials und übernimmt keine Haftung (einschließlich Haftung für indirekten Verlust oder Gewinn- oder Umsatzverluste) bezüglich des Materials bzw. der Nutzung dieses Materials. Sollten Inhalte von Web-Seiten des Karlsruher Instituts für Technologie gegen geltende Rechtsvorschriften verstoßen, bitten wir um umgehende Benachrichtigung. Wir werden die Seite oder den betreffenden Inhalt dann umgehend entfernen. Bildrechte Der Dienstanbieter hat alle Nutzungsrechte zu den auf dieser Seite abgebildeten Fotografien, Grafiken, Tondokumente und Videosequenzen nach bestem Wissen und Gewissen angemeldet. Falls sich eine Person in ihren Rechten verletzt fühlt, bitten wir um die Kontaktaufnahme mit dem Karlsruher Institut für Technologie, um die Angelegenheit aufzuklären. Haftung für externe Web-Seiten Die Web-Seiten des Karlsruher Instituts für Technologie enthalten Links zu Informationsangeboten auf Servern, die nicht der Kontrolle und Verantwortlichkeit des Karlsruher Instituts für Technologie unterliegen. Das Karlsruher Institut für Technologie übernimmt keine Verantwortung und keine Garantie für diese Informationen und billigt oder unterstützt diese auch nicht inhaltlich. Datenschutzerklärung Informationen über die Erhebung personenbezogener Daten Die Betreiber dieser Seiten nehmen den Schutz Ihrer persönlichen Daten sehr ernst. Personenbezogene Daten sind alle Daten, die auf Sie persönlich beziehbar sind, z. B. Name, Adresse, E-Mail-Adressen und Nutzerverhalten (Informationen, die sich auf eine identifizierbare natürliche Person beziehen (Art. 4 Nr. 1 der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO)). Verantwortlicher gem. Art. 4 Abs. 7 DS-GVO ist der Präsident des KIT, Prof. Dr.-Ing. Holger Hanselka, Kaiserstraße 12, 76131 Karlsruhe, info@kit.edu (siehe Impressum). Unsere Datenschutzbeauftragte erreichen Sie unter datenschutzbeauftragter@kit.edu oder der Postadresse mit dem Zusatz „Die Datenschutzbeauftragte“. Bei Ihrer Kontaktaufnahme mit uns per E-Mail oder über ein Kontaktformular werden die von Ihnen mitgeteilten Daten (Ihre E-Mail-Adresse, ggf. Ihr Name und Ihre Telefonnummer) von uns gespeichert, um Ihre Fragen zu beantworten. Die in diesem Zusammenhang anfallenden Daten löschen wir, nachdem die Speicherung nicht mehr erforderlich ist, oder schränken die Verarbeitung ein, falls gesetzliche Aufbewahrungspflichten bestehen. Wir weisen darauf hin, dass die Datenübertragung im Internet (z.B. bei der Kommunikation per E-Mail) Sicherheitslücken aufweisen kann. Ein lückenloser Schutz der Daten vor dem Zugriff durch Dritte ist nicht möglich. Erhebung personenbezogener Daten Bei der bloß informatorischen Nutzung der Website erheben wir nur die personenbezogenen Daten, die Ihr Browser nach den von Ihnen vorgenommenen Einstellungen an unseren Server übermittelt (Server Log Files). Zur Ansicht unserer Website erheben wir die Daten, die hierfür und zur Gewährleistung der Stabilität und Sicherheit technisch erforderlich sind gemäß Art. 6 Abs. 1 S. 1 lit. f DS-GVO:
  1. Anonymisierte IP-Adresse
  2. Datum und Uhrzeit der Anfrage
  3. Zeitzonendifferenz zur Greenwich Mean Time (GMT)
  4. Inhalt der Anforderung (konkrete Seite)
  5. Zugriffsstatus/HTTP-Statuscode
  6. jeweils übertragene Datenmenge
  7. Webseite, von der die Anforderung kommt
  8. Browser
Diese Daten sind nicht bestimmten Personen zuordenbar. Eine Zusammenführung dieser Daten mit anderen Datenquellen wird nicht vorgenommen. Wir behalten uns vor, diese Daten nachträglich zu prüfen, wenn uns konkrete Anhaltspunkte für eine rechtswidrige Nutzung bekannt werden. SSL-Verschlüsselung Diese Seite nutzt aus Gründen der Sicherheit und zum Schutz der Übertragung vertraulicher Inhalte, wie zum Beispiel der Anfragen, die Sie an uns als Seitenbetreiber senden, eine SSL-Verschlüsselung. Eine verschlüsselte Verbindung erkennen Sie daran, dass die Adresszeile des Browsers von "http://" auf "https://" wechselt und an dem Schloss-Symbol in Ihrer Browserzeile. Wenn die SSL Verschlüsselung aktiviert ist, können die Daten, die Sie an uns übermitteln, in aller Regel nicht von Dritten mitgelesen werden. Ihre Rechte Sie haben gegenüber uns folgende Rechte hinsichtlich der Sie betreffenden personenbezogenen Daten:
