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  1. Welche Rolle können Religionen im Umwelt- und Klimaschutz spielen?

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    Fridays for Future, Parents for Future, Scientists for Future, Artists for Future – immer mehr Menschen und Gruppierungen schließen sich den streikenden Schülerinnen und Schülern an, um deren Forderungen für mehr Klimaschutz zu unterstützen. Viele haben sich aber auch schon lange vor der FfF-Bewegung für Umweltschutz engagiert, durch den Zusammenschluss sind sie jetzt sichtbarer. Was viele nicht wissen: es gibt auch Religions for Future. Wir haben uns mal angesehen, wie sich Gemeinschaften die hinter „Religions for future“ stehen im Umwelt- und Klimaschutz engagieren.

    In ihrer Erklärung zur Unterstützung der Fridays for Future Bewegung schreibt „Religions for future“ Österreich, dass alle Religionen Mitverantwortung tragen und sich darum sorgen, das „Haus der Erde“  in einem guten Zustand zu erhalten. Denn ihrer Überzeugung nach hat das Ökosystem Erde einen einzigartigen Wert und ist nicht nur für Menschen da, sondern ist geteilter Lebensraum für alle Lebewesen. Obwohl Religion in vielen Dingen sehr unterschiedlich sind und jeweils vielseitige Strömungen haben, teilen sie alle diesen Gedanken: Es gibt nur die gemeinsame Bewahrung der Schöpfung – egal ob man an einen Gott glaubt oder nicht.

    Kirchen für Klimaschutz

    Schon 2015 veröffentlichte der katholische Papst ein Dokument, das sogenannte Laudato si‘, mit dem Untertitel „Sorge für das gemeinsame Haus“, in dem er sich einerseits hinter die Wissenschaft stellt und vor dem menschengemachten Klimawandel warnt. Andrerseits betont er die Verantwortung, die jede und jeder trägt, einen Beitrag zu leisten. Nicht nur Wissenschaft sollte Grund sein, sich um Klimaschutz und Nachhaltigkeit zu sorgen, sondern auch, weil die Vielfalt an sich aller Lebewesen auf dem Planeten wertvoll und schützenswert ist. Auch aus dem christlichen Prinzip der Nächstenliebe sei es die Aufgabe aller, etwas für den Klimaschutz zu tun, da die Ärmsten der Welt am schlimmsten von den Folgen des Klimawandels betroffen sind.

    Vielseitigkeit und Gemeinsamkeit

    Das bundesweite Ökumenische Netzwerk für Klimagerechtigkeit oder der Zusammenschluss verschiedener Kirchen wie der Diözesen Freiburg und Stuttgart und der Evangelischen Landeskirche in Baden-Württemberg zeigen, dass hier die Zusammenarbeit und Gemeinschaft keine Grenzen kennt, denn es gibt viele Bereiche, die die verschiedenen Kirchen verbinden. Seit einigen Jahren veranstalten sie deswegen in Baden-Württemberg jährliche Strategietage, in denen es um Themen wie Klimagerechtigkeit, Menschenrechte oder Internationale Aspekte der Digitalisierung geht. Und der „Grüne Gockel“ ist eine Anleitung für Kirchengemeinden, wie sie sich umweltbewusst verhalten können.

    Natur und Religion trifft auch im Karlsruher „Garten der Religionen“ aufeinander. Ihr findet ihn im Citypark, in der Nähe der Haltestelle „Wolfartsweierer Straße“. Hier geht es um Austausch und Begegnung – schaut doch mal vorbei. Foto: Stadt Karlsruhe

    Die Pilgerfahrt mit dem Fahrrad – Umweltschutz im Islam

    Welchen Stellenwert hat das Thema Umweltschutz im Islam? Vor kurzem hat Ursula Kowanda-Yassin dazu einen Vortrag beim Deutschsprachigen Muslimkreis Karlsruhe (DMK) gehalten, den unsere studentische Hilfskraft Marielle Rüppel besucht hat. In ihrem Buch beschreibt sie unter anderem, wie zwei junge Aktivisten die im Islam wichtige Pilgerfahrt nach Mekka in Saudi-Arabien von Holland aus mit dem Fahrrad bewältigt haben!  Provokativ spricht sie von einem „Öko-Dschihad“ und will damit aufzeigen, was der Begriff eigentlich bedeutet, nämlich einfach „Anstrengung“. Ein Öko-Dschihad ist in dieser Lesart  sozusagen eine Anstrengung für Umwelt- und Klimaschutz, um zum Beispiel mit Gewohnheiten und Bequemlichkeit (von Kaffee-to-go-Einwegbechern bis Flugzeugreisen) zu brechen, doch wenn man es geschafft hat, fühlt es sich umso besser an. Außerdem macht das Engagement in Gemeinschaft gleich viel mehr Spaß, deswegen ist der DMK seit langem jedes Jahr bei den Karlsruher Dreck-weg-Wochen dabei. Zum Abschluss der Veranstaltung gab es ein paar Überraschungen aus dem Fair Trade Weltladen Karlsruhe, bevor es zum vegan/vegetarischen, plastikfreien Buffet ging.

    Bewusstsein für den eigenen Beitrag zum Klimaschutz

    Im Quartier Zukunft geht es hauptsächlich um das Mitmachen vor Ort, in dem Bewusstsein, dass man dadurch einen Beitrag für mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz leistet und so Verantwortung für die Gemeinschaft übernimmt. Dabei spielt die Wissenschaft eine wichtige Rolle, für die Etablierung einer lebendigen Nachhaltigkeitskultur ist aber eine Zusammenarbeit mit allen Gruppen und Glaubensgemeinschaften nötig. Denn es gibt so vielfältige Zugänge zu Nachhaltigkeit.

    Das waren nur ein paar kleine Einblicke in das, was einige Menschen, die hinter „Religions for future“ stehen, zum Klimaschutz motiviert – und sicher gibt es noch viel mehr! Wir sind gespannt auf eure Kommentare, und freuen uns darauf zu hören, was eure ganz persönliche Motivation zum Klimaschutz ist.

    Weiterlesen zum Thema:

    Religions for Future Austria

    Garten der Religionen Karlsruhe

    Artikel: Bundesweites Ökumenisches Netzwerk Klimagerechtigkeit gegründet

    Artikel: Klimawandel auf Katholisch

  2. Freiluftwohnzimmer – Dein Sofa muss an die frische Luft!

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    Der Sommer verabschiedet sich, der Herbst kündigt sich an und die letzten warmen Sonnenstrahlen laden dazu ein, die gewohnten Vier Wände zu verlassen und zusammen mit den Nachbarn die Straßen der Oststadt mit Leben zu füllen! Am Samstag, den 28. September, heißt es ab 14 Uhr einmal mehr: Stühle, Tische, Sofas vor die Haustür – und fertig ist das ‪‎Freiluftwohnzimmer! Zusammen erobern wir den öffentlichen Raum zurück. Mit Kuchen, Kaffee & ein bisschen Zeit für- und mit einander.

    Unser Alltag ist meist komplett durchgetaktet und wir schauen weder links noch rechts. Wissen wir überhaupt wer neben uns wohnt? Wir laden euch ein, einmal aus dem Alltagstrott herauszutreten und mit euren Nachbarn ins Gespräch zu kommen.  Am Samstag 28.September geht das ganz einfach, beim Freiluftwohnzimmer!  Um mitzumachen könnt ihr einfach vor euren Häusern in den Straßen der Oststadt kleine Sitzgruppen einrichten. Stühle, vielleicht ein Sofa, vielleicht ein kleiner Tisch, gerne bestückt mit Keksdose, Blumenvase oder Malsachen für Kinder – einfach schöne Plätzchen um mit euren Nachbarn ins Gespräch zu kommen.

    Das Freiluftwohnzimmer füllt den öffentlichen Raum mit buntem Leben: Menschen kommen zufällig zusammen, unbekannte und bekannte Nachbarn begegnen sich. So werden Straßen und Plätze vorübergehend zum Lebens- und Ruheraum. Wo sonst bloß aneinander vorbei gehastet, eingekauft, geparkt, Wegstrecke überwunden wird, entschleunigen wir für alle sichtbar und machen Pause. Sonne für Dein Sofa! Für gutes Klima in der Nachbarschaft.

    Wann? Wo?

    Die Aktion „Freiluftwohnzimmer“ findet am Samstag, den 28.09.2019 ab 14.00 Uhr vor Euren Haustüren in den Straßen und auf den Plätzen der Karlsruher Oststadt statt. Kerngebiet ist das“Dreieck“ zwischen den Haltestellen Durlacher Tor, Tullastraße und Hauptfriedhof. Wir vom Quartier Zukunft-Team bauen unser eigenes Freiluftwohnzimmer vor dem Zukunftsraum in der Rintheimer Straße 46 auf und freuen uns natürlich über Besuch! Außerdem werden wir mit unserem Lastenrad in der Oststadt unterwegs sein.

    Kleiner Hinweis zum Schluss

    In Absprache mit dem Ordnungsamt gilt: Bitte achtet darauf, VerkehrsteilnehmerInnen (z.B. FußgängerInnen, RollstuhlfahrerInnen, Kinderwagen, AutofahrerInnen) nicht zu beeinträchtigen. Auch die eigene Sicherheit solltet ihr im Auge behalten. Wir bitten Euch außerdem darum, den Ort Eures Freiluftwohnzimmers am Ende des Tages wieder so zu verlassen, wie Ihr ihn vorgefunden habt – oder schöner ;-).

    Wir freuen uns!

  3. ITAS for Future – offene Türen zum globalen Klimastreik am 19. und 20. September

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    Seit Herbst 2018 streiken Schülerinnen und Schüler freitags weltweit und unermüdlich für das Klima. Die Fridays for Future Bewegung hat damit schon einiges an Aufsehen erregt und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Eltern, Kunstschaffende und viele weitere Gruppen haben sich hinter sie gestellt. Nun ist es an der Zeit, dass wir alle gemeinsam auf die Straße gehen. Am 20. September findet der globale Klimastreik statt, zu dem explizit alle aufgefordert sind, sich der Jugend anzuschließen. Wie bereits im Mai öffnet das ITAS daher am 19. und 20. September wieder seine Türen und lädt Schülerinnen und Schüler, Studierende und alle Interessierten ein, sich direkt mit Forschenden auszutauschen.

    Begonnen hat alles mit einer einzigen Schülerin, die begann für ihre Zukunft zu streiken. Greta Thunberg hat damit eine Bewegung ins Leben gerufen, die sie sich so wohl kaum erträumt hat. Inzwischen waren weltweit Millionen von Schülerinnen und Schülern auf der Straße. Und damit nicht genug – Fridays for Future hat Unterstützende in unterschiedlichsten Gruppen gefunden. So gibt es inzwischen neben den Parents und den Scientists for Future auch die Artists und die Entrepreneurs for Future.

    Die Fridays for Future Bewegung fordert konkrete Veränderungen

    Konkret streiken Fridays for Future für die Umsetzung ihrer Forderungen. Diese wurden mit wissenschaftlicher Unterstützung entwickelt und sind auf ihrer Homepage zu finden. Die wichtigsten Forderungen für Deutschland sind, dass Deutschland bis 2035 Nettonull erreicht, bis 2030 aus der Kohlekraft aussteigt und bis 2035 die Energieversorgung komplett auf erneuerbare Energie umgestellt wurde.

    Neben der Unterstützung der Entwicklung der Forderungen, haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auch ihre eigene  Initiative „Scientists for Future“ gegründet. Über 26.000 Forschende unterzeichneten die Stellungnahme, die darauf hinweist, dass die bisherigen Maßnahmen zum Schutz von Klima und Biodiversität völlig unzureichend sind. In der Karlsruher Regionalgruppe sind auch Forschende von Quartier Zukunft und unseres Heimatinstituts, des ITAS, aktiv.

    Am 20. September streiken alle gemeinsam – weltweit!

    Am 20. September findet der globale Klimastreik statt, an dem alle gemeinsam auf die Straße gehen. In Karlsruhe beginnt der Streik um 11 Uhr am Friedrichsplatz. Auch das ITAS öffnet anlässlich dieses Ereignisses erneut seine Türen. Am Donnerstag, 19. September, und am Freitag, 20. September 2019, jeweils von 14 bis 17 Uhr, können sich Schülerinnen und Schüler, Studierende und alle Interessierten direkt mit Forschenden austauschen.

    ITAS for Future – Das Institut öffnet erneut seine Türen

    Kommt vorbei, alle sind eingeladen zum „Open ITAS“ bei dem Expertinnen und Experten für Technikfolgenabschätzung über ihre Arbeit informieren und sich der Diskussion stellen. Die Themen reichen von nachhaltiger Mobilität und Ernährung über Fragen der Energiewende bis hin zur Gestaltung lebenswerter Städte und Alternativen zur erdölbasierten Wirtschaft. Außerdem könnt ihr euren eigenen CO2 Fußabdruck ermitteln, euch Selbstexperimente überlegen und auch unsere Werkstatt für Demoplakate ist wieder dabei. Eine Anmeldung ist nicht nötig, lediglich bei Schulklassen und größeren Gruppen bitten wir um eine Ankündigung an jonas.moosmueller@kit.edu.

    Nach dem Streik geht’s weiter beim Park(ing) Day

    Im Anschluss an den Streik findet von 13 bis 18 Uhr der Park(ing) Day in der oberen Karlstraße statt. Der Aktionstag, der jedes Jahr am dritten Freitag im September stattfindet, weist darauf hin, dass die immer größer werdenden Autos dem öffentlichen Raum viel Fläche wegnehmen, die auch anders genutzt werden könnte. Auch ein Teil der „Open ITAS“ Angebote werden deshalb ab 14 Uhr auf der Parkfläche vor dem Institutsgebäude (Karlstraße 11) stattfinden.

    Warum unterstützt das Institut die Forderungen nach schnellen und umfassenden Maßnahmen zum Klimaschutz?

    „Das Anliegen der jungen Menschen ist absolut gerechtfertigt, es wird mit großem Engagement vorgetragen und steht auf einer soliden wissenschaftlichen Basis. Wir als Forschende wollen unser Wissen zur Verfügung stellen und so unserem Auftrag zur ‚Gesellschaftsberatung‘ nachkommen.“

    Armin Grunwald, Leiter des ITAS

    Es sind noch Fragen offen?

    Rückfragen beantwortet für das „ITAS for Future“-Team Jonas Moosmüller (jonas.moosmueller∂kit.edu; 0721 608 26796).

    Weiterlesen

    ITAS for Future

    Fridays for Future

    Scientists for Future

    Facebookveranstaltung  Park(ing) Day 2019

    Blogartikel Park(ing) Day 2017

  4. Ihr Zuhause ist ein Tiny House – Interview mit Nessa Elessar

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    Warum und wie baut man ein Tiny House? Lisa Koßmann, auf YouTube bekannt als Nessa vom Kanal „Nessa Elessar“, lebt seit Dezember 2018 in ihrem Tiny House auf 23m², das sie zum größten Teil selbst gebaut hat. Den Bauprozess hat sie dabei informativ und unterhaltsam in ihren Videos dokumentiert und ist so zu einer Expertin für das Thema Tiny House in Deutschland geworden. Jana von Quartier Zukunft hat Lisa und ihr Haus, das aktuell noch bei ihren Eltern im Hof steht, besucht und ihr ein paar Fragen gestellt. Viel Spaß beim Lesen des Interviews!

    Was macht ein Tiny House zum Tiny House?

    Eine richtige Definition gibt es so noch nicht. In den USA wurde nun aus baurechtlichen Gründen eine erstellt, aber in Deutschland gibt es noch keine. Meistens spricht man davon, dass sie unter 50qm Wohnfläche haben. Bei den stationären Tiny Houses gibt es da schon einige, die 30-40qm Wohnfläche haben. Die meisten, gerade die auf Rädern, haben so wie meines etwa 25qm.

    Warum hast du dich entschieden ein Tiny House zu kaufen bzw. zu bauen?

    Ich war damals auf Wohnungssuche und habe festgestellt, dass ich mir nichts leisten konnte, wo ich wirklich leben wollte. Ich habe mir dann überlegt, wie ich langfristig leben möchte und ich mir meine berufliche Zukunft vorstelle. Schon damals war mir klar, dass ich nicht nur, um eine Wohnung zu finanzieren, unglaublich viel arbeiten möchte, sondern nur so viel, wie mir selbst guttut, und auch in einem Bereich, der mir guttut. Daher habe ich mich dann entschlossen, einmalig mehr auszugeben, um langfristig weniger zu bezahlen. Der Stellplatz, den ich jetzt in Aussicht habe, wird mich im Monat etwa 250€ kosten plus Wasser, Strom und so was. Das ist aber auch am oberen Limit, was so ein Stellplatz in der Regel kostet, und dennoch deutlich weniger als die Kaltmiete der meisten Wohnungen. Es handelt sich dabei um zukünftige Baugrundstücke, die nun erschlossen und dann erst mal für einige Jahre als Tiny House Stellplätze genutzt werden sollen.

    Was kostet ein Tiny House? Ist es deutlich günstiger ein Tiny House zu kaufen im Vergleich zu einer kleinen Wohnung?

    Das Tiny House wird nicht zentral in einer Großstadt, sondern eher am Rand oder in einer Kleinstadt stehen, daher kann man auch nur diese Preise vergleichen. In Größe eines Tiny Houses gibt es allerdings keine Wohnungen. Bei meinem Haus habe ich sehr viel selbst gebaut, das hat mich 35.000€ und viele Arbeitsstunden gekostet. Genau das war ja auch die Idee, dass ich dabei einiges lerne. Voll ausgestattet beim Hersteller gekauft kostet so ein Haus zwischen 50.000€ und 70.000€. Also immer noch günstiger als eine Wohnung in der Regel. Und man kann es beim Umziehen mitnehmen.

    Du hast dein Tiny House zu einem großen Teil bei deinen Eltern mithilfe der dort vorhandenen Werkstatt gebaut – gibt es eine Alternative für Menschen, die so eine Werkstatt nicht zur Verfügung haben?

    Den Rohbau haben auf einem gemieteten Platz beim Hersteller gebaut. Das wäre bei meinen Eltern auch deutlich umständlicher gewesen. Wenn man nicht zuhause bauen kann, kann man den Platz beim Hersteller auch länger nutzen, das wäre dann eben entsprechend teurer geworden. Aber ja, man braucht den Platz und Leute, die einem helfen können.

    Wie ist das, wenn du dich irgendwann entscheidest mit Partner oder Familie zusammenzuziehen?

    Das muss man sich natürlich im Vorhinein ein bisschen überlegen. Im Moment finde ich es gut, dass, auch wenn man in einer Partnerschaft ist, beide Partner einen Raum haben, in den sie sich zurückziehen können. Das sieht natürlich nicht jeder so und das kann sich auch bei mir wieder ändern. Kinder möchte ich keine. Andere machen es dann so, dass sie sich nochmal ein zweites bauen. Wenn sie Kinder bekommen, bekommen diese dann unter Umständen auch ihren eigenen Raum, das ist dann flexibel. Viele wird das Haus nicht über das ganze Leben begleiten. Nicht, weil das Haus nicht dafür gemacht ist, sondern weil sich Bedürfnisse ändern. Für mehrere Leute auf Dauer ist dieses Haus auf jeden Fall zu klein.

    Wie schätzt du Tiny Houses im Vergleich zu kleinen Wohnungen in Bezug auf Nachhaltigkeit ein? Einerseits punkten sie durch einen geringen Flächenverbrauch und eine kleine pro Kopf Wohnfläche, andererseits lassen sie sich nicht stapeln, sind weniger gedämmt und haben keine direkten Nachbarn, die Wärmeverluste verringern. Wo siehst du da die Vor- und Nachteile?

    Ja, es gibt definitiv zwei Seiten. Es stimmt, die Tiny Houses sind nicht stapelbar, aber sie sind auch nicht für die Großstadt gemacht. Wenn man in die Großstadt möchte, muss man auch in Kauf nehmen, dass man auf sehr engem Raum mit anderen Leuten zusammenlebt, das geht gar nicht anders. Nach meinen ersten Erfahrungen sind die Wärmeverluste hier im Tiny House natürlich höher, das heißt pro Quadratmeter ist der Verbrauch recht hoch, jedoch relativiert sich das durch die winzige Grundfläche, sodass der Verbrauch am Ende nicht höher sein dürfte als in einer normalen Stadtwohnung. Am besten sind die Tiny Houses, die nicht auf einem 3,5 Tonnen Anhänger gebaut sind, sondern mehr wiegen dürfen. Die sind dann extrem gut gedämmt, da gibt es von den Dämmwerten her kaum noch Unterschiede zu anderen modernen Häusern. Das ist bei meinem Haus wegen des Gewichts nicht möglich gewesen. Wenn man nicht so sehr auf das Geld und den logistischen Mehraufwand beim Transport achten muss, kann man da noch mehr Wert drauflegen und das Haus auf einem Tieflader bauen. Der Vorteil an meinem Haus ist, dass es ein Trockenbau ist und ich demnach einzelne Komponenten wie die Dämmung einfach voneinander lösen und austauschen kann. Zudem war es nicht immer machbar auf das ökologischste Material zurückzugreifen, gerade wenn im Bauschritt an diesem Tag eine Entscheidung getroffen werden muss oder das entsprechende Material zunächst lange Transportwege hinter sich bringen müsste.

    Gibt es Projekte, bei denen Tiny Houses in der Stadt stehen und Fläche füllen, die nicht bebaut werden kann?

    Konkrete Beispiele kann ich dazu nicht nennen, aber es gibt Überlegungen in diese Richtung. Einige Städte und Städteplaner machen sich da bereits Gedanken. Es gibt zum Beispiel untertunnelte Flächen, die vom Gewicht her keine ganzen Häuser tragen sollen, die wären für so was geeignet. In einigen Städten wie Hannover und Dortmund sollen in Vierteln Flächen für Tiny Houses entstehen. Inwiefern das jetzt Gelände ist, das normalerweise nicht bebaut werden würde, weiß ich nicht, ich kann mir aber nicht vorstellen, dass die Stadt privilegiertes Bauland dafür nimmt. So habe ich mir das auch von Beginn an vorgestellt, dass man Flächen nimmt, die sowieso vorhanden sind, die aber gerade nicht bebaut werden. Insofern ist es schon eine Form von Nachverdichtung, aber eben nicht in der Großstadt, weil da ist in der Regel nichts mehr unbebaut.

    Für welche Personengruppe ist ein Tiny House das Richtige und wem würdest du eher davon abraten?

    Was ich immer wieder feststelle ist, dass es für sehr unterschiedliche Personengruppen interessant ist. Für manche ist es eben leichter machbar als für andere. Zum Beispiel Studierende, die gerade anfangen zu studieren und weder Ersparnisse noch Zugang zu einer Werkstatt haben, für diese wird es schwer, das finanziell zu stemmen. Oft sind es auch Personen, von denen man es nicht erwarten würde. Zum Beispiel ältere, alleinstehende Personen, die eigentlich ein Haus haben, aber denen es zu groß ist, weil sie mittlerweile allein sind. Sie möchten dann übersichtlicher leben und können sich das Tiny House durch die Vermietung des großen Hauses finanzieren. Also die Interessenten sind recht bunt gemischt. Letztlich ist es eben die Frage, ob man mit dem geringen Raum gut klarkommt und das hat vor allem mit den eigenen Lebensgewohnheiten zu tun.

    Würdest du die Entscheidung wieder so treffen?

    Mit dem heutigen Wissen würde ich den Grundaufbau so machen, dass ich mehr Dämmung haben kann, da ich darin den großen Nachteil des Leichtbaus sehe. Das, was ich mir hier drinnen geschaffen habe, würde ich genauso wieder machen. Die Raumaufteilung ist über so einen langen Zeitraum entstanden und ich habe mir immer wieder überlegt, wie ich das im Alltag nutzen möchte. Die Entscheidung, ein Tiny House zu bauen, war eine der besten Entscheidungen meines Lebens, denn das hat so vieles ins Rollen gebracht und so viele neue Erfahrungen gebracht, das würde ich auf jeden Fall wieder machen.

    Vielen Dank, Lisa, für das Interview!


    Treffen des Vereins Tiny Houses für Karlsruhe

    Du interessierst dich für alternative Wohnformen wie Tiny Houses und verspürst den Wunsch mehr miteinander als nebeneinander her zu leben? Egal, ob Kleinraumwohnen mit oder ohne Räder – der Verein „Tiny Houses für Karlsruhe“ ist eine Anlaufstelle, um Gleichgesinnte zu treffen. Der Stammtisch trifft sich jeden letzten Dienstag im Monat um 19 Uhr im Zukunftsraum.


    Zum Weiterlesen

    www.nessaelessar.com

    YouTube Kanal „Nessa Elessar“

    Verein Tiny Houses für Karlsruhe

  5. Mein Einkaufstag im April 2029 – Visionen einer Karlsruherin

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    Dies ist ein Gastbeitrag von Sandra Schmidt. Die Karlsruherin hat am 12. Mai an der „Ideenwerkstatt für den Klimaschutz“ teilgenommen, bei der erste Ideen für Selbstexperimente erdacht wurden und möchte die Ausbildung zum Klimacoach machen.

     „Negativnachrichten schlagen mir immer aufs Gemüt und blockieren mich. So geht es wahrscheinlich auch vielen meiner Mitmenschen“, dachte Sandra Schmidt und setzte sich vor den Computer. „Einfach mal meine Vision eines optimalen nachhaltigen Lebens in Karlsruhe aufschreiben. Meine ganze Euphorie, meine Träume und Projekte so beschreiben, als ob alles bereits in Erfüllung gegangen wäre!“ Sofort merkt sie, dass das Schreiben beinahe etwas Therapeutisches hat und richtig guttut. Deshalb: Zur Nachahmung empfohlen!

    Nach meinem leckeren Samstagsfrühstück mit dem neuen Brotaufstrich der Fächergärtner, etwas Rauke und einem herrlichen Quinoabrötchen aus dem Oststadt-Holzbackofen schreibe ich den Einkaufszettel und packe die Leinenbeutel und Gläser für meine Einkaufstour. Ich freue mich schon riesig Herrn Lehnhardt und Magda zu treffen um zu erfahren, ob sie die Genehmigung für das Hühnermobil für die Zweitnutzungshühner bekommen haben und wie die Süßkartoffelernte ausgefallen ist. Im Online-Bauernshop sind schon welche angeboten worden!

    Das Lastenrad ist das Transportmittel der Wahl

    Im Fahrradkeller suche ich mir das Fahrrad mit dem mittelgroßen Stauraum aus, so viel brauche ich dieses Mal nicht einzukaufen. Eine tolle Idee von unserer Hausgemeinschaft sechs gemeinschaftlich genutzte Lastenräder anzuschaffen. Vor dem Haus ist schon einiges los! Seit es so wenige Autos gibt, sind die Parkplätze auch zum Fahrradweg geworden und es herrscht ein buntes Treiben.

    Auch das Quartier Zukunft Team ist mit dem Lastenrad unterwegs

    Bunte Gemüsebeete ersetzen nun graue Parkplätze

    Die Parkplätze gegenüber wurden zu Gemüsebeeten umgewandelt und einige Schüler aus der Tullaschule rupfen Unkraut. Das Mädchen mit dem gepunkteten Rock steckt sich verstohlen eine Karotte in den Mund. Ja, die alte Sorte Rodelika schmeckt mir auch am besten! Hoffentlich bietet die Kulturküche diesen Herbst wieder den leckeren Rodelika-Karottensaft an. Ach, es ist einfach herrlich! Es duftet nach Kräutern, das  Efeu, das sich an den Kastanien neuerdings hochrankt, hat viele frische Triebe entwickelt und die Bäume, die vor 2 Jahren zusätzlich gepflanzt wurden, bieten so viel Schatten, dass ich mich selbst bei den heute angesagten 36 Grad wohl fühlen werde.

    Regionales, biologisches Obst und Gemüse soweit das Auge reicht!

    So, gleich bin ich beim Wochenmarkt am Durlacher Tor angekommen. Das Gemüse hole ich am liebsten direkt beim Stand. Ein Plausch mit den Bauern der 1. Generation ist immer nett. Herr Lehnhardt war einer der ersten, der den Anbau in Stutensee auf Bioland umgestellt hat und jetzt auch Urgetreide und Süßkartoffeln anbietet. Nicht nur die Fläche bis nach Bruchsal, auch im Kraichgau und Pfinztal hat sich einiges getan. Die Monokulturen wie Raps- und Maisfelder sind vielfältigen, biologischen Gemüse- und Obstflächen gewichen.

    Das hat damals der Ernährungsrat ins Leben gerufen. Zusammen mit ein paar Landwirten aus dem Umkreis, den letzten Bäckerbetrieben, die damals noch handwerklich gebacken haben, Bioland und der „Grünen Stadt“ haben wir den Regierungsbezirk Karlsruhe zur Bio-Region ausgerufen. Am schwierigsten war es gegen den Widerstand in der Verwaltung anzukommen. Die Alteingesessenen konnten sich einfach nicht vorstellen, dass wir alle etwas mehr Geld ausgeben würden um schmackhafte und fair erzeugte Lebensmittel zu bekommen.

    Die samenfesten Gemüsesorten schmecken mir besonders gut!

    Nachdem mir Herr Lehnhardt freudestrahlend erzählt hat, dass er sogar mehr Süßkartoffeln geerntet hat, als letztes Jahr, gehe ich zu dem Stand der Schrebergärtner. Zucchini, Kohlrabi und Kirschtomaten sind heute im Angebot. Alles natürlich samenfeste Sorten, ökologisch zertifiziert und ein Geschmack zum Reinlegen! Nie hätte ich mir träumen lassen, dass ich im Alter hier in meiner Heimat so gutes Gemüse bekomme. Heidi und Sabine haben heute Dienst und fragen mich, ob ich übermorgen einspringen kann.

    Seitdem der Markt so erfolgreich ist, findet er täglich statt und die beiden sollten bei der Ernte helfen. Mir gefällt die Arbeit am Marktstand und so hin und wieder springe ich gerne ein. Der Jugend, die mittlerweile auch sehr gerne hilft möchte ich jedoch den Vortritt lassen. Einen Wochenmarkt gibt es jetzt in jedem Stadtteil und dieses Jahr soll die so lange geplante Markthalle auf dem Schlachthof-Gelände nun endlich eingeweiht werden! Das ist dann im Winter viel besser für unsere Marktstände.

    Jugendliche aus 16 Ländern kochen gemeinsam in der Kulturküche

    Im Sommer wird die Halle für Gastronomie und Events genutzt. Slow Food-Kochkurse, auch für Schulklassen und Seminare von Ernährungsberatern finden statt. Außerdem kann die Kulturküche Räumlichkeiten nutzen um die großen Mengen an regionalem Bio-Gemüse und -Kräutern zu herrlichen Brotaufstrichen, Eintöpfen und Säften zu verarbeiten. Die meisten Produkte werden unter der regionalen Marke „Von Karlsruhe“ angeboten und werden, wie immer von Jugendlichen aus derzeit 16 Ländern köstlich zubereitet. Letztens hat mich der Kichererbsen-Eintopf, den ich mit Couscous aus Hartweizengries, der neuerdings auch hier wächst, gekocht habe einfach umgehauen!

    Am liebsten esse ich internationale Küche natürlich in der Kulturküche selbst. Hier läuft meist auch Musik aus dem Land, aus dem das Tagesgericht stammt und  manchmal treten sogar Gruppen auf! Jeden Freitag bin ich sowieso dort und spiele mit der 60+ -Band Klarinette oder manchmal gehe ich zum Canasta-Spielen und übe Boule gegenüber auf dem Unigelände. Das Angebot ist riesig!

    Regionale Lebensmittel vorbestellen und im „Von Karlsruhe“-Container abholen – einfacher geht’s nicht!

    Puh, auf dem Markt ist es etwas voll heute! Zum Glück habe ich Nudeln und die Vollwertprodukte schon vorbestellt und brauche sie nur aus dem Fach im „Von Karlsruhe“-Container abholen.  Nun kämpfe ich mich weiter zum Container durch. Der alte Container, der vom KIT konzipiert wurde hat bereits nach kurzer Zeit nicht mehr gereicht. Der jetzige ist 3-stockig, natürlich schön begrünt und mit 100% Ökostrom gekühlt. Meine Mitgliedsnummer eingeben und schon geht die Ausgabetür auf. Meine Bestellung in einem wieder zusammenklappbaren Tauschkorb steht bereit. Hat mein Mann mir nicht noch etwas hinterhergerufen, was ich mitbringen soll?

    Ja natürlich! Das Leinöl ist ausgegangen. Mareike wollte das letzte frisch gepresste Fläschchen mitnehmen nach Kassel. Dort gibt es überhaupt keine frischen Speiseöle, geschweige denn regionales Bio-Gemüse. Manche Gemeinden haben wirklich geschlafen!  Seit der Karlsruher Ernährungsrat den Ausbau der Speiseöl-Mühle auf dem Schlachthofgelände als Priorität gesehen hat, sind genug Spendengelder eingegangen um eine zusätzliche Presse für Leinsamen und eine für Walnüsse zu kaufen. Bis Ende des Jahres müssten sie installiert sein.

    Regionale Lebensmittel mit Fangemeinde in ganz Deutschland

    Obwohl sich die Gemeinde einig ist, dass regionale Lebensmittel auch hier in der Region bleiben sollen, hat sich eine Fangemeinde für die „Von Karlsruhe“-Produkte in ganz Deutschland entwickelt. Derzeit sind wir vom Ernährungsrat dabei zusammen mit Profis für andere Gemeinden Kurse anzubieten. Alle Kurse sind sofort ausgebucht! Wir brauchen unsere Produkte auch für die örtliche Gastronomie, die immer mehr mit den eigenen „Von Karlsruhe“-Zutaten kochen möchte. Kein Wunder, wenn man einmal gekostet hat, wie gut das schmeckt, möchte man keinen Kartoffelsalat mehr von der Metro oder Tiefkühl-Pommes mit Glutamat-Gewürz! Die Gastronomie kann im Regionalladen bestellen, der alle „Von Karlsruhe“-Lebensmittel in Großpackungen in Pfand-Kanistern und-Eimern lagert. Das spart Unmengen an Verpackung und war einmal ein kleines Projekt von Quartier Zukunft in der Oststadt. Heute nicht mehr wegzudenken!

