Veranstaltungen

  1. GrüneLunge im Dialog: „Naturnah Gärtnern – Für Mensch, Tier & Klima“

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    Vor über vier Monaten haben wir euch unser Projekt  „GrüneLunge im Dialog“ vorgestellt. Was ist seitdem passiert? Es gab einen Vortrag über naturnahes Gärtnern, eine Exkursion zu eben solchen Gärten in Karlsruhe, einen runden Tisch,… höchste Zeit also für ein Update! In diesem Blogartikel erfahrt ihr, was in den letzten Monaten los war und alles, was ihr über die anstehende Kick-Off-Veranstaltung zu unserer Gartenkampagne „Naturnah Gärtnern – Für Mensch, Tier und Klima“ am 11. Oktober wissen müsst. 

     

    Rückblick:

    Tag der offenen Gärten

    Am 19. Mai fand in Rheinstetten der Tag der Offenen Gärten statt, bei dem wir das erste Mal mit Interessierten ins Gespräch kamen und auch schon einige Kontakte knüpfen konnten. Daneben gab es einige Mitmach-Aktionen, wie zum Beispiel ein Bastel- und ein Pflanzentausch-Tisch sowie unser Quiz über heimische Pflanzenarten.

     

    Runder Tisch & Gruppendiskussion

    Wir wollten die Lage in Rheinstetten aus den Augen der BewohnerInnen kennenlernen. Daher haben wir Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Interessengruppen in Rheinstetten zu einem Kennenlerntreffen und runden Tisch eingeladen. Wir freuen uns, dass so viele unserer Einladung gefolgt sind und wir viele wertvolle Anregungen und Ideen mitnehmen konnten. Bei der im Sommer abgehaltenen Gruppendiskussion wurde noch einmal vertieft zur (klimatischen) Lage in Rheinstetten und möglichen Maßnahmen sowie Stolpersteinen für die geplante Kampagne diskutiert.

     

    Vortrag „Naturnahe Gestaltung von Gärten“ mit Michaela Senk und Exkursion in Karlsruhe

    Mit dem Vortrag am 3. Juli von Michaela Senk (von GartenSpielRaum in Karlsruhe) wurde die Grundlage für Diskussionen rund um das Thema Naturnahes Gärtnern geschaffen. Es wurde viel Wissen geteilt und ein Überblick gegeben über Anlage und Pflege eines naturnahen Gartens, sowie die Frage behandelt, warum Naturgärten in Zeiten des Klimawandels pflegeleichter sind als konventionelle Gärten.

    Die Exkursion am 16. Juli zeigte drei Beispiele von naturnah gestalteten Gärten in Karlsruhe. Für Infos und Fragen standen die InhaberInnen der Gärten, sowie Stella Friede (von GartenSpielRaum) zur Verfügung.

     

    Umfrage

    Bei der Umfrage, die in der lokalen Zeitung  „Rheinstetten Aktuell“ erschien, konnten wir dank zahlreicher Beteiligung viele Meinungen der Bevölkerung einholen. Zum einen ging es in der Umfrage um die persönliche Einschätzung zu zukünftigen Klimaveränderungen in Rheinstetten und wie das Potential von privaten und öffentlichen Grünflächen zur Verbesserung des Stadtklimas beurteilt wird. Zum anderen wurde erfragt, ob generell Interesse an naturnahem Gärtnern besteht. Erste Ergebnisse werden dieses Jahr noch in Rheinstetten Aktuell vorgestellt.

     

    Was passiert als nächstes?

    „Naturnah Gärtnern – Für Mensch, Tier & Klima“

    Ein hoher Anteil an Städtischem Grün ist nötig für eine gesunde und klimaresiliente Stadt und wird auch von der Stadtbevölkerung wertgeschätzt. Während die Bedeutung von städtischen Grünflächen in der öffentlichen Debatte immer mehr Raum findet, werden private Grünflächen noch wenig in den Bestrebungen zur klimaresilienten Stadt thematisiert.  Dabei ist die Fläche der Privatgärten in Deutschland mehr als halb so groß wie alle deutschen Naturschutzgebiete (sieh auch NABU), das Potential von Privatgärten in der Stadt sollte daher nicht vernachlässigt werden. Naturnah gestaltete Gärten haben außerdem eine wichtige Korridor-Funktion, da sie Tieren Lebensräume in der Stadt bieten.

    Hier setzt die Kampagne „Naturnah Gärtneren – für Mensch, Tier und Klima“ an. Die Kampagne verfolgt das Ziel Bürger und Bürgerinnen in der Stadt Rheinstetten zu motivieren, den eigenen Garten naturnah zu gestalten. Daneben soll der Verwertungsgedanke nicht zu kurz kommen und der Anbau von essbaren Pflanzen ebenso gefördert werden. Beim Pflanzen, Pflegen und Ernten findet gegenseitige Unterstützung statt – eine Garten-Gemeinschaft soll aufgebaut werden.

    Am 11. Oktober ab 16 Uhr findet dazu unsere Kick-Off-Veranstaltung „Aus dem Garten auf den Tisch“ in der Rheinaustraße 2a in Rheinstetten statt.

    Gemeinsam wollen wir Kürbisse schnitzen, Apfelsaft pressen, Stockbrot mit selbstgemachten Kräuter-Pestos verkosten. Daneben könnt ihr erste Einblicke in die Ergebnisse der Umfrage bekommen und wir infomieren euch über alles rund um die Kampagne. Außerdem entsteht bis zum kommenden Frühjahr eine naturnah gestaltete Schaufläche vor Ort. Was dazu bisher geschah könnt ihr vor Ort sehen. Kommt vorbei!

     

    Weitere Infos zum Projekt Grüne Lunge:

    https://www.itas.kit.edu/projekte_saha18_grulu.php

    Bei Fragen zu „GrüneLunge im Dialog“ wende dich gerne an: annika.fricke@kit.edu

    In Kürze geht die offizielle Website online: https://www.projekt-gruenelunge.de/

    Wer sich vorab schon näher mit dem Thema naturnahes Gärtnern befassen möchte, kann sich auf der Seite von natur im garten informieren.

  2. ITAS for Future – offene Türen zum globalen Klimastreik am 19. und 20. September

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    Seit Herbst 2018 streiken Schülerinnen und Schüler freitags weltweit und unermüdlich für das Klima. Die Fridays for Future Bewegung hat damit schon einiges an Aufsehen erregt und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Eltern, Kunstschaffende und viele weitere Gruppen haben sich hinter sie gestellt. Nun ist es an der Zeit, dass wir alle gemeinsam auf die Straße gehen. Am 20. September findet der globale Klimastreik statt, zu dem explizit alle aufgefordert sind, sich der Jugend anzuschließen. Wie bereits im Mai öffnet das ITAS daher am 19. und 20. September wieder seine Türen und lädt Schülerinnen und Schüler, Studierende und alle Interessierten ein, sich direkt mit Forschenden auszutauschen.

    Begonnen hat alles mit einer einzigen Schülerin, die begann für ihre Zukunft zu streiken. Greta Thunberg hat damit eine Bewegung ins Leben gerufen, die sie sich so wohl kaum erträumt hat. Inzwischen waren weltweit Millionen von Schülerinnen und Schülern auf der Straße. Und damit nicht genug – Fridays for Future hat Unterstützende in unterschiedlichsten Gruppen gefunden. So gibt es inzwischen neben den Parents und den Scientists for Future auch die Artists und die Entrepreneurs for Future.

    Die Fridays for Future Bewegung fordert konkrete Veränderungen

    Konkret streiken Fridays for Future für die Umsetzung ihrer Forderungen. Diese wurden mit wissenschaftlicher Unterstützung entwickelt und sind auf ihrer Homepage zu finden. Die wichtigsten Forderungen für Deutschland sind, dass Deutschland bis 2035 Nettonull erreicht, bis 2030 aus der Kohlekraft aussteigt und bis 2035 die Energieversorgung komplett auf erneuerbare Energie umgestellt wurde.

    Neben der Unterstützung der Entwicklung der Forderungen, haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auch ihre eigene  Initiative „Scientists for Future“ gegründet. Über 26.000 Forschende unterzeichneten die Stellungnahme, die darauf hinweist, dass die bisherigen Maßnahmen zum Schutz von Klima und Biodiversität völlig unzureichend sind. In der Karlsruher Regionalgruppe sind auch Forschende von Quartier Zukunft und unseres Heimatinstituts, des ITAS, aktiv.

    Am 20. September streiken alle gemeinsam – weltweit!

    Am 20. September findet der globale Klimastreik statt, an dem alle gemeinsam auf die Straße gehen. In Karlsruhe beginnt der Streik um 11 Uhr am Friedrichsplatz. Auch das ITAS öffnet anlässlich dieses Ereignisses erneut seine Türen. Am Donnerstag, 19. September, und am Freitag, 20. September 2019, jeweils von 14 bis 17 Uhr, können sich Schülerinnen und Schüler, Studierende und alle Interessierten direkt mit Forschenden austauschen.

    ITAS for Future – Das Institut öffnet erneut seine Türen

    Kommt vorbei, alle sind eingeladen zum „Open ITAS“ bei dem Expertinnen und Experten für Technikfolgenabschätzung über ihre Arbeit informieren und sich der Diskussion stellen. Die Themen reichen von nachhaltiger Mobilität und Ernährung über Fragen der Energiewende bis hin zur Gestaltung lebenswerter Städte und Alternativen zur erdölbasierten Wirtschaft. Außerdem könnt ihr euren eigenen CO2 Fußabdruck ermitteln, euch Selbstexperimente überlegen und auch unsere Werkstatt für Demoplakate ist wieder dabei. Eine Anmeldung ist nicht nötig, lediglich bei Schulklassen und größeren Gruppen bitten wir um eine Ankündigung an jonas.moosmueller@kit.edu.

    Nach dem Streik geht’s weiter beim Park(ing) Day

    Im Anschluss an den Streik findet von 13 bis 18 Uhr der Park(ing) Day in der oberen Karlstraße statt. Der Aktionstag, der jedes Jahr am dritten Freitag im September stattfindet, weist darauf hin, dass die immer größer werdenden Autos dem öffentlichen Raum viel Fläche wegnehmen, die auch anders genutzt werden könnte. Auch ein Teil der „Open ITAS“ Angebote werden deshalb ab 14 Uhr auf der Parkfläche vor dem Institutsgebäude (Karlstraße 11) stattfinden.

    Warum unterstützt das Institut die Forderungen nach schnellen und umfassenden Maßnahmen zum Klimaschutz?

    „Das Anliegen der jungen Menschen ist absolut gerechtfertigt, es wird mit großem Engagement vorgetragen und steht auf einer soliden wissenschaftlichen Basis. Wir als Forschende wollen unser Wissen zur Verfügung stellen und so unserem Auftrag zur ‚Gesellschaftsberatung‘ nachkommen.“

    Armin Grunwald, Leiter des ITAS

    Es sind noch Fragen offen?

    Rückfragen beantwortet für das „ITAS for Future“-Team Jonas Moosmüller (jonas.moosmueller∂kit.edu; 0721 608 26796).

    Weiterlesen

    ITAS for Future

    Fridays for Future

    Scientists for Future

    Facebookveranstaltung  Park(ing) Day 2019

    Blogartikel Park(ing) Day 2017

  3. Ihr Zuhause ist ein Tiny House – Interview mit Nessa Elessar

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    Warum und wie baut man ein Tiny House? Lisa Koßmann, auf YouTube bekannt als Nessa vom Kanal „Nessa Elessar“, lebt seit Dezember 2018 in ihrem Tiny House auf 23m², das sie zum größten Teil selbst gebaut hat. Den Bauprozess hat sie dabei informativ und unterhaltsam in ihren Videos dokumentiert und ist so zu einer Expertin für das Thema Tiny House in Deutschland geworden. Jana von Quartier Zukunft hat Lisa und ihr Haus, das aktuell noch bei ihren Eltern im Hof steht, besucht und ihr ein paar Fragen gestellt. Viel Spaß beim Lesen des Interviews!

    Was macht ein Tiny House zum Tiny House?

    Eine richtige Definition gibt es so noch nicht. In den USA wurde nun aus baurechtlichen Gründen eine erstellt, aber in Deutschland gibt es noch keine. Meistens spricht man davon, dass sie unter 50qm Wohnfläche haben. Bei den stationären Tiny Houses gibt es da schon einige, die 30-40qm Wohnfläche haben. Die meisten, gerade die auf Rädern, haben so wie meines etwa 25qm.

    Warum hast du dich entschieden ein Tiny House zu kaufen bzw. zu bauen?

    Ich war damals auf Wohnungssuche und habe festgestellt, dass ich mir nichts leisten konnte, wo ich wirklich leben wollte. Ich habe mir dann überlegt, wie ich langfristig leben möchte und ich mir meine berufliche Zukunft vorstelle. Schon damals war mir klar, dass ich nicht nur, um eine Wohnung zu finanzieren, unglaublich viel arbeiten möchte, sondern nur so viel, wie mir selbst guttut, und auch in einem Bereich, der mir guttut. Daher habe ich mich dann entschlossen, einmalig mehr auszugeben, um langfristig weniger zu bezahlen. Der Stellplatz, den ich jetzt in Aussicht habe, wird mich im Monat etwa 250€ kosten plus Wasser, Strom und so was. Das ist aber auch am oberen Limit, was so ein Stellplatz in der Regel kostet, und dennoch deutlich weniger als die Kaltmiete der meisten Wohnungen. Es handelt sich dabei um zukünftige Baugrundstücke, die nun erschlossen und dann erst mal für einige Jahre als Tiny House Stellplätze genutzt werden sollen.

    Was kostet ein Tiny House? Ist es deutlich günstiger ein Tiny House zu kaufen im Vergleich zu einer kleinen Wohnung?

    Das Tiny House wird nicht zentral in einer Großstadt, sondern eher am Rand oder in einer Kleinstadt stehen, daher kann man auch nur diese Preise vergleichen. In Größe eines Tiny Houses gibt es allerdings keine Wohnungen. Bei meinem Haus habe ich sehr viel selbst gebaut, das hat mich 35.000€ und viele Arbeitsstunden gekostet. Genau das war ja auch die Idee, dass ich dabei einiges lerne. Voll ausgestattet beim Hersteller gekauft kostet so ein Haus zwischen 50.000€ und 70.000€. Also immer noch günstiger als eine Wohnung in der Regel. Und man kann es beim Umziehen mitnehmen.

    Du hast dein Tiny House zu einem großen Teil bei deinen Eltern mithilfe der dort vorhandenen Werkstatt gebaut – gibt es eine Alternative für Menschen, die so eine Werkstatt nicht zur Verfügung haben?

    Den Rohbau haben auf einem gemieteten Platz beim Hersteller gebaut. Das wäre bei meinen Eltern auch deutlich umständlicher gewesen. Wenn man nicht zuhause bauen kann, kann man den Platz beim Hersteller auch länger nutzen, das wäre dann eben entsprechend teurer geworden. Aber ja, man braucht den Platz und Leute, die einem helfen können.

    Wie ist das, wenn du dich irgendwann entscheidest mit Partner oder Familie zusammenzuziehen?

    Das muss man sich natürlich im Vorhinein ein bisschen überlegen. Im Moment finde ich es gut, dass, auch wenn man in einer Partnerschaft ist, beide Partner einen Raum haben, in den sie sich zurückziehen können. Das sieht natürlich nicht jeder so und das kann sich auch bei mir wieder ändern. Kinder möchte ich keine. Andere machen es dann so, dass sie sich nochmal ein zweites bauen. Wenn sie Kinder bekommen, bekommen diese dann unter Umständen auch ihren eigenen Raum, das ist dann flexibel. Viele wird das Haus nicht über das ganze Leben begleiten. Nicht, weil das Haus nicht dafür gemacht ist, sondern weil sich Bedürfnisse ändern. Für mehrere Leute auf Dauer ist dieses Haus auf jeden Fall zu klein.

    Wie schätzt du Tiny Houses im Vergleich zu kleinen Wohnungen in Bezug auf Nachhaltigkeit ein? Einerseits punkten sie durch einen geringen Flächenverbrauch und eine kleine pro Kopf Wohnfläche, andererseits lassen sie sich nicht stapeln, sind weniger gedämmt und haben keine direkten Nachbarn, die Wärmeverluste verringern. Wo siehst du da die Vor- und Nachteile?

    Ja, es gibt definitiv zwei Seiten. Es stimmt, die Tiny Houses sind nicht stapelbar, aber sie sind auch nicht für die Großstadt gemacht. Wenn man in die Großstadt möchte, muss man auch in Kauf nehmen, dass man auf sehr engem Raum mit anderen Leuten zusammenlebt, das geht gar nicht anders. Nach meinen ersten Erfahrungen sind die Wärmeverluste hier im Tiny House natürlich höher, das heißt pro Quadratmeter ist der Verbrauch recht hoch, jedoch relativiert sich das durch die winzige Grundfläche, sodass der Verbrauch am Ende nicht höher sein dürfte als in einer normalen Stadtwohnung. Am besten sind die Tiny Houses, die nicht auf einem 3,5 Tonnen Anhänger gebaut sind, sondern mehr wiegen dürfen. Die sind dann extrem gut gedämmt, da gibt es von den Dämmwerten her kaum noch Unterschiede zu anderen modernen Häusern. Das ist bei meinem Haus wegen des Gewichts nicht möglich gewesen. Wenn man nicht so sehr auf das Geld und den logistischen Mehraufwand beim Transport achten muss, kann man da noch mehr Wert drauflegen und das Haus auf einem Tieflader bauen. Der Vorteil an meinem Haus ist, dass es ein Trockenbau ist und ich demnach einzelne Komponenten wie die Dämmung einfach voneinander lösen und austauschen kann. Zudem war es nicht immer machbar auf das ökologischste Material zurückzugreifen, gerade wenn im Bauschritt an diesem Tag eine Entscheidung getroffen werden muss oder das entsprechende Material zunächst lange Transportwege hinter sich bringen müsste.

    Gibt es Projekte, bei denen Tiny Houses in der Stadt stehen und Fläche füllen, die nicht bebaut werden kann?

    Konkrete Beispiele kann ich dazu nicht nennen, aber es gibt Überlegungen in diese Richtung. Einige Städte und Städteplaner machen sich da bereits Gedanken. Es gibt zum Beispiel untertunnelte Flächen, die vom Gewicht her keine ganzen Häuser tragen sollen, die wären für so was geeignet. In einigen Städten wie Hannover und Dortmund sollen in Vierteln Flächen für Tiny Houses entstehen. Inwiefern das jetzt Gelände ist, das normalerweise nicht bebaut werden würde, weiß ich nicht, ich kann mir aber nicht vorstellen, dass die Stadt privilegiertes Bauland dafür nimmt. So habe ich mir das auch von Beginn an vorgestellt, dass man Flächen nimmt, die sowieso vorhanden sind, die aber gerade nicht bebaut werden. Insofern ist es schon eine Form von Nachverdichtung, aber eben nicht in der Großstadt, weil da ist in der Regel nichts mehr unbebaut.

    Für welche Personengruppe ist ein Tiny House das Richtige und wem würdest du eher davon abraten?

    Was ich immer wieder feststelle ist, dass es für sehr unterschiedliche Personengruppen interessant ist. Für manche ist es eben leichter machbar als für andere. Zum Beispiel Studierende, die gerade anfangen zu studieren und weder Ersparnisse noch Zugang zu einer Werkstatt haben, für diese wird es schwer, das finanziell zu stemmen. Oft sind es auch Personen, von denen man es nicht erwarten würde. Zum Beispiel ältere, alleinstehende Personen, die eigentlich ein Haus haben, aber denen es zu groß ist, weil sie mittlerweile allein sind. Sie möchten dann übersichtlicher leben und können sich das Tiny House durch die Vermietung des großen Hauses finanzieren. Also die Interessenten sind recht bunt gemischt. Letztlich ist es eben die Frage, ob man mit dem geringen Raum gut klarkommt und das hat vor allem mit den eigenen Lebensgewohnheiten zu tun.

    Würdest du die Entscheidung wieder so treffen?

    Mit dem heutigen Wissen würde ich den Grundaufbau so machen, dass ich mehr Dämmung haben kann, da ich darin den großen Nachteil des Leichtbaus sehe. Das, was ich mir hier drinnen geschaffen habe, würde ich genauso wieder machen. Die Raumaufteilung ist über so einen langen Zeitraum entstanden und ich habe mir immer wieder überlegt, wie ich das im Alltag nutzen möchte. Die Entscheidung, ein Tiny House zu bauen, war eine der besten Entscheidungen meines Lebens, denn das hat so vieles ins Rollen gebracht und so viele neue Erfahrungen gebracht, das würde ich auf jeden Fall wieder machen.

    Vielen Dank, Lisa, für das Interview!


    Treffen des Vereins Tiny Houses für Karlsruhe

    Du interessierst dich für alternative Wohnformen wie Tiny Houses und verspürst den Wunsch mehr miteinander als nebeneinander her zu leben? Egal, ob Kleinraumwohnen mit oder ohne Räder – der Verein „Tiny Houses für Karlsruhe“ ist eine Anlaufstelle, um Gleichgesinnte zu treffen. Der Stammtisch trifft sich jeden letzten Dienstag im Monat um 19 Uhr im Zukunftsraum.


    Zum Weiterlesen

    www.nessaelessar.com

    YouTube Kanal „Nessa Elessar“

    Verein Tiny Houses für Karlsruhe

  4. Sommer, Sonne, Lesehunger – mit einem guten Buch in die Sommerpause

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    Die Hitze hat Karlsruhe fest im Griff, die Sommerferien beginnen und es kommt Urlaubsstimmung auf. Bevor auch wir in die Sommerpause gehen, haben wir noch die Quartier Zukunft Empfehlungen für die Urlaubslektüre 2019 für euch! Dieser Blogartikel ist ein Gemeinschaftswerk, denn jede Buchempfehlung stammt von einem Teammitglied.

    Kurz vorweg: Vom 5. bis zum 30. August macht das Quartier Zukunft Team Sommerpause. In dieser Zeit gönnen wir uns eine Auszeit zum Entschleunigen und Kräfte sammeln. Unsere Kommunikation nach außen ruht und das Team ist nur begrenzt erreichbar. Auch der Zukunftsraum ist in diesem Zeitraum geschlossen. Über unseren Kalender könnt ihr natürlich trotzdem über aktuelle Veranstaltungen auf dem Laufenden bleiben.

    Jetzt geht es los mit unseren Buchempfehlungen. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen und einen tollen Sommer!


     

    Die Reise zum Mittelpunkt der Erde von Jules Verne

    Empfehlung von Marius Albiez

    Ein Klassiker, den es lohnt, mal wieder aus dem Regal zu ziehen: Jules Verne – Die Reise zum Mittelpunkt der Erde. Zunächst fällt die etwas aus der Zeit gefallene Sprache auf, die eine angenehm entschleunigende Wirkung hat, ohne langweilig zu sein. Insbesondere das Wissenschaftsbild, welches Jules Verne zeichnet, ist die Lektüre wert: Da werden Expeditionen tief hinab in die entlegensten Gegenden unseres Planeten unternommen ganz ohne Publikationsdruck oder Dienstreiseanträge. Besonders empfehlenswert ist das Werk für transformativ Forschende, die sich ja bestens mit planarmen Kontexten auskennen und gerne auch einfach „mal Loslegen“ – oder wie der Hauptprotagonist ausrufen würde: „Die Rückreise? Denkst du an Rückreise, ehe wir angekommen sind?“


     

    Zero Waste: Weniger Müll ist das neue Grün von Shia Su

    Empfehlung von Helena Trenks

    Müll, speziell Verpackungsmüll, ist ein großes, aktuelles Problem. Shia Su schafft es mit Freude und einer bei dem Thema unerwarteten Leichtigkeit Alternativen und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie man als Einzelperson etwas gegen den „Konsum“ von Verpackung tun kann. Anekdoten aus ihrem Alltag zeigen das es auch wirklich geht. Nutzt die Auszeit des Urlaubs für neue Vorsätze und lasst euch inspirieren!

     


     

    Und Nietzsche weinte von Irvin D. Yalom

    Empfehlung von Oliver Parodi

    Nicht nur für die Couch, auch für die Gartenliege und den Strandkorb bestens geeignet: Im Wien der Jahrhundertwende drängt die junge Russin Salomé den angesehenen Arzt Josef Breuer, Mitbegründer der Psychoanalyse, dem suizidgefährdeten Friedrich Nietzsche zu helfen und ihn von seiner zerstörerischen Obsession für sie zu kurieren. Eine Therapie, die für alle unerwartet verläuft. Ein brillanter Roman im Spiel mit Fiktion und Ideengeschichte, und eine Liebelei zwischen Philosophie, Wahnsinn, Weiblichkeit und Psychologie.


     

    Vier fürs Klima – Wie unsere Familie versucht, CO2-neutral zu leben von Petra Pinzler und Günther Wessel

    Empfehlung von Sarah Meyer-Soylu

    Das Buch erzählt die Geschichte einer vierköpfigen Familie aus Berlin, die versucht einen klimafreundlichen Lebensstil im Familienalltag umzusetzen. Angestoßen durch eine Schulhausaufgabe der Tochter, die die CO2-Bilanz der Familie aufstellen soll und zu einem sehr ernüchternden Ergebnis kommt, beschließt die Familie ein Jahr den Selbstversuch zu wagen und möglichst viel CO2 einzusparen. Da beide Eltern Journalisten sind, stürzen diese und auch die Kinder sich mit Eifer in die Recherche, Befragen Experten und begeben sich auf die Suche nach vor Ort verfügbaren Alternativen. Das Buch beschreibt ehrlich die Fallstricke, Unsicherheiten aber auch vielen schönen Erlebnisse dieser Reise und ist neben vielen vorhandenen Klimaratgebern eine angenehme Abwechslung und macht Lust auf eigene Nachahmung.


    MOMO von Michael Ende

    Empfehlung von Volker Stelzer

    Wieso immer etwas Neues? Manchmal hilft es auch ein Buch das wohl jeder schon einmal gelesen hat nochmal zur Hand zu nehmen. Ich finde es gibt kaum eine unterhaltsamere Lektüre, durch die einem die negativen Seiten der Hektik, des „Zeit-sparen-wollens“ und des übertriebenen materiellen Konsums so klar vor Augen geführt werden als in Momo.

    P.S. Da das Buch die meisten irgendwo im Schrank stehen haben, braucht es oft nicht mal neu gekauft zu werden 😉


     

    Die Logik des Misslingens von Dietrich Dörner

    Empfehlung von Lea Herfs

    In diesem Klassiker beschreibt Dietrich Dörner auf fesselnde Weise, warum wir Menschen oft (und oft mit den besten Absichten) schlechte bis verheerende Entscheidungen treffen und in welcher Weise unser Gehirn bzw. unsere gewohnten Denkmuster zur Falle werden, wenn es um komplexe Situationen geht. Sehr spannend ist zum Beispiel die Analyse, wie es zu der Katastrophe von Tschernobyl und dem dahinterstehenden „menschlichen Versagen“ kam – die Denkmuster, die hinter diesem Versagen stecken, kennt jeder von uns und man wird sie nach der Lektüre mit anderen Augen betrachten. Das Buch hilft, bessere und nachhaltigere Entscheidungen zu treffen und ist ein Muss für jeden, der „Großes“ anpacken will (denn in unserer Welt ist „Großes“ meistens auch komplex).

     

    Ismael von Daniel Quinn

    Empfehlung von Annika Fricke

    Ein Mensch und ein Gorilla geraten in ein philosophisches Gespräch über den Zustand der Welt und „Mutter Kultur“. Ein Buch mit moralischer Botschaft aber ohne erhobenen Zeigefinger.

    Zitat aus dem Buch: „Ihr seid die Gefangenen einer Zivilisation, die euch mehr oder weniger zwingt, die Welt zu zerstören, um zu leben.“


    Der Baron auf den Bäumen von Italo Calvino

    Empfehlung von Marielle Rüppel

    Das Buch spielt in Italien um 1800 und handelt von einem jungen Baron, der keine Lust mehr auf die seltsamen Manieren seiner adligen Familie hat. Er klettert also auf einen Baum – und kommt bis an sein Lebensende nicht mehr von den Bäumen herunter. Er baut sich sein Leben und seinen Alltag dort oben auf, und schafft es gleichzeitig, den Menschen auf dem Boden mit seiner Weisheit, Philosophie und Solidarität weiterzuhelfen. Wunderbar geschrieben und mit vielen versteckten Lektionen zum Umgang mit der Natur und der Menschen miteinander.

  5. Mein Einkaufstag im April 2029 – Visionen einer Karlsruherin

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    Dies ist ein Gastbeitrag von Sandra Schmidt. Die Karlsruherin hat am 12. Mai an der „Ideenwerkstatt für den Klimaschutz“ teilgenommen, bei der erste Ideen für Selbstexperimente erdacht wurden und möchte die Ausbildung zum Klimacoach machen.

     „Negativnachrichten schlagen mir immer aufs Gemüt und blockieren mich. So geht es wahrscheinlich auch vielen meiner Mitmenschen“, dachte Sandra Schmidt und setzte sich vor den Computer. „Einfach mal meine Vision eines optimalen nachhaltigen Lebens in Karlsruhe aufschreiben. Meine ganze Euphorie, meine Träume und Projekte so beschreiben, als ob alles bereits in Erfüllung gegangen wäre!“ Sofort merkt sie, dass das Schreiben beinahe etwas Therapeutisches hat und richtig guttut. Deshalb: Zur Nachahmung empfohlen!

    Nach meinem leckeren Samstagsfrühstück mit dem neuen Brotaufstrich der Fächergärtner, etwas Rauke und einem herrlichen Quinoabrötchen aus dem Oststadt-Holzbackofen schreibe ich den Einkaufszettel und packe die Leinenbeutel und Gläser für meine Einkaufstour. Ich freue mich schon riesig Herrn Lehnhardt und Magda zu treffen um zu erfahren, ob sie die Genehmigung für das Hühnermobil für die Zweitnutzungshühner bekommen haben und wie die Süßkartoffelernte ausgefallen ist. Im Online-Bauernshop sind schon welche angeboten worden!

    Das Lastenrad ist das Transportmittel der Wahl

    Im Fahrradkeller suche ich mir das Fahrrad mit dem mittelgroßen Stauraum aus, so viel brauche ich dieses Mal nicht einzukaufen. Eine tolle Idee von unserer Hausgemeinschaft sechs gemeinschaftlich genutzte Lastenräder anzuschaffen. Vor dem Haus ist schon einiges los! Seit es so wenige Autos gibt, sind die Parkplätze auch zum Fahrradweg geworden und es herrscht ein buntes Treiben.

    Auch das Quartier Zukunft Team ist mit dem Lastenrad unterwegs

    Bunte Gemüsebeete ersetzen nun graue Parkplätze

    Die Parkplätze gegenüber wurden zu Gemüsebeeten umgewandelt und einige Schüler aus der Tullaschule rupfen Unkraut. Das Mädchen mit dem gepunkteten Rock steckt sich verstohlen eine Karotte in den Mund. Ja, die alte Sorte Rodelika schmeckt mir auch am besten! Hoffentlich bietet die Kulturküche diesen Herbst wieder den leckeren Rodelika-Karottensaft an. Ach, es ist einfach herrlich! Es duftet nach Kräutern, das  Efeu, das sich an den Kastanien neuerdings hochrankt, hat viele frische Triebe entwickelt und die Bäume, die vor 2 Jahren zusätzlich gepflanzt wurden, bieten so viel Schatten, dass ich mich selbst bei den heute angesagten 36 Grad wohl fühlen werde.

    Regionales, biologisches Obst und Gemüse soweit das Auge reicht!

    So, gleich bin ich beim Wochenmarkt am Durlacher Tor angekommen. Das Gemüse hole ich am liebsten direkt beim Stand. Ein Plausch mit den Bauern der 1. Generation ist immer nett. Herr Lehnhardt war einer der ersten, der den Anbau in Stutensee auf Bioland umgestellt hat und jetzt auch Urgetreide und Süßkartoffeln anbietet. Nicht nur die Fläche bis nach Bruchsal, auch im Kraichgau und Pfinztal hat sich einiges getan. Die Monokulturen wie Raps- und Maisfelder sind vielfältigen, biologischen Gemüse- und Obstflächen gewichen.

    Das hat damals der Ernährungsrat ins Leben gerufen. Zusammen mit ein paar Landwirten aus dem Umkreis, den letzten Bäckerbetrieben, die damals noch handwerklich gebacken haben, Bioland und der „Grünen Stadt“ haben wir den Regierungsbezirk Karlsruhe zur Bio-Region ausgerufen. Am schwierigsten war es gegen den Widerstand in der Verwaltung anzukommen. Die Alteingesessenen konnten sich einfach nicht vorstellen, dass wir alle etwas mehr Geld ausgeben würden um schmackhafte und fair erzeugte Lebensmittel zu bekommen.

    Die samenfesten Gemüsesorten schmecken mir besonders gut!

    Nachdem mir Herr Lehnhardt freudestrahlend erzählt hat, dass er sogar mehr Süßkartoffeln geerntet hat, als letztes Jahr, gehe ich zu dem Stand der Schrebergärtner. Zucchini, Kohlrabi und Kirschtomaten sind heute im Angebot. Alles natürlich samenfeste Sorten, ökologisch zertifiziert und ein Geschmack zum Reinlegen! Nie hätte ich mir träumen lassen, dass ich im Alter hier in meiner Heimat so gutes Gemüse bekomme. Heidi und Sabine haben heute Dienst und fragen mich, ob ich übermorgen einspringen kann.

    Seitdem der Markt so erfolgreich ist, findet er täglich statt und die beiden sollten bei der Ernte helfen. Mir gefällt die Arbeit am Marktstand und so hin und wieder springe ich gerne ein. Der Jugend, die mittlerweile auch sehr gerne hilft möchte ich jedoch den Vortritt lassen. Einen Wochenmarkt gibt es jetzt in jedem Stadtteil und dieses Jahr soll die so lange geplante Markthalle auf dem Schlachthof-Gelände nun endlich eingeweiht werden! Das ist dann im Winter viel besser für unsere Marktstände.

    Jugendliche aus 16 Ländern kochen gemeinsam in der Kulturküche

    Im Sommer wird die Halle für Gastronomie und Events genutzt. Slow Food-Kochkurse, auch für Schulklassen und Seminare von Ernährungsberatern finden statt. Außerdem kann die Kulturküche Räumlichkeiten nutzen um die großen Mengen an regionalem Bio-Gemüse und -Kräutern zu herrlichen Brotaufstrichen, Eintöpfen und Säften zu verarbeiten. Die meisten Produkte werden unter der regionalen Marke „Von Karlsruhe“ angeboten und werden, wie immer von Jugendlichen aus derzeit 16 Ländern köstlich zubereitet. Letztens hat mich der Kichererbsen-Eintopf, den ich mit Couscous aus Hartweizengries, der neuerdings auch hier wächst, gekocht habe einfach umgehauen!

    Am liebsten esse ich internationale Küche natürlich in der Kulturküche selbst. Hier läuft meist auch Musik aus dem Land, aus dem das Tagesgericht stammt und  manchmal treten sogar Gruppen auf! Jeden Freitag bin ich sowieso dort und spiele mit der 60+ -Band Klarinette oder manchmal gehe ich zum Canasta-Spielen und übe Boule gegenüber auf dem Unigelände. Das Angebot ist riesig!

    Regionale Lebensmittel vorbestellen und im „Von Karlsruhe“-Container abholen – einfacher geht’s nicht!

    Puh, auf dem Markt ist es etwas voll heute! Zum Glück habe ich Nudeln und die Vollwertprodukte schon vorbestellt und brauche sie nur aus dem Fach im „Von Karlsruhe“-Container abholen.  Nun kämpfe ich mich weiter zum Container durch. Der alte Container, der vom KIT konzipiert wurde hat bereits nach kurzer Zeit nicht mehr gereicht. Der jetzige ist 3-stockig, natürlich schön begrünt und mit 100% Ökostrom gekühlt. Meine Mitgliedsnummer eingeben und schon geht die Ausgabetür auf. Meine Bestellung in einem wieder zusammenklappbaren Tauschkorb steht bereit. Hat mein Mann mir nicht noch etwas hinterhergerufen, was ich mitbringen soll?

    Ja natürlich! Das Leinöl ist ausgegangen. Mareike wollte das letzte frisch gepresste Fläschchen mitnehmen nach Kassel. Dort gibt es überhaupt keine frischen Speiseöle, geschweige denn regionales Bio-Gemüse. Manche Gemeinden haben wirklich geschlafen!  Seit der Karlsruher Ernährungsrat den Ausbau der Speiseöl-Mühle auf dem Schlachthofgelände als Priorität gesehen hat, sind genug Spendengelder eingegangen um eine zusätzliche Presse für Leinsamen und eine für Walnüsse zu kaufen. Bis Ende des Jahres müssten sie installiert sein.

    Regionale Lebensmittel mit Fangemeinde in ganz Deutschland

    Obwohl sich die Gemeinde einig ist, dass regionale Lebensmittel auch hier in der Region bleiben sollen, hat sich eine Fangemeinde für die „Von Karlsruhe“-Produkte in ganz Deutschland entwickelt. Derzeit sind wir vom Ernährungsrat dabei zusammen mit Profis für andere Gemeinden Kurse anzubieten. Alle Kurse sind sofort ausgebucht! Wir brauchen unsere Produkte auch für die örtliche Gastronomie, die immer mehr mit den eigenen „Von Karlsruhe“-Zutaten kochen möchte. Kein Wunder, wenn man einmal gekostet hat, wie gut das schmeckt, möchte man keinen Kartoffelsalat mehr von der Metro oder Tiefkühl-Pommes mit Glutamat-Gewürz! Die Gastronomie kann im Regionalladen bestellen, der alle „Von Karlsruhe“-Lebensmittel in Großpackungen in Pfand-Kanistern und-Eimern lagert. Das spart Unmengen an Verpackung und war einmal ein kleines Projekt von Quartier Zukunft in der Oststadt. Heute nicht mehr wegzudenken!

    Auf das Rad geschwungen, noch beim Regionalladen das Leinöl einpacken und zurück geht’s! Wie immer ein herrlicher Einkaufssamstag!

  6. „Was ist eigentlich ein Reallabor?“ – unser Erklärvideo ist da!

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    Der Begriff und das Konzept „Reallabor“ haben in den letzten Jahren eine beachtliche Karriere hingelegt. Erhält das Forschungsformat zunehmend Aufmerksamkeit, so ist es doch oftmals erläuterungsbedürftig. Dies haben wir im Quartier Zukunft, dem Karlsruher Transformationszentrum und Energietransformation im Dialog zum Anlass genommen, Konzeption und wichtige Elemente eines Reallabors in Form eines allgemeinverständlichen Erklärvideos darzustellen.

    Klimawandel, soziale Ungerechtigkeit, Artensterben: Wir müssen etwas tun und dabei mangelt es uns nicht an Wissen. Wie aber kommen wir vom Wissen zum Handeln? Genau hier setzen Reallabore als kooperative Experimentierräume an.

    Mit unserem Reallabor „Quartier Zukunft“ sind wir von Anfang an bei der Reallaborforschung dabei und seit 2015 in der Oststadt aktiv. Vor kurzem haben wir zudem gemeinsam mit dem Wuppertal Institut, der Leuphana Universität Lüneburg und Ecornet das Netzwerk Reallabore der Nachhaltigkeit gegründet. Unser Ziel ist es, Reallaborforschung sichtbarer und verständlicher zu machen.

    Das haben wir auch zum Anlass genommen, unser Reallaborverständnis in einem Erklärvideo kurz und verständlich aufzuarbeiten. Falls der Begriff für dich neu ist, du dich schon immer gefragt hast, was es damit auf sich hat oder du dein Wissen nochmal auffrischen willst, bist du hier genau richtig.

    Viel Spaß beim Anschauen!