  1. Recht auf Auskunft,
  2. Recht auf Berichtigung oder Löschung,
  3. Recht auf Einschränkung der Verarbeitung,
  4. Recht auf Widerspruch gegen die Verarbeitung,
  5. Recht auf Datenübertragbarkeit.
Sie haben zudem das Recht, sich bei einer Datenschutz-Aufsichtsbehörde über die Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten durch uns zu beschweren. Im Fall offensichtlich unbegründeter oder exzessiver Anträge können wir ein angemessenes Entgelt verlangen. Ansonsten werden die Informationen unentgeltlich zur Verfügung gestellt (Art. 12 Abs. 5 DS-GVO). Im Fall begründeter Zweifel an der Identität der Person, die vorstehende Rechte geltend macht, können wir zusätzliche Informationen anfordern, die zur Bestätigung der Identität erforderlich sind (Art. 12 Abs. 6 DS-GVO). Cookies Zusätzlich zu den zuvor genannten Daten werden bei der Nutzung unserer Website Cookies auf Ihrem Rechner gespeichert. Cookies sind kleine Textdateien, die von dem von Ihnen verwendeten Browser bei Ihnen gespeichert werden und durch welche uns (dem Server unserer Website) bestimmte Informationen zufließen. Cookies können keine Programme ausführen oder Viren auf Ihren Computer übertragen. Sie dienen dazu, das Internetangebot insgesamt nutzerfreundlicher und effektiver, vor allem schneller zu machen. Dabei werden Session-Cookies (transiente Cookies) und dauerhafte (persistente) Cookies unterschieden. Transiente Cookies werden automatisiert gelöscht, wenn Sie den Browser schließen. Dazu zählen insbesondere die Session-Cookies. Diese speichern eine sogenannte Session-ID, mit welcher sich verschiedene Anfragen Ihres Browsers der gemeinsamen Sitzung zuordnen lassen. Dadurch kann Ihr Rechner wiedererkannt werden, wenn Sie auf unsere Website zurückkehren. Die Session-Cookies werden gelöscht, wenn Sie sich ausloggen oder den Browser schließen. Wir nutzen ausschließlich Session-Cookies. Persistente Cookies oder Flash-Cookies werden von uns nicht eingesetzt. Sie können Ihren Browser so einstellen, dass Sie über das Setzen von Cookies informiert werden und Cookies nur im Einzelfall erlauben, die Annahme von Cookies für bestimmte Fälle oder generell ausschließen sowie das automatische Löschen der Cookies beim Schließen des Browser aktivieren. Bei der Deaktivierung von Cookies kann die Funktionalität dieser Website eingeschränkt sein. Newsletter und MailChimp Wenn Sie den auf der Website angebotenen Newsletter beziehen möchten, benötigen wir von Ihnen eine E-Mail-Adresse sowie Informationen, welche uns die Überprüfung gestatten, dass Sie der Inhaber der angegebenen E-Mail-Adresse sind und mit dem Empfang des Newsletters einverstanden sind. Die Verarbeitung der in das Newsletteranmeldeformular eingegebenen Daten erfolgt ausschließlich auf Grundlage Ihrer Einwilligung (Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO). Die erteilte Einwilligung zur Speicherung der Daten, der E-Mail-Adresse sowie deren Nutzung zum Versand des Newsletters können Sie jederzeit widerrufen, etwa über den "Austragen"-Link im Newsletter. Die Rechtmäßigkeit der bereits erfolgten Datenverarbeitungsvorgänge bleibt vom Widerruf unberührt. Für die Anmeldeabwicklung und den Versand der Newsletter verwenden wir den Onlinedienst Mailchimp, der von der Firma Rocket Science Group, 675 Ponce de Leon Ave NE, Suite 5000, Atlanta, GA 30308 angeboten wird. The Rocket Science Group LLC d/b/a MailChimp ist unter dem Privacy-Shield-Abkommen zertifiziert und bietet hierdurch eine Garantie, das europäisches Datenschutzniveau einzuhalten (https://www.privacyshield.gov/participant?id=a2zt0000000TO6hAAG&status=Active). Wenn Sie sich für einen Newsletter anmelden, wird Ihre E-Mail-Adresse von Mailchimp gespeichert und für den Versand