    Auf das Rad geschwungen, noch beim Regionalladen das Leinöl einpacken und zurück geht’s! Wie immer ein herrlicher Einkaufssamstag!

  6. Eine Grüne Lunge für die Stadt

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    Wir Menschen brauchen unsere Lungen zum Atmen – und genauso brauchen wir um uns herum Pflanzen und vor allem Bäume, die uns mit Sauerstoff versorgen. Kein Wunder nennt man städtische Grünflächen und Wälder, wie den Hardtwald in Karlsruhe, auch „grüne Lunge“. Und Bäume leisten noch viel mehr: Sie sorgen für sauberere Luft, indem sie Staub und Dreck filtern, sie sind Wasserspeicher und wirken durch kühlende Verdunstung der Hitzebelastung in der Stadt entgegen. Mit Bäumen  und anderem naturnahen Stadtgrün beschäftigt sich unser neues Projekt „GrüneLunge“ in dem das Quartier Zukunft mit dem Unterprojekt „GrüneLunge im Dialog“ vertreten ist.

    Wir sind uns einig, Bäume leisten einen wichtigen Beitrag für das lokale Klima. Gleichzeitig sind sie durch die Folgen des Klimawandels, wie Trockenheit und Hitze, auch stark belastet und können nicht gesund wachsen. Daher wird bei Neupflanzungen versucht, Arten zu finden, die gegenüber sich verändernden klimatischen Bedingungen widerstandsfähiger sind oder die sich an Veränderung gut anpassen können – die Fähigkeit wird allgemein als „Resilienz“ bezeichnet. Die Ergebnisse nützen der Stadtplanung sowie dem Gartenbau- und Forstamt, die entsprechende Baumarten auswählen können, wenn sie neue Grünflächen anlegen. Da außerdem immer mehr Menschen in Städten leben, steht die Stadtplanung vor der Herausforderung, neuen Wohnraum zu schaffen und gleichzeitig Grün- und Freiflächen zu erhalten.

    Ein Gemeinschaftsprojekt mit vielen Partnern

    Diesen verschiedenen Anforderungen möchte sich das Projekt GrüneLunge stellen. Dazu haben sich einige Projektpartner zusammengeschlossen. Neben unserem Heimatinstitut, dem Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS), sind auch die Städte Karlsruhe und Rheinstetten, die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) in Freiburg und der Deutsche Wetterdienst dabei. Jeder Partner hat einen anderen Schwerpunkt in diesem Projekt. Unser Unterprojekt „GrüneLunge im Dialog“ soll dabei helfen, ein Bewusstsein für die Wichtigkeit von naturnahen Grünflächen sowohl im urbanen als auch ländlichen Raum zu schaffen.

    Gesellschaftsdialog – Naturnah Gärtnern- für Mensch, Tier & Klima

    Hierzu möchten wir unter dem Motto „Naturnahe Gärten – für Mensch, Tier & Klima“, Bürgerinnen und Bürger in der Stadt Rheinstetten motivieren, den eigenen Garten naturnah zu gestalten. Naturnahes Gärtnern bedeutet zum Beispiel, keinen chemischen Dünger zu verwenden oder statt „Steingärten“ eine bunte Mischung an Blumen und Beerensträuchern zu pflanzen, in denen sich Bienen, Schmetterlinge und viele andere Tiere wohlfühlen und damit zur Biologischen Vielfalt beizutragen.

    Daneben sollen der Spaß und der Verwertungsgedanke nicht zu kurz kommen! Daher soll der Anbau von essbaren Pflanzen ebenso gefördert werden. Beim Pflanzen, Pflegen und Ernten findet gegenseitige Unterstützung statt – eine Gemeinschaft wird aufgebaut.

    Außerdem wird mit verschiedenen Aktionen in Karlsruhe und Rheinstetten zu den Folgen des Klimawandels, Artenschutz und Begrünungsmaßnahmen informiert und mit den Bürgern und Bürgerinnen diskutiert.

    Fachdialog: Mit den beteiligten Ämtern ins Gespräch kommen

    Es soll auch ein Ausgleichskonzept von Ökosystemdienstleistungen zwischen der Stadt Karlsruhe und Rheinstetten entwickelt werden. In einem Fachdialog wollen wir über dieses Ausgleichskonzept mit den beteiligten kommunalen Ämtern diskutieren.

    Forschung zum Anfassen und Mitmachen

    Wie beim Quartier Zukunft üblich, wird also einerseits geforscht – an resilienteren Baumarten – andererseits experimentiert, gelebt und gegärtnert um gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern zu diskutieren und auszuprobieren, wie man zum Klimaschutz sowie zu Biologischer Vielfalt beitragen und dabei Freude haben kann.

    Weitere Infos:

    https://www.quartierzukunft.de/forschung/gruenelunge/

    https://www.itas.kit.edu/projekte_saha18_grulu.php

    Bei Fragen zu „GrüneLunge im Dialog“ wende dich gerne an: annika.fricke@kit.edu

  7. Spielen für Veränderung: Szenario-Workshops für Klimaschutz und Nachhaltigkeit in Karlsruhe

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    Der Weg hin zu einer nachhaltigen Entwicklung und einem gelebten Klimaschutz stellt eine komplexe Herausforderung dar, die leicht einschüchtern kann. Hier setzt „Serious Gaming“ an. Die Entwicklung von innovativen Lösungen im Spielformat kann Kreativität freisetzen und macht zudem einfach Spaß. Nachdem wir letztes Jahr mit „Lebe global“ ein Spiel für Jugendliche und HobbyspielerInnen entwickelt haben ist „Gemeinsam Nachhaltig in Karlsruhe“ ein Planspiel für Verwaltungen und Kommunen, das diesen Ansatz verfolgt. In diesem Blogartikel möchten wir es euch vorstellen. Kommt und spielt mit uns am 26. oder 28. März auf den KIT Frühlingstagen der Nachhaltigkeit!

    Was macht Spielen so interessant? Wir wissen nicht, was als Nächstes passiert! Die Aufgabe, eine nachhaltigere und klimafreundlichere Zukunft zu gestalten, beinhaltet viele Unsicherheiten. Ein Gefühl von Unsicherheit kann jedoch unsere Kreativität blockieren. Das Spielformat bietet die Möglichkeit diese Blockaden auflösen und wir können unserer Kreativität und Inspiration freien Lauf lassen.

    „Serious Gaming“ – ernste Herausforderungen spielerisch lösen

    Der „Serious Gaming“-Ansatz nutzt dieses Potential des Spielens, um ernsthafte Themen anzugehen und gemeinsam innovative Lösungen zu entwickeln. Spielen hilft uns zu lernen ohne es zu bemerken. Deshalb ist spielen so wichtig für eine lebendige, nachhaltige Gesellschaft.

    Schon der Kulturhistoriker Johan Huizinga betonte in seinem zukunftsweisenden Buch „Homo Ludens“, dass die menschliche Zivilisation sich aus und als Spiel entwickelt hat und es nie verlassen wird. Spielen ist die zentrale Aktivität in blühenden Gesellschaften.

    Ursprünglich in den USA entwickelt – jetzt auch als Version für Karlsruhe!

    Der „Serious Gaming“-Workshop wurde in Kooperation von mehreren Stadt-Universität-Partnerschaften in Deutschland, den USA und Mexiko entwickelt. Nun haben wir das Planspiel für eine Anwendung in Karlsruhe zugeschnitten und entwickeln es weiter. Erst kürzlich haben wir es im Rahmen des Projektes „Energietransformation im Dialog – EDia“ mit der Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur (KEK) gespielt. Das Team der KEK hatte viel Spaß und findet die im Spiel entwickelte Idee so gut, dass sie plant, diese tatsächlich umzusetzen. Der nächste Workshop wird im Mai gemeinsam mit der Stadt Karlsruhe stattfinden, wenn sich das Umweltamt mit den Beteiligten der „Meine Grüne Stadt“-Initiative trifft.

    Und so läuft das Ganze ab:

    Sechs bis zwölf Teilnehmende sitzen an einem Tisch. Zu Beginn werden die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) in den lokalen Kontext gebracht. Welche der SDGs sind für Karlsruhe besonders relevant? Bei welchen Zielen sehen die Teilnehmenden Handlungsbedarf und bei welchen haben sie eine persönliche Motivation etwas zu ändern? Als nächstes werden von bereits  in anderen deutschen und internationalen Städten umgesetzten Best Practice Projekten diejenigen ausgewählt, die auch in Karlsruhe umgesetzt werden könnten. Gemeinsam wird dann auf der Grundlage der Inspirationen eine Idee für Karlsruhe entwickelt und skizziert. Dabei überlegen sich die Spielenden welche Ressourcen und Aktionen für die Realisierung dieser Idee benötigt werden und welche Ressourcen sie selbst einbringen können. Wenn die Idee Form angenommen hat, wird sie mit Schockkarten darauf getestet, wie widerstandsfähig sie ist gegenüber sich verändernden Bedingungen. Was passiert mit dem Projekt bei einem Jahrhunderthochwasser? Welchen Einfluss haben großflächige Arbeitnehmerstreiks in unterschiedlichen Branchen? Am Ende des Workshops wird die Idee noch einmal reflektiert und ggf. den anderen Tischen vorgestellt. Ein Workshop dauert in etwa drei bis vier Stunden, abhängig von der Anzahl der Teilnehmenden.

    Hast du Lust bekommen das Planspiel selbst auszuprobieren? Dann komm zu den KIT Frühlingstagen der Nachhaltigkeit! Der Szenario-Workshop wird am 26. März auf Englisch und am 28. März auf Deutsch angeboten. Die Veranstaltung richtet sich vor allem an Studierende, aber auch Gasthörende sind willkommen. Du studierst nicht und möchtest nur zu einem Workshop kommen? Dann schicke eine Mail an ines.bott@kit.edu.

    Alle Infos zu den Frühlingstagen findet ihr hier und zur Anmeldung hier.


    Das Planspiel wurde und wird im Rahmen des internationalen Kooperationsprojekts „Building Sustainability Implementation Capacity in City Staff and Leadership (CapaCities) weiterentwickelt. Das Projekt gehört zum „Global Consortium for Sustainability Outcomes“ (GCSO), einem internationalen Netzwerk, das Lösungen für Nachhaltigkeitsprobleme durch Forschung, Entwicklung und Weiterbildung fördert, die entwickelt, getestet, implementiert und schließlich hochskaliert werden. Mehr dazu hier.

     

     

  8. einBLICKE 01/19 | „Lebe global“ – Frühlingstage – neues Projekt

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    Neues Jahr – neues Format!

    Mit einBLICKE wollen wir euch wieder verstärkt zeigen, was bei uns so alles passiert. Hier finden auch kleinere Veranstaltungen und Aktionen Platz, die in keinem eigenen Blogartikel vertreten sind, aber das Leben im Quartier ausmachen.

    Moment mal… warum „wieder“? Diejenigen unter euch, die uns schon von Anfang an verfolgen, erinnern sich vielleicht: 2014 gab es das Format Einblicke bereits – nun haben wir es neu aufgelegt!

    Falls du die kurzen Nachrichten aus dem Quartier lieber bei dir im E-Mail Postfach haben möchtest, melde dich einfach für unseren Newsletter an. Dazu einfach auf dieser Seite ganz nach unten scrollen und eintragen – Fertig!


     

    Wir freuen uns über den Forschungspreis „Transformative Wissenschaft“!

    Es gibt tolle Neuigkeiten: Unsere Arbeit im Reallabor Quartier Zukunft wurde mit dem Forschungspreis „Transformative Wissenschaft“ ausgezeichnet! Dieser renommierte Preis zeichnet Forschungsprojekte aus, die einen gesellschaftlichen Wandel anstoßen und wird vom Wuppertal Institut und der Zeppelin-Stiftung nun zum zweiten Mal vergeben. Die Preisverleihung fand am 16. Januar in Darmstadt statt. Wir freuen uns sehr! Weiterlesen

     

    Buch „Dein Quartier und Du“- Erscheinung im Frühling geplant

    Lange haben wir an der Fertigstellung des Buches über die vier „NachhaltigkeitsExperimente“ gebastelt. Nun naht die Fertigstellung und wir sind zuversichtlich, dass es im Frühling klappen wird. Das Buch soll dann in gedruckter Form zum Kauf und gratis zum Download verfügbar sein. Wir halten euch auf dem Laufenden.

     

    Frühlingstage der Nachhaltigkeit 2019 – Anmeldung offen

    „Nachhaltige Entwicklung“ ist in aller Munde, aber was ist das überhaupt? Und was untersuchen Wissenschaftler bei der „Nachhaltigkeitsforschung“? Studierende, die mehr darüber erfahren wollen, können sich jetzt für die Frühlingstage der Nachhaltigkeit anmelden. Diese finden von 25. bis 28. März am KIT statt. In spannenden Workshops und Exkursionen zu Karlsruher Nachhaltigkeitsakteuren werden sowohl technische als auch soziale und ökologische Aspekte nachhaltiger Entwicklung beleuchtet.

     

    Forschungskolloquium im Zukunftsraum gestartet

    Das Forschungskolloquium „Perspektiven auf den Wandel“ soll einen möglichst guten Einblick in den aktuellen Stand der Transformationsforschung und verwandte Konzepte geben. Die ersten spannenden Vorträge haben wir bereits gehört.Bis 29. Januar dürfen wir uns noch auf Vorträge im Zukunftsraum freuen. Das Kolloquium findet immer von 10-12 Uhr  statt. Weiterlesen

     

    „Klimaschutz gemeinsam wagen!“ – neues Projekt startet im Quartier

    Im November fand das Kick-off-Treffen unseres neuen Projekts „Klimaschutz gemeinsam wagen!“ statt. Das bunt gemischte Projektkonsortium aus WissenschaftlerInnen, lokalen Initiativen, der Stadt Karlsruhe und der Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur (KEK) legte damit den Grundstein für Projekte der nächsten Jahre zum Thema Klimaschutz. Gemeinsam mit euch wollen wir Alternativen für klimafreundliches Handeln in den Themenfeldern Ernährung, Mobilität und Konsum entwickeln. Weiterlesen

     

    Herbstkleidertauschparty im Zukunftsraum – Wir suchen Unterstützung für 2019

    Auch im Herbst wurde im Zukunftsraum wieder fleißig getauscht. Die Kleidertauschpartys erfreuen sich seit nunmehr fast zwei Jahren reger Beleibtheit. Der nächste Kleidertausch ist für den Frühling angedacht. Damit wir diese Veranstaltung auch 2019 weiterführen können, sind wir auf der Suche nach Freiwilligen, die uns bei der Durchführung unterstützen wollen. Wenn du Interesse hast, melde dich bei: Helena.Trenks@kit.edu.

     

    Karikaturenausstellung „Der Planet ruft SOS!“ im Zukunftsraum

    Die Karikatur-Wanderausstellung „Der Planet ruft SOS“ des Vereins integra war vom 30.Oktober bis 11.Dezember bei uns im Zukunftsraum zu sehen. Künstler aus aller Welt ließen uns ihren Blick auf die Welt sehen. Ohne Worte und ohne Sprachbarriere konnten sich so alle ein Bild von der Situation auf unserer Erde machen. Auch wenn die Karikaturen ohne Worte auskamen, haben sie und definitiv zum Diskutieren angeregt. Weiterlesen

     

    Schülerinnen und Schüler spielen „Lebe global“ – und sind begeistert!

    Das von uns entwickelte Brettspiel „Lebe global“ wurde in den letzten Wochen von Schülerinnen und Schülern der 9. Klasse des Lessing-Gymnasiums getestet. Es entstanden angeregte Diskussionen – erst über die Spielweise und später über die Entscheidungen im Spiel, die sich positiv oder negativ auf den Stand des CO2– Zählers auswirken. Am Ende stand vor allem eine Frage im Raum: „Wann können wir wieder spielen?“.

     

    GCSO Spiel hat ersten großen Einsatz

    Das ursprünglich vom amerikanischen Netzwerk Global Consortium for Sustainability Outcomes (GCSO) entwickelte Spiel, das von uns nun für die Stadt Karlsruhe angepasst wurde, wurde im November gemeinsam mit der Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur (KEK) getestet. Das Planspiel wurde besonders für Organisationen und kommunale Verwaltungen entwickelt. Im Spielverlauf entwickelten alle Spielenden gemeinsam eine Maßnahme für den Klimaschutz in Karlsruhe.

     

    Bastelwerkstatt und Geschenketausch im Zukunftsraum

    Am Montag, 17. Dezember, fand unsere Bastelwerkstatt mit Geschenketausch im Zukunftsraum statt. Aus alt wurde neu, aus Kalenderblättern und Zeitungspapier entstanden Geschenkverpackungen, aus losen Notenblättern wurden Sterne gefaltet, Stoff und Papierrest zu originellen Karten verarbeitet. Bei Punsch und Lebkuchen konnte außerdem am Geschenketauschtisch gestöbert werden. So stressfrei kann Weihnachten sein!

  9. Entdeckungstour in der Oststadt – Nachhaltigkeit inklusive!

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    Stadtführungen findest du meistens zäh und trocken? Jahreszahlen kannst du dir nicht gut merken? Musst du bei uns auch nicht! Bei dieser Tour rund um Nachhaltigkeit in Karlsruhe zeigt sich das Format Stadtführung mal von einer erfrischend anderen Seite– klingt gut und gibt’s noch dazu in der Oststadt.

    Das Programm haben einige Studierende des Begleitstudiums Nachhaltige Entwicklung am KIT letztes Jahr entwickelt. Unter dem Titel „Nachhaltigkeitsspaziergang“ erklären sie die Highlights der Oststadt mit Fokus auf Grünanlagen, Transformationsprozesse und das Quartier als Teil der nachhaltigen Großstadt Karlsruhe.

    Was erwartet mich dabei?

    Besondere Orte und verschiedenste Nachhaltigkeitskategorien werden vorgestellt. Einige davon kennst du vielleicht, einige noch nicht. Sehen und lernen kann man beim Spaziergang viel! Warst du schon mal in der Containerlandschaft des Perfekt Futur? Weißt du, wie die Grüne Lunge Karlsruhes funktioniert? Wie viele Bienen leben in einem Baumstamm? Was ist das Karlsruher Modell? Unterschiedlichste und teilweise brandaktuelle Themen wie Mobilität, Entrepreneurship, Naturschutz, Gesundheit und friedliches Zusammenleben in unserer Stadt werden an den Stationen besprochen.

    Welche Orte spielen eine Rolle?

    Tatsächlich haben die Studierenden über 100 Spots in Karlsruhe gefunden, die im positiven oder negativen Sinne mit Nachhaltigkeit in Berührung stehen. Manche sprechen gleich mehrere Nachhaltigkeitsziele an. Der Fokus liegt auf der Oststadt, mittendrin in unserem Reallabor. Denn hier treffen alle möglichen Aspekte für ein nachhaltigeres Leben aufeinander. Die interessantesten dieser Orte wurden zu dieser etwas anderen Stadtführung zusammengefügt. Zwischen Zukunftsraum und Otto-Dullenkopf-Park stoppt man dabei etwa auf dem Schlafhofareal, bei den Verkehrsbetrieben Karlsruhe und am Gerwigplatz. Dabei ergeben sich auch immer mal wieder spontane Stops, an denen jeder seine eigenen Erfahrungen einbringen kann. Übrigens ist eine der Stationen auf dem Rundgang auch unser Zukunftsraum – die perfekte Gelegenheit also, mal bei uns reinzuschauen!

    Die Oststadt mal aus einer anderen Perspektive kennenlernen

    Der Spaziergang hat seit seiner Konzeption schon ein paar Mal stattgefunden und ist längst aus den Kinderschuhen rausgewachsen. Man kann ihn entweder beim Veranstalter stattreisen e.V. im Sonderprogramm (nächster Termin: Frühjahr 2019) als Gruppe oder Einzelperson buchen oder (wenn es schneller gehen soll) direkt bei Quartier Zukunft anfragen. Diese besondere Oststadt-Führung ist auch toll für Schulklassen der Mittel- oder Oberstufe geeignet. Annie und Nicolas waren schon bei der Planung des Spaziergangs dabei und führen ihn noch heute. Die beiden Nachhaltigkeitsexperten wohnen selbst in der Oststadt und können bei jedem Rundgang aktuell berichten, was in Bezug auf Nachhaltigkeit im Viertel so läuft.

     Was hat das Quartier Zukunft damit zu tun?

    Der Rundgang entstand in einem Seminar des Begleitstudium Nachhaltige Entwicklung am Zentrum für angewandte Kulturwissenschaften (ZAK), welches vergangenen Sommer wöchentlich bei uns im Zukunftsraum tagte und hat es kurz darauf in das Programm von stattreisen e.V. geschafft. Hast du Lust, teilzunehmen? Dann melde dich gerne hier an. Wenn du Fragen zum Spaziergang hast, melde dich bei uns – wir leiten diese direkt an unsere Experten weiter.

    Neugierig geworden? Wir freuen uns auf dich!

     

  10. Das Reallabor Symposium in Karlsruhe – Rückblick & Ausblick der Reallabor-Forschung in BaWü

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    Am 27. April 2018 ist es soweit: Die Baden-Württembergischen Reallabore (BaWü-Labs), gefördert vom Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg sind in Karlsruhe zu Gast um ihre Ergebnisse zu präsentieren, Erfahrungen zu diskutieren und das Format Reallabor für die Zukunft weiterzuentwickeln. Organisiert wird das Symposium vom Wissenschaftsministerium, wir unterstützten dabei als Kooperationspartner vor Ort. Alle sind herzlich dazu eingeladen am Symposium im Bürgerzentrum der Karlsruher Südstadt (Südwerk) kostenlos teilzunehmen, sich über das Erreichte der letzten 3 Jahre zu informieren und mit den Forschenden aus Wissenschaft und Praxis ins Gespräch zu kommen.

    Die Reallaborforschung hat die Besonderheit, dass sie die Kooperationen der Wissenschaft mit Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen und der Politik überdurchschnittlich stark in den Mittelpunkt rückt. Diese Akteure treiben dann gemeinsam mit dem Reallabor eine nachhaltige Entwicklung in verschiedenen Themenfeldern voran. Auf dem Symposium könnt ihr euch unter anderem zu den Themen nachhaltige Mobilität, Stadtforschung und Urbanität, Energieeffizienz und Mehrfachnutzung von Gebäuden, Energiewende, Naturschutz, Bildung und Soziales, Migration und demographische Entwicklung informieren.

    Die Bandbreite der Formate reicht von informativen Vorträgen bis hin zu interaktiven und experimentelleren Angeboten. Bevor das Hauptprogramm im Südwerk beginnt, gibt es um halb elf einen Nachhaltigkeitsspaziergang in Karlsruhe (bitte bei der Anmeldung angeben, ob du teilnehmen willst).  In der Keynote des Tages geht Prof. Dr. Lucia Reisch (Zeppelin Universität) der Frage nach, inwiefern Reallabore einen „Motor der Weiterentwicklung einer nachhaltigkeitsbezogenen Transformationsforschung und –Praxis“ darstellen. Später kannst du dich auf der BaWü-Lab Messe mit den Forschenden direkt austauschen und deine Fragen loswerden. Natürlich werden auch wir dort vertreten sein.

    Nach weiteren fachlichen Inputs, kann sich jeder in der Fishbowl-Podiumsdiskussion selbst einbringen, wenn die Frage „Reallaborforschung: Wohin gehst Du?“ zwischen den Vertreterinnen und Vertretern der Reallabore, Praxisakteuren, Ministerin Theresia Bauer, Dr. Eugen Huthmacher (BMBF) und Prof. Armin Grunwald (ITAS) diskutiert wird. Ein festliches Buffet und ein kulturelles  Abendprogramm, unter anderem mit künstlerischem Bühnenprogramm und der Möglichkeit zu Tanzen, runden den Tag ab.

    Hier noch ein kurzer Überblick über den Zeitplan, das detaillierte Programm als PDF gibt’s hier.

     

    Dein Interesse ist geweckt? Melde dich gleich unter www.reallabore-bw.de an und wir sehen uns am 27. April!

     

  11. Auf den Spuren des Reallabor 131 – Teil III Soziales & Raum

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    Fast drei Jahre ist es schon her: Anfang 2015 wurde das Reallabor R131: KIT findet Stadt unter dem Dach des Rahmenprojektes Quartier Zukunft – Labor Stadt ins Leben gerufen. Im Rahmen der Förderlinie BaWü-Labs vom Ministerium für Wissenschaft und Kunst unterstützt trat es mit dem Ziel an neue Modelle für die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Gesellschaft zu erproben. Nach der nun fast dreijährigen Laufzeit wagen wir einen Rückblick. 

    Ein Beitrag von Vanessa Kügler & Helena Trenks

    Über die R131-Projekte Nachhaltiger Konsum und Mobilität haben wir bereits  berichtet. Weiter geht es mit dem dritten Teil unserer Blogreihe. Diesmal widmen wir uns den Aktivitäten, die sich unter dem Überbegriff „Soziales & Raum“ in den letzten Jahren in der Oststadt entwickelt haben. Zu Beginn noch als zwei einzelne R131-Projekte gestartet („Raum“ und „Soziales“), wurden schnell die vielen Zusammenhänge zwischen beiden Themen erkennbar und so haben wir sie zu einem gemeinsamen R131-Projekt verschmolzen.

    Denn Freiflächen können die Vernetzung im Quartier entscheidend beeinflussen, indem sie z.B. Netzwerke fördern, Orte und Anlässe für Gemeinschaft und Kommunikation schaffen und die im Stadtteil lebenden Menschen – aller Generationen – miteinander bekannt und vertraut machen. Gerade für Gruppen, die stark auf das Nachbarschaftsumfeld angewiesen sind (z.B. Senioren, Familien), ist so ein Raum von immenser Bedeutung. Als Flächen für Sport, Spiel, Begegnung und Bewegung sind sie essentiell für die Gesundheitsförderung. Und gerade in Zeiten einer beschleunigten Gesellschaft, sind vor allem Ruheflächen ein wichtiger Gegenpol zur ständigen Mobilität in unserem Alltag. Hier können wir lernen aus der Bewegung wieder in die Ruhe zu finden – uns zu erholen. Es zeigt sich also, der Raum beeinflusst das soziale Miteinander ….und umgekehrt.

    In diesem Sinne war das überordnete Ziel von „Soziales & Raum“ die öffentlich zugänglichen Räume in der Oststadt ausfindig zu machen und sie auf ihre Bedeutung und ihr Potenzial für die Begegnung und Bewegung im Stadtteil zu untersuchen.

    Die Oststadt als Sozial- und Freiraum

    Auch bei diesem R131-Projekt dienten die Ergebnisse des BürgerForums als Ausgangspunkt. Vor dem Hintergrund, dass unsere Städte immer größer und dichter werden, unsere Bevölkerung immer älter und bunter wird, haben sich die BürgerInnen gefragt:

    Welche Bedeutung werden soziale Netzwerken in Zukunft haben ? Welchen Beitrag kann Nachbarschaft zur Lebensqualität im Quartier leisten? Welche Rolle spielt dabei der öffentliche Raum? Wie können wir in Zeiten expandierender Stadt die grünen Qualitäten des Stadtteils erhalten? 

    Im BürgerForum wurden vor allem die Aspekte Ruhe, Bewegung, Gesundheit und soziales Miteinander als wichtige (Lebens-)Qualitäten von Freiraum in der Nachbarschaft hervorgehoben. Diese Themen wurden dann von der R131-Projektgruppe aufgegriffen und vertieft. In einem ersten Schritt wurden die bestehenden Freiräume in einer Freiraumanalyse der Oststadt genauer betrachtet:

    • Welche Freiräume gibt es?
    • Wie werden diese von den BürgerInnen wahrgenommen, genutzt und bewertet?
    • Welche Potentiale bieten diese Freiräume für zukünftige Nutzungen (Besonders im Hinblick auf Ruhe, Bewegung und Begegnung)?

    Beobachtungen, Spaziergänge, Kartierungen, Anwohnerbefragungen und Expertengespräche halfen ein (Stimmungs-)Bild der gegenwärtigen Lage zu gewinnen. Dazu wurde auch eine „emotionale Stadtkarte“ erarbeitet. Dabei kristallisierten sich der Gottesauer Platz, das Durlacher Tor/der Bernhardusplatz, der Otto-Dullenkopf Park und die Achse Ludwig-Wilhelm Straße Straße/Gerwigstraße – Georg-Friedrich Straße als „Hotspots“, sowohl im positiven als auch im negativen Sinn, heraus. Aus diesen ersten Ergebnissen ergaben sich drei Schwerpunktthemen.

    (Mehr) Raum für Begegnung – Bewegung – Beruhigung

    Aus 1 mach 3: Die Teilprojekte 

    Aus all diesen Ergebnissen der Freiraumuntersuchung und den Kernpunkten aus dem BürgerProgramm entstand ein „Werkzeugkasten“. Es wurden drei Teilprojekte gebildet, die von Untergruppen an verschiedenen Lehrstühlen des KIT bearbeitet wurden und an denen sich neben dem R131-Team Studierende, Vertreter der Stadtverwaltung, BürgerInnen, Bewegungsanbieter in der Oststadt und Forschende des KIT beteiligt haben.

    Vorhandene Räume neu denken: Das Teilprojekt „Linear Square“

    Das Teilprojekt Linear Square an der Fakultät für Architektur beschäftigte sich mit der Qualität von Bewegungsräumen – Wegen, Straßen, Plätzen. Aus dem bestehenden Wegenetz der Oststadt sollte ein ganz besonderes Konzept entstehen: Ein linearer Platz! Meint: Einen Freiraum  für Bewegung und Begegnung, der die Nachbarschaft verbindet und der von den Oststadt-BewohnerInnen aktiv, generationsübergreifend und nachhaltig genutzt wird. Sozusagen eine „Allmende“ direkt in der Stadt, die Gesundheit und Wohlbefinden, spielerische Aktivität und Aneignung ermöglicht. 

    Um die Vielzahl alltäglicher Bewegungen erfassen und über diese sprechen zu können, wurden der BewegungsPLANOststadt sowie Straßensteckbriefe erstellt. Gespräche mit OststadtbewohnerInnen ermöglichten die Erstellung individueller Bewegungsprofile von Nutzern. Zusätzlich fand an der Fakultät für Architektur das experimentelle Seminar „Wege/Gehen“ statt, innerhalb dessen thematische Spaziergänge durch die Oststadt erarbeitet wurden – z.B. „Gehen bei Nacht“ oder „Bewegung für Jung und Alt“. Genau hinsehen, lautete die Devise.

    Freiräume gestalten: Das Teilprojekt „Mapping Space“

    Um die Gestaltung und Wahrnehmung öffentlicher Plätze und Orte ging es beim Teilprojekt Mapping Space (ebenfalls Architekturfakultät), das 2016 bis 2017 mit ArchitekturstudentInnen durchgeführt wurde. Mit dem Ziel versteckte Potenziale von Straßen, Wegen, Plätzen, Grünflächen oder Höfen aufzudecken und den öffentlichen Raum neu zu inszenieren, entwickelten die Studierenden Geländespiele (Geocaching) für die Oststadt, landschaftsplanerische Gestaltungsideen für den Bernhardusplatz oder die Achse vom Gottesauer Platz bis zur Karl-Wilhelm-Straße und setzten sich auch theoretisch mit der Oststadt auseinander. Die Lehrveranstaltungen fanden abwechselnd im Zukunftsraum und am Fachbereich statt. Einige Zwischenpräsentationen wurden öffentlich abgehalten. Und auch die Studierenden wiederum nahmen an einem Oststadtpicknick teil und diskutieren dort ihre Ideen. Damit hat dieses Unterprojekt zwei Lernräume verknüpft: Die Uni –Lernort für die angehenden ArchitektInnen – und das Reallabor – Lernort für die Stadtgesellschaft. Den Reader mit den Ergebnissen der verschiedenen Übungen könnt ihr euch hier herunterladen. Für eine höhere Auflösung, wendet euch gern an uns. Eine gedruckte Version findet ihr außerdem bei uns im Zukunftsraum.

    Gemeinsam in Bewegung: Das Teilprojekt „Netzwerk Bewegung“

    Das Netzwerk Bewegung der Oststadt war Thema am Institut für Sport und Sportwissenschaften: Hier wurden die Bewegungsangebote, Bewegungsräume und Beziehungsstrukturen, der an Bewegung beteiligten Akteure, im Teilprojekt Netzwerk Bewegung genauer unter die Lupe genommen. Freie, alltägliche Formen der Bewegung und des Spielens waren dabei ebenso wichtig, wie organisierte, traditionelle Sportaktivitäten durch Sportvereine.

    • Welche Sport- und Bewegungsmöglichkeiten bietet die Oststadt?
    • Wer nutzt diese Bewegungsfreiräume und wofür?
    • Wie ist diese Nutzung organisiert?
    • Welche Beziehungen bestehen zwischen den Nutzern (z.B. Informationsaustausch, gemeinsame Organisation, Verleih von Sportgeräten oder ähnliches)?

    Zudem wurden die Freiräume unter dem Gesichtspunkt „Alltagsbewegung“ betrachtet und die Fußgänger- und Fahrradfreundlichkeit im Quartier zur Diskussion gestellt (Walkability & Bikeability). In puncto Fußgängerfreundlichkeit können auch die Bürger selbst aktiv werden und mit der Walkability-Checkliste Verbesserungspotentiale in der Oststadt aufzeigen.

    Der Mix macht’s! Mach mit!

    Eines ist klar: Das R131-Projekt Soziales & Raum zeichnet sich vor allem durch den seinen Mix an Methoden und Beteiligten aus. Fächerübergreifend und mit unterschiedlichem Background, arbeiten Stadt, WissenschaftlerInnen, BürgerInnen und Studierende Hand in Hand und profitieren so vom Theorie- und Praxiswissen untereinander. Und genau das ist es doch, was das Reallabor ausmacht!