  7. Upcycling mal anders – Kunst-Transformationen aus Teebeuteln

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    Die meisten von uns schmeißen sie nach der Benutzung in den Müll – nicht so Renate Schweizer. Die Rede ist von Teebeuteln, aus denen sie Installationen, Haute Culture  und vieles mehr, ja sogar ganze Kunstausstellungen erschafft. Damit möchte sie als artist4future in Karlsruhe ein Zeichen setzen gegen den hohen Ressourcenverbrauch heutiger Generationen und aufmerksam machen auf den Tag, an dem wir die in diesem Jahr nachhaltig zur Verfügung stehenden Ressourcen verbraucht haben: den Earth Overshoot Day. Am 4. Juni wird ihre Ausstellung im Zukunftsraum mit einer Vernissage eröffnet.

    Im Jahr 2018 erreichten wir den Earth Overshoot Day, auch Welterschöpfungstag genannt, bereits am 1. August.  Der Earth Overshoot Day markiert den Tag, an dem der Bedarf nach Rohstoffen und Ressourcen die Kapazität der Erde diese im selben Jahr zu reproduzieren, übersteigt. Bereits seit 1971 verbraucht die Menschheit in einem Jahr mehr Ressourcen, als die Natur regenerieren kann. Seitdem ist der Tag, an dem wir die Ressourcen, die uns in einem Jahr zur Verfügung stehen verbrauchen, der „Earth-Overshoot-Day“, jedes Jahr früher. Wir fangen so viele Fische, dass sich die Fischbestände nicht regenerieren können, fällen mehr Bäume, als in einem Jahr nachwachsen können und lassen mehr Treibhausgase in die Atmosphäre, als die natürlichen Senken aufnehmen können. So leben wir über unsere Verhältnisse und auf Kosten zukünftiger Generationen.

    Ab diesem Tag machen wir Schulden bei der Erde

    Die Berechnung des Tages erfolgt wie bei einem Bankkonto. Die Ausgaben werden den Einnahmen gegenüber gestellt. Das Geld bzw. die Währung wird hier ersetzt durch den Flächenverbrauch in ha. Die Einnahmen sind die Regenerationsfähigkeit der natürlichen Ressourcen auf produktivem Land wie zum Beispiel Ackerflächen, Grasland, Fischfanggebiete und bebautes Land. Für die Ausgabenseite wird der ökologische Fussabdruck berechnet. Der Bedarf an pflanzlichen Rohstoffen und Nahrungsmitteln, Tierprodukten, Holz und Platz für städtische Infrastruktur und Waldgebiete, die als CO2 Senken dienen, wird zu einem Flächenbedarf umgerechnet.

    Der deutsche Lebensstil benötigt drei Erden

    Der Earth Overshoot Day ist regional sehr unterschiedlich. Wenn alle so leben würden, wie wir in  Deutschland, bräuchten wir drei Erden um unseren Ressourcenbedarf zu decken. Der deutsche „Overshoot Day“ war dieses Jahr bereits am 3. Mai. Wenn du wissen möchtest, wann dein persönlicher Earth Overshoot Day ist, kannst du das mit dem Footprint Rechner herausfinden.

    Ausstellung anlässlich des „Earth-Overshoot-Day“ im Zukunftsraum

    Ab 05. Juni gibt es bei uns im Zukunftsraum passend zum Thema eine ganz besondere Ausstellung zu sehen. Bei der künstlerischen Reflexion „Earth-Overshoot“ der Karlsruher Künstlerin Renate Schweizer geht es um unseren Umgang mit den endlichen natürlichen Ressourcen. Die Ausstellung endet am letztjährigen Earth Overshoot Day am 1. August. Unser Konsum ist oft geprägt von massivem Ressourcenverbrauch, Ausbeutung und hoher Müllproduktion, deshalb verwendet die Künstlerin für ihre Werke genutzte Teebeutel, einen Rohstoff, der normalerweise im Müll landet. Bei der Ausstellung geht es auch um Sorge und die Sehnsucht nach einer ökologischeren Zukunft.

    Die Vernissage findet am 4. Juni um 18 Uhr im Zuge der Deutschen Aktionstage Nachhaltigkeit im Zukunftsraum (Rintheimer Straße 46) statt. Es wird eine Begrüßung und Einführung zur Ausstellung sowie einen Impulsvortrag zum Thema Lebenszyklusanalyse von Produkten geben. Danach wird die Ausstellung zu den regulären Öffnungszeiten des Zukunftsraums (Di  14- 18 Uhr, Do 9- 18 Uhr) und nach Absprache geöffnet sein.

    Vernissage:  04. Juni, 18 Uhr

    Ausstellung: 04. Juni – 01. August 2019

    Öffnungszeiten: Dienstags 14-18 Uhr, Donnerstags 9-18 Uhr

    Als Eco-Künstlerin sind Renate Schweizer die Grenzen natürlicher Ressourcen schon seit vielen Jahren ein Anliegen. Die Verantwortung, die Größe ihres ökologisches Fußabdrucks kritisch zu beobachten und gering zu halten, ist ein wichtiger Schwerpunkt ihres bildkünstlerischen Schaffens.  Bereits seit jungen Jahren sind ressourcenorientiertes Arbeiten und ökologische Verantwortung für sie ein wichtiges Thema. „Renate Schweizer ist Künstlerin der ersten Generation der ECO-Kunst“ (Dr. Carola Muysers, Kunsthistorikerin, Berlin).

    Mehr Informationen zur Künstlerin Renate Schweizer und ihrer Arbeit findet ihr auf ihrer Facebookseite  und unter  renate-schweizer.net.

    Ein Projekt von Renate Schweizer in Kooperation mit Quartier Zukunft und  freundlicher Unterstützung des Kulturamts Karlsruhe.

  8. Lasst uns Klimaschutz gemeinsam wagen!

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    Wir kennen es alle. Da ist eine Idee, wir möchten etwas verändern – mehr Fahrrad fahren, weniger Fleisch essen, Second Hand kaufen – doch im Alltag geht es unter, alleine ist es mühsam und es fehlt an Erfahrungen. Lasst uns deshalb Klimaschutz gemeinsam wagen! Lasst uns gemeinsam experimentieren, uns austauschen, bestärken und klimaschonender leben. Nimm deine Ideen, deine Motivation und deine Kreativität und komm zur Ideenwerkstatt für den Klimaschutz am 12. Mai 14:00 – 17:00 Uhr im Kinder- und Jugendhaus Oststadt (Rintheimer Str. 47).  

    Dass wir mit unserem Lebensstil schon lange zu viel CO2 ausstoßen und damit zur Ungerechtigkeit zwischen heutigen und kommenden Generationen beitragen ist vielen Menschen bewusst. Dennoch ist es nicht leicht, eigene Routinen zu durchbrechen und Handlungsmuster zu verändern. Bei der Ideenwerkstatt für den Klimaschutz wollen wir gemeinsam mit Bürger*innen überlegen, welche Handlungsalternativen wir haben und welche wir selbst erschaffen können, um dem Klimawandel im Alltag etwas entgegen zu setzen. Wir möchten gemeinsam mit euch Ideen für Selbstexperimente entwickeln, die erlebbar machen, wie Klimaschutz im Alltag funktionieren kann. Aber auch, auf welche inneren oder äußeren Hürden man dabei stößt und wie man mit ihnen umgehen kann. Dazu sind alle herzlich eingeladen!

    Wie kann Klimaschutz im Alltag gelingen und was kann ich selbst dafür tun?

    Wie können unsere alltäglichen Handlungen dazu beitragen CO2-Emissionen zu vermeiden?

    Und wie schaffen wir es, solche alternativen Handlungen zu unserer Routine werden zu lassen?

    Mit diesen und weiteren Fragen werden wir uns in den Handlungsfeldern Ernährung, Mobilität und Konsum beschäftigen.

    Eingebettet ist die Ideenwerkstatt in das Projekt „Klimaschutz gemeinsam wagen!“, das einen kreativen Raum für Experimente öffnet, um einen ersten Schritt zur Überwindung der Lücke zwischen dem Wissen, das wir über den Klimaschutz haben, und unseren tatsächlichen Handlungen zu machen. Die Werkstatt ist der Startpunkt für einen längeren Prozess in dem die entworfenen Selbstexperimente umgesetzt werden (ab September 2019). Die Umsetzung der Selbstexperimente startet dann mit der Gründung eines Netzwerkes, in dem sich die Experimentierenden gegenseitig unterstützen und austauschen können. Begleitet werden sie durch spannende Themenabende mit Vorträgen, Filmen und motivierenden Gesprächen.

    Die Ideenwerkstatt ist Teil des neuen Projekts „Klimaschutz gemeinsam wagen!“

    Mit Bürger*innen und Stakeholdern in der Karlsruher Oststadt soll eine Kultur der Nachhaltigkeit vorangetrieben werden, in der Klimaschutz im Alltag ganz selbstverständlich gelebt wird. Wir möchten das Bewusstsein für Klimaschutz vertiefen und den Kreis der Menschen, die sich für das Thema interessieren und sich auskennen, vergrößern. Dafür wollen wir spezifische Akteursnetzwerke ins Leben rufen.

    • Die erste Zielgruppe sind interessierte Bürger*nnen, Haushalte, Hausgemeinschaften und Nachbarschaften (Verbraucherseite).
    • Die zweite Zielgruppe besteht aus der lokalen Gastronomie, Kantinen und Mensen (Anbieterseite).

    Die Teilnehmenden werden neben ihrem Netzwerk von Klimacoachs unterstützt, die während des Projekts (im Herbst 2019) ausgebildet werden, um anschließend Ansprechperson und Multiplikator*in zu sein. Sie begleiten die beiden Netzwerke dann inhaltlich und organisatorisch und können auch eigene Projekte ins Leben rufen.

    Damit sichergestellt ist, dass durch die angepassten Handlungsweisen handfeste Verringerungen klimaschädlicher Treibhausgase erreicht werden, werden die CO2äq Einsparungen erfasst. Es wird eine Analyse des Einsparpotenzials geben, wenn die entwickelten Ziele und Maßnahmen der Netzwerke in einem gemeinsamen Aktionsplan festgehalten wurden. Am Ende der Projektlaufzeit werden dann die tatsächlich eingesparten CO2 – Äquivalente abgeschätzt.

    Lass dich inspirieren! Selbstexperimente Ausstellung im Zukunftsraum noch bis zum 30. Mai

    Während der Frühlingstage der Nachhaltigkeit am KIT haben sich bereits fast 40 Studierende gefunden, die für zwei Wochen selbst gewählte Selbstexperimente durchgeführt haben. Bei der Abschlussveranstaltung haben sie sich die Experimente gegenseitig vorgestellt, ihre – manchmal ähnlichen, manchmal sehr unterschiedlichen – Erfahrungen ausgetauscht und dann abgestimmt, welche Experimente ihnen am besten gefallen haben. Die Auswahl der liebsten 7 Experimente könnt ihr bis Ende Mai als Ausstellung im Zukunftsraum besichtigen und euch vielleicht davon inspirieren lassen.

    Kontakt: sarah.meyer@kit.edu & colette.waitz@kit.edu

     

     

     

     

     

  9. Smartphone-Fasten für mehr Menschenwürde

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    Dieses Jahr habe ich mich entschieden Handy zu fasten. Von Aschermittwoch bis Ostern werde ich komplett auf den Gebrauch meines Smartphones verzichten. Mir ist bewusst geworden, dass es 100% fair hergestellte Handys nicht gibt und auch der große ökologischen Fußabdruck schreckt mich ab. Ich möchte wieder bewusster und achtsamer leben und ausprobieren, ob ich mein Leben auch anders organisieren kann. Schließlich haben das die Menschen bis vor dreißig Jahren auch irgendwie ohne Smartphone geschafft.

    Unsere Praktikantin Marielle Rüppel studiert International Sustainability Management an der Karlshochschule und verzichtet in der Fastenzeit freiwillig auf ihr Smartphone. Ihre Beweggründe und Erfahrungen teilt sie mit euch in diesem Blogartikel.

    Letztes Jahr hat mich ein Seminar sehr zum Nachdenken gebracht. Es ging um „Internationale Aspekte der Digitalisierung – Perspektiven einer guten Zukunft“. Besonders berührt hat mich dabei ein Vortrag von „Brot für die Welt“ zum Thema Menschenrechte. Ich habe erfahren, welche Auswirkungen der Abbau von Lithium, das in jedem Handy-Akku verbaut ist, mit sich bringt. Im sogenannten Lithium-Dreieck (Chile, Argentinien und Bolivien) entstehen durch den Abbau erhebliche ökologische Schäden. Die Herstellung einer Tonne Lithium benötigt zwei Millionen Liter Wasser! Das führt zu einem starken Absinken des Grundwasserspiegels und das dortige Ökosystem wird so irreversibel zerstört. Außerdem verlieren indigene Völker ihren Lebensraum und auch andere Teile der Bevölkerung werden nicht angemessen über die Vorhaben internationaler Konzerne, die den Abbau managen, informiert. Die Regierungen setzen sich leider nicht ausreichend für deren Schutz ein, selbst wenn sie es nach geltendem Gesetz eigentlich tun müssten.

    Warum nicht einfach ein faires Smartphone? Sind faire Handys wirklich fair?

    Von menschenunwürdigen Bedingungen beim Abbau haben sicher die meisten  von euch schon gehört.  Arbeit für weniger als 10 Cent pro Tag, oft auch Kinderarbeit, zudem häufig ohne Schutz der Gesundheit – giftige Stoffe werden eingeatmet und machen langfristig krank. Der Punkt ist, dass selbst Fairphone oder Shiftphone, die als die „Fairsten“ unter den Smartphoneherstellern gelten und an transparenteren Lieferketten arbeiten, auch keine 100%-fairen Arbeitsbedingungen in den Minen, in denen seltene Erden abgebaut werden, garantieren können. Jedoch ist der Versuch, Smartphones herzustellen, die in der Herstellung zu 100% fair sind, natürlich trotzdem wichtig, um der IT-Branche zu zeigen, dass sich etwas ändern muss. Die Hersteller von Fairphone und Shiftphone versuchen, die Herkunft der Rohstoffe, die sie benötigen, zu verfolgen und mit Partnern zusammenzuarbeiten, die z.B. faires Gold bereitstellen. Was beide meiner Meinung nach schon vorbildlich machen: sie gestalten die Smartphones reparierbar und modular, sodass einzelne Elemente ausgetauscht werden können und das Smartphone länger in Verwendung bleiben kann.

    Organisation mit Apps – wie geht das denn anders?

    Da mein Handy langsam den Geist aufzugeben scheint, wollte ich anstatt mich nach einem neuen umzuschauen, lieber ausprobieren, ob es nicht auch ohne geht. Das ist gar nicht so einfach. Zum Beispiel bin ich nicht mehr spontan erreichbar, muss also besser im Voraus planen, vor allem, wenn es um Treffen mit meinen Freunden und Freundinnen geht. Ich hoffe dadurch wieder zuverlässiger zu werden. Mit Schrecken habe ich festgestellt, dass ich häufiger zu spät komme oder kurzfristig Treffen verschiebe. Das gilt aber auch umgekehrt: ich muss mich darauf verlassen, dass andere auch zur verabredeten Zeit am verabredeten Ort sind. Für den Fall, dass etwas Unvorhergesehenes dazwischenkommt (zum Beispiel ein Zugausfall), wäre es vielleicht sogar ratsam, immer einen Plan B auszumachen.

    Ich  versuche schon länger auf Google Maps zu verzichten, und schaue mir lieber vorher am PC bei openstreetmap.org eine Karte an. Im Zweifelsfall frage ich eben vor Ort Menschen nach dem Weg. Und anstatt meine Bahntickets in der App zu kaufen, muss ich sie eben ausdrucken oder am Schalter besorgen. Leider ist das dann mit Papierverbrauch verbunden. Nach meiner Experimentierphase werde ich noch einmal abwägen müssen, was für mich persönlich wichtiger ist: Papierverbrauch oder Abhängigkeit vom Smartphone.

    Ein Leben ohne Smartphone – meine ersten Erfahrungen

    Die ersten beiden Wochen habe ich inzwischen schon hinter mir, und ich lebe noch. Hauptsächlich aufgefallen ist mir, dass ich mir keine Sorgen machen muss, mein Smartphone irgendwo zu vergessen. Und wenn ich in einer Gruppe von Leuten sitze und bei der ersten Gesprächspause manche ihr Handy rausnehmen, versuche ich stattdessen, das Gespräch weiterzuführen oder tagträume ein bisschen. Außerdem genieße ich den Anblick der Frühlingsblumen mehr, da ich nicht einfach schnell ein Foto davon machen kann. Ich habe auch festgestellt, dass es sehr angenehm ist, nicht mehr vor dem Einschlafen oder direkt nach dem Aufwachen auf mein Smartphone zu schauen. Nur muss ich mir jetzt auch noch einen Wecker zulegen (mein alter Wecker war leider nicht reparierbar, da man keine Ersatzteile dafür bekommt…). Unbestreitbar nützlich ist also am Smartphone, dass es viele Werkzeuge vereint – von Kamera über Wecker bis zu GPS.

    Unpraktisch ist vor allem, dass ich auch kein Telefon habe und mir dafür eines von Freunden leihen muss, wenn es doch mal etwas Längeres zu besprechen gibt, was per E-Mail sehr umständlich wäre.

    Letztes Wochenende habe ich mich außerdem mit einer Gruppe von Freunden in einer Art Jugendherberge getroffen, und vorher wohl nicht genau kommuniziert, wie ich anreise – und dann haben sie sich ganz schön Sorgen um mich gemacht und wussten nicht, ob ich überhaupt noch ankomme, da ich den letzten Zug und den letzten Bus genommen habe. Zum Glück hat es dieses Mal ohne Verspätungen geklappt.

    Ich werde also beobachten, was Smartphone-Verzicht für mein persönliches Leben bedeutet. Doch kann diese Entscheidung etwas an globaler Ungerechtigkeit verändern? Vielleicht nicht direkt. Aber wenn sich  KonsumentInnen bei diesem Thema zusammentun und mehr Transparenz fordern, sowohl von Unternehmen als auch von der Politik, die dabei entsprechende Standards festlegt, kann etwas bewegt werden. Denn heutzutage haben viele Entscheidungen, die man trifft, Auswirkungen an ganz anderen Stellen auf der Welt.

    Zum Weiterlesen:

    Utopia: Kinderarbeit in Kobalt Minen

    Utopia Artikel zum Fairphone

  10. I’m still dreaming of a green christmas! Tipps für’s nachhaltige Feiern neu aufgelegt.

    1 Comment

    Nicht immer muss man etwas Neues kaufen, um einer geliebten Person an Weihnachten ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern. Und nicht immer muss man einen Blogartikel neu schreiben, um tolle Tipps für ein nachhaltiges Fest parat zu haben :). Entstanden vor zwei Jahren hat dieser Blogartikel nichts von seiner Aktualität eingebüßt und passt mit ein paar kleinen Ergänzungen auch noch 2018. Viel Spaß beim Lesen und Ausprobieren!

    Letztes Jahr zu Weihnachten: Opa hat die Weihnachtsgeschichte gelesen, es wurde„Stille Nacht“  gesungen, alle Geschenke wurden ausgepackt und bejubelt, die Kinder sind glücklich, pappsatt und müde. Eigentlich war’s ein schönes Fest. Und trotzdem: Etwas stört und stimmt nicht. Es ist der Müll auf dem Sofa, unter’m Baum, auf dem Boden, der Müll überall. Eine gigantisch große Landschaft aus Geschenkpapier. Schleifchen. Kärtchen. Goldbändern. Styropor. Verpackung. In diesem Moment fällt die Entscheidung: Nächstes Jahr wird alles anders. Wir wollen nicht mehr. I’m dreaming of a green christmas! Jetzt müssen wir nur noch herausfinden, wie das geht: Weihnachten in nachhaltig.

    Winter 2018: Weil dieses Jahr zu Weihnachten ja alles anders, nachhaltiger werden soll, braucht es diesmal einen Plan. Denn eines wissen wir nur zu gut: Den größten Quatsch kauft man im Stress. Mal eben schnell ein Buch von der Spiegel-Bestsellerliste über die Rolle von Insekten bei der Aufklärung von Gewaltdelikten (wird schon gut sein). Eine CD von der Band, über deren Sänger die Freundin irgendwann mal gesagt hat, irgendwie sei der ja ganz süß. Das Glanzpapier mit den glücklichen Elch-Ehepaaren drauf, das praktischerweise im 1-Euro-Shop an Deiner Ziel-Straßenbahnhaltestelle feilgeboten wird.

    Im Netz trifft man auf genug Leute, denen es ähnlich geht: Sie sind nicht nur partiell angenervt von dem Verpackungswust, sondern von der weihnachtlichen Konsumlawine insgesamt. Kein Bock mehr auf immer mehr! Und sie überlegen sich Lösungen. Es gibt Blogs von MinimalistInnen, die Weihnachten gleich ganz absagen. Artikel von Leuten, die einfach gar nichts mehr schenken. Tipps von KonsumverweigererInnen, die an Weihnachten stundenlange Waldwanderungen machen, bloß, um der Geschenkeorgie zu entkommen. Puh. Nee. Weihnachten wollen wir ja schon. Aber halt anders!

    Wichteln statt Geschenke-Wust

    Los geht die Recherche! Auf einem Umweltportal wird die die gute alte „Wichtel“-Idee vorgeschlagen. Das funktioniert so: Im Bekannten- oder Verwandtenkreis wird im Vorfeld abgemacht (oder per Los bestimmt), wer wen beschenkt. Sprich: Ich ziehe Tante Lotte, meine Schwester Opa Werner. So gibt’s zu Weihnachten keine Materialschlacht, sondern Tante Lotte, Opa Werner und alle anderen bekommen jeweils EIN Geschenk. Das dann aber mit Zeit, Muße und Bedacht ausgewählt worden ist. Die Wichtel-Idee gefällt und kommt auf den „Green Christmas“-Zettel!

    Zeit statt Zeug

    Eine weitere interessante Idee ist „Zeit statt Zeug“.  Das ist ein Projekt, dass dazu ermutigen will, statt dem „fünften Schal, dem zehnten Parfum“ lieber Zeit zu verschenken.  „Nackenmassage statt Schal“, „Basteln statt bestellen“, „Stricken beibringen statt Pullover“ – es gibt Gutschein-Vorlagen mit professionellen Fotos, die man sich direkt selbst ausdrucken kann. Und auch die Möglichkeit, ganz eigene Ideen in ein schönes Layout zu fassen (denn JA, Küsse und Nackenmassagen sind nicht das Geschenk der Wahl für ALLE  Verwandten). Fazit: Egal, ob man nun tatsächlich die Gutscheinfunktion von „Zeit statt Zeug“ nutzen möchte oder nicht: Die Idee, einem lieben Menschen etwas von der eigenen Zeit zu schenken, ist vielleicht nicht neu, aber nötiger denn je. Check. Kommt auf die Liste!

    Gebrauchtes zum Fest: Ein No-Go wird salonfähig

    Will man aber doch lieber etwas „Handfestes“ schenken, so zeichnet sich im Netz ein neuer Nachhaltigkeitstrend ab: Gebrauchtes schenken! Lange Zeit ein No-Go und der Albtraum jedes Knigge-Connaisseurs, wird Secondhand, getragen von der Vintage- und Shabby-Chick-Welle, endlich auch an Weihnachten salonfähig. Eine schöne, handgestrickte Couchdecke vom Flohmarkt, Holzstühle mit Patina, aus dem Sperrmüll gerettet und frisch überzogen, eine alte Schreibtischlampe aus den 60ern – da ist so einiges denkbar. Aber auch das Zweithand-iPhone, bestellt bei Portalen wie „Backmarket“ oder bei Ebay ersteigert, landet bei einigen unter’m Baum.

    Für alle, dies ausprobieren möchten mit der Nicht-Neuware zu Weihnachten: Auf der Website des NachhaltigkeitsExperiments Second Future, dem Second-Hand-Label aus der Karlsruher Oststadt, könnt Ihr kostenlos Aufkleber und Aufnäher bestellen, die Eure gebrauchten Geschenke zum echten Statement machen.

    Geschenke einpacken: Natur schlägt Blingbling

    Hat man nun endlich alle Geschenke parat, kann’s ans Einpacken gehen. Und auch hier sind all jene im Vorteil, die einen gewissen Vorlauf in Sachen Nachhaltigkeit haben: Über’s Jahr gesammeltes Geschenkpapier („Nicht einfach aufreißen, Kind!“) lässt Dich mindestens einen Teil der Geschenke – Zack, zack! – aus dem Stand heraus ökologisch verpacken.

    Aber auch „normales“ Altpapier funktioniert an dieser Stelle gut: Zeitungspapier, verziert mit Tannenzapfen, getrockneten Orangenscheiben, einzelnen Zweigen, Zimtstangen, Origamisternen macht Deine vorweihnachtliche Verpackungsorgie gleichermaßen stylisch wie kompostierbar!

    Wer Altpapier aber partout nicht als weihnachtsfein durchgehen lassen will, kann natürlich auch auf Packpapier, die Königin des stilsicheren Understatements, zurückgreifen. Und bei neuem Geschenkpapier bleibt immerhin die Möglichkeit, auf den „blauen Engel“ zu achten, der Recyclingpapier ausweist. Ach, und wusstest Du schon: Faltest Du beim Geschenkeeinpacken sorgfältig, klappt’s auch ganz ohne Klebemittel wie Tesa. Bunte Wollfäden oder Bast machen dann Deine ökologischen Verpackungskünste perfekt! Auch ziemlich edel: Wer’s wie die JapanerInnen machen will, kann Geschenke in Stoff einwickeln. Geht einfach, sieht kunstvoll aus und heißt: Furoshiki. Sehr schick! Kommt auf die Liste!

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    Die japanische Einpackkunst „Furoshiki“. Schick, schick!

    Last but not least gibt es noch die Super-easy-super-fix-Variante für Mehrfacheltern, die es sofort auf meinen Zettel schaffte: Einen großen Sack für jeden. Alle Geschenke rein. Große Schleife drum. Reihum wird ausgepackt. Wir wünschen entspannte Weihnachten ;-)!

    Hohoho! Lass den Wald ins Haus!

    Weniger Blingbling und mehr Wald macht sich natürlich auch in Deinem Haus ziemlich gut: Orangenscheibenketten und Tannengrün am Regal oder ein Adventskranz ohne Plastikdeko sind zeitlos schön. Unterschiedliche, bereits im Haus vorhandene Kerzen machen das Ganze – eins, zwei, drei, vier – zum Unikat.

    Und der Baum? Da kannst Du richtig klotzen! Gleich notieren: Mit der Zickzack-Schere Bänder aus altem Stoff schneiden und zu Schleifen binden, echte Plätzchen, Papier- und Strohsterne dran, Kerzen aus Bienenwachs oder Stearin statt billiger Erdölprodukte auf die Zweige setzen. Die Elektrovariante: LED-Lichterkette statt Billigblinker.

    Hier gibt es auch noch eine coole Idee für alle Gold-und-Glitter-Freundinnen und Freunde: Trefft Euch doch einfach mal zum Plätzchenessen und Christbaumkugel- und Dekotausch! So kann man kreativ bleiben, ohne alle Jahre wieder alles neu zu kaufen. Unter welchen Bedingungen industriell gefertigter Weihnachtschmuck produziert wird, könnt Ihr übrigens hier lesen.

    adventskranz

    DIY-Adventskranz. Mehr Wald statt mehr Blingbling.

    Dein Tannenbaum? Ein Däne mit georgischem Migrationshintergrund!

    Naturmaterialien, Bänder, Plätzchen – den Baumschmuck ist also geklärt für dieses Jahr. Aber was ist eigentlich mit dem Christbaum selbst? In der Regel sind die Tannenbäume in den deutschen Wohnzimmern in Dänemark gewachsen, unter dem Einfluss von Pestiziden und Düngemitteln als Garanten für einwandfreien Wuchs. Zuvor wurden die Samen in Georgien unter lebensgefährlichen Arbeitsbedingungen in vielen Metern Höhe von Arbeitern ohne Kletterausrüstung geerntet – der deutsche Durchschnittsweihnachtbaum ist so gesehen also eher ein Däne mit durchaus problematischem georgischem Migrationshintergrund. Überhaupt: Bäume absägen – kann das mit Nachhaltigkeit vereinbart werden? Mhm.

    Im Netz finden sich Leute, die auf den Baum an Weihnachten ganz verzichten oder einzelne Zweige zu Gabenbäumen drapieren. Und dann gibt es noch verschiedene Anbieter und Initiativen, die das Weihnachtsbaumgeschäft ökologischer und fairer machen wollen. Beim Bio-Weihnachtsbaumversand gibt‘s zum Beispiel gesägte Bio-Nordmanntanne aus deutscher Herkunft. Bei „Fairtrees“ kann man dänische Tannen kaufen, deren Zapfen in Georgien unter fairen, sicheren Bedingungen geerntet wurden. Und auf der Website von Robin Wood werden Biobaum-Verkaufsstellen von Tannen aus der Region gelistet. Fairtrees kannst Du übrigens in Gaggenau, Pforzheim und Bretten kaufen. Biobäume bekommst du bei der Bauhauskette Baumarkt in der Oststadt. Immerhin „von hier“ sind die konventionell gezogenen Bäume, die man gemeinsam mit den FörsterInnen zu bestimmten Terminen in den Wäldern rund um Karlsruhe schlagen kann. Und noch mehr Infos rund um den „grünen“ Baum gibt’s bei Utopia.

    Von einem grünen Weihnachtsfest kann man träumen. Oder es einfach ausprobieren.

    Am Ende des Recherchetags zum Thema „Grüne Weihnachten“ stehen jede Menge Ideen auf unserem Zettel und es summt im Kopf. Da sind noch so viele Fragen! Nachhaltiges Weihnachtsessen, was passt da zu uns? Biofleisch? Fleisch vom Metzger? Lieber gleich vegetarisch? Oder gar vegan? Wie die Verwandten überzeugen, zurückhaltend und mit Bedacht zu schenken – ohne sie zu kränken? Baum ja – oder nein? Und wenn – woher? Wie untrennbar sind Weihnachten und das wohlige Gefühl dabei eigentlich mit Konsum verbunden?

    Es ibt wohl keine Patentlösung für ein nachhaltiges Weihnachten . Nur Möglichkeiten. Ideen. Versuche. Aber zuversichtlich sind wir trotzdem, I’m dreaming of a green christmas. Und außerdem werde ich’s einfach ausprobieren.Merken

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  11. Der Planet ruft SOS! Planet calling SOS! Gezegenimizden acil yardım çağrısı!

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    Wie können das Ausmaß von Umweltproblemen und die Notwendigkeit einer nachhaltigen Entwicklung vermittelt werden? Auf eine Art und Weise, die alle verstehen – völlig egal aus welchem Land ein Mensch kommt und welche Sprache er spricht. Aus diesem Gedanken heraus ist die Karikaturausstellung „Der Planet ruft SOS“ entstanden, die im von 30.Oktober bis 11.Dezember bei uns im Zukunftsraum zu sehen ist.

    Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Ob ein Bild im Museum, ein Graffiti an einer Hauswand oder eine Fotografie in einem Magazin, die Botschaft ist oft ohne Worte verständlich. Bilder haben eine starke Wirkung  – und genau um eine solche soll es bei der „Ausstellung der Planet ruft SOS!“ gehen:

    Unsere Erde braucht Hilfe! Wir müssen alle zusammenarbeiten, um die Umwelt, unsere Lebensgrundlage zu schützen!

    Deshalb haben INTEGRA Filder e.V. und das türkisch – englisch – deutsche Humormagazin Don Quichotte e.V. zum 1. internationalen Karikaturenwettbewerb mit dem Thema „Agenda 2030 der UN“ aufgerufen. Die Resonanz war groß: über 1000 Karikaturen wurden aus mehr als 60 Ländern eingereicht! Die 50 aussagekräftigsten wurden von einer internationalen Jury ausgewählt und werden nun an verschiedenen Orten in Baden-Württemberg ausgestellt.

    Die gesamte Gesellschaft – Menschen mit und ohne Migrationshintergrund – sollen durch die ausdrucksstarken Bilder der Künstlerinnen und Künstler sensibilisiert werden und ins Gespräch über nachhaltige Entwicklung kommen. Alle sollen Bescheid wissen: Nachhaltigkeit ist wichtig und zwar jetzt!

    Die etwas andere Migrantenorganisation

    INTEGRA selbst nennt sich „die etwas andere Migrantenorganisation“. Vielfalt und eine gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen sind die Ziele des Vereins. Dafür setzen sie sich durch Bildungsprojekte und mit Jugendarbeit ein. Grundlagen ihrer Arbeit sind interkulturelle und globale Pädagogik, Theorien zu Mehrsprachigkeit und Rassismuskritik. Migrationserfahrung oder der Migrationshintergrund der Bewohnerinnen und Bewohner werden als Ressource und Stärke angesehen. Sie werden dazu ermutigt, sich einzubringen, zum Beispiel als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren.

    Zusammenarbeit verschiedener Nationalitäten – so wird aus ein paar Bildern eine Ausstellung!

    Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund haben die Ausstellung gemeinsam aufbereitet und entwickeln didaktische Materialien für die Wanderausstellung durch Baden-Württemberg. Dabei unterstützen Jugendliche mit guten Deutschkenntnissen geflüchtete Jugendliche und stärken so ihre Teilhabe am Projekt. Erdoğan Karayel, Karikaturist und Herausgeber der Zeitschrift Don Quichotte ist künstlerischer Leiter des Projektes. Er führt nach der Methodik des informellen Lernens Zeichen-Workshops mit den beteiligten Jugendlichen durch.

    Globale Herausforderungen erfordern globale Ziele!

    Und die Ausstellung zeigt auch – das Thema beschäftigt Menschen rund um die Welt. Es wurden Bilder zu den 17 Zielen der Nachhaltigen Entwicklung der Vereinten Nationen ausgewählt, so unter anderem „Maßnahmen zum Klimaschutz“, „Nachhaltiger Konsum und Produktion“ und „Frieden und Gerechtigkeit“. Die Ziele traten 2016 unter dem Namen „Transformation unserer Welt: die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ in Kraft.

    Der Karikaturenwettbewerb und die Wanderausstellung finden im Rahmen des Weltaktionsprogramms „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ statt. Zukunftsfähiges Handeln und Denken sollen hier gefördert werden. Die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg betreut dabei das Förderprogramm „Beispielhafte Projekte für eine Bildung für nachhaltige Entwicklung“.

    27 Karikaturen werden vom 30. Oktober bis 11. Dezember im Zukunftsraum (Rintheimer Straße 46) zu sehen sein. Die Ausstellung ist zu den regulären Öffnungszeiten (Dienstag 14-18 Uhr & Donnerstag 9-18 Uhr) sowie zusätzlich an den Sonntagen 11. und 25. November 15 -18 Uhr kostenfrei zugänglich. Am 30. Oktober um 15 Uhr wir die Ausstellung im Rahmen einer Vernissage eröffnet. Ihr seid herzlich eingeladen!

    Kommt vorbei und macht euch ein Bild von der Situation auf unserer Erde!

    Mehr Informationen zum Jugendprojekt „Der Planet ruft SOS“ findet ihr hier.

  12. Einfach mal etwas verändern

    2 Comments

    Hast du Lust auf etwas Abwechslung im Alltag? Wir möchten dir gerne eine aktuell laufende Masterarbeit vorstellen, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Personen mithilfe einer Selbstverpflichtung zu einem umweltfreundlichen Lebensstil anzuregen. Das Projekt zeigt bereits erste Erfolge und freut sich über deine Teilnahme.

    Stellst du dir manchmal die Frage, ob du schon alles in deiner Möglichkeit stehende tust, um einen nachhaltigen Lebensstil zu führen? Manchmal braucht es gar nicht viel, etwa einen kleinen Anstoß von Außen, um eine Sache ins Rollen zu bringen. Das Projekt „Einfach mal etwas verändern“ der PH Studentin Julia Werdermann möchte dieser Stupser sein. Die Idee ist ganz simpel. 

    Umweltschutz braucht Veränderung

    Viele unserer alltäglich ausgeführten Handlungen sind Gewohnheiten. Wir fahren meistens mit demselben Transportmittel zur Arbeit, holen uns morgens einen Kaffee-to-go beim Bäcker und greifen seit Jahren zum gleichen Haarshampoo. Gewohnheiten sind praktisch. Denn Routinehandlungen ersparen es unserem Verstand, vor jeder Handlung eine neue Entscheidung treffen zu müssen. Was sich in der Vergangenheit bewährte, wird beibehalten.

    Nun ist es aber so, dass wir in einer Zeit leben, die auf vielen Ebenen Veränderungen verlangt. Neben politischen Veränderungen sind auch wir Einzelpersonen auf unterster Ebene gefragt, da wir durch unser (Konsum-)Verhalten täglich Einfluss auf die Umwelt und das Klima nehmen. Durch Verhaltensänderungen im Alltag können wir einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz leisten.

    Was kann ich mir unter Selbstverpflichtung vorstellen?

    Das Projekt stellt seine Teilnehmer*innen vor die Aufgabe, eine von acht umweltfreundlichen Verhaltensweisen für eine Woche im Alltag zu testen. Diese Methode wird Selbstverpflichtung genannt. Sie soll bewirken, dass die ursprünglich von außen stammende Motivation für eine Verhaltensänderung nach innen verschoben wird – denn: ein freiwillig gesetztes Ziel zu erreichen, macht glücklicher als sich aufgrund eines Gesetzes auf eine bestimmte Art und Weise verhalten zu müssen. Die Masterarbeit möchte untersuchen, wie erfolgreich die Selbstverpflichtung als Methode zur Förderung einer nachhaltigen Zukunft ist.

    „Plastikfasten“ ist beliebt

    Das Projekt läuft von Juli bis August 2018. Bisher haben sich rund 60 Menschen für eine freiwillige Selbstverpflichtung gemeldet. Der absolute Renner unter den Verhaltensweisen ist das plastikfreie Einkaufen, für das sich schon 20 Personen gemeldet haben. Nach der einwöchigen Selbstverpflichtung wird ein Online-Fragebogen ausgefüllt, in dem die Teilnehmer*innen von ihren Erfahrungen berichten können. Eine weitere Befragung folgt vier Wochen später. Für die Aussagekraft der Studie wäre es sehr schön, wenn sich weitere Menschen mit einer Selbstverpflichtung beteiligen.

    Kannst du dir vorstellen, mitzumachen?

    Folgende Verhaltensweisen stehen zur Auswahl:

    • Nur Bio-Lebensmittel einkaufen
    • Fahrrad oder ÖPNV statt Auto nutzen
    • Haushaltsreiniger bzw. Kosmetika selbst herstellen
    • Müll aufsammeln beim Spazieren oder Joggen
    • Plastikfrei einkaufen
    • Produkte beim Einkauf mit einer App auf umweltgefährdende Stoffe prüfen
    • Strom bewusst einsparen
    • Vegan essen

    Zur Anmeldung gelangst du über die Projekt-Webseite  unter der Rubrik „Teilnehmen“. Außerdem findest du dort neben weiteren Informationen zum Projekt auch ein Diskussions-Forum und eine Galerie, die alle bisherigen Selbstverpflichtungen zeigt. Es wäre toll, wenn auch du vorbei schaust und dich für die Teilnahme anmeldest.

    Zum Abschluss noch ein paar Hintergrundinfos: die Masterarbeit trägt den Titel „Einfach mal etwas verändern: Individuelle Selbstverpflichtung als ein möglicher Weg zu nachhaltigem Handeln“. Sie wird von Julia Werdermann, Studentin des Studiengangs „Biodiversität & Umweltbildung“ an der Pädagogischen Hochschule in Karlsruhe geschrieben.

  13. Das 1×1 des nachhaltigen Reisens

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    Der Sommer kommt mit großen Schritten näher und die Urlaubsplanung steht an. Ein Wochenende lang London besichtigen, im Kurzurlaub auf Mallorca die Sonne genießen oder doch gleich mit der Familie zwei Wochen nach Sydney? Oder gibt es nachhaltigere Alternativen?