der abonnierten Newsletter an die angegebene E-Mail-Adresse genutzt. Darüber hinaus sammelt Mailchimp Informationen darüber, ob und wann Sie einen zugesandten Newsletter geöffnet haben, ob Sie die Links in einem Newsletter angeklickt haben, ihre IP-Adresse, den Typ des verwendeten Browsers oder des verwendeten E-Mail-Programms und ähnliche Details. Mailchimp nutzt dazu Ein-Pixel-Gifs, die auch Web Beacons genannt werden und die in der E-Mail des Newsletters enthalten sind. Diese Daten können wir über das Webinterface des Onlinedienstes einsehen. Rechtsgrundlage für die Verarbeitung Ihrer Daten ist die Einwilligung in den Versand des jeweiligen Newsletters. Sie können den Newsletter jederzeit wieder abbestellen und so die Nutzung ihrer Daten widerrufen. Die Datenschutzbestimmungen von Mailchimp können Sie hier nachlesen: http://mailchimp.com/legal/privacy/ Kommentarfunktion Für die Kommentarfunktion auf dieser Seite werden neben Ihrem Kommentar auch Angaben zum Zeitpunkt der Erstellung des Kommentars, Ihre E-Mail-Adresse und der von Ihnen gewählte Nutzername gespeichert. Auf der Website sichtbar sind Nutzername, Datum und der Kommentar. Die Kommentare und die damit verbundenen Daten (z.B. IP-Adresse) werden gespeichert und verbleiben auf unserer Website, bis der kommentierte Inhalt vollständig gelöscht wurde oder die Kommentare aus rechtlichen Gründen gelöscht werden müssen (z.B. beleidigende Kommentare). Die Speicherung der Kommentare erfolgt auf Grundlage Ihrer Einwilligung (Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO). Sie können eine von Ihnen erteilte Einwilligung jederzeit widerrufen. Dazu reicht eine formlose Mitteilung per E-Mail an uns. Die Rechtmäßigkeit der bereits erfolgten Datenverarbeitungsvorgänge bleibt vom Widerruf unberührt. Social Media Plugins unter Verwendung der „2-Klick-Lösung“ Auf unserer Website werden sogenannte Social Plugins („Plugins“) der sozialen Netzwerke Facebook und Google+ und des Mikroblogging-Dienstes Twitter verwendet. Diese Dienste werden von den Unternehmen Facebook Inc., Google Inc. und Twitter Inc. angeboten („Anbieter“). Facebook wird betrieben von der Facebook Inc., 1601 S. California Ave, Palo Alto, CA 94304, USA (“Facebook”). Eine Übersicht über die Plugins von Facebook und deren Aussehen finden Sie hier: https://developers.facebook.com/docs/plugins Google + wird betrieben von der Google Inc., 1600 Amphitheatre Parkway, Mountain View, CA 94043, USA („Google“). Eine Übersicht über die Plugins von Google und deren Aussehen finden Sie hier: https://developers.google.com/+/web/ Twitter wird betrieben von der Twitter Inc., 1355 Market St, Suite 900, San Francisco, CA 94103, USA („Twitter“). Eine Übersicht über die Twitter-Buttons und deren Aussehen finden Sie hier: https://about.twitter.com/en_us/company/brand-resources.html Um den Schutz Ihrer Daten beim Besuch unserer Website zu erhöhen, sind die Plugins mittels sogenannter „2-Klick-Lösung“ in die Seite eingebunden. Diese Einbindung gewährleistet, dass beim Aufruf einer Seite unseres Webauftritts, die solche Plugins enthält, noch keine Verbindung mit den Servern von Facebook, Google und Twitter hergestellt wird. Erst wenn Sie die Plugins aktivieren und damit Ihre Zustimmung zur Datenübermittlung erteilen, stellt Ihr Browser eine direkte Verbindung zu den Servern von Google, Facebook oder Twitter her. Der Inhalt des jeweiligen Plugins wird dann vom zugehörigen Anbieter direkt an Ihren Browser übermittelt und in die Seite eingebunden. Durch die Einbindung der Plugins erhalten die Anbieter die Information, dass Ihr Browser die entsprechende Seite unseres Webauftritts aufgerufen hat, auch wenn Sie kein Profil bei dem entsprechenden Anbieter besitzen oder gerade nicht eingeloggt sind. Diese Information (einschließlich Ihrer IP-Adresse) wird von Ihrem Browser direkt an einen Server des jeweiligen Anbieters in die USA übermittelt und dort gespeichert. Sind Sie bei einem der sozialen Netzwerke eingeloggt, können die Anbieter den Besuch unserer Website Ihrem Profil auf Facebook bzw. Google+ unmittelbar zuordnen. Wenn Sie mit den Plugins interagieren, zum Beispiel den „Gefällt mir“-, den „+1“- oder den „Twittern“-Button betätigen, wird die entsprechende Information ebenfalls direkt an einen Server der Anbieter übermittelt und dort gespeichert. Die Informationen werden außerdem in dem sozialen Netzwerk bzw. auf Ihrem Twitter-Account veröffentlicht und dort Ihren Kontakten angezeigt. Zweck und Umfang der Datenerhebung und die weitere Verarbeitung und Nutzung der Daten durch die Anbieter sowie Ihre diesbezüglichen Rechte und Einstellungsmöglichkeiten zum Schutz Ihrer Privatsphäre entnehmen Sie bitte den Datenschutzhinweisen der Anbieter. Datenschutzhinweise von Facebook: https://www.facebook.com/policy.php Datenschutzhinweise von Google: http://www.google.com/intl/de/+/policy/+1button.html Datenschutzhinweise von Twitter: https://twitter.com/de/privacy Vimeo Unsere Website nutzt Plugins des Videoportals Vimeo. Anbieter ist die Vimeo Inc., 555 West 18th Street, New York, New York 10011, USA. Wenn Sie eine unserer mit einem Vimeo-Plugin ausgestatteten Seiten besuchen, wird eine Verbindung zu den Servern von Vimeo hergestellt. Dabei wird dem Vimeo-Server mitgeteilt, welche unserer Seiten Sie besucht haben. Zudem erlangt Vimeo Ihre IP-Adresse. Dies gilt auch dann, wenn Sie nicht bei Vimeo eingeloggt sind oder keinen Account bei Vimeo besitzen. Wenn Sie in Ihrem Vimeo-Account eingeloggt sind, ermöglichen Sie Vimeo, Ihr Surfverhalten direkt Ihrem persönlichen Profil zuzuordnen. Dies können Sie verhindern, indem Sie sich aus Ihrem Vimeo-Account ausloggen. Die Nutzung von Vimeo erfolgt im Interesse einer ansprechenden Darstellung unserer Online-Angebote. Dies stellt ein berechtigtes Interesse im Sinne des Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO dar. Weitere Informationen zum Umgang mit Nutzerdaten finden Sie in der Datenschutzerklärung von Vimeo unter: https://vimeo.com/privacy. OpenStreetMap Wir binden die Landkarten des Dienstes "OpenStreetMap" ein (https://www.openstreetmap.org), die auf Grundlage der Open Data Commons Open Database Lizenz (ODbL) durch die OpenStreetMap Foundation (OSMF) angeboten werden. Datenschutzerklärung: https://wiki.openstreetmap.org/wiki/Privacy_Policy. Piwik Wir nutzen auf Grundlage unserer berechtigten Interessen (d.h. Interesse an der Analyse und Optimierung unseres Onlineangebotes im Sinne des Art. 6 Abs. 1 f DS-GVO) Piwik, eine Open-Source-Software zur statistischen Auswertung der Nutzerzugriffe. Ihre IP-Adresse wird gekürzt, bevor sie gespeichert wird. Piwik verwendet jedoch Cookies, die auf dem Computer der Nutzer gespeichert werden und die eine Analyse der Benutzung dieses Onlineangebotes durch die Nutzer ermöglichen. Dabei können aus den verarbeiteten Daten pseudonyme Nutzungsprofile der Nutzer erstellt werden. Die durch das Cookie erzeugten Informationen über Ihre Benutzung dieses Onlineangebotes werden auf unserem Server gespeichert und nicht an Dritte weitergegeben. Dieser Datenverarbeitung kann nachfolgend widersprochen werden: Sie können sich hier entscheiden, ob in Ihrem Browser ein eindeutiger Webanalyse-Cookie abgelegt werden darf, um dem Betreiber der Website die Erfassung und Analyse verschiedener statistischer Daten zu ermöglichen. Wenn Sie sich dagegen entscheiden möchten, klicken Sie den folgenden Link, um den Piwik-Deaktivierungs-Cookie in Ihrem Browser abzulegen.