    Daneben fanden auch kleinere Veranstaltungen im Quartier statt, die das Augenmerk auf den öffentlichen Freiraum lenken sollten. So hat das Quartier Zukunft 2014 und 2016 das „Freiluftwohnzimmer“ initiiert und teilgenommen. Getreu dem Motto „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“, können die StädterInnen bei der Aktion den öffentlichen Freiraum zurückerobern und nebenbei ihre Nachbarn bei Kaffee und Kuchen vor der Haustür besser kennenlernen.

    Wir wollen auch zukünftig zu den Themen Gemeinschaft und (Frei)Raum in der Oststadt aktiv sein. Bei der Frage wie das aussehen könnte, seid Ihr und Eure Ideen gefragt! Die Aktivitäten des R131-Projekts Soziales & Raum sind zum Großteil abgeschlossen, unser Engagement in dieser Hinsicht aber noch lange nicht!

    Du hast auch eine Idee oder einen Wunsch, wie deine Oststadt als sozialer Raum noch besser werden kann? Wir suchen immer kreative Köpfe die aktiv werden wollen! Meldet Euch einfach bei uns (Ansprechpartnerin ist Helena Trenks: helena.trenks@kit.edu) oder kommt zu unseren Öffnungszeiten im Zukunftsraum vorbei.

  12. Auf den Spuren des Reallabor 131 – Teil II Mobilität

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    Und weiter geht’s mit unserer Blogreihe zum Reallabor 131: KIT findet Stadt, in dem seit 2015 WissenschaftlerInnen und BürgerInnen gemeinsam in der Oststadt Maßnahmen zu einer nachhaltige(re)n Stadtentwicklung erproben. Im vorigen Beitrag haben wir uns mit den Aktivitäten des Projektes Nachhaltiger Konsum befasst. Und auch Teil 2 unserer Blogreihe widmet sich einem spannenden und viel diskutierten Thema der Nachhaltigkeitsforschung: Diesmal dreht sich alles um Mobilität!

    Ein Beitrag von Vanessa Kügler & Sarah Meyer-Soylu

    Teil II: Mobil und menschlich durch die Oststadt

    Unser Lebensstil wird immer mobiler. Dank Smartphone und Internetflat sind wir zu jeder Tageszeit und überall erreichbar. Na klar! Schnell ins Auto oder in den Zug gesprungen und schon sind wir am Ziel. Eine Selbstverständlichkeit, oder? Immer in Bewegung und immer mobil – ob wir wollen oder nicht. Unsere kleinen digitalen Helfer sind dabei bereits fester Bestandteil unserer Alltagsroutine. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier – oder wohl eher ein Bequemlichkeitstier?

    Auch auf unseren alltäglichen Wegen durch die Stadt neigen wir weiterhin zur Routine und ärgern uns lieber darüber schon wieder im Stau zu stehen statt über alternative Verkehrsmittel und nachhaltige(re) Reisemöglichkeiten nachzudenken. Warum dieser Widerspruch? Wäre es nicht längst an der Zeit, dass wir uns unser Mobilitätsverhalten bewusst vor Augen führen und die Folgen für unsere Gesundheit und Umwelt vorausschauend – kurzum nachhaltig – darin einbeziehen? Genau hier knüpfen auch die Kernfragen des Projektes „Mobilitätsaspekte“ des R131 an: Wie kann ich mich in meiner Stadt fortbewegen, und meine Umwelt und Mitwelt möglichst wenig belasten? Wie lässt sich unsere Mobilität sozial gerecht und menschlich gestalten?

    Individuell mobil sein
    Unter dem Schlagwort Mobilität lassen sich unzählige Aspekte anführen. Wo also anfangen?

    „Das Unterwegssein in der Stadt belastet zu oft Umwelt und Nerven. Wir denken nach über ein Mobilitätskonzept, das auf Fahrräder, smarte Verkehrsleitsysteme und kollektive Verkehrsmittel setzt.“

    (Zielsetzung des Themenschwerpunkts Mobile Stadt)

    Der Fokus der Aktivitäten im Projekt „Mobilitätsaspekte“ lag auf dem Bereich Alltagsmobilität – und den folgenden drei darunter verorteten Handlungsschwerpunkten:

    • nachhaltige Organisation von Alltagsreisen
    • Integration von Fahrrädern und insbesondere Lastenrädern in unseren mobilen Alltag
    • Untersuchung zentraler Verkehrsknoten und -plätze (Weniger Verkehr, mehr Aufenthaltsqualität!)

    Unsere alltäglichen Reisen und die Verkehrsmittelwahl sind nicht nur Ergebnis von Gewohnheiten, sondern hängen natürlich auch stark von individuellen Faktoren ab: wie unserer körperlichen Fitness, unserem Alter oder dem Bedarf etwas zu transportieren – wie etwa einen Kinderwagen. Hinzu kommt, dass unsere Wahl des Verkehrsmittels zusätzlich beeinflusst wird durch äußere Bedingungen, wie zum Beispiel die Beschaffenheit und Streckenführung bestehender Radwege oder Straßensperrungen, und die bereitgestellte Information über die Möglichkeiten, das jeweilige Ziel zu erreichen.

    Den mobilen Alltag organisieren: Willkommen im Alltagsreisebüro!

    Wie lassen sich all diese unterschiedlichen Mobilitätsbedürfnisse verschiedener Nutzergruppen befriedigen und nachhaltig koordinieren?

    Um eine Anlaufstelle für die BürgerInnen der Oststadt zu schaffen und Raum und Gelegenheit zu geben, das eigene Mobilitätsverhalten genauer zu hinterfragen bzw. zu verbessern, hat das R131 in Zusammenarbeit mit ExpertInnen des Instituts für Verkehrswesen (IfV) das sogenannte Alltagsreisebüro im Zukunftsraum eingerichtet . Hier hatten die BürgerInnen seit Anfang 2016 die Möglichkeit eine regelmäßig stattfindende und kostenlose Mobilitätsberatung zu nutzen und sich über lokale Mobilitätsdienste und -apps aufklären zu lassen, um effiziente und nachhaltige(re) Reiselösungen zu finden, die trotzdem den individuellen Ansprüchen entsprechen. Die Einrichtung der Mobilitätsberatung war eine Reaktion auf einen im BürgerForum geäußerten Bürgervorschlag – der aber erst später als gedacht umgesetzt werden konnte. Für die BürgerInnen und uns bedeutete das einen langen Atem. Als es dann endlich soweit war, mussten wir jedoch feststellen, dass das Angebot nicht so gut angenommen wurde, wie erhofft. Daraus wollen wir lernen, um unsere zukünftigen Projekte noch näher an den BürgerInnen und ihren Bedürfnissen zu entwickeln! Du hast Anregungen, Kritik oder sogar eigene Projektideen für uns? Dann besuche uns gern im Zukunftsraum!

    Um die BürgerInnen weiter an das Thema Mobilität und alternative Verkehrsmittel heranzuführen war zudem Anfang 2016 die Mobilitätsausstellung „Von hier nach da“, der BUND Jugend Baden-Württemberg zu Gast im Zukunftsraum. Die Wanderausstellung zeigte der Oststadt inspirierende Ideen und Visionen zu einer neuen Mobilitätskultur. Bei Filmabenden und Vorträgen wurde sich in entspannter Atmosphäre ausgetauscht.

    Es müssen nicht immer 4 Räder sein: Komm schwing dich auf’s Fahrrad!

    Ausschlaggebend für den Fahrradschwerpunkt waren die BürgerInnen und ihre Feststellung, dass der Autoverkehr – stehend und rollend – im Quartier dominiere. Dazu kam unsere Motivation, die Situation für den Radverkehr in der Oststadt zu verbessern und Menschen dazu zu bewegen öfter auf das Fahrrad umzusteigen.

    Gerade für den Transport größerer Gegenstände muss nicht immer gleich ein Auto her. Davon sind wir bereits seit langem überzeugt, weshalb das Thema Lastenrad schon von Beginn an ein Thema bei uns im Projekt war. Wir haben mehrmals versucht eine Förderung aus der Wissenschaft für das Thema Lastenfahrräder zu erhalten, waren damit jedoch nicht erfolgreich. Umso erfreuter sind wir, dass mittlerweile in ganz Karlsruhe Menschen diese Idee teilen und zusammen ein kostenloses Lastenfahrradverleihsystem aufgebaut haben: Lastenkarle! Nur einen Katzensprung vom Zukunftsraum entfernt steht nun seit einigen Wochen ein Lastenfahrrad für jedeN zum Ausleihen zur Verfügung!

    Und auch das R131 geht mobil voran: Mit unserem hauseigenen Lastenrad sind wir auf verschiedenen Veranstaltungen unterwegs und können so schwere oder sperrige Dinge klimafreundlich von A nach B bringen!

    Auf die kritische Beziehung von Autoverkehr und Stadtbild wollen wir auch immer wieder mit unserer Teilnahme am PARK(ing)Day Karlsruhe aufmerksam machen – vor allem auf die enorme Flächeninanspruchnahmei durch parkende Autos in der Stadt und die Frage: Was wäre, wenn wir diese Flächen anderweitig nutzen könnten?

    Passend zu unserem Fahrrad-Schwerpunkt wurde dieses Jahr eine studentische Abschlussarbeit zum Thema alltägliche Fahrradnutzung – vor allem Fahrradparken – in der Oststadt angefertigt. Mittels Fragebogen – online und face-to-face – wurden über 100 Oststädter zu ihrer Fahrradnutzung befragt. Darin wurde unter anderem untersucht:

    • wie häufig die Bewohner ihr Fahrrad nutzen und was sie eventuell vom Fahrradfahren abhält (insbesondere die Autofahrer)
    • was für Maßnahmen es bräuchte, damit sie in Zukunft öfter auf das Fahrrad umsteigen
    • wo und wie die Oststädter ihr Rad abstellen und welche Probleme sich aus dieser Abstellweise ergeben.

    Wer hierzu nun weiterlesen möchte, kein Problem! Hier und am Ende des Blogbeitrags findest du die Arbeit als PDF angehängt.

    In Verbindung mit der Abschlussarbeit und um weiter für das Thema Fahrradfahren und -parken in der Stadt zu sensibilisieren, wurde Anfang 2017 ein öffentlicher Vortrag in der Oststadt im Rahmen des Quartier Zukunft Stammtisch gehalten und über die Ergebnisse der Befragung und die daraus abgeleiteten Handlungsvorschläge diskutiert.

    Mobilität als Modell

    Wie wirken sich eine Sperrung der Straße XY oder eine Shared Space Nutzung auf das Quartier aus? Um solche Fragen beantworten zu können hat das R131 Team ein existierendes Verkehrsmodell der Oststadt genutzt, um Wechselwirkungen der Verkehrsströme sichtbar und nachvollziehbar zu machen und Szenarien abzuleiten.

    Besondere Aufmerksamkeit wurde dem zentralen Verkehrsknoten am Gottesauer Platz geschenkt, für den Umgestaltungsmaßnahmen entwickelt wurden, um die Aufenthaltsqualität dort zu verbessern und damit den Bürgerwünschen in Sachen Flächengestaltung und Parkplatzsituation gerecht zu werden. In einer weiteren Masterarbeit wurden konkrete Aufwertungsszenarien für den Gottesauer Platz ausgearbeitet. Neugierig? Auch diese Arbeit findest du hier und natürlich unten verlinkt!

    Durch die Verkehrssimulationen konnte zwar ein aktuelles Bild der Verkehrsbelastung geschaffen werden, allerdings wurde eine Herausforderung für die ForscherInnen immer deutlicher: die vielen Baustellen! Momentan sind sie in Karlsruhe schwer zu übersehen… Durch den Bau der neuen U-Bahnlinie und damit zusammenhängenden Streckensperrungen und Umleitungen in der Umgebung, ist es aktuell quasi unmöglich den tatsächlichen Verkehr im Gebiet nach Fertigstellung der Kombilösung zu ermitteln. Damit fehlen verlässliche Daten, was das Abschätzen von Wechselwirkungen folglich erschwert und die Durchsetzung konkreter Maßnahmen verhindert.

     Was kommt nun?

    Wie arbeiten wir mit den bisherigen Ergebnissen weiter? Auf der öffentliche Diskussion und Präsentation am 27.06.2016 im Zukunftsraum, haben wir unsere Ergebnisse vorgestellt und viele Anregungen zur Weiterarbeit mitgenommen. Für 2018 wird das Thema Mobilität auf jeden Fall weiter auf der Agenda bleiben! Abhängig von ausstehenden Förderanträgen wird es sogar stärker in den Blick rücken und gemeinsam mit den Themen Ernährung, Konsum und Klimaschutz angegangen werden.

    Und natürlich seid immer Ihr und Eure Ideen gefragt! Lust auf neue nachhaltigere Gewohnheiten? Wir freuen uns wenn Ihr aktiv werdet und Eure Projektideen umsetzten wollt. Meldet Euch doch einfach bei uns (Ansprechparterin ist Sarah Meyer-Soylu: sarah.meyer@kit.edu) oder schaut zu unseren Öffnungszeiten im Zukunftsraum vorbei.

     

    Neugierig geworden? Hier könnt Ihr weiterlesen:

     

  13. Auf den Spuren des Reallabors 131 – Teil I Konsum

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    Fast drei Jahre ist es schon her: Anfang 2015 wurde das Reallabor R131: KIT findet Stadt unter dem Dach des Rahmenprojektes Quartier Zukunft – Labor Stadt ins Leben gerufen. Im Rahmen der Förderlinie BaWü-Labs vom Ministerium für Wissenschaft und Kunst unterstützt und mit dem Ziel neue Modelle für die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Gesellschaft zu erproben, machte sich das R131 auf den Weg in Richtung nachhaltige(re) Stadtentwicklung. Nach der nun fast dreijährigen Laufzeit wagen wir einen Rückblick.

    Ein Beitrag von Vanessa Kügler

    In den nächsten drei Monaten widmen wir uns daher in unserem Blog schwerpunktmäßig den Erfahrungen aus den R131-Themen:

    Nachhaltiger Konsum – MobilitätSoziales und RaumEnergie

    Die Themen basieren auf den Wünschen der BürgerInnen, die Ende 2014 am BürgerForum „Nachhaltige Oststadt – Zukunft aus Bürgerhand“ des Quartier Zukunft teilgenommen haben und bilden den Kern der Forschung im R131. Damit ist das Reallabor untrennbar verwoben mit genau denjenigen, die es betrifft: den BürgerInnen.

      

    Teil I: Nachhaltig konsumieren – auch in der Stadt. Die Oststadt macht’s vor!

    Den Auftakt unserer Blogreihe bildet das Thema „Nachhaltiger Konsum“. Was hat sich diesbezüglich in der Oststadt getan? Was sind nachhaltige(re) Konsumweisen und wie lassen sie sich ins Stadtquartier und den Alltag der BewohnerInnen integrieren?

    „Kaufen hat eine Wirkung – auf Mitwelt, Umwelt, Nachwelt und uns selbst. Wir wollen dazu beitragen, Konsum bewusst, nachhaltig und lokaler zu gestalten und an Kulturtechniken wie Tausch und Reparatur erinnern.“

    (Zielsetzung des Themenschwerpunkts Nachhaltiger Konsum)

    Das Thema Konsum hat uns im Quartier Zukunft schon lange begleitet – noch bevor das R131 in den Startlöchern stand. Mit der Initiierung des ReparaturCafés gab es bereits 2013 erste Aktivitäten, die die Wegwerf-Kultur infrage stellen und ein Gegenmodell aufzeigen. Aus dem ReparaturCafé Karlsruhe ist inzwischen ein eigenständiger Verein hervorgegangen. Über diese Entwicklung freuen wir uns natürlich sehr – und genauso darüber, hierbei Impulsgeber und Starthelfer gewesen zu sein!

    Zudem wurde an Themenabenden beispielsweise über die Möglichkeiten regionaler Ernährung in der Stadt diskutiert.

    Diese konsumkritischen Veranstaltungen wurden eingebunden in das R131-Projekt „Nachhaltiger Konsum“ und ab 2016 durch weitere Praxisbausteine ergänzt – mit dem Ziel gemeinsam alternative Konsumweisen in der Oststadt zu erproben.

       

    Im KonsumCafé macht Andershandeln Spaß – und auch die NachhaltigkeitsExperimente sind dabei

    Um den auf nachhaltigen Konsum ausgerichteten Aktivitäten des Reallabors einen verbindenden Rahmen zu geben, haben wir dieses Jahr das Format „KonsumCafé“ eingeführt. Regelmäßige Angebote dieses Formats sind die „Kleidertausch-Party“ und die „Pflanzentauschbörse“, die bereits zum festen Bestandteil des Quartierslebens geworden sind. Aber auch punktuelle Aktivitäten wie Vorträge und Workshops (z.B. Ökodorf trifft Quartier Zukunft oder der Quartier Zukunft-Stammtisch zum Thema Konsum an Weihnachten) haben sich etabliert. Wir wollen damit zeigen, das nachhaltig handeln und konsumieren Spaß machen und motivieren kann.

    Nebenbei gibt es bei den Veranstaltungen Hintergrundinfos zu Textilindustrie, zu Produktionsbedingungen im Bekleidungssektor oder zur Saatgutsouveränität. Außerdem werden Ideen ausgetauscht, wie jedeR Einzelne etwas ändern kann.

    Auch zwei der „NachhaltigkeitsExperimente“ setzen sich direkt oder indirekt mit dem Thema Konsum auseinander: Das Secondhand-Label „Second Future“ und das Urban Gardening-Experiment „Beete und Bienen“. Ein schöner Effekt: Veranstaltungen des KonsumCafés haben sich mit den NachhaltigkeitsExperimenten zusammengetan, um Ihre Ziele gemeinsam zu verwirklichen. Das bestes Beispiel hierfür ist die Kooperation der Kleidertausch-Party mit „Second Future“ – eine tolle Ergänzung, wie wir finden!

    Die verschiedenen Veranstaltungs- und Beteiligungsformate sind damit wesentliche Bausteine und Plattformen für Wissensaustausch und neue Arten der Zusammenarbeit.

    Wissen ist Macht – und hilft weiter!

    Die Mitmach-Angebote sind jedoch nur ein Teil der R131-Aktivitäten: Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist die Kommunikation und Information über die Schwerpunktthemen. Dies geschieht durch unseren Blog, auf dem wir regelmäßig über Konsum(alternativ)-Themen berichten. Unsere Website ist ein wichtiges Werkzeug um Wissen über nachhaltige Konsumweisen im Quartier und darüber hinaus zur Verfügung zu stellen. Es sind bereits mehrere Beiträge zu dieser Thematik erschienen.

    Diese drehen sich unter anderem um:

    Leselust geweckt? Hier geht’s zur Übersicht bereits erschienener Beiträge.

    Ein Reallabor – Warum eigentlich?

    Im Rahmen des Reallabors 131 sind vielfältige Ansätze und Ideen für eine nachhaltige(re) Lebensweise in der Stadt entstanden. Einige wurden umgesetzt und laufen nun zum Teil in Eigenregie von BürgerInnen weiter.

    Das Thema nachhaltiger Konsum ist für die Experimente besonders greifbar, da es im Alltag täglich auftaucht. Es eignet sich also besonders gut dafür einmal genauer hinzusehen, Strukturen und Gewohnheiten zu hinterfragen und neues auszuprobieren.

    Beispielsweise liegt der Ansatz „Teilen und Tauschen statt Besitzen und Wegwerfen“ im Trend.  Eine Rückbesinnung auf nachbarschaftliche Selbsthilfe und das Voneinander lernen sind ein attraktives Gegenmodell zu der steigenden Anonymität in der Stadt. Ein gestiegenes Bewusstsein für nachhaltige Konsumweisen zeichnet sich ab. Das zeigt sich zum Beispiel auch an der wachsenden Zahl alternativer Wohn- und Versorgungskonzepte, die auf Sharing-Ansätzen basieren.

    Das Reallabor hat sich als ein Erfahrungs- und Austauschraum etabliert. Besonders der „Zukunftsraum“ dient als Ort, an dem gemeinschaftlich über diese Themen diskutiert wird und entsprechende Handlungsalternativen ausgelotet werden. Ein solcher Austausch hilft, ein stärkeres Bewusstsein für das eigene Konsumverhalten – und vor allem damit zusammenhängende gesellschaftlich „erlernte“ Konsummuster – zu entwickeln. Ein Ansporn, über den Tellerrand hinauszuschauen! Und zwar explorativ, planungsarm und mit dem Blick auf das Quartier und auf die Menschen darin.

    Die Projektlaufzeit des R131 ist fast zu Ende, aber wir wissen nun: Der Zukunftsraum und das Quartier Zukunft bestehen weiter!

    Wir sind also offen für neue Ideen zum Thema Konsum und suchen auch 2018 wieder Menschen, die aktiv werden wollen. Das KonsumCafé wird weiterhin ein Schwerpunkt unserer Arbeit sein und verstärkt mit dem Thema Klimaschutz einhergehen.

    Wenn du Fragen und Ideen für eigene Projekte zum Thema nachhaltiger Konsum hast komm doch mal bei uns im Zukunftsraum vorbei oder schreib uns an: info@quartierzukunft.de.

    Wer jetzt selbst aktiv werden und ein Zeichen gegen das vorschnelle Wegwerfen von Klamotten setzen möchte, komme uns am 26.11. bei unserer nächsten Kleidertausch-Party im Zukunftsraum besuchen! Getauscht wird von 11 – 15 Uhr in der Rintheimer Straße 46. Wir freuen uns auf Dich und deine Kleider!

  14. Wer die Saat hat, hat das Sagen?

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    Saatgut ist ein Thema über das man eher selten nachdenkt, wenn man nicht gerade ambitionierter Hobbygärtner oder Landwirt ist. Trotzdem betrifft es uns alle, denn es ist das erste Glied in der Nahrungsmittelkette und somit die Grundlage unserer Ernährung.

    Ein Beitrag von Melissa Wagner

    Zum Frühstück ein Müsli mit Haferflocken, mittags Spaghetti mit Tomatensoße und abends ein kühles Bier aus Hopfen und Malz – Fast alles, was auf unseren Tellern landet hat seinen Ursprung in den kleinen Samenkörnern. In Zeiten der industriellen Agrarwirtschaft wird es aber immer schwieriger den Überblick darüber zu behalten, wo die Samen herkommen und was eigentlich drin steckt. Begriffe wie grüne Gentechnik, Hybridzüchtungen und Handelsmonopole spielen hier eine große Rolle.

    Damit wir auch in Zukunft bestimmen können, was auf unseren Tellern landet, ist es deshalb wichtig unsere Saatgutsouveränität zu erhalten. Saatgutsouveränität bedeutet selbst über Saatgut verfügen zu können und es als Gemeingut zu wahren. Auch wer nicht gerade einen grünen Daumen hat, kann dazu beitragen. Hilfreiche Tipps, wie das möglich ist, geben wir weiter unten.

    Vom Gemeingut zur Ware

    Lange Zeit war es selbstverständlich, dass Saatgut niemandem gehört, sondern gemeinschaftlich gepflegt und weitergegeben wird. Da es sich selbst vermehrt, war es schlichtweg ungeeignet für die Kommerzialisierung – Wieso sollte ein Bauer Samen kaufen, wenn aus einem Samenkorn eine Pflanze wird, die wiederum unzählige Samen in sich trägt? Seit Mitte des 20. Jahrhunderts sieht das jedoch anders aus. Zwei Dinge haben im Laufe der Zeit dazu geführt, dass Saatgut mittlerweile als profitable Ware gehandelt wird. Hybridzüchtung und Gentechnik.

    Die Hybridzüchtung ist ein Spezialfall der klassischen Züchtung. Durch das Kreuzen zweier Elternlinien, die auf gewünschte Kriterien selektiert wurden (also reinerbig sind), entstehen Nachkommen, die deutlich robuster und ertragreicher sind als ihre Eltern. Diesen Effekt nennt man Heterosiseffekt. Zudem sind die Nachkommen sehr homogen in ihren Eigenschaften, wodurch sie sich leichter verkaufen lassen und besser industriell weiterverarbeitet werden können. Was im ersten Moment toll klingt, birgt aber auch einen gewaltigen Nachteil: Hybridsaatgut ist nicht verlässlich vermehrbar, was dazu führt, dass Bauern und Gärtner jedes Jahr neues Saatgut kaufen müssen.

    Ein weiterer Grund für die zunehmende Abhängigkeit der Bauern von käuflichem Saatgut ist die sogenannte grüne Gentechnik. Die am weitesten verbreiteten Methoden sind hierbei Herbizid- und Insektenresistenzen. Herbizidtoleranzen bewirken, dass Pflanzen aus genetisch verändertem Saatgut den Einsatz von gewissen Unkrautbekämpfungsmitteln überleben, während unerwünschte Pflanzen vernichtet werden. Insektenresistenzen bewirken hingegen zum Beispiel, dass die Pflanzen Gifte gegen bestimmte Schädlinge produzieren, und diese so abtöten. Auch hier steht der Nutzen im Vordergrund: Weniger natürliche Feinde und robuste Pflanzen bedeuten höheren Ertrag. Durch diese Verfahren wurde die Entwicklung von Saatgut auch für Chemiekonzerne interessant, die nun Saatgut, Düngemittel und Pestizide im Paket verkaufen.

    Bäuerliche Kleinbetriebe, die ohne Hybridsaatgut und Gentechnik anbauen, können sich mittlerweile kaum noch am Markt behaupten. Ein hoher Aufwand und geringere Erträge im Vergleich zu industriellen Großbetrieben sind der Grund.

    Das Saatgut liegt in den Händen weniger Konzerne

    „Wer die Saat hat, hat das Sagen“, so lautet ein altes bäuerliches Sprichwort. Mittlerweile beherrscht nur noch eine Handvoll Unternehmen die globale Produktion und bestimmt dadurch über Preise und Biodiversität – Damit wird klar, wer das Sagen hat. Gab es letztes Jahr noch sieben Konzerne am Markt, wird die Zahl durch große Fusionen schon in naher Zukunft auf vier schrumpfen. Vor allem die Fusion der beiden Megaunternehmen Bayer und Monsanto erregt dabei viel Aufsehen. Das Problem: Je größer die Markmacht, desto größer ist die Gefahr, dass die Konzerne sie ausnutzen. Bayer/Monsanto wäre nach der Fusion globaler Marktführer in Sachen Saatgut, Pestizide und Agrotechnik. Neben dem Saatgut-Monopol besteht somit außerdem die Gefahr der Ausübung politischer Macht durch Lobbyarbeit. So könnten Bayer/Monsanto bald mitreden, wenn es um neue Gesetze zum Thema Saatgut-Patentierung und ähnlichem geht. Eine Empfehlung für alle, die zu diesem Thema mehr erfahren wollen, ist die planet e Dokumentation „Schöne neue Landwirtschaft?“ – Kostenlos anzuschauen in der ZDF Mediathek.

    Die Bedeutung der Sortenvielfalt

    Wer im Supermarkt einkauft, findet oft nur wenige unterschiedliche Obst- und Gemüsesorten. Auberginen kennen viele zum Beispiel vorrangig als dunkellilafarbene, nach unten bauchige Frucht. Nur wenige Menschen wissen, dass es Auberginen in unterschiedlichsten Formen und Farben gibt. Weiß, grün, gelb, länglich, rund, eierförmig – Solche Exemplare finden sich meistens nur noch in Omas Gemüsegarten. Das liegt vor allem daran, dass durch die Vereinheitlichung der Landwirtschaft aus komplexen Anbausystemen Monokulturen wurden. Während früher in jeder Region unterschiedliche Sorten – je nach geografischen Anforderungen, Weiterverarbeitungszwecken und geschmacklichen Präferenzen kultiviert wurden, werden heute nur noch wenige Sorten angebaut. Einheitlichkeit ist zu einem der wichtigsten Züchtungsziele geworden. Nur Sorten, die für große Anbaugebiete geeignet und robust sind, sind kommerziell interessant. Auch die Eignung für die industrielle Weiterverarbeitung spielt eine große Rolle. So wird etwa die Hälfte der Kartoffeln in Deutschland nicht frisch, sondern in Form von Chips, Pommes oder Knödeln gegessen. Die Mehrheit der Konsumenten stört es dabei nicht, dass man im Supermarkt nur die gewohnten Sorten findet, aber was bedeutet das für unser Ökosystem?

    Biologische Vielfalt ist unter anderem wichtig, weil sie unser Ökosystem stabilisiert. Entstehen beispielsweise neue Krankheiten, gibt es dank der genetischen Vielfalt immer einige Sorten, welche auf natürliche Art resistenter sind als andere und dadurch überleben können. Eine Begrenzung auf wenige Sorten macht sie durch ihre enge genetische Basis hingegen deutlich anfälliger für Krankheiten oder ökologische Veränderungen. Umso wichtiger ist es unsere Saatgutsouveränität zu erhalten und nicht abhängig von einigen wenigen Großkonzernen zu sein, die vorgeben, welche Sorten angebaut werden.

    Ob grüner Daumen oder nicht – Jede und Jeder kann etwas tun!

    Wer selbst am Gärtnern interessiert ist und Spaß dabei hat, kann ohne großen Aufwand selbst etwas zur Erhaltung der Sortenvielfalt beitragen. Nicht immer braucht es dazu einen eigenen Garten. In der Regel genügen auch schon der Balkon oder die Fensterbank. Aber woher bekomme ich Saatgut, bei dem ich sicher sein kann, dass es nicht aus Hybridzüchtungen stammt? Eine einfache Möglichkeit, bei der man sich auch gleich noch mit anderen HobbygärtnerInnen austauschen kann, sind Pflanzentauschbörsen. Auch wir haben schon zwei erfolgreiche Pflanzentauschbörsen im Zukunftsraum veranstaltet. Um zu erfahren, wann die nächste stattfindet, halte dich einfach über unseren Kalender auf dem Laufenden. Oder noch besser: Veranstalte doch deine eigene kleine Tauschbörse. Ein Blick über den Gartenzaun, ein Gespräch mit den Nachbarn – So lassen sich schnell weitere Interessierte finden.

    Reiche Ausbeute beim Pflanzentausch.

    Auch für Leute, die lieber bestimmtes Saatgut kaufen wollen, gibt es zahlreiche Alternativen zum Baumarktsaatgut. Verlässliches Zeichen für ökologische Qualität ist dabei zum Beispiel das demeter Logo. Mehr Anlaufstellen für Biosaatgut findet ihr am Ende des Artikels in unserer Linkliste. Auch eine schöne Idee: Auf der Website des Start-ups Stadtlandblüht  kann man „Grüne Boxen“, mit je fünf Sorten Bio-Saatgut, passend zur jeweiligen Jahreszeit, bestellen. Eine weitere Möglichkeit seltene Sorten zu erhalten, ist die sogenannte Sortenpatenschaft, wie sie zum Beispiel der Verein zur Erhaltung von Nutzpflanzenvielfalt anbietet. Mehr Infos dazu findet ihr hier.

    Wer keinen Garten oder Balkon zur Verfügung hat und dennoch gärtnern will, kann sich hier in Karlsruhe an die Fächergärtner oder die AG Beete (Treffen sich immer Mittwochs 18:30 Uhr am Gerwigbrunnen in der Oststadt) wenden, die beide das Ziel haben mit urbanen Gärten die Stadt grüner zu machen.

    Gärtnern liegt dir nicht so sehr oder du hast keine Zeit dich um dein eigenes Beet zu kümmern? Auch kein Problem. Neben dem Erhalt alter Sorten, ist es außerdem wichtig die lokale Landwirtschaft und bäuerliche Kleinbetriebe zu unterstützen. Auch in und um Karlsruhe gibt es Betriebe, die ökologischen Landbau betreiben. Wer nicht die Zeit hat selbst im Hofladen vorbeizuschauen kann sich zum Beispiel ganz bequem online eine Biokiste der Biogärtnerei Schmälze bestellen. In die Kiste kommt ausschließlich regionales Bioobst und –gemüse. So könnt ihr sicher gehen, dass der Ursprung der Lebensmittel in gentechnik- und hybridzüchtungsfreiem Saatgut liegt.

    Eine weitere Möglichkeit bietet die foodcoop Karlsruhe. Sie ist ein Zusammenschluss von Haushalten, die gemeinsam Lebensmittel direkt aus regionalem Ökoanbau beziehen. Der Vorteil: Durch den Direktbezug vom Bauern wird die Landwirtschaft ohne Umwege über Supermärkte unterstützt. Man selbst weiß genau wo die Lebensmittel herkommen und unter welchen Bedingungen sie angebaut werden und der Landwirt kann sich unabhängig von Marktzwängen einer guten landwirtschaftlichen Praxis widmen. Ganz ähnlich funktioniert übrigens auch die solidarische Landwirtschaft. Die SoLaWi KArotte ist eine Gemeinschaftsgärtnerei aus Karlsruhe, bei der die Mitglieder den Anbau und ihre Versorgung mit biologischem Gemüse selbst in die Hand nehmen. Tipp: Am 30. September findet auf dem Markushof in Nußloch eine Hofführung statt. Hier bekommt ihr Informationen über biologischen Anbau und die Solidarische Landwirtschaft Rhein-Neckar aus erster Hand.

    Die hier aufgelisteten Möglichkeiten unsere Saatgutsouveränität und die lokale Landwirtschaft zu unterstützen, haben natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie sollen euch nur einen kleinen Einblick geben und Mut machen, denn JedeR kann etwas tun!

    PS: Für alle, die mehr über das Thema Saatgut erfahren wollen, haben wir übrigens auch einen tollen Lesetipp: „Saatgut – Wer die Saat hat, hat das Sagen“ von Anja Banzhaf.

     

     

    Und hier findet ihr verlässliches Ökosaatgut:

    bingenheimer Saatgut

    Dreschflegel Saatgutversand

    ReinSaat

    Sativa Rheinau

     

  15. Es grünt so grün… Wie Stadtgrün nachhaltig gestärkt werden kann

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    Ein Beitrag von Dagmar Lezuo

    Grün in der Stadt ist wichtig. Es leistet unverzichtbare ökologische, soziale, kulturelle und infrastrukturelle Dienste für uns und trägt wesentlich zu gutem Leben in der Stadt bei. Wie es gestärkt und nachhaltig in unserer Gesellschaft verankert werden kann, hat Dagmar Lezuo in ihrer Doktorarbeit untersucht. Ein erstes Fazit: Voraussetzung sind gut vorbereitete und auf lange Dauer angelegte Kommunikationsprozesse. Am Beispiel eines Grünbausteins in München wird aufgezeigt, was sie ausmacht und wie sie funktionieren.

    Kürzlich hat die Bundesregierung das Weißbuch Stadtgrün herausgegeben, in dem sie „Wege zu einer grünen Stadt“ aufzeigt. Sie signalisiert damit einen grundlegenden Strategiewechsel, denn sie stellt das Stadtgrün als bedeutsamen Faktor einer nachhaltigen Stadt- und Raumplanung heraus. Das Weißbuch soll Kommunen bei der Entwicklung und Stärkung des Stadtgrüns unterstützen.

    Auch das Quartier Zukunft hat sich u.a. mit der Thematik befasst, als es um die Freiraumentwicklung in der Oststadt ging. Dass der Umgang mit Grün in einem von vielfältigen Vorgängen und Vorhaben geprägten gewachsenen Stadtteil kompliziert sein kann, hat sich dabei gezeigt. Hier setzt meine Forschungsarbeit an. Anhand eines Münchner Fallbeispiels beschäftige ich mich mit der Frage, wie sich die nachhaltige und multifunktionale Gestaltung eines Grünbausteins im Kontext komplizierter städtischer Prozesse realisieren lässt.

    Das Fallbeispiel Riemer Park

    Der Riemer Park ist eine öffentliche Grünanlage in München. Gebaut wurde er auf dem ehemaligen Areal des Flughafens München Riem – zusammen mit der Messestadt, einem Stadtteil für 16 000 Einwohner und ebenso viele Arbeitsplätze. Leitbild bei der Planung und Realisierung des Stadtteils war die 1992 in Rio de Janeiro beschlossene Agenda 21. Mit der Anlage des Riemer Parks wurde eines der damit verbundenen Nachhaltigkeitsziele erfüllt: Der Park bietet zu allen Jahreszeiten attraktive und vielfältige Erholungsmöglichkeiten und trägt damit zu ausgewogenen Lebensverhältnissen vor Ort bei. 2006 wurde er der Bevölkerung übergeben und steht seither unentgeltlich für Erholungs- und Freizeitzwecke einschließlich spielerischer und sportlicher Aktivitäten zur Verfügung.

    Bäume vermitteln zwischen Siedlung und Park.
    Ein Badesee lädt zur Erholung im Sommer und im Winter ein. Spazierengehenen, Radfahren und sportliche Aktivitäten auf der weitläufigen Terrasse.

     

    Der Gestalt des Riemer Parks liegen der landschaftsarchitektonische Entwurf eines französischen Planungsbüros und umfangreiche politische und planerische Verfahren zugrunde. Über mehrere Jahrzehnte hinweg war der Entwurf direkt oder indirekt Gegenstand gesellschaftlicher Aushandlungen, und das in einem Umfeld, das von der Vielfalt der daran beteiligten Akteure – Institutionen, Gremien, Baufirmen, Fachleute, Bürger – geprägt war. Und die Entwicklung des Parks ist noch lange nicht abgeschlossen. Denn für Grünanlagen gilt, anders als bei Gebäuden, dass sie in der Regel nicht mit dem Bau fertig sind, sondern sich erst mit der Zeit durch natürliches Wachstum und gezielte Pflege entwickeln und ihre volle Funktionsfähigkeit erlangen. Die Stadt München hat deshalb für den Park Pflegeziele formuliert, die bis ins Jahr 2035 reichen. Mehrere Generationen und verschiedene Akteurgruppen waren und sind mit dem Park befasst.

    Der Entwurf als Gestaltungsinstrument und Kommunikationstool ?

    Als Landschaftsarchitektin interessiert mich insbesondere, welche Funktion dabei dem Entwurf zukam. Ein Entwurf ist zunächst einmal eine abstrakte Angelegenheit. Er besteht aus den räumlichen und gestalterischen Vorstellungen, die der zukünftigen Grünfläche zugedacht sind. Erst durch die Übertragung in eine zeichnerische Darstellung (Plan) werden diese sichtbar und, weiter gedacht, verhandelbar. Mit meiner Arbeit konnte ich belegen, dass der Entwurf – über seine Funktion als Gestaltungsinstrument hinaus – als Instrument zur Kommunikation der vielfältigen und komplexen Inhalte dient.

    Entwurf für den Riemer Park: Plandarstellung (Autor: Latitude Nord 1997)

    Wie funktioniert das? Die Aushandlung eines Entwurfs von dessen Erzeugung bis zur Umsetzung beruht auf kommunikativen Handlungen der beteiligten Akteure, die sich im Laufe der Zeit über den Entwurf für den Park verständigen, und zwar vom übergeordneten Zusammenhang bis ins bauliche Detail. Es liegt auf der Hand, dass dies mit einer einzigen zeichnerischen Darstellung nicht getan ist. Im Fall des Riemer Parks kamen viele unterschiedlich beschaffene Materialien zum Einsatz. Der Entwurf wurde visualisiert, die Entwurfsinhalte fanden jedoch auch Niederschlag in Erläuterungstexten, Berichten und Protokollen, Stücklisten, Vertrags- und Regelwerken oder Beschlusstexten. Verbale Ausdrucksmittel sind enorm wichtig, wenn viele öffentliche Belange betroffen sind. Nicht zuletzt wurde der Entwurf in die Form der realen Grünanlage übertragen, mehr als 30 000 Bäume und Sträucher wie auch die Wiesen, Wege, Spiel- und Sportplätze, etc. machen den Park heute erlebbar. Der Entwurf wurde sozusagen in verschiedene Sprachen übersetzt (Wort-, Bild-, Artefaktsprache).

    Die Idee als Skizze (Latitude Nord 1995)… …und als Ausstellungsmodell (Stadt München 2001)

     

    Wie lässt sich Grün in Stadtraum und Gesellschaft verankern?

    Mehrere hundert zeichnerische und textliche Materialien habe ich gesichtet wie auch den Park selbst, um herauszufinden, wie diese verschiedenen Ausdrucksmittel zusammenhängen und was dazu beigetragen hat, dass es den Riemer Park heute gibt, dass er funktioniert und sich zudem der ursprüngliche Entwurf darin zeigt. Demnach findet die gesellschaftliche Aushandlung unserer städtischen Lebenswelt nicht allein zwischen den verschiedenen Akteuren statt, sondern auch Bilder, Pläne, Modelle oder Schriftstücke sind daran beteiligt. Die Materialien vermitteln das Wissen über Entwurf und Park und ihnen sind die vielfältigen Verbindungen eingeschrieben, die zwischen den beteiligten Akteuren und der Grünanlage bestehen. Ohne seine zeichnerischen und schriftlichen Begleiter würde der Park jetzt und auch in Zukunft nicht existieren.

    Dass der Riemer Park für mehrere Generationen bereitgestellt werden soll, bedeutet, dass auch die Vermittlung des Wissens darüber eine langfristige Angelegenheit ist. Nicht nur der Park bedarf einer regelmäßigen und dauerhaften Pflege und Entwicklung, sondern auch der Materialienkorpus, indem das Wissen darüber gespeichert ist.

    Bilder, Pläne, Texte: Aktenlage
    Riemer Park

     

    Was können wir daraus lernen? – Wissen für die Zukunft

    Aus den Bildern, Plänen und Texten konnte ich außerdem einige generelle Vorgehensweisen herausfiltern, die sich auch auf andere Vorhaben des öffentlichen Grüns übertragen lassen.

    • Aushandlung auf Augenhöhe

    Grundlegend für die Stärkung des Grüns in der Stadt ist der politische Wille, das Grün tatsächlich auf Augenhöhe mit Verkehrsflächen und Bauwerken zu behandeln. In München Riem war dies der Fall, dem öffentlichen Grün wurde von vorne herein eine eigenständige starke Position zugewiesen. Bezogen auf den Flächenanteil: Dem Grün wurde ein Drittel des ehemaligen Flughafenareals zugeordnet, neben 1/3 Wohnen und 1/3 Gewerbe. Bezogen auf die Qualität: Der Riemer Park wurde hochwertig gestaltet und ausgestattet und er wird gut gepflegt. Damit wurde die Möglichkeit, im Münchner Osten „gut zu leben“, erhöht und auf Augenhöhe mit anderen Stadtteilen gebracht.

    • Einbettung in übergeordnete Strategien

    Zur Stabilisierung einer Grünentwicklung vor Ort trägt die Einbettung in übergeordnete Strategien auf mehreren Ebenen bei. Auf planerischer Ebene zum einen: Die Stadt München positionierte den Park als wichtige Freiraumsetzung, die nicht allein vor der Haustür seiner Anlieger, sondern im Kontext der großen städtebaulich-landschaftlichen Entwicklungen im Nordosten der wachsenden Großstadt Wirkung entfaltet. Auf betrieblicher Ebene zum anderen: Die Pflege und Entwicklung des Riemer Parks ist in den gesamtstädtischen Grünflächenunterhalt eingebettet, das heißt, sie erfolgt im Rahmen stadtweit geltender Standards.

    • Koproduktion

    Um ein dauerhaftes Zusammenwirken von Stadtgrün und Stadtbewohnern zu erreichen, werden unterschiedliche Kompetenzen benötigt. Das Spektrum der zu beteiligenden Akteure muss entsprechend „konfiguriert“ sein. Im Fall des Riemer Parks stellen Politik und Verwaltung die Grünanlage bereit. Wissenschaftler, Ingenieure und Entwerfer liefern Wissen zu. Baumschulen und Baufirmen stellen Baumaterialien her und errichten damit den Park. Anwohner und Parkbesucher von weiter her nutzen ihn zur Erholung. Das heißt, der Münchner Grünbaustein ist ein Koprodukt unterschiedlicher Akteurgruppen.

    Mehr dazu hier.

    Wie also kommt das Grün zur Stadt? Und wie sieht es dazu in Karlsruhe aus?

    Konstellationen zur Schaffung und Qualifizierung urbanen Grüns können ganz unterschiedlich aussehen, je nachdem, ob es sich um privates oder öffentliches, um „Alltags“- oder repräsentatives Grün handelt. Eine zunehmend wichtige Rolle spielen die Ideen und Initiativen der Bürgerinnen und Bürger, die diese ebenfalls in den öffentlichen Raum einbringen.

    Als Karlsruher Beispiele seien der ‚Garten der Religionen‘ genannt, einem Grünbaustein im Südosten der Stadt, der in einem langen Aushandlungsprozess von Vertreterinnen und Vertretern der großen Weltreligionen und der Stadt Karlsruhe zusammen mit einem Karlsruher Landschaftsarchitekten entstanden ist, der den gesellschaftlichen und räumlichen Belangen eine Form gegeben hat. Und das „NachhaltigkeitsExperiment“ Beete und Bienen, das im Rahmen des Quartier Zukunft entstanden ist: Im Bereich einer öffentlichen Grünfläche haben sich Bürgerinnen und Bürger Hochbeete gebaut, die sie zu Selbstversorgungszwecken gemeinsam bewirtschaften und die zugleich Lebensraum für Bienen sein sollen. Zuletzt sei die 2016 vom Gartenbauamt ausgerufene Initiative „Meine grüne Stadt Karlsruhe“ erwähnt, die mit einer Bürgerwerkstatt für mehr Grün in der Stadt verbunden wurde. Eines der daraus hervorgegangenen sogenannten Anpacker-Projekte mit dem Titel „Neue, kleinere und größere Wälder/ Oasen für die Stadt“ beschäftigt sich genau damit: Die Projektgruppe sucht die Stadt nach Flächen ab, die sich für eine Begrünung eignen, macht entsprechende Vorschläge und kümmert sich in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung um die Finanzierung und Umsetzung.

    Das Spektrum der Möglichkeiten, das Stadtgrün zu entwickeln und stärken, ist breit. Voraussetzung und zugleich Herausforderung sind gut und sinnvoll eingefädelte auf längere Dauer angelegte Kommunikationsprozesse, die nicht zuletzt auch die natürlichen Entwicklungspotentiale und -zeiten des Grüns selbst berücksichtigen.

     

    Interessantes zum Weiterlesen:

    Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (2017): Weißbuch Stadtgrün

    Bundesamt für Naturschutz (2017): Doppelte Innenentwicklung – Perspektiven für das urbane Grün

    Bundesamt für Naturschutz (2017): Urbane Grüne Infrastruktur für attraktive und zukunftsfähige Städte


     

    Dagmar Lezuo (dagmar@lezuo.de) arbeitet als Landschaftsarchitektin in Karlsruhe und forscht über Entwurfsprozesse an der Schnittstelle von Verwaltung, Praxis und Wissenschaft.

    Ihre Doktorarbeit ist 2017 erschienen unter dem Titel „Wie kommt der Entwurf zur Landschaft? Übersetzungsstrategien zur Qualifizierung großer öffentlicher Landschaften, Beispiel Riemer Park“

     

    Soweit nicht anders angegeben stammen alle Fotos von der Autorin.

  16. Walkability – Das bewegungsfreundliche Quartier

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    Beitrag von Hagen Wäsche und Lena Panter

    Durch Sport und Bewegung fühlen wir uns besser, außerdem bleiben wir gesünder und obendrein trägt Sport zu einem belebten und lebenswerten Quartier bei. Doch häufig ist es um die Fußgängerfreundlichkeit – die Walkability – im Viertel nicht gut bestellt. Die Walkability-Checkliste ist ein einfaches Instrument, das dabei helfen kann die Fußgängerfreundlichkeit zu verbessern.

    Bewegung ist ein wichtiger Faktor für einen gesunden Lebensstil. Allerdings benötigen wir dafür ein Wohnumfeld, in dem wir uns gerne bewegen. Nicht nur typische Sport- und Spielstätten, sondern v. a. Wege und Straßen, sogenannte lineare Bewegungsräume, spielen dabei eine wichtige Rolle sowohl um gezielt Sport zu treiben, als auch um unsere Alltagswege zurückzulegen. Dabei ist die Gestaltung und Sicherheit von Straßen und Wegen entscheidend, ob wir gerne eine Strecke zu Fuß oder mit dem Rad zurücklegen oder eben auch nicht.

    Bewegungsfreundliche Plätze sind Orte des Miteinanders     (Foto: Michael Bemmerl)  e Breite Wege und eine angenehme Atmosphäre fördern Bewegung (Foto: Lena Panter)

     

    Zu Fuß in meinem Quartier?

    Der dominierende Autoverkehr und wenig attraktiv gestaltete Wege in innerstädtischen Quartieren führt jedoch häufig dazu, dass die Bewegungsmöglichkeiten für Fußgänger und Fahrradfahrer nur wenig Beachtung finden. Die Folge davon sind Bewegungsmangel der Bewohner und eine zunehmende Verinselung der Lebenswelten, wenn z. B. Kinder den Weg zur Schule, zum Sportverein oder zu Freunden nicht mehr selbständig unternehmen können, sondern mit dem Auto gebracht und abgeholt werden.

    Deshalb gilt es, eine bewegungsfreundliche und -fördernde Umwelt für Jung und Alt zu schaffen, in der wir uns alle gerne mit eigener Kraft fortbewegen. Im Übrigen unterstützt ein bewegungsfreundliches Quartier nicht nur die Gesundheit des Einzelnen, sondern trägt maßgeblich zu einer Belebung des Quartiers bei, denn bewegungsfreundliche Wege und Plätze sind auch Orte des Austauschs und des Miteinanders.

     

    Zugeparkte und schmale Gehwege und Barrieren verhindern Fußgängerfreundlichkeit        (Foto: Lena Panter)

    Walkability-Check in der Oststadt

    Im englischsprachigen Raum wird in diesem Zusammenhang der Begriff „Walkability“ genutzt. Er lässt sich am einfachsten mit „Fußgängerfreundlichkeit“ übersetzen. In einem weiteren Sinne beschreibt Walkability die bewegungsfreundliche und -fördernde Gestaltung des Wohnumfelds bzw. des Quartiers. Dabei umfasst er sowohl die aktive Mobilität im Alltag als auch Bewegungsaktivitäten in der Freizeit.Damit dieses Instrument für die Bewohner der Oststadt genutzt werden kann, hat das Institut für Sport und Sportwissenschaft am KIT, basierend auf bereits bestehenden Checklisten aus den USA und Australien, eine Checkliste für Fußgängerfreundlichkeit für unser Quartier entwickelt.

    Die Liste können Bewohner aller Altersklassen nutzen und sie ist natürlich auch in anderen Städten und Gemeinden einsetzbar. Sie ist ein partizipatives und leicht verständliches Instrument, mit dem alle die Möglichkeit haben, ihren alltäglichen Fußweg in den vier Kategorien Fußgängerfreundlichkeit, Komfort, Sicherheit und Zweckmäßigkeit / Vernetzung zu bewerten. Dadurch kann die Qualität der Fußwege eingeschätzt und gleichzeitig mögliche Problemstellen aufgedeckt werden. Am Ende werden dem Nutzer/der Nutzerin Möglichkeiten aufgezeigt, sich aktiv für eine Verbesserung einzusetzen. Die Checkliste unterstützt somit die Bürgerinteressen und kann einerseits verwendet werden um für Fußgängerfreundlichkeit als wichtiges Thema zu sensibilisieren und um andererseits zur Verbesserung der Lebensqualität in einem Quartier beizutragen.

    Du bist neugierig geworden und willst deine Alltagswege checken?

    Hier geht es zum Download der Checkliste für Walkability

    Zudem liegt die Checkliste im Zukunftsraum aus und kann dort kostenlos mitgenommen werden!

  17. Quartier Zukunft bei der Tagung „Wer entscheidet in der Stadt?“

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    Wer entscheidet eigentlich in der Stadt? Ein Thema, dass auch dem Quartier Zukunft unter den Nägeln brennt. Kein Wunder, dass wir bei der Tagung im ZKM mit dabei waren. Unsere Praktikantin Sophia Schambelon berichtet.

    So breit ausgelegt die Fragestellung, so bunt der Blumenstrauß an Vorträgen und Themen, die bei „Wer entscheidet in der Stadt“ vorgestellt und diskutiert wurden. Schon mal was von der Kunst gehört, sich unliebsame Räume anzueignen? Und wie beeinflussen Überwachungskameras eigentlich den öffentlichen Raum? Die Tagung war ein Kurztrip durch die weite Welt der Demokratie und Partizipation mit allerlei Blitzlichtern aus den Blickwinkeln verschiedener Akteure. Einige dieser Blitzlichter haben wir Euch mitgebracht.

    Technisierung von oben und digitale Mitsprache von unten

    Mit geringem zeitlichen und finanziellen Aufwand direkt und individuell mit den BürgerInnen kommunizieren, das ist der Traum einer jeden Stadtverwaltung. In Tel-Aviv ist das möglich. Stolz präsentiert „Chief Knowledge Officer“ Zohar Sharon „DigiTel“, ein System, bei dem sich die Tel-Aviver registrieren können. Sie werden dann per App über die aktuellen Vorkommnisse und über interessante Events in der Umgebung informiert. Anstehende Behördengänge, Gratis-Yoga, die Baustelle um die Ecke – die Nachrichten sind ganz persönlich zugeschnitten. Wie wäre es denn mit einer „DigiKarl“ in Karlsruhe, fragt Sharon zum Abschluss. Eine längst überfällige Möglichkeit zur Teilhabe an der Stadt, der gutmütige Big Brother oder doch eher die subtile Datenkrake?

    Von der Kunst des Mitmachens

    Statistik mal anders: 100 BewohnerInnen derselben Stadt stehen auf der Bühne und repräsentieren jeweils ein Prozent der Stadtbevölkerung. Sie beantworten brisante Fragen, indem sie sich auf die „Ja“- oder die „Nein“-, die „Gerecht“- oder die „Ungerecht“-Seite der Bühne stellen und erschaffen so ein Meinungsabbild ihrer Stadt.

    Für interaktive und provokative Theaterprojekte ist das Künstlerkollektiv „Rimini Protokoll“ bekannt. Die vorgestellten Theaterprojekte „100% Stadt“ und „Call Cutta“ ermöglichen den ZuschauerInnen und Mitwirkenden einen neuen Blick auf ihre altbekannt Stadt. Übrigens: 2011 war „100% Stadt“ in Karlsruhe. Wer wissen will, wie das Ganze aussah kann auf der Homepage von Rimini Protokoll stöbern.

    Schöne neue Demokratie?

    Was bedeutet Demokratie in der Stadt? Hier geht es um die  Ausgestaltung des Zusammenlebens, was gar nicht so einfach ist, wenn eine Vielzahl verschiedener Meinungen im Spiel ist. Genau deshalb spielt Partizipation eine immer größere Rolle in der Stadtplanung, ist Claudia Landwehr von der Uni Mainz überzeugt. Die Formen der Bürgerbeteiligung können dabei vielfältig sein: etwa ein Referendum oder die Beratung des Stadtrates durch das Einbringen von Ideen im Bürgerhaushalt. Aber wenn sich StadtbewohnerInnen direkt einbringen, was passiert dann mit unserer repräsentativen Demokratie? Wie stellen wir uns eine gerechte Bürgerbeteiligung vor?

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    Und was hat das mit dem Quartier Zukunft zu tun?

    Was hat das alles mit dem Quartier Zukunft zu tun? Ganz klar: Auch wir setzen uns mit Tatendrang und Energie für mehr Partizipation ein. Gemeinsam mit den BürgerInnen der Oststadt und anderen Interessierten arbeiten wir für eine nachhaltige Zukunft, probieren alternative Wege aus und beforschen diese. Bei „Wer entscheidet in der Stadt“ waren wir deshalb mit einem Plakat und Flyern vor Ort, um die Idee, Partizipation auch in der Wissenschaft zu verwirklichen, weiterzutragen.

    Fazit

    Für uns hat die Tagung eindrücklich gezeigt, wie weitreichend und wichtig Bürgerbeteiligung für die Stadtentwicklung ist. Durch die internationalen Gäste aus Israel und Indien wurde zudem klar, dass das Thema nicht nur in Deutschland, sondern auch in Städten der ganzen Welt immer relevanter wird. Als einziges transdisziplinäres Forschungsprojekt setzte das Quartiert Zukunft einen Akzent mit der Idee, die Partizipation auch in der Wissenschaft voranzubringen.

    Für alle, die noch nicht genug haben: Einen Mitschnitt aller Vorträge findet ihr bald auf der Homepage des Karlsruher Forums für Kultur, Recht und Technik

  18. Ausschreibung! Öko‐Dorf‐Innovationen für den urbanen Raum

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    Das Team von Quartier Zukunft sucht WissenschaftlerInnen mit Interesse an Öko-Dorf-Innovationen für den urbanen Raum, die sich um ein Stipendium / eine Promotion am Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse in Karlsruhe bewerben möchten!

     

    oekodorf

    Die Gemeinschaft Schloss Tempelhof bei Dinkelsbühl. Was können Städte von Öko-Dörfern wie diesem lernen?

    Themenfeld:

    Ökodörfer sind Pioniere nachhaltiger Entwicklung und ein Hort nicht‐technischer und technischer
    Innovationen. Sie bestechen durch einen im Vergleich zu Städten enorm geringen Energie‐ und Ressourcenverbrauch.

    Da Städte und ihre Bewohner aber für 70‐80 % des globalen Ressourcenverbrauchs
    verantwortlich sind, stehen diese im Fokus, wenn es um die Frage geht, wirksame Strategien
    zur Energie‐ und Ressourcenschonung zu entwickeln und umzusetzen.
    Ziel der Promotionsarbeit ist es, die Übertragbarkeit nicht‐technischer wie technischer Innovationen
    aus Ökodörfern auf städtische Kontexte zu untersuchen. Inwieweit und wie lassen sich die Errungenschaften
    von intentionalen Gemeinschaften auf eine heterogene Stadtgesellschaft und verschiedenartige
    urbane Kontexte übertragen, sich in einem städtischen Quartier implementieren? Welche Rolle
    spielen die nicht‐technischen (sozialen, kulturellen, ökonomischen und mikro‐politischen) Gegebenheiten
    einer intentionalen Gemeinschaft auf deren technische Innovativität und Energie‐ wie
    Ressourceneffizienz?

    Ausgehend von den Betrachtungen zur Übertragbarkeit sollen Handlungsempfehlungen für Entscheidungsträger
    abgeleitet oder, wenn möglich, in Form eines transdisziplinären Experiments Schritte
    zur Übertragung in Karlsruhe gegangen werden.

    Rahmen:

    Die Promotion ist eingebunden in die Arbeiten und Projektgruppe des Quartier Zukunft – Labor Stadt
    und erfolgt am Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) des KIT – im Rahmen
    des Kooperativen Promotionskollegs Energiesysteme und Ressourceneffizienz (Enres).
    Die Promotion erfolgt im geistes‐, sozial‐ oder kulturwissenschaftlichen Bereich und vorzugsweise an
    Fakultäten des KIT. Es gelten die Bestimmungen der jeweiligen Promotionsordnungen sowie die Satzung
    des KIT zur Landesgraduiertenförderung. Das Promotionsstipendium wird nach Landesgraduiertenförderungsgesetz
    auf drei Jahre gewährt (1.468.‐ €/Mon.). Ggf. ist ein Zuverdienst als wissenschaftliche
    Hilfskraft möglich. Angestrebter Beginn der Promotion: baldmöglichst, spätestens Februar
    2017.
    Bewerberinnen und Bewerber müssen neben einem guten bis sehr guten Masterabschluss (oder
    vergleichbaren Abschluss) der entsprechenden Fachrichtung, geeignete Vorkenntnissen und hohe
    Motivation vorweisen. Das kooperative Promotionskolleg steht insbesondere (aber nicht nur) Absolventinnen
    und Absolventen von Hochschulen für Angewandte Wissenschaften offen. Ihre Bewerbung
    sollte mindestens ein aussagekräftiges Bewerbungsschreiben mit einer Beschreibung Ihrer Vorkenntnisse,
    Interessen und Motivation, einen Lebenslauf, sowie Kopien von Zeugnissen und Abschlüssen
    etc. enthalten. Den akademischen Abschlüssen sind Notenspiegel beizulegen. Wenn Sie zu den o.g.
    Arbeitsgebieten bereits eigene Ideen haben, so können Sie diese schriftlich auf bis zu vier Seiten skizzieren.
    Bewerbungsunterlagen können bis zum 15.12.2016 per Email oder postalisch eingereicht werden an:

    Oliver.Parodi@KIT.edu

    Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)
    Oliver Parodi
    Karlstr. 11
    76133 Karlsruhe

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  19. Buchveröffentlichung: Designing Sustainable Urban Futures

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    Städte haben großes Potenzial, nachhaltige Lebensräume zu sein. Herausforderungen, Konzepte und Ansätze auf dem Weg dorthin beschreibt das von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im Umfeld des Quartier Zukunft und des Florida Institute of Technology herausgegebene Buch Designing Sustainable Urban Futures.

    Wir kennen Städte als enorme Energiekonsumenten, Treibhausgas- und Abfallproduzenten, als anonyme und von Segregation gezeichnete Orte des Nebeneinanders, durch die sich massenhaft Autos und Menschen bewegen.

    Das Buch „Designing Sustainable Urban Futures – Concepts and Practices from Different Countries“ will urbane Räume aus einer gänzlich anderen Perspektive zeigen. Es vertritt die These, dass viele Städte des 21. Jahrhunderts trotz sozialer und ökologischer Probleme über großes Potenzial verfügen, ihren Bewohnerinnen und Bewohnern einen gemeinschaftlich genutzten und ressourcenschonenden Lebensraum zu bieten.

    Die Autorinnen und Autoren des Sammelbands setzen sich dafür aus der Sicht ganz unterschiedlicher Disziplinen mit Konzepten und alternativen Ansätzen für auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Städten auseinander. Sie demonstrieren mit Beiträgen aus Europa, Asien und den USA die Vielfalt von Kontexten und Herausforderungen für die Gestaltung nachhaltiger Lebensräume. Dabei zeigt sich, dass Städte dann besonders lebenswert sind, wenn sie multifunktionale Strukturen, eine gut integrierte Verkehrsinfrastruktur und demokratische Stadtentwicklungsprozesse vereinen.

    Nachhaltige Stadtzukünfte, so ein zentrales Ergebnis der Publikation, erfordern einen starken Fokus auf menschliche Bedürfnisse, Umweltfreundlichkeit und Gesundheit sowie die gemeinsame Gestaltung kreativer Freiräume für nachhaltige Praktiken. Wie ein derartiger Freiraum aussehen kann, zeigt ein Beitrag über das Karlsruher Reallabor „Quartier Zukunft – Labor Stadt“. Weitere Beiträge analysieren unter anderem das Potential von CoHousing für eine gemeinschaftsorientierte und ökologische Quartiersentwicklung sowie die Transformation von Bestandsstrukturen hin zu kompakten und gemeinschaftsorientierten Wohnformen für ältere Menschen.

    Das jetzt veröffentlichte Buch basiert auf Beiträgen zum internationalen Symposium „Sustainable Urban Development at Different Scales“, das im Jahr 2014 vom Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse am KIT in Kooperation mit dem Florida Institute of Technology und der Budapest University of Technology and Economics durchgeführt wurde.

    Albiez, Marius; Banse, Gerhard; Lindeman, Kenyon C.; Quint, Alexandra (Hrsg.)
    Designing Sustainable Urban Futures. Concepts and Practices from Different Countries. Karlsruhe: KIT Publishing 2016

    Verlagsinformationen und PDF-Download

     

     

     

     

  20. Das NachhaltigkeitsExperiment BEETE & BIENEN macht die Oststadt essbar – und bringt sie zum Summen!

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    Mit tollen Ideen, wie Gemeinschaft und Entschleunigung in der Karlsruher Oststadt vorangebracht werden können, überzeugten die Teams von BEETE & BIENEN, KREATIV-SALON, OSTSTADT TREFF und SECOND FUTURE die Jury von „Dein NachhaltigkeitsExperiment“: Ab sofort werden die vier Gewinnergruppen ihre Konzepte mitten drin im realen Leben der Oststadt erproben. Vorab gibt‘s für Euch aber jetzt schon mal mehr Infos zu den einzelnen Projekten. Diesmal stellen wir vor: Das „summende“ NachhaltigkeitsExperiment „Beete & Bienen“! 

    Beete& Bienen 6

    Beete & Bienen präsentieren ihr NachhaltigkeitsExperiment auf dem Straßenfest in der Oststadt.

    Sowieso klar: Ohne Bienen gibt’s keinen Honig. Dass wir aber in existenzielle Not gerieten, gäbe es die fleißigen Tierchen nicht, ist vielen gar nicht bewusst. Denn Tatsache ist: Gut 80 Prozent unserer Nutz- und Wildpflanzen werden von Bienen bestäubt. Alles hängt zusammen: Pflanzen, Bienen, Menschen.

    Das NachhaltigeitsExperiment BEETE & BIENEN stellt sich in Zeiten des weltweiten Bienensterbens auf die Seite der gestreiften HonigspezialistInnen und will im öffentlichen Raum der Karlsruher Oststadt Naschbeete anlegen, die Menschen und Bienen gleichermaßen Nahrung anbieten. Außerdem sollen in einem weiteren Schritt Bienenbehausungen, auch Beuten genannt, aufgestellt und Honigbienen im Stadtraum angesiedelt werden. Die HobbyimkerInnen und StadtgärtnerInnen von BEETE & BIENEN wollen auf diese Weise zeigen, dass Menschen, Pflanzen und Bienen miteinander zu tun haben, zusammengehören und diese Symbiose für die BewohnerInnen erlebbar machen. Beeren, Kräuter, Obst und Gemüse sollen mitten in der Oststadt wachsen und gedeihen, zum Probieren einladen, den Oststadt-Bienen einen Lebensraum bieten und sie mit Nektar und Pollen versorgen.

    Verantwortung übernehmen

    Starten wird das Beete & Bienen-Team zunächst mit zwei bis drei Standorten für Naschbeete und Bienenbeuten. Dabei soll sich in den Beeten alles finden, was das Herz begehrt: „Da lässt sich schon eine ganze Reihe von naschbaren Früchtchen erdenken, so beispielsweise Johannisbeeren, Stachelbeeren, Erdbeeren, Jochelbeeren, Himbeeren aber auch kleine Obstgehölze wie Pfirsiche, Aprikosen, kleine Äpfel und Birnensorten, Pflaumen. Einfach alles, was in unserem Klima sowieso gedeiht, aber leider bislang viel zu wenig Berücksichtigung bei der Gestaltung von Grünflächen in Karlsruhe fand“, erzählt Urban Gardening-Spezialistin Nadine Neblung aus dem Projektteam. Hinweistafeln auf den bespielten Flächen sollen den PassantInnen Infos über die Naschbeete, deren Pflege, Bienen an sich und Stadtimkerei im Besonderen geben. Dabei ist es auch eines der Ziele des Experiments, genau jene verlässlichen, gemeinschaftliche Strukturen zu schaffen, die es braucht, um sich gut um die Pflanzen und Tiere zu kümmern.

    Sich gegenseitig klug machen

    Bei Beete & Bienen geht es auch um Wissensvermittlung und darum, sich gegenseitig klug zu machen: Jeder kann Wissen einbringen oder sich im Zusammenhang mit dem Experiment Wissen aneignen und dieses dann weitergeben. Auf diese Weise soll konkretes Know-How zu Stadtimkerei und Gartenarbeit zusammengetragen und vervielfältigt werden. Zum Imkern, beim Bienenbeuten- und Beetebauen kommen die Menschen aus der Oststadt mit den GärtnerInnen und ImkerInnen von Beete & Bienen zusammen, tauschen sich aus, besuchen Workshops und  lernen einander kennen.

    Beobachten, entschleunigen, in Kontakt kommen

    Wenn sich die OststädterInnen dann demnächst gemeinsam um Beete kümmern und entspannt das Treiben der Bienen am Flugloch beobachten, sind sie dann auf einmal ganz nah dran an den natürlichen Zusammenhängen. „Die Bienen als Volk agieren nicht wie einzelne Insekten, sondern wie ein Superorganismus. Das läßt sich ständig neu beobachten. Die Bienen agieren als einzelne ‚Gehirn‘-Zellen eines großen Ganzen“, erklärt Rainer Romer aus dem Beete & Bienen-Team. Um den direkten Ertrag von Obst, Kräutern, Honig geht es Beete & Bienen übrigens nicht vorrangig. Sicher: Die Naschbeete sollen alle dazu einladen, ein paar Beeren zu stibitzen oder ein Zweiglein Rosmarin mitzunehmen. Beim Naschen miteinander ins Gespräch zu kommen, ist dem Projektteam jedoch viel wichtiger; Kinder und Menschen allen Alters sollen erleben können, wie Früchte wachsen und an ihrem Gedeihen mitwirken dürfen. „Wir möchten dazu beitragen, den öffentlichen Raum für Menschen und Insekten zu einem angenehmen Lebensraum zu machen, an dem man sich treffen, austauschen und entspannen kann“, sagt Beete & Bienen-Imkerin Katrin Sonnleitner. „Uns geht es auch um das Bewusstsein, dass die Stadt allen Bewohnern gehört und sie zusammen noch lebenswerter gestaltet werden kann.“

     

    Das NachhaltigkeitsExperiment BEETE & BIENEN interessiert Dich? Hier kommen Deine Infos:

    • Die AG Beete trifft sich JEDEN ERSTEN MITTWOCH, 18.00 Uhr, im Zukunftsraum in der Rintheimer Straße 46.
    • Die Gesamtgruppe Beete & Bienen trifft sich JEDEN DRITTEN MITTWOCH im Monat um 18.00 Uhr ebenda. Ihr seid herzlich willkommen!

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  21. Verabredet mit Deinem Viertel: Wir stellen Euch das NachhaltigkeitsExperiment OSTSTADT-TREFF FÜR JUNG UND ALT vor!

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    Mit tollen Ideen, wie Gemeinschaft und Entschleunigung in der Karlsruher Oststadt vorangebracht werden können, überzeugten die Teams von BEETE & BIENEN, KREATIV-SALON, OSTSTADT TREFF und SECOND FUTURE die Jury von „Dein NachhaltigkeitsExperiment“: Ab August werden die vier Gewinnergruppen ihre Konzepte mitten drin im realen Leben der Oststadt erproben. Vorab gibt‘s für Euch aber jetzt schon mal mehr Infos zu den einzelnen Projekten. Diesmal stellen wir Euch das NachhaltigkeitsExperiment „Oststadt-Treff für Jung und Alt“ vor.

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    Die „Oststadt-Nachbarschaft“ veranstaltet jeden Monat Picknicks an wechselnden Orten in der Oststadt.

    Mein Viertel: Ich kenne die Straßen, Häuser, Plätze wie meine Westentasche und weiß mit absoluter Sicherheit, wo es das beste Schoko-Eis zu kaufen gibt. Aber wer wohnt eigentlich neben, über, unter mir? Und wer gegenüber? Der „Oststadt-Treff für Jung und Alt“ will sich hier kümmern, Begegnung möglich machen und seinen Beitrag dazu leisten, aus dem Stadtteil ein Zuhause für alle zu machen. Mit Riko Burgard, einem der Initiatoren, haben wir über das Experiment gesprochen.

    Die Nachbarn kennenlernen? Viele wissen einfach nicht, wie sie’s anstellen sollen

    „Uns ist aufgefallen, dass in der Stadt viele Leute ihre Nachbarn nicht kennen, aber gerne kennen würden. Sie wissen nur einfach nicht, wie sie’s anstellen sollen“, erzählt er. 2014 hatte sich deshalb eine buntgemischte Truppe von Leuten bei der Bürgerversammlung zusammengefunden und die Arbeitsgemeinschaft „Oststadt-Nachbarschaft“ ins Leben gerufen, die seither jeden Monat Picknicks an wechselnden Orten in der Oststadt veranstaltet. „Bei den
    Picknicks habe ich festgestellt, dass viele sie inzwischen kennen, dass es viele Leute toll finden und immer wieder neue dazu kommen.“ Grund genug für die Oststadt-Nachbarschaft, ein weiteres Experiment zu wagen: Den „Oststadt-Treff für Jung und Alt“ ins Leben rufen und als einen Ort etablieren, der über die Quartiers-Picknicks hinaus eine regelmäßige Gelegenheit bietet, Menschen aus dem eigenen Viertel kennenzulernen.

    Begegnung als Herzstück des Experiments

    Begegnung möglich machen – auch solche zwischen Menschen, die Unterstützung benötigen und solchen, die Unterstützung gewähren können – ist das Herzstück dieses NachhaltigkeitsExperiments. Zugezogene finden schneller Anschluss, Alleinerziehende oder Eltern mit Kindern können auf ältere Menschen treffen, die Zeit haben, geflüchtete Menschen lernen OststädterInnen kennen, die sich auskennen und bei der Integration behilflich sein können. Das Programm des Treffs soll unter anderem Spiel- und Handarbeitsangebote, Hobby-Präsentationen, gemeinsames Lesen, Tauschmärkte für Pflanzen und Kleidung umfassen. Angedacht sind außerdem das Teilen von Obst- und Gemüsekisten, die Diskussion stadtpolitischer Themen und kleine Konzerte in Zusammenarbeit mit der Musikhochschule.

    Ein Gefühl von Zugehörigkeit und Zuhause

    Der Oststadt-Treff als Verabredung des Viertels mit sich selbst bedeutet auch: sich Zeit nehmen, zu sich kommen, entschleunigen, sich als Gemeinschaft finden und ausprobieren. „Da geht es auch um ein Gefühl von Zugehörigkeit“, meint Riko Burgard. „Ich gehöre hierhin. Wenn ich irgendetwas brauche, kann ich jemanden fragen und wenn ich ein Anliegen habe, gibt es irgendjemanden, der sich dafür interessiert.“ Die Initiatoren können sich sogar vorstellen, dass eine gelebte Nachbarschaft im urbanen Raum dem eher städtischen Phänomen des Vandalismus vorbeugen könnte: „Dort, wo man sich Zuhause fühlt, macht man in der Regel nichts kaputt.”

    Die Straße ist jetzt nicht mehr anonym

    Welchen Unterschied eine aktiv gestaltete Nachbarschaft im eigenen Leben machen kann, hat Riko Burgard im Zusammenhang mit den Oststadt-Picknicks schon selbst erfahren: „Für mich ist es so, dass ich jetzt viele neue Leute in der Oststadt kenne. Ich kannte vorher zwar auch schon viele, aber nicht in der direkten Nachbarschaft. Wenn ich über die Straße laufe, treffe ich Menschen, mit denen ich mich kurz unterhalte, und ich habe das Gefühl, für mich hat sich etwas verändert. Es ist persönlicher geworden, die Straße ist nicht mehr anonym, ich kenne da jemanden, ich kenne dort jemanden. Und es fühlt sich ein bisschen mehr nach Zuhause an.“

     

    Aufgepasst: Die Eröffnung des Oststadt-Treffs findet am 12. September um 18 Uhr im Zukunftsraum in der Rintheimer Straße 46 statt. Ab dem 19. September startet dann der reguläre Oststadt Treff für Jung und Alt: Immer montags, 15-18 Uhr im Zukunftsraum!

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  22. Ein Secondhand-Label „made in“ der Karlsruher Oststadt: Das NachhaltigkeitsExperiment SECOND FUTURE will Wandel sichtbar machen

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    Mit tollen Ideen, wie Gemeinschaft und Entschleunigung in der Karlsruher Oststadt vorangebracht werden können, überzeugten die Teams von BEETE & BIENEN, KREATIV-SALON, OSTSTADT TREFF und SECOND FUTURE die Jury von „Dein NachhaltigkeitsExperiment“: Ab August werden die vier Gewinnergruppen ihre Konzepte mitten drin im realen Leben der Oststadt erproben. Vorab gibt‘s für Euch aber jetzt schon mal mehr Infos zu den einzelnen Projekten. Diesmal präsentieren wir stolz: Das NachhaltigkeitsExperiment „Second Future“! 

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    Veronica Falius, Laura Jungmann und Jonas Baumhauer sind das Team von „Second Future“.

    Es gibt eine einfache Möglichkeit, nachhaltiger zu leben und Ressourcen zu schonen: Secondhand kaufen! Egal ob Kleidung, Bücher, Möbel oder Elektrogeräte, für alles gibt es heute ein riesiges Angebot aus zweiter Hand. Allerdings kann ich dem Shirt der Studentin, die mir in der Straßenbahn gegenüber sitzt, nicht ansehen, ob es neu beim schwedischen Textilriesen oder aber gebraucht auf dem Flohmarkt gekauft wurde. Die Idee hinter dem NachhaltigkeitsExperiment Second Future: Die Kaufentscheidung für gebrauchte Produkte visualisieren!

    „Ich habe  mich während meines Produktdesignstudiums an der HfG in Karlsruhe schon länger mit dem Gedanken auseinandergesetzt, wie man mit Gestaltung andere Effekte erzielen kann als vorrangig den Konsum anzukurbeln“, erinnert sich Jonas Baumhauer, der zusammen mit Veronica Falius und Laura Jungmann das Secondhand-Label aus der Oststadt ins Leben rufen will. „Als ich dann während der Proteste gegen Stuttgart 21 auf Zugfahrten immer wieder beobachten konnte, wie wildfremde Menschen ins Gespräch kamen, weil sie Aufnäher, Buttons oder Schlüsselbänder mit dem Logo der Projektbefürworter oder -gegner trugen, kam mir der Gedanke, über ein Symbol für Secondhandwaren die Leute zu Gesprächen und Diskussionen anzuregen.“

    Secondhand zu kaufen ist nicht nur günstig, sondern auch verantwortungsvoll

    Dabei geht es dem Second Future-Team darum, einer verantwortungsvollen und nachhaltigen Lebensweise eine Plattform zu geben, den Kauf von Gebrauchtem zu bewerben und voranzutreiben. Mit Aufnähern, Aufbüglern und Siebdruckvorlagen soll jede und jeder die Möglichkeit bekommen, seine Secondhandschätze selbst mit einem „Label“ zu versehen, wie das die großen Konzerne und Firmen mit ihren Logos tun. Veronica Falius: „Secondhand zu kaufen ist nicht nur günstig, sondern auch verantwortungsvoll, da es Ressourcen schont und man die Produkte so lange benutzt, wie es noch geht. Secondhand-Objekte müssen sich neben ihren „Firsthand-Kollegen“ nicht verstecken!“

    Verschiedene Aktivitäten rund um das Label werden in Zukunft Gemeinschaft im Quartier anzetteln: Geplant sind gemeinsame Siebdruckaktionen auf Flohmärkten und bei Reparaturcafés, Gesprächs- und Diskussionsrunden über die Herstellung unserer Kleidung und der damit verbundenen Ressourcenverschwendung und eine Modenschau. Umgesetzt werden soll das NachhaltigkeitsExperiment in Kooperation mit lokalen Geschäften und kleinen Betrieben vor Ort: „Wir wollen die Oststadt unterstützen“, so Jonas Baumhauer, „die realen Menschen, die sich nur einen Steinwurf von unserer Wohnung entfernt befinden.“

    Secondhand entschleunigt und macht Spaß

    Die MacherInnen von Second Future wollen mit ihrem Projekt auch zur Entschleunigung des Lebens im Stadtteil beitragen. Sie sehen das Gebrauchtkaufen als Alternative zur atemlosen Jagd nach dem neusten Trend und als einen Weg, Einfluss zu nehmen auf die beschleunigten Strukturen von Handel und Wirtschaft.

    Und dann macht Secondhandkaufen natürlich auch einfach Spaß! Auf ihren Schatzsuchen und Beutezügen werden GebrauchtkäuferInnen immer immer wieder mit Dingen belohnt, die auch deshalb ganz besonders sind, weil sie eine Geschichte haben: „Mein Mischpult habe ich mir auch gebraucht gekauft und wieder in Schuss gebracht“, erzählt Jonas Baumhauer. „Neu hätte ich mir das nicht geleistet und die paar Kratzer und Macken stören mich überhaupt nicht. Im Gegenteil, ich finde es schön, dass vor mir schon andere Spaß damit hatten.“

    Ihr findet, die geplanten Aktionen von Second Future klingen spannend? MitmacherInnen können sich ab jetzt bei uns melden oder sich via Facebook, Twitter und Blog auf dem Laufenden halten!


     

  23. Vorhang auf für Euch! Das NachhaltigkeitsExperiment „KREATIV-SALON“ lädt zum Musizieren, Tanzen & Theaterspielen in den Zukunftsraum ein

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    Mit tollen Ideen, wie Gemeinschaft und Entschleunigung in der Karlsruher Oststadt vorangebracht werden können, überzeugten die Teams von BEETE & BIENEN, KREATIV-SALON, OSTSTADT TREFF und SECOND FUTURE die Jury von „Dein NachhaltigkeitsExperiment“: Ab August werden die vier Gewinnergruppen ihre Konzepte mitten drin im realen Leben der Oststadt erproben. Vorab gibt‘s für Euch aber jetzt schon mal mehr Infos zu den einzelnen Projekten. Los geht’s mit dem NachhaltigkeitsExperiment „Kreativ-Salon“! 

    Theaterspielen, Tanzen, Musizieren, Singen, in Gemeinschaft etwas Neues schaffen – darum dreht sich das NachhaltigkeitsExperiment „Kreativ-Salon“ von Daniela Kastner, Kristjan Tamm und Roman Hernitschek. Der Plan: Alle zwei bis vier Wochen werden die drei Kreativ-ExpertInnen eine Einladung aussprechen und den Zukunftsraum in der Rintheimer Straße 46 in eine musische Werkstatt verwandeln.

    Jeder kann mitmachen

    Jeder kann mitmachen – das ist der angehenden Theaterpädagogin und den beiden Musikern dabei besonders wichtig, erzählen sie uns. „Keiner muss Angst haben, Kasperletheater vormachen zu müssen oder bloßgestellt  zu werden“, versichert Daniela Kastner. „Wir werden mit viel Spaß an die Sache herangehen. Was wir wollen, ist eine Bereicherung für die Menschen in der Oststadt sein.“

    Der Kreativ-Salon im Quartier wird sowohl offene Treffen als auch konkrete Workshops anbieten. Eventuell sollen die Schwerpunkte Theater, Tanz und Musik noch erweitert werden: Um eine Schreibwerkstatt oder die Bereiche bildende Kunst und Fotografie. Im Fokus steht bei allen Angeboten auch immer die Entwicklung von Wissen und Fähigkeiten. „Da kann man viele positive Effekte in den eigenen Alltag mitnehmen“, erklärt Daniela Kastner, die hauptberuflich an der Lidellschule in der Oststadt als Lehrerin arbeitet. „Zum Beispiel können Theaterübungen ganz viele Prozesse anstoßen und handfeste Fertigkeiten entstehen lassen.“ Was im Kreativ-Salon passiert, soll außerdem in Form von Sammlungen, Ausstellungen, Videos und Fotocollagen für die TeilnehmerInnen festgehalten werden.

    Nachhaltigkeit funktioniert nicht ohne Kreativität

    Und was hat der Kreativ-Salon in der Oststadt mit Nachhaltigkeit zu tun, mit Gemeinschaft und Entschleunigung? „Kreativität setzt eine Offenheit für Neues voraus“, ist sich Gitarrist, Dirigent und Musikpädagoge Kristjan Tamm sicher. „Und wenn man Nachhaltigkeit schaffen will, braucht man genau diesen offenen Raum.“ Auch auf dem Weg in Richtung Nachhaltigkeit gehe es schließlich darum, innovativ zu sein und neue Wege zu finden. Sänger und Musikpädagoge Roman Hernitschek findet außerdem: „Wenn man sich in einer Gruppe kreativ beschäftigt, dann stärkt das die Gemeinschaft. Und letztlich entschleunigt die Konzentration auf etwas ganz anderes dann auch den Alltag.“

    Und was bedeutet Kreativität für das „gute Leben“ des Einzelnen? „Obwohl am Anfang des kreativen Prozesses Nichtwissen und Unsicherheit stehen, weil man ja noch gar nicht weiß, was am Ende dabei herauskommen wird, setzt beim Arbeiten ab einem bestimmten Punkt eine gewisse Ruhe und Freude ein“, sagt Kristjan Tamm. „Und das sind beides Qualitäten, die für mich eigentlich das gute Leben ausmachen.“

    Habt ihr auch Lust auf mehr kreative Momente in Eurem Leben und Eurem Quartier? MitmacherInnen können sich ab jetzt bei uns melden oder sich via Facebook, Twitter und Blog auf dem Laufenden halten!

  24. „Da fehlt ein Modell für die Stadt!“ Menschen aus der Oststadt über Gemeinschaft und Entschleunigung

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    Die Bewerbungsphase zu „Dein NachhaltigkeitsExperiment“, das Gemeinschaft und Entschleunigung in der Karlsruher Oststadt anstiften soll, läuft! Und während wir gespannt auf Eure Post warten, wollen wir die Gelegenheit nutzen, Euch, die Bürgerinnen und Bürger, zu Wort kommen zu lassen. Was bedeutet Gemeinschaft und Entschleunigung für Euer Leben? Und was hat das Ganze mit Nachhaltigkeit zu tun? Beim letzten Quartier Zukunft-Stammtisch hatten wir Gelegenheit, ein wenig ins Quartier hineinzuhorchen.

    Um die Tischtennisplatte, die im Zukunftsraum an diesem Tag als ‚Stammtisch‘ fungiert, sitzen ein Dutzend Leute. Es gibt Kekse und Tee – und eine Bitte von uns, dem Quartier Zukunft-Team: „Wir fänden es toll, wenn ihr als OststadtbürgerInnen und –bürger ein bisschen darüber erzählt, was das für euch überhaupt ist: Gemeinschaft und Entschleunigung!“

    Mhm. Alle wirken noch etwas befangen, aber schließlich traut sich ein junger Mann und macht den Anfang. „Gemeinschaft – für mich hat das mit Spaß zu tun, mit Gesellschaft und damit, bei Leuten zu sein.“ Eine junge Frau wirft ein: „ Für mich geht’s da auch einfach um ein beruhigendes Gefühl, das mir sagt, dass auch noch andere da sind.“ Relativ schnell ist man sich einig: Obwohl es alle begrüßen, dass man in der Stadt nicht ‚reinpassen‘ muss wie in so manchem Dorf und sich zurückziehen kann, wann immer einem danach ist – Gemeinschaft und Zusammenhalt, das vermissen viele StädterInnen. Aber wie man es anstellt, mehr davon ins eigene Leben zu holen, das weiß man oft nicht. „Die große Frage ist das Wie!“

    In Kontakt kommen mit Fremden – in Baden gar nicht so leicht…

    Und im Badischen scheint dieses „Wie?“ den Einzelnen hin und wieder vor ganz besondere Herausforderungen zu stellen. „Ich komme aus Norddeutschland“, sagt  einer der Herren, „und da ist das leichter! Hier in Karlsruhe will man sich nicht gegenseitig auf die Nerven gehen und es ist schwerer, an die Leute heranzukommen.“ Die Runde ist sich in puncto badisches Sozialverhalten nicht völlig eins. Dann wird das ständige Kommen und Gehen in einem Universitätsviertel wie der Karlsruher Oststadt in den Blick genommen: Kontakte zu halten, so etwas wie eine urbane Gemeinschaft zu entwickeln, werde durch die Unstetigkeit im Bekannten- und Freundeskreis nicht gerade einfacher.

    „Da fehlt ein Modell für die Stadt!“

    Außerdem seien in unseren Städten die Mechanismen des beschleunigten Wirtschaftssystems besonders deutlich zu spüren, meint einer der älteren Herren. Den städtischen Raum versetze dieses „Höher, schneller, weiter!“ in permanente Hektik. Sind wir zu schnell und zu effizient geworden für Gemeinschaft? „Hektik verhindert Gemeinschaft“, sind sich jedenfalls auch die Jüngeren am Tischtennisplatten-Stammtisch einig. „Denn Gemeinschaft hat mit Initiative zu tun – und dafür braucht man Zeit!“ Aber wie kann diesen Erschwernissen zum Trotz urbane Gemeinschaft gelingen? „Da fehlt ein Modell für die Stadt!“, findet der junge Mann vom Anfang. „Zum Beispiel Anlässe, die dazu geeignet sind, sich kennenzulernen und aufeinander zuzugehen.“ Manchmal aber, so überlegen die OststädterInnen, reiche auch schon ein kleiner Schritt und ein wenig Mut, um sich näher zu kommen: Etwa nach dem Einzug von Tür zu Tür zu gehen und sich den neuen NachbarInnen vorzustellen.

    Entschleunigung hat nicht nur mit Yoga, sondern auch mit „sich einlassen“ zu tun

    Wenn Stress und Hektik der Bildung und dem Erhalt von Gemeinschaft entgegenstehen, ist Entschleunigung vielleicht ein Weg, städtischen Zusammenhalt möglich zu machen? Das macht für die BürgerInnen Sinn. „Entschleunigung hat für mich zum Beispiel auch mit Zuhören zu tun.“, erklärt einer der Männer. „Und nur, wenn man sich Zeit nimmt, können Kontakte intensiv werden.“ In der Stadt ginge die Tendenz hingegen eher dahin, 1000 Dinge gleichzeitig tun zu wollen – und dabei nicht selten aus dem Takt zu geraten. „Für mich geht es bei Entschleunigung auch darum, meinen eigenen Rhythmus zu finden“, erklärt eine junge Frau. „Und um Entscheidungen: Was ist mir eigentlich wichtig?“

    Im Laufe des Gesprächs wird in diesem Sinne immer klarer: Entschleunigung hat für die Runde nicht nur mit naheliegenden Schlagworten wie Entspannung und Yoga zu tun, sondern bedeutet auch: sich auf Ausgewähltes ganz einzulassen, statt ein riesige Menge an Dingen ein bisschen zu tun. „Sonst kommt man nämlich nach einem vollen Tag nach Hause und ist trotzdem total unzufrieden!“ Leicht umzusetzen ist Entschleunigung in einem komplett beschleunigten Umfeld hingegen nicht. „Mir hilft es da, zu gärtnern, raus zu kommen, mit Pflanzen umzugehen“, berichtet die junge Frau, die für das Sich-entscheiden plädiert hat. „Da kann man nämlich nix beschleunigen. Die haben ihren eigenen Rhythmus, richten sich nach den Jahreszeiten und dem Takt, den die Natur für sie vorgesehen hat.“ Auch beim Essen könne man sich vornehmen, sich Zeit zu lassen und ganz bewusst wahrzunehmen: Was esse ich da eigentlich? Wie genau schmeckt das?

    Und die Nachhaltigkeit?

    Was aber haben Gemeinschaft und Entschleunigung mit nachhaltiger Entwicklung zu tun? Zuerst denken wir alle an Nachbarschaftshilfen und Sharing-Modelle, die in Gemeinschaften besser funktionieren und einem uferlosen Konsum entgegenwirken können. Denn: Braucht wirklich jede Mietpartei eine eigene Bohrmaschine, einen eigenen Akkuschrauber, die ganz persönliche Heißklebepistole? Aber auch Entschleunigung hat für alle am Tisch sehr direkt mit Nachhaltigkeit zu tun. „Viel arbeiten und viel schnell und teuer einkaufen – das gehört doch zu unserem Lebensmodell!“, ruft einer der Herren aus. „Nachhaltige Entscheidungen, sich nachhaltig verhalten, das braucht dagegen Zeit!“ Die Runde denkt dabei an die Stunden, die es ‚kostet‘, Kleidung selbst herzustellen statt Sweatshopware zu kaufen. Oder auch an den langen Atem, den es manchmal braucht, ein passendes, gebrauchtes Möbelstück aufzustöbern. Und einer sagt: „Klar, da geht es oft schneller und einfacher, in den nächstbesten Laden zu gehen und neu zu kaufen.“

    Trotzdem steht am Ende das optimistische Gefühl, Sachen anders machen zu können. Dem eigenen Rythmus folgen, sich bewusst für oder gegen Dinge entscheiden, sich Zeit für andere nehmen, „von dem Gespräch heute abend nehme ich einige Gedanken mit nach Hause“, sagt einer der Männer beim Gehen . Und eine junge Dame aus dem Quartier Zukunft-Team, die gerade ihren Umzug nach Karlsruhe vorbereitet, hat sich etwas ganz Konkretes vorgenommen. „Ich werde einen Zettel ans schwarze Brett im Hausflur hängen, der mich ein bisschen vorstellt.“ Es gibt viele Möglichkeiten, anzufangen…

    Hast Du Ideen, wie man Gemeinschaft und Entschleunigung in der Karlsruher Oststadt anstiften und leben könnte? Und Lust, diese gleich umzusetzen? Hier findest Du alle Infos zu „Dein Nachhaltigkeitsexperiment”! Einsendeschluss für alle Bewerbungen ist der 12. Juni 2016.          

    Alle Infos und den Termin zu unserem nächsten Quartier Zukunft-Stammtisch findest Du hier.

  25. Ökodorf trifft Quartier Zukunft – Zweiter Workshop

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    Im Rahmen des Kooperationsprojekts „Urbane Resilienz und neue Gemeinschaftlichkeit“ des Quartier Zukunft – Labor Stadt und des Global Ecovillage Network (GEN) findet am 26. November der zweite von drei Workshops statt. Beim gemeinsamen Essen am Mitbring-Buffet wird anhand von Beispielen aus Ökodörfern erörtert, wie die Lebensqualität für alle Oststädterinnen und Oststädter gesteigert werden kann: gemeinschaftliches Miteinander & gegenseitige Unterstützung, Selbstversorgung (Ernährungssicherheit auch in Zukunft), gemeinsames Kochen und Essen in der „Quartiersmensa“, lokale Wirtschaft stärken – dies und mehr: Bausteine für mehr Lebensqualität in der Oststadt? Sie sind herzlich eingeladen, am Workshop teilzunehmen.

    Siebenlinden
    Was ist ein Ökodorf?
    In den letzten rund 30 Jahren hat sich in Deutschland eine immer größer werdende Bewegung von intentionalen Gemeinschaften entwickelt. Das 1995 gegründete Global Ecovillage Network verbindet heute bereits über 10.000 Gemeinschaften und Gemeinden in über 100 Ländern und ist mittlerweile der weltweit größte Dachverband von Gemeinschaften mit kontinentalen Netzwerken in Europa, Afrika, Lateinamerika, Nordamerika  und Asien/Ozeanien. Ökodörfer verstehen sich als intentionale oder „gewachsene Dorf-, Stadtteil- oder Lebensgemeinschaften, die bewusst durch partizipative Prozesse gestaltet und durch lokale Besitzstrukturen geprägt sind. Die  vier Dimensionen der Nachhaltigkeit (Ökologie, Ökonomie, das Soziale und das Kulturelle) sind in einem ganzheitlichen Ansatz integriert, der es ermöglicht, den ökologischen Fußabdruck drastisch zu senken. Die verschiedenen Gemeinschaften zeichnen sich durch eine große kulturelle, individuelle und soziale Vielfalt aus. Ihr Reichtum an Verschiedenheit ist eine der größten Schätze dieses Netzwerks.
    GEN Nachhaltigkeitsverständnis
    Bild: GEN Nachhaltigkeitsverständnis
     
    Was ist geplant?
    Im Rahmen des vom Umweltbundesamt geförderten Projektes „Urbane Resilienz und neue Gemeinschaftlichkeit“ haben das Quartier Zukunft – Labor Stadt und GEN Europe beschlossen ihr Wissen und ihren Erfahrungsschatz miteinander zu verbinden und eine dreiteilige Veranstaltungsreihe vom Herbst 2015 bis zum Frühjahr 2016 geplant. In dieser Reihe soll gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern aus Karlsruhe einen Erfahrungs- und Austauschraum geschaffen werden und das Wissen und die Erfahrungen für eine enkeltaugliche Zukunft zusammentragen werden.  Alle Interessierten sind zur Teilnahme an den Workshops herzlich eingeladen.

    Entlang der im GEN-Nachhaltigkeitskonzept entwickelten vier Dimensionen der Nachhaltigkeit wird gemeinsam erforscht, welche bereits existierenden nachhaltigen und innovativen Lösungen aus Ökodörfern geeignet sind, um diese in den eigenen Alltag und das eigene Quartier zu übertragen. Den Startpunkt markierte ein Ganztagsworkshop unter der Überschrift „Leben in der Stadt – nachhaltig, sinnerfüllt, vernetzt: Was die Oststadt vom Ökodorf lernen kann“. Dort wurden die vier Säulen vorgestellt, auf denen das Konzept eines Ökodorfes steht, und zahlreiche Praxisbeispiele vorgestellt. Auf dieser Basis wurden dann erste Ideen entwickelt, wie die Oststadt bzw. der eigene Stadtteil aussehen könnte, wenn diese Chancen auch für das eigene Umfeld ergriffen würden: für mich, für meine Familie und Freunde und für mein ganzes Quartier. Im zweiten Workshop am 26. November wird beim gemeinsamen Essen am Mitbring-Buffet – anschließend an die Ideen aus dem ersten Workshop – anhand von Beispielen aus Ökodörfern erörtert, wie die Lebensqualität für alle Oststädterinnen und Oststädter gesteigert werden kann.

    Wann findet der zweite Workshop statt?
    Donnerstag, 26. November 2015,
    ab 17 Uhr: gemeinsames Essen am Mitbringbuffet,
    18 – 21 Uhr: Workshop
     
    Wo findet der Workshop statt?
    Zukunftsraum, Rintheimer Straße 46
     
    Anmeldung
    Zur Teilnahme am Workshop ist eine möglichst frühzeitige vorherige Anmeldung per E-Mail an Karin Ottmar erforderlich. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Für die Teilnahme ist kein Vorwissen erforderlich, ein aktives Einbringen aber ausdrücklich erwünscht. Über Beiträge zum Mitbringbuffet freuen wir uns sehr.
     
    Wie geht es weiter?
    Der dritte Workshop findet im März 2016 statt, der Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.
     
    Weiterführende Links
    www.gen-europe.org
    www.gen-deutschland.org
     
    Diese Projekt wird gefördert von:
     
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  26. Forschungskolloquium Reallabore: Experimentierraum Stadt

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    „Was ist ein Reallabor und vor welchem wissenschaftlichen Hintergrund steht dieses Konzept? Zu dieser spannenden Fragestellung beginnt am Mittwoch, den 28.10.2015 das mehrteilige “Forschungskolloquium Reallabore: Experimentierraum Stadt”. Veranstaltet von der „Karlsruher Schule der Nachhaltigkeit“  und verankert  im Begleitstudium Nachhaltige Entwicklung am ZAK, richtet sich das “Forschungskolloquium im Wintersemester 2015/2016 sowohl an Studierende sowie an WissenschaftlerInnen und interessierte Gäste.“

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    „Reallabore“ sind ein relativ junges Format für praxisnahe Forschung, die sich der Nachhaltigen Entwicklung verschrieben hat. Besonderheit dieser Art der Forschungsorganisation weitab des ‚Elfenbeinturms‘ der Wissenschaft ist Partizipation, also die systematische und offene Beteiligung von BürgerInnen und anderen Akteuren als Betroffene, Wissensträger und Adressaten, in einem längeren Prozess des Co-Design. Ein Reallabor wird vom KIT in der Karlsruher Oststadt betrieben – wir nehmen dies zum Anlass, mit den Organisator/innen, den beteiligten Wissenschaftler/innen und Stakeholdern von Reallaboren, Studierenden  und Interessierten gemeinsam das „Forschungskolloquium Reallabore:  Experimentierraum Stadt“ über diese Forschungsform durchzuführen.

    Dabei wird es schwerpunktmäßig um einen Austausch zu den offenen Fragen der Reallaborforschung gehen, zu dem auch Gäste anderer Reallabore eingeladen werden. An einem Exkursionstag (vor. 25.11.) werden wir die Reallabore in Stuttgart besuchen, um andere Interpretationen des Konzeptes „Reallabor“ kennenzulernen.

    Als Studierende haben Sie Gelegenheit, Einblick in die Mechanismen der Forschungsförderung, Planung und Durchführung transdisziplinärer Forschung zu erhalten. Studienleistungen können durch Protokollieren (2 CP), Lern-Portfolios (3 CP), Hausarbeiten (4 CP) oder kleine Projekte (4 CP) erbracht werden. Das Kolloquium ist verankert  im Begleitstudium Nachhaltige Entwicklung am ZAK.

    Interessierte WissenschaftlerInnen sind ebenfalls herzlich eingeladen teilzunehmen und erhalten eine entsprechende Teilnahmebestätigung.

    Zeit:    Wintersemester 2015/16, Mittwochs, 11.3o Uhr-13.oo Uhr,
    Ort:    „Zukunftsraum“, Rintheimer Str. 46, Karlsruhe 

    Alle Termine des Forschungskolloquium Reallabore: Experimentierraum Stadt im Überblick finden Sie im Word-Dokument unter folgendem Link:

    Forschungskolloquium Reallabore

  27. Quartier Zukunft zeigt „Karlsruhe trifft die Welt“ im Zukunftsraum – verlängert bis 12.11.

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    Wie können wir in unseren Städten heute und morgen gut leben – in Karlsruhe und in den Städten weltweit? Danach fragt „Karlsruhe trifft die Welt | Eine Mitmacht-Ausstellung zu Nachhaltigem Stadtleben“. Nach der Eröffnung am 15. September im Zukunftsraum für Nachhaltigkeit und Wissenschaft in der Karlsruher Oststadt ist die Ausstellung dort bis einschließlich Donnerstag, den 15. Oktober 12. November 2015 immer dienstags und donnerstags  zu sehen.