    Ob nah, ob fern – aktiv oder entspannt – Strand, Berge oder Partymeile, unsere Möglichkeiten heutzutage sind schier grenzenlos. Wir können innerhalb kürzester Zeit ans andere Ende der Welt fliegen und durch Billigfluganbieter wird das auch immer erschwinglicher. Toll, oder?

    Leider haben der Tourismus und die grenzenlose Mobilität auch ihre Schattenseiten. Emissionen, Umweltverschmutzung, Armut und Ressourcenkonflikte – allein der Flugverkehr ist mit bis zu 10% am menschengemachten Klimawandel beteiligt, unberührte Alpenlandschaft weicht dem Massentourismus und Kreuzfahrtschiffe hinterlassen große Mengen an Schadstoffen in die Ozeane. Wie können wir es besser machen? Was zeichnet ein bewusstes, umweltfreundliches Reisen aus? In den nächsten Abschnitten findet ihr die wichtigsten Tipps, quasi das 1×1 des nachhaltigen Reisens!

    Auf dem Boden bleiben

    Die größten Emissionen entstehen bei der An- und Abreise. Sobald man beim Verkehr auf dem Boden bleibt, muss man nur etwa ¼ der Treibhausgasemissionen auf die eigene Kappe nehmen. Klar, je weiter die zu überwindende Distanz, desto schwerer wird es aufs Flugzeug zu verzichten, aber gerade bei näheren Reisezielen in Europa ist es meist kein Problem mit Auto oder noch besser Bus und Bahn anzureisen. Eine Ausnahme gibt es allerdings: Kreuzfahrtschiffe – auch wenn sie nicht fliegen können, sind ihre Auswirkungen auf die Umwelt enorm.

    Auch nach der Anreise sind öffentliche Verkehrsmittel und das Fahrrad die Transportmittel der Wahl. Auf der Busfahrt mit den regionalen Linien lernt man das Land und das tägliche Leben der Einheimischen auch gleich viel besser kennen.

     „Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah“
    nach Johann Wolfgang von Goethe

    Gebirge, Wälder, Seen, Meer, Festungen, Schlösser und wunderschöne Altstädte – Deutschland und Europa haben so viel mehr zu bieten als wir oft denken. Zu oft kennen wir unser eigenes Land und unsere Nachbarländer weniger als weit entfernte Reiseziele. Da läuft doch etwas schief. Wie wäre es mit einem Natururlaub in Thüringen? Wandern und Mountainbiken in wunderschönen Wäldern, Schwimmen in einem von Bergen umgebenen See und ein Besuch in der zauberhaften Tropfsteinhöhle in Saalfeld. Auch eines von Deutschlands schönsten Naturwundern, das Elbsandsteingebirge, bekommt noch viel zu wenig Beachtung. Noch mehr Ideen für unterschätzte Reiseziele in Deutschland gibt es hier.

    Wenn es dann doch mal weiter weg geht, sollten Entfernung und Reisedauer zusammenpassen. Der Flug auf einen anderen Kontinent soll sich schließlich auch lohnen. Die Amerikareise darf dann gerne mal einige Wochen bis Monate lang sein und voll ausgekostet werden.

    Respektvoll in der Natur

    Bei der Wahl der Aktivitäten im Urlaubsland heißt es dann Angebote kritisch zu hinterfragen. Müssen es wirklich Fun- Sportarten in empfindlichen Landschaften sein? Passt das Angebot zu den klimatischen und landschaftlichen Bedingungen? Zur Kultur des jeweiligen Landes? Golf spielen in der Wüste und Jetski fahren durch Mangrovenwälder sind sicher keine gute Idee.

    Dass man als Tourist wie in der Heimat keinen Müll in der Natur hinterlassen sollte, versteht sich von selbst. Wenn du noch einen Schritt weiter gehen möchtest, besorg dir einen Campingwasserfilter. In vielen Ländern kann man das Wasser nicht wie in Deutschland aus der Leitung trinken, da ist der Filter die Lösung, um nicht auf Plastikflaschen zurückgreifen zu müssen.

    Wasser ist knapp?

    Als Tourist kommt man zudem leicht in Ressourcenkonflikte mit Einheimischen. Gerade dort, wo sie sowieso schon rar sind, können Einheimische unter dem Verbrauch von beispielsweise Süßwasser durch den mächtigeren Tourismus leiden. Langes Duschen und jeden Tag Handtücher und Bettwäsche waschen lassen sind dann nicht angebracht. Auch beim Thema Wohnraum stoßen die Interessen von Tourismus und Bevölkerung aneinander. Durch Vermittlung von Ferienapartments über Online-Plattformen können Vermieter potentiell mehr verdienen als durch eine dauerhafte Vermietung, was in manchen Gegenden Mieter verdrängt und bezahlbare Wohnungen zur Mangelware werden lässtAber nicht alles ist negativ, der Tourismus kann dem Gastgeberland einige Vorteile bringen und eine wichtige Einkommenquelle für die lokale Bevölkerung sein wenn wir den Nachteilen entgegensteuern.  Wie schaffen wir es nun, dass die Einheimischen von unserem Besuch profitieren und wir gleichzeitig einen wunderschönen Urlaub mit tollen Erlebnissen verbringen?

    Lokale Angebote statt All- inclusive

    Alles im Rundum-Sorglos-Paket zu buchen ist einfach, aber langweilig und oft profitieren davon nur große Anbieter statt der lokalen Bevölkerung. Mit Labeln wird versucht, ökologisch und fair handelnde Unterkünfte und Angebote auszuzeichnen und die Entscheidung für bewusst reisende Kunden einfacher zu machen. Statt also im nächstbesten Hotelriesen zu schlafen, halte Ausschau nach privaten Hotels und Herbergen, die entsprechend ausgezeichnet wurden. Oft steckt in den kleineren Unterkünften auch viel mehr Landestypisches und man kann sich von den Besitzern gleich die Insidertipps fürs Abendessen geben lassen. Apropos Essen: Probiere dich durch das landes- bzw. regionstypische Essen, genieße das Essen in kleinen Restaurants vor Ort und ernähre dich regional.

    Wie so oft gibt es natürlich auch hier Ausnahmen und schwarze Schafe. Nicht alles Landestypische ist empfehlenswert und nutzt der Bevölkerung und der Natur. So sollte das Urlaubsvergnügen beispielsweise nicht auf dem Rücken von Elefanten stattfinden. Um die gutmütigen Dickhäuter dennoch kennenzulernen, kann man in einem Schutzzentrum Zeit mit ihnen verbringen.

    Du willst mehr wissen?

    Puh…Das waren jetzt doch so einige Punkte, die man beachten sollte. Glücklicherweise bringt uns in vielen Fällen eine kritische Betrachtung der Angebote schon um einiges weiter. Falls du immer noch nicht genug hast oder dein Wissen an der ein oder anderen Stelle vertiefen möchtest, schau mal bei fairunterwegs.org vorbei. Die Plattform bringt ein bisschen Licht in den Dschungel aus Anbietern und Informationen.

    Falls dich vor allem das Thema Mobilität interessiert und du dich sowohl im Alltag als auch im Urlaub nachhaltiger fortbewegen möchtest, schau mal in die Broschüre „Nachhaltig bewegen und reisen“ der Nachhaltigkeitsstrategie Baden-Württemberg. Sie kann hier kostenlos heruntergeladen werden.

    Wenn du Lust bekommen hast, erstmal deine Heimatstadt besser kennenzulernen, können wir auch das Angebot von stattreisen empfehlen. Auch in Karlsruhe gibt es eine Gruppe mit einem vielfältigen Angebot.

    Wohin auch immer deine nächste Reise gehen wird, wir wünschen dir auf jeden Fall viel Spaß und tolle Erlebnisse!

  14. Weniger ist mehr – der Frühjahrsputz: Möglichkeit der Befreiung von Unnötigem

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    Es ist Frühling. Draußen beginnen die Knospen zu sprießen, die Natur erwacht wieder. Nicht ohne Grund wird dieser Schwung des Wandels von so vielen Menschen genutzt, um auch der Wohnung neuen Charme einzuhauchen. Lasst uns den Frühjahrsputz nutzen, um Ungeliebtes auszusortieren und wieder Raum in den eigenen vier Wänden zu gewinnen. Liegen bei dir auch zu viele Dinge ungenutzt herum und nehmen den sowieso schon knappen Platz weg?

    Aus den ungenutzten Dingen resultiert oft ein Platzproblem, zudem schlummern die Ressourcen und der hineingesteckte Energieaufwand einfach im Regal. Da diese Ressourcen bereits verbraucht wurden um das Produkt zu erzeugen, ist es umso wichtiger darauf zu achten was nach dem Aussortieren mit den Dingen geschieht. Häufig landen sie im Müll, beim Sperrmüll oder werden in den nächstbesten Altkleidercontainer geworfen. Das geht besser! Was jemand doppelt besitzt oder schlicht nicht nutzt, benötigt jemand anderes möglicherweise gerade umso mehr. Der mit neuen Anschaffungen verbundene Energie- und Ressourcenverbrauch kann durch einen Tausch einfach vermieden werden. Allein die Herstellung einer Zeitung verbraucht fast so viel Energie wie eine Person am Tag im Haushalt.

    Aussortiert… und jetzt?

    Aber wie schaffen wir es nun, dass all die ungenutzten Staubfänger wieder neue glückliche Besitzerinnen und Besitzer finden? Einige Alternativen möchten wir euch in den nächsten Abschnitten vorstellen. Mit ihnen könnt ihr mit wenig Aufwand Dinge nachhaltiger loswerden und dabei anderen eine Freude machen.

    Mach dir zunächst Gedanken, ob du die Dinge verkaufen oder verschenken möchtest. Aus unserer Erfahrung können wir sagen, dass man auf den Verkauf selbst bei kleinsten Preisen oft lange wartet, wohingegen die meisten Dinge beim Verschenken sofort Abnehmer finden. Verschenken kann man gut auf Plattformen (z.B ebay Kleinanzeigen, quoka) oder auf Social Media (z.B Facebookgruppen). Diese Möglichkeiten eignen sich besonders, wenn es sich nur um wenige oder sperrige Teile handelt. Bei mehreren Dingen lohnt sich auch der Weg in den nächsten Second Hand Shop. Hier sind Sachspenden immer gern gesehen. In Karlsruhe gibt es zum Beispiel die Second Hand Läden der Diakonie oder den Oxfam Shop.

    Der Kleiderschrank quillt über

    Ein großer Punkt auf der Liste von allen Aussortierenden: der Kleiderschrank. Nicht selten haben wir einen ganzen Schrank voll „Nichts zum Anziehen“. Wir nutzen ja doch meist immer dieselben Lieblingsteile. Wenn du mit den selten getragenen Dingen nicht nur anderen eine Freude machen, sondern auch selbst in entspannter Atmosphäre neue Lieblingsteile entdecken möchtest, komm doch mal zu einer Kleidertauschparty. Bei uns im Zukunftsraum findet die nächste am 09. Juni von 15 bis 18 Uhr statt. Das dauert dir zu lange oder du hast an dem Tag keine Zeit? Organisiere einfach deine eigene Party und lade einige FreundInnen und Bekannte dazu ein. Wenn du die Teile verkaufen möchtest, bietet sich auch die Plattform Kleiderkreisel an.

    Wohin mit dem alten Sessel?

    Möbel sind auch so eine Sache für sich. Sie sind sperrig und nicht jeder hat ein Auto, auf das er spontan zurückgreifen kann. Schon deswegen hat sich die Weitergabe über Facebookgruppen oder ebay Kleinanzeigen bewährt. Meist werden die Möbelstücke innerhalb weniger Tage abgeholt. Und was ist schöner als es den glücklichen neuen Besitzern selbst zu überreichen? Auch das Möbellager der Ar­beits­för­de­rungs­be­triebe kommt im Karlsruher Stadtgebiet nach Absprache kostenlos vorbei und holt Spenden ab. Falls die Teile dann wirklich gar niemand mehr möchte, kann man einmal im Jahr kostenfrei einen Sperrmülltermin vereinbaren. Falls man sich an Möbelstücken einfach nur sattgesehen hat oder sie nicht in das neue Farbkonzept hineinpassen, ist auch der Gedanke an eine Umgestaltung bzw. Upcycling nicht verkehrt. Inspiration dafür findet man zum Beispiel hier.

    Bücher, Bücher, Bücher…

    Bücher schaffen oft eine wohnliche Atmosphäre. Wenn man zu viele hat sieht das Bücherregal aber schnell vollgestopft aus. Zudem werden die meisten Bücher nicht mehr als einmal gelesen. Vielleicht liegen auch noch Bücher im Schrank, die man mal geschenkt bekommen, aber noch nie angeschaut hat. Zum Glück gibt es auch hier Abhilfe. Neben den schon angesprochenen Second Hand Läden kann man gerade bei aktuellen, gut erhaltenen Büchern auch Büchereien ansprechen und fragen, ob Bedarf besteht. Zudem gibt es an vielen öffentlichen Plätzen Bücherschränke in die man die Bücher einfach reinstellen kann. Seit letztem Jahr gibt es auch einen Bücherschrank ganz in der Nähe unseres Zukunftsraums neben dem Gerwigbrunnen in der Humboldtstraße Ecke Gerwigstraße. Eine Standortliste aller öffentlichen Bücherschränke in Karlsruhe befindet ihr hier.

    Im Vorratsschrank ist kein Platz mehr

    Auch der Vorratsschrank ist häufig ein Platz mit „zu viel des Guten“. Gerade das, was sich lange hält, hält sich dann auch oft lange am gleichen Ort und wird vergessen. Hier hat es sich bewährt die Dinge, die schon länger hinten stehen  aktiv zu verwerten und die Gerichte daran anzupassen. Rezepte findet man dafür zum Beispiel hier. Wenn etwas doch nicht ganz euer Fall ist, könnt ihr Freunde oder Kolleginnen oder Kollegen fragen oder die Sachen auf der Plattform foodsharing.de oder in entsprechenden Facebook Gruppen weitergeben.

    Wir hoffen, ihr habt nun ein paar neue Anregungen und Motivation zum Ausmisten bekommen! Und nachdem alles durchsortiert und einiges verschenkt/verkauft/getauscht wurde tut natürlich auch der Wohnung eine Komplettreinigung mal wieder richtig gut.Putz- und Waschmittel sind allerdings meist die größten Chemiekeulen im Haushalt und der Umwelt und der eigenen Gesundheit so gar nicht zuträglich – auch hier geht es nachhaltiger. Tolle Alternativen zum Selbermachen und für wenig Geld findest du online, etwa unter smarticular.net.

     

  15. Brauchen wir noch Vorbilder? – Was bewirkt Kleidertausch, Reparaturcafé & Co eigentlich?

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    Seit ungefähr eineinhalb Jahren finden im Rahmen des KonsumCafés verschiedene Veranstaltungen im Zukunftsraum statt. Das neue Jahr ist ein guter Zeitpunkt um ein erstes Zwischenresümee zu ziehen. Haben die Veranstaltungen eine nachhaltige Wirkung? Wie motivierend wirken die Veranstaltungen? Und werden wir wirklich dazu motiviert uns mit unserem Konsum auseinanderzusetzen?

    Ein Beitrag von Valentin Erlenbach

    Im Rahmen des Konsumcafés veranstaltet das Quartier Zukunft verschiedene Formate, wie beispielsweise die regelmäßig stattfindenden „Kleidertausch-Partys“, die jährliche „Pflanzentauschbörse“, oder auch Vorträge zu verschiedenen Konsumthemen. Im Zuge eines forschungsorientierten Projektes an der PH Karlsruhe habe ich mich mit dem Einfluss der Veranstaltungen auf das Konsumverhalten und das Umweltbewusstsein der TeilnehmerInnen beschäftigt. Besonders reizvoll dabei war, dass die Angebote des Konsumcafés das Handeln in den Vordergrund stellen.

    Warum ist gerade das interessant? Vom Wissen zum Handeln

    Um das am besten erklären zu können, hier eine kleine Aufgabe: Versuche folgende Aussagen für dich selbst mit „JA oder NEIN“ zu beantworten.

    Lebensmittel regional und bio einkaufen ist umweltschonend 

    Ich kaufe Lebensmittel ausschließlich regional und bio ein.

    Rauchen ist gesundheitsgefährdend

    Ich rauche nie bzw. habe nie geraucht.


    Die wenigsten werden alle Aussagen mit „JA“ beantwortet haben. Meist stimmt man der ersten Aussage zu. Es geht um das Wissen. Wenn wir allerdings versuchen die zweite Aussage für uns zu beantworten, stimmt diese oft nicht mit der Antwort der ersten Aussage überein. Man könnte jetzt argumentieren, dass das Handeln, welches in der jeweils zweiten Aussage behandelt wird, durch andere Faktoren wie beispielsweise Kosten (Bio-Lebensmittel) oder die Verfügbarkeit beeinflusst wird und hätte damit natürlich auch recht. Jedoch ist der Hauptfaktor, der das Handeln beeinflusst, meistens die Bequemlichkeit beziehungsweise die Gewohnheit etwas auf eine bestimmte Art und Weise zu tun.

    Das heißt, wir wissen oft, dass etwas gut oder schlecht für uns (oder die Umwelt) ist, handeln aber trotzdem gegensätzlich. Diese Kluft zwischen Wissen und Handeln ist ein großes Thema im Bereich der Nachhaltigkeitsforschung und stellt viele vor die Frage: Wie können Menschen erreicht werden, damit sich nicht nur das Wissen, sondern auch das Handeln ändert? Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und ändert, einmal an ein Handlungsmuster gewohnt, nur sehr ungern dieses Verhalten. Um unser Handeln wirklich ändern zu können, müssen wir es auch wirklich wollen. Und dazu brauchen wir einen Anreiz, der uns motiviert.

    Was hat das mit dem Konsumcafé zu tun?

    Nehmen wir das Beispiel Kleidertausch. Bei den Kleidertausch-Partys haben die BesucherInnen die Möglichkeit, zwischen all der Kleidung auch interessante Informationen über die Herstellung der Textilien zu erfahren, wobei aber die Jagd nach weiteren Schnäppchen und einem Schwatz bei Kaffee und Kuchen bei vielen im Vordergrund steht. Und das ist gut so! Denn gemeinsames Handeln und Spaß haben motiviert und kann dazu beitragen neue Verhaltensmuster auszuprägen.


    Das Quartier Zukunft versucht durch die Angebote des Konsumcafés nicht nur einen bewussteren Umgang mit Konsumgütern zu fördern, sondern auch an Kulturtechniken wie Tausch und Reparatur zu erinnern. Gerade Veranstaltungen wie die Kleidertausch-Partys oder auch das thematisch ähnlich ausgerichtete Reparaturcafé des Reparaturcafé Karlsruhe e.V., leben die Tausch- und Reparaturkultur in einem ansprechenden Rahmen vor und laden nebenbei zu sozialen Austausch ein.

    In meinem Projekt habe ich untersucht, inwieweit die Veranstaltungen wirklich zu einer Verhaltensänderung der BesucherInnen beitragen. Mit Hilfe einer Online-Umfrage – wurde der Einfluss der Konsumcafé Angebote, auf die Motivation umweltschonend und sozial gerecht zu Handeln und das Konsumverhalten zu ändern untersucht.

    Was kam heraus? Erste Ergebnisse:

    Fast alle, die an einer Veranstaltung des Konsumcafés teilgenommen haben, fühlten sich durch die Angebote motiviert nachhaltiger und bewusster zu konsumieren, sowie das Prinzip SecondHand, Tauschen und Reparieren auch in anderen Lebensbereichen anzuwenden. Außerdem stieg mit zunehmender Teilnahme an Kleidertauschpartys, die Bereitschaft, Kleidung selbst SecondHand weiterzugeben.

    Wie beeinflussen die Veranstaltungen (VA) unser Handeln in Bezug auf die Weitergabe von Kleidung. Vergleich von Umfrageteilnehmenden mit I: Keinen VA; II: Wenigen VA; III: Vielen VA

    Die Umfrage zeigte auch, dass sich die meisten über die Folgen ihres Konsums bewusst sind und vor allem ein umweltschonender, aber auch sozial gerechter Konsum angestrebt wird. Allerdings wird das Bewusstsein für den Einfluss des eigenen Konsums auf andere Faktoren (wie etwa Natur und Umwelt) nach Aussage der Teilnehmenden nur gering erweitert. Die Motivation sich intensiver mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen wurde durch die Teilnahme ebenfalls nur gering gestärkt. Wo wir wieder beim Konflikt von Wissen vs. Handeln wären.

    Einschätzung des eigenen Konsumverhaltens der Umfrageteilnehmer mit unterschiedlicher Anzahl an Veranstaltungsbesuchen (VA= Veranstaltungen des Konsumcafés). Einfluss des Konsums auf I: Natur und Umwelt; II: Menschen, die direkt an der Produktherstellung in Entwicklungsländern beteiligt sind; III: Andere Verbraucher in Deutschland. Bewertungsskala von 1=stimme gar nicht zu; 5=stimme voll zu.

    Heißt das, Wissen ist für nachhaltiges Handeln gar nicht notwendig?

    Doch ist es. Zwar können wir ausschließlich bio und regional einkaufen, nur SecondHand Kleidung tragen und auch sonst so wenig Einfluss auf unsere Mitwelt haben wie möglich, ohne diese Einstellungen zu hinterfragen. Wirklich sinnvoll nachhaltig zu handeln bedeutet aber uns selbst zu reflektieren und uns unseren eigenen Einfluss bewusst zu machen, Wissen nicht nur anzuwenden, sondern auch zu übertragen und schließlich weitergeben zu können. Denn was bringt uns ein starres nachhaltiges Handeln, in einer Zeit in der sich alles ständig verändert und bestehende Systeme überdacht und transformiert werden sollen?

    Ein erfahrungsbasiertes Wissen, das nicht darauf aus ist irgendwelche Fakten über Umweltthemen auswendig zu lernen, sondern aus Erfahrungen Erkenntnisse zu gewinnen und diese auf andere Dinge zu übertragen, ist also genauso wichtig wie das Handeln an sich.

    Das Quartier Zukunft bietet mit dem Konsumcafé eine fruchtbare Plattform für Menschen, die sich mehr mit dem Thema „Nachhaltiger Konsum“ auseinandersetzen wollen. Das gemeinsame Handeln bzw. das „Vorgelebt bekommen“ motiviert selbst die Initiative zu ergreifen, Mitstreiter zu finden und sich dem Thema weiter anzunähern. Außerdem kann das Erleben des eigenen Einflusses, sowie der soziale Austausch dazu beitragen neue Verhaltensmuster zu bilden und erfahrungsbasiertes Wissen weiterzuentwickeln.

    Wenn du noch mehr zu den Ergebnissen und zum Thema „Nachhaltiger Konsum“ erfahren möchtest, dann komm doch am Donnerstag, 15. Februar um 18 Uhr in den Zukunftsraum (Rintheimer Straße 46, 76131 Karlsruhe). Dort stellt Valentin Erlenbach seine Ergebnisse vor und beantwortet gerne Fragen zu seinem Projekt. Außerdem wird im Anschluss der Film „The true cost. Der Preis der Mode“ gezeigt. Der Eintritt ist frei.

    Plakat Konsumcafé_15.02

     

    Lesetipps:

    Ich bin so „frei“ – warum Konsumgewohnheiten so schwer zu überwinden sind von Sarah Bloesy und Lukas Nalbach

    Wolfgang Ullrich: Alles nur Konsum. Kritik der Warenästhetischen Erziehung. Wagenbach, Berlin 2013

  16. Kleine Schritte, große Wirkung: Mit grünen Vorsätzen ins neue Jahr

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    Mehr Sport machen, auf eine gesündere Ernährung achten, mit dem Rauchen aufhören – Wer kennt sie nicht, die Neujahrsvorsätze? Als Metapher für das neue Jahr sehen wir oft ein neues Kapitel, leere Seiten, die darauf warten beschrieben zu werden. Typische Vorsätze fürs neue Jahr sind dann meist Dinge, die wir sowieso schon lange vor uns herschieben und jetzt endlich beginnen wollen. Trotzdem schaffen wir es oft nicht sie einzuhalten – Zu schnell verschwindet die Motivation, zu stark ist die Umstellung. Wie wäre es in diesem Jahr deshalb mal mit einfachen und zugleich nachhaltigen Neujahrvorsätzen, die Ihr mit unseren Tipps problemlos in den Alltag integrieren könnt?

    Um nachhaltig und bewusst zu Leben musst du kein Ökofreak oder leidenschaftlicher Weltverbesserer sein. Du brauchst auch keine Unmengen an Geld ausgeben. Oft reichen schon ein paar kleine Umstellungen routinierter Angewohnheiten um nicht nur dir selbst sondern auch der Umwelt etwas Gutes zu tun.

    1) Weniger Plastikmüll produzieren

    Obwohl Plastik noch ein recht junges Phänomen ist wird es zu einem zunehmenden Problem für den Planeten. Zahlreiche Verarbeitungsmöglichkeiten und vor allem die Langlebigkeit von Kunststoffen führten zu einem regelrechten Plastikhype, den wir heute kaum noch bewältigen können. Im Juli letzten Jahres wurde eine Studie veröffentlicht, die zeigt wie verheerend die Situation mittlerweile ist. Ca. 8,3 Milliarden Tonnen Plastik wurden nach einer Hochrechnung bisher weltweit produziert. Das meiste davon landet auf Deponien oder schwimmt mittlerweile in unseren Weltmeeren. Genau deshalb ist es wichtig über den eigenen Verbrauch von Plastik nachzudenken! Dabei fällt auf: Schon durch kleine Veränderungen kann ich weniger Plastikmüll produzieren und so selbst einen Teil zur Bewältigung des Müllproblems beitragen.

    Stoffbeutel statt Plastiktüte: Spart nicht nur Plastik sondern auch Geld. Das gilt auch für den Obst- und Gemüsekauf im Supermarkt. Obst- und Gemüse Zuhause einfach gut abwaschen oder direkt eigene Tüten zum Verstauen mitnehmen. Unser Tipp: Der kleine Wäschesack von Zuhause eignet sich super als Plastiktütenersatz

    Leitungswasser statt Wasser aus der Plastikflasche: Nirgendwo sonst ist das Trinkwasser aus der Leitung so strengen Vorschriften unterzogen wie hier in Deutschland. Es ist also nicht nur zum Abspülen geeignet, sondern auch zum Durstlöschen! Wer nicht auf Kohlensäure verzichten will, kann sich einen Wassersprudler zulegen.

    Eigener Thermobecher statt ToGo Becher: Den könnt Ihr beim Bäcker befüllen lassen. So bleibt der Kaffee außerdem länger warm.

    Stückseife statt Flüssigseife: So spart ihr euch den Plastikbehälter. Zum Aufbewahren Seifenschalen aus Kermaik oder Porzellan benutzen.

    Direkt vor der Tür: In Karlsruhe und Ettlingen gibt es unverpackt Läden in denen Ihr direkt ganz ohne Verpackungen einkaufen könnt.

    Lesetipps: Das Buch Besser leben ohne Plastik und der dazugehörige Blog. Ebenfalls lesenswert: Zero waste – Weniger Müll ist das neue Grün und der dazugehöroge Blog.

    2) Weniger Lebensmittel wegwerfen 

    Schon bei der Ernte werden Unmengen an Lebensmitteln aussortiert, weil Sie nicht der Norm entsprechen. Viele Waren sind langen Transportwegen ausgesetzt, was dazu führt, dass auch hier viel im Müll landet. Hat etwas braune Stellen oder ein welkes Blatt findet es keine Käufer mehr und sind Mindesthaltbarkeitsdaten einmal überschritten landet vieles, was noch gut ist in den Abfallcontainern. Auch bei uns Endverbrauchern landet vieles im Müll. Mit unseren Tipps könnt ihr das einschränken und der extremen Lebensmittelverschwendung entgegentreten.

    Essenplan machen und Einkaufsliste schreiben: Alles fängt damit an, dass Ihr wirklich nur das kauft, was Ihr auch (ver)braucht. Damit am Ende nichts im Müll landet könnt Ihr euch zum Beispiel einen Essensplan für die Woche gestalten und mit dem dazugehörigen Einkaufszettel losziehen.

    Saisonal und regional einkaufen: Es müssen nicht unbedingt Erdbeeren im Winter oder exotische Früchte mit langen Lieferwegen sein. Auch unsere Region hat viel zu bieten! Hier findet Ihr z.B. einen praktischen Saisonkalender zum runterladen.  Noch besser: Möglichst direkt beim Erzeuger einkaufen und so die heimische Landwirtschaft unterstützen. Auf dem Markt könnt Ihr euch mit den Verkäufern direkt über saisonales Obst und Gemüse austauschen. Wer es lieber gemütlich hat kann es sich direkt vom Erzeuger nachhause liefern lassen, zum Beispiel mit einer Biokiste. Alternativ gibt es in Karlsruhe auch eine Foodcoop, die Ihre Produkte regional auf biologischem Anbau bezieht.

    Nicht nur makelloses Obst und Gemüse kaufen: Mut zur Hässlichkeit ist das Motto, denn auch die krumme Karotte schmeckt! Die meisten Menschen greifen dennoch zum formschönen Gemüse – was übrig bleibt landet im Müll.

    Reste aufbewahren und wiederverwerten: Was beim Essen übrig bleibt kann kühl gelagert auch einige Tage später noch gegessen werden. Vieles kann auch eingefroren werden und dient später wenn die Zeit mal knapp ist als selbstgemachtes „Fertiggericht“.

    Praktisch: Die App „ Toogoodtoogo“. Hier bieten Bäckereien oder Restaurants übrig gebliebenes zu einem günstigen Preis an. Eine Win-win-Situation für alle Beteiligten.

    Direkt vor der Tür: Lebensmittel tauschen und vor der Tonne retten könnt ihr außerdem bei Foodsharing. Tipp: Im Foodsharing Fair-Teiler in der Viktoriastraße 12 in Karlsruhe können Lebensmittel abgeben und abgeholt werden.

    3) Bewusster Konsumieren

    Wir leben in einer schnelllebigen Zeit. Was nicht funktioniert wird weggeworfen und durch Neues ersetzt, Trends kommen und gehen schneller als man schauen kann und Gedanken darüber was man da jetzt eigentlich kauft macht man sich nur noch selten. Dieses Verhalten ist mitunter ein Grund für das weiter oben genannte Müllproblem, aber auch dafür, dass wir Dinge oft nicht mehr genug schätzen. Vor allem diese Wertschätzung unseres Besitzes, Kreativität und Gemeinschaft sind die Vorteile eines bewussteren Konsums. Wie Ihr den ersten Schritt in diese Richtung machen könnt erfahrt ihr hier.

    Sich Zeit nehmen beim Kauf: Brauche Ich das wirklich? Oft reicht es schon, Dinge nicht direkt aus einem Impuls raus zu kaufen, sondern eine Nacht drüber zu schlafen um festzustellen, ob der Kauf wirklich nötig ist.

    Reparieren statt Wegwerfen: Der Toaster funktioniert nicht mehr? Kein Grund Ihn direkt zu entsorgen. Tauscht euch mit euren Mitmenschen aus. Vielleicht ist die Nachbarin ja eine begnadete Bastlerin und bringt den Toaster im handumdrehen wieder zum Glühen? Auch Reparaturcafés sind eine super Gelegenheit kaputte Dinge unter Anleitung und in Gemeinschaft zu reparieren.

    Tauschen und Teilen statt Kaufen: Ihr braucht eine Leiter zum Renovieren aber habt keine? Statt eine zu kaufen lohnt es sich oft einfach mal im Freundeskreis rumzufragen. Meist findet sich jemand der euch gerne etwas ausleiht. Oder frage doch in deiner Nachbarschaft, zum Beispiel über die Plattform Nebenan.de. Kleidertauschpartys sind  eine super Gelegenheit ressourcensparend ungetragene Klamotten loszuwerden und neue zu finden. Auch wir werden im Frühjahr diesen Jahres wieder eine unserer erfolgreichen Kleidertauschpartys veranstalten. Wann genau erfährst du über unseren Kalender. Komm doch vorbei!

    Direkt vor der Tür: Im Leihladen der bald in der Karlsruhe Oststadt eröffnet könnt ihr allerlei nützliche Dinge gegen eine geringe Gebühr ausleihen!

    4) Das eigene Mobilitätsverhalten überdenken

    Fast täglich lesen wir in den Nachrichten neues zum Klimawandel und wir können Ihn auch spüren. Einen erheblichen Teil zu diesen Veränderungen tragen die Abgase bei, die wir täglich mit unseren Autos produzieren. Dabei haben wir gerade in der Stadt viele Möglichkeiten mobil zu sein, und dabei auf unser Klima zu achten.

    Das Auto öfter stehen lassen: Was gibt es schöneres als sich die lauwarme Frühlingsluft auf dem Rad um die Nase wehen zu lassen? Wenn das Wetter mal nicht mitspielt kann man auch einfach auf Bus und Bahn umsteigen. Gerade hier in Karlsruhe haben wir eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr.

    Carsharing Möglichkeiten nutzen: Wenn man das Auto nur ab und zu benötigt lohnt sich ein eigenes meist nicht. Stattdessen gibt es mittlerweile fast überall carsharing Angebote (in Karlsruhe z.B. das Stadtmobil), bei denen man Autos mit anderen teilt.

    Lastenräder nutzen: Zugegeben, größere oder schwere Transporte sind mit einem normalen Fahrrad nur schwierig zu meistern. Die Lösung dafür sind Lastenräder, mit denen auch größere Transporte problemlos möglich sind. Ausleihen könnt ihr sie zum Beispiel bei Lastenkarle Karlsruhe.

     

    Wie Ihr seht: Nachhaltigkeit muss nicht kompliziert und umständlich sein. Mit unseren grünen Neujahrsvorsätzen könnt Ihr sie ganz einfach in Euren Alltag einbauen.

    In diesem Sinne wünschen wir Euch einen guten Start ins neue Jahr!

     

  17. Auf den Spuren des Reallabors 131 – Teil I Konsum

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    Fast drei Jahre ist es schon her: Anfang 2015 wurde das Reallabor R131: KIT findet Stadt unter dem Dach des Rahmenprojektes Quartier Zukunft – Labor Stadt ins Leben gerufen. Im Rahmen der Förderlinie BaWü-Labs vom Ministerium für Wissenschaft und Kunst unterstützt und mit dem Ziel neue Modelle für die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Gesellschaft zu erproben, machte sich das R131 auf den Weg in Richtung nachhaltige(re) Stadtentwicklung. Nach der nun fast dreijährigen Laufzeit wagen wir einen Rückblick.

    Ein Beitrag von Vanessa Kügler

    In den nächsten drei Monaten widmen wir uns daher in unserem Blog schwerpunktmäßig den Erfahrungen aus den R131-Themen:

    Nachhaltiger Konsum – MobilitätSoziales und RaumEnergie

    Die Themen basieren auf den Wünschen der BürgerInnen, die Ende 2014 am BürgerForum „Nachhaltige Oststadt – Zukunft aus Bürgerhand“ des Quartier Zukunft teilgenommen haben und bilden den Kern der Forschung im R131. Damit ist das Reallabor untrennbar verwoben mit genau denjenigen, die es betrifft: den BürgerInnen.

      

    Teil I: Nachhaltig konsumieren – auch in der Stadt. Die Oststadt macht’s vor!

    Den Auftakt unserer Blogreihe bildet das Thema „Nachhaltiger Konsum“. Was hat sich diesbezüglich in der Oststadt getan? Was sind nachhaltige(re) Konsumweisen und wie lassen sie sich ins Stadtquartier und den Alltag der BewohnerInnen integrieren?

    „Kaufen hat eine Wirkung – auf Mitwelt, Umwelt, Nachwelt und uns selbst. Wir wollen dazu beitragen, Konsum bewusst, nachhaltig und lokaler zu gestalten und an Kulturtechniken wie Tausch und Reparatur erinnern.“

    (Zielsetzung des Themenschwerpunkts Nachhaltiger Konsum)

    Das Thema Konsum hat uns im Quartier Zukunft schon lange begleitet – noch bevor das R131 in den Startlöchern stand. Mit der Initiierung des ReparaturCafés gab es bereits 2013 erste Aktivitäten, die die Wegwerf-Kultur infrage stellen und ein Gegenmodell aufzeigen. Aus dem ReparaturCafé Karlsruhe ist inzwischen ein eigenständiger Verein hervorgegangen. Über diese Entwicklung freuen wir uns natürlich sehr – und genauso darüber, hierbei Impulsgeber und Starthelfer gewesen zu sein!

    Zudem wurde an Themenabenden beispielsweise über die Möglichkeiten regionaler Ernährung in der Stadt diskutiert.

    Diese konsumkritischen Veranstaltungen wurden eingebunden in das R131-Projekt „Nachhaltiger Konsum“ und ab 2016 durch weitere Praxisbausteine ergänzt – mit dem Ziel gemeinsam alternative Konsumweisen in der Oststadt zu erproben.

       

    Im KonsumCafé macht Andershandeln Spaß – und auch die NachhaltigkeitsExperimente sind dabei

    Um den auf nachhaltigen Konsum ausgerichteten Aktivitäten des Reallabors einen verbindenden Rahmen zu geben, haben wir dieses Jahr das Format „KonsumCafé“ eingeführt. Regelmäßige Angebote dieses Formats sind die „Kleidertausch-Party“ und die „Pflanzentauschbörse“, die bereits zum festen Bestandteil des Quartierslebens geworden sind. Aber auch punktuelle Aktivitäten wie Vorträge und Workshops (z.B. Ökodorf trifft Quartier Zukunft oder der Quartier Zukunft-Stammtisch zum Thema Konsum an Weihnachten) haben sich etabliert. Wir wollen damit zeigen, das nachhaltig handeln und konsumieren Spaß machen und motivieren kann.

    Nebenbei gibt es bei den Veranstaltungen Hintergrundinfos zu Textilindustrie, zu Produktionsbedingungen im Bekleidungssektor oder zur Saatgutsouveränität. Außerdem werden Ideen ausgetauscht, wie jedeR Einzelne etwas ändern kann.

    Auch zwei der „NachhaltigkeitsExperimente“ setzen sich direkt oder indirekt mit dem Thema Konsum auseinander: Das Secondhand-Label „Second Future“ und das Urban Gardening-Experiment „Beete und Bienen“. Ein schöner Effekt: Veranstaltungen des KonsumCafés haben sich mit den NachhaltigkeitsExperimenten zusammengetan, um Ihre Ziele gemeinsam zu verwirklichen. Das bestes Beispiel hierfür ist die Kooperation der Kleidertausch-Party mit „Second Future“ – eine tolle Ergänzung, wie wir finden!

    Die verschiedenen Veranstaltungs- und Beteiligungsformate sind damit wesentliche Bausteine und Plattformen für Wissensaustausch und neue Arten der Zusammenarbeit.

    Wissen ist Macht – und hilft weiter!

    Die Mitmach-Angebote sind jedoch nur ein Teil der R131-Aktivitäten: Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist die Kommunikation und Information über die Schwerpunktthemen. Dies geschieht durch unseren Blog, auf dem wir regelmäßig über Konsum(alternativ)-Themen berichten. Unsere Website ist ein wichtiges Werkzeug um Wissen über nachhaltige Konsumweisen im Quartier und darüber hinaus zur Verfügung zu stellen. Es sind bereits mehrere Beiträge zu dieser Thematik erschienen.

    Diese drehen sich unter anderem um:

    Leselust geweckt? Hier geht’s zur Übersicht bereits erschienener Beiträge.

    Ein Reallabor – Warum eigentlich?

    Im Rahmen des Reallabors 131 sind vielfältige Ansätze und Ideen für eine nachhaltige(re) Lebensweise in der Stadt entstanden. Einige wurden umgesetzt und laufen nun zum Teil in Eigenregie von BürgerInnen weiter.

    Das Thema nachhaltiger Konsum ist für die Experimente besonders greifbar, da es im Alltag täglich auftaucht. Es eignet sich also besonders gut dafür einmal genauer hinzusehen, Strukturen und Gewohnheiten zu hinterfragen und neues auszuprobieren.

    Beispielsweise liegt der Ansatz „Teilen und Tauschen statt Besitzen und Wegwerfen“ im Trend.  Eine Rückbesinnung auf nachbarschaftliche Selbsthilfe und das Voneinander lernen sind ein attraktives Gegenmodell zu der steigenden Anonymität in der Stadt. Ein gestiegenes Bewusstsein für nachhaltige Konsumweisen zeichnet sich ab. Das zeigt sich zum Beispiel auch an der wachsenden Zahl alternativer Wohn- und Versorgungskonzepte, die auf Sharing-Ansätzen basieren.

    Das Reallabor hat sich als ein Erfahrungs- und Austauschraum etabliert. Besonders der „Zukunftsraum“ dient als Ort, an dem gemeinschaftlich über diese Themen diskutiert wird und entsprechende Handlungsalternativen ausgelotet werden. Ein solcher Austausch hilft, ein stärkeres Bewusstsein für das eigene Konsumverhalten – und vor allem damit zusammenhängende gesellschaftlich „erlernte“ Konsummuster – zu entwickeln. Ein Ansporn, über den Tellerrand hinauszuschauen! Und zwar explorativ, planungsarm und mit dem Blick auf das Quartier und auf die Menschen darin.

    Die Projektlaufzeit des R131 ist fast zu Ende, aber wir wissen nun: Der Zukunftsraum und das Quartier Zukunft bestehen weiter!

    Wir sind also offen für neue Ideen zum Thema Konsum und suchen auch 2018 wieder Menschen, die aktiv werden wollen. Das KonsumCafé wird weiterhin ein Schwerpunkt unserer Arbeit sein und verstärkt mit dem Thema Klimaschutz einhergehen.

    Wenn du Fragen und Ideen für eigene Projekte zum Thema nachhaltiger Konsum hast komm doch mal bei uns im Zukunftsraum vorbei oder schreib uns an: info@quartierzukunft.de.

    Wer jetzt selbst aktiv werden und ein Zeichen gegen das vorschnelle Wegwerfen von Klamotten setzen möchte, komme uns am 26.11. bei unserer nächsten Kleidertausch-Party im Zukunftsraum besuchen! Getauscht wird von 11 – 15 Uhr in der Rintheimer Straße 46. Wir freuen uns auf Dich und deine Kleider!

  18. Schluss mit Plastikflaschen – Zukunftsraum wird Refill-Standort

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    Ab sofort ist der Zukunftsraum Refill-Standort und damit Teil der deutschlandweiten Refill-Bewegung. Unter dem Motto „Plastikmüll vermeiden | Leitungswasser trinken | Wasserflasche auffüllen“ macht die Refill-Initiative auf den immensen Plastikkonsum unserer Gesellschaft und die Verschmutzung unserer Umwelt mit Plastik aufmerksam – und darauf, dass es auch anders geht. Das Prinzip ist ganz einfach und lautet: Müllvermeidung.

    Geschäfte, Apotheken, Cafes, Büros und nun auch der Zukunftsraum in Karlsruhe weisen mit einem Refill-Aufkleber an Türen und Fenstern darauf hin, dass mitgebrachte Flaschen kostenlos mit Wasser aufgefüllt werden. Auffüllen statt Wasser in Plastikflaschen kaufen ist das simple und wirkungsvolle Prinzip von Refill zur Müllvermeidung. Warum eigentlich?

    Die Plastikmüll-Problematik

    Viel zu oft wird Plastik nicht richtig entsorgt und recycelt, landet in der Natur. Erst fällt es auf die Straße, der Wind weht es weiter in Flüsse und über diese gelangt es in Meere und Ozeane. Die Vermüllung unserer Umwelt mit Plastik hat inzwischen extreme Ausmaße angenommen. 2015 lag der Verbrauch von Kunststoff in westeuropäischen Ländern pro Kopf bei 136 kg, 1980 noch bei 40 kg (siehe statista). Die Deutsche Umwelthilfe beziffert die Zahl der Plastikflaschen, die täglich (!) in Deutschland verkauft werden, mit 46 Mio. In vielen z.B. asiatischen Ländern fehlen Recycling-Infrastrukturen gänzlich, so dass Plastik in großem Ausmaß direkt in die Meere gelangt. Die Folgen für die Umwelt sind teilweise verheerend. Wir alle kennen die Bilder von Müllstrudeln im Meer, vermüllten Stränden und verendeten Seevögeln, die Plastikpartikel mit Nahrung verwechselt haben. Mikroorganismen sind nicht in der Lage, Kunststoffe vollständig zu zersetzen. So werden Plastikpartikel immer kleiner, aber nie abgebaut. Es entsteht Mikroplastik. Laut Umweltbundesamt benötigt eine Plastikflasche 450 Jahre bis sie zersetzt ist. Zum Vergleich: Bananenschalen und Papiertüten brauchen für den Zersetzungsprozess etwa sechs Wochen.

    Plastikmüll ist überall – und gesundheitsschädlich für Mensch und Umwelt

    Unmittelbar sichtbare Müllmengen sind damit nur ein sehr geringer Teil des Vermüllungsproblems. Die zerfallenden Plastikteile setzen sich in den Ökosystemen ab, z.B. in Sedimenten – selbst in der Tiefsee, wo der Mensch selber gar nicht hingelangt. Meerestiere wie Muscheln und selbst Plankton nehmen Mikroplastik über die Nahrung auf und reichern es in ihren Organen und Muskeln an. Über die Nahrungskette gelangt es so in den menschlichen Körper. Welche Auswirkungen dies wiederum auf die Gesundheit von Mensch und Tier hat, ist bislang nicht vollständig geklärt.
    Zudem ist Plastik oftmals sehr leicht und wird deshalb durch Strömungen in den Meeren verteilt. Melanie Bergmann, Biologin und Tiefseeforscherin am Alfred-Wegener-Institut – Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung, bezeichnete kürzlich die Tiefsee als Endlager für Plastik. Ihr zufolge gibt es keine Meere oder Ozeane mehr, die nicht betroffen sind. Plastik in großen Mengen findet sich in der Tiefsee, in der Antarktis, Arktis und auf entlegenen Inseln. Dies bestätigte kürzlich ein Forscherteam um den britischen Polarforscher Pen Hadow nach einer Expedition in die Arktis. Bergmann beziffert die Mengen an Plastik, die sich in der Tiefsee befinden, als hundert- bis tausendfach höher als die Mengen an Plastik an der Wasseroberfläche. Der BUND – Bund für Umwelt und Naturschutz e.V. hat ferner darauf hingewiesen, dass zum Teil gesundheitsschädliche Additive von Kunststoffen wie Weichmacher, Stabilisatoren und Flammschutzmittel nicht an die Kunststoffe gebunden sind und mit der Zeit in die Umwelt und an den menschlichen Körper abgegeben werden können.

    Plastikfasten – mit der Wasserflasche beginnen

    Was also tun? Refill Deutschland setzt sich für ein plastikfrei(eres) Leben ein und setzt an einem essentiellen Punkt an: dem Trinkwasser, das unser wichtigstes tägliches Lebensmittel ist. Leitungswasser ist in Deutschland Trinkwasser und kann nahezu überall getrunken werden. Alle Zeichen stehen auf Plastikfasten. Wer auf Wasser in Plastikflaschen verzichtet, leistet bei der immensen Menge, die in Deutschland täglich verbraucht wird, einen wichtigen Beitrag zur Müllvermeidung. Precycling ist Trend. Für alle Durstigen steht die Tür des Zukunftsraums weit offen.

    Refill im Radio!

    Im Juli 2019 hat der Radiosender „die neue welle“ das Thema aufgegriffen und ein Telefoninterview mit Sarah Meyer-Soylu geführt, die das Projekt ehrenamtlich betreut.

     

    Weiterführende Links

    Refill Deutschland

    BUND – Tipps zu plastikfreiem Alltag

    nachhaltig-sein.de – Plastik vermeiden: 30 Tipps für den Alltag

    BUND – Einkaufsratgeber Mikroplastik

  19. Die Mischung machts! – Wie wir unseren Wald auch in Zukunft genießen können

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    Wer verbringt nicht gerne seine Sommernachmittage mit Freunden im Hardtwald, joggt jetzt im Herbst durch bunt gesprenkelte Alleen, besucht die Trampeltiere im Oberwald oder geht übers Wochenende in den Schwarzwald zum Wandern? Alle Karls­ru­he­rIn­nen haben den Wald quasi direkt vor ihrer Haustür und damit einen oftmals unterschätzen Schatz.

    Ein Beitrag von Janos Siegle

    Die Wälder in und um Karlsruhe sind vielfältig. Fast alle einhei­mi­schen Baumarten und einige „neu zugezogenen“ gedeihen hier im günstigen Klima. In natürlicher Form kommen diese Arten meist als Mischwald vor. Doch was ist denn eigentlich ein Mischwald? Ein Wald, in dem Nadelbäume und Laubbäume durcheinander wachsen, so wie es immer auf den Landkarten mit spitzen und runden Bäumen dargestellt wird? Oder doch einfach nur ein Wald, in dem mehr als nur eine Baumart wächst? Und vor allem, was haben wir vom Mischwald?

    Exkurs – Mischwald ist Vielfalt!

    In der Forstwirtschaft wird von einem Mischwald gesprochen, wenn wenigstens zwei Baumarten nebeneinander wachsen, die sich Licht, Wasser, Boden und Nährstoffe teilen. Es müssen also nicht zwangsläufig Nadel- und Laubbäume in einem Wald vorkommen, damit von einem Mischwald gesprochen werden kann. So ist beispielsweise auch ein Buchen-Eichenwald ein Mischwald.

    Wenn auf einer Fläche nur Pflanzen einer Art wachsen, wird in der Forstwirtschaft und in der Landwirtschaft von Monokulturen gesprochen. Der Fachbegriff für die Vielfalt der Artenzusammensetzung in einem Ökosystem heißt Biodiversität. Ein Mischwald weist also eine höhere Biodiversität auf als eine Monokultur.

    Wem nützt die Biodiversität?

    Jeder Baum nimmt Einfluss auf seinen Lebensraum und formt diesen ein Stück weit mit. In einem Mischwald übt jede Baumart einen anderen Einfluss aus. Somit gestaltet sich hier auch der Lebensraum vielfältiger als in einer Monokultur. Demnach können sich dort auch mehr andere Pflanzen-, Tier- und Pilzarten ansiedeln. So steigt die Biodiversität auf allen Ebenen im Mischwald. Auch finden viele bedrohte Tierarten hier noch am ehesten einen Lebensraum.

    Mischwälder sind auch gegen Schädlinge besser gewappnet. Denn die meisten Schädlinge und Krankheiten sind artspezifisch. Das heißt, sie sind auf eine bestimmte Art spezialisiert. So können sie sich in einer Monokultur in kurzer Zeit flächenhaft ausbreiten und sich schnell vermehren, da sie jeden Baum im Bestand befallen können. Zwar sind die Bäume in der Lage einzelne Schädlinge zu bekämpfen, doch bei einem massenhaften Befall stehen die Überlebenschancen schlechter. Im Mischwald ist eine solch rasche Ausbreitung unwahrscheinlicher. Je mehr Baumarten zu gleichen Teilen in einem Bestand wachsen, desto schwieriger haben es die Schädlinge, einen geeigneten Baum zu finden. Außerdem steigt mit der Biodiversität auch die Wahrscheinlichkeit, dass sich Fressfeinde der Schädlinge im Ökosystem angesiedelt haben.

    Und was kann der Mischwald sonst noch so?

    Mischwald als Rohstofflieferant. Wie aus dem Wort Forstwirtschaft schon heraus zu lesen ist, soll mit einem Wald auch ein Gewinn erwirtschaftet werden. Holz wird geerntet und zu Möbeln, Werkzeug, Papier oder Brennholz weiterverarbeitet oder als Baumaterial genutzt. Durch den Verkauf des Holzes verdient der Waldbesitzer Geld. Abgesehen von dem geringeren Risiko für Ertragsausfälle, kann ein Mischwald auch höhere Wachstumsraten aufweisen. Die verschiedenen Baumarten beanspruchen die verfügbaren Ressourcen unterschiedlich stark. Zwei Bäume verschiedener Arten teilen sich die verfügbaren Ressourcen besser auf, als zwei Bäume derselben Art, die dieselben Ansprüche haben. Zudem können Bäume mit verschiedenen Wuchsformen dichter zusammenstehen und dennoch das Licht optimal auf verschiedenen Ebenen nutzen. Jedoch ist das Bewirtschaften eines Mischwalds schwieriger, da Eingriffe individuell an die einzelnen Baumarten angepasst werden müssen.

    Wald ist gut für das Stadtklima. Die Energie zum Wachsen und zum Leben gewinnen die Bäume über die Photosynthese aus dem Sonnenlicht. Dabei werden in den Blättern energiereiche Verbindungen aufgebaut, welche dann an anderer Stelle wieder verbraucht werden. Das Abführen dieser Energie ist unter anderem dafür verantwortlich, dass sich ein Wald durch die Sonne weniger stark erwärmt wird als eine Stadt. Über freie Flächen zwischen Wald und Stadt, sogenannte Frischluftschneisen, können sich Winde aufbauen und vergleichsweise kühle Luft aus dem Wald in die Stadt transportieren. Dies führt dann vor allem in den Sommermonaten zu einem angenehmeren Stadtklima.

    Mischwald ist anpassungsfähiger. Durch den Klimawandel verändern sich die Standortbedingungen im Wald. Viele der Bäume, die aktuell an zu ihren Ansprüchen passenden Standorten wachsen, werden mit den Änderungen nur schwer zurechtkommen. Sowohl Trockenheit und Hitze, aber auch Kälte und extreme Niederschlagsereignisse, können den Baumarten zu schaffen machen, welche nicht daran angepasst sind. In einem Mischwald ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass alle Baumarten gleichzeitig den veränderten Umweltbedingungen weichen. Es bleibt also Zeit, diese Bäume durch besser angepasste Bäume ersetzen zu lassen.

    Wald in der Stadt? Ja, bitte!

    Der Wald ist aus dem Stadtbild Karlsruhes und der Region kaum wegzudenken. Er ist die „Grüne Lunge“ unserer Stadt und wesent­li­cher und unver­zicht­ba­rer Teil des öffent­li­chen Stadtgrüns als Naherholungsgebiet für die BewohnerInnen. Auch Karlsruhes Geschichte hat seinen Ursprung im Wald. Vom Markgraf Karl-Wilhelm im Jahr 1715 auf einer Lichtung mitten im Hardtwald gegründet, hat die Stadtentwicklung mit der Zeit viel davon verdrängt. Trotzdem besteht noch mehr als ein Viertel (genauer gesagt 4.618 Hektar oder 26 Prozent) der Gesamtfläche in Karlsruhe aus Wald. Damit gehört unsere Gegend zu den waldrei­chen Großstadt­re­gio­nen und das soll auch für zukünftige Generationen so bleiben. JedeR kann mithelfen die Artenvielfalt zu erhalten, auch in der Stadt. Ob im Garten auf dem Balkon oder auf Grünstreifen und Baumscheiben.

    Vielleicht wird es Zeit den Wald wieder neu für uns zu entdecken? Am besten bei einem herbstlichen Spaziergang mit Freunden oder Familie um gemeinsam die Farben, die gute Luft und die Natur zu genießen. Vielleicht sieht man sich ja?

  20. Wer die Saat hat, hat das Sagen?

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    Saatgut ist ein Thema über das man eher selten nachdenkt, wenn man nicht gerade ambitionierter Hobbygärtner oder Landwirt ist. Trotzdem betrifft es uns alle, denn es ist das erste Glied in der Nahrungsmittelkette und somit die Grundlage unserer Ernährung.

    Ein Beitrag von Melissa Wagner

    Zum Frühstück ein Müsli mit Haferflocken, mittags Spaghetti mit Tomatensoße und abends ein kühles Bier aus Hopfen und Malz – Fast alles, was auf unseren Tellern landet hat seinen Ursprung in den kleinen Samenkörnern. In Zeiten der industriellen Agrarwirtschaft wird es aber immer schwieriger den Überblick darüber zu behalten, wo die Samen herkommen und was eigentlich drin steckt. Begriffe wie grüne Gentechnik, Hybridzüchtungen und Handelsmonopole spielen hier eine große Rolle.

    Damit wir auch in Zukunft bestimmen können, was auf unseren Tellern landet, ist es deshalb wichtig unsere Saatgutsouveränität zu erhalten. Saatgutsouveränität bedeutet selbst über Saatgut verfügen zu können und es als Gemeingut zu wahren. Auch wer nicht gerade einen grünen Daumen hat, kann dazu beitragen. Hilfreiche Tipps, wie das möglich ist, geben wir weiter unten.

    Vom Gemeingut zur Ware

    Lange Zeit war es selbstverständlich, dass Saatgut niemandem gehört, sondern gemeinschaftlich gepflegt und weitergegeben wird. Da es sich selbst vermehrt, war es schlichtweg ungeeignet für die Kommerzialisierung – Wieso sollte ein Bauer Samen kaufen, wenn aus einem Samenkorn eine Pflanze wird, die wiederum unzählige Samen in sich trägt? Seit Mitte des 20. Jahrhunderts sieht das jedoch anders aus. Zwei Dinge haben im Laufe der Zeit dazu geführt, dass Saatgut mittlerweile als profitable Ware gehandelt wird. Hybridzüchtung und Gentechnik.

    Die Hybridzüchtung ist ein Spezialfall der klassischen Züchtung. Durch das Kreuzen zweier Elternlinien, die auf gewünschte Kriterien selektiert wurden (also reinerbig sind), entstehen Nachkommen, die deutlich robuster und ertragreicher sind als ihre Eltern. Diesen Effekt nennt man Heterosiseffekt. Zudem sind die Nachkommen sehr homogen in ihren Eigenschaften, wodurch sie sich leichter verkaufen lassen und besser industriell weiterverarbeitet werden können. Was im ersten Moment toll klingt, birgt aber auch einen gewaltigen Nachteil: Hybridsaatgut ist nicht verlässlich vermehrbar, was dazu führt, dass Bauern und Gärtner jedes Jahr neues Saatgut kaufen müssen.

    Ein weiterer Grund für die zunehmende Abhängigkeit der Bauern von käuflichem Saatgut ist die sogenannte grüne Gentechnik. Die am weitesten verbreiteten Methoden sind hierbei Herbizid- und Insektenresistenzen. Herbizidtoleranzen bewirken, dass Pflanzen aus genetisch verändertem Saatgut den Einsatz von gewissen Unkrautbekämpfungsmitteln überleben, während unerwünschte Pflanzen vernichtet werden. Insektenresistenzen bewirken hingegen zum Beispiel, dass die Pflanzen Gifte gegen bestimmte Schädlinge produzieren, und diese so abtöten. Auch hier steht der Nutzen im Vordergrund: Weniger natürliche Feinde und robuste Pflanzen bedeuten höheren Ertrag. Durch diese Verfahren wurde die Entwicklung von Saatgut auch für Chemiekonzerne interessant, die nun Saatgut, Düngemittel und Pestizide im Paket verkaufen.

    Bäuerliche Kleinbetriebe, die ohne Hybridsaatgut und Gentechnik anbauen, können sich mittlerweile kaum noch am Markt behaupten. Ein hoher Aufwand und geringere Erträge im Vergleich zu industriellen Großbetrieben sind der Grund.

    Das Saatgut liegt in den Händen weniger Konzerne

    „Wer die Saat hat, hat das Sagen“, so lautet ein altes bäuerliches Sprichwort. Mittlerweile beherrscht nur noch eine Handvoll Unternehmen die globale Produktion und bestimmt dadurch über Preise und Biodiversität – Damit wird klar, wer das Sagen hat. Gab es letztes Jahr noch sieben Konzerne am Markt, wird die Zahl durch große Fusionen schon in naher Zukunft auf vier schrumpfen. Vor allem die Fusion der beiden Megaunternehmen Bayer und Monsanto erregt dabei viel Aufsehen. Das Problem: Je größer die Markmacht, desto größer ist die Gefahr, dass die Konzerne sie ausnutzen. Bayer/Monsanto wäre nach der Fusion globaler Marktführer in Sachen Saatgut, Pestizide und Agrotechnik. Neben dem Saatgut-Monopol besteht somit außerdem die Gefahr der Ausübung politischer Macht durch Lobbyarbeit. So könnten Bayer/Monsanto bald mitreden, wenn es um neue Gesetze zum Thema Saatgut-Patentierung und ähnlichem geht. Eine Empfehlung für alle, die zu diesem Thema mehr erfahren wollen, ist die planet e Dokumentation „Schöne neue Landwirtschaft?“ – Kostenlos anzuschauen in der ZDF Mediathek.

    Die Bedeutung der Sortenvielfalt

    Wer im Supermarkt einkauft, findet oft nur wenige unterschiedliche Obst- und Gemüsesorten. Auberginen kennen viele zum Beispiel vorrangig als dunkellilafarbene, nach unten bauchige Frucht. Nur wenige Menschen wissen, dass es Auberginen in unterschiedlichsten Formen und Farben gibt. Weiß, grün, gelb, länglich, rund, eierförmig – Solche Exemplare finden sich meistens nur noch in Omas Gemüsegarten. Das liegt vor allem daran, dass durch die Vereinheitlichung der Landwirtschaft aus komplexen Anbausystemen Monokulturen wurden. Während früher in jeder Region unterschiedliche Sorten – je nach geografischen Anforderungen, Weiterverarbeitungszwecken und geschmacklichen Präferenzen kultiviert wurden, werden heute nur noch wenige Sorten angebaut. Einheitlichkeit ist zu einem der wichtigsten Züchtungsziele geworden. Nur Sorten, die für große Anbaugebiete geeignet und robust sind, sind kommerziell interessant. Auch die Eignung für die industrielle Weiterverarbeitung spielt eine große Rolle. So wird etwa die Hälfte der Kartoffeln in Deutschland nicht frisch, sondern in Form von Chips, Pommes oder Knödeln gegessen. Die Mehrheit der Konsumenten stört es dabei nicht, dass man im Supermarkt nur die gewohnten Sorten findet, aber was bedeutet das für unser Ökosystem?

    Biologische Vielfalt ist unter anderem wichtig, weil sie unser Ökosystem stabilisiert. Entstehen beispielsweise neue Krankheiten, gibt es dank der genetischen Vielfalt immer einige Sorten, welche auf natürliche Art resistenter sind als andere und dadurch überleben können. Eine Begrenzung auf wenige Sorten macht sie durch ihre enge genetische Basis hingegen deutlich anfälliger für Krankheiten oder ökologische Veränderungen. Umso wichtiger ist es unsere Saatgutsouveränität zu erhalten und nicht abhängig von einigen wenigen Großkonzernen zu sein, die vorgeben, welche Sorten angebaut werden.

    Ob grüner Daumen oder nicht – Jede und Jeder kann etwas tun!

    Wer selbst am Gärtnern interessiert ist und Spaß dabei hat, kann ohne großen Aufwand selbst etwas zur Erhaltung der Sortenvielfalt beitragen. Nicht immer braucht es dazu einen eigenen Garten. In der Regel genügen auch schon der Balkon oder die Fensterbank. Aber woher bekomme ich Saatgut, bei dem ich sicher sein kann, dass es nicht aus Hybridzüchtungen stammt? Eine einfache Möglichkeit, bei der man sich auch gleich noch mit anderen HobbygärtnerInnen austauschen kann, sind Pflanzentauschbörsen. Auch wir haben schon zwei erfolgreiche Pflanzentauschbörsen im Zukunftsraum veranstaltet. Um zu erfahren, wann die nächste stattfindet, halte dich einfach über unseren Kalender auf dem Laufenden. Oder noch besser: Veranstalte doch deine eigene kleine Tauschbörse. Ein Blick über den Gartenzaun, ein Gespräch mit den Nachbarn – So lassen sich schnell weitere Interessierte finden.

    Reiche Ausbeute beim Pflanzentausch.

    Auch für Leute, die lieber bestimmtes Saatgut kaufen wollen, gibt es zahlreiche Alternativen zum Baumarktsaatgut. Verlässliches Zeichen für ökologische Qualität ist dabei zum Beispiel das demeter Logo. Mehr Anlaufstellen für Biosaatgut findet ihr am Ende des Artikels in unserer Linkliste. Auch eine schöne Idee: Auf der Website des Start-ups Stadtlandblüht  kann man „Grüne Boxen“, mit je fünf Sorten Bio-Saatgut, passend zur jeweiligen Jahreszeit, bestellen. Eine weitere Möglichkeit seltene Sorten zu erhalten, ist die sogenannte Sortenpatenschaft, wie sie zum Beispiel der Verein zur Erhaltung von Nutzpflanzenvielfalt anbietet. Mehr Infos dazu findet ihr hier.

    Wer keinen Garten oder Balkon zur Verfügung hat und dennoch gärtnern will, kann sich hier in Karlsruhe an die Fächergärtner oder die AG Beete (Treffen sich immer Mittwochs 18:30 Uhr am Gerwigbrunnen in der Oststadt) wenden, die beide das Ziel haben mit urbanen Gärten die Stadt grüner zu machen.

    Gärtnern liegt dir nicht so sehr oder du hast keine Zeit dich um dein eigenes Beet zu kümmern? Auch kein Problem. Neben dem Erhalt alter Sorten, ist es außerdem wichtig die lokale Landwirtschaft und bäuerliche Kleinbetriebe zu unterstützen. Auch in und um Karlsruhe gibt es Betriebe, die ökologischen Landbau betreiben. Wer nicht die Zeit hat selbst im Hofladen vorbeizuschauen kann sich zum Beispiel ganz bequem online eine Biokiste der Biogärtnerei Schmälze bestellen. In die Kiste kommt ausschließlich regionales Bioobst und –gemüse. So könnt ihr sicher gehen, dass der Ursprung der Lebensmittel in gentechnik- und hybridzüchtungsfreiem Saatgut liegt.

    Eine weitere Möglichkeit bietet die foodcoop Karlsruhe. Sie ist ein Zusammenschluss von Haushalten, die gemeinsam Lebensmittel direkt aus regionalem Ökoanbau beziehen. Der Vorteil: Durch den Direktbezug vom Bauern wird die Landwirtschaft ohne Umwege über Supermärkte unterstützt. Man selbst weiß genau wo die Lebensmittel herkommen und unter welchen Bedingungen sie angebaut werden und der Landwirt kann sich unabhängig von Marktzwängen einer guten landwirtschaftlichen Praxis widmen. Ganz ähnlich funktioniert übrigens auch die solidarische Landwirtschaft. Die SoLaWi KArotte ist eine Gemeinschaftsgärtnerei aus Karlsruhe, bei der die Mitglieder den Anbau und ihre Versorgung mit biologischem Gemüse selbst in die Hand nehmen. Tipp: Am 30. September findet auf dem Markushof in Nußloch eine Hofführung statt. Hier bekommt ihr Informationen über biologischen Anbau und die Solidarische Landwirtschaft Rhein-Neckar aus erster Hand.

    Die hier aufgelisteten Möglichkeiten unsere Saatgutsouveränität und die lokale Landwirtschaft zu unterstützen, haben natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie sollen euch nur einen kleinen Einblick geben und Mut machen, denn JedeR kann etwas tun!

    PS: Für alle, die mehr über das Thema Saatgut erfahren wollen, haben wir übrigens auch einen tollen Lesetipp: „Saatgut – Wer die Saat hat, hat das Sagen“ von Anja Banzhaf.

     

     

    Und hier findet ihr verlässliches Ökosaatgut:

    bingenheimer Saatgut

    Dreschflegel Saatgutversand

    ReinSaat

    Sativa Rheinau

     

  21. Da geht was in Karlsruhe! Und zwar Nachhaltige Mode

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    Wir wollen’s nachhaltig! Und zwar nicht nur in Kühlschrank und Speisekammer, sondern auch im Kleiderschrank. Doch Alternativen zu finden, die nicht nur nachhaltig sind, sondern auch dem eigenen Geschmack entsprechen, ist gar nicht so einfach. Da es manchen von euch bestimmt genauso geht, möchten wir in diesem Beitrag unsere Erfahrungen mit euch teilen und ein paar Tipps für nachhaltigen Modekonsum in Karlsruhe geben.

     

    Kleidertauschparties

    Kleidertauschparties haben sich inzwischen in vielen Städten als alternative Plattformen für Second Hand Kleidung etabliert. Neben uns vom Quartier Zukunft, das am vergangenen Sonntag (9. Juli 2017) im Zukunftsraum gerade wieder ein Tauschevent veranstaltet hat, laden auch das Mikado, der Jugendtreff CAVE der AWO und viele andere regelmäßig zu sich ein.

    Das Prinzip variiert etwas, doch immer geht es um die kostenlose Weitergabe von Kleidung, Schuhen, Taschen und ähnlichem. Mal gibt es einen Eins-zu-Eins-Tausch, mal bringt jedeR mit, was er oder sie nicht mehr trägt, und nimmt sich, was gefällt (wie bei uns im Zukunftsraum). Die übrig gebliebenen Teile werden entweder gespendet (Obdachlosenhilfe, Frauenhaus, Flüchtlingsunterkunft – so machen wir‘s) oder von den BesitzerInnen wieder mitgenommen.
    Uns gefällt an Kleidertauschparties nicht nur, dass man bei ihnen neue Kleidung fair und umweltverträglich bekommt, sondern auch, dass am Mitbring-Buffet schöne Begegnungen und spannende Gespräche stattfinden.

    Lokales Handwerk und Modelabel

    Eine tolle Entwicklung ist die Entstehung von jungen Modelabeln, die es sich zum Ziel gemacht haben, Mode so nachhaltig wie möglich zu produzieren. In Karlsruhe gibt es beispielsweise AIKYOU: Zwei junge Designerinnen entwerfen schöne und zugleich bequeme BHs für Frauen mit kleinen Brüsten. Dabei versuchen sie, alle Produktionsschritte so fair und umweltverträglich wie möglich zu gestalten. Das beginnt bei der Wahl der Rohstoffe (langfasrige Biobaumwolle aus Indien), geht über die Suche nach einer regionalen Produktionsstätte und endet bei der Entscheidung, die Verpackung für den Onlineversand in einer Karlsruher Behindertenwerkstatt herstellen zu lassen.

    Ein weiteres Label ist Get Lazy, das sich auf nachhaltige Hoodies und Jogginghosen spezialisiert hat. Der Gründer der Firma bemüht sich um eine umfassend faire und umweltverträgliche Produktion und die Stärkung des lokalen Handwerks. Gefertigt wird vor allem in einer bayerischen Näherei, die sich für die soziale und berufliche Integration von Flüchtlingen engagiert und selbst ausbildet.

    Hexenstich ist ein Modeatelier, in dem sowohl neu geschneidert, als auch umgestaltete Second Hand Kleidung angeboten wird. Neben der Bewahrung des Schneiderhandwerks ist die Inhaberin vor allem um einen bewussten, nachhaltigen Umgang mit Ressourcen bemüht.

    Goldaffairs bietet Schmuck an, der aus Gold, Silber und Diamanten aus möglichst fairen und umweltverträglichen Quellen und recycelten Edelmetallen gefertigt wird. Außerdem stellen sie die Kollektionen von KollegInnen mit aus, die nach ähnlichen Standards arbeiten.

    In Karlsruhe gibt es zwei traditionelle Schuhmacher, von denen einer Maßarbeit von Hand anbietet (Originelle Schuhe), der andere solide und auf Langlebigkeit ausgelegte Reparaturen (Arnolds Schuhe). Beiden gemein ist ihr Engagement für die Bewahrung des alten Handwerks und die ausschließliche Verwendung hochwertiger und möglichst langlebiger Materialien.

    Seltenschräg bietet zwar nicht eigentlich Mode an, sollte hier in der Liste aber dennoch nicht fehlen. Denn die Inhaberin verwendet für alle ihre Produkte ausschließlich recycelte Materialien. Ihre Portemonaies und Handyhüllen bestehen zum Beispiel aus LKW-Planen oder Werbetransparenten. Außerdem repariert sie für einen liebgewonnene alte Gegenstände aus Leder wie Taschen oder Jacken.

     

    Aus erster und zweiter Hand

    In Karlsruhe sind in den letzten Jahren einige Geschäfte entstanden, die sich auf nachhaltige Produkte spezialisiert haben, die nicht dem klassischen Ökodesign entsprechen. Zwei Beispiele sind FaireWare und Unser Onkel, die Mode, Deko, z.T. Küchenutensilien und so dies und das im Sortiment haben. Die Inhaberinnen geben auf Nachfrage gerne und kompetent darüber Auskunft, welche Sozial- und Ökostandards die Hersteller der angebotenen Waren erfüllen (weitere Bsp. siehe unten).

    Eine andere Möglichkeit, in Karlsruhe nachhaltig zu shoppen, sind die vielen Second Hand Läden, die es gibt. Auch wenn sie mit Second Hand Metropolen wie Frankfurt, Köln oder Berlin stilistisch noch nicht ganz mithalten können, findet man immer wieder kleine Kostbarkeiten. Und einen Vorteil haben sie doch gegenüber ihren hippen Geschwistern in den Großstädten: die Artikel sind insbesondere in den Diakonieläden unschlagbar günstig. Vor einiger Zeit wurde ein kleiner Secondhandführer für Karlsruhe herausgegeben, der einen guten Überblick über die Ladenlandschaft Karlsruhes und nachhaltigen Modekonsum gibt.

    Wem das ‚klassische‘ Öko-Design gefällt, findet in Karlsruhe eine gute Auswahl an Geschäften vor. Dazu zählen alte Hasen wie Waschbär, der in Karlsruhe ein gut sortiertes Outlet hat, Spinnrad, das Naturmode für Kinder und Erwachsene anbietet, und Die Ahle, die nachhaltige Schuhe verschiedener Hersteller und ein kleines eigenes Sortiment anbietet.

     

    Klar, nachhaltige Mode ist gut, irgendwie. Aber warum noch mal?

    Die meisten Kleidungsstücke, die wir tragen, werden am anderen Ende der Welt – dem sogenannten Globalen Süden – produziert. Beim Anbau und der Verarbeitung der benötigten Rohstoffe, wie Baumwolle oder Tierhäute, werden zum Teil hoch toxische Chemiekalien und Schwermetalle eingesetzt und enorme Wassermengen verbraucht bzw. verschmutzt. Die gefährden nicht nur die Gesundheit der Arbeiter, sondern häufig kommt auch die restliche Bevölkerung  in Kontakt mit den giftigen Stoffen, etwa durch die Kontamination von Flüssen und Grundwasser.
    Die Arbeitsbedingungen in der konventionellen Textilindustrie sind zudem meist weit davon entfernt, fair zu sein: es gibt keine angemessene Bezahlung, kein Recht auf Urlaub, keine Krankenversicherung und keinen ausreichenden Arbeitsschutz. Die Hoffnung, dass teurere Modehersteller sich in dieser Hinsicht von Billigketten unterscheiden, trifft leider meist nicht zu.

    Doch die unnachhaltige Produktion von Kleidung geht nicht ‚nur‘ auf Kosten der Menschen im Globalen Süden, sondern auch uns schadet die exzessive Verwendung toxischer Stoffe in der Textil- und Lederindustrie. Denn noch lange nach Verlassen der Fabriken und oft auch noch nach mehrmaligem Waschen sind Spuren von ihnen in der Kleidung nachweisbar und können über die Atmung oder Haut in den menschlichen Körper gelangen. Manche von ihnen stehen im Verdacht Allergien auszulösen, andere schwächen das Herz-Kreislauf-System oder begünstigen bzw. verursachen Krebserkrankungen.

    Auch ein Blick auf die Materialien, aus denen unsere Kleidung besteht, ist wichtig. Denn seit den sechziger Jahren wird ein zunehmender Teil der Textilien nicht mehr aus natürlichen Rohstoffen wie Baumwolle, Leinen oder Wolle gefertigt. Stattdessen werden verschiedenste Kunststoffe wie beispielsweise Polyester oder Acryl eingesetzt, die während der Produktion und Verarbeitung, aber auch während wir sie tragen und nach ihrer ‚Entsorgung‘, gesundheitsgefährdende und umweltschädigende Wirkungen haben können.

    Es gibt also viele gewichtige Gründe, sich von der konventionellen Textilindustrie ab- und nachhaltiger Mode zuzuwenden. Insbesondere die Kleidung von Babys und Kleinkindern sollte entweder nach Biostandards hergestellt oder – noch nachhaltiger und gut für den Geldbeutel – Second Hand sein.

     

     

    Nicht die gute Laune verlieren!

    Wenn man anfängt, sich mit den Produktionsbedingungen konventioneller Kleidung zu beschäftigen, kann einem das erst mal ziemlich die Laune vermiesen. Doch schaut man sich in der nachhaltigen Modeszene etwas um, merkt man schnell, wie groß das Angebot inzwischen ist und wie einfach die Umstellung fallen kann. Zwar sind die Preise umweltverträglich und fair produzierter Kleidung deutlich höher als bei H&M und Co., doch Second Hand Läden und Tauschevents  gleichen die höheren Kosten von Neuanschaffungen leicht aus. Die höheren Preise führen außerdem dazu, dass wir stärker reflektieren, ob wir etwas wirklich brauchen.

    Dass sich inzwischen in Karlsruhe kleine nachhaltige Modelabel gründen, finden wir nicht nur wegen ihres Beitrags zu einer nachhaltigeren Stadt toll, sondern auch, weil man so die Person hinter dem Produkt kennenlernen und sich von ihr dessen Geschichte erzählen lassen kann. Ähnlich ist es in den Geschäften, die eine kleine, aber feine Produktauswahl haben und einem zu jedem Einzelteil Auskunft geben können. So findet man oft nicht nur das Gesuchte, sondern erfährt noch von anderen Geschäften, neuen nachhaltigen Materialien, dem nächsten Tauschevent oder einem neuen kleinen Label.

    Findet man vor Ort nicht das Richtige, gibt es natürlich auch noch die Möglichkeit, sich online umzusehen. Orientierungshilfe bei der Auswahl bieten Zertifikate wie GOTS , aber auch einige Websites, die aufführen, welche Firmen wie fair oder umweltverträglich produzieren. Außerdem gibt es inzwischen Plattformen wie avocadostore oder glore, die für jedes Produkt einzeln aufführen, welche Nachhaltigkeitskriterien es erfüllt. Wer lieber Second Hand kauft und vor Ort nicht das Richtige gefunden hat, kann sich in Foren wie Kleiderkreisel oder Quoka umsehen und auch auf der Vernetzungsplatform nebenan.de gibt es einen sogenannten Marktplatz, auf dem Gebrauchtes verschenkt, getauscht und verkauft wird.

    Wir hoffe, euch damit ein paar nützliche Tipps gegeben zu haben und wünschen euch viel Spaß beim nachhaltigen Shoppen in Karlsruhe!

    Falls ihr noch Karlsruher Label und tolle Läden mit nachhaltigem Sortiment kennen oder sonst Anmerkungen haben solltet, schreibt uns gerne über die Kommentarfunktion eine Nachricht!

     

    Hier findet ihr eine Auswahl an…

    …Läden, die selbst nachhaltige Produkte herstellen:

    Goldaffairs

    Get Lazy

    AIKYOU

    Seltenschräg

    Originelle Schuhe

    Atelier Hexenstich

     

    …Läden, die nachhaltige Produkte anbieten:

    FaireWare

    Unser Onkel

    Spinnrad Naturtextilien

    Kult Karlsruhe

    Weltladen

    Waschbär

    Die Ahle Naturschuhe


    …Second-Hand Läden:

    Ein Komplettüberblick: Karlsruher Second Hand Guide

    Diakonie-Läden (Déjà-vu, Jacke wie Hose, Kashka)

     

    … Seiten, die nachhaltige Modelabel listen:

    Utopia

    LifeVerde

    rank a brand

    eco fashino world

     

    Weiterlesen zum Thema…


    Greenpeace-Studie 2013 – „a little story about monsters in your closet“

    Ökotest Babystrampler

    Kampagne gegen Gifte in Kleidung

  22. N!Tage – Nachhaltigkeit gemeinsam feiern

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    Wir verabschieden die NachhaltigkeitsExperimente nach neun Monaten Projektlaufzeit mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Aus den eingesendeten Ideen sind tolle Projekte entstanden, die wir begleitet, unterstützt und beforscht haben. Die gute Nachricht: Trotz Ende der offiziellen Laufzeit wollen die vier Experimentgruppen weiterhin daran arbeiten die Oststadt ein Stück nachhaltiger zu machen.

    Deshalb heißt es am 21. Mai: lasst uns feiern!
    Das Quartier Zukunft lädt gemeinsam mit den NachhaltigkeitsExperimenten von 14 bis 18 Uhr zu einem bunten Programm in den Zukunftsraum ein.

    Von Theater, über Nähstände und Samenbomben bauen ist alles dabei. Die Gruppen Kreativ-Salon, Second Future, Oststadttreff und Beete & Bienen werden den ganzen Tag vor Ort sein und euch neben tollen Aktionen die Gelegenheit bieten sie mit Fragen zu löchern.


    Ein Erfolg der gefeiert werden muss

    Entstanden sind die vier Projekte im Rahmen des Wettbewerbs „dein NachhaltigkeitsExperiment“ den wir gemeinsam mit der Bürgerstiftung Karlsruhe ins Leben gerufen haben. Worum es uns dabei ging? Um euch! Eure Ideen und Initiativen waren gefragt. Aus den Einsendungen wurden im Mai 2016 schließlich vier Bürgergruppen mit unterschiedlichsten Ideen ausgewählt, die in den letzten neun Monaten ihre Experimente in die Tat umsetzten. Dank der fleißigen Projektinitiatoren entstanden so verschiedenste Räume zum Ausprobieren, Beisammensein und Entschleunigen. Dass die vier Gruppen trotz Ende der offiziellen Laufzeit weitermachen wollen freut uns natürlich umso mehr!

    Nachhaltigkeitstage? Da machen wir mit!

    Welcher Zeitraum wäre passender für unsere Feier als die Nachhaltigkeitstage Baden-Württemberg 2017? Zum fünften Mal finden sie dieses Jahr nun schon statt und wir wollen natürlich mit dabei sein, wenn es darum geht nachhaltiges Handeln verständlich, sichtbar und erlebbar zu machen.

    Darum laden wir euch ein vorbeizukommen, egal ob zum Mitmachen, Informieren oder Quatschen. Neben den Aktionen der Experimentgruppen werden auch weitere Aktivitäten des Reallabors in der Oststadt vorgestellt, wie etwa Forschungsergebnisse des Energieprojekts, sowie des Mobilitätsprojekts oder das Thema „Walkability in der Oststadt“.

    Wir freuen uns auf euch!

    Das Fest ist eine Veranstaltung im Rahmen der Nachhaltigkeitstage Baden-Württemberg 2017.

    Mehr Infos zu den N!Tagen.

     

     

    Kurzbeschreibung der NachhaltigkeitsExperimente:

    NachhaltigkeitsExperiment „Beete & Bienen

    Bei Beete & Bienen geht es um Naschbeete im öffentlichen Raum – und zwar für Menschen UND Bienen. Die Gruppe hat bereits ihr erstes Beet am Gerwigplatz aufgestellt und Bienen am Marstallgelände in einer Klotzbeute angesiedelt. Inzwischen arbeitet die Gruppe in zwei AGs: der eine Teil verfolgt das Voranbringen von Naschbeeten in der Stadt. Der andere Teil konzertiert sich darauf Bienen wieder zurück in die Stadt zu bringen.

    NachhaltigkeitsExperiment „Kreativ-Salon

    Raum und Zeit für Kreativität – darum drehte sich das Experiment „Kreativsalon“, das zu Workshops u.a. mit Musik, Gesang und Theaterspiel einlud. Bis Ende März wurden 15 Workshops im Zukunftsraum durchgeführt, mit sehr positiver Resonanz. Im Anschluss an das Projekt hat sich eine neue Initiative gebildet, in der Teile des Kreativ Salon Teams mitwirken. Der Verein „interKArt“ hat es sich zum Ziel gemacht, Zwischenräume zu schaffen. Er organisiert dazu u.a. ein Festival, das vom 29. September bis 01. Oktober in der Fettschmelze auf dem Schlachthofgelände stattfinden wird. Auf dem Festival soll auch ein Theaterstück aufgeführt werden, für das noch TeilnehmerInnen gesucht werden.

    NachhaltigkeitsExperiment „Oststadt-Treff

    Ein fester Treffpunkt in der Oststadt für Jung und Alt, Zugezogene und Alteingesessene, MigrantInnen und Ur-KarlsruherInnen: Das Experiment „Oststadt-Treff“ lud die Menschen der Oststadt jeden Montag in den Zukunftsraum ein. Daneben fanden monatliche Diskussionsabende und weitere Veranstaltungen wie etwa Lesungen statt. Auch nach Ende der neun Monate wird der Oststadt Treff im Zukunftsraum weiterlaufen. Inzwischen ist er schon fast zu einer Institution geworden.

    NachhaltigkeitsExperiment „Second Future

    Einem Pullover oder Laptop sieht man nicht an, ob er neu oder gebraucht gekauft wurde. Das Experiment „Second Future“ macht die nachhaltige Kaufentscheidung für gebrauchte Produkte mittels eines eigens entworfenen Labels sichtbar. Die Labels wurden bei verschiedenen Anlässen, wie etwa der Lametta oder dem Flohmarkt am Messplatz verteilt und können seit einiger Zeit auch über die Second Future-Website nur zu Portokosten bestellt werden. Auch hier ist eine Weiterführung geplant.

     

  23. R131: KIT findet Stadt erhält Doppelauszeichnung

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    Der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) hat das „Reallabor 131 : KIT findet Stadt“ mit dem Qualitätssiegel „Projekt Nachhaltigkeit 2017“ ausgezeichnet. Zudem wurde es vom RNE als „Transformationsprojekt“ geehrt. Es ist keine Überraschung, dass die Freude über diese Doppelauszeichnungen im Team des R131 und Quartier Zukunft besonders groß ist!

    Marlehn Thieme, Vorsitzende des RNE und Mitglied der Jury sagt über die Preisträger: „Es ist die Aufgabe der gesamten Gesellschaft, die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen zu erreichen. Die ausgezeichneten Projekte sind großartige Beispiele dafür, wie jede und jeder einen Beitrag leisten kann.“

    Mit dem Siegel „Projekt Nachhaltigkeit“ macht der RNE Initiativen aus der Gesellschaft sichtbar, die einen besonderen Beitrag für die nachhaltige Entwicklung Deutschlands und der Welt leisten. Rund 240 Projekte hatten sich für die Auszeichnung 2017 beworben, 67 Initativen wurden mit dem Siegel ausgezeichnet.

    Zusätzliche Ehrung als Transformationsprojekt

    Dass das Reallabor 131: KIT findet Stadt nicht nur als Projekt Nachhaltigkeit 2017, sondern zusätzlich als eines von vier Transformationsprojekten ausgewählt wurde, ehrt ganz besonders. Die Transformationsprojekte haben laut Jury ein besonders großes Potential, die Welt nachhaltiger zu gestalten.

    Die Auszeichungen stärken die Arbeit am Reallabor für mehr Nachhaltigkeit im städtischen Leben und die Anliegen der transdisziplinären Forschung. Die Auszeichnungen ermutigen und geben Rückenwind für zukünftige Arbeiten.

    Am 29. Mai 2017 werden die Preise im Rahmen der Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung in Berlin verliehen.

    Das Projektteams sagt Danke

    Ein besonderer Dank gilt allen am Reallabor mitwirkenden Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen KIT-Instituten und Fachbereichen sowie den vielen engagierten Bürgerinnen und Bürgern und Aktiven der Initiativen der Karlsruher Nachhaltigkeitsszene. Sie tragen den Erfolg des Reallabors 131: KIT findet Stadt im Wesentlichen mit.

    Weiterführende Links

    Pressemitteilung des RNE

    #tatenfuermorgen

  24. TATuP Schwerpunkt Reallabore beleuchtet neues Forschungsformat

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    Ein Beitrag von Richard Beecroft & Alexandra Quint

    Das Quartier Zukunft ist – wissenschaftlich gesprochen – ein Reallabor. Doch was bedeutet das eigentlich? Eine Antwort auf diese Frage gibt die aktuelle Ausgabe der TATuP – Zeitschrift des ITAS zur Technikfolgenabschätzung mit Schwerpunkt Reallabore. Sie ist ab sofort online und gibt Orientierung zur aktuellen Reallaborforschung in Deutschland. Auch über das Quartier Zukunft wird berichtet. Klick’! Und loslesen!

    Was ist ein Reallabor? Wie funktionieren Reallabore? Wer kann mitmachen und wie sieht gutes Mitgestalten aus? Gibt es noch andere Reallabore wie das Quartier Zukunft? Diesen und weiteren Fragen widmet sich der kürzlich erschienene TATuP Schwerpunkt Reallabore. Die TATuP ist eine wissenschaftliche Zeitschrift zur Technikfolgenabschätzung des ITAS. Die aktuelle Ausgabe ist ab sofort online und frei verfügbar.

    Reallabore sind ein junges Forschungsformat. Mit ihnen soll die Zusammenarbeit der Wissenschaft mit der Zivilgesellschaft für eine nachhaltige Entwicklung durch gemeinsames Analysieren, Experimentieren und Erkennen intensiviert werden. Keine leichte Aufgabe, auf beiden Seiten. Dementsprechend lohnt es sich, die unterschiedlichen Erfahrungen der ersten Reallabore in Baden- Württemberg und anderswo genau anzusehen. Einige werden im Schwerpunkt „Reallabore als Orte der Nachhaltigkeitsforschung und Transformation“ dargestellt.

    Worum geht’s?

    Zum Einstieg in dieses sperrige Thema skizzieren die Herausgeber, aus welchen Erfahrungen heraus Reallabore entwickelt wurden und was sie ausmacht. Es gab zuvor schon Forschung, die sich realen, „lebensweltlichen“ Problemen angenommen hat und Bürger in verschiedenen Formen an der Forschung beteiligt hat. Es gab auch schon länger Forschung, die sich dabei an großen ethischen Konzepten wie der Nachhaltigen Entwicklung orientiert hat. Allerdings waren viele dieser Ansätze thematisch eng und von kurzer Dauer: einzelne Fallstudien, die nicht den Übergang zu größeren Transformationen leisten. Hier sollen Reallabore Abhilfe schaffen. Ob und wie das gelingt, sollen die ersten Reallabore ausloten.
    Da das Konzept der Reallabore so neu ist, müssen auch viele der Grundbegriffe geklärt werden. Die Reallaborforschung schließt an viele unterschiedliche Wissenschaften an, entsprechend groß kann das Begriffsdurcheinander sein. Um hier zu einer Verbesserung beizutragen, erklärt der zweite Beitrag zentrale Begriffe in einem Glossar Von Aktionsforschung bis Zielkonflikte.

    Die ersten Reallabore in Baden-Württemberg

    Weiterhin werden im Schwerpunkt Reallabore beispielhaft besprochen. Die folgenden Beispiele sind nicht zufällig alle aus Baden- Württemberg – sie wurden alle im Rahmen einer Förderinitiative des Landes ins Leben gerufen. Während die sieben Reallabore dieser ersten Runde methodisch ähnlich arbeiten, sind die Themenstellungen sehr unterschiedlich.

    Das Freiburger Reallabor Wissensdialog Nordschwarzwald begleitet die Einrichtung des Nationalparks Nordschwarzwald. Dessen Einrichtung war in der Region von Konflikten begleitet, die teils noch immer andauern. Das Reallabor sucht dementsprechend nach Potenzialen für die nachhaltige Entwicklung der Region. Parallel untersucht es auch ökologische Prozesse im neuen Nationalpark. Im Artikel erfährt man, welche Anforderungen der ländliche Raum an Reallaborforschung stellt, die ansonsten eher in Städten stattfindet.

    Das Urban Office Heidelberg hat einen theoretischen Ausgangspunkt: das Konzept Wissensgesellschaft. Es wird an mehreren Fallbeispielen in Heidelberg untersucht, welche Bedeutung dieses für die Stadtentwicklung haben kann. Interessant ist, das das Reallabor Urban Office sich selbst mit untersuchen muss als „Wissensort“ im untersuchten Gebiet – es ist sein eigenes Experiment.

    Das Energielabor Tübingen ist auf die Energiewende in Tübingen bezogen. Beispielhaft werden im Text seine Erfahrungen mit Bildungsangeboten im Reallabor vorgestellt, über die ansonsten in der Reallaborforschung wenig diskutiert wird. Am Beispiel der Kinder-Uni Aktivitäten in Tübingen werden nicht nur die verschiedenen Aspekte von Bildung für nachhaltige Entwicklung vorgestellt. Darüber hinaus wird methodisch an die Reallaborarbeit angeschlossen. So wird deutlich, dass Reallabore selbst Bildungsorte sind. Die AutorInnen werfen zudem die Frage, wie auch Kinder in die Reallaborforschung einbezogen werden können und sollen.

    Das Karlsruher Reallabor besteht aus zwei eng verbundenen Projekten: dem Quartier Zukunft und dem Reallabor 131. Im Beitrag Das Reallabor als Partizipationskontinuum wird beschrieben, wie langfristige, thematisch breite Beteiligung aussehen kann. Dabei geht es nicht nur um Entscheidungen im Forschungsprozess, sondern besonders um das konkrete Mitgestalten des Quartiers, der Karlsruher Oststadt. Da das Quartier Zukunft bereits vor der Reallabor-Förderrunde begonnen hat, kann hier von langsameren Veränderungsprozessen berichtet werden. Partizipation muss nach diesen Erfahrungen immer wieder in verschiedenen Intensitäten, durch verschiedene Kanäle und mit unterschiedlichen Gruppen erfolgen.

    Herausforderungen für Reallabore

    Bei aller Unterschiedlichkeit der Reallabore, wie sie heute existieren, lassen sich auch wesentliche Gemeinsamkeiten ausmachen: ein hoher Aufwand beim Aufbau der Reallabor-Infrastruktur, hohe Flexibilitätsanforderungen an das Labor bei sich verändernder „Realität“, aber auch um die Ergebnisse durchlaufener Lernprozesse aufgreifen zu können. Darüber hinaus treten nicht selten Problem im Hinblick auf den Zeittakt von Forschung, Lehre, der Stadt- und Raumplanung und der Dynamik zivilgesellschaftlicher Initiativen auf. Schließlich kann die disziplinäre Wissenschaft irritiert auf das neue und transdiziplinär ausgerichtete Forschungformat Reallabor reagieren. Es ist jedoch wichtig, disziplinär arbeitende WissenschaftlerInnen zu erreichen und für Reallaborprozesse zu gewinnen. Nur so kann das Bekanntmachen und Verbreiten des Forschungsformats gelingen. Demgegenüber gibt es auch inspirierende und ermutigende Erfahrungen, wie die Einsichten, dass in dem Aspekt Bildung in Reallaboren noch ein erhebliches Potenzial liegt, dass sich tatsächlich Transformationsprozesse anstoßen lassen, und dass sich auch im kleinen Rahmen eines Reallabors Ergebnisse erarbeiten lassen, die gesellschaftlich große Bedeutung haben können.

    Wohin geht’s mit der Reallabor-Forschung?

    Die ersten Reallabore sind ein Experiment, das selbst intensiv erforscht wird. Einige der Begleitforscher formulieren zum Abschluss vorläufige Thesen, wie die Reallaborforschung zukünftig gestaltet werden soll. Sie sehen ein großes Potenzial für dieses neue Format, um Wissenschaft, Zivilgesellschaft und anderen Partnern die Zusammenarbeit zu ermöglichen. Um den Elfenbeinturm der Wissenschaft zu öffnen, braucht es Anstrengungen auf beiden Seiten: Wissenschaftler müssen lernen, ihre Arbeit wieder aus praktischer Perspektive zu durchdenken. Und Bürger müssen sich einlassen auf die Eigenarten der Wissenschaft, die nach wie vor viel zur Bearbeitung gesellschaftlicher Probleme beitragen kann. Warum also nicht einen Anfang machen bei dieser Zeitschrift? Alle Artikel im Heft im TATuP Schwerpunkt Reallabore sind alle frei einsehbar.

  25. Wir und unsere Dinge. Von VerbraucherInnen zu GebraucherInnen unserer Produkte?

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    Jeder in Europa lebende Mensch besitzt durchschnittlich 10 000 Gegenstände – Tendenz steigend. Antje Di Foglio aus dem Quartier Zukunft-Team ist Produktdesignerin und beschäftigt sich seit Jahren mit dem Altern von Dingen. Sie hat eine nachhaltige Vision: Lasst uns wieder zu GebraucherInnen unserer Produkte werden.

    Der kleine Jonas nimmt in der ersten Woche ohne Mama sein Kuscheltier mit in den Kindergarten. Opa Karl weigert sich mit Händen und Füßen dagegen, den alten, zerschlissenen Läufer im Flur wegzuwerfen. Die Dinge und wir – da ist doch etwas zwischen uns, eine Beziehung, eine Verbindung, ein Knistern.

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    Wenn wir und unsere Dinge eine gemeinsame Geschichten haben: Die Besitzerin dieses Eisbären ist 25 Jahre alt. Foto: Antje Di Foglio.

    Tatsächlich sind die Sachen, mit denen wir uns umgeben, mehr als bloße Gebrauchsgegenstände. Der Schrank im Schlafzimmer, meine Jeans, die Wände meines Elternhauses, die kleine Mauer im Garten: Unsere Dinge sind Identitäts- und Ankerpunkte in der Welt und helfen uns dabei, uns selbst zu verorten. Wer bin ich und wo befinde ich mich gerade? Wir können uns durch sie ausdrücken, finden an ihnen Halt. Aber was, wenn die Dinge in unserem Leben immer mehr werden? Und wir sie immer schneller ersetzen, austauschen, wegwerfen, neu kaufen? Was tut das mit uns und unserer Welt?

    Dinge werden hergestellt, um verbraucht zu werden

    „Heutzutage werden Dinge hergestellt, um verbraucht zu werden“, stellt Antje, die an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe studiert hat, fest. Während klassische Materialien wie Holz, Metall, Porzellan, Leder, Leinen in Würde altern und Generationen überleben können, würden heute hauptsächlich Stoffe verwendet, die mit der Zeit unansehnlich und schadhaft werden. Shirts aus Polyacryl, Sideboards aus Pressspan, das Sofa aus Kunstleder: „Diese Materialien altern nicht. Sie gehen kaputt.“

    Dahinter stehe einerseits ein Wirtschaftssystem, das auf „geplante Obsoleszenz“, also den eingebauten Defekt in Produkten, setze, so Antje. Und andererseits ein längst verinnerlichtes, westliches Konzept von Ästhetik. „Das ist das hellenistische Weltbild, in dessen Tradition wir stehen und uns bewegen“, erzählt sie. „Es geht immer um Perfektion und um Jugend! Produkte heute sollen schön, glänzend, makellos sein. Es geht um die persönliche Optimierung durch‘s Mehr-machen und Mehr-kaufen.“ Schön, das bedeutet neu. Und was nicht mehr neu ist, das kann weg.

    Wabisabi statt alles neu

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    Vergänglichkeit in Gold: Die japanische Technik Kintsugi. Foto: Wikipedia.

    Eine alternative Sehgewohnheit, Ästhetiklehre, Philosophie hat Antje in Japan entdeckt: „Wabisabi“ heißt sie und integriert das Altern, das Unperfekte, Unvollständige und Vergängliche, findet Schönheit darin. Ein Holzboden mit tiefen Kerben von der jahrzehntelangen Benutzung durch eine Familie. Eine kunstvoll, aber sichtbar ausgebesserte Jacke. Ein kaputter Porzellanteller, den man unter Zuhilfenahme von flüssigem Gold wieder zusammengefügt hat. „ Bei Wabisabi geht es um Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit“, sagt Antje. Den Dingen ist es erlaubt, eine Geschichte zu erzählen. Man darf ihnen ansehen, dass sie in Gebrauch sind, gebraucht werden und mit ihren Menschen zusammenleben.

    „Die armen Wichtel von Yiwu“

    Tatsache ist: In den letzten hundert Jahren ist unsere Bindung an die Dinge verloren gegangen durch die Trennung zwischen Herstellung und dem Konsum von Produkten, zwischen den HandwerkerInnen, ArbeiterInnen und Kaufenden. Ein weltweites Phänomen, das Billiglohnländer zur Textilfabrik und Werkbank des Westens gemacht hat: Bizarre Berühmtheit erlangt haben etwa die Weinachtsdörfer in der chinesischen Provinz Yiwu. Zwei Drittel allen Weihnachtsschmucks stammt von dort. Ohne zu wissen, was sie da eigentlich herstellen, arbeiten Wanderarbeiter dort im Akkord für Hungerlöhne; „ die armen Wichtel von Yiwu“, nannte die FAZ die hier beschäftigten Menschen. Und veröffentlichte Fotos des chinesischen Fotografen Chen Ronghui, der einen Vater und seinen Sohn während der Arbeit abgelichetet hat – in roter Farbe und Chemikalien stehend, die Köpfe notdürftig geschützt durch Weihnachtsmannmützen.

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    Weihnachtsmützen wie diese kommen fast immer aus der chinesischen Provinz Yiwu.

    Ist Yiwu überall? Vielleicht kann man es als Sinnbild sehen für die Beziehungslosigkeit, in die wir zu unseren Dingen geraten sind. Und die vergiftete, fernöstliche Weihnachtsidylle führt uns die Auswirkungen dieser Abkoppelung deutlich vor Augen: Mensch und Umwelt werden ausgebeutet für Produkte, die nicht gekommen sind, um zu bleiben. Alle Jahre wieder enden sie auf der Müllkippe. Alle Jahre wieder kaufen wir sie neu.

    Von VerbraucherInnen zu GebraucherInnen?

    Aber: Was kann man als VerbraucherIn tun? Und welches Potenzial für Veränderung liegt im Selbstverständnis der Produzierenden? Antje jedenfalls sieht hier beide Seite in der Verantwortung – und glaubt daran, dass ein Wandel möglich ist. „Wir als GestalterInnen agieren in einem komplexen und weitverzweigten Spannungsfeld und besitzen eine große soziale und moralische Verantwortung, der wir uns nicht entziehen sollten, nicht entziehen dürfen. Wir GestalterInnen arbeiten ja eigentlich  für Menschen und an Beziehungen, geben Halt in einer chaotischen Welt durch unsere ästhetische Ordnung der Dinge. Produkte müssen nachhaltiger, ökologischer, menschenfreundlicher werden. Es darf keine Gestaltung um der Gestaltung Willen geben.“ Was würde passieren, wenn wir Dinge wieder mit Respekt betrachten, die Arbeit und Sorgfalt der HerstellerInnen anerkennen und achten? Wenn wir uns mit Dingen umgeben, die mit uns altern und leben dürfen – würden wir dann nicht erkennen, dass man gar nicht so viel Neues braucht?

    „Mit welchen Dingen lebe ich gerne zusammen? Mit welchen Dingen verbindet mich etwas? Das könnte man sich selbst einmal fragen“, sagt Antje. „Wer so einkaufen geht, wird auch Dinge zu sich nehmen, die er mehr wertschätzt und liebt und mit denen er langfristig zusammenleben will.“ KonsumentInnen, so glaubt sie, suchten zunehmend nach dem Echten, Wahrhaftigen, nach Authentizität und Sinn. „Die Ressourcen gehen zur Neige, in wenigen Jahrzehnten werden die Erdölvorkommen erschöpft sein. Es wird sich ein neues Verständnis des Konsumenten herausbilden. Vielleicht könnte man es so sagen: Wir müssen von VerbraucherInnen zu GebraucherInnen unserer Dinge werden.“

     

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    Antje Di Foglio hat an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe Produktdesign studiert. In ihrer Diplomarbeit „Spuren der Zeit“ hat sie sich mit den Beziehungen und Emotionen beschäftigt, die Menschen mit Produkten eingehen – und ihrer Bedeutung für Kultur und Gesellschaft. Die Arbeit liegt in gebundener Form im Zukunftsraum aus – Ihr dürft gerne reinlesen!

    Bei Quartier Zukunft möchte Antje den Menschen und BürgerInnen Wege zeigen, wie man schon im Kleinen aktiv eine Veränderung für sich und andere bewirken und Konsum anders gestalten kann. Wir finden nämlich: Kaufen hat eine Wirkung – auf Mitwelt, Umwelt, Nachwelt und uns selbst. Im neuen Jahr wollen wir dazu beitragen, Konsum bewusst, nachhaltig und lokaler zu gestalten und an Kulturtechniken wie Reparatur und Tausch erinnern. Gemeinsam mit Euch wollen wir uns Gedanken darüber machen, wie nachhaltiger Konsum in der Karlsruher Oststadt aussehen könnte. Hier auf unserer Website, Facebook & Twitter halten wir Euch auf dem Laufenden!

     

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  26. Vorhang auf für Euch! Das NachhaltigkeitsExperiment „KREATIV-SALON“ lädt zum Musizieren, Tanzen & Theaterspielen in den Zukunftsraum ein

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    Mit tollen Ideen, wie Gemeinschaft und Entschleunigung in der Karlsruher Oststadt vorangebracht werden können, überzeugten die Teams von BEETE & BIENEN, KREATIV-SALON, OSTSTADT TREFF und SECOND FUTURE die Jury von „Dein NachhaltigkeitsExperiment“: Ab August werden die vier Gewinnergruppen ihre Konzepte mitten drin im realen Leben der Oststadt erproben. Vorab gibt‘s für Euch aber jetzt schon mal mehr Infos zu den einzelnen Projekten. Los geht’s mit dem NachhaltigkeitsExperiment „Kreativ-Salon“! 

    Theaterspielen, Tanzen, Musizieren, Singen, in Gemeinschaft etwas Neues schaffen – darum dreht sich das NachhaltigkeitsExperiment „Kreativ-Salon“ von Daniela Kastner, Kristjan Tamm und Roman Hernitschek. Der Plan: Alle zwei bis vier Wochen werden die drei Kreativ-ExpertInnen eine Einladung aussprechen und den Zukunftsraum in der Rintheimer Straße 46 in eine musische Werkstatt verwandeln.

    Jeder kann mitmachen

    Jeder kann mitmachen – das ist der angehenden Theaterpädagogin und den beiden Musikern dabei besonders wichtig, erzählen sie uns. „Keiner muss Angst haben, Kasperletheater vormachen zu müssen oder bloßgestellt  zu werden“, versichert Daniela Kastner. „Wir werden mit viel Spaß an die Sache herangehen. Was wir wollen, ist eine Bereicherung für die Menschen in der Oststadt sein.“

    Der Kreativ-Salon im Quartier wird sowohl offene Treffen als auch konkrete Workshops anbieten. Eventuell sollen die Schwerpunkte Theater, Tanz und Musik noch erweitert werden: Um eine Schreibwerkstatt oder die Bereiche bildende Kunst und Fotografie. Im Fokus steht bei allen Angeboten auch immer die Entwicklung von Wissen und Fähigkeiten. „Da kann man viele positive Effekte in den eigenen Alltag mitnehmen“, erklärt Daniela Kastner, die hauptberuflich an der Lidellschule in der Oststadt als Lehrerin arbeitet. „Zum Beispiel können Theaterübungen ganz viele Prozesse anstoßen und handfeste Fertigkeiten entstehen lassen.“ Was im Kreativ-Salon passiert, soll außerdem in Form von Sammlungen, Ausstellungen, Videos und Fotocollagen für die TeilnehmerInnen festgehalten werden.

    Nachhaltigkeit funktioniert nicht ohne Kreativität

    Und was hat der Kreativ-Salon in der Oststadt mit Nachhaltigkeit zu tun, mit Gemeinschaft und Entschleunigung? „Kreativität setzt eine Offenheit für Neues voraus“, ist sich Gitarrist, Dirigent und Musikpädagoge Kristjan Tamm sicher. „Und wenn man Nachhaltigkeit schaffen will, braucht man genau diesen offenen Raum.“ Auch auf dem Weg in Richtung Nachhaltigkeit gehe es schließlich darum, innovativ zu sein und neue Wege zu finden. Sänger und Musikpädagoge Roman Hernitschek findet außerdem: „Wenn man sich in einer Gruppe kreativ beschäftigt, dann stärkt das die Gemeinschaft. Und letztlich entschleunigt die Konzentration auf etwas ganz anderes dann auch den Alltag.“

    Und was bedeutet Kreativität für das „gute Leben“ des Einzelnen? „Obwohl am Anfang des kreativen Prozesses Nichtwissen und Unsicherheit stehen, weil man ja noch gar nicht weiß, was am Ende dabei herauskommen wird, setzt beim Arbeiten ab einem bestimmten Punkt eine gewisse Ruhe und Freude ein“, sagt Kristjan Tamm. „Und das sind beides Qualitäten, die für mich eigentlich das gute Leben ausmachen.“

    Habt ihr auch Lust auf mehr kreative Momente in Eurem Leben und Eurem Quartier? MitmacherInnen können sich ab jetzt bei uns melden oder sich via Facebook, Twitter und Blog auf dem Laufenden halten!

  27. „Da fehlt ein Modell für die Stadt!“ Menschen aus der Oststadt über Gemeinschaft und Entschleunigung

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    Die Bewerbungsphase zu „Dein NachhaltigkeitsExperiment“, das Gemeinschaft und Entschleunigung in der Karlsruher Oststadt anstiften soll, läuft! Und während wir gespannt auf Eure Post warten, wollen wir die Gelegenheit nutzen, Euch, die Bürgerinnen und Bürger, zu Wort kommen zu lassen. Was bedeutet Gemeinschaft und Entschleunigung für Euer Leben? Und was hat das Ganze mit Nachhaltigkeit zu tun? Beim letzten Quartier Zukunft-Stammtisch hatten wir Gelegenheit, ein wenig ins Quartier hineinzuhorchen.

    Um die Tischtennisplatte, die im Zukunftsraum an diesem Tag als ‚Stammtisch‘ fungiert, sitzen ein Dutzend Leute. Es gibt Kekse und Tee – und eine Bitte von uns, dem Quartier Zukunft-Team: „Wir fänden es toll, wenn ihr als OststadtbürgerInnen und –bürger ein bisschen darüber erzählt, was das für euch überhaupt ist: Gemeinschaft und Entschleunigung!“

    Mhm. Alle wirken noch etwas befangen, aber schließlich traut sich ein junger Mann und macht den Anfang. „Gemeinschaft – für mich hat das mit Spaß zu tun, mit Gesellschaft und damit, bei Leuten zu sein.“ Eine junge Frau wirft ein: „ Für mich geht’s da auch einfach um ein beruhigendes Gefühl, das mir sagt, dass auch noch andere da sind.“ Relativ schnell ist man sich einig: Obwohl es alle begrüßen, dass man in der Stadt nicht ‚reinpassen‘ muss wie in so manchem Dorf und sich zurückziehen kann, wann immer einem danach ist – Gemeinschaft und Zusammenhalt, das vermissen viele StädterInnen. Aber wie man es anstellt, mehr davon ins eigene Leben zu holen, das weiß man oft nicht. „Die große Frage ist das Wie!“

    In Kontakt kommen mit Fremden – in Baden gar nicht so leicht…

    Und im Badischen scheint dieses „Wie?“ den Einzelnen hin und wieder vor ganz besondere Herausforderungen zu stellen. „Ich komme aus Norddeutschland“, sagt  einer der Herren, „und da ist das leichter! Hier in Karlsruhe will man sich nicht gegenseitig auf die Nerven gehen und es ist schwerer, an die Leute heranzukommen.“ Die Runde ist sich in puncto badisches Sozialverhalten nicht völlig eins. Dann wird das ständige Kommen und Gehen in einem Universitätsviertel wie der Karlsruher Oststadt in den Blick genommen: Kontakte zu halten, so etwas wie eine urbane Gemeinschaft zu entwickeln, werde durch die Unstetigkeit im Bekannten- und Freundeskreis nicht gerade einfacher.

    „Da fehlt ein Modell für die Stadt!“

    Außerdem seien in unseren Städten die Mechanismen des beschleunigten Wirtschaftssystems besonders deutlich zu spüren, meint einer der älteren Herren. Den städtischen Raum versetze dieses „Höher, schneller, weiter!“ in permanente Hektik. Sind wir zu schnell und zu effizient geworden für Gemeinschaft? „Hektik verhindert Gemeinschaft“, sind sich jedenfalls auch die Jüngeren am Tischtennisplatten-Stammtisch einig. „Denn Gemeinschaft hat mit Initiative zu tun – und dafür braucht man Zeit!“ Aber wie kann diesen Erschwernissen zum Trotz urbane Gemeinschaft gelingen? „Da fehlt ein Modell für die Stadt!“, findet der junge Mann vom Anfang. „Zum Beispiel Anlässe, die dazu geeignet sind, sich kennenzulernen und aufeinander zuzugehen.“ Manchmal aber, so überlegen die OststädterInnen, reiche auch schon ein kleiner Schritt und ein wenig Mut, um sich näher zu kommen: Etwa nach dem Einzug von Tür zu Tür zu gehen und sich den neuen NachbarInnen vorzustellen.

    Entschleunigung hat nicht nur mit Yoga, sondern auch mit „sich einlassen“ zu tun

    Wenn Stress und Hektik der Bildung und dem Erhalt von Gemeinschaft entgegenstehen, ist Entschleunigung vielleicht ein Weg, städtischen Zusammenhalt möglich zu machen? Das macht für die BürgerInnen Sinn. „Entschleunigung hat für mich zum Beispiel auch mit Zuhören zu tun.“, erklärt einer der Männer. „Und nur, wenn man sich Zeit nimmt, können Kontakte intensiv werden.“ In der Stadt ginge die Tendenz hingegen eher dahin, 1000 Dinge gleichzeitig tun zu wollen – und dabei nicht selten aus dem Takt zu geraten. „Für mich geht es bei Entschleunigung auch darum, meinen eigenen Rhythmus zu finden“, erklärt eine junge Frau. „Und um Entscheidungen: Was ist mir eigentlich wichtig?“

    Im Laufe des Gesprächs wird in diesem Sinne immer klarer: Entschleunigung hat für die Runde nicht nur mit naheliegenden Schlagworten wie Entspannung und Yoga zu tun, sondern bedeutet auch: sich auf Ausgewähltes ganz einzulassen, statt ein riesige Menge an Dingen ein bisschen zu tun. „Sonst kommt man nämlich nach einem vollen Tag nach Hause und ist trotzdem total unzufrieden!“ Leicht umzusetzen ist Entschleunigung in einem komplett beschleunigten Umfeld hingegen nicht. „Mir hilft es da, zu gärtnern, raus zu kommen, mit Pflanzen umzugehen“, berichtet die junge Frau, die für das Sich-entscheiden plädiert hat. „Da kann man nämlich nix beschleunigen. Die haben ihren eigenen Rhythmus, richten sich nach den Jahreszeiten und dem Takt, den die Natur für sie vorgesehen hat.“ Auch beim Essen könne man sich vornehmen, sich Zeit zu lassen und ganz bewusst wahrzunehmen: Was esse ich da eigentlich? Wie genau schmeckt das?

    Und die Nachhaltigkeit?

    Was aber haben Gemeinschaft und Entschleunigung mit nachhaltiger Entwicklung zu tun? Zuerst denken wir alle an Nachbarschaftshilfen und Sharing-Modelle, die in Gemeinschaften besser funktionieren und einem uferlosen Konsum entgegenwirken können. Denn: Braucht wirklich jede Mietpartei eine eigene Bohrmaschine, einen eigenen Akkuschrauber, die ganz persönliche Heißklebepistole? Aber auch Entschleunigung hat für alle am Tisch sehr direkt mit Nachhaltigkeit zu tun. „Viel arbeiten und viel schnell und teuer einkaufen – das gehört doch zu unserem Lebensmodell!“, ruft einer der Herren aus. „Nachhaltige Entscheidungen, sich nachhaltig verhalten, das braucht dagegen Zeit!“ Die Runde denkt dabei an die Stunden, die es ‚kostet‘, Kleidung selbst herzustellen statt Sweatshopware zu kaufen. Oder auch an den langen Atem, den es manchmal braucht, ein passendes, gebrauchtes Möbelstück aufzustöbern. Und einer sagt: „Klar, da geht es oft schneller und einfacher, in den nächstbesten Laden zu gehen und neu zu kaufen.“

    Trotzdem steht am Ende das optimistische Gefühl, Sachen anders machen zu können. Dem eigenen Rythmus folgen, sich bewusst für oder gegen Dinge entscheiden, sich Zeit für andere nehmen, „von dem Gespräch heute abend nehme ich einige Gedanken mit nach Hause“, sagt einer der Männer beim Gehen . Und eine junge Dame aus dem Quartier Zukunft-Team, die gerade ihren Umzug nach Karlsruhe vorbereitet, hat sich etwas ganz Konkretes vorgenommen. „Ich werde einen Zettel ans schwarze Brett im Hausflur hängen, der mich ein bisschen vorstellt.“ Es gibt viele Möglichkeiten, anzufangen…

    Hast Du Ideen, wie man Gemeinschaft und Entschleunigung in der Karlsruher Oststadt anstiften und leben könnte? Und Lust, diese gleich umzusetzen? Hier findest Du alle Infos zu „Dein Nachhaltigkeitsexperiment”! Einsendeschluss für alle Bewerbungen ist der 12. Juni 2016.          

    Alle Infos und den Termin zu unserem nächsten Quartier Zukunft-Stammtisch findest Du hier.

  28. Reismilch vs. Kuhmilch, Wassersprudler statt Plastikflaschen?

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    Wieviel konsumiere ich täglich? Was brauche ich überhaupt? Die Idee des „Ressourcenfastens“ wird speziell vor Ostern von immer mehr  Menschen aufgegriffen und nimmt als neue Interpretation einer alten Tradition die persönliche Nachhaltigkeit in den Blick. Anfang des Jahres krempelten auch Studierende des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) beim „Experiment Nachhaltigkeit“ vier Wochen lang ihr Leben um.

    Die 40-tägige Fastenzeit vor Ostern verbinden viele mit Verzicht und Verboten, sie wird oft als altmodisch und bieder abgetan. Die Idee hinter dem Fasten ist aber eigentlich, inne zu halten und sich durch Verzicht  auf das Wesentliche zu besinnen. In diese Kerbe schlägt auch die Idee des „Klimafastens“,  des „Plastikfastens“ oder ähnlicher Initiativen, die den Begriff neu interpretieren und die Fastenzeit zum Anlass nehmen, das eigene (Konsum-) Verhalten zu hinterfragen.

    Ihre eigenen Lebensgewohnheiten prüften auch die Studierenden des Seminars „Experiment Nachhaltigkeit“, welches das ZAK (Zentrum für angewandte Kulturwissenschaft am Karlsruher Institut für Technologie) unter der Federführung von Dr. Volkmar Baumgärtner dieses Semester zum zweiten Mal  anbot.

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    Nachhaltige Entwicklung erlebbar machen

    „Nachhaltige Entwicklung“ – alle sprechen darüber. Und trotzdem: Der Begriff bleibt häufig unscharf und im Ungefähren, die Rolle des Einzelnen bei der Umsetzung ungeklärt. „Was kann ich selbst tun?“, fragten sich deshalb die TeilnehmerInnen des Seminars. Und überprüften das eigene, alltägliche Wirken und Handeln kurzerhand im Selbstexperiment.

    Konkret versuchten die Studierenden vier Wochen lang in einem von ihnen gewählten Bereich nachhaltig(er) zu leben. Die Idee dahinter: individuelle, aber auch gesellschaftliche Chancen und Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung persönlich erfahrbar machen. Abschließend sollten die Ergebnisse in der Gruppe und mit ExpertInnen reflektiert und diskutiert werden und in eine studentische „8-Punkte-Agenda“ münden.

    Acht Handlungsfelder nachhaltiger Entwicklung

    Doch wo anfangen bei einem Thema, das uns in wirklich allen Lebensbereichen facettenreich begegnet? Zu Beginn des Seminars wurden deshalb in einem ersten Schritt mögliche Handlungsfelder und Kriterien nachhaltiger Entwicklung identifiziert. Dabei stand die Frage, was einen „nachhaltigen Lebensstil“ überhaupt ausmacht, fördert oder verhindert, im Vordergrund. Folgende acht Handlungsfelder nachhaltiger Entwicklung wurden im Selbstexperiment bearbeitet:

    • Mobilität
    • Abfall und Entsorgen
    • Suffizienz
    • Konsum „Software“ (Lebensmittel)
    • Konsum „Hardware“ (alle „nicht-Lebensmittel“)
    • „Wellness“
    • Wohnen – Versorgung
    • Engagement für Nachhaltigkeit

    Präsentation der Ergebnisse im Zukunftsraum

    Am 5. Februar präsentierten die TeilnehmerInnen dann ihre Ergebnisse im Zukunftsraum für Nachhaltigkeit und Wissenschaft in der Karlsruher Oststadt. Auch wir von Quartier Zukunft durften als eingeladene ExpertInnen mit dabei sein und mitdiskutieren. Die Studierenden, beheimatet in ganz unterschiedlichen Fachdisziplinen, schilderten ihre Herangehensweise an den Versuch und sprachen mit den anderen über Erkenntnisse und Erfahrungen der letzten vier Wochen. Und natürlich über die Herausforderungen: Was bekomme ich geschenkt, was kann ich schenken? Was esse ich an Heiligabend? Da das Experiment über die Weihnachtstage und Silvester stattfand, wurden auch gesellschaftliche Kontexte miteinbezogen, was die TeilnehmerInnen zusätzlich forderte. Trotz der Schwierigkeiten und Problemstellungen, vor die sie ihr Experiment stellte, präsentierten die Studierenden ihre Erfahrungen mit Witz und Elan und hochengagiert. Erfahrungen, Hürden und Herausforderungen wurden anschließend in der Runde diskutiert und gaben spannende Einblicke in die verschiedenen Themenbereiche, Ansätze und Ideenwelten der einzelnen Experimente.

    Reismilch versus Kuhmilch, Wassersprudler statt PET-Flaschen kaufen

    So versuchte ein Student im Rahmen seines Projekts keine Fahrt mit dem Auto mehr alleine zurück zu legen, ein Anderer beschloss, einfach mehr zu Fuß zu gehen. Eine Teilnehmerin brachte ihre gesamte WG dazu, von Mineralwasser in PET-Flaschen auf den umweltfreundlicheren Gebrauch eines Wassersprudlers umzusteigen. Ein Teilnehmer erörterte Ökobilanzen von Kuhmilch und möglichen veganen Alternativen und lud zum Geschmackstest ein. Andere Studierende nahmen das Experiment zum Anlass, ihren Kleiderschrank oder gar ihre Wohnung auszumisten, weniger Fleisch zu essen oder vegane Lebensmittel zu probieren. Es zeigte sich, dass die unterschiedlichen Bereiche nachhaltiger Entwicklung alle miteinander verknüpft sind und miteinander zu tun haben.

    „Dranbleiben“ am Thema Nachhaltigkeit

    Am Ende eines sehr intensiven Tages stand dann die 8-Punkte Agenda mit den Handlungsempfehlungen der Studierenden fest:

    • Langsam Mobil sein /“Slow mobility“
    • Plastik und Konserven reduzieren
    • Reduzieren und wertschätzen als Motto
    • Weniger Fleisch essen
    • Reparieren!
    • Bewusst genießen
    • Leitungswasser statt Mineralwasser
    • Engagier dich!

    Die Ernsthaftigkeit, mit der die Studierenden an „ihr“ Nachhaltigkeitsexperiment herangingen und von diesem erzählten, war sehr inspirierend. Die TeilnehmerInnen haben den Mut gezeigt, Neues auszuprobieren und über den eigenen Schatten zu springen.  Besonders  beeindruckend: die Fähigkeit zur Selbstreflexion des eigenen Verhaltens bei den „AusprobiererInnen“. Und jene Momente, in denen klar wurde, dass die Studierenden auch nach Abschluss des Seminars „dranbleiben“ werden am Thema Nachhaltigkeit. Etwas wird bleiben, vielleicht sogar bis Ostern…

  29. Gretchenfragen: Was hat das KIT mit Nachhaltigkeit zu tun?

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    „Nachhaltigkeit“ ist lange schon in aller Munde, als Begriff in die Jahre gekommen und etwas abgegriffen, immer öfter auch als gewinnträchtiges Feigenblatt missbraucht. Schon wird die x-te Generation neuer Begriffe durch die Gassen getrieben. „Zukunftsfähig“, „generationengerecht“, „enkeltauglich“ u. ä. soll einem nun das Thema ‚Nachhaltigkeit‘ schmackhaft machen. Als sei Nachhaltigkeit eine Modeerscheinung, eine Welle, die vorübergeht, ein Lebensstil, eine Gesinnung, die man sich zueigen machen kann oder nicht.

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    Weit gefehlt, in dreierlei Richtung: Erstens sind die Ziele, Herausforderungen und Aufgaben dahinter aktueller denn je, werden künftig drängender. Klimawandel, Flüchtlingswellen, riesige Plastikmüllinseln im Ozean zeugen davon. Zweitens wäre die Tragweite einer wirklich verwirklichten Nachhaltigen Entwicklung, so wie sie seit dem Brundtland-Report über die Vereinten Nationen propagiert wurde und wird, gewaltig, ein kultureller Wandel und menschheitsgeschichtlicher Schritt, der in seiner Dimension eher mit der Einführung der Demokratie, der Säkularisierung oder gar dem neolithischen Umschwung zum Ackerbau vergleichbar wäre. Und drittens geht das Thema Nachhaltigkeit nicht vorüber, wird uns nicht mehr loslassen, im Gegenteil: langfristig ist eine Nachhaltige Entwicklung unausweichlich. Wir könnten uns gar zurücklehnen. Kommen wird sie so oder so, die „Große Transformation“. Die Frage ist nur wie, mit wieviel gesellschaftlichen und ökologischen Verwerfungen sie einhergehen wird – und mit wieviel Würde und Wohlstand wir durch sie hindurchkommen werden. Das liegt auch in unseren Händen, unserer Einsicht, Voraussicht, Vernunft, unserem Wissen und Willen zur Gestaltung.

    Was aber hat das KIT damit zu tun? Viel.

    Das KIT betreibt Forschung, schafft Wissen. Gerade auch als Forschungszentrum der Helmholtz-Gemeinschaft, die sich um ‚große und drängende Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft‘ kümmert, sollte möglichst viel davon unmittelbar und mittelbar einer Nachhaltigen Entwicklung dienen. „Innovation“ lautet ein weiteres Standbein des KIT. Eine gelebte Nachhaltigkeit wäre total innovativ, bzw. bedarf dringend vielfältiger Innovationen – technischer, aber auch gesellschaftlicher (wie wir sie z.B. mit dem „Quartier Zukunft“ anstreben). Nachhaltigkeit ist des Weiteren essenziell eine Frage von Bewusstheit und Bildung – und das KIT eine renommierte Bildungs- und Ausbildungsinstitution mit weltweit gutem Ruf. Hier werden Führungskräfte der Zukunft ausgebildet. Dass dies ohne eine explizite Bildung für Nachhaltige Entwicklung geschieht, ist eigentlich undenkbar, zumindest aber unverantwortlich.

    Forschung, Bildung und Innovation, all das fußt auf dem Innenleben des KIT als Betrieb, Institution und kulturellem Organismus. Was innerhalb der Unternehmung KIT im Bereich des Sozialen, der Ressourcenschonung oder des Umweltschutz geschieht, wirkt auch nach außen, wird nach außen getragen und wird auch von außen gesehen. Man schaut auf das KIT. Das KIT ist vielfältig Vorreiter und Vorbild. Für Glaubwürdigkeit und Integrität ist es von nicht zu unterschätzender Bedeutung, wie das KIT seinen Betrieb im Innern organisiert, wie es mit MitarbeiterInnen, mit Papierressourcen, Biodiversität und seiner Energieversorgung umgeht. Auch wenn die Hürden noch so hoch, die Aufgaben für eine Nachhaltige Entwicklung – auch innerhalb des KIT – noch so vielfältig erscheinen: jeder Beitrag lohnt sich, trägt Schritt für Schritt zur großen Transformation bei.  Diese Schritte müssen gesehen und mehr werden! Auf dass sich das KIT – seiner Verantwortung bewusst – verstärkt den Anliegen einer nachhaltigen Entwicklung im Innen und Außen widmen möge.

     

    Der Originalartikel ist erschienen im „Campus-Kurier“, dem Newsletter des  KIT- ZUKUNFTSCAMPUS.

     

  30. „Von hier nach da“. Neue Ausstellung im Zukunftsraum

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    Ab dem 12. Februar gibt’s im Zukunftsraum eine neue Ausstellung zu sehen. „Von hier nach da – Ideen und Visionen für eine neue Mobilitätskultur“ wird von der der BUNDjugend Karlsruhe veranstaltet und wirft spannende Blitzlichter auf den Themenkomplex nachhaltige Mobilität. Ausgehend vom Einzelnen werden gesellschaftliche, soziale und globale Zusammenhänge in den Blick und die aktuelle Situation in Karlsruhe unter die Lupe genommen.

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    Eröffnung

    Am Freitag, den 12.02.2016 um 19.00 Uhr geht’s los. Zur Ausstellungseröffnung werden unter anderem Aljosha Löffler von der Grünen Jugend, der Ausstellungsmacher Andreas Wenzel und Teammitglieder des Quartier Zukunft vor Ort sein. Wir freuen uns auf viele interessierte BesucherInnen, tolle Gespräche und leckeres Essen.

    Filmmatinee

    Am Sonntag, den 14.02.2016 um 11.00 Uhr wird in wohliger Zukunftsraum-Atmosphäre ein Film zum Thema nachhaltige Mobilität gezeigt. Alle, die mitschauen wollen, sind herzlich eingeladen!

    Treffen der BUNDjugend

    Am Donnerstag, den 25.02.2016 um 17.00 Uhr findet das offene Treffen der BUNDjugend Karlsruhe statt; die Veranstaltung ist zugleich „Finissage“ der Ausstellung. Die letzte Gelegenheit für diejenigen, die Von hier nach da” bis dahin noch nicht gesehen haben! Wir freuen uns auf alle, die Lust haben, uns im Zukunftsraum zu besuchen.

    Von hier nach da in Richtung Zukunft: Mobilitätsberatung im Zukunftsraum

    Wem die Ausstellung Inspiration war für die eigene Alltagsmobilität, der kann sich direkt vor Ort im Zukunftsraum von den ExpertInnen des Instituts für Verkehrswesen (IfV) beraten lassen. Wie funktioniert das: Mit dem Smartphone die eigene Mobilität organisieren? Wie geht das mit den „Apps“? Wie finde ich einen Fahrplan und kaufe ein elektronisches Ticket? Wie nutze ich Car- oder Bikesharing und setze dabei geschickt mein Smartphone ein? Die Fachleute erklären gerne, wie Apps installiert und angewendet werden. Und helfen dabei, die eigene Mobilität einfacher, kostengünstiger und individueller zu gestalten. So werden Nerven und Ressourcen geschont!

    Die Mobilitätsberatung findet immer dienstags von 14 bis 18 Uhr statt und ist kostenfrei. Die ExpertInnen des IfV freuen sich darüber, wenn die beratenen BürgerInnen später eine kleine Rückmeldung darüber geben, wie sich ihre Mobilität durch das Angebot verändert hat.

     

    Öffnungszeiten der Ausstellung

    dienstags von 14-18 Uhr (auch Mobilitätsberatung)

    donnerstags von 9-18 Uhr

    sonntags von 11-17 Uhr

    Wo?

    Zukunftsraum für Nachhaltigkeit und Wissenschaft, Rintheimer Straße 46, 76131 Karlsruhe

    Mehr Infos?

    www.vonhier-nachda.org

    Das Projekt „Von hier nach da“ wird gefördert aus Mitteln der Glücksspirale, des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft sowie von der momo Stiftung des BUND und der Deutschen Umwelthilfe.

  31. Was kommt nach dem Wachstum?

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    Derzeit beschäftigen sich in Europa immer mehr Menschen mit der Frage, wie und ob gesellschaftlicher Wohlstand innerhalb einer Wirtschaft ohne Wachstum dauerhaft verwirklicht werden kann. Welche Rolle spielen hierbei Zivilgesellschaft, Politik, Wirtschaft und die Wissenschaft? Auch an den Hochschulen in Karlsruhe wird dazu geforscht.

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    Wirtschaft ohne Wachstum?

    In der politischen Debatte ist Wirtschaftswachstum ein zentrales Element. Es ist sogar im deutschen Grundgesetz verankert: Das „Gesetz zur Förderung der Stabilität und des Wachstums der Wirtschaft“  von 1967 sieht unter anderem ein „angemessenes und stetiges Wirtschaftswachstum“ vor – also ein stetiges Ansteigen der Produktion und des Konsums.

    Diese wachstumsbasierte Wirtschaft verursacht jedoch Umweltverschmutzung und Emissionen, die zur Zerstörung von Lebensräumen führen, die von Mensch, Tier, und Pflanze gebraucht werden. Doch nicht nur diese sind darauf angewiesen, sondern die Verfügbarkeit von Ressourcen aus diesen natürlichen Lebensräumen ist auch für die Wirtschaft notwendig. Vor allem sind die zur Energiegewinnung notwendigen Ressourcen endlich und werden immer knapper.

    Der Club of Rome prognostizierte 1972 in seinem Bericht „Die Grenzen des Wachstums“, dass das Wachstum der Weltwirtschaft aus diesen Gründen zusammenbrechen wird. Und tatsächlich, inzwischen fallen die globalen Wachstumsraten, die sozialen Ungleichheiten nehmen regional und global zu und der Klimawandel beginnt sich zunehmend bemerkbar zu machen. Es ist also an der Zeit, Alternativen zur Wachstumswirtschaft zu entwickeln.

    Wachstumskritik in Wissenschaft und Politik

    Auch in Politik und Wissenschaft kehrt die Kritik am Wachstumsdogma langsam ein. Von 2010 bis 2013 tagte die Enquete-Kommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“ des deutschen Bundestags zu Fragen wie „Was ist eigentlich Wohlstand?“, „Wie hängt Wohlstand mit Wirtschaftswachstum zusammen?“, oder dazu, wie und ob sich Ökologie, soziale Gerechtigkeit, und Wirtschaft(swachstum) vereinen lassen. Vor allem die Postwachstumsbewegung (engl. Degrowth), eine sowohl aktivistische als auch wissenschaftliche Bewegung mit Wurzeln im südeuropäischen Raum, spricht sich gegen Wirtschaftswachtum aus. Darauf basierend wird der Frage nachgegangen, wie ein gutes Leben in einer Postwachstumsgesellschaft beschaffen und möglich ist. Jedoch gibt es – trotz vieler engagierter Gruppen und Einzelpersonen – aus wissenschaftlicher Perspektive noch vergleichsweise wenige Forschungsarbeiten und –ergebnisse rund um den Postwachstumsdiskurs.

    Ein Workshop des ITAS und der Karlshochschule

    Aus diesen Gründen veranstaltete das Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) am KIT gemeinsam mit der Karlshochschule International University am 5. und 6. November den Workshop „Forschungsperspektiven für eine Postwachstumsgesellschaft“. TeilnehmerInnen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen diskutierten zum einen über Konzepte und Theorien einer Postwachstumsgesellschaft im Hinblick auf die thematischen Schwerpunkte Stadt, Technik und Unternehmen. Zum anderen erörterten sie, welche Forschungsperspektiven rund um das Thema Postwachstum es gibt oder geben könnte.

    Wichtige Fragestellungen

    Grundsätzlich muss geklärt werden, was allgemein unter dem Begriff „Wachstum“ und „Wachstumskritik“ zu verstehen ist. So existieren unterschiedliche Arten des Wachstums wie der Anstieg der Produktion, Gewinnsteigerung, die wachsende Anzahl an KonsumentInnen oder die Steigerung des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Des Weiteren ist offen, ob und welche Wachstumsprozesse auch in einer Postwachstumsgesellschaft sinnvoll sind.

    Es gilt ferner abzuschätzen, welche Vorteile ein Wachstumsverzicht für Akteure der Wirtschaft mit sich bringen kann. Was etwa sind Anreize für kleine Unternehmen, klein zu bleiben? Inwiefern sind sie dann überlebensfähig? Und kann man das Wachstum und die Größe von großen Unternehmen verringern, ohne dabei gesamtgesellschaftlich Stellenabbau zu betreiben?

    Auch muss weiter erforscht werden, wie entschieden werden kann, welche Entwicklungsländer noch wieviel wachsen dürfen und welche Industrienationen sich bremsen oder gar schrumpfen müssen. Dass es hierfür eines sorgfältigen ethischen Diskurses bedarf und dies auf politischer Ebene äußerst schwierig ist, zeigen die Klimagipfel der letzten Jahrzehnte.

    Auch die Rolle technischer Innovationen in der Postwachstumsgesellschaft muss noch geklärt werden. So führt etwa das Internet zwar zu großem Wirtschaftswachstum, andererseits bietet es zugleich Chancen zum Wandel: Als Beispiele seien die Begriffe „Open Source“ oder „Open Knowledge“ genannt sowie der digitale Austausch im Internet zwischen Reparatur-Cafés oder FabLabs. Wie viel Technologie man also in welchen Bereichen sinnvoll einsetzt, muss im insgesamt und im Einzelfall erörtert werden.

    Letztlich lohnt sich auch der Blick ins eigene Umfeld: Wo und wie kann ich dazu beitragen, meine Umgebung lebenswerter zu machen und einen Beitrag für ein gutes Leben zu leisten? In dieser Verantwortung sieht sich auch das Quartier Zukunft. Es gilt zu erproben, wie und ob in der Karlsruher Oststadt Elemente einer Postwachstumsgesellschaft hergestellt werden können, wie wir diese lebenswert gestalten können, und ob der Ansatz der Nachhaltigen Entwicklung einen hierfür geeigneten Rahmen bietet.

  32. Teilen und Tauschen – ein Ansatz für mehr Nachhaltigkeit

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    Das Teilen und Tauschen von Gegenständen als alternative Form des Besitzes ist heute in vielen wohlhabenden Gesellschaften längst nicht mehr nur in der „Ökoszene“ zu beobachten. Als Ergebnis eines gewachsenen Bewusstseins für Nachhaltigkeit und den Wert von Ressourcen, wird diesem Phänomen von der Bevölkerung, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft zunehmend Aufmerksamkeit zuteil. Das Quartier Zukunft unterstützt und fördert diese Entwicklung und integriert Teilen und Tauschen, das ‚Sharing‘, im Quartier durch verschiedene Angebote.

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    Teilen und Tauschen nach der Industrialisierung

    Das Teilen und Tauschen ist eine jahrtausendealte Kulturpraxis. Durch den steigenden Wohlstand in westlichen Industrienationen und die ständige Verfügbarkeit von Konsumgütern wurde sie jedoch im Verlauf des 20. Jahrhunderts verdrängt. Immer mehr Menschen wurde es durch industrielle Produktion möglich, die meisten Gegenstände selbst zu besitzen statt sie zu leihen, zu teilen oder zu tauschen. Damit ging einher, dass das Benutzen von gebrauchten Gegenständen zunehmend mit Bedürftigkeit assoziiert wurde, und Teilen und Tauschen verlor für den wohlhabenden Menschen an Bedeutung.

    Teilen und Tauschen als Ansatz für mehr Nachhaltigkeit

    Heute jedoch ist für viele Menschen, die sich auch Neuware leisten könnten, das Nutzen gebrauchter Gegenstände oder das Auftragen von Kleidung keineswegs mehr Zeichen von Bedürftigkeit. Vielmehr kann hierin ein gestiegenes Bewusstsein für Nachhaltigkeit erkannt werden, das zur Entwicklung neuer Praktiken des Sharings führt. Prominente Beispiele sind das Car Sharing oder die gemeinschaftlich nutzbaren Fächerräder der Stadt Karlsruhe, sowie Onlineplattformen, auf denen von Privatleuten gebrauchte Gegenstände verkauft werden.

    Begünstigt wird diese Entwicklung durch den finanziellen Nutzen, den man vom Tauschen, Teilen, Leihen, Mieten oder Weiterverwenden hat. Warum sollte man selbst eine teure Bohrmaschine anschaffen, die während ihrer Lebenszeit durchschnittlich nur 12 Minuten verwendet wird, wenn man diese stattdessen leihen kann? In einem Mehrparteienhaus kann auf diese Weise sogar ein erster Kontakt zu den Nachbarn entstehen, der am Ende nicht nur zu Sharing und Ressourcenschonung, sondern auch zu mehr Gemeinschaftlichkeit führt.

    Wie bei vielen Ansätzen zur Förderung von Nachhaltigkeit, muss man aber auch bei jeder Form des Sharing genau hinschauen, ob dieses wirklich nachhaltig ist. Denn mancherorts hat die ständige Verfügbarkeit von Autos verschiedener Anbieter des Car Sharing dazu geführt, dass bisher zu Fuß oder per Rad zurückgelegte Kilometer stattdessen mit dem Auto gefahren werden. Ein genauer Blick auf die Auswirkungen ist also auch bei Sharingkonzepten notwendig.

    Teilen und Tauschen im Quartier

    Das Quartier Zukunft ist im Sinne der Verwirklichung von Nachhaltigkeit darum bemüht, diese Entwicklung zu fördern. Es bietet deshalb verschiedenen Gruppen und Veranstaltungsformaten einen Raum. Seit Kurzem trifft sich die foodsharing-Ortsgruppe monatlich im Zukunftsraum, um vor dem Wegwerfen gerettete Lebensmittel zu verteilen. Außerdem war die erste Kleidertauschparty in Kooperation mit dem Quartier Zukunft ein voller Erfolg!

    Doch Praktiken des Sharing schonen nicht nur die Umwelt und sparen Geld. Sie eignen sich auch dazu, Wissen und Fähigkeiten zu teilen und tauschen, und dabei die Entstehung von Gemeinschaft zu fördern. Denn wer im FabLab, einer offenen Werkstatt, oder beim ReparaturCafé des Quartier Zukunft tüftelt, lernt dabei auch neue Leute aus dem Quartier kennen. Auch Wissenstransfer und Gemeinschaftsbildung sind wichtige Aspekte von Nachhaltigkeit. Denn diese strebt nicht nur ein umweltverträgliches, sondern auch ein gutes Leben für alle heute und zukünftig lebenden Menschen an.

  33. Ökodorf trifft Quartier Zukunft – Zweiter Workshop

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    Im Rahmen des Kooperationsprojekts „Urbane Resilienz und neue Gemeinschaftlichkeit“ des Quartier Zukunft – Labor Stadt und des Global Ecovillage Network (GEN) findet am 26. November der zweite von drei Workshops statt. Beim gemeinsamen Essen am Mitbring-Buffet wird anhand von Beispielen aus Ökodörfern erörtert, wie die Lebensqualität für alle Oststädterinnen und Oststädter gesteigert werden kann: gemeinschaftliches Miteinander & gegenseitige Unterstützung, Selbstversorgung (Ernährungssicherheit auch in Zukunft), gemeinsames Kochen und Essen in der „Quartiersmensa“, lokale Wirtschaft stärken – dies und mehr: Bausteine für mehr Lebensqualität in der Oststadt? Sie sind herzlich eingeladen, am Workshop teilzunehmen.

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    Was ist ein Ökodorf?
    In den letzten rund 30 Jahren hat sich in Deutschland eine immer größer werdende Bewegung von intentionalen Gemeinschaften entwickelt. Das 1995 gegründete Global Ecovillage Network verbindet heute bereits über 10.000 Gemeinschaften und Gemeinden in über 100 Ländern und ist mittlerweile der weltweit größte Dachverband von Gemeinschaften mit kontinentalen Netzwerken in Europa, Afrika, Lateinamerika, Nordamerika  und Asien/Ozeanien. Ökodörfer verstehen sich als intentionale oder „gewachsene Dorf-, Stadtteil- oder Lebensgemeinschaften, die bewusst durch partizipative Prozesse gestaltet und durch lokale Besitzstrukturen geprägt sind. Die  vier Dimensionen der Nachhaltigkeit (Ökologie, Ökonomie, das Soziale und das Kulturelle) sind in einem ganzheitlichen Ansatz integriert, der es ermöglicht, den ökologischen Fußabdruck drastisch zu senken. Die verschiedenen Gemeinschaften zeichnen sich durch eine große kulturelle, individuelle und soziale Vielfalt aus. Ihr Reichtum an Verschiedenheit ist eine der größten Schätze dieses Netzwerks.
    GEN Nachhaltigkeitsverständnis
    Bild: GEN Nachhaltigkeitsverständnis
     
    Was ist geplant?
    Im Rahmen des vom Umweltbundesamt geförderten Projektes „Urbane Resilienz und neue Gemeinschaftlichkeit“ haben das Quartier Zukunft – Labor Stadt und GEN Europe beschlossen ihr Wissen und ihren Erfahrungsschatz miteinander zu verbinden und eine dreiteilige Veranstaltungsreihe vom Herbst 2015 bis zum Frühjahr 2016 geplant. In dieser Reihe soll gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern aus Karlsruhe einen Erfahrungs- und Austauschraum geschaffen werden und das Wissen und die Erfahrungen für eine enkeltaugliche Zukunft zusammentragen werden.  Alle Interessierten sind zur Teilnahme an den Workshops herzlich eingeladen.

    Entlang der im GEN-Nachhaltigkeitskonzept entwickelten vier Dimensionen der Nachhaltigkeit wird gemeinsam erforscht, welche bereits existierenden nachhaltigen und innovativen Lösungen aus Ökodörfern geeignet sind, um diese in den eigenen Alltag und das eigene Quartier zu übertragen. Den Startpunkt markierte ein Ganztagsworkshop unter der Überschrift „Leben in der Stadt – nachhaltig, sinnerfüllt, vernetzt: Was die Oststadt vom Ökodorf lernen kann“. Dort wurden die vier Säulen vorgestellt, auf denen das Konzept eines Ökodorfes steht, und zahlreiche Praxisbeispiele vorgestellt. Auf dieser Basis wurden dann erste Ideen entwickelt, wie die Oststadt bzw. der eigene Stadtteil aussehen könnte, wenn diese Chancen auch für das eigene Umfeld ergriffen würden: für mich, für meine Familie und Freunde und für mein ganzes Quartier. Im zweiten Workshop am 26. November wird beim gemeinsamen Essen am Mitbring-Buffet – anschließend an die Ideen aus dem ersten Workshop – anhand von Beispielen aus Ökodörfern erörtert, wie die Lebensqualität für alle Oststädterinnen und Oststädter gesteigert werden kann.

    Wann findet der zweite Workshop statt?
    Donnerstag, 26. November 2015,
    ab 17 Uhr: gemeinsames Essen am Mitbringbuffet,
    18 – 21 Uhr: Workshop
     
    Wo findet der Workshop statt?
    Zukunftsraum, Rintheimer Straße 46
     
    Anmeldung
    Zur Teilnahme am Workshop ist eine möglichst frühzeitige vorherige Anmeldung per E-Mail an Karin Ottmar erforderlich. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Für die Teilnahme ist kein Vorwissen erforderlich, ein aktives Einbringen aber ausdrücklich erwünscht. Über Beiträge zum Mitbringbuffet freuen wir uns sehr.
     
    Wie geht es weiter?
    Der dritte Workshop findet im März 2016 statt, der Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.
     
    Weiterführende Links
    www.gen-europe.org
    www.gen-deutschland.org
     
    Diese Projekt wird gefördert von:
     
    Logo BUNBLogo_UBA
  34. Forschungskolloquium Reallabore: Experimentierraum Stadt

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    „Was ist ein Reallabor und vor welchem wissenschaftlichen Hintergrund steht dieses Konzept? Zu dieser spannenden Fragestellung beginnt am Mittwoch, den 28.10.2015 das mehrteilige “Forschungskolloquium Reallabore: Experimentierraum Stadt”. Veranstaltet von der „Karlsruher Schule der Nachhaltigkeit“  und verankert  im Begleitstudium Nachhaltige Entwicklung am ZAK, richtet sich das “Forschungskolloquium im Wintersemester 2015/2016 sowohl an Studierende sowie an WissenschaftlerInnen und interessierte Gäste.“

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    „Reallabore“ sind ein relativ junges Format für praxisnahe Forschung, die sich der Nachhaltigen Entwicklung verschrieben hat. Besonderheit dieser Art der Forschungsorganisation weitab des ‚Elfenbeinturms‘ der Wissenschaft ist Partizipation, also die systematische und offene Beteiligung von BürgerInnen und anderen Akteuren als Betroffene, Wissensträger und Adressaten, in einem längeren Prozess des Co-Design. Ein Reallabor wird vom KIT in der Karlsruher Oststadt betrieben – wir nehmen dies zum Anlass, mit den Organisator/innen, den beteiligten Wissenschaftler/innen und Stakeholdern von Reallaboren, Studierenden  und Interessierten gemeinsam das „Forschungskolloquium Reallabore:  Experimentierraum Stadt“ über diese Forschungsform durchzuführen.

    Dabei wird es schwerpunktmäßig um einen Austausch zu den offenen Fragen der Reallaborforschung gehen, zu dem auch Gäste anderer Reallabore eingeladen werden. An einem Exkursionstag (vor. 25.11.) werden wir die Reallabore in Stuttgart besuchen, um andere Interpretationen des Konzeptes „Reallabor“ kennenzulernen.

    Als Studierende haben Sie Gelegenheit, Einblick in die Mechanismen der Forschungsförderung, Planung und Durchführung transdisziplinärer Forschung zu erhalten. Studienleistungen können durch Protokollieren (2 CP), Lern-Portfolios (3 CP), Hausarbeiten (4 CP) oder kleine Projekte (4 CP) erbracht werden. Das Kolloquium ist verankert  im Begleitstudium Nachhaltige Entwicklung am ZAK.

    Interessierte WissenschaftlerInnen sind ebenfalls herzlich eingeladen teilzunehmen und erhalten eine entsprechende Teilnahmebestätigung.

    Zeit:    Wintersemester 2015/16, Mittwochs, 11.3o Uhr-13.oo Uhr,
    Ort:    „Zukunftsraum“, Rintheimer Str. 46, Karlsruhe 

    Alle Termine des Forschungskolloquium Reallabore: Experimentierraum Stadt im Überblick finden Sie im Word-Dokument unter folgendem Link:

    Forschungskolloquium Reallabore

  35. 7. ReparaturCafé mit Nähworkshop in der Oststadt

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    Es ist wieder soweit! Das siebte ReparaturCafé steht an. Gemeinsam kaputte Gegenstände reparieren, Neues dazu lernen, nette Menschen treffen, Kaffee und Kuchen genießen. All das zeichnet das ReparaturCafé in Karlsruhe aus, am 7. November von 12.00 – 18.00 Uhr bereits zum siebten Mal. Dieses Mal zusätzlich mit einem Workshop: HosenTaschen – aus der alten (Jeans-)Hose wird die neue Einkaufstasche.

    Was, wann und wo?

    Das nächste ReparaturCafé findet am 7. November 2015 in der Zeit von 12:00 bis 18:00 Uhr im Kinder- und Jugendhaus der Oststadt (Rintheimer Str. 47, 76131 Karlsruhe) statt. Das ReparaturCafé in Karlsruhe ist kostenfrei. Geld- und Kuchenspenden sind willkommen! Für eine bessere Planung bitten wir um eine Mail an kuchen@reparaturcafe-karlsruhe.de.

    Dieses Mal wird in der Nähwerkstatt ein Workshop angeboten werden, bei dem gemeinsam aus alten (Jeans-) Hosen schöne und praktische Einkaufstaschen hergestellt werden. Eine Teilnahme ist nur mit vorheriger Anmeldung möglich: hosentaschenworkshop@reparaturcafe-karlsruhe.de

     

    Hinweise

    • Bitte bringen Sie aus Rücksicht auf die Reparateure nur saubere Gegenstände (geputzt/gewaschen) zur Reparatur mit.
    • Bitte bleiben Sie während der Reparatur Ihres Gegenstandes vor Ort und helfen Sie mit, wo Sie können. Das ReparaturCafé möchte Wissen weiter UND reparierte Gegenstände zurückgeben.
    • Bitte bringen Sie entsprechende Ersatzteile mit, wenn Sie bereits wissen, wo der Fehler liegt. Im ReparaturCafé sind diese nur sehr begrenzt vorhanden.
    • Es kann nicht immer alles repariert werden, manche Dinge würden den Zeitrahmen sprengen, anderes ist schlicht nicht möglich. Die Einzelentscheidung liegt bei den Reparateuren.

     

    Neu!

    Das ReparaturCafé Karlsruhe ist ab sofort mit einer eigenen Website vertreten: http://reparaturcafe-karlsruhe.de

    Und auch die Mail Adresse ist neu: info@reparaturcafe-karlsruhe.de

     

    Der Hintergrund

    Wer kennt das nicht – die Lieblingstasse fällt auf den Küchenboden, das Fahrrad hat kein Licht mehr und die Nähmaschine produziert nur noch Fadensalat. In diesem Moment steht man vor der Frage, ob man zum nächstbesten Geschäft fährt, um schnell ein neues Produkt zu kaufen, oder ob man sich die Mühe machen sollte, das alte Produkt zu reparieren – Nur wie?

    In unserem siebten ReparaturCafé in Karlsruhe möchten wir mit Ihnen deshalb nicht nur ein Zeichen gegen das Wegwerfen und den vorschnellen Neukauf von defekten Gegenständen setzen. Es ist auch Hilfe zur Selbsthilfe: Reparateure und die Besitzer der kaputten Gegenstände reparieren gemeinsam. So kann in geselliger Runde bei Kaffee und Kuchen Wissen weitergegeben und beim nächsten Mal ein Radio oder Pullover vielleicht ohne Hilfe repariert werden.

    Beim siebten ReparaturCafé wird es wie gewohnt vier verschiedene Werkstätten geben:

    • Näh-Reparaturwerkstatt
    • Fahrrad-Reparaturwerkstatt
    • Elektronik-Reparaturwerkstatt
    • Holz-, Keramik- und Metall-Reparaturwerkstatt

    Kaffee, Tee, Limonade, Kuchen und Brezeln sorgen für die nötige Energie, Kreativität und Geselligkeit.

     

    Das Quartier Zukunft und das ReparaturCafé Team freuen sich auf Sie!

  36. Kleidertausch für Frauen im Zukunftsraum

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    Was für die Eine alt und langweilig geworden ist, ist für die Andere noch neu und aufregend. Warum also nicht Hemd gegen Hose, Kette gegen Tasche tauschen? Am 24. Oktober von 14.00 – 17.00 Uhr wird deshalb der Zukunftsraum mit der Kleidertauschparty von Christine Bitterwolf in Kooperation mit dem Quartier Zukunft in Modeboutique und Laufsteg verwandelt. Das Quartier Zukunft Team freut sich sehr, in seinem Zukunftsraum erstmals eine Kleidertauschparty beherbergen zu dürfen.

    Das Prinzip: Tauschen statt kaufen!
    Mit der Kleidertauschparty am 24. Oktober möchten wir ein Zeichen gegen den traditionellen Konsum setzen.

    Der Kleiderschrank ist bis an den Rand gefüllt, aber es findet sich darin nichts zum Anziehen? Das Lieblingskleid will einfach nicht mehr so recht passen? Dieses Phänomen kennt wohl fast jede Frau und eine Kleidertauschparty ist genau der richtige Ort für überzählige Kleidungsstücke, Taschen, Schmuck und vieles mehr eine neue Liebhaberin zu finden. So kann im Kleiderschrank Platz für Neues geschaffen und in geselliger Runde die eine oder andere schöne Eroberung gemacht werden.

    Auf Kleidertauschpartys kann man also in Mode schwelgen und mit vollen Tüten nach Hause gehen und dabei gleichzeitig einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit leisten. Denn jedes Kleidungsstück, das nicht entsorgt und durch ein neu gekauftes ersetzt wird, tut Mensch und Natur gut, verbessert die CO2-Bilanz und verhindert das Anwachsen unserer Müllberge.

    Deshalb etablieren sich seit einigen Jahren in Großstädten wie Berlin, Hamburg oder München und nun auch in Karlsruhe Kleidertauschpartys. Und weil das große Interesse den Rahmen eines Wohnzimmers inzwischen sprengt, wird das von Christine Bitterwolf ins Leben gerufene Event nun erstmals im Zukunftsraum des Quartier Zukunft stattfinden.

    So funktioniert es
    Wer Freude an Kleidung, Tauschen und Geselligkeit hat, ist herzlich dazu eingeladen Kleiderschrank, Schmuckkästchen oder Schuhregal auf den Prüfstand zu stellen und alles Überzählige zur Kleidertauschparty mitzubringen – natürlich frisch gewaschen und unbeschädigt. Dort werden alle Schätze in die Mitte gegeben und jede sucht sich die Dinge heraus, die ihr gefallen, und kann sie mitnehmen.

    Damit die Kräfte reichen, um alle Kleidung zu durchstöbern und anzuprobieren, sind auch Knabbereien und alles, was sonst von der Hand gegessen werden kann, willkommen!

    Wenn sich auch Männer angesprochen fühlen: Schreiben Sie uns gerne eine Mail, dann organisieren wir bei ausreichendem Interesse bald auch eine Kleidertauschparty für Männer: sarah.bloesy9@partner.kit.edu

    Wann und wo
    Am 24. Oktober 2015 von 14 bis 18 Uhr im Zukunftsraum für Nachhaltigkeit und Wissenschaft in der Rintheimer Str. 46, 76131 Karlsruhe. Parkplätze, Sitzgelegenheiten und eine Spielecke für Kinder stehen zur Verfügung.

    Die Kleidertauschparty – eine Kooperation des Quartier Zukunft – Labor Stadt mit Christine Bitterwolf. Wir freuen sich auf Sie!

  37. 6. ReparaturCafé in der Oststadt

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    Es ist wieder soweit! Das sechste vom  Quartier Zukunft initiierte ReparaturCafé steht an. Gemeinsam kaputte Gegenstände reparieren, Neues dazu lernen, nette Menschen treffen, Kaffee und Kuchen genießen. All das zeichnet das ReparaturCafé in Karlsruhe aus, am 25. Juli bereits zum sechsten Mal.

    Der Hintergrund

    Wer kennt das nicht – die Lieblingstasse fällt auf den Küchenboden, das Fahrrad macht plötzlich komische Geräusche und der Fadeneinzug der Nähmaschine funktioniert nicht mehr.  In diesem Moment steht man vor der Frage, ob man zum nächstbesten Geschäft fährt, um schnell ein neues Produkt zu kauft, oder ob man sich die Mühe machen sollte, das alte Produkt zu reparieren – hierzu sind Sie herzlich ins ReparaturCafé eingeladen!

    In unserem sechsten ReparaturCafé in Karlsruhe möchten wir mit Ihnen wieder ein Zeichen gegen das Wegwerfen und den vorschnellen, oftmals unnötigen Erwerb neuer Produkte setzen. Dabei ist unser ReparaturCafé mehr als nur das einfache Reparieren von Gegenständen: Es ist Hilfe zur Selbsthilfe. Reparateure und die Besitzer der kaputten Gegenstände reparieren diese gemeinsam. So entsteht gleichzeitig ein Bewusstsein dafür, was es bedeutet Dinge wieder (selbst) zu reparieren und Wissen kann an passender Stelle weiter gegeben werden.

    Beim sechsten ReparaturCafé wird es wie gewohnt vier verschiedene Werkstätten zum Reparieren kaputter Gegenstände geben:

    • Näh-Reparaturwerkstatt
    • Fahrrad-Reparaturwerkstatt
    • Elektronik-Reparaturwerkstatt
    • Holz-, Keramik- und Metall-Reparaturwerkstatt

    Kaffee, Tee, Limonade, Kuchen und Brezeln sorgen für die nötige Energie, Kreativität und Geselligkeit.

    Was, wann und wo?

    Das ReparaturCafé in Karlsruhe ist kostenfrei. Geld- und Kuchenspenden sind willkommen! Das nächste ReparaturCafé findet am 25. Juli 2015 in der Zeit von 12:00 bis 18:00 Uhr im Kinder- und Jugendhaus der Oststadt (Rintheimer Str. 47, 76131 Karlsruhe) statt.

    Hinweise

    • Bitte bringen Sie aus Rücksicht auf die Reparateure nur saubere Gegenstände (geputzt/gewaschen) zur Reparatur mit.
    • Bitte bleiben Sie während der Reparatur Ihres Gegenstandes vor Ort und helfen Sie mit wo Sie können. Das ReparaturCafé möchte Wissen weiter UND reparierte Gegenstände zurück geben.
    • Bitte bringen Sie entsprechende Ersatzteile mit, wenn Sie bereits wissen wo der Fehler liegt. Im ReparaturCafé sind diese nur sehr begrenzt vorhanden.
    • Es kann nicht immer alles repariert werden, manche Dinge würden den Zeitrahmen sprengen, anderes ist schlicht nicht möglich. Die Einzelentscheidung liegt bei den Reparateuren.

    Das Quartier Zukunft Team freut sich auf Sie und ein weiteres schönes Sommer ReparaturCafé!

  38. Mach mit! Plakate in Karlsruhe

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    Zurzeit und bis zum 01. April 2015 sind an vielen Stellen in Karlsruhe farbenfrohe Quartier Zukunft Plakate zu sehen. Sie sollen dazu beitragen, das Quartier Zukunft den Menschen nicht nur im Projektgebiet Karlsruhe-Oststadt, sondern in ganz Karlsruhe und darüber hinaus näher zu bringen. Bis zum 10. April 2015 sind Sie herzlich dazu eingeladen, ihr persönliches Foto von den Mach mit!-Plakaten zur Veröffentlichung auf dieser Website einzuschicken.

    „Mach mit! Gestalte deine, unsere Oststadt.“ heißt es auf den Plakaten. Denn es bedarf vieler kluger Köpfe und fleißiger Hände, damit ein nachhaltiges Stadtleben erwachsen kann.

    Fotografinnen und Fotografen gesucht
    Sie haben eines der Mach mit! Plakate in Karlsruhe entdeckt und fotografiert? Schicken Sie uns bis zum 10. April 2015 Ihr Foto per E-Mail an redaktion@quartierzukunft.de unter Angabe  Ihres Namens, dem Ort und dem Datum der Aufnahme. Ihr Foto wird dann auf dieser Website veröffentlicht.

     

    Die Plakataktion „Mach mit! Gestalte deine, unsere Oststadt.“ wird vom Kulturamt der Stadt Karlsruhe unterstützt.

  39. ReparaturCafé: Beständige und neue Wege

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    Beim fünften ReparaturCafé  im Kinder-und Jugendhaus der Karlsruher Oststadt wurde wieder gehämmert, gelötet, genäht und repariert. Dabei arbeiten die ExpertInnen nicht alleine hinter verschlossenen Türen, sondern gemeinsam mit den BesucherInnen. So konnten nicht nur viele Gegenstände repariert, sondern auch Wissen weitergegeben werden. Der Termin für das nächste ReparaturCafé im Sommer 2015 steht bereits fest. Ein Rück- und Ausblick.

    „Nächstes Mal kann ich das selber machen!“ berichtete ein älterer Herr stolz, dessen Laptop einfach nicht mehr anging. Dass Gegenstände nicht nur Produkte, sondern auch Erinnerungswerte besitzen, merkte man, wenn man sich im Raum umsah. An der einen Ecke wurde ein alter Kassettenrekorder repariert, damit die selbstaufgenommenen Kassetten der Großmutter noch gehört werden können. Und in der anderen Ecke die Lieblingshose genäht.

    Aber auch der Austausch untereinander kam nicht zu kurz. Die Wartezeit wurde durch Kaffee, leckeren Kuchen und geselliges Zusammenkommen verkürzt.

    Das ReparaturCafé setzt erneut ein deutliches Zeichen gegen die Wegwerf-und Konsumgesellschaft. Hilfe zur Selbsthilfe heißt das Prinzip und wird im ReparaturCafé umgesetzt. Denn Wachstum auf allen Ebenen und als höchstes Ziel kann nicht endlos weitergehen. Ein bewussterer und achtsamer Umgang mit den Produkten führt zur Entschleunigung des eigenen Lebens und wirkt unnötigem Produkterwerb entgegen.

    Wissenschaft und das ReparaturCafé

    Inwiefern diese Impulse zu einem achtsameren Leben auch zu mehr Bewusstsein für  Nachhaltigkeit führen, untersucht das Quartier Zukunft in einer Begleitforschung. Dank der Mithilfe von allen BesucherInnen wurden zahlreiche Fragebögen dazu ausgefüllt, die einen wichtigen Bestandteil der Forschung bilden. Wir möchten uns an dieser Stelle sehr herzlich bei allen BesucherInnen bedanken, die an der Umfrage teilgenommen haben.

    In den kommenden Monaten wird es zudem einen Workshop mit den ReparaturCafé Reparateuren und OrganisatorInnen geben. Gemeinsam soll an Fragen zum Hintergrund, der Motivation und der Zukunft des ReparaturCafés gearbeitet werden.

    Wie es weiter geht – Save the Date!

    Am 25. Juli 2015 wird das nächste ReparaturCafé in der Karlsruher Oststadt stattfinden. Dann wird es wieder folgende Werkstätten geben:

    – Näh-Reparaturwerkstatt
    – Fahrrad-Reparaturwerkstatt
    – Elektronik-Reparaturwerkstatt
    – Holz-, Keramik- und Metall-Reparaturwerkstatt

    Wir freuen uns schon, wieder mit Ihnen zu werkeln, zusammenzukommen, gegenseitig Wissen auszutauschen und einen schönen gemeinsamen Tag zu verbringen.

    Neue Kooperation

    Das ReparaturCafé hat es in die Weststadt geschafft! In Kooperation mit dem Quartier Zukunft  findet am 18.04.2015 von 12.00 bis 18.00 Uhr ein ReparaturCafé im (Internationales Begegnungszentrum e.V. (IBZ) statt (Kaiserallee 12d, 76133 Karlsruhe). Bei Interesse und für weitere Informationen schreiben Sie gerne eine E-Mail an reparaturcafe.west@gmail.com.

  40. Ist das kaputt oder kann das weg?

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    Wer kennt das nicht – die Lieblingstasse fällt auf den Küchenboden, das Fahrrad macht plötzlich komische Geräusche und der Fadeneinzug der Nähmaschine funktioniert nicht mehr.  In diesem Moment steht man vor der Frage, ob man zum nächstbesten Geschäft fährt, um schnell ein neues Produkt zu kauft, oder ob man sich die Mühe machen sollte, das alte Produkt zu reparieren.

    Das ReparaturCafé

    „Viele haben weniger Geld und müssen sorgfältiger mit ihren Dingen umgehen. Sie erleben zum ersten Mal, dass Wachstum nicht endlos weitergeht.“ Marine Postma, Gründerin des RepairCafés in den Niederlanden, verbindet mit dem Reparieren auch ein klares politisches Statement: „Wenn du weniger kaufst, wird weniger produziert – und damit werden weniger Rohstoffe und Energie verbraucht. Beides ist natürlich begrenzt, im Gegensatz zur Arbeit. Reparateure wird es immer geben.“ (Quelle: TAZ, 11.02.2012)

    In unserem fünften ReparaturCafé möchten wir mit Ihnen ein Zeichen gegen das Wegwerfen und den vorschnellen, oftmals unnötigen Erwerb neuer Produkte setzen. Dabei ist unser ReparaturCafé mehr als nur das einfache Reparieren von Gegenständen: Es ist Hilfe zur Selbsthilfe. Experten und die Besitzer der kaputten Gegenstände reparieren diese gemeinsam. So entsteht gleichzeitig ein Bewusstsein dafür, was es bedeutet Dinge wieder (selbst) zu reparieren und Wissen kann an passender Stelle weiter gegeben werden.

    In Deutschland gibt es dieses Konzept schon in mehr als 30 Städten seit Marine Postma 2009 das erste RepairCafé ins Leben gerufen hat. Dabei spielen nicht nur Fragen des alltäglichen Gebrauchs und Wiederverwendens eine große Rolle, sondern auch die soziale Komponente, die das ReparaturCafé als Raum für Begegnungen begreift.

    Beim fünften ReparaturCafé wird es wieder vier verschiedene Werkstätten zum Reparieren kaputter Gegenstände geben:

    • Näh-Reparaturwerkstatt
    • Fahrrad-Reparaturwerkstatt
    • Elektronik-Reparaturwerkstatt
    • Holz-, Keramik- und Metall-Reparaturwerkstatt

    Kaffee, Tee, Limonade, Kuchen und Brezeln sorgen für die nötige Energie, Kreativität und Geselligkeit.

    Was, wann und wo?

    Das ReparaturCafé in Karlsruhe ist kostenfrei. Geld- und Kuchenspenden sind willkommen! Das nächste ReparaturCafé findet am 21. Februar 2015 in der Zeit von 12:00 bis 18:00 Uhr im Kinder- und Jugendhaus der Oststadt (Rintheimer Str. 47, 76131 Karlsruhe) statt.

    Hinweise

    • Bitte bringen Sie aus Rücksicht auf die Reparateure nur saubere Gegenstände (geputzt/gewaschen) zur Reparatur mit.
    • Bitte bleiben Sie während der Reparatur Ihres Gegenstandes vor Ort und helfen Sie mit wo Sie können. Das ReparaturCafé möchte Wissen weiter UND reparierte Gegenstände zurück geben.
    • Bitte bringen Sie entsprechende Ersatzteile mit, wenn Sie bereits wissen wo der Fehler liegt. Im ReparaturCafé sind diese nur sehr begrenzt vorhanden.
    • Es kann nicht immer alles repariert werden, manche Dinge würden den Zeitrahmen sprengen, anderes ist schlicht nicht möglich. Die Einzelentscheidung liegt bei den Reparateuren.

    Das Quartier Zukunft Team freut sich auf Sie und ein weiteres schönes ReparaturCafé!

    Weiterführende Links

    Facebook event

  41. Quartier Zukunft begleitet Projekt der Stadt Freiburg

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    Vielfältige Akteure suchen in den Freiburger „Future Labs“ gemeinsam Lösungen für die nachhaltige Entwicklung von Stadtteilen. Das Quartier Zukunft Team berät und begleitet sie wissenschaftlich.

     

    NH Kompass

     

    Basierend auf dem „Freiburger Nachhaltigkeitskompass“ hat sich die Stadt Freiburg das Ziel gesteckt, in den kommenden Jahren Ideen für einen neuen oder bereits bestehenden Stadtteil als „Quartier der Zukunft“ zu entwickeln. Fünf Themenfelder stehen dabei im Mittelpunkt:

    • Soziale Gerechtigkeit
    • Stadtplanung und Stadtentwicklung
    • Verbesserte Mobilität, weniger Verkehr
    • Bildung
    • Klima und Energie

    Akteure aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft des Freiburger Nachhaltigkeitsrates werden von Beginn an am Prozess beteiligt und arbeiten in Future Labs gemeinsam an zukunftsweisenden Herausforderungen für ein Freiburger „Quartier der Zukunft“. Zielkonflikte sollen identifiziert und unterschiedliche Lösungsansätze für ein auf vielen Ebenen nachhaltiges Freiburger Quartier erarbeitet werden. Der Freiburger Nachhaltigkeitskompass – inhaltliche Grundlage und Steuerungsinstrument für das Freiburger Quartier der Zukunft – stützt sich auf die 60 Freiburger Nachhaltigkeitsziele, die der Gemeinderat bereits im Jahr 2009 als bindende Grundlage für eine nachhaltige Stadtentwicklungspolitik beschlossen hat.

    Wissenschaftliche Beratung aus Karlsruhe

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    Um das Projekt zu unterstützen, kooperiert das Quartier Zukunft mit dem Freiburger Projekt „Quartier der Zukunft – der Freiburger Nachhaltigkeitskompass im Labor Stadt“. Das Quartier Zukunft Team begleitet die Stadt Freiburg als wissenschaftlicher Partner und unterstützt dabei die Arbeiten der für das Projekt verantwortlichen Freiburger Stabstelle Nachhaltigkeitsmanagement. Das Quartier Zukunft bringt unter anderem seine theoretischen und praktischen Erfahrungen in den Bereichen Partizipation und Nachhaltigkeitsforschung ein. Konkret werden die „Future Labs“ bei der Konzeption und Umsetzung unterstützt und im Umgang mit auftretenden Zielkonflikten beraten. Weiterhin wird der Freiburger Nachhaltigkeitskompass nach dem am ITAS entwickelten „Integrativen Konzept Nachhaltiger Entwicklung“ evaluiert.

    Download
    Integratives Konzept Nachhaltiger Entwicklung als Leporello [pdf | 3 MB]
     
    Weiterführende Informationen
    Projektbeschreibung auf der Website des ITAS
    Nachhaltigkeitsmanagement der Stadt Freiburg
  42. Land fördert Reallabor zur nachhaltigen Entwicklung der Karlsruher Oststadt

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    Seit Herbst 2013 ist das Team des Quartier Zukunft in der Karlsruher Oststadt aktiv, um die nachhaltige Entwicklung des Stadtquartiers voranzubringen und zu beforschen. Nun fördert das baden-württembergische Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK) das „Reallabor 131 – KIT findet Stadt“, das in das Quartier Zukunft eingebettet ist und die forschenden Aktivitäten in Kooperation mit den beteiligten KIT-Institutionen innerhalb des Quartier Zukunft ausweiten wird. Wissen, Innovation und Stadtentwicklung in einem transdisziplinären Prozess nachhaltiger Entwicklung verknüpft miteinander zu denken und zu bearbeiten ist Ziel und Aufgabe des Reallabors. Das Reallabor 131 wurde unter Federführung des Quartier Zukunft Partners „KIT Zentrum Mensch und Technik“ vom Karlsruher Institut für Technologie beantragt. Förderbeginn ist voraussichtlich Januar 2015.

     

    Das Reallabor 131 im Quartier Zukunft

    Das thematische Spektrum des Reallabor 131: KIT findet Stadt reicht von lebenswerter Mobilität

    und Kreislaufwirtschaft über Sozialraum und Nachbarschaft bis hin zu Klima und Energie, Gesundheit und demographische Entwicklungen. Zentral dabei ist die Initiierung, Umsetzung und Beforschung mehrerer Projekte zur nachhaltigen Quartiersentwicklung, die in Kooperation und partizipativ mit der Stadtgesellschaft identifiziert, umgesetzt und forscherisch begleitet werden sollen. Diese Projekte können aus dem derzeit stattfindenden BürgerForum Nachhaltige Oststadt | Zukunft aus Bürgerhand generiert werden. Kristallisationspunkt des Reallabors wird ein Sustainability Science Shop sein, der nicht nur als Beratungsstelle für nachhaltigkeitsbezogene Fragestellungen, sondern darüber hinaus auch als Kommunikationszentrum, Veranstaltungs- und Arbeitsort für Projektbeteiligte und Forschende dienen soll.

     
    Was ist ein Reallabor?
    Mit einem Reallabor begeben sich Forschende in gesellschaftlich bedeutsame, reale Veränderungsprozesse, beispielsweise bei der Nachhaltigen Entwicklung eines Stadtquartiers wie der Karlsruher Oststadt oder der Einführung neuer Energiesysteme in einer Region.
     
    “Reallabore helfen gesellschaftliche Veränderungsprozesse besser zu verstehen, mitgestalten und in ihren Wirkungen messen zu können. Sie bieten Vernetzungs- und Kooperationsstrukturen zwischen Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und freien Forschungsinstituten sowie zwischen Wirtschaft, Politik, Verwaltung und zivilgesellschaftlichen Akteuren”, so das MWK.
     

    Weiter heißt es in der Pressemitteilung des Wisserschaftsministeriums:

    „Lösungen für wichtige Zukunftsfragen kann die Wissenschaft heute nur noch zusammen mit der Gesellschaft erarbeiten. Mit den Reallaboren ermöglichen wir hierfür eine neue, innovative Form des Wissenstransfers“, erklärte Ministerin Bauer. „Nachhaltige Mobilitätskultur oder nachhaltige Stadtentwicklung sind Themen, die für die gesellschaftliche Veränderung insgesamt von zentraler Bedeutung sind. Das greifen die Reallabore auf und helfen, Veränderungsprozesse im Land besser zu verstehen, mitzugestalten und in ihren Wirkungen messen zu können. Damit können sie kreative Treiber einer Entwicklungsstrategie für das ganze Land werden.“

    In der aktuellen Ausschreibungsrunde des Programms „Stärkung des Beitrags der Wissenschaft für eine nachhaltige Entwicklung“ unterstützt das Land ab 2015 sieben Reallabore an baden-württembergischen Hochschulen mit insgesamt bis zu sieben Millionen Euro.

    Weiterführende Links
    Pressemitteilung des MWK
  43. Vortragsabend Regionale Ernährung in Karlsruhe

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    Wieviel ist uns gute, gesunde Nahrung (nicht) wert? Als im vergangenen Jahr ein Experiment startete wusste niemand, wie es ausgehen würde: Der SWR lud verschiedene Familien ein, sich zweieinhalb Monate nur von Nahrungsmitteln zu ernähren, die aus einem Gebiet von 50 km um ihren Wohnort stammen. Geht das? Wie geht das? Es ging! – Und wie es ging, erzählen uns Carola und Martin Thordsen aus Karlsruhe beim Vortragsabend “Da haben wir den Salat: Regionale Ernährung in Karlsruhe ist möglich!” am 04. November 2014 um 19.00 Uhr im Pizzahaus in der Karlsruher Oststadt. Sie haben mitexperientiert. Sie tun das im Rahmen eines Vortragsabends, der vom Projekt Quartier Zukunft organisiert wird.

    Salat

    Das transdisziplinäre Projekt Quartier Zukunft des KIT hat einen wissenschaftlichen Hintergrund und forscht unter anderem zu Fragen des nachhaltigen Wirtschaftens und Arbeitens; es hat einen Bildungsauftrag zur Förderung nachhaltiger Entwicklung.  Anschließend stellen sie sich Fragen, die es sicher zuhauf geben wird: Warum habt ihr euch das angetan (und wo hattet ihr euren inneren Schweinhund so lange angekettet)? Was hat das mit Wertschätzung von Nahrungsmitteln und insbesondere von Selbstgekochtem zu tun? Hat das Experiment Euer Leben geändert? (Wann) kommt nach der Energiewende die Ernährungswende? Wo habt Ihr welche Lebensmittel eingekauft? usw. … Wenn wir unser Essen selbst anbauen und zubereiten, egal ob im Balkonkasten, Schrebergarten, eigenen Gewächshaus oder Gemüse- und Obstgarten hat das Folgen: Wir wissen besser, woher und in welcher Qualität es kommt; wir sparen Energie durch den Wegfall von Transporten und Verpackungsmaterial; wir schätzen unser Essen allein schon wegen der Zeit, die wir in Herstellung und Zubereitung gesteckt haben (wie einfach ist doch eine Tiefkühlpizza gekauft, wie schnell übrige Reste weggeschmissen!); wir erfahren, dass es regionale Erzeugergemeinschaften gibt, dass regionale Agrarproduktion sogar von nicht börsennotierten Bürgeraktiengesellschaften gestützt wird; und: wir tragen zu einer von unten angeschobenen Wende in Ernährungsfragen bei.

    Der Vortragsabend “Da haben wir den Salat: Regionale Ernährung in Karlsruhe ist möglich!” findet am 04. November 2014 um 19.00 Uhr im Pizzahaus in der Karlsruher Oststadt (Rintheimer Straße 2, 76131 Karlsruhe) statt. Die Teilnahme ist kostenlos, eine vorherige Anmeldung nicht erforderlich.

    Eingeladen sind alle, die:

    • Essen und Nahrungsmittel herstellen
    • Essen verkaufen
    • Essen transportieren
    • schließlich: Essen essen – also ALLE!

    Bis bald also! PS: Wer hätte es gewusst? – Die Oststadt entstand Ende des 19. Jahrhunderts auf dem Gebiet der damaligen markgräflichen Küchengärten!

    Weiterführende Links

    SWR „Der Kommissar im Kühlschrank“

    SWR „Das Ernährungsexperiment mir Andreas Hoppe

  44. ReparaturCafé mit extra ReparierZeit für Kinder & Jugendliche

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    Was macht man mit einem Toaster, der nicht mehr funktioniert? Oder wenn die Gangschaltung des Fahrrads kaputt ist, der Computer spinnt oder der Lieblingspulli gerissen ist? Wegwerfen? Nein. Reparieren! Nach zwei sehr erfolgreichen Karlsruher ReparaturCafés im Kinder- und Jugendhaus in der Oststadt, und einem dritten ReparaturCafé auf Reisen im Jubez findet am 18.10. das nächste ReparaturCafé wieder im Kinder- und Jugendhaus statt, diesmal mit einer extra ReparierZeit für Kinder und Jugendliche.

    ReparierZeit für Kinder & Jugendliche

    Von 11.00 bis 13.00 Uhr öffnet das ReparaturCafé seine Tore speziell für Kinder und Jugendliche. In diesem Zeitraum werden ausschließlich Kinderfahrräder, elektronisches Spielzeug oder solches aus Holz sowie Puppenkleider und ähnliches gemeinsam mit ihren Besitzern repariert. Kinder und Jugendliche haben die Möglichkeit den Reparateuren bei der Reparatur ihres kaputten Gegenstandes über die Schulter zu schauen, selbst Hand anzulegen und so zu lernen wie ein Fahrradreifen geflickt, Holz geleimt oder ein Kopfhörerstecker gelötet wird. Zudem kann in kreativen Upcycle Workshops den Ideen freier Lauf gelassen werden. Ob Vasen aus Tetrapacks oder oder selbstentworfene Monsterpuppen, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. WICHTIG: Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, die etwas reparieren möchten, bringen bitte die von einem Erziehungsberechtigen unterschriebenen AGBs des ReparaturCafés mit.

    Das ReparaturCafé

    Gemeinsam mit Ihnen setzen wir erneut ein Zeichen gegen das Wegwerfen und den vorschnellen, oftmals unnötigen Erwerb neuer Produkte. Alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen, das ReparaturCafé zum Werkeln und austauschen zu nutzen. Beschädigte Haushaltsgegenstände (z.B. Mixer oder Toaster), Kleinmöbel (z.B. Stühle, Regale und Kommoden), Fahrräder, die Lieblingskaffeetasse mit abgebrochenem Henkel, Gartenwerkzeuge, Radios und vieles mehr können Sie selbst reparieren und reparieren lassen. Es wird wieder vier verschiedene Werkstätten geben:

    • Näh-Reparaturwerkstatt
    • Fahrrad-Reparaturwerkstatt
    • Elektronik-Reparaturwerkstatt
    • Holz-, Keramik- und Metall-Reparaturwerkstatt

    Kaffee, Tee, Limonade, Kuchen und Brezeln sorgen für die nötige Energie, Kreativität und Geselligkeit.

    Was, wann und wo?

    Das ReparaturCafé in Karlsruhe ist kostenfrei. Geld- und Kuchenspenden sind willkommen! Das nächste ReparaturCafé findet am 18. Oktober 2014 in der Zeit von 11:00 bis 18:00 Uhr im Kinder- und Jugendhaus der Oststadt, Rintheimer Str. 47, 76131 Karlsruhe, statt. Von 11:00 bis 13:00 Uhr ist die ReparierZeit für Kinder und Jugendliche reserviert.   Das Quartier Zukunft Team freut sich auf Sie und ein weiteres schönes ReparaturCafé!

  45. Was bedeutet Nachhaltigkeit eigentlich?

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    Egal ob Seife, Finanzprodukte oder im Zuge politischer Talkshowdebatten – überall stößt man auf den Begriff der „Nachhaltigkeit“. Doch was bedeutet Nachhaltigkeit eigentlich? Oftmals wird der Begriff verkürzt schlicht mit „dauerhaft“ übersetzt – mit fatalen Folgen: So könnte man beispielsweise argumentieren, dass die Verschmutzung der Weltmeere durch Plastikmüll eine besonders nachhaltige Verunreinigung ist, da Einkaufstüten und Einweggeschirr nur sehr langsam abgebaut werden. Auch die Gleichsetzung mit „umweltfreundlich“ greift zu kurz, da insbesondere soziale Aspekte wie Bildung und Zusammenleben gänzlich ausgeklammert würden. Eine Möglichkeit den Begriff der Nachhaltigkeit in ganzheitlicher Art und Weise zu greifen, bietet das „Integrative Konzept Nachhaltiger Entwicklung“.

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    Es lohnt sich einen Blick in die Geschichte zu werfen. Der Grundgedanke der Nachhaltigkeit ist älter als man vermuten könnte. Bereits im Jahr 1713 forderte der deutsche Kammer- und Bergrat Hans Carl von Carlowitz, dass der Wald „nachhaltend“ bewirtschaftet wird, das heißt nicht mehr Holz im Laufe eines Jahres geschlagen werden sollte, als nachwächst. Ihm ging es darum, von den Erträgen der Natur zu leben und nicht von deren Substanz. Dieser Gedanke spiegelte sich auch rund 250 Jahre später in der 1972 veröffentlichten Studie „Die Grenzen des Wachstums“ wieder.  Die Studie wurde vom Club of Rome in Auftrag gegeben und zeigt unterschiedliche Entwicklungsszenarien für die gesamte Menschheit auf, mit dem Ergebnis, dass aufgrund knapper Ressourcen und einer begrenzten Belastbarkeit der Umwelt ein „Weiter so wie bisher“ in die Katastrophe führen würde.

    1983 wagten sich die Vereinten Nationen an die Frage heran, welche Bedingungen für eine Nachhaltige Entwicklung erfüllt sein müssten. Eine Begriffsdefinition, die bis heute weitgehend verwendet wird, findet sich hierzu im sogenannten Brundtland-Bericht „Unsere gemeinsame Zukunft“ wieder: Eine Nachhaltige Entwicklung ist demnach realisiert, wenn sie „die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können“. Aufbauend auf den Ergebnissen der Brundtland-Kommission fand im Jahre 1992 der sogenannte UN-Gipfel von Rio statt. Hieraus entstanden unter anderem die verschiedenen „lokalen Agenda 21“-Gruppen, welche es sich zur Aufgabe gemacht haben, Nachhaltige Entwicklung auf lokaler Ebene gemäß der Prämisse: „Global denken, lokal handeln“ umzusetzen.

    Wenn man derzeit von Nachhaltigkeit spricht, so ist der Anlass oft ein mögliches Unheil, das weite Teile der Menschheit bedroht, sofern nicht die dafür notwendigen Gegenmaßnahmen getroffen werden: Seien es nun die sozialen und wirtschaftlichen Folgen des Klimawandels oder fortschreitender Armut, Kriege um Rohstoffe, Flüchtlingsströme oder desaströse Unfälle in Kernkraftwerken. Natürlich müssen diese Gefahren berücksichtigt und angegangen werden, doch der Weg einer Nachhaltigen Entwicklung kann vielseitiger sein, als „Verzicht und Krise“. Wie wäre es dabei beispielsweise mit „Freude statt Sorge“, mit „Lust statt Pflicht“ oder „Wollen statt Sollen“? Haben wir nicht alle mehr Freude daran, in einem sauberen und unbelasteten See zu baden anstatt durch einen ‚Mülltümpel‘ zu waten? Es geht also um eine Verbesserung des menschlichen Lebens insgesamt – auch und gerade für kommende Generationen. Nachhaltige Entwicklung heißt dabei auf eine kurze Formel gebracht: „heute gut zu leben und dabei die Mitwelt, Umwelt und Nachwelt zu achten.“

    Im „Integrativen Konzept nachhaltiger Entwicklung“ der Helmholtz-Gemeinschaft wurden im Jahre 2001 Nachhaltigkeitsregeln aufgestellt, die Orientierung bieten, wie Nachhaltigkeit ausgestaltet werden kann. Das „Integrative Konzept“ schließt sowohl die heutigen als auch die kommenden Generationen ein und berücksichtigt die weltweite und lokale Perspektive. Hauptziele sind, die menschliche Existenz und Grundversorgung aller Menschen zu sichern, sowie die Handlungs- und Entwicklungsmöglichkeiten zu bewahren. Dabei muss selbstverständlich jede Gesellschaft für sich selbst entscheiden, wie sie Nachhaltige Entwicklung konkret ausbuchstabiert.

    Die Nachhaltigkeitsregeln des Integrativen Konzepts im Überblick:

    1. Die menschliche Existenz sichern
    1.1 Menschliche Gesundheit schützen
    1.2 Grundversorgung sichern
    1.3 Selbständige Existenzsicherung
    1.4 Gleiche Möglichkeiten der Nutzung der Umwelt für alle Menschen
    1.5 Übersteigerte Einkommens- und Vermögensunterschiede ausgleichen

    2. Die Fähigkeit der Gesellschaft erhalten, Produkte herzustellen oder Dienstleistungen bereitzustellen
    2.1 Erneuerbare Rohstoffe und Energiequellen nachhaltig nutzen
    2.2 Nicht erneuerbare Rohstoffe und Energiequellen nachhaltig nutzen
    2.3 Umwelt nutzen, ohne ihrer Aufnahmefähigkeit für schädliche Stoffe und Abwärme zu schaden
    2.4 Unvertretbare technische Risiken vermeiden
    2.5 Sachwerte sowie Fähigkeiten und Wissen nachhaltig entwickeln

    3. Die Entwicklungs- und Handlungsmöglichkeiten bewahren
    3.1 Chancengleichheit bei Bildung, Beruf, Ämtern und Information ermöglichen
    3.2 An gesellschaftlichen Entscheidungsvorgängen mitwirken können
    3.3 Kulturelles Erbe und kulturelle Vielfalt erhalten
    3.4 Natur und Landschaft als Kulturgüter erhalten
    3.5 Sozialen Zusammenhalt in der Gesellschaft bewahren

    Im Quartier Zukunft soll „Nachhaltigkeit“ im Sinne des Integrativen Konzepts umgesetzt werden. Eine anschauliche Kurzfassung des Konzepts mit dem Titel „Wie Nachhaltigkeit möglich ist“ finden Sie unten stehend zum Download.

    Download

    Wie Nachhaltigkeit möglich ist [pdf – 3 MB]

    What makes sustainability possible [pdf]

    Weiterführende Links

    Bundtland-Bericht (englisch)

     

  46. Nachhaltigkeitstage 2014 im Quartier Zukunft

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    Zusammen Stadtleben gestalten – gemeinsam Nachhaltigkeit leben. In diesem Licht verbrachte das Quartier Zukunft die Nachhaltigkeitstage Baden-Württemberg 2014 in der Karlsruher Oststadt.

    Weitere Impressionen finden Sie in der Galerie. Gleich drei Veranstaltungen trugen dazu bei, den Stadtraum am 12. Juli 2014 ein Stück nachhaltiger zu gestalten und das Thema ins Bewusstsein zu rufen: Kurzerhand wurden Bürgersteige, Höfe und Parkplätze der Oststadt zu einem Freiluftwohnzimmer umfunktioniert. Gleichzeitig fand zum dritten Mal das ReparaturCafé in Karlsruhe statt, in dem Altes bei Tüfteln, Kaffee und Kuchen wieder zu Neuem gemacht werden konnte. Zu guter Letzt bildete der Quartier Zukunft OpenAir Stammtisch den geselligen Abschluss der Nachhaltigkeitstage Baden-Württemberg 2014.

    Freiluftwohnzimmer: Stadtraum vor der Haustüre erobern

    Zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner der Oststadt begaben sich am 12. Juli nach draußen. Vor ihrer Haustür stellten sie Tische, Stühle, Bänke auf und eroberten an diesem Nachmittag den Stadtraum. Der Gehweg vor dem Mehrfamilienhaus wurde so zum Freiluftwohnzimmer, wo bei Kaffee und Kuchen zwischen unterschiedlichen Generationen vielfältige Kontakte geknüpft worden sind. Der Parkplatz vor der Studenten-WG verwandelte sich zum Tischtennistreffpunkt, wo flinke Ballwechsel klapperten. Eine Freiluftwohnzimmer-Bibliothek brachte eine besondere Atmosphäre für die Nachbarschaft. Ganz nebenbei konnten alle Besucher und Gestalter der Freiluftwohnzimmer ein wenig Ruhe im oftmals stressigen Alltag finden. Als Initiator der Aktion war auch das Quartier Zukunft Team in der Oststadt unterwegs: Mit dem zum mobilen Freiluftwohnzimmer umfunktionierten Quartier Zukunft Mobil wurden die Freiluftwohnzimmer im Quartier besucht und bunte Schleifen als Erkennungszeichen für die Aktion verteilt. Stadtleben kann spürbar und fruchtbar werden durch Zusammenhalt der dort lebenden und arbeitenden Menschen. Dies setzt ein gegenseitiges Kennen, Kennenlernen und Verständigen untereinander voraus. Mit der Aktion Freiluftwohnzimmer, die von vielen Engagierten getragen wurde, konnte in der Oststadt ein Beitrag dazu geleistet werden.

    ReparaturCafé in Karlsruhe: Nachhaltigkeit auf Reisen in Karlsruhe

    Das mittlerweile in der Oststadt etablierte ReparaturCafé war am 12. Juli auf Reisen. So wurde diesmal mit vielen Engagierten im Jubez am Kronenplatz getüftelt. Kostenlos wurden dort Wissen, Technik und Handwerksfähigkeiten freiwilliger Experten zur Verfügung gestellt, um beschädigte Gebrauchsgegenstände der Besucher zu reparieren. Bei Kaffee und Kuchen konnten Reparaturen bestaunt und selbst zur Werkzeugkiste gegriffen werden. Wir freuen uns, dass viele Engagierte und Besucher das Angebot des ReparaturCafés mittlerweile regelmäßig nutzen und wiederkommen, was auf den großen Bedarf und die Freude am gemeinsamen Reparieren und Lernen hinweist. Darüber hinaus haben wir zufrieden festgestellt, dass mehr als die Hälfte der mitgebrachten Gegenstände durch die ehrenamtlichen Helfer zusammen mit den Besuchern repariert werden konnten. Mit dem ReparaturCafé auf Reisen konnte sich der Gedanke der Wiederverwertung und Erhaltung weiterverbreiten, bevor das vierte ReparaturCafé am 18. Oktober 2014 vorerst wieder ins Kinder- und Jugendhaus in der Oststadt zurückkehrt.

    Quartier Zukunft Stammtisch: Vernetzen und Austauschen unter freiem Himmel

    Ihren Ausklang fanden die Nachhaltigkeitstage Baden-Württemberg 2014 im Quartier Zukunft mit dem Quartier Zukunft OpenAir Stammtisch in der Humboldtstraße. Mitglieder des Projektteams sowie Interessierte und Aktive kamen zusammen, um sich kennen zu lernen und sich über das Projekt Quartier Zukunft und nachhaltiges Stadtleben auszutauschen. Wir freuten uns über bekannte und viele neue Gesichter und das Engagement aller Teilnehmenden. Wie immer ist der nächste Stammtisch für jeden offen und findet am 24. September 2014 statt. Wir nutzen noch einmal die warmen Sommerwochen und veranstalten den Quartier Zukunft Stammtisch auch im September OpenAir. Wir laden alle Interessierten hierzu herzlich ein. Das Team des Quartier Zukunft dankt allen Engagierten für einen gelungenen Samstag während der Nachhaltigkeitstage Baden-Württemberg 2014. Sie haben mit Ihrer Geselligkeit und Offenheit die öffentlichen Räume der Oststadt zu lebendigeren und kommunikativen Orten gemacht.

  47. Einladung zum Freiluftwohnzimmer

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    Mal vom Alltag ausruhen, mit den Nachbarn ins Gespräch kommen und das Leben vor der Haustüre entdecken: Beleben Sie den öffentlichen Raum vor Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus mit einem Freiluftwohnzimmer, also einem Stuhl, einem Tisch oder einer Sitzgruppe, das Sie ganz individuell gestalten können. Es ist Zeit für eine Pause! Die Aktion Freiluftwohnzimmer findet am 12.7.2014 in den Straßen und auf den Plätzen der Karlsruher Oststadt statt.

    Ihr Freiluftwohnzimmer

    Das Quartier Zukunft lädt alle BürgerInnen der Oststadt ebenso wie weitere Engagierte und Interessierte ein, am Nachmittag des 12. Juli 2014 ein Freiluftwohnzimmer im Stadtraum einzurichten. Stellen Sie Stühle und Tische vor Ihre Haustüre, gestalten Sie eine kleine Sitzgruppe, trinken Sie Kaffee mit Freunden, reden Sie mit Ihren Nachbarn und lernen diese (besser) kennen oder laden Sie Passanten ein, ein paar Minuten bei Ihnen zu verweilen. Lassen Sie die Seele baumeln.

    Entschleunigung, Neue gelebte Nachbarschaften, Belebung des öffentlichen Raums

    Kennen Sie Ihre Nachbarn? Wissen Sie wer in der Wohnung über Ihnen oder im Nebenhaus wohnt? Vieles ist heutzutage in der Stadt sehr anonym geworden. Darüber hinaus: Viel zu oft hastet man im Alltag von Termin zu Termin. Oder man ist in der Stadt unterwegs und kann weit und breit keine Sitzgelegenheit zum Ausruhen entdecken. Es ist Zeit für eine Pause – von der Hektik und Schnelllebigkeit unseres Alltags. Gönnen Sie sich und Ihren Mitmenschen etwas Zeit zum Durchatmen, Innehalten und Kraft schöpfen.

    Mit der Aktion Freiluftwohnzimmer möchte das Quartier Zukunft auf die Themen Entschleunigung, Neue gelebte Nachbarschaften und Lebenswerte öffentliche Räume aufmerksam und in der Oststadt sichtbar und erlebbar machen. Wir möchten dazu anregen, Nachbarschaften wieder aufleben zu lassen und die persönliche Kommunikation zu fördern. Denn wenn sich Nachbarn kennen und gegenseitig unterstützen, kann das eine große Bereicherung sein: im Alltag, wenn man grade keine Zwiebeln im Haus hat, wenn die Kinder mal eine halbe Stunde gehütet sein müssen oder weil das Kaffeetrinken alleine einfach weniger Spaß macht. Neben einer Stärkung des Gemeinsinns und Gemeinwohls werden so letztlich auch Ressourcen geschont.

    Öffentliche Räume in unseren Städten erleben seit einigen Jahren eine neue Aufmerksamkeit, werden dennoch nur bedingt als Aufenthaltsort und Lebensraum wahrgenommen und genutzt. Vielfach dienen sie nur als zu überwindende Wegstrecke. Dabei bieten sie großes Potential für gemeinschaftliches Zusammenkommen und ein aktives Leben. Nutzen Sie den Stadtraum vor Ihrer Haustüre, beleben Sie ihn und machen ihn so ein Stück lebenswerter.

    Wann und Wo?

    Die Aktion Freiluftwohnzimmer findet am Samstag, den 12.07.2014 ab 14.00 Uhr vor Ihrer Haustüre in den Straßen und auf den Plätzen der Karlsruher Oststadt statt. Das Quartier Zukunft Team wird am Freiluftwohnzimmer-Nachmittag in der Oststadt unterwegs sein, Sie in Ihren Freiluftwohnzimmern besuchen und zur Kennzeichnung der Sitzgruppen kostenfrei farbige Schleifen verteilt. Diese können Sie an Ihren Stühlen befestigen und damit für mehr Aufmerksamkeit sorgen. Alternativ können die Schleifen auch ab dem 03.07.2014 im Café GOLD in der Oststadt abgeholt werden (Ludwig-Wilhelm-Straße 12, 76131 Karlsruhe).

    Freiluftwohnzimmer verorten

    Wenn Sie Ihr Freiluftwohnzimmer bereits fest eingeplant haben, können Sie dieses gerne in die unten stehende Übersichtskarte eintragen. So können Sie sicher gehen, dass interessierte Besucher Ihr Freiluftwohnzimmer in der Oststadt finden.

    So funktionert es:  Klicken Sie auf die obrige Karte. Wenn Sie einen Google-Account haben, melden Sie sich mit Ihren Zugangsdaten an. Wenn Sie noch keinen Google-Account haben, dauert das Anmelden nur einige wenige Minuten. Sie können dazu auch Ihre E-Mail-Adresse nutzen, die nicht von Google ist. Klicken Sie auf „bearbeiten“ und nutzen Sie das Pin-Tool und platzieren Sie die Markierung dort, wo Sie planen, Ihr Freiluftwohnzimmer aufzubauen. Sie können Ihrer Markierung einen Titel geben. Dieser kann z.B. „Freiluftwohnzimmer“ lauten oder sich nach dem Motto Ihres individuellen Freiluftwohnzimmers richten. Speichern!

    Wenn Sie den Eintrag nicht selber machen möchten, schreiben Sie eine E-Mail an Alexandra Quint, die den Eintrag gerne für Sie übernimmt.

    Bitte beachten Sie

    In Absprache mit dem Ordnungsamt gilt: Bitte achten Sie darauf, Verkehrsteilnehmer (z.B. Fußgänger, Rollstuhlfahrer, Kinderwägen, Autofahrer) nicht zu beeinträchtigen und achten Sie auf Ihre Sicherheit. Wir bitten Sie darum, den Ort Ihres Freiluftwohnzimmers am Ende des Tages wieder so zu verlassen, wie Sie ihn vorgefunden haben – oder schöner.

    Weiterführende Informationen

    Flyer zur Aktion

    Facebook Event

    Nachhaltig handeln – die offizielle Website der N!Tage Baden-Württembergs 

    Nachhaltigkeitstage Baden-Württemberg beim KIT Zukunftscampus

  48. Einladung zum OpenAir Stammtisch

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    Erneut findet am 12. Juli 2014 der Quartier Zukunft Stammtisch in der Oststadt von Karlsruhe statt. Der Quartier Zukunft Stammtisch ist ein offener Treffpunkt zur Information, zum Austausch und zur Vernetzung für Interessierte und Aktive rund um das Quartier Zukunft. Der Juli-Stammtisch ist ein besonderer: Anlässlich der Nachhaltigkeitstage Baden-Württemberg 2014 wird er als OpenAir Stammtisch draußen veranstaltet – und zwar im Spielplatzbereich der Humboldtstraße, Karlsruhe-Oststadt. Seien Sie herzlich eingeladen!

    Der Quartier Zukunft Stammtisch

    Der Quartier Zukunft Stammtisch

    Der Stammtisch dieses Mal OpenAir

    Im Rahmen der Nachhaltigkeitstage Baden-Württemberg findet der Quartier Zukunft Stammtisch am 12. Juli um 19 Uhr im Spielplatzbereich der Humboldtstraße statt, dieses Mal OpenAir.

    Alle sind herzlich eingeladen einen Stuhl, etwas zu Essen und zu Trinken sowie ein Gedeck für sich mitzubringen, wir möchten gemeinsam picknicken und uns mit Ihnen austauschen.

    Was beim Quartier Zukunft Stammtisch passiert

    Interessierte und Aktive kommen beim Quartier Zukunft Stammtisch mit Mitgliedern des Projektteams zusammen, können Fragen stellen, Erfahrungen und Neuigkeiten austauschen und sich vernetzen. Sie erfahren, welche aktiven Projekte oder Projektideen es bereits gibt und wie die aktuellen Ständ der Projektentwicklung sind. Sie lernen die Gesichter dahinter kennen und können neue Ideen für die Stadt der Zukunft im eigenen Stadtquartier schmieden. Fragen rund um das Quartier Zukunft werden gerne beantwortet, Probleme oder Hindernisse und eventuelle Lösungsmöglichkeiten diskutiert. Das Quartier Zukunft lebt von Ihrem Mitgestalten.

    Das Quartier Zukunft Team freut sich immer über neue Mitstreiter, die Interesse daran haben, sich für eine nachhaltige Stadtentwicklung einzusetzen und das Leben in der Oststadt zukunftsweisend mitzugestalten. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Quartier Zukunft Stammtisch findet regelmäßig im Rhythmus von 2 Monaten statt.

    Das Quartier Zukunft Team freut sich auf Ihr Kommen!

  49. Das ReparaturCafé auf Reisen

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    Was macht man mit einem Toaster, der nicht mehr funktioniert? Oder wenn die Gangschaltung des Fahrrads kaputt ist, der Computer spinnt oder der Lieblingspulli gerissen ist? Wegwerfen? Nein. Reparieren! Nach zwei sehr erfolgreichen Karlsruher ReparaturCafés im Kinder- und Jugendhaus in der Oststadt, geht das dritte ReparaturCafé auf Reisen und findet am 12. Juli 2014 im Jubez in der Karlsruher Innenstadt statt.

    Auf Reisen

    Das ReparaturCafé geht auf Reisen! Auch BewohnerInnen außerhalb der Karlsruher Oststadt nahmen beim ersten und zweiten ReparaturCafé teil und ließen sich inspirieren. Dem Wunsch, den Reparier-Gedanken in andere Stadtteile weiter zu tragen und noch mehr Menschen davon zu begeistern, beschädigte Dinge in gemeinschaftlicher und entspannter Atmosphäre zu reparieren, geht das Quartier Zukunft gerne nach. Denn die Streuung nachhaltiger Lebensweisen über das Projektgebiet Karlsruhe Oststadt hinaus, stellt eines der Ziele des Projektes dar. Das vierte ReparaturCafé in Karlsruhe wird dann wieder in der Kalsruher Oststadt stattfinden.

    Das ReparaturCafé

    Gemeinsam mit Ihnen setzen wir erneut ein Zeichen gegen das Wegwerfen und den vorschnellen, oftmals unnötigen Erwerb neuer Produkte. Alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen, das ReparaturCafé zum Werkeln und austauschen zu nutzen.

    Beschädigte Haushaltsgegenstände (z.B. Mixer oder Toaster), Kleinmöbel (z.B. Stühle, Regale und Kommoden), Fahrräder, die Lieblingskaffeetasse mit abgebrochenem Henkel, Gartenwerkzeuge, Radios und vieles mehr können Sie selbst reparieren und reparieren lassen. Es wird wieder vier verschiedene Werkstätten geben:

    • Näh-Reparaturwerkstatt
    • Fahrrad-Reparaturwerkstatt
    • Elektronik-Reparaturwerkstatt
    • Holz-, Keramik- und Metall-Reparaturwerkstatt

    Kaffee, Tee und Kuchen sorgen für die nötige Energie, Kreativität und Geselligkeit.

    Was, wann und wo

    Das ReparaturCafé in Karlsruhe ist kostenfrei. Geld- und Sachspenden sind willkommen! Das ReparaturCafé findet am 12. Juli 2014 in der Zeit von 12:00 bis 18:00 Uhr im Jubez, Kronenstraße 1, 76133 Karlsruhe, in der Innenstadt-Ost, statt.

  50. Dokumentation zweites ReparaturCafé in Karlsruhe

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    Zufriedene Gesichter verlassen die Veranstaltung. Zum zweiten Mal organisierte das Quartier Zukunft – Labor Stadt in Kooperation mit Karlsruher Initiativen und Freiwilligen das ReparaturCafé in Karlsruhe. Nicht nur diejenigen, die beim Reparieren ihrer beschädigten Gegenstände Hilfe und Unterstützung bekamen, sondern auch die Expertinnen und Experten selbst hatten sichtlich Freude am gemeinsamen Reparieren.

    Weitere Impressionen zur Veranstaltung finden Sie in der Galerie. Nach dem großen Erfolg des ersten ReparaturCafés in Karlsruhe im November 2013, fand nun das zweite ReparaturCafé in der Karlsruher Oststadt statt. Auch dieses Mal stellten die Expertinnen und Experten in den vier Werkstätten, nämlich der Näh-Reparaturwerkstatt, der Fahrrad-Reparaturwerkstatt, der Elektronik-Reparaturwerkstatt und der Holz-, Keramik- und Metall-Reparaturwerkstatt ihre handwerkliche Hilfe zur Verfügung. Hier konnten beschädigte Haushaltsgegenstände wie z.B. Kaffemaschinen, Stabmixer oder Staubsauger, aber auch Fahrräder, eine Fotokamera, Kinderhosen, eine Schatulle mit gebrochenem Deckel, DVD-Player, eine Bohrmaschine, Lampen und vieles mehr repariert werden. Insgesamt wurden über 60 Gegenstände abgegeben, die meisten davon erfolgreich wieder einsatzfähig und brauchbar gemacht. Ein Eintrag im Gästebuch fasst die Begeisterung über das ReparaturCafé zusammen: „Jawoll! Hier wird das richtige Denken kultiviert: nach vorne, in die Zukunft! Bitte weitermachen!“

    Modellcharakter

    Gemeinsam mit den freiwilligen Experten und den Initiativen setzte das Quartier Zukunft mit dem ReparaturCafé ein Zeichen gegen das Wegwerfen und den vorschnellen, oftmals unnötigen Erwerb neuer Produkte. Der Erfolg des ersten ReparaturCafés spricht sich zunehmend herum. Weil sie sich vorstellen können, eine ähnliche Veranstaltung in ihrem Stadtgebiet zu organisieren, nahmen Vertreter aus weiteren Karlsruher Stadtteilen und anderer Städte beim zweiten ReparaturCafé teil und ließen sich inspirieren. Das Quartier Zukunft freut sich sehr über dieses Vorhaben, denn die Streuung nachhaltiger Lebensweisen auch über das eigene Stadtgebiet hinaus, stellt eines der Ziele des Projektes dar.

    Das Quartier Zukunft bedankt sich

    Das beispiellose Engagement der freiwilligen Helferinnen und Helfer führte auch das zweite ReparaturCafé zu seinem Erfolg. Besonders bedanken möchte sich das Quartier Zukunft bei den Mitgliedern der Gruppen KonsumGlobal Karlsruhe, FabLab Karlsruhe, Gemeinwohl-Ökonomie Karlsruhe, Transition Town Karlsruhe – Karlsruhe im Wandel, bei dem Karlsruher Fahrradhändler Madame Vélo, aber auch bei allen Privatpersonen, die ihre handwerkliche Expertise im ReparaturCafé zur Verfügung stellten. Ebenso bedanken möchte sich das Quartier Zukunft-Team beim Kinder- und Jugendhaus Oststadt, das schon zum zweiten Mal durch seine Hilfsbereitschaft und Offenheit begeisterte.

    Weiterführende Informationen

    Der Termin für das dritte ReparaturCafé in Karlsruhe steht schon fest. Es geht auf Reisen und findet am 12. Juli 2014 im Jubez, Kronenstraße 1 statt. Es wird damit zu Gast in der Karlsruher Innenstadt sein.

  51. Quartier Zukunft als UN-Dekade-Projekt ausgezeichnet

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    Die Freude ist groß. Das Quartier Zukunft – Labor Stadt ist von der Deutschen UNESCO-Kommission als Projekt der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet worden. Die Auszeichnung erhalten Initiativen, die das Anliegen der weltweiten Bildungsoffensive der Vereinten Nationen vorbildlich umsetzen: Sie vermitteln Kindern und Erwachsenen nachhaltiges Denken und Handeln.

    „Quartier Zukunft – Labor Stadt zeigt eindrucksvoll, wie zukunftsfähige Bildung aussehen kann. Das Votum der Jury würdigt das Projekt, weil es verständlich vermittelt, wie Menschen nachhaltig handeln“, so Prof. Dr. Gerhard de Haan, Vorsitzender des Nationalkomitees und der Jury der UN-Dekade in Deutschland. Die Deutsche UNESCO-Kommission hat in Deutschland bereits über 1.800 Projekte ausgezeichnet: In Schülerfirmen etwa lernen Kinder, ökonomisch sinnvoll wie umweltverträglich und sozial gerecht zu handeln. Kindergärten und Schulen richten ihr Konzept an den Prinzipien der Bildung für nachhaltige Entwicklung aus, bauen Solaranlagen oder engagieren sich für fairen Handel. Außerschulische Träger organisieren Bildungsangebote rund um das Thema nachhaltige Entwicklung. Dies sind nur einige von vielen Beispielen.

    UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (2005-2014)

    Nachhaltige Entwicklung funktioniert nur, wenn sich jeder für eine menschenwürdige Gesellschaft einsetzt. Die notwendigen Fähigkeiten dazu vermittelt Bildung für nachhaltige Entwicklung, kurz BNE. Mit der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (2005-2014) haben sich die Staaten der Vereinten Nationen verpflichtet, diese Art des Lernens in ihren Bildungssystemen zu verankern. Auf Grundlage eines einstimmigen Bundestagsbeschlusses koordiniert die Deutsche UNESCO-Kommission die deutschen Aktivitäten zur UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Sie hat ein Nationalkomitee berufen und mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung eine Dekade-Koordinierungsstelle eingerichtet.

    Anforderungen an Dekade-Projekte

    Eine Jury aus Experten entscheidet über die Auszeichnung der Bildungsprojekte. Voraussetzung ist die Ausrichtung der Arbeit an den Grundsätzen der Bildung für nachhaltige Entwicklung. So müssen Wissen und Kompetenzen aus den drei Nachhaltigkeits-Dimensionen Wirtschaft, Soziales und Umwelt vermittelt werden. Außerdem ist wichtig: Die Projekte haben einen innovativen Charakter, wirken in die Breite und bemühen sich um die Zusammenarbeit mit anderen Projekten.

    Quartier Zukunft dankt

    Wir freuen uns außerordentlich über die Anerkennung unserer Arbeit, die uns von der Deutschen UNSECO-Kommission mit der Auszeichnung als UN-Dekade-Projekt entgegengebracht wird und bedanken uns herzlich bei der Jury. Die Auszeichnung bedeutet nicht nur Anerkennung des bisher Geleisteten. Sie ist gleichzeitig auch Ansporn für die weitere Arbeit in der Entwicklung des Quartier Zukunft – Labor Stadt. Ein besonderer Danke gilt allen Unterstützerinnen und Unterstützern, die das Quartier Zukunft – Labor Stadt mit ihrem Engagement mittragen, lebendig und erfolgreich machen.

  52. Einladung: Zweites & drittes ReparaturCafé in Karlsruhe

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    Was macht man mit einem Toaster, der nicht mehr funktioniert? Oder wenn die Gangschaltung des Fahrrads kaputt ist, der Computer spinnt oder der Lieblingspulli gerissen ist? Wegwerfen? Nein. Reparieren! Den großen Erfolg des ersten ReparaturCafés in Karlsruhe im November 2013 zum Anlass nehmend, findet am 26. April 2014 das zweite ReparaturCafé in Karlsruhe statt. Gemeinsam mit Ihnen setzen wir ein Zeichen gegen das Wegwerfen und den vorschnellen, oftmals unnötigen Erwerb neuer Produkte. Alle Interessierten sind herzlich zum ReparaturCafé eingeladen.

    Beschädigte Haushaltsgegenstände (z.B. Mixer oder Toaster), Kleinmöbel (z.B. Stühle, Regale und Kommoden), Fahrräder, die Lieblingskaffeetasse mit abgebrochenem Henkel, Gartenwerkzeuge, Radios und vieles mehr können Sie selbst reparieren und reparieren lassen. Wie beim ersten Mal auch wird es vier verschiedene Werkstätten geben:

    • Näh-Reparaturwerkstatt
    • Fahrrad-Reparaturwerkstatt
    • Elektronik-Reparaturwerkstatt
    • Holz-, Keramik- und Metall-Reparaturwerkstatt

    Kaffee, Tee und Kuchen sorgen für Energie, Kreativität und Geselligkeit. Die Veranstaltung ist kostenfrei. Wir freuen uns jedoch über Geld- und Sachspenden! Das ReparaturCafé findet in der Zeit von 12:00 bis 18:00 Uhr im Kinder- und Jugendhaus Oststadt (Rintheimer Str. 47, 76131 Karlsruhe) statt. Gerne weisen wir Sie darauf hin, dass bereits der Termin für das dritte ReparaturCafé in Karlsruhe feststeht. Dieses findet am 12. Juli 2014 statt.

  53. Einkehr, Stille, Muße – Das Quartier Zukunft macht Pause

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    Entschleunigung. Das Quartier Zukunft macht Pause. Das Projektteam nimmt sich vom 24. Februar bis 14. März 2014 Zeit für Einkehr, Stille, Muße, Selbstreflexion – und schafft so Raum für Neues.

    Quartier Zukunft Pause (c) Quartier Zukunft

    Quartier Zukunft Pause (c) Quartier Zukunft

    Höher schneller weiter mehr. Wachstum.  Wir leben in einer Welt steter Beschleunigung. Arbeitstakt, Informationsflut, Möglichkeiten und Ereignisdichte im Alltag nehmen zu. Immer mehr können mit der Geschwindigkeit nicht mehr mithalten, werden vom Zug der Zeit aus der Bahn geworfen, brennen oder steigen bestenfalls aus. Die Not wächst. Dementsprechend wird der Ruf nach Entschleunigung immer lauter. Auch das Team des Quartier Zukunft folgt diesem Ruf, möchte im Namen der Nachhaltigkeit zur Entschleunigung beitragen. Wir ersinnen und unterstützen Projekte und Aktivitäten, die zu einer Verlangsamung des Taktes beitragen sollen. Aber genau hier liegt auch die erste Krux. Wir sind selbst in diese hochdichte Welt eingebunden, jede Idee, jede Aktivität, jede Information – und sei diese potenziell noch so entschleunigend – ist zunächst ein Mehr, trägt selbst zur Erhöhung der Dichte bei.

    Darüber hinaus: Auch unsere Arbeit als Team erfolgt nicht im luftleeren Raum und auch nicht nach Maßgaben nachhaltiger und schon gar nicht entschleunigter Entwicklung, sondern folgt den Be- und Entlohnungsregeln unserer nicht nachhaltigen Gesellschaft, muss gezwungener Maßen dem Höher Schneller Weiter Mehr Genüge tun. Und hier liegt Krux Nummer zwei. Hochmotiviert arbeiten wir am Limit unserer Belastungsgrenze, und darüber hinaus. Die Erfolge unserer Arbeit generieren weitere. Das Streben nach Nachhaltigkeit frisst seine Kinder – und Ideen.

    Was bleibt? Die Bremse. Wir steigen aus, vorrübergehend. Vom 24. Februar bis 14. März ruhen für drei Wochen die Arbeiten im und am Quartier Zukunft. Wir entschleunigen, halten Einkehr, suchen Muße, auch Erholung und wenden den Blick nach innen, schöpfen Kraft, lassen Zeit und bieten Raum für Neues. Indes sehen wir diese ‚Auszeit‘ nicht als ‚Urlaub‘, sondern vielmehr als Teil unseres Wirkens und Arbeitsauftrages an. So ist uns denn der Ausstieg auch nicht leicht gefallen, bedarf es heutzutage doch erheblicher Anstrengung, sich gegen den Strom zu wenden, zu bremsen, innezuhalten.

    Ab dem 17. März steht das Team dem Quartier Zukunft und Ihnen gerne wieder zur Verfügung.

  54. Dokumentation erstes ReparaturCafé in Karlsruhe

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    Ob Toaster, Mixer, Bügeleisen, Portemonnaie, Fahrrad, Flöte, Kinderspielzeug, Notebook oder CD-Player – was nicht mehr funktionierte, wurde eingepackt und mitgebracht. Das erste ReparaturCafé in der Karlsruher Oststadt fand hohen Anklang. Sowohl bei denjenigen, die mithalfen und ihre handwerkliche und technische Expertise einbrachten, als auch bei den Karlsruher Bürgerinnen und Bürgern, die einen defekten Haushaltsgegenstand nicht einfach der Mülltonne übergeben, sondern diesen gemeinschaftlich reparieren wollten.

    Weitere Impressionen zur Veranstaltung finden Sie in der Galerie.

    Das ReparaturCafé im Rückblick

    „Ich bin doppelt zufrieden“, so der Besitzer eines CD-Players, der nicht mehr funktionierte. „Die Linse wurde gereinigt, so dass das Gerät die CDs nun wieder erkennen kann. Und auch das Laufwerk geht wieder ordentlich auf und zu“. Die Linse konnte nach der Demontage des Gerätes schnell mit einem Wattestäbchen gesäubert werden. Warum gleichzeitig die Mechanik des CD-Players abschließend wieder funktionierte, das konnte sich selbst der Experte im ReparaturCafé nicht erklären, da an der Mechanik eigentlich nichts repariert wurde. „Manchmal wollen die Geräte auch einfach nur, dass mal jemand reinschaut“, erklärte der Profi mit einem Augenzwinkern. Bei der Reparatur technischer Geräte ist auch die Quote des potentiell Reparierbaren interessant: Beispielsweise könnten ungefähr 90 % der defekten Notebooks repariert werden, da die meisten der Bauteile austauschbar sind, so die Experten im ReparaturCafé. Das Problem dabei liegt oftmals nicht in der Technik, sondern vielmehr in der Zeit, die für das Auseinandernehmen und Reparieren des Gerätes benötigt wird, und die natürlich in Fachgeschäften entsprechend Geld kostet. Umso glücklicher waren die Karlsruher Bürgerinnen und Bürger darüber, dass sie am vergangenen Samstagnachmittag im ReparaturCafé die Möglichkeit besaßen, gegen eine freiwillige Spende ihre defekten Geräte reparieren zu lassen. Mitglieder der Gruppen KonsumGlobal Karlsruhe, FabLab Karlsruhe, Gemeinwohl-Ökonomie Karlsruhe, Transition Town Karlsruhe – Karlsruhe im Wandel, Attac Karlsruhe, der Fahrradshop Cunow, aber auch einige Privatleute, stellten im ReparaturCafé ihre Expertise zur Verfügung. So kamen insgesamt rund 30 helfende Hände zusammen, die im Cafébereich und in den Näh-, Fahrrad-, Elektronik-, Holz-, Keramik- und Metallwerkstätten wirkten. In entspannter und ausgelassener Atmosphäre wurde geschraubt, gehämmert, gesägt, genäht und sich zwischenzeitlich mittels Limo und Kaffee gestärkt. Diejenigen, die beim Reparieren ihrer Geräte etwas dazulernen wollten, konnten den Profis über die Schulter schauen oder selbst mit Hilfe vorhandener Werkzeuge Hand anlegen. Den anderen stand es frei, sich im Café oder der Leseecke bei Kaffee und Kuchen mit Gesprächen die Wartezeit zu verdingen. Insgesamt konnten im ersten Karlsruher ReparaturCafé im Austausch von rund 200€ freiwilliger Spenden über 50 Reparaturen getätigt werden, wobei nicht alle Reparaturbemühungen direkt von Erfolg gekrönt waren. In manchen Fällen konnte die Ursache für den Defekt nicht gefunden werden oder es fehlten die Ersatzteile vor Ort, wie beispielsweise bei einem Staubsauger. Die Besitzerin bekam jedoch die nötigen Informationen zum Bestellen des Ersatzteiles und den Einbau erklärt, womit auch in diesem Fall, zumindest indirekt, Abhilfe geleistet wurde.

    Das ReparaturCafé im Quartier Zukunft

    Für das Quartier Zukunft als Hauptorganisator des ersten Karlsruher ReparaturCafés, stellte die Veranstaltung den Projektauftakt in der Karlsruher Oststadt dar und bot eine schöne Gelegenheit, den Bürgerinnen und Bürgern zu veranschaulichen, wohin die Reise des Projektes gehen soll. Nämlich in Richtung nachhaltiger Stadt-Entwicklung – und zwar in ökologischer, ökonomischer, sozialer und kultureller Hinsicht. Im ReparaturCafé konnten nicht nur defekte Haushaltsgegenstände repariert und damit vor dem Wegwerfen bewahrt werden, was schließlich der Ressourcenschonung zu Gute kam. Ein anderer Haupteffekt des ReparaturCafés war die Stärkung der Gemeinschaft, die Begegnung und das gegenseitige Unterstützen. Insgesamt nahmen an der Veranstaltung über 100 Leute Teil, von jung bis alt und kulturübergreifend. Die Begeisterung über das Zusammenkommen spiegelte sich in der immerfort wachsenden Kontakteliste und den Eintragungen im Gästebuch wieder, indem beispielsweise kommentiert wurde: „Viel erfahren, die Menschen getroffen, die an denselben Fragen knobeln und mit Mut und Ideen nach Hause. Hoffentlich gibt es eine E-Mail mit dem nächsten Termin, ich bin dabei!“ Die Brücke zwischen der Wissenschaft und dem „normalen“ Leben zu bauen, das ist eines der Ziele des Quartier Zukunft. In diesem Sinne war das ReparaturCafé auf der einen Seite auch gedacht, um nämlich direkt mit den Bürgerinnen und Bürger ins Gespräch zu kommen und etwas zu bewegen. Auf der anderen Seite möchte Quartier Zukunft künftig nicht nur modellhaft Projekte in der Karlsruher Oststadt mit anderen Akteuren partnerschaftlich initiieren und organisieren. Als wissenschaftliches Projekt gilt es auch, die selbigen Projekte hinsichtlich ihres Beitrages zur nachhaltigen Entwicklung zu beurteilen und einzustufen. Für die partnerschaftliche Zusammenarbeit aller Beteiligten die zum Gelingen des ersten Quartier Zukunft– Projektes in der Karlsruher Oststadt beitrugen, gilt ein großer Dank. Ebenso bedanken möchte sich das Quartier Zukunft-Team beim Kinder- und Jugendhaus Oststadt, das durch seine Offenheit begeisterte.

    Weiterführende Informationen

    Auf Grund der vielen Anfragen werden Überlegungen darüber angestellt, in welcher Form das ReparaturCafé weiterbestehen kann. Weiterführende Informationen darüber wird es bald auf dieser Website geben.

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  55. Erstes ReparaturCafé in Karlsruhe – Reparieren statt kaufen!

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    Was macht man mit einem Toaster, der nicht mehr funktioniert? Oder wenn die Gangschaltung des Fahrrads kaputt ist, der Computer spinnt oder der Lieblingspulli gerissen ist? Wegwerfen? Nein. Reparieren! Im ersten ReparaturCafé in Karlsruhe können Sie beschädigte Haushaltsgegenstände wie Kleinmöbel, Fahrräder, die Lieblingskaffeetasse mit abgebrochenem Henkel und Radios reparieren und reparieren lassen. Anlässlich des internationalen Buy Nothing Day 2013 setzen wir gemeinsam mit Ihnen am 30. November 2013 ein Zeichen gegen das Wegwerfen und den vorschnellen, oftmals unnötigen Erwerb neuer Produkte. Alle Interessierten sind herzlich zum ersten ReparaturCafé in Karlsruhe eingeladen.

    Was beim ReparaturCafé geschieht
    Ein ReparaturCafé dient dem gemeinsamen Reparieren von Gegenständen aller Art. Reparieren braucht Fachwissen und auch ein bisschen Mut, wenn dem beschädigten Gegenstand mit dem Schraubenzieher zu Leibe gerückt werden soll. Im ersten ReparaturCafé in Karlsruhe können auch technisch unbedarfte Interessierte mit fachkundiger Hilfe lernen zu reparieren und selbst zur Tat schreiten. Bringen Sie beschädigte Dinge mit und probieren Sie es aus!

    Die folgenden Reparaturwerkstätten werden angeboten:

    • Näh-Reparaturwerkstatt
    • Fahrrad-Reparaturwerkstatt
    • Elektronik-Reparaturwerkstatt
    • Holz-, Keramik- und Metall-Reparaturwerkstatt

    In den jeweiligen Reparaturwerkstätten stehen alle notwenigen Werkzeuge zur Nutzung zur Verfügung. Zu einem ReparaturCafé gehören auch Kaffee, Tee, Limo und Kuchen für die nötige Reparierenergie, Kreativität und Geselligkeit, die im Cafébereich bereit stehen.

    Dem ReparaturCafé liegt das Konzept der Hilfe zur Selbsthilfe und der gegenseitigen Unterstützung bei Beratung und Reparatur zugrunde. Wer über handwerkliche und technische Fertigkeiten verfügt, gibt diese weiter. Wer über entsprechende Kenntnisse und Fähigkeiten nicht verfügt, kann diese im ReparaturCafé durch Versierte erlernen und anwenden. Das Konzept steht für Eigeninitiative und Selbstermächtigung. Jede(r) kann beim ReparaturCafé mitmachen und damit einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung unserer Gesellschaft leisten. Es geht neben alle dem bislang genannten aber auch um Begegnung von Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen, Verständnissen und Sichtweisen. ReparaturCafé ist Austausch. ReparaturCafé ist Wertschätzung. ReparaturCafé ist Spaß am Basteln, Tüfteln, Reparieren.

    Der Hintergrund
    Viele vor allem handwerkliche Fähigkeiten, die von Generation zu Generation weitergereicht werden, sind in der modernen Wegwerfgesellschaft beinahe verloren gegangen. Die westliche Gesellschaft ist stark auf Konsum ausgerichtet. Wir tendieren heute dazu mehr zu kaufen und schneller Dinge weg zu werfen, die oftmals durch kleine Reparaturen wieder nutzbar gemacht werden können. Die Nutzungsdauer von Gütern wird immer kürzer. Das Stuhlbein wackelt, das Display des MP3-Players hat einen Sprung, die Jeans ein Loch und schon greifen wir zum Abfalleimer, kaufen das Produkt einfach neu. Diese Vorgehensweise belastet nicht nur das Budget. Schrottberge wachsen. Große Mengen an Energie und Rohstoffen müssen aufgebracht werden, um Altes zu entsorgen, Neues herzustellen und beides zu transportieren. Der Abbau von Rohstoffen belastet zudem erheblich die Umwelt. Unnötiges CO2 wird ausgestoßen. In den Produktionsländern herrschen oft äußerst schlechte Arbeitsbedingungen.

    ReparaturCafés setzen ein Zeichen gegen geplante Obsoleszenz, d.h. industriell geplante geringe Produkthaltbarkeit, und für die Verringerung des Verbrauchs von Ressourcen. Die Verlängerung der Haltbarkeit von Haushaltsgegenständen aller Art bedeutet schließlich einen geringeren Konsum. Was also liegt näher als ein ReparaturCafé am weltweiten Buy Nothing Day 2013 zu veranstalten.

    Was, wann und wo
    Das erste ReparaturCafé in Karlsruhe ist kostenfrei. Geld- und Sachspenden sind willkommen! Das ReparaturCafé findet am 30. November 2013 in der Zeit von 16:00 bis 20:00 Uhr im Kinder- und Jugendhaus Oststadt, Rintheimer Str. 47, 76131 Karlsruhe, statt. Das ReparaturCafé beruht auf dem freiwilligem Engagement der Beiteilgten. Bitte beachten Sie, dass wir aus diesem Grunde keine Garantie dafür geben können, dass mitgebrachte Gegenstände im ReparaturCafé reparariert werden können.

    Das erste ReparaturCafé in Karlsruhe ist eine Veranstaltung des Quartier Zukunft – Labor Stadt in Kooperation mit KonsumGlobal Karlsruhe, FabLab Karlsruhe, Gemeinwohl-Ökonomie Karlsruhe und Transition Town Karlsruhe – Karlsruhe im Wandel.

    Aktuell stehen Überlegungen im Raum, das ReparaturCafé in regelmäßigen Abständen stattfinden zu lassen. Dazu bedarf es der Unterstützung und dem Zusammenwirken vieler Köpfe & Hände. Wenn Sie Interesse daran haben, ein zukünftiges ReparaturCafé mitzugestalten, wenden Sie sich bitte an Sarah Meyer-Soylu.

    Weiterführende Informationen
    assignment writing
    Was ist das ReparaturCafé in Karlsruhe? 
    Buy Nothing Day 2013 (English)
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  56. World Cleanup Day 2013: Reden statt mitmachen?

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    Es war eine Überraschung: der Quartier Zukunft Informationsstand wurde beim Wolrd Cleanup Day 2013 in Karlsruhe von den Bürgerinnen und Bürgern weitaus stärker frequentiert als der der Bürgeraktion Sauberes Karlsruhe. Die Diskussionen um Müllvermeidung am sonnigen Septembersamstag im Zentrum Karlsruhes zeigte, dass in der Bürgerschaft viele gute Ideen im Hinblick auf eine nachhaltiger Stadtentwicklung existieren. Jedoch offenbarte sich eine geringe Bereitschaft zum aktiven Mitmachen beim Aufsammeln vom Abfall im Stadtraum.

    Am Morgen des 21. Septembers trafen sich die Teams der Bürgeraktion Sauberes Karlsruhe und des Quartier Zukunft – Labor Stadt am Ludwigsplatz, im Zentrum Karlsruhes, und bauten den Stand für den World Cleanup Day 2013 auf. Der Stand fügte sich aus zwei Teilen zusammen: der eine Teil bot Freiwilligen, die bei der Aufräumaktion aktiv werden wollten, praktisches Zubehör wie Stadtpläne, Greifzangen, Müllsäcke und Handschuhe. Am anderen Teil des Standes konnten Interessierte Informationen zu nachhaltiger Stadtentwicklung im Allgemeinen und zum Quartier Zukunft und mögliche Beiträge der Bürgerinnen und Bürger für eine gesunde Umwelt erhalten. Es freute uns, dass einige Leute aus Karlsruhe, aber auch aus anderen Städten speziell zum Ludwigsplatz kamen, um mehr über das Quartier Zukunft zu erfahren. Insgesamt fanden an diesem Tag viele spannende Diskussionen statt. Als Ergebnis dieser Diskussionen, konnten wir über 40 Wünsche für das Quartier Zukunft und 20 negative Aspekte über unsere Feedback-Tafeln „Für das Quartier Zukunft wünsche ich mir …“ und „Das Quartier Zukunft sollte jedoch nicht …“ mitnehmen. Die geäußerten Wünsche bezogen sich vor allem auf mehr Respekt und Offenheit zwischen Menschen, mehr Raum für Gemeinschaft und Aktivitäten sowie eine sauberere Umwelt. Als Problemfelder wurden egoistische und konsumorientierte Verhaltensweisen ebenso genannt wie der nachlässige Umgang mit Müll sowie Umweltverschmutzung. Die Hauptbotschaft des Tages war, dass jeder Einzelne etwas bewirken und durch seine Handlungsweise seine unmittelbare Umwelt im positiven Sinne beeinflussen kann. Eine saubere Umwelt wirkt sich positiv auf unser Wohlbefinden aus, und der World Cleanup Day 2013 stellte eine Möglichkeit dar, sich hierfür auf eine konkrete Art und Weise einzusetzen. Doch an diesem Samstag konnten die Menschen, die bereit waren, sich zu beteiligen an einer Hand abgezählt werden.

    Rund 8 Millionen Freiwillige haben sich seit dem Jahr 2008 als Teil des globalen Let’s do it! Netzwerks in 139 Cleanups in 107 Ländern enagiert. 2012 haben etwa 100 Personen aus München, Bochum, Leipzig, Hamburg, Berlin und Karlsruhe Abfall als Beitrag von Let’s do it! Germany zur Kamapgne World Cleanup 2012 gesammelt. 2013 wurden jedoch nur in Karlsruhe und Leipzig Cleanup Aktionstage organisiert. Die Anzahl der aktiv Sammelnden lag bei nur 15 Personen. In Anbetracht des Rufs Deutschlands als umweltbewusste Nation überrascht die schwache Beteiligung, insbesondere,wenn man auf Nachbarländer wie Frankreich mit rund 10.000 Engagierten in 2012 und die Niederlande mit Cleanup Aktionstagen in 70 Städten und Gemeinden in 2013 blickt. Die geringe Beteiligung aufgrund mangelnder Information ist unwahrscheinlich, da diese zugänglich war. Ebenso unwahrscheinlich ist sie aufgrund der geringen Verschmutzung Deutschlands, so dass es keinen Abfall zu beseitigen gäbe – die Vielzahl an unzufriedenen Personen, die die Mengen an Abfall auf Straßen und in Parks während Cleanup Aktionstagen in 2012 und 2013 beklagen sind ein Beleg dessen. Möglicherweise liegt der Kern der Sache unmittelbar hier: Menschen, die die Situation beklagen ohne jedoch direkt aktiv zu werden bzw. werden zu wollen. Es scheint eine verbreitete passive Haltung dazu zu existieren, dass man als Steuerzahler bereits seinen Teil zur Abfallbeseitigung beiträgt und jemand anderes etwas tun sollte, um die Situation zu verändern. Abgesehen von der mangelenden aktiven Beteilung hat sich der Tag am Ludwigsplatz als hoch interessante Erfahrung im frühen Projektstadium erwiesen. Das Team des Quartier Zukunft – an diesem Tage vertreten durch Oliver Parodi, Sarah Meyer-Soylu und mich, Kaidi Tamm – war kontinuierlich in lebhafte Diskussionen mit interessierten BürgerInnen vertieft, so dass für uns selbst ebenfalls keine aktive Beteiligung am Cleanup möglich war. Doch gerade deshalb konnten wir viele gute Ideen und Anknüpfungspunkte sammeln, so dass unser erster Informationsstand im öffentlichen Stadtraum eine wertvolle Erfahrung für die weitere Entwicklung des Quartier Zukunft mit sich bringt. Teilen Sie Ihre Gedanken und Meinungen über die Kommentarfunktion! Viele weitere Impressionen zum World Cleanup Day 2013 in Karlsruhe finden Sie in der Galerie.

  57. World Clean up Day 2013 in Karlsruhe

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    World Cleanup Day 2013 in Karlsruhe: Das Quartier Zukunft – Labor Stadt räumt auf!

    Am 21. September findet World Cleanup Day 2013 in Karlsruhe statt. In Kooperation mit der Initiative Bürgeraktion Sauberes Karlsruhe sowie dem Karlsruher Amt für Abfallwirtschaft und der Karlsruher Stadtverwaltung beteiligt sich das Quartier Zukunft – Labor Stadt an der großen Müllsammelaktion. Wir laden Sie herzlich dazu ein, aktiv zu werden und den Cleanup Day 2013 in Karlsruhe mit uns gemeinsam zu gestalten.

    Im Zentrum der Stadt erwartet Sie am Ludwigsplatz in der Waldstraße in der Zeit von 09.00 bis 17.00 Uhr ein Aktions- und Informationsstand des Quartier Zukunft und der Bürgeraktion Sauberes Karlsruhe. Greifzangen, Handschuhe und Mülltüten können dort entliehen werden. Das Quartier Zukunft Team wird Abfall mitsammeln, zum Projekt informieren und nachhaltige Lösungsansätze diskutieren. Gemeinsam sollen Verpackungsmüll und anderer Unrat hauptsächlich in den Bereichen um die Baustellen im Stadtbereich entfernt werden.

    Der World Cleanup Day 2013 ist Teil des stetig wachsenden internationalen Aktionsbündnisses Let’s do it! World Cleanup, bei dem sich Freiwillige aus über 100 Ländern seit dem Jahre 2008 aktiv für eine abfallfreie Umwelt einsetzen.

    Daten kompakt

    World Cleanup Day 2013 in Karlsruhe, initiiert von der Bürgeraktion Sauberes Karlsruhe in Kooperation mit dem Quartier Zukunft – Labor Stadt

    Datum & Uhrzeit: Samstag, 21.09.2013, 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr

    Ort: Karlsruhe Innenstadt, Ludwigsplatz-Waldstraße (gegenüber Reisebüro Hirsch)

    Weiterführende Links

    Facebook Event

    Bürgeraktion Sauberes Karlsruhe

    Let’s do it! World Cleanup Germany

    Let’s do it! World Cleanup

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