    Weitere Impressionen zur Ausstellung finden Sie in der Galerie.

    Ausstellungseröffnung im Zukunftsraum
    Nach zwei sommerlichen Ausstellungstagen im Bürgerpavillon im Karlsruher Schlosspark Anfang Juli 2015 anlässlich des 300. Stadtgeburtstages ist die Ausstellung Karlsruhe trifft die Welt aktuell und über vier Wochen hinweg im Zukunftsraum für Nachhaltigkeit und Wissenschaft zu sehen. Zur Eröffnung am 15. September nahmen erste interessierte Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit wahr, die Ausstellung zum Thema nachhaltige Stadtentwicklung in gemütlicher Atmosphäre bei Wein und Brot zu besuchen. Nach einer kurzen Eröffnungsrede machten sich die Besucher auf einen Rundgang durch die thematischen Ausstellungsräume „Nachhaltige Stadt entwickeln“, „Mobil werden“, „Gemeinschaft gestalten“ und „Ressourcen und Klima schützen“. 
     
    Über die Ausstellung
    Die Ausstellung geht der übergeordneten Frage nach, wie ein gutes Leben in Städten vor dem Hintergrund begrenzter Ressourcen, des Klimawandels, sozialer Ungleichheit, dem Verlust an Biodiversität und wirtschaftlicher Unsicherheit heute und morgen möglich ist – in Karlsruhe und in den Städten weltweit. Sie ist in insgesamt vier Themenbereiche gegliedert: Mobil werden, Gemeinschaft gestalten, Ressourcen und Klima schützen sowie Nachhaltige Stadt entwickeln. Die Exponate in den Themenbereich zeigt gute Beispiele für nachhaltiges Stadtleben aus dem In- und Ausland, darunter eine ganzheitliche soziale Vision für Karlsruhe, ein Bienenhotel zum Thema Stadtimkern,  eine über Crowdfunding finanzierte Holzbrücke aus Rotterdam.
    die Karlsruher Initiative Bikes without Borders oder das Reparaturcafé in Karlsruhe. Die Ausstellung lädt die Besucherinnen und Besucher zum Erkunden, Weiterdenken und Verstetigen ein. So können können nicht nur  Einblicke in aktuelle Entwicklungen und Projektideen zur nachhaltigen Stadtgestaltung gewonnen, sondern auch Anregungen gefunden werden, um selber aktiv zu werden. 
     
    Wie die Ausstellung entstanden ist
    Anlässlich des 300. Karlsruher Stadtgeburtstages hatte das Team des Quartier Zukunft – Labor Stadt im Frühjahr 2015 die bereite Öffentlichkeit dazu aufgerufen, gute Beispiele für nachhaltige Stadtentwicklung in den vier genannten Themenfeldern in Form von Ausstellungsbeiträgen vorzuschlagen und einzureichen. Gefragt wurde insbesondere nach Projektbeispielen aus dem Ausland, aber auch aus Karlsruhe. Eine Auswahl dieser Einreichungen ist ebenso in die Ausstellung eingeflossen wie gute Beispiele nachhaltigen Stadtlebens aus der Arbeit des Quartier Zukunft. Karlsruhe trifft die Welt …
     
    Die Ausstellung besuchen – Verlängerung bis zum 12. November 2015!
    Aufgrund des großen Interesses zeigt das Quartier Zukunft Karlsruhe trifft die Welt statt bis zum 15. Oktober 2015 nun bis zum 12. November 2015. Die Ausstellung kann nach wie vor immer dienstags zwischen 14 – 18 Uhr und donnerstags zwischen 9 – 18 Uhr im Zukunftsraum in der Rintheimer Straße 46, 76131 Karlsruhe besucht werden. Der Besuch der Ausstellung ist kostenlos.
     
    Weiterführende Links
    Rückblick auf den Ausstellungsauftakt im Bürgerpavillon
  28. Vortragsabend: “Neue Wohnformen und nachbarschaftliche Netzwerke im Quartier”

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    Der gesellschaftliche und demographische Wandel wird zunehmend von dem Wunsch nach gemeinschaftlichem Wohnen und Leben in funktionierenden Quartiersnachbarschaften begleitet. Alexander Grünenwald, Leiter der BauWohnberatung Karlsruhe, berichtet am 01. Oktober 2015 von den Erfahrungen, die er bei der Begleitung von solchen Wohn- und Quartiersprojekten bei der Entwicklung und Umsetzung gemacht hat. Der Vortrag findet im Zukunftsraum für Nachhaltigkeit und Wissenschaft statt.

    Wohngemeinschaften1

    Herausforderungen für bestehende Wohn- und Lebensformen
    Gesellschaftlicher und demographischer Wandel führen für bestehende Lebens- und Wohnformen für viele Bevölkerungsgruppen zu Herausforderungen. Etwa ziehen durch Migrationsdruck auf dem Arbeitsmarkt viele junge Menschen in Städte, die weit entfernt von ihrem Elternhaus sind. Dadurch werden konventionelle familiäre Fürsorgesysteme erschwert und der Kontakt zwischen den Generationen wird verringert. Gleichzeitig etablieren sich neue Kommunikationsmethoden und mediale Systeme durch rasanten technologischen Fortschritt und jüngere Generationen bewegen sich in anderen soziotechnischen Umgebungen als ältere, die erschwerten Zugang zu diesen haben. Weiterhin besteht ein erhöhter Bedarf, Menschen mit Migrationshintergrund besser zu integrieren und zwischenmenschliche Barrieren und Vorurteile abzubauen. Diese und andere Herausforderungen erfordern die Erprobung neuer Formen des Zusammenlebens und neuer Wohnformen.
     
    Neue Wohnformen und nachbarschaftliche Netzwerke – ein Vortrag
    Nachbarschaftlich orientierte und bürgerschaftlich organisierte Wohn- und Lebensformen sind dabei, sich als Wege aus der sozialen Isolation hin zu mehr Sinnorientierung in neuen Solidargemeinschaften mit zudem handfesten ökonomischen Vorteilen zu etablieren. Auch Kommunen profitieren von diesen Initiativen. Alexander Grünenwald ist Leiter der BauWohnberatung Karlsruhe und hat bereits mehrere solcher Wohn- und Quartiersprojekte bei der Entwicklung und Umsetzung begleitet. Er berichtet anhand von Beispielen über seine Erfahrungen.
     
    Wann und wo
    Der Vortrag findet am 1. Oktober 2015 um 19:00 Uhr im Zukunftsraum in der Rintheimer Straße 46 statt. Die Veranstaltung ist kostenlos. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.

    Begleitend zum Vortrag wird von der Wohnbus-Initiative am 23. Oktober 2015 eine Wohnbus-Tour angeboten, bei der mehrere Wohnprojekte in Ludwigshafen, Speyer und Karlsruhe angefahren und besichtigt werden. Tourdaten und Anmeldeinformationen entnehmen Sie den untenstehenden Links.

    Weiterführende Links
    BauWohnberatung Karlsruhe
    Wohnbus-Initiative
    Infoflyer zur Wohnbustour
    Anmeldung zur Wohnbus-Tour
  29. Ökodorf trifft Quartier Zukunft

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    Das Quartier Zukunft – Labor Stadt und das Global Ecovillage Network (GEN) – ein internationales Netzwerk der Ökodörfer – starten eine Kooperation im Rahmen des Projekts „Urbane Resilienz und neue Gemeinschaftlichkeit“.  Gemeinsam wird erörtert, was in Ökodörfern in den letzten Jahrzehnten in gelebter Praxis bereits an innovativen nachhaltigen Lösungen entwickelt wurde, und was die Oststadt als Quartier Zukunft Projektgebiet aus diesem Wissen und diesen Erfahrungen lernen kann. Drei gemeinsame Workshops finden im Zeitraum September 2015 bis Mai 2016 statt. Sie sind herzlich eingeladen, daran mitzuwirken. Die Workshops können auch einzeln besucht werden.

    Impression aus dem Ökodorf Sieben Linden (c)DW

    Impression aus dem Ökodorf Sieben Linden (c)DW

    Was ist ein Ökodorf?
    In den letzten rund 30 Jahren hat sich in Deutschland eine immer größer werdende Bewegung von intentionalen Gemeinschaften entwickelt. Das 1995 gegründete Global Ecovillage Network verbindet heute bereits über 10.000 Gemeinschaften und Gemeinden in über 100 Ländern und ist mittlerweile der weltweit größte Dachverband von Gemeinschaften mit kontinentalen Netzwerken in Europa, Afrika, Lateinamerika, Nordamerika  und Asien/Ozeanien. Ökodörfer verstehen sich als intentionale oder „gewachsene Dorf-, Stadtteil- oder Lebensgemeinschaften, die bewusst durch partizipative Prozesse gestaltet und durch lokale Besitzstrukturen geprägt sind. Die  vier Dimensionen der Nachhaltigkeit (Ökologie, Ökonomie, das Soziale und das Kulturelle) sind in einem ganzheitlichen Ansatz integriert, der es ermöglicht, den ökologischen Fußabdruck drastisch zu senken. Die verschiedenen Gemeinschaften zeichnen sich durch eine große kulturelle, individuelle und soziale Vielfalt aus. Ihr Reichtum an Verschiedenheit ist eine der größten Schätze dieses Netzwerks.
    GEN Nachhaltigkeitsverständnis

    Bild: GEN Nachhaltigkeitsverständnis

     
    Was ist geplant?
    Im Rahmen des vom Umweltbundesamt geförderten Projektes „Urbane Resilienz und neue Gemeinschaftlichkeit“ haben das Quartier Zukunft – Labor Stadt und GEN Europe beschlossen ihr Wissen und ihren Erfahrungsschatz miteinander zu verbinden und eine dreiteilige Veranstaltungsreihe vom Herbst 2015 bis zum Frühjahr 2016 geplant. In dieser Reihe soll gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern aus Karlsruhe einen Erfahrungs- und Austauschraum schaffen und das Wissen und die Erfahrungen für eine enkeltaugliche Zukunft zusammentragen werden. Alle Interessierten sind zur Teilnahme herzlich eingeladen.

    Entlang der im GEN-Nachhaltigkeitskonzept entwickelten vier Dimensionen der Nachhaltigkeit wird gemeinsam erforscht, welche bereits existierenden nachhaltigen und innovativen Lösungen aus Ökodörfern geeignet sind, um diese in den eigenen Alltag und das eigene Quartier zu übertragen. Den Startpunkt markiert ein Ganztagsworkshop unter der Überschrift „Leben in der Stadt – nachhaltig, sinnerfüllt, vernetzt: Was die Oststadt vom Ökodorf lernen kann“, der ausreichend Gelegenheit geben wird, von dem Wissen und dem gelebtem Erfahrungsschatz der Ökodörfer inspiriert zu werden. Auf dieser Basis werden erste Ideen entwickelt, wie die Oststadt bzw. der eigene Stadtteil aussehen könnte, wenn diese Chance auch für das eigene Umfeld ergriffen würde: für mich, für meine Familie und Freunde und für mein ganzes Quartier.

    Wann findet der erste Workshop statt?
    Samstag, 26. September 2015, 11 – 18 Uhr
     
    Wo findet der Workshop statt?
    Zukunftsraum, Rintheimer Straße 46
     
    Anmeldung
    Zur Teilnahme am Workshop ist eine vorherige Anmeldung bis zum 25. September 2015 per E-Mail an Karin Ottmar erforderlich. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Für die Teilnahme ist kein Vorwissen erforderlich, ein aktives Einbringen aber ausdrücklich erwünscht.
     
    Wie geht es weiter?
    Die folgenden Workshops finden voraussichtlich im November 2015 und März 2016 statt. Die Termine werden rechtzeitig bekannt gegeben.
     
    Weiterführende Links
    www.gen-europe.org
    www.gen-deutschland.org
     
    Diese Projekt wird gefördert von:
     
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  30. Karlsruhe trifft die Welt: von Crowdfunding Brücken bis Lebensmittelrettung

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    Eine Crowdsourcing Brücke aus Rotterdam, das Kopenhagener Vorzeige-Radwegesystem und Bewegungsparcours für Ältere im türkischen Ankara treffen auf eine integrative Fahrrad-Reparaturwerkstatt für Flüchtlinge in Karlsruhe und eine ganzheitliche soziale Vision für die Fächerstadt. In der Mitmach- und Doppelausstellung Karlsruhe trifft die Welt brachten Bürgerinnen und Bürger sowie das Quartier Zukunft – Labor Stadt am 1. und 2. Juli 2015 viele unterschiedliche Ideen, wie sich Städte und Stadtleben nachhaltig gestalten lassen, im Bürgerpavillon im Karlsruher Schlosspark aufeinander. Im Herbst 2015 ist die Ausstellung erneut im Zukunftsraum für Nachhaltigkeit und Wissenschaft zu sehen.

    Weitere Impressionen zur Ausstellung finden Sie in der Galerie.

    Wie können wir in unseren Städten vor dem Hintergrund begrenzter Ressourcen, des Klimawandels, sozialer Ungleichheit, dem Verlust an Biodiversität und wirtschaftlicher Unsicherheit heute und morgen gut leben – in Karlsruhe und in den Städten weltweit? Dies ist die zentrale Fragestellung, der die Mitmach-Ausstellung Karlsruhe trifft die Welt am 1. und 2. Juli 2015 als Beitrag zum 300. Stadtgeburtstag von Karlsruhe nachging. Das Team des Quartier Zukunft hatte diese Frage im Frühjahr 2015 an die breite Öffentlichkeit gerichtet und dazu aufgerufen, innovative, ungewöhnliche und vielfältige Ideen, wie Nachhaltigkeit in Städten gelebt werden kann, in die Ausstelllung zu bringen. Gesucht wurden nachhaltige Stadtprojekte, die man auf einer Reise entdeckt hatte, darüber gelesen hatte oder diese sogar selbst initiiert hatte. Eine Vielzahl an Privatpersonen, Initiativen, Künstlern und Wissenschaftlern war dem Aufruf gefolgt. So konnte das Quartier Zukunft als Initiator der Ausstellung ein großes Spektrum an nachhaltigen Stadtprojekten in den vier Ausstellungsräumen

    • Mobil werden
    • Gemeinschaft gestalten
    • Klima und Ressourcen schützen
    • Nachhaltige Stadt entwickeln

    zusammen mit Projektaktivitäten rund um das Quartier Zukunft zeigen. Durch diese vier Ausstellungsräume wurden die Besucherinnen und Besucher der Ausstellung geleitet. Es präsentierte regionale, nationale wie auch internationale Projekte zum nachhaltigen Stadtleben und bot Raum für gute Ideen und Inspiration für Neues. Teil der Ausstellung war zum Beispiel eine ganzheitlich soziale Vision für Karlsruhe, die Stockholmer Piano Stairs, Luchtsingel – eine über Crowdfunding finanzierte Fußgängerbrücke in Rotterdam, die Kork-Kampage des NABU sowie das Projekt Urban Bees, das Imkern in der Stadt aus architektonischer Perspektive beleuchtete. Im Mitmach-Bereich konnten auch spontan noch Ausstellungsbeiträge angefertigt und in die Ausstellung eingefügt werden.

    Karlsruhe trifft die Welt im Herbst 2015 im Zukunftsraum

    Vom 17. September bis 15. Oktober 2015 wird die Ausstellung ein zweites Mal in der Karlsruher Oststadt im Zukunftsraum gezeigt. Am Dienstag, den 15. September 2015 ab 18 Uhr findet die Ausstellungseröffnung statt. Interessierte haben hier die Möglichkeit, die Ausstellung über einen Zeitraum von 4 Wochen zu besuchen. Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten des Zukunftsraum (dienstags von 14 bis 18 und donnerstags von 9 bis 18 Uhr) geöffnet. Der Ausstellungsbesuch ist kostenlos. Sie sind herzlich eingeladen!

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    Weiterführende Links
    Aufruf zu Beiträgen Karlsruhe trifft die Welt
  31. Es ist vollbracht! Zukunftsraum eröffnet

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    Der Zukunftsraum öffnete am 13.6. zum ersten Mal seine Türen für alle Interessierten. Nachdem in den vergangenen Wochen emsig gestrichen und eingerichtet wurde, startete der Tag früh vor Ort für das Quartier Zukunft-Team mit den letzten Vorbereitungen für die Zukunftsraum Eröffnung.

    Viele weitere Impressionen finden Sie in der Galerie.
     
    Die Eröffnung

    Ab 10.00 Uhr ging es dann auch schon los mit den ersten BesucherInnen, die gleich selbst Hand anlegten beim angekündigten Möbelbau Workshop. Rasch entstanden mehrere Holzhocker, die gleich den ganzen Tag über vielseitige Verwendung fanden. SamenBomben wurden in einem weiteren Workshop geknetet.

    Ab 13.00 Uhr füllte sich der Zukunftsraum immer mehr, das Coffee-Bike gab den ersten Kaffee aus und die Brote mit buntem vegetarischem Aufstrich fanden regen Anklang. Die Besucher hatten Gelegenheit sich die neuen Räumlichkeiten anzuschauen, entlang der Fotoausstellung im Schaufenster die Entwicklung des Quartier Zukunft über die vergangenen Jahre nach zu verfolgen und sich mit Infomaterial aus dem Zukunftsraum zu versorgen.

    Dann startete der offizielle Teil der Zukunftsraum Eröffnung mit den Grußworten der baden-württembergischen Wissenschaftsministerin Theresia Bauer, Oberbürgermeister Frank Mentrup und KIT-Bereichsleiter Karl-Friedrich Ziegahn. Nach einer kurzen musikalischen Auflockerung ging es weiter mit einer Präsentation von Projektleiter Oliver Parodi. Er thematisierte Nachhaltigkeit als das übergeordnete Thema des Zukunftsraumes, die Entstehungsgeschichte des Projektes „Reallabor 131: KIT findet Stadt“ und die vielfältigen Herausforderungen einer engen Zusammenarbeit von verschiedenen Akteuren aus Wissenschaft, Praxis und Bürgerschaft.

    Da das Wetter immer schöner und die Temperaturen im Zukunftsraum immer höher wurden, strömten danach alle nach draußen, um nach einem Glas Sekt der „Mach-mit-Diskussion: Nachhaltige Stadtentwicklung: Vom Wissen zum Handeln“ zu folgen. Zahlreiche Besucher setzten sich auf die freien Stühle in der Diskussionsrunde, die von Prof. Dr. André Reichel von der Karlshochschule moderiert wurde. Einig war man sich, dass es den Menschen leichter gemacht werden müsse nachhaltig zu handeln damit eine nachhaltigere Lebensweise auch im Alltag vieler Menschen umsetzbar wird.
    Nach einer regen Diskussion und vielen Gespräche auch im Nachgang des offiziellen Teils wurden dann noch viele getrocknete SamenBomben und hoffentlich Lust zum Mitmachen für die Zukunft, mit nach Hause genommen.

    Gut zu Wissen
    Die Öffnungszeiten für den Zukunftsraum sind ab sofort bis Ende Juli immer dienstags von 14.00 bis 18.00 Uhr und donnerstags von 9.00 bis 18.00 Uhr. Einfach vorbeikommen und hereinspazieren. Nach der Sommerpause im August werden die Öffnungszeiten für den Zukunftsraum ausgeweitete und rechtzeitig bekannt gegeben.

     Der nächste Quartier Zukunft Stammtisch für alle Interessierten findet am Dienstag den 14. Juli ab 19.00 Uhr im Zukunftsraum in der Rintheimer Straße 46 statt.

    Weiterführende Links
    Audio Mitschnitt: Interview des KIT-Radios mit Theresa Bauer:
    Blogbeitrag: Zukunftsraum wird eröffnet
    Blogbeitrag: Eröffnung! Zukunftsraum!
  32. “Ich zeig Dir mein Karlsruhe!“

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    Würden Sie gerne internationale MitbürgerInnen aus Karlsruhe kennenlernen, mit denen Sie Ihre Zweitsprache oder wenig genutzte Sprachkenntnisse wieder aufleben lassen und denen Sie Ihren Lieblingsplatz in Karlsruhe zeigen können?  Das Projekt „Ich zeig Dir mein Karlsruhe“ ist ein Angebot im Rahmen der diesjährigen Feierlichkeiten zum 300. Geburtstag von Karlsruhe und wird vom International Scholars and Welcome Office (IScO) des KIT betreut. Es bietet die Möglichkeit des internationalen Austauschs und der interkulturellen Begegnung in der Stadt.

    Internationale Neubürger und Gäste können ihre neue Umgebung auf eine besondere Weise kennenlernen und erleben: Bei gemeinsamen Ausflügen mit Karlsruhern, die ihnen gerne ihre Lieblingsorte in der Fächerstadt zeigen.

    Karlsruher Bürger, die gerne internationale Neu-Karlsruher kennenlernen und eventuell mit ihnen ihre jeweiligen Fremdsprachenkenntnisse erproben möchten, treffen hier Leute, mit denen sie gemeinsame Interessen teilen – sei es kulturell, beim Sport oder im Bereich Freizeit – und nehmen die Neuangekommenen zu gemeinsamen kleinen Ausflügen mit: zum Kanu fahren auf der Alb oder durch die Rheinauen, zur  Chorprobe, zum schönsten Spielplatz, zum besten Kuchen in Karlsruhe, zum Lieblingsbiergarten…

    Unterstützung bekommen „Gastgeber“ und Gäste von Tutoren aus dem Projekt-Team um KIT Internationales:
    Zu jedem Ausflugsangebot eines „Gastgebers“ finden sich Kleingruppen, die in einer gemeinsamen Sprache kommunizieren können, und eine kleine Tour zu einem besonderen Ort in oder um Karlsruhe unternehmen. Nach dieser ersten Tour kann aus jedem der Teilnehmer gern auch ein neuer Gastgeber werden.

    Wer einen Ausflug anbieten möchte, nimmt Kontakt über die Web-Seite KA300 Stadtgeburtstag  auf. Das Projektteam bietet für die Ausflugs-Anbieter auch Tipps und Unterstützung bei Planung und Organisation ihres Ausflugs an. Beschreibungen der Ausflüge werden auf der Webseite veröffentlicht, zu denen sich Interessierte dann anmelden können.

    Vom 31. Juli bis zum 11. September stehen so jede Woche unterschiedliche Ausflüge an, zu denen sich Interessierte mit den Anbietern am Pavillon im Schlosspark treffen. Von dort aus kann die Tour direkt gestartet werden. Bei größeren Unterfangen kann hier vorab noch weiter gemeinsam geplant und organisiert werden.

    Auch alle Akteure aus der Oststadt können gerne Stadtspaziergänge oder andere Ausflüge rund um die Oststadt anbieten.

    Kontakt:

    International Scholars & Welcome Office (IScO)
    Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

    Jederzeit per E-Mail unter Stadtgeburtstag@intl.kit.edu
    Sowie telefonisch Dienstags, 9-12 Uhr
    Telefon: +49 721 608-48349

  33. Karlsruhe trifft die Welt – Inspiration für nachhaltiges Stadtleben

    2 Comments

    Wie kann ein nachhaltiges und gutes Leben in unseren Städten gelingen? Dieser Frage geht die Mitmach-Ausstellung Karlsruhe trifft die Welt am 1. und 2. Juli 2015 als Beitrag zum 300. Stadtgeburtstag von Karlsruhe nach und präsentiert regionale wie auch internationale Projekte zum nachhaltigen Stadtleben. Im Bürgerpavillon im Karlsruher Schlosspark bietet die Ausstellung Raum für gute Ideen und Inspiration für Neues.

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    Knapper werdende Ressourcen, der Klimawandel, soziale Ungleichheit, Wohnungsknappheit und der demographische Wandel – diese sind nur einige Herausforderungen, mit denen Städte im 21. Jahrhundert konfrontiert sind. Viele Pioniere, Kommunen, Bildungseinrichtungen, Unternehmen, Wissenschaftler und andere haben sich bereits auf den Weg gemacht, um städtische Lebensräume fit für die Zukunft zu machen. Oftmals mit kleinen Schritten gelingt es ihnen, Städte ein gutes Stück nachhaltiger zu gestalten. Sie sehen dabei den Weg zu einer Nachhaltigen Entwicklung weniger als „Verzicht und Krise“, denn als Chance für mehr Lebensqualität der Menschen, die heute und morgen – nicht nur in unseren Städten – leben. Lassen wir uns von den Vorreitern für nachhaltige Stadtentwicklung inspirieren!

    Die Mitmach-Ausstellung zu nachhaltigem Stadtleben Karlsruhe trifft die Welt stellt gute Beispiele für nachhaltiges Leben aus Karlsruhe und Städten weltweit in 4 thematischen Ausstellungsräumen vor:

    • Mobil werden
    • Gemeinschaften gestalten
    • Ressourcen und Klima schützen
    • Nachhaltige Stadt entwickeln

    Plakate, Fotografien, plastischen Exponate, Videobeiträgen uvm. greifen Themen wie Lebensmittelrettung, ganzheitliche Radwegekonzepte, urbanes Imkern, unterkulturelles Zusammenleben in der Stadt, Energieoptimierung von Gebäuden, Elektromobilität, eine über Crowdfunding finanzierte Fußgängerbrücke und weitere auf und inspirieren zum eigenen Handeln.

    Ihr Beitrag in Karlsruhe trifft die Welt

    Das Team des Quartier Zukunft hat im Frühjahr 2015 die Öffentlichkeit gefragt „Welche nachhaltigen Stadtprojekte begeistern dich? und dazu aufgerufen, Beiträge für Karlsruhe trifft die Welt einzureichen. Diese werden nun anlässlich des 300. Stadtgeburtstages von Karlsruhe in der Ausstellung gezeigt.

    Die Ausstellung wird erstmals im Bürgerpavillon des Karlsruher Stadtgeburtstages gezeigt.

    Die Ausstellung wird erstmals im Bürgerpavillon des Karlsruher Stadtgeburtstages gezeigt.

    Die Zeit für Einreichungen ist aber noch nicht abgelaufen. Wenn Sie weitere gute Beispiele in die Ausstellung bringen möchten, sind Sie herzlich dazu einladen. Die 3 thematischen Ausstellungsräume – Mobil machen, Gemeinschaft gestalten und Ressourcen und Klima schützen – sowie ein thematisch offener Ausstellungsraum bietet viel Platz für kurzfristige und spontane Ergänzungen. Setzen Sie sich mit uns über info@quartierzukunft.de in Verbindung oder bringen Sie Ihren Beitrag an einem der Veranstaltungstage direkt in die Ausstellung. Wichtig: füllen Sie je nach Thema ihres Ausstellungsbeitrages eines der Formulare aus, die Sie am Ende des Textes unter „Downloads“ finden, drucken Sie es aus und bringen Sie es am Veranstaltungstag mit. Das Formular fragt die Basis-Inhalte Ihres guten Beispiels für nachhaltiges Stadtleben ab. An beiden Veranstaltungstagen werden die Formulare auch zum Ausfüllen vor Ort zur Verfügung stehen. Sehr gerne können Sie das ausgedruckte Formular durch Fotos, Fotoserien, Texte (z.B. Gedichte, Essays etc.), Gegenstände, die Sie mit dem Projekt verbinden, Videos, uvm. ergänzen. Karlsruhe trifft die Welt ist eine Ausstellung zum Mitmachen – Ihr Beitrag ist herzlich willkommen.

    Die Ausstellung findet am 1. und 2. Juli 2015 im Bürgerpavillon im Karlsruher Schlosspark von jeweils 15 bis 18 Uhr statt. Wir freuen uns über Ihren Besuch, Ihre Ideen und die nachhaltigen Stadtprojekte, die Sie begeistern!

    Vom Bürgerpavillon in den Zukunftsraum – Save the Date!
    Vom 16. September bis 15. Oktober 2015 wird die Ausstellung ein zweites Mal in der Karlsruher Oststadt im Zukunftsraum gezeigt. Am Dienstag, den 15. September 2015 ab 17 Uhr findet die Ausstellungseröffnung statt.
     
    Bürgerpavillon und Nachhaltigkeit
    Karlsruhe feiert seinen 300. Stadtgeburtstag klimaneutral. Als Kooperationspartner der Stadt Karlsruhe hat sich das Quartier Zukunft sehr gerne dazu verpflichtet, das Ziel eines klimaneutralen Festivals zu unterstützen. Der Bürgerpavillon wurde auf dem Recycling-Prinzip aufbauend konzipiert und gebaut. Alle Bauteile sind wiederverwendbar.
     
    Downloads
    Formular Mobil_werden [PDF | 500 KB]
    Formular_Gemeinschaft gestalten [PDF | 500 KB]
    Formular Klima und Ressourcen schützen [PDF | 500 KB]
    Formular Nachhaltige Stadt entwickeln [PDF | 500 KB]
     
    Weiterführende Links
    Aufruf zu Beiträgen Karlsruhe trifft die Welt
    Informationen zum Bürgerpavillon
  34. Eröffnung! Zukunftsraum!

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    Eröffnung! Zukunftsraum! In den vergangenen Wochen hat sich der Zukunftsraum nach und nach mit Leben gefüllt. Es wurde gestrichen und eingerichtet. Nun wird er eröffnet – anlässlich der Nachhaltigkeitstage Baden-Württemberg am Samstag, den 13. Juni. Die Eröffnung wird mit einem aktiven Programm mit Workshops und Diskussionen gestaltet. Sie sind herzlich eingeladen.

    Eröffnung Zukunftsraum

    Das Programm

    10.00 Uhr | Workshops: Möbel selber bauen & Samenbomben

    13.30 Uhr | Offizieller Beginn Türen auf mit musikalische Einstimmung

    14.00 Uhr | Grußworte

    Ministerin Theresia Bauer (MWK)

    KIT-Bereichsleiter Karl-Friedrich Ziegahn

    Oberbürgermeister Frank Mentrup

    14.15 Uhr | Eröffnungsvortrag zum „Zukunftsraum“

    Musikalische Einlage

    14.45 Uhr | Mach-mit-Diskussion „Nachhaltige Stadtentwicklung: Vom Wissen zum Handeln“

    15.30 Uhr | Ausklang und Fortsetzung des Möbelworkshops

    18.00 Uhr | Ende

     Ständig vor Ort
    Im Zukunftsraum erwartet Sie eine Posterausstellung zum Reallabor 131 und zu Projektaktivitäten innerhalb des Quartier Zukunft – Labor Stadt. Darüber hinaus zeigt eine Fotosausstellung den Entwicklungsprozess des Quartier Zukunft und die Karlsruher Schule der Nachhaltigkeit wird mit der „Interaktiven Fotobox Nachhaltigkeit“ bei der Eröffnung vertreten sein.
     
    Der Ort der Eröffnungsfeier
    Sie finden den Zukunftsraum in der Rintheimer Str. 46, 76131 Karlsruhe.
     
    Über den Zukunftsraum
    Der Zukunftsraum für Nachhaltigkeit und Wissenschaft ist ein gemeinsames Projekt von Quartier Zukunft – Labor Stadt und dem Reallabor 131 – KIT findet Stadt, die gemeinsam transdisziplinär Beiträge für eine nachhaltige Quartiersentwicklung in der Karlsruher Oststadt erarbeiten. Der Zukunftsraum dient als Treffpunkt, Ort des Austausches und gemeinsamer Arbeitsort für WissenschaftlerInnen und aktive Akteure in der Oststadt für die gemeinsam Entwicklung in Erforschung von Lösungen für eine zukunftsgerichtete Quartiersentwicklung. Hier wird Raum für Diskussionen geschaffen, die die Zukunft der Karlsruher Oststadt und anderer europäischer Städte betreffen.
     
    Weiterführende Links
    Nachhaltigkeitstage Baden-Württemberg 2015
    Reallabor 131 – KIT findet Stadt
  35. „BaWü Labs GO!“ Auftakt der Reallabore

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    Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg (MWK) fördert seit Januar 2015 sieben Reallabore, bei denen Wissenschaft und Partner wie Kommunen, Verbände und wirtschaftliche Akteure gemeinsam gesellschaftliche Herausforderungen im Land wissenschaftlich bearbeiten. Zu den geförderten Reallaboren zählt auch das R131, das eingebettet in das Quartier Zukunft – Labor Stadt durchgeführt wird.

    Zum Start der Reallabore lud das MWK zur öffentlichen Auftaktveranstaltung „BaWü-Labs GO! Start der Reallabore für den Wandel zur Nachhaltigkeit in Baden-Württemberg ein. Auch das Quartier-Zukunft Team ergänzt um weitere Mitglieder des R131 war mit dem Lastenrad „Quartier Zukunft Mobil“ dabei und präsentierte Inhalte und Aufbau des R131. Im Mittelpunkt stand hierbei eine farbenfrohe Karte des Projektgebiets Oststadt Karlsruhe, auf der die einzelnen Realexperimente auf Fähnchen dargestellt und verortet waren. Besucher waren eingeladen ihre eigenen Ideen und Vorstellungen für ein nachhaltiges Quartier einzubringen und taten dies bspw. mit dem Vorschlag „jute Sache“ für Karlsruhe, wobei Plastiktüten durch ein Pfand-Stofftaschen-System ersetzt werden sollen. Anhand mehrerer Poster und in vielen Gesprächen mit dem Projektteam konnten sich die Besucher der Veranstaltung einen Eindruck von den bisherigen und geplanten Projekten und Themen verschaffen, sowie die partizipativen Elemente des R131 und des Rahmenprojekts Quartier Zukunft – Labor Stadt kennenlernen.

    Als Blickfang diente das „Quartier Zukunft Mobil“ mit seinem orangenen Sonnenschirm. Auch hier konnten sich interessierte Besucher über das R131 informieren sowie Flyer und Postkarten mitnehmen.

    Die Auftaktveranstaltung „BaWü-Labs GO! inspirierte durch eine kreative, spannende und offene Atmosphäre. Hierzu trugen auch das Freiburg Scientific Theater mit einem Stück über Nachhaltigkeit in drei Akten sowie die motivierende Rede von Ministerin Theresia Bauer und der Impulsvortrag von Prof. Dr. Uwe Schneidewind bei.

    Das Team nahm viele interessante Gespräche, Fragen und Anregungen von der Auftaktveranstaltung „BaWü-Labs GO!  mit nach Karlsruhe. Im Austausch mit den Projektteams der anderen Reallabore und des Begleitforschungsteams konnten gemeinsame Berührungspunkte, Herausforderungen und Lösungsansätze diskutiert werden.

     

    Download
    Poster R131 Aufbau [PDF | 400 KB]
    Poster R131 Inhalte [PDF | 500 KB]
    Poster R131 Partizipation [PDF | 500 KB]
     
     Weiterführende Informationen
    Reallabore MWK Baden-Württemberg
    Neuigkeiten: Land fördert Reallabor 131 – KIT findet Stadt
  36. Karlsruhe trifft die Welt

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    Am 01. und 02. Juli 2015 füllt sich der Bürgerpavillon des Karlsruher Stadtgeburtstages mit innovativen, ungewöhnlichen und vielfältigen Ideen, wie Nachhaltigkeit in Städten mit gelebt werden kann. In Karlsruhe trifft die Welt | Eine interagierende Ausstellung zu nachhaltigem Stadtleben zeigt das Quartier Zukunft gute Beispiele aus seinem Projektgebiet Karlsruhe-Oststadt und lädt Sie dazu ein, diese um weitere gute Beispielen aus Städten weltweit zu ergänzen. Bis zum 15. Mai 2015 können Sie Vorschläge für Ausstellungsbeiträge einreichen. Wer auch nach dieser Einreichfrist Karlruhe trifft die Welt mitgestalten möchte, erhält hier alle Informationen für Last minute-Beiträge und viele weitere aktuelle Hinweise zur Ausstellung.

    Wie können wir in unseren Städten vor dem Hintergrund begrenzter Ressourcen, des Klimawandels, sozialer Ungleichheit, dem Verlust an Biodiversität und wirtschaftlicher Unsicherheit heute und morgen gut leben – in Karlsruhe und in den Städten weltweit? Mit dieser zentralen Frage beschäftigt sich „Karlsruhe trifft die Welt | Eine interagierende Ausstellung zu nachhaltigem Stadtleben“. Die Ausstellung zeigt Good Practice für mehr Nachhaltigkeit in Karlsruhe und lädt Sie dazu ein, inspirierende Beispiele aus anderen Städten weltweit in die Ausstellung einzubringen.

    Ihr Beitrag zur Ausstellung
    Sie wissen von einem nationalen oder internationalen Projekt, das nachhaltiges Stadtleben zu einem der nachfolgenden Themen fördert.
    • Ausstellungsraum „mobil werden“
    • Ausstellungsraum „Gemeinschaften gestalten“
    • Ausstellungsraum „Ressourcen und Klima schützen“

    Sie haben das Projekt auf einer Reise kennengelernt oder haben darüber gelesen, eine Dokumentation gesehen? Sie arbeiten an dem Projekt mit, haben es vielleicht sogar selbst initiiert? Wir laden Sie herzlich dazu ein, das Projekt als Beispiel dafür, wie Nachhaltigkeit in Städten gelebt werden kann, in der Ausstellung „Karlsruhe trifft die Welt“ zu präsentieren. Für Projekte, die thematisch in keines der oben genannten Ausstellungsräume passen, steht der offene Ausstellungsraum zur Verfügung.

    Wie funktioniert das Mitgestalten der Ausstellung?
    Schlagen Sie uns bis Freitag, den 15. Mai 2015 das inspirierende Beispiel vor, das Sie gerne in der Ausstellung „Karlsruhe trifft die Welt“ präsentieren möchten. Bitte senden Sie den Titel des Projektes, eine Kurzbeschreibung (max. 500 Zeichen inkl. Leerzeichen), eine Begründung, weshalb Sie es als besonders präsentationswürdig erachten (max. 500 Zeichen inkl. Leerzeichen), sowie Angaben dazu, wie Sie sich die Präsentation Ihres Vorschlags vorstellen, an info@quartierzukunft.de. Die Initiatoren der Ausstellung behalten sich vor, unter den eingereichten Vorschlägen eine Auswahl zu treffen.
     
    Ende Mai melden wir uns bei Ihnen auf Ihren Vorschlag. Ist die Wahl auf Ihren Vorschlag gefallen, bitten wir Sie, Ihre innovative, kreative und/ oder außergewöhnliche Idee für nachhaltiges Stadtleben für die Ausstellung bis Freitag, den 19. Juni aufzubreiten und uns Ihren Beitrag zur Ausstellung zur Verfügung zu stellen. Sie können Fotos, Fotokollektionen und -serien, Videos, Zeichnungen, Poster, Skulpturen, Texte (auch Gedichte, Kurzgeschichten etc.), Gegenstände uvm. in die Ausstellung bringen. Wir stellen Ihnen zudem ein Blankoposter zur Verfügung, das Sie mit Informationen zu Ihrem Projektvorschlag füllen können. Das Blankposter können Sie ab Montag, den 01. Juni 2015 im Zukunftsraum abholen.
     
    Vom Bürgerpavillon in den Zukunftsraum – Save the Date!
    Vom 16. September bis 15. Oktober 2015 wird die Ausstellung ein zweites Mal in der Karlsruher Oststadt im Zukunftsraum gezeigt. Am Dienstag, den 15. September 2015 ab 18 Uhr findet die Ausstellungseröffnung statt.
     
    Wir sind sehr gespannt auf Ihre Einreichungen und freuen uns auf eine sinnstiftende und gute Zusammenarbeit mit Ihnen. „Karlsruhe trifft die Welt | Eine interagierende Ausstellung zu nachhaltigem Stadtleben“ findet in Kooperation mit KA300 – Stadtgeburtstag Karlsruhe 2015 statt.
     
    Download
    Aufruf Karlsruhe trifft die Welt_Poster [3 MB]
     
    Weiterführende Links
    Einladung Karlsruhe trifft die Welt
    KA300 – Stadtgeburtstag Karlsruhe 2015
  37. Mach mit! Plakate in Karlsruhe

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    Zurzeit und bis zum 01. April 2015 sind an vielen Stellen in Karlsruhe farbenfrohe Quartier Zukunft Plakate zu sehen. Sie sollen dazu beitragen, das Quartier Zukunft den Menschen nicht nur im Projektgebiet Karlsruhe-Oststadt, sondern in ganz Karlsruhe und darüber hinaus näher zu bringen. Bis zum 10. April 2015 sind Sie herzlich dazu eingeladen, ihr persönliches Foto von den Mach mit!-Plakaten zur Veröffentlichung auf dieser Website einzuschicken.

    „Mach mit! Gestalte deine, unsere Oststadt.“ heißt es auf den Plakaten. Denn es bedarf vieler kluger Köpfe und fleißiger Hände, damit ein nachhaltiges Stadtleben erwachsen kann.

    Fotografinnen und Fotografen gesucht
    Sie haben eines der Mach mit! Plakate in Karlsruhe entdeckt und fotografiert? Schicken Sie uns bis zum 10. April 2015 Ihr Foto per E-Mail an redaktion@quartierzukunft.de unter Angabe  Ihres Namens, dem Ort und dem Datum der Aufnahme. Ihr Foto wird dann auf dieser Website veröffentlicht.

     

    Die Plakataktion „Mach mit! Gestalte deine, unsere Oststadt.“ wird vom Kulturamt der Stadt Karlsruhe unterstützt.

  38. Studie: Partizipation und Verwurzelung in der Karlsruher Oststadt

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    Was bedeutet Heimat für mich persönlich und inwiefern hat dieses Gefühl etwas mit der regionalen Verankerung eines Menschen zu tun? Im Rahmen einer Studie wurde der Zusammenhang zwischen der Verwurzelung eines Menschen an einem Ort und seiner tatsächlichen oder potentiellen Partizipation untersucht.

    Bild_Part_BerlMauer

    Die Studie wurde in der Karlsruher Oststadt durchgeführt. Teilnehmende waren junge Akademiker verschiedener Herkunft. Sie wurden dazu befragt, inwiefern sich der Grad ihrer Verwurzelung auf ihre soziale und politische Partizipation auswirkt. Dazu wurden teilstandardisierte Leifadeninterviews mit Personen aus der Oststadt durchgeführt und anhand einer qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet.

    Je stärker sich eine Person an einem Ort bindet, desto stärker die Übernahme von Verantwortung
    Der Prozess der Verantwortungsübernahme läuft phasenweise ab. Zunächst beschränkt er sich auf die eigene Person und das engste Umfeld, etwa die eigene Wohnung und den Arbeitsplatz. Durch die Entstehung eines sozialen Netzwerkes, einer zunehmende Vertrautheit und erste mit den vor Ort lebenden Menschen verknüpfte Erfahrungen und Erinnerungen wandelt sich ein Wohnort schließlich zu einem Zuhause. Mit diesem Gefühl entsteht das zunehmende Bedürfnis nach Mitgestaltung. Die Form der Verantwortungsübernahme erreicht damit eine neue Ebene.
     
    Verwurzelung und Partizipation
    Es besteht also ein direkter Zusammenhang zwischen dem Grad der Verwurzelung eines Menschen und seiner Bereitschaft bzw. seinem Bedürfnis nach Partizipation. Der Wunsch nach Mitgestaltung steht in keinem zwingenden Zusammenhang mit der Verwurzelung, diese  dient jedoch als förderliche Grundlage. Es haben sich allerdings im Rahmen der Befragung deutliche Hinweise darauf ergeben, dass Partizipation andersherum als Strategie zur beschleunigten Verwurzelung an einem neuen Wohnort genutzt werden kann.
     
    Demokratie in der Migrationsgesellschaft
    Diese Erkenntnis ist nicht nur im Speziellen für das Forschungs- und Entwicklungsprojekt Quartier Zukunft sehr spannend, sondern darüber hinaus generell für moderne Migrationsgesellschaften. Die Notwendigkeit, Bürgerbeteiligung stärker als bislang voranzutreiben, hat in den vergangenen Jahren unterschiedliche politischen Ebenen durchdrungen.  Hinlänglich ist bekannt, dass insbesondere die Einbindung von Bürgern mit Migrationshintergrund eine besondere Herausforderung darstellt. Ihre aktive Einbindung würde nicht nur zu einer größeren Legitimation der demokratischen Institutionen führen, sondern auch zu einer stärkeren Verwurzelung bzw. der viel geforderten ‚Integration‘. Dies sollte im Interesse aller Beteiligten sein, zumal ein weiteres Ergebnis der Studie die Erkenntnis ist, dass die Zufriedenheit eines Menschen proportional zu der Tiefe seiner Verwurzelung am Wohnort anzusteigen scheint.
     
    Über die Autorin
    Sarah Bloesy ist B.A. Kulturwissenschaftlerin und wissenschaftliche Hilfskraft am Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) am KIT. Derzeit verfasst sie im Rahmen des Masters „Interkulturelle Bildung, Migration und Mehrsprachigkeit“ ihre Thesis zum Thema Partizipation in der Postdemokratie. Fachliche Schwerpunkte:  Migration, gesellschaftliche Hierarchien und Nachhaltigkeitsbildung.
     
  39. Bürgervorschläge zu Projekten

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    Im Herbst 2014 fand das „BürgerForum Nachhaltige Oststadt | Zukunft aus Bürgerhand“ statt. Seither wird intensiv am weiteren Umgang mit den Bürgervorschlägen gearbeitet. Im Zusammenwirken von Wissenschaft, Bürgerschaft und weiteren stadtgesellschaftlichen Akteuren sollen die Vorschläge aus dem BürgerForum nun weiterentwickelt und in kooperativen Projektvorhaben bearbeitet werden.

    Insgesamt 12 Bürgervorschläge gingen aus dem „BürgerForum Nachhaltige Oststadt | Zukunft aus Bürgerhand“ hervor und wurden im Bürgerprogramm gebündelt. Angestrebt wird nun, die Bürgervorschläge transdisziplinär, d.h. gemeinsam mit BürgerInnen, WissenschaftlerInnen unterschiedlicher Disziplinen und anderen stadtgesellschaftlichen Akteuren weiter zu entwickeln und zu bearbeiten. Entstehen sollen transdisziplinäre Forschungs- und Entwicklungsprojekte, in denen die Beteiligten gemeinsam und auf Augenhöhe zusammenarbeiten, um die Bürgervorschläge in der Weiterentwicklung und Umsetzung voranzutreiben. Unterschiedliche Interessenslagen, Handlungslogiken, Perspektiven und das jeweils spezifische Wissen der Beteiligten können so in Forschung und Entwicklung bedacht und verankert werden.

    Status quo

    In einem ersten Schritt hat das Team des Quartier Zukunft nach Abschluss des BürgerForums innerhalb des KITs weitere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Fachbereiche einbezogen, die die erarbeiteten Bürgervorschläge wissenschaftlich begleiten werden. Derzeit finden hierzu erste Treffen unter Beteiligung des Quartier Zukunft Teams und weiterer KIT-Forschender statt.

    Konzipiert werden transdisziplinäre Projekte, deren Inhalte sich eng am Bürgerprogramm orientieren und die folgenden Themen auf Basis der Bürgervorschläge zum Inhalt haben:

    • Energiekonzept für das Quartier Oststadt
    • Mobilität in der Oststadt
    • Räume der Oststadt
    • Nachbarschaften, soziale Netzwerke und Gemeinschaften
    • Nachhaltiger Konsum

    Zusätzlich wird es wissenschaftliche Grundlagenprojekte geben, die die Basis für die oben genannten transdisziplinären Projektvorhaben bilden. Diese sind u.a. eine Vollerhebung zum Gebäudebestand in der Oststadt, eine Akteursanalyse sowie eine indikatorengestützte Nachhaltigkeitsanalyse und –bewertung.

    Weiteres Vorgehen

    Im nächsten Schritt sind alle an der Weiterentwicklung der BürgerForum-Inhalte Interessierten eingeladen, die transdisziplinären Forschungs- und Entwicklungsprojekte aktiv mitzugestalten. Diese Einladung zur Mitgestaltung richtet sich im Besonderen an die Teilnehmenden des BürgerForums Nachhaltige Oststadt | Zukunft aus Bürgerhand.

    Wenn Sie sich in den Prozess der Weiterentwicklung der Bürgervorschläge aus dem BürgerForum einbringen möchten, wenden Sie sich bitte mit dem Betreff „Reallabor“ und dem für Sie interessanten Themengebiet (Energie – Mobilität – Räume – Gemeinschaft – Konsum) per E-Mail an Colette Waitz. Wenn Sie sich bereits auf der Ergebniswerkstatt des BürgerForums in die dort ausgelegten Kontaktlisten eingetragen haben, ist dieser Schritt nicht mehr notwendig. Wir kommen dann zeitnah auf Sie zu.

    Download
    Bürgerprogramm [pdf | 2 MB]
  40. Quartier Zukunft begleitet Projekt der Stadt Freiburg

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    Vielfältige Akteure suchen in den Freiburger „Future Labs“ gemeinsam Lösungen für die nachhaltige Entwicklung von Stadtteilen. Das Quartier Zukunft Team berät und begleitet sie wissenschaftlich.

     

    NH Kompass

     

    Basierend auf dem „Freiburger Nachhaltigkeitskompass“ hat sich die Stadt Freiburg das Ziel gesteckt, in den kommenden Jahren Ideen für einen neuen oder bereits bestehenden Stadtteil als „Quartier der Zukunft“ zu entwickeln. Fünf Themenfelder stehen dabei im Mittelpunkt:

    • Soziale Gerechtigkeit
    • Stadtplanung und Stadtentwicklung
    • Verbesserte Mobilität, weniger Verkehr
    • Bildung
    • Klima und Energie

    Akteure aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft des Freiburger Nachhaltigkeitsrates werden von Beginn an am Prozess beteiligt und arbeiten in Future Labs gemeinsam an zukunftsweisenden Herausforderungen für ein Freiburger „Quartier der Zukunft“. Zielkonflikte sollen identifiziert und unterschiedliche Lösungsansätze für ein auf vielen Ebenen nachhaltiges Freiburger Quartier erarbeitet werden. Der Freiburger Nachhaltigkeitskompass – inhaltliche Grundlage und Steuerungsinstrument für das Freiburger Quartier der Zukunft – stützt sich auf die 60 Freiburger Nachhaltigkeitsziele, die der Gemeinderat bereits im Jahr 2009 als bindende Grundlage für eine nachhaltige Stadtentwicklungspolitik beschlossen hat.

    Wissenschaftliche Beratung aus Karlsruhe

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    Um das Projekt zu unterstützen, kooperiert das Quartier Zukunft mit dem Freiburger Projekt „Quartier der Zukunft – der Freiburger Nachhaltigkeitskompass im Labor Stadt“. Das Quartier Zukunft Team begleitet die Stadt Freiburg als wissenschaftlicher Partner und unterstützt dabei die Arbeiten der für das Projekt verantwortlichen Freiburger Stabstelle Nachhaltigkeitsmanagement. Das Quartier Zukunft bringt unter anderem seine theoretischen und praktischen Erfahrungen in den Bereichen Partizipation und Nachhaltigkeitsforschung ein. Konkret werden die „Future Labs“ bei der Konzeption und Umsetzung unterstützt und im Umgang mit auftretenden Zielkonflikten beraten. Weiterhin wird der Freiburger Nachhaltigkeitskompass nach dem am ITAS entwickelten „Integrativen Konzept Nachhaltiger Entwicklung“ evaluiert.

    Download
    Integratives Konzept Nachhaltiger Entwicklung als Leporello [pdf | 3 MB]
     
    Weiterführende Informationen
    Projektbeschreibung auf der Website des ITAS
    Nachhaltigkeitsmanagement der Stadt Freiburg
  41. Rückblick auf das BürgerForum – Und wie es weiter geht

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    Was bedeutet Nachhaltigkeit in meiner unmittelbaren Umgebung? Wie kann ich zusammen mit anderen Bürgerinnen und Bürgern das Leben in der Oststadt so gestalten, dass ein Lebensraum entsteht, der nicht nur den Bedürfnissen der jetzigen Generation gerecht wird, sondern auch die Bedürfnisse zukünftiger Generationen berücksichtigt?

    Diesen Kernfragen haben sich Bürgerinnen und Bürger bei dem BürgerForum 2014 „Nachhaltige Oststadt | Zukunft aus Bürgerhand“ gestellt. Initiiert wurde das BürgerForum vom Quartier Zukunft – Labor Stadt in Kooperation mit der Stadt Karlsruhe und der Bertelsmann Stiftung.

    In insgesamt drei Projektphasen wurden Projektideen entwickelt, die den Wünschen und Anregungen der Bewohnerinnen und Bewohnern der Oststadt entsprechen.

    Bei der Auftaktwerkstatt am  11. Oktober entstanden in vier Ausschüssen zuerst grobe Ideen, danach wurden Inhalte gesammelt. Nach mehrstündiger Diskussion und Mitwirkung aller Engagierter standen am Ende des Tages 12 Bürgervorschläge aus insgesamt vier Ausschüssen fest.

    Bis zum 07. November konnten dann alle Interessierten die gesammelten Vorschläge in einer Onlinewerkstatt weiterentwickeln, darüber beraten und abstimmen. Bürgerredakteure haben die Diskussionen für das Bürgerprogramm letztlich aufgearbeitet und zusammengefasst.

    Die in der Onlinephase des BürgerForums erarbeiteten Vorschläge dienten als Diskussionsgrundlage für die Ergebniswerkstatt am 21. November. Im Raum stand die Frage: Wie können aus den erarbeiteten Ideen und Visionen konkrete Projekte und Maßnahmen entstehen? Was kann ich als Einzelne(r) morgen schon tun, um das Projekt weiterzubringen oder sogar zu realisieren und mein Leben damit nachhaltiger zu gestalten? Diese sehr praktische Annäherung fand in der letzten Veranstaltung des BürgerForums statt. Die Bürgerinnen und Bürger hatten die Möglichkeit sich untereinander, mit dem Quartier Zukunft Team und mit Experten der Stadt, von Instituten, Unternehmen und Initiativen auszutauschen und realisierbare nächste Schritte zu vereinbaren.

    Um die Bürgervorschläge nun auch mit der Wissenschaft zu kombinieren, arbeitet das Quartier Zukunft aktuell daran, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Rahmen des Forschungsprojektes  “Reallabor 131: KIT findet Stadt” mit den Inhalten der Bürgervorschläge zu verknüpfen. Entstehen sollen transdisziplinäre Forschungsprojekte, in denen Bürgerinnen und Bürger oder andere Akteure der Oststadt mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des KIT auf Augenhöhe zusammenarbeiten, um die Bürgervorschläge in der Weiterentwicklung und Umsetzung voranzutreiben.

    Weitere Treffen hierzu wird es Anfang des Jahres in kleineren Gruppen geben. Interessierte für diese Treffen, die Ihre E-Mail Adressen noch nicht bei der Ergebniswerkstatt hinterlassen haben, können sich gerne bei per E-Mail bei Sarah Meyer-Soylu melden.

    Download
    Bürgerprogramm [pdf, 2 MB]
  42. BürgerForum: Bürgerprogramm ist fertig

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    Das Ergebnis der mehrwöchigen Diskussionen im Rahmen des BürgerForums „Nachhaltige Oststadt | Zukunft aus Bürgerhand“ ist nun im Bürgerprogramm dokumentiert. Es steht ab sofort zum Herunterladen bereit.

    Ziel des BürgerForums war es, gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern Karlsruhes, Vorschläge für eine zukunftsfähige, nachhaltige Quartiersentwicklung in der Karlsruher Oststadt auszuarbeiten. Hierfür haben sich interessierte Bürgerinnen und Bürger mit den vier verschiedenen Themenbereichen auseinander gesetzt: Stadtgesellschaft im Wandel – Lebensqualität steigern, Leben und Wohnen in der Oststadt, Alltagsmobilität im Blick, Klima und Energie neu denken sowie Verträglich wirtschaften und arbeiten.

    Die Ergebnisse dieser vier, von Bürgerredakteuren geleiteten Dialoge, stellten den Ausgangspunkt dar, um die Bürgervorschläge gemeinschaftlich weiter zu verfolgen und zu konkretisieren.

    Im Bürgerprogramm wird unter anderem deutlich, dass der Gottesauer Platz in der Karlsruher Oststadt an Aufenthaltsqualität dazu gewinnen soll. Die Bürgerredakteure und Mitzeichner dieses Vorschlages, wollen den Gottesauer Platz durch Etablierung von Cafés, einem Bücherschrank zum Tauschen von Büchern und durch das Aufstellen von Picknickbänken attraktiver gestalten. Der Platz in der Oststadt soll somit zu einer „Bürgerbegegnungsstätte“ wachsen.

    Aus dem Ausschuss „Leben und Wohnen in der Oststadt“ kommt die Forderung, vermehrt an ein Mehrgenerationen-Wohnen bei Bauprojekten zu denken. Darin fließt auch die Forderung nach bezahlbaren Lebensraum für Jung und Alt ein, um Mehrgenerationen-Wohnen zu ermöglichen.

    Eine weiteres wichtiges Anliegen war es, die Oststadt attraktiver und sicherer für Fahrradfahrer zu gestalten. Als mögliche Maßnahmen, um dieses Ziel zu erreichen, schlagen die Bürgerinnen und Bürger die Schaffung von Fahrradparkplätzen  in der Oststadt vor. Zudem sollen der Stadtverwaltung Gefahrensituationen und Missstände aufgezeigt werden.

    Der Ausschuss „Verträglich wirtschaften und arbeiten“ schlägt im Bürgerprogramm unter anderem vor, in der Oststadt einen Laden ohne Verpackung mit Produkten aus regionalem Anbau zu eröffnen. Dieses Konzept wurde bereits in Berlin und Kiel erfolgreich umgesetzt und trägt aufgrund der geringeren Abfallproduktion zur Ressourcenschonung bei.  Ein bewussteres Einkaufen soll hierdurch bei den Bürgerinnen und Bürgern angestoßen werden.

    Viele weitere Bürgervorschläge hält das Bürgerprogramm bereit.

    Sie sind herzlich eingegalden, das Bürgerprogramm im Rahmen der Ergebniswerkstatt zum BürgerForum am 21.11.2014 im Gemeindesaal St. Bernhard, Georg-Friedrich-Straße 19 zu diskutieren und Schitte zur Umsetzung des Programms mit dem Quartier Zukunft und Vertretern der Stadt Karslruhe zu überlegen. Um vorherige Anmeldung per E-Mail wird gebeten.

     

    Download und weiterführende Links

    Bürgerprogramm [pdf | 2MB]

    Online Plattform zum BürgerForum Nachhaltige Oststadt

  43. Land fördert Reallabor zur nachhaltigen Entwicklung der Karlsruher Oststadt

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    Seit Herbst 2013 ist das Team des Quartier Zukunft in der Karlsruher Oststadt aktiv, um die nachhaltige Entwicklung des Stadtquartiers voranzubringen und zu beforschen. Nun fördert das baden-württembergische Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK) das „Reallabor 131 – KIT findet Stadt“, das in das Quartier Zukunft eingebettet ist und die forschenden Aktivitäten in Kooperation mit den beteiligten KIT-Institutionen innerhalb des Quartier Zukunft ausweiten wird. Wissen, Innovation und Stadtentwicklung in einem transdisziplinären Prozess nachhaltiger Entwicklung verknüpft miteinander zu denken und zu bearbeiten ist Ziel und Aufgabe des Reallabors. Das Reallabor 131 wurde unter Federführung des Quartier Zukunft Partners „KIT Zentrum Mensch und Technik“ vom Karlsruher Institut für Technologie beantragt. Förderbeginn ist voraussichtlich Januar 2015.

     

    Das Reallabor 131 im Quartier Zukunft

    Das thematische Spektrum des Reallabor 131: KIT findet Stadt reicht von lebenswerter Mobilität

    und Kreislaufwirtschaft über Sozialraum und Nachbarschaft bis hin zu Klima und Energie, Gesundheit und demographische Entwicklungen. Zentral dabei ist die Initiierung, Umsetzung und Beforschung mehrerer Projekte zur nachhaltigen Quartiersentwicklung, die in Kooperation und partizipativ mit der Stadtgesellschaft identifiziert, umgesetzt und forscherisch begleitet werden sollen. Diese Projekte können aus dem derzeit stattfindenden BürgerForum Nachhaltige Oststadt | Zukunft aus Bürgerhand generiert werden. Kristallisationspunkt des Reallabors wird ein Sustainability Science Shop sein, der nicht nur als Beratungsstelle für nachhaltigkeitsbezogene Fragestellungen, sondern darüber hinaus auch als Kommunikationszentrum, Veranstaltungs- und Arbeitsort für Projektbeteiligte und Forschende dienen soll.

     
    Was ist ein Reallabor?
    Mit einem Reallabor begeben sich Forschende in gesellschaftlich bedeutsame, reale Veränderungsprozesse, beispielsweise bei der Nachhaltigen Entwicklung eines Stadtquartiers wie der Karlsruher Oststadt oder der Einführung neuer Energiesysteme in einer Region.
     
    “Reallabore helfen gesellschaftliche Veränderungsprozesse besser zu verstehen, mitgestalten und in ihren Wirkungen messen zu können. Sie bieten Vernetzungs- und Kooperationsstrukturen zwischen Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und freien Forschungsinstituten sowie zwischen Wirtschaft, Politik, Verwaltung und zivilgesellschaftlichen Akteuren”, so das MWK.
     

    Weiter heißt es in der Pressemitteilung des Wisserschaftsministeriums:

    „Lösungen für wichtige Zukunftsfragen kann die Wissenschaft heute nur noch zusammen mit der Gesellschaft erarbeiten. Mit den Reallaboren ermöglichen wir hierfür eine neue, innovative Form des Wissenstransfers“, erklärte Ministerin Bauer. „Nachhaltige Mobilitätskultur oder nachhaltige Stadtentwicklung sind Themen, die für die gesellschaftliche Veränderung insgesamt von zentraler Bedeutung sind. Das greifen die Reallabore auf und helfen, Veränderungsprozesse im Land besser zu verstehen, mitzugestalten und in ihren Wirkungen messen zu können. Damit können sie kreative Treiber einer Entwicklungsstrategie für das ganze Land werden.“

    In der aktuellen Ausschreibungsrunde des Programms „Stärkung des Beitrags der Wissenschaft für eine nachhaltige Entwicklung“ unterstützt das Land ab 2015 sieben Reallabore an baden-württembergischen Hochschulen mit insgesamt bis zu sieben Millionen Euro.

    Weiterführende Links
    Pressemitteilung des MWK
  44. Endspurt BürgerForum: Auf in die Ergebniswerkstatt!

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    Es war ein intensives Sammeln von Ideen mit vielen Diskussionen und einer weitreichenden Auseinandersetzung mit der Situation vor Ort in der Karlsruher Oststadt. Im Rahmen der Ergebniswerkstatt wird nun das Bürgerprogramm als vorläufiges Ergebnis des mehrwöchigen Beteilgungsprozesses BürgerForum Nachhaltige Oststadt | Zukunft aus Bürgerhand der Öffentlichkeit vorgestellt und diskutiert. Zusätzlich wird auf Basis des Bürgerprogramms das weitere Vorgehen im Hinblick auf die gemeinsame Umsetzung mit dem Projektteam des Quartier Zukunft und der Stadt Karlsruhe vereinbart. Mit der Ergbniswerkstatt endet das BürgerForum Nachhaltige Oststadt offiziell. Sie findet am 21. November 2014 im Gemeindesaal St. Bernhard statt. Sie sind zur Ergebniswerkstatt herzlich eingeladen!

    Websitebild ErgebniswerkstattIm Rahmen der Ergebniswerkstatt wird das in der Onlinephase ausgearbeitete Bürgerprogramm – bestehend aus drei ausgearbeitete Bürgervorschlägen pro Themenausschuss – dem Projektteam des Quartier Zukunft und Vertretern der Karlsruher Stadtverwaltung und -politik übergeben und diskutiert. Umsetzungsschritte werden vereinbart. Begleitend werden die Bürgervorschläge am Abend der Ergebniswerkstatt ausgestellt.

    Das Programm der Ergebniswerkstatt

    • Vorab: Rundgang durch die Ausstellung der Bürgervorschläge
    • Begrüßung und Eröffnung der Ergebniswerkstatt
    • Interviews mit Bürgerredakteuren
    • Diskussion des Bürgerprogramms mit Vertretern aus Stadtpolitik & -verwaltung, der Wissenschaft sowie den Teilnehmenden der Veranstaltung
    • Vereinbarung konkreter Umsetzungsschritte
    Die Ausschüsse und dazu gehörigen Bürgervorschläge im Überblick
    In insgesamt 4 Themenausschüssen wurden während der Auftakt- und Onlinewerkstatt Bürgervorschläge erdacht, diskutiert und verfeinert. Diese bilden den Inhalt des Bürgerprogramms.
     
    * Themenausschuss „Stadtgesellschaft im Wandel – Lebensqualität steigern“
    Weniger – älter – bunter, lauten knapp die Kennzeichen der gegenwärtigen Bevölkerungsentwicklung. Dass der demographische Wandel viele Herausforderungen birgt, denen sich unsere Gesellschaft stellen muss, ist inzwischen mehr als deutlich.
     
    Bürgervorschläge:
    * Themenausschuss „Leben und Wohnen in der Oststadt“
    Welche Wohnformen wünschen wir uns für die Zukunft? Wie bringen wir die Generationen wieder näher zusammen? Welche anderen Dinge gibt es, die für uns ein lebenswertes Wohnumfeld ausmachen, in dem wir bleiben oder das wir neu beziehen möchten?
     
    Bürgervorschläge:
     
    Themenausschuss „Alltagsmobilität im Blick, Klima und Energie neu denken“
    „Wir sind mobil – auf Gedeih und Verderb. Wie lässt sich unsere Mobilität sozial gerecht und menschlich gestalten?
    Energie ist eine der wichtigsten Ressourcen unserer Zeit, ihre Gewinnung, Verteilung und ihr Einsatz haben aber auch vielfältige Nebenwirkungen – nicht nur für das Klima.“
     
    Bürgervorschläge
     
    * Themenausschuss „Verträglich wirtschaften und arbeiten“
    Wirtschaften bedeutet mehr als der Umgang mit Geld, Einkaufen oder Sparen. Gibt es Platz für ein Wirtschaften, das sich am Gemeinwohl orientiert, und für Arbeit, die uns erfüllt?
     
    Bürgervorschläge:
    Wann & wo
    Die Ergebniswerkstatt findet am 21. November 2014 im Gemeindesaal St. Bernhard, Georg-Friedrich-Straße 19, 76131 Karlsruhe, in der Zeit von 18.00 bis 21.00 Uhr statt. Um vorherige Anmeldung per E-Mail wird gebeten.
     
    Weiterführende Links
    Online-Plattform des BürgerForums Nachhaltige Oststadt
  45. BürgerForum: Inspiration aus der Wissenschaft

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    In der Onlinewerkstatt des BürgerForums Nachhaltige Oststadt | Zukunft aus Bürgerhand werden bis Ende Oktober die Bürgervorschläge aus der Auftaktwerkstatt diskutiert und weiterentwickelt. Vielen Dank für die Beiträge, die Sie bereits in die Diskussion auf www.karlsruhe.buergerforum2014.de eingebracht haben. Noch bis zum 29.10.2014 haben Sie Zeit, die Vorschläge weiter zu konkretisieren. Als Inspiration stellen wir Ihnen nachfolgend eine Sammlung an Projektideen zur Verfügung, die von KIT WissenschaftlerInnen entwickelt wurden und die sich mit der nachhaltigen Entwicklung der Oststadt befassen.

    Ideen für die nachhaltige Entwicklung der  Karlsruher Oststadt entwickeln

    Ideen für die nachhaltige Entwicklung der Karlsruher Oststadt entwickeln

     

    Da diese auch angesichts bekannter Problemlagen in der Oststadt entstanden sind und teilweise sehr gut (und teilweise auch nicht) zu den hier diskutierten Bürgervorschlägen passen, möchten wir vom Quartier Zukunft Ihnen diese als Input für die Bürgervorschläge zur Verfügung stellen.

    Die Projektideen entstanden im Zuge des Forschungsantrags „Reallabor 131: KIT findet Stadt“ des Quartier Zukunft. Ein Blick in die Sammlung lohnt sich auch, weil über die Projektideen ersichtlich wird, was alles am KIT beforscht und somit auch im Zuge des Bürgerprogramms eventuell wissenschaftlich unterstützt werden könnte.

    Vielleicht kann das ein oder andere noch in die Bürgervorschläge mit einfließen – selbstredend nur wenn es passt und gewollt ist.

    Download

    Sammlung KIT Projektideen für BürgerForum – KIT-R131 [pdf | 1,8 MB]

  46. BürgerForum | Online-Werkstatt: Bis 29.10. diskutieren, bis 7.11. abstimmen!

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    Viele spannende Vorschläge wurden am 11. Oktober 2014 bei der Auftaktveranstaltung zum BürgerForum Nachhaltige Oststadt erarbeitet. In der Online-Werkstatt haben Sie nun die Gelegenheit, diese Vorschläge weiterzuentwickeln und gemeinsam ein „Bürgerprogramm“ mit Handlungsempfehlungen zu erarbeiten. Auch wenn Sie nicht an der Auftaktwerkstatt teilnehmen konnten, freuen wir uns über Ihre Teilnahme online!

    BürgerForum Nachhaltige Oststadt © KIT

    BürgerForum Nachhaltige Oststadt © KIT

     

     

    Wie läuft die Online-Werkstatt ab?

    12. Oktober – 29. Oktober: Diskussion

    In der Online-Werkstatt werden zu jedem Vorschlag Anregungen und Hinweise gesammelt, die dann in den Vorschlagstext eingearbeitet werden. Sobald Sie sich auf der Online-Plattform registriert haben, können Sie Fragen zu den Vorschlägen stellen und auf Fragen anderer antworten. So können Sie zum Beispiel Recherchen zu offenen Fragen anregen, Pro und Contra zu einem Vorschlag sammeln oder um Ideen zur weiteren Konkretisierung bitten. Zwei „Bürgerredakteure“ regen die Diskussion zusätzlich mit Fragen an und arbeiten die Diskussionsergebnisse in den Vorschlagstext ein. Aus den stichwortartigen Vorschlägen, die bei der Auftaktveranstaltung entstanden sind, entstehen so druckreif ausformulierte Vorschlagstexte.

    30. Oktober – 7. November: Abstimmung

    Ab dem 30.10. ist der Vorschlagstext für weitere Bearbeitungen geschlossen. Jetzt geht es darum, noch möglichst viele Mitzeichner für den Vorschlag zu finden. Mobilisieren Sie Freunde und Bekannte, machen Sie die Vorschläge in der Öffentlichkeit bekannt. Der Vorschlag mit den meisten Mitzeichnern wird im Bürgerprogramm besonders hervorgehoben.

    Und wie geht es dann weiter?

    Am 21.11.2014, von 18:00 bis 21 Uhr, wird das Bürgerprogramm im Rahmen der Ergebniswerkstatt der Öffentlichkeit vorgestellt und diskutiert. Dort wird auch das weitere Vorgehen vereinbart. Die Veranstaltung findet im Gemeindesaal St. Bernhard, Georg-Friedrich-Straße 19, 76131 Karlsruhe, statt. Sie können sich
    dazu per E-Mail anmelden.

  47. BürgerForum: von der Auftakt- in die Onlinewerkstatt

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    Der Anfang ist gemacht. Am 11. Oktober hat das Quartier Zukunft – Labor Stadt in Kooperation mit der Stadt Karlsruhe und der Bertelsmann Stiftung mit der Auftaktwerkstatt den Startschuss zum BürgerForum „Nachhaltige Oststadt | Zukunft aus Bürgerhand“ gegeben. Quartier Zukunft-Projektleiter Oliver Parodi und Stadtrat Dr. Alfred Käuflein eröffnete am vergangenen Samstag die Veranstaltung im Casino der Verkehrsbetriebe in Karlsruhe. Rund 100 Karlsruher diskutierten dort intensiv über die nachhaltige Entwicklung der Oststadt und formulierten erste Lösungsansätze.

    Zu Beginn der Auftaktwerkstatt machte sich Andreas Kleinsteuber, Moderator der Veranstaltung, zunächst ein Bild über die Bürger vor Ort. Seine gezielten Fragen zeigten: Die Mehrheit der Anwesenden lebte in der Oststadt und ging dort verstärkt einkaufen. Nur wenige der Teilnehmer der Auftaktwerkstatt gaben hingegen an, in der Oststadt zu arbeiten. Auch in Sachen Nachhaltigkeit gab es ein klares Bild: Die Mehrheit der Bürger war zuvor zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Veranstaltung gekommen. Das Thema Nachhaltigkeit war somit bei den Anwesenden bereits angekommen.

    Von der Idee zum Bürgervorschlag

    Nach dem ersten Kennenlernen und der Zusammenlegung der Themenausschüsse „Klima und Energie neu denken“ sowie „Alltagsmobilität im Blick, begann die Arbeit in insgesamt vier Ausschüssen. In einer ersten Diskussion sammelten die Bürger an ihren Tischen zunächst grobe Ideen und Anregung zum jeweiligen Themenschwerpunkt. Zuvor gewählte Tischvertreter ordneten die Diskussionen und fassten die Anregungen zusammen. Nach einer kurzen Pause, in der sich die Ausschussmitglieder ihre Ideen gegenseitig vorstellten und Fragen dazu beantworteten, ging die Arbeit an den Tischen in die entscheidende Phase. Die ersten Ideen wurden nun zu konkreten Bürgervorschläge ausgearbeitet. In einem letzten Schritt verdichteten die Teilnehmenden die vorliegenden Bürgervorschläge, sodass am Ende jeweils drei Vorschläge pro Ausschuss übrig blieben. Diese Bürgervorschläge werden jetzt in der Onlinewerkstatt weiterentwickelt. Und das sind sie, die Top-3 Bürgervorschläge pro Ausschuss des Bürgerforums Nachhaltige Oststadt | Zukunft aus Bürgerhand:

    Stadtgesellschaft im Wandel – Lebensqualität steigern

    Leben und Wohnen in der Oststadt

    Alltagsmobilität im Blick, Klima und Energie neu denken

    Verträglich wirtschaften und arbeiten

    Wichtig für die anschließende Onlinewerkstatt war auch die Wahl der Bürgerredakteure. Sie arbeiten die Bürgervorschläge anhand der Anregung aus dem Onlinedialog konkret aus. Dazu stellen Sie Impulsfragen und stehen im ständigen Austausch mit den Teilnehmern auf der Plattform. 24 Bürgerredakteure wurden insgesamt gewählt. Zwei pro Bürgervorschlag. Sie sind es, die dafür sorgen, dass die Diskussion der Auftaktwerkstatt nun im Internet nahtlos weitergeht.

    Die Onlinewerkstatt läuft bis zum 07.11.2014 ! – Diskutieren Sie mit!

    Die Onlinewerkstatt ist bis zum 07. November aktiv. Bei einigen Bürgervorschlägen sind erste Anregungen bereits eingegangen. Schauen Sie auf der Plattform vorbei, diskutieren sie mit und unterstützen sie die Bürgerredakteure bei der Erarbeitung der Bürgervorschläge. Sie möchten mehr darüber erfahren, wie die Onlinewerkstatt abläuft? Alles Wichtige dazu erfahren Sie auf www.karlsruhe.buergerforum2014.de.

  48. Die Auftaktwerkstatt zum BürgerForum | Programm und Organisation

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    Das BürgerForum Nachhaltige Oststadt | Zukunft aus Bürgerhand naht. Es startet kommenden Samstag, den 11. Oktober 2014 mit der Auftaktwerstatt im Casino der Verkehrsbetriebe. Während der Auftaktwerkstatt lernen sich die Teilnehmer des BürgerForums zum ersten Mal persönlich kennen. Bei dieser Veranstaltung in Arbeitsatmosphäre werden die Weichen für das Gelingen des gesamten Forums gestellt.

    © Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

    © Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

    Die Auftaktwerkstatt ist als Gruppenveranstaltung konzipiert. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer finden sich in einem großen Raum ein, arbeiten jedoch, nach thematischen Schwerpunkten differenziert, in verschiedenen Kleingruppen zusammen. Pro Ausschuss gibt es dabei sechs bis acht solcher Kleingruppen mit jeweils vier bis sechs Teilnehmern.

    Der Moderator Herr Andreas Kleinsteuber übernimmt die Gesamtmoderation der Auftaktwerkstatt. Er erklärt den Teilnehmenden zunächst detailliert den Ablauf der Veranstaltung und informiert über die einzelnen Arbeitsschritte während des Tages. Anschließend beginnen die Teilnehmer mit der Ausarbeitung der ersten konkreten Vorschläge. Dabei obliegt es den Bürgerinnen und Bürgern, selbst die inhaltliche Agenda des BürgerForums aufzustellen und eigene Schwerpunkte innerhalb der Ausschussthemen zu setzen. In aufeinanderfolgenden Runden diskutieren die Teilnehmenden in immer neuer Zusammensetzung an den Tischen, Zwischenergebnisse werden mit Hilfe von beschrifteten Flip-Chart-Blättern sichtbar gemacht und zur Abstimmung gestellt. Diese Moderationsmethode, die „World Café“ genannt wird, stellt das Kennenlernen neuer Personen und Positionen sicher – am Ende stehen Vorschläge, die eine möglichst breite Zustimmung unter allen Teilnehmenden finden.

    Ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zum fertigen Bürgerprogramm bildet die Wahl von BürgerRedakteuren. Diese übernehmen auch in der anschließenden Onlinephase eine zentrale Rolle bei der Formulierung der Vorschläge und gewährleisten, dass die Meinungen und Anregungen aller in das Bürgerprogramm einfließen können.

    Im nächsten Schritt beurteilen die Teilnehmer alle Vorschläge nach ihrer Wichtigkeit. So treffen die Bürgerinnen und Bürger bereits während der Auftaktwerkstatt eine Auswahl der für sie wichtigsten Punkte, die in der anschließenden Onlinewerkstatt diskutiert und vertieft werden sollen. Am Ende des Veranstaltungstages liegen alle Bürgervorschläge (drei pro Ausschuss) als fertig formulierte Kurztexte vor – damit ist der Grundstein für die Onlinewerkstatt gelegt. Der Moderator bittet zum Ende des Tages alle Teilnehmenden noch einmal zusammen zu kommen und erläutert den Ablauf der vierwöchigen Onlinephase, die direkt an die Auftaktwerkstatt anschließt. Eine Feedback-Runde, die allen Bürgerinnen und Bürger noch einmal die Möglichkeit gibt, Anregungen und Kritik zu äußern sowie Unklarheiten auszuräumen, bildet schließlich den Abschluss des Veranstaltungstages.

    Ablauf BürgerForum Nachhaltige Oststadt | Zukunft aus Bürgerhand

    Zeit  Ablauf
    9:30  Ankunft/Anmeldung
    10:00  Begrüßung, Einführung in den Tagesablauf, Kennenlernen, Einstimmung
    10:40  Vorstellung des Arbeitsablaufs
    11:00  Arbeitsphase 1: Ideensammlung und Erarbeitung von Bürgervorschlägen
    13:00  MITTAGSPAUSE
    14:00  Arbeitsphase 2: Debatte zur finalen Auswahl der Top3-Bürgervorschläge und Wahl der Bürgerredakteure
    15:25  Kaffeepause
    15:40  Einführung Onlinewerkstatt
    16:10  Ausblick BürgerForum
    16:30  Ende

     

    Veranstaltungsort Casino der Verkehrsbetriebe Karlsruhe

    Die Auftaktwerkstatt des BürgerForums Nachhaltige Oststadt findet am 11. Oktober im Casino der Verkehrsbetriebe Karlsruhe. Die Ankunft und Anmeldung erfolgt ab 09:30 Uhr; um 10:00 Uhr beginnt die Veranstaltung. Für die (kostenfreie) Verpflegung während der Veranstaltung ist gesorgt.

    Der Veranstaltungsort liegt im Erdgeschoss und ist barrierefrei erreichbar. Der Eingang ist sowohl über die Tullastraße also auch über die Gerwigstraße möglich (beide Eingänge sind am Veranstaltungstag ausgeschildert). Fahrräder können vor dem Eingang des Hauptgebäudes (Tullastraße 71) odr auch im Innenhof abgestellt werden. Parkplätze sind auf dem Mitarbeiterparkplatz des Geländes kostenlos verfügbar (Einfahrt über „Am Badenwerk“, kleine Straße zwischen VBK und EnBW). Behindertengerechte Toiletten sind vorhanden.

    Die nächste Straßenbahnhaltestelle ist die S-Bahn Haltestelle Tullastraße.

  49. BürgerForum: Themenausschuss „Leben und Wohnen in der Oststadt“

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    Am 11. Oktober 2014 startet das BürgerForum Nachhaltige Oststadt | Zukunft aus Bürgerhand mit einer Auftaktwerkstatt. Auf dieser Website erfahren Sie in den Tagen bis zur Veranstaltung, welche Themen im Rahmen des BürgerForums besprochen werden. Nach den Themenauschüssen „Energie neu denken – Klima schützen“ und „Stadtgesellschaft im Wandel – Lebensqualität steigern“ folgt mit diesem Artikel die Darstellung des Themenausschusses „Leben und Wohnen in der Oststadt“. Welche Wohnformen wünschen wir uns für die Zukunft? Wie bringen wir die Generationen wieder näher zusammen? Welche anderen Dinge gibt es, die für uns ein lebenswertes Wohnumfeld ausmachen, in dem wir bleiben oder das wir neu beziehen möchten?

    Einige von uns haben sich für die Oststadt als neuen Wohnort entschieden und müssen sich erst einmal zurechtfinden im neuen Stadtraum. Einige von uns wohnen schon länger in ihrem Quartier. Sie fühlen sich wohl in ihrer gewohnten Umgebung und stellen sich die Frage, ob und wie sie ihren Wohnort noch im Alter behalten können. Die Beantwortung dieser Frage hängt sicherlich auch davon ab, ob die nötige Infrastruktur, wie Einkaufsmöglichkeiten, Gesundheitsversorgung, Erholungsräume, öffentlicher Nahverkehr etc. im Quartier vorhanden und gut erreichbar ist. Sie hängt aber vielleicht auch davon ab, ob es eine funktionierende Gemeinschaft in der Nachbarschaft gibt. Kennt man seinen Nachbarn, um ihn zum Beispiel fragen zu können, ob er einem beim Einkauf oder bei der Betreuung helfen kann?

    Welche Wohnformen wünschen wir uns für die Zukunft? Wie bringen wir die Generationen wieder näher zusammen? Welche anderen Dinge gibt es, die für uns ein lebenswertes Wohnumfeld ausmachen, in dem wir bleiben oder das wir neu beziehen möchten? Die Bedürfnisse an unser Wohn- und Lebensumfeld verändern sich im Laufe unseres Lebens, nach Schule und Ausbildung kommt für viele die Zeit der Familiengründung in der plötzlich mehr Wohnraum benötigt wird. Oft finden Familien nur schlecht bezahlbaren innenstadtnahen Wohnraum und wandern ab. Deshalb gilt es zu überlegen, wie Familien und älteren Menschen weiterhin ein attraktives Leben im Quartier ermöglicht werden kann.

    Und: In einer Stadt treffen viele unterschiedliche Lebensstile und Werte aufeinander. Wie kann man den unterschiedlichen Bedürfnissen einer vielfältigen Gesellschaft gerecht werden? Wie können wir sogar voneinander lernen, wie Gemeinschaft stärken? Sie sind herzlich dazu eingeladen, hierüber Ihre eigenen Erfahrungen und Fragen in den Ausschuss mitzubringen, zu diskutieren und Lösungsvorschläge zu entwickeln.

    Sprechblasen-05

    Die weiteren Ausschussthemen werden wie folgt auf der Website des Quartier Zukunft besprochen:

    Sie möchten am BürgerForum Nachhaltige Oststadt | Zukunft aus Bürgerhand teilnehmen? Alle Informationen zur Anmeldung finden Sie unter www.karlsruhe.buergerforum2014.de.

    Weiterführende Informationen

    Website der Stadt Karlsruhe

  50. BürgerForum: Themenausschuss “Stadtgesellschaft im Wandel”

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    Am 11. Oktober 2014 startet das BürgerForum Nachhaltige Oststadt | Zukunft aus Bürgerhand mit einer Auftaktwerkstatt. Auf dieser Website erfahren Sie in den Tagen bis zur Veranstaltung, welche Themen im Rahmen des BürgerForums besprochen werden. Nach dem Themenauschuss “Energie neu denken – Klima schützen” folgt mit diesem Artikel die Darstellung des Themenausschusses „Stadtgesellschaft im Wandel – Lebensqualität steigern“. Weniger – älter – bunter, lauten knapp die Kennzeichen der gegenwärtigen Bevölkerungsentwicklung. Dass der demographische Wandel viele Herausforderungen birgt, denen sich unsere Gesellschaft stellen muss, ist inzwischen mehr als deutlich.

    Weniger – älter – bunter, lauten knapp die Kennzeichen der gegenwärtigen Bevölkerungsentwicklung. Dass der demographische Wandel viele Herausforderungen birgt, denen sich unsere Gesellschaft stellen muss, ist inzwischen mehr als deutlich. Wir sind Teil dieser Entwicklung und bekommen die Auswirkungen einer veränderten Gesellschaftsstruktur schon heute zu spüren. In diesem Ausschuss diskutieren wir den Umgang mit der Thematik speziell in der Karlsruher Oststadt.

    In Anbetracht der sinkenden Geburtenrate und einer wachsenden Zahl an älteren Menschen stellt sich die Frage, wer und in welcher Form sich zukünftig um uns kümmern wird und welche Rolle dabei beispielsweise generationenübergreifende Wohnformen und Nachbarschaften einnehmen. Welche Unterstützungsangebote gibt es schon und an welcher Stelle besteht noch Ausbaupotenzial? Gerade eine bunt gemischte Stadtbevölkerung bietet zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten beim gegenseitigen Versorgen und Kümmern. Menschen aus anderen Kulturen bereichern unsere Gesellschaft, das Zusammenleben im Alltag birgt aber auch Herausforderungen, um ein vertrauensvolles und wertschätzendes Zusammenleben zu ermöglichen.

    Wie können wir unsere Lebensqualität verbessern oder möglichst lange aufrechterhalten? Wie lassen sich Entschleunigung und Stressabbau in unseren Alltag integrieren? Gerade heute, wo wir an und über den Grenzen unserer Leistungsfähigkeit arbeiten, darf unsere eigene auch seelische Gesundheit nicht zu kurz kommen. In diesem Zusammenhang stellen sich vor allem auch die Fragen, was das Leben in der Stadt lebenswert und lebendig macht und wie wir möglichst lange gesund in ihr leben können. Was dagegen sind eher krankheitsfördernde Faktoren und  wie können wir diese vermeiden? Sie sind herzlich dazu eingeladen, hierüber Ihre eigenen Erfahrungen und Fragen in den Ausschuss mitzubringen, zu diskutieren und Lösungsvorschläge zu entwickeln.

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    Die weiteren Ausschussthemen werden wie folgt auf der Website des Quartier Zukunft besprochen:

    • „Leben und Wohnen in der Oststadt“ am Mittwoch, den 01. Oktober 2014
    • „Alltagsmobilität im Blick“ am Montag, den 06. Oktober 2014
    • „Verträglich wirtschaften und arbeiten“ am Mittwoch, den 08. Oktober 2014
    • Energie neu denken – Klima schützen”, bereits online

    Sie möchten am BürgerForum Nachhaltige Oststadt | Zukunft aus Bürgerhand teilnehmen? Alle Informationen zur Anmeldung finden Sie unter www.karlsruhe.buergerforum2014.de.

    Weiterführende Informationen

    Website der Stadt Karlsruhe

  51. BürgerForum: Themenausschuss „Energie neu denken“

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    Am 11. Oktober 2014 startet das BürgerForum Nachhaltige Oststadt | Zukunft aus Bürgerhand mit einer Auftaktwerkstatt. Auf dieser Website erfahren Sie in den Tagen bis zur Auftaktwerkstatt, welche Themen im Rahmen des BürgerForums besprochen werden. Los geht es mit dem Themenauschuss „Energie neu denken – Klima schützen“. Energie ist eine der wichtigsten Ressourcen unserer Zeit, ihre Gewinnung, Verteilung und ihr Einsatz haben aber auch vielfältige Nebenwirkungen – nicht nur für das Klima.

    Ohne die Möglichkeit, jederzeit Energie zur Verfügung zu haben, ist unsere heutige Gesellschaft kaum vorstellbar. Energie ist zu einer der wichtigsten Ressourcen unserer Zeit geworden, ihre Gewinnung, Verteilung und ihr Einsatz hat aber auch vielfältige Nebenwirkungen. Der unter anderem durch die Nutzung fossiler Energieformen verursachte Klimawandel betrifft in besonderem Maße auch die in der Stadt wohnenden Menschen, vor allem im Hinblick auf häufiger auftretende extreme Wetterereignisse. So auch in der Karlsruher Oststadt. Durch den hohen Anteil an bebauten und versiegelten Flächen und den vergleichsweise wenigen Grünflächen, kann Wärme gut gespeichert werden und der Stadtteil sich schnell zur Hitzeinsel entwickeln. Gerade für ältere Personen kann das gefährlich werden. Wie können wir uns an Hitzetagen gegenseitig unterstützen? Bei starkem Regen kann das Wasser nicht schnell genug abfließen oder versickern. Erinnern Sie sich an die heftigen Stürme und Regengüsse im Juli und August im letzten Sommer? Und auch dieses Jahr hatten schon einige Bürger vollgelaufene Keller zu beklagen. Was können wir tun, um die weitere globale Erwärmung zu verhindern? Und wie können wir uns – individuell, gemeinschaftlich und technisch innovativ – an den Klimawandel und die durch ihn entstehenden Extremwetterereignisse wie Hitzewellen oder Starkregen in der Oststadt anpassen? Die „Energiewende“, der Umstieg auf erneuerbare Energieformen in allen Lebensbereichen, stellt eine der zentralen Herausforderungen unserer heutigen Gesellschaft dar. Gerade Städte spielen hierbei als Ballungsgebiete eine besondere Rolle. Wie kann unser individueller Energieverbrauch gesenkt werden? Wie können wir (gemeinsam) in der Stadt Energie erzeugen? Woher möchten wir welche umweltfreundliche Energie von außerhalb beziehen? Können wir dies gemeinschaftlich tun? Sie sind herzlich dazu eingeladen, hierüber Ihre eigenen Erfahrungen und Fragen in den Ausschuss mitzubringen, zu diskutieren und Lösungsvorschläge zu entwickeln. energie_sprechblasen_2 Die weiteren Ausschussthemen werden wie folgt auf der Website des Quartier Zukunft besprochen:

    • „Stadtgesellschaft im Wandel – Lebensqualität steigern“ am Montag, den 29. September 2014
    • „Leben und Wohnen in der Oststadt“ am Mittwoch, den 01. Oktober 2014
    • „Alltagsmobilität im Blick“ am Montag, den 06. Oktober 2014
    • „Verträglich wirtschaften und arbeiten“ am Mittwoch, den 08. Oktober 2014

    Sie möchten am BürgerForum Nachhaltige Oststadt | Zukunft aus Bürgerhand teilnehmen? Alle Informationen zur Anmeldung finden Sie unter www.karlsruhe.buergerforum2014.de.

    Weiterführende Informationen

    Website der Stadt Karlsruhe

  52. Einblicke | September 2014

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    Einblicke ist ein Kurznachrichtenformat. Mit diesem macht das Team des Quartier Zukunft – Labor Stadt Arbeitsschritte und -abläufe innerhalb der Projektarbeit mit lokalen Akteuren und der Bevölkerung vor Ort im Projektgebiet Karlsruhe Oststadt auf der einen und der Wissenschaftscommunity auf der anderen Seite sichtbar. Es erscheint regelmäßig und im Rhythmus von 2 Monaten auf dieser Website. Die Septemberausgabe hält Aktuelles zum BürgerForum und dem nächsten ReparaturCafé bereit. Gespräche mit Schlüsselpersonen in der Karlsruher Oststadt geben uns die Möglichkeit, das Quartiersleben vor Ort besser zu verstehen und uns zugleich im Quartier vorzustellen. Weitere Themen sind: der Quartier Zukunft Stammtisch sowie die geplante Darstellung von Projektgruppen auf dieser Website, mit denen das Quartier Zukunft kooperiert.

    Auf dem Weg in die Zukunft der Oststadt – Das BürgerForum startet!

    Das Quartier Zukunft Team arbeitet derzeit an den letzten Vorbereitungen zur Durchführung des BürgerForums Nachhaltige Oststadt | Zukunft aus Bürgerhand. In 5 sogenannten Ausschüssen wird zu den folgenden Themen diskutiert und Ideen enwickelt: Leben und wohnen im Quartier, Alltagsmobilität im Blick, Verträglich wirtschaften und arbeiten, Energie neu denken – Klima schützen und Stadtgesellschaft im Wandel – Lebensqualität steigern. Alle OststädterInnen sowie KarlsruherInnen mit Bezug zur Oststadt sind herzlich dazu eingeladen, am BürgerForum teilzunehmen. Der 3-stufige Aufbau des Formates ermöglicht es den Teilnehmenden, sich intensiv kennenzulernen und über Wochen miteinander im Gespräch zu bleiben, neue Ideen für eine nachhaltige Stadtentwicklung auszuarbeiten und Informationen zu erhalten. Derzeit und bis zum 10. Oktober können sich alle Interessenten für die Teilnahme am BürgerForum unter www.karlsruhe.buergerforum2014.de anmelden. Wir freuen uns auf eine rege Teilnahme und darauf, gemeinsam mit Ihnen die Zukunft der Oststadt zu gestalten.

    Das ReparaturCafé – Was im Hintergrund passiert

    Das Quartier Zukunft ist mitten in den Vorbereitungen für das nächste ReparaturCafé in Karlsruhe begriffen, das am 18.10.2014 von 11.00 – 18.00 Uhr im Kinder- und Jugendhaus der Oststadt stattfinden wird. Das besondere dieses Mal: Von 11.00 bis 13.00 Uhr öffnet das ReparaturCafé seine Pforten speziell für Kinder und Jugendliche. Gemeinsam mit den freiwilligen Reparateuren sind dafür verschiedene Kreativ-Workshops in Planung. Interessierte Personen, die als Reparateure tätig werden oder auch einen Kuchen für das Café spenden möchten sind immer herzlich willkommen. Schreiben Sie bei Interesse einfach eine E-Mail an Sarah Meyer-Soylu oder Colette Waitz. Übrigens: Es ist ein ReparaturCafé in der Weststadt in Kooperation mit dem Quartier Zukunft geplant. Über die Streuung nachhaltiger Lebensweisen auch über unseren Stadtteil hinaus freuen wir uns sehr!

    Im Gespräch mit den Schlüsselpersonen der Oststadt

    Um die Kultur, die Strukturen und Netzwerke der Karlsruher Oststadt besser zu verstehen, somit gezielt arbeiten zu können und Kooperationen anzustoßen, führen wir seit einiger Zeit Interviews mit Akteuren im Projektgebiet. Ferner dienen die gewonnenen Informationen aus den Interviews der Beschreibung des Ist-Zustandes der Oststadt für spätere Analysen. Bei den Interviewpartnern handelt es sich insbesondere um Personen und Einrichtungen, die durch ihr langjähriges oder auch erst junges Wirken die Oststadt prägen, über spezifische Kenntnisse über das Quartier und das Quartiersleben verfügen. Dazu zählen vor allem Träger sozialer Institutionen und Bildungseinrichtungen, Kirchen und religiöse Gemeinschaften, Wirtschaftsvertreter, Betriebe und Handwerk, kulturelle Organisationen, Sport- und andere Vereine, Forschungseinrichtungen, Verwaltungsstellen, Parteien, Infrastruktureinrichtungen u. a.

    Mitmachen und Vernetzen beim Quartier Zukunft Stammtisch

    Das Mitgestalten hat im Quartier Zukunft einen besonderen Stellenwert. Um einen kontinuierlichen Austausch mit den in der Oststadt Lebenden und Arbeitenden zu gewährleisten, lädt das Quartier Zukunft im zweimonatlichen Rhythmus zum Quartier Zukunft Stammtisch ein. Bei den Treffen können Sie zum einen das Projektteam kennenlernen, aber auch Anschluss an bereits bestehende Projektgruppen und ebenso MitstreiterInnen für neue Ideen der nachhaltigen Stadtentwicklung finden. Der Stammtisch hat dank des Engagements vieler Freiwilliger
    bereits für sehr wertvolle Impulse und Vernetzungen gesorgt. Der nächste Quartier Zukunft Stammtisch findet am heutigen Mittwoch, den 24.09.2014 ab 19.00 Uhr in der Humboldtstraße statt. Alle MitgestalterInnen und ebenso alle neuen Interessierten sind herzlich zu diesem und den kommenden Stammtisch-Treffen eingeladen. Über aktuelle Termine können Sie sich im Kalender dieser Website informieren.

    Darstellung der Projektgruppen um das Quartier Zukunft

    Das Quartier Zukunft ist mittlerweile mit vielen lokalen Gruppen, die sich im Themenfeld „Nachhaltige Stadt“ engagieren, vernetzt. Darüber hinaus haben sich anknüpfend an verschiedene Aktivitäten des Quartier Zukunft, wie z.B. der Bürgerversammlung, wissenschaftlichen Diskursen und dem Quartier Zukunft Stammtisch heraus Arbeitsgruppen mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten gebildet. Um diese Zusammenarbeiten auch nach außen sichtbar zu machen, erarbeitet das Quartier Zukunft derzeit die Darstellung der kooperierenden Projektpartner auf dieser Website. In Kürze werden Sie hierzu die Informationen einsehen können.

  53. BürgerForum „Nachhaltige Oststadt | Zukunft aus Bürgerhand“ startet

    2 Comments

    Am 11. Oktober findet der Auftakt zum BürgerForum Nachhaltige Oststadt | Zukunft aus Bürgerhand statt. Sie sind herzlich dazu eingeladen, am BürgerForum teilzunehmen.

    Beim BürgerForum Nachhaltige Oststadt | Zukunft aus Bürgerhand geht es darum, gemeinsam mit den BürgerInnen die zukünftige Entwicklung der Oststadt aktiv zu gestalten. Angestrebt wird eine hohe Lebensqualität im Quartier für alle – BewohnerInnen, dort Arbeitende, BesucherInnen. Sie sind aufgerufen, gemeinsam mit uns und ExpertInnen aus Wissenschaft und Praxis Ideen zu entwickeln. Stets dabei im Blick: unsere Umwelt, unsere Mitwelt und unsere Nachwelt.

    Unter dem Motto „Global denken – lokal handeln, gemeinsam für eine lebenswerte Zukunft“ treiben die Vereinten Nationen seit den 1990er Jahren weltweit die Bemühungen um eine Nachhaltige Entwicklung voran. Das Quartier Zukunft schließt sich dieser Herausforderung an und arbeitet auf lokaler Ebene in der Oststadt von Karlsruhe. Für das Quartier Zukunft ist eine Entwicklung dann nachhaltig, wenn sie den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden.

    Was können wir tun, damit die Oststadt ein zukunftsfähiger Lebensraum für alle Generationen und Mensch mit unterschiedlichen Lebensstilen, Einkommensverhältnissen und kulturellen Hintergründen wird? Hierfür benötigen wir Ihre Unterstützung. Was stellen Sie sich vor? Was sind Ihre Bedürfnisse? Was sind Ihre Ideen?

    Bringen Sie sich beim BürgerForum ein! Diskutieren Sie gemeinsam mit anderen BürgerInnen zu diesen Themen:

    • Leben und wohnen im Quartier
    • Alltagsmobilität im Blick
    • Verträglich wirtschaften und arbeiten
    • Energie neu denken – Klima schützen
    • Stadtgesellschaft im Wandel – Lebensqualität steigern

    Ziel des BürgerForums ist es, dass KarlsruherInnen gemeinsam Handlungsempfehlungen zu gesellschaftlich relevanten Themen nachhaltiger Quartiersentwicklung erarbeiten, die sie anschließend eigenständig umsetzen können.

    Umfangreiche Informationen über die Ausschüsse, deren Ziele und das BürgerForum allgemein gibt es bereits im Vorfeld hier.

    Das BürgerForum Nachhaltige Oststadt | Zukunft aus Bürgerhand wird vom Projekt Quartier Zukunft – Labor Stadt in Kooperation mit der Stadt Karlsruhe und der Bertelsmann Stiftung durchgeführt. Die Bertelsmann Stiftung und die Heinz Nixdorf Stiftung haben das Beteiligungsformat gemeinsam entwickelt. Wie es funktioniert erläutert das folgende Kurzvideo.

    Das BürgerForum Nachhaltige Oststadt | Zukunft aus Bürgerhand verläuft entsprechend in 3 Stufen. Beginn ist am Samstag, 11. Oktober 2014 in der Zeit von 10:00 -16:30 Uhr mit einer Auftaktwerkstatt. An ihr nehmen bis zu 200 Bürgerinnen und Bürgern teil. Eine(r) davon können Sie sein.

    Hieran schließt sich eine Onlinewerkstatt mit unbegrenzter Teilnehmerzahl vom 11. Oktober bis 7. November 2014 an. In dieser Phase werden die Ideen der Auftaktwerkstatt weiter entwickelt.

    Am 21.November gibt es von 18:00 – 21:00 Uhr eine abschließende Ergebniswerkstatt im Gemeindesaal St.Bernhard, in der die Ergebnisse der Öffentlichkeit vorgestellt